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Gut zu wissen #2 - Das Rollerkäferrennen
Autor: 4thVariety, letztes Update: 29.05.2012



Wozu braucht man andere Spiele, man kann doch GuildWars Versionen davon machen. Noch fehlen Minigames im Stile von Guitar Hero, Dance Dance Revolution und Nuclear War. Ein anderer meiner Klassiker hat es dafür geschafft.


Rollerkäferrennen

Ich muss gestehen, dass ich mir unter dem Rollkäferrennen zunächst nichts so richtig vorstellen konnte. Rollkäfer waren für mich die Dinger, welche in Elona diese Sounds machen, als würde Hunter S. Thompson in der Lobby eines Hotels in Las Vegas Miss Piggy abschlachten. Ein eingetragener Fan von PvP bin ich auch nicht. Das Bild eines Mistkäfers, der eine Kugel vor sich herrollt wurde ich aus irgendeinem Grund auch nicht so recht los. Alle drei Faktoren zusammen, hörten sich absolut nicht nach meinem Ding an.


Oder hatte ich einfach zuviel Katamari Damacy gespielt?


Hepcats sind gutgekleidete Jazzfans, Hippies sind...

Der Herr in Shing-Jea, welcher mich dort hinteleportierte, verwirrte mich noch mehr. Was haben Hippies in Cantha verloren? Mal sehen, was er auf Englisch sagt. Hepcats? Ok, jetzt war ich WIRKLICH verwirrt. Mein Hirn versuchte beide Bilder zu kombinieren, doch so recht wollte das nicht gelingen. Mir lag schon auf der Zunge, „Schatz ich wander dann mal aus, bei Anet brauchen sie noch Übersetzer“, doch dann dachte ich mir, „Nein, denk an D2, denk an D2, alles ist gut; zumindest besser wie D2 – schnell, stell auf Bork!Bork!Bork!, bevor Nachtschlamm der Schnelle zurückkehrt und ich mit einem Entsetzen-Grinser tot umfall“. Einen Moment später war ich im Rullerbeetle-a Raeceeng und clickte auf Inter Baettle-a.


Kaum aus den Startboxen gestartet, stellte ich verwirrt fest, dass ich nur drei Skills hatte und nicht acht. Gemütlicht rollte ich dahin, rammte, wurde gerammt und rollte durch eine Kiste, die mit einem Fragezeichen bemalt war. Sofort stellte sich das Aha-Erlebnis ein. Wir sind hier in Super Mario Kart gelandet. Höchste Zeit, sich einmal etwas die Items anzusehen und ihre Wirkung zu testen. Es gab Items, welche die eigene Geschwindigkeit erhöhen und solche, die den Gegner kurz stoppen. Dazu ein Echo und ein Blackout. Mario Kart ist zwar eine Weile her, aber ab diesem Zeitpunkt war mir klar, „hier musst du abräumen“.


Profis ahnen welche Tragödie sich gleich ereignet


Schnell, Schneller, Knüppelhart. Der amtierende König

Mein Wipeout verseuchtes Gehirn machte sich sofort an eine methodische Analyse des Kurses. In aller Ruhe lies ich die Gegner ziehen und rollte den Kurs auf der Suche nach dem kürzesten Weg ab. Der Einsatz von Geschwindigkeitsboost wurde exakt geplant, um Stellen mit negativen Auswirkungen zu kontern. Danach wurde mit der Stoppuhr verglichen, ob man auch wirklich in einem Segment, so oder so schneller war. Anschließend fuhr ich ein paar Rennen, um die Gegner abzuchecken. Das beste Verhalten war eindeutig, den Start gewinnen, um als erster and der Kiste zu sein. Ein Ramm-Start gefolgt von einem Turbo, leistete hier Riesendienste.


Das ist ja einfacher als Minotaurenfarmen stellte ich fest, während ich ein ums andere Rennen gewann. Die Strategie zum Sieg war recht einfach. Weil das Startchaos den Pulk hinter mir immer gehörig ins Stolpern brachte, konnte ich meist meinen Startvorsprung verteidigen. Dank des Items aus der ersten Kiste kam mir Niemand zu nahe. Nur vor einem musste ich mich fürchten. Dem Superrollkäfer. Der war ein Ticket zum Sofortgewinn, ein ankämpfen mit Echo-Turbo und fiesen Tricks half gar nichts. Zu groß war der Vorsprung, den man damit herausfahren konnte. Dazu kamen Lags und das gefürchtete Rubberbanding. Das konnte einem den Start gehörig versalzen. Egal, mein Ziel hatte sich geändert, eine Top100 Zeit musste her.


Präzision verschafft Seriensiege...


..aber eben nur Siege

Ein Blick auf das Leaderboard drehte mir den Magen um; 463 Punkte mindestens. Wie in aller Welt sollte das gehen? Einer meiner nächsten Gegner demonstrierte es. Superrollkäfer? Nein! Echo-Superrollkäfer? Nein! Echo-Superrollkäfer + Superrollkäfer? Absolut. Aber bitte ohne dass die Gegner euch niederstrecken. Kein Problem dachte ich und blieb auf der ersten Kiste stehen, mal sehen wie die Dropwahrscheinlichkeiten verteilt sind. Nicht gut, musste ich feststellen. Die Taktik ist wohl nutzlos. Da hilft nur eines. Warten auf den Lucky Run und einen Haufen Anfänger die sich gegenseitig behindern. Der Lucky Run kam, nur leider wurde ich einmal geblitzt, 460 Punkte war die niederschmetternde Bilanz. Zu wenig für die Top100. Verärgerung machte sich breit, konnte ich sonst doch gefahrlos vier Siege in Folge einholen. Mehr Zeit = Mehr Glück lautete meine Devise. Die Lucky Runs kamen nur etwa einmal pro Stunde, zu wenig um mir wirklich eine Chance zu lassen. Zu Gunsten des Abendbrots wurde weitergerast, mein Brot blieb im Toaster, was sich noch rächen sollte.


Dann war er plötzlich da, der Lauf mit mehr Glück wie Verstand. Ich wollte schon nach dem Start verlassen, weil ich nicht an der Spitze lag und einen Knockdown erlitt. Die zwei Spieler, die es mit mir erwischte taten auch genau das, Leaven war inzwischen eine übliche Praxis unter den Zeitenjägern. Doch mein Schicksaal wendete sich. Superrollkäfer in der ersten Kiste. Sofort los und an die Spitze. Echo in der zweiten Kiste, Superrollkäfer in der dritten Kiste und in der vierten. Ich war über alle Berge und gewann mit unglaublichen 470 Punkten. Der Knockdown ärgerte mich nur kaum. Als Sieger verlies ich das Feld und nahm nicht an, dass noch etwas passieren könnte. So viel Glück wie jetzt würde ich ohnehin in den nächsten 1000 Spielen nicht mehr haben. Abendbrot ausfallen lassen hatte sich gelohnt.


Plötzlich lächelte Lyssa mich an


Man kann das nötige Glück halt auch erzwingen

Am Montag Morgen, warf ich etwas verschlafen ein Brot auf den Toaster. Ich verweise hier auf den feinen Unterschied zwischen Mann und Frau. Ich werfe das Brot AUF den Toaster, meine Freundin steckt das Brot IN den Toaster. Gut gelaunt schlenderte ich ins Arbeitszimmer, mal sehen was die Highscore macht. Ups, Mindestanforderung waren plötzlich 471 Punkte, wie war das möglich? Dazu kam, dass einige mehrmals, ein gewisser M. Alvito sogar 13 mal in der Highscore stand, wie war das erst möglich? Mein Hirn, meinte nur, „Halt die Klappe, echte Pro-Gamer stellen den Wecker auf 3.30 Uhr und spielen ihren Time-Trial ohne Konkurrenz.“ Einmal mehr ärgerte ich mich über die Zufälligkeit des Wettbewerbs schwarz. Aber nur halb so schwarz wie mein verschmähtes Brot vom Vorabend. An dieser Stelle roch es irgendwie verbrannt in meiner Nase. Schon im Gang zur Küche stand ich in einer Rauchwolke. In der Küche selbst zerschmorte das Brot vom Vorabend im Toaster.


Schlechte Laune am Frühstückstisch ist ja das eine, aber das hatte die Grenze zur Lächerlichkeit längst überschritten. Geräuchertes Brot ist zwar eine lokale Spezialität, nur wird es eben nicht von anderem Brot über einem Toaster geräuchert, wie meine Freundin nicht müde wurde zu betonen. Ich gab die Schuld dem Toaster, denn dieses Relikt von einem elektrischen Gerät, verkeilte beim Auswerfen das doppelt getoste Stück Brot im Schacht, was dazu führte dass er sich nicht ausschaltete, weil der Mechanismus schon sehr weit unten stecken blieb. Ein Schmor-Desaster war somit vorprogrammiert. Das Ding landet heute auf dem Müll, das Rollerkäferrennen wird hoffentlich bleiben, oder wiederkehren. Ohne den Wettbewerb geht zwar die Hauptmotivation für mich dahin, seine Fans hat es trotzdem gefunden. Auch wenn viele Spieler lieber gezielt gegen ihre Kumpels antreten wollen und einen Rollerkäfer-NSC für die Gildenhalle fordern. Mehr Strecken, mehr Zufallsskills und etwas mehr Balance, könnten ein sehr gutes Minispiel noch weiter verbessern. Ein Turnier, welches weniger auf Glück, Beharrlichkeit und extremen Uhrzeiten basiert, wäre auch von Vorteil. Ich mag zwar sonst kein GW-PvP spielen, aber in einem Rennspiel zeig ich euch doch gern wo der Hammer hängt.


Hallo Toaster, Hallo Brot, sagt Hallo zu Onkel Mülltonne












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