State of the Game: PvE #19 Autor: 4thVariaty, letztes Update: 04.06.2007
Flamer und Monatsgebühren. Das Dreamteam des Internets. Aus dem Impuls seine Entscheidung als richtig zu verteidigen erwächst ein blutiger Krieg. Einsicht ist nicht nötig, Argumente fehl am Platz, im Grunde ist es ein Durchhaltematch. Mit jedem Monat erhöht sich der Einsatz und damit der Druck die Entscheidung noch vehementer zu verteidigen. Die meisten Begründungen sind leider kompletter und unhinterfragter, unbewiesener Humbug. Das gilt für die Spieler genauso wie für die Hersteller. Einer Werbung würde man so was nie glauben, der katholischer Kirche und Blizzard schon. Höchste Zeit, um hier mal ein paar Dinge zu bemerken.
Monatliche Gebühren per Steuern und Gegenleistung erst nach dem Tod. Duke Nukem MMO?
Heute: Flamer & Gründe
YouTube schluckt Terabytes jeden Tag und keiner zahlt Gebühren.
Ein Slot auf einem Teamspeak Server kostet ca. 20 cent im Monat. Dabei frisst er locker das 8-fache der Bandbreite und etwa die gleiche CPU Last wie ein MMO User. Fast alle MMO-Server gibt es als Freeshards, programmiert als Server-Emulator, von ein paar Leuten die keinen Source Code haben. Ja, soooo kompliziert ist das. Die Beweislast für die Kosten bricht damit komplett zusammen. Man kann einfach nachmessen wie viel Traffic und CPU-Time man verursacht und das mit einer räudigen Emulation, die bestimmt ineffizienter arbeitet als das Original. Ergebnis: Lächerlich gering sind die Kosten auf den einzelnen User gerechnet. MMO Server sind eben simpel im Aufbau, kompliziert in der Art wie die tausende User dynamisch auf die Prozessoren verteilen. Außer man weiß, dass man Gebühren verlangen wird, dann kann man schon ein wenig ineffizienter sein, anfangs zumindest. Wenn man eh nie vorhatte die Server selbst zu stellen, wie bei Unreal, dann wird schnell gewuchert. Schon ältere Megaseller, wie Diablo 2, hatten kostenloses Onlineplay, es bestand schon früher keine Notwendigkeit für Gebühren. Bandbreite wird immer als Argument angeführt, aber vorgerechnet wird es nie, warum sollte ich also den mathematischen Gegenbeweis schuldig sein? Ist dem Hersteller sonst kein Mittel zu billig um Mitleid zu schinden, in seine Bilanz lässt er sich nie schauen. Man muss kein Prophet sein um zu wissen warum.
Für Monatsgebühren gilt das Gleiche wie für die Benzinpreise. Es wird verlangt, was man analysiert hat verlangen zu können. Es ist schließlich egal, wenn man mit Gebühren 75% der Kundschaft vergrault. Der übrige Teil zahlt ja trotzdem gerne sage und schreibe das fünffache im Laufe der durchschnittlichen Spielzeit. Unter dem Strich kommt mehr dabei raus. Bedenkt man, dass die meisten MMOs stark über Gildenstrukturen beworben werden, bei denen gleich eine ganze Gilde kollektiv eine Entscheidung trifft, dann sieht man wie rentabel das ist. Macht man es wie Blizzard und klebt MMO auf eine beliebte Marke und schafft es den Druck zu spielen damit aufzubauen, dass man es bis zum Erbrechen in jede Zeitung presst und die jugendliche Zielgruppe sich gegenseitig nötigt zu spielen, ist man schon auf der Siegerstraße. Alle anderen MMOs, die glauben ihre inneren Werte, die zumeist nur in der Phantasie der Entwickler existieren, würden überzeugen, muss ich leider sagen: Pech gehabt. Aber auch mit nur 20.000 zahlenden monatlichen Kunden habt ihr eine Viertelmillion jeden Monat um euch über Wasser zu halten. Was nur in einer Schachtel verkauft ein Flop wäre, kann als MMO durchaus rentabel sein; deswegen gibt es so viele. Die Frage ist nicht wie viel User ich brauche, um die Server rentabel zu betreiben, die Antwort ist immer „Einer“. Man macht Gewinn mit jedem Kunden und nicht erst mit geschickter Serverlastverteilung. Die Frage ist wie viel User bekomme ich, um möglichst viel von meinem Team in Lohn und Brot halten zu können?
Steigender Dollakurs, steigende Preise; sinkender Dollarkurs, mehr Gewinn
Vielleicht sollte man auch GW Patches einfach größer verpacken?
Da kommt der MMO User und behauptet ein Update ist etwas „Zusätzliches“, eine Sonderleistung. Dabei war man früher gewohnt Updates obendrauf geschenkt zu bekommen. So war das damals bei id Software und Version 1.666 mit Deathmatch 2.0; selbst heute bemerkt man bei einem id Patches am Spiel nichts, braucht dafür einen Doktortitel um die Patchnote zu verstehen. So sollte es sein, ein Spiel wird fertig ausgeliefert. Trotzdem haben alle PC Spiele Updates, die Fehler beheben und zum Trost Features nachliefern. Schlamperei würde man das in jeder anderen Industrie nennen. Sorry, den Schluss von Spiderman 3 packen wir auf die DVD, wir hatten da Probleme beim Dreh. Irsinnigerweise musste deswegen noch nie eine Firma zusperren. Alle Firmen haben die Updates sogar selber gehostet ohne Pleite zu gehen, auch Valve mit ihren 10.000 Stück. Schließen wird nur, wer nichts verkauft weil er Kackspiele programmiert die er zusätzlich schlecht bewirbt. Der Zustand bei Auslieferung spielt untergeordnete Rolle und so nimmt die Tragödie ihren Lauf. Bei MMOs hat sich der Begriff Update fatal verschoben. Updates sind hier ein ausgelagerter Entwicklungsprozess. Das Spiel wird einfach unfertig ausgeliefert und später „fertiggepatched“. War, in geringem Umfang, sogar bei Nightfall nicht anders, nur hat sich ArenaNet dafür schon vorher entschuldigt und ordentlich die Elitemission nachgeliefert; selbst wenn kein Konsens über den Sinngehalt der dortigen Spielmechanik herrscht. Andere Firmen entschuldigen sich erst gar nicht, dafür freuen sich die Spieler im vorauseilenden Gehorsam wie kleine Kinder darüber, dass sie mit jedem Patch ein kleines Stück neuen Content bekommen, der es zum Release damals nicht geschafft hatte. Schwarze Tempel zum Beispiel. Man bildet sich einfach ein, dass so was eben zu den Monatsgebühren gehört und übersieht geflissentlich, dass eigentlich das Spiel in der Box nicht vollständig war. Der Slogan „Don’t Play on Patch Day“ ist die Krönung der Dreistigkeit. MMOs fehlt eben hier und da eine Instanz, bei Sony gern mal das halbe Spiel, den echten Fan erschüttert das nicht. „Dauert eh noch bis man da hinkommt, wo nichts mehr ist.“ Von wegen also Geiz wäre geil, wer hat der hat und steckt es rein in die MMOs. Irrsinn in Reinkultur von allen Beteiligten.
Jedes Spiel hat Support, irgendwo ist immer eine Nummer oder Adresse, die man relativ kostenschonend kontaktieren kann. Support ist nur bei Firmen wie Siemens, Oracle und Microsoft ein Geschäftszweig, weswegen Programme dieser Firmen gerne ihre eigene Ergonomievorstellungen hegen. Damit nehmen diese Firmen allerdings eine Sonderstellung ein. Anderswo zahlt der Hersteller für den Support und die Produktpflege, Erfolg will gehegt werden. Spätestens seit AOL gibt es jedoch eine weitere Form von Support. Den freiwilligen Administrator. Dieser arme Idiot administriert in seiner Freizeit ein Forum und/oder eine Instanz des Herstellers und bekommt dafür seine monatlichen Gebühren erlassen. Super Geschäft, gäbe es diese Knallchargen nicht, müsste man ja glatt eine Person UND eine Arbeitsstätte bezahlen als Firma; das geht nun wirklich nicht. Im Falle von Wartower bedeutet das konkret: Gamona ist unser freundlicher Host, der viel mehr nicht macht und deswegen redaktionell wenig zu melden hat. Von Arenanet bekommen wir keine Schecks, weswegen wir ganz unvoreingenommen unsere persönliche Meinung sagen dürfen, im Guten wie im Schlechten. Wir erlauben euch sogar den gleichen Luxus, als einzige Gegenleitung erwarten wir ein Mindestmaß an verbaler Umgangsform. Den echten Support erreicht ihr unter support.ncsoft.com und das geht schneller als dusselige Gamemaster, ist zudem für Einsteiger leichter zu handhaben als irgendwelche „Feelgood Ingame-Tickets“, die eh nur Spamfluten erzeugen auf denen kein Supportsurfer reitet. Es gibt sogar in Guild Wars Gamemaster, nur stapfen sie eben nicht durch die Gegend und machen einen auf dicke Hose, dafür haben die gar keine Zeit. Als Grund für Gebühren könnt ihr sie total streichen. Wer die Supportkosten in seiner Kalkulation nicht drin hat, braucht kein Spiel auf den Markt zu bringen.
Effiziente Hilfe bedeutet nicht im Spiel herumzuidlen
Wenn ein MMO komplett floppt, kann es ganz schnell "kostenlos" werden
Instanzen vs. Offene Welt. Weder das eine, noch das andere verursacht mehr oder weniger Kosten. Jeff Strain sagt das gerne in allen Interviews und ein Blick auf die MMOs beweist es uns. Gäbe es einen „Sweet-Spot“ der Kosten-Nutzen Effizienz bei Instanzgrößen, dann würden alle MMOs, Gier sei Dank, diesen einbauen. Aber es ist halt eine Designentscheidung. Nach oben gibt es schon eine Grenze. Es ist die Fähigkeit der Entwickler mehrere Rechner zu einem virtuellen Großrechner zusammenzuschließen, der dann tausende von Spielern fasst. Ob nun also acht, 100, oder 2000 Spieler, alle MMOs sind immer instanziert. Es ist eben nur die Frage wie groß eine Instanz ist. Bei Guild Wars ist eine Instanz maximal 150 Spieler, wenn es um Chatten, Handeln, Verabreden geht und maximal 24 Spieler beim Zocken. Wer genau hinsieht entdeckt auch beim Branchenprimus den Hang zu kleinen Instanzen, wenn Highlevel Content für Powergamer ansteht. Diese Instanzen sind eben eher etwas für die Profis. Weil Guildwars von vorneherein nichts für Schnullerlutscher ist, spielen wir konsequent ab dem Anfang in unserer Instanz und müssen nicht bis Level 200 warten. Das bringt ordentlich Spaßgewinn. Ich brauch ein Spiel, keinen überzüchteten Chatroom mit Langeweilegrind. Wer es nötig hat, dass er beim epischen Kampf gegen Stufe 2 Gargoyls auch noch die Hilfe eines Stufe 20 Spielers und dessen Verzauberungen bekommt, der darf schon mal den Umgang mit dem /cry Befehl üben. Eine große Welt verursacht nicht mehr Bandbreite, nur mehr Probleme, wenn Spieler um begrenzte Resourcen wetteifern, das ist bei Guild Wars nie der Fall. Den Lowlevel Spielspass versaut mir auch keiner, indem er mich ungefragt unbesiegbar cheatet.
MMOs bleiben die Sucht der Publisher, denn für die ist so ein MMO doch eine feine Sache. In ein Spiel wie Crysis muss man locker 30 Millionen Euro (ohne Werbung!) beerdigen, bevor man einen Cent sieht. Wehe das Ding läuft nicht von vorne bis hinten beim Release, dann kauft das für PC kaum einer und Sony, bzw. Microsoft, erlauben dir nicht einmal die „fertige“ Konsolenversion ins Regal zu stellen. MMOs sind im Vergleich Low-Budget Produktionen. Ziel ist es nicht ein fertiges Spiel abzuliefern, sondern das Ding irgendwie stabil lauffähig zu booten. Ab jetzt fließt das Geld. Der Publisher verkauft seine Boxen im Kaufhaus, verdient an den Gebühren mit, ist glücklich und geht heim. Das Team selbst verdient Geld mit den Servern und bezahlt so die eigentliche Fertigstellung des Spiels. Mit fehlerresistenter und masochistischer Kundschaft hält man sich schon irgendwie über Wasser. Am Ende sind aber die Publisher die Gelackmeierten, beschweren sich wortreich über einknickenden Verkaufszahlen wegen WoW. Naja, man zahlt eben nur für ein einziges MMO, kaum jemand lässt sich zwei Abos raushängen. Weil zudem, wie früher üblich, die Option fehlt bequem zwischen den Spielen zu wechseln versteift man sich noch mehr auf eines. Heute das Game und morgen ein anders gibt es nicht mehr. Würde man ein anderes MMO ohne Monatsgebühr für 50€ kaufen? Ja! Sogar ein drittes und viertes. Spiel, Satz und Sieg: Guild Wars 2,3,4. Warum sollte ich hingegen monatlich drei und vierfach zahlen? Man hat ja nicht plötzlich die dreifache Zeit. Auch die Publisher könnten es sich leisten, denn der Kunde verursacht nicht die dreifachen Kosten. Aber viele überlassen den Großteil der monatlichen Einnahmen leichtsinnigerweise den Teams. Zudem steht man in Konkurrenz zu anderen Publishern, da bindet man an sich was man kann, notfalls mit mehreren MMOs. Mit einem Mal sind aus Vielkäufern, Garnichtkäufer geworden, weil der Preis-Bogen überspannt ist. Ein Spiel kostet nicht mehr 40€ und 50 Stunden, es kostet effektiv min. 150€ im ersten Jahr und solange hab ich schon vor das zu spielen. Ich sehe die Herr der Ringe Box im Regal und gehe daran vorbei, so einfach ist das. Kosten/Nutzen leider durchgefallen. Das geht voll zu Lasten der Publisher, die an diesem Geschäft hängen. Es bleibt als Ausweg die Teams zum Release zu pushen, damit wenigstens ein paar Schachteln im Regal verkauft werden, siehe Sony & Sigil. Darunter leidet die Qualität und letztlich der Absatz der Spiele. Die Spieler sind derzeit noch so bekloppt, dass sie sich freuen eine Beta zu ertragen, während sie bereits dafür bezahlen. Ich kann mich an eine Zeit erinnern, da wurden Betatester bezahlt ein Spiel auf Herz und Nieren zu checken, nicht umgekehrt. Was sich heute öffentliche Testversion schimpft, wäre früher nichteinmal schlechte Alpha gewesen. Was dem Kunden da gezeigt wird, hätte man sich geschämt selbst gut gesonnener Presse vorzustellen. Manches Spiel wird wohl von den Entwicklern selbst nicht gespielt, anders ist die Qualität nicht zu erklären. So jagt man der Konkurrenz keine Kundschaft ab.
Wenn das der beste Grund ist ein MMO zu spielen, hat man wirklich Probleme
Ich kenn Leute mit solchen Sammlungen, auch die spielen nur ein einziges MMO
Die Gefahr, wenn all diese Punkte außerhalb eines Guild Wars Forum besprochen werden, ist der unvermeidbare Flame. Guild Wars Spieler zahlen nichts, da wird viel entspannter und offener über solche Sachen diskutiert. Andernorts geht es rauer zu. Die Kraft der Selbstlüge ist nun mal absolut, da gibt es nichts daran zu rütteln. Was ein Fan ist, der legt die Kohle halt auf den Tisch, deswegen funktioniert das Ganze ja so toll. Er zahlt jeden Monat, und spielt er nur noch ein Spiel, über den Tellerand wird nicht mehr geschaut. In seinem bevorzugten Genre MMO würde das viel zu teuer werden. Die Angst vor der Einsicht 200€ und mehr wären morgen wertlos und vergangen, vernebelt das Hirn. Der Spieler blickt auf seine virtuellen Items und sagt: „Da sind doch meine 200€“. Hässlich wird es, wenn dann Beleidigungen fliegen. Beim Wartower ist das gerne der Kiddietower oder der Noobtower, konsequenterweise ist GuildWars dann ein Kiddiespiel für Leute die sich ein „echtes“ MMO nicht leisten können. Wie entkräftet man solche Aussagen? Naja, zum Beispiel mit der Tatsache, dass WoW Spieler insgesamt weniger Geld für Computerspiele ausgeben. Gerade weil mich keine Monatsgebühr fesselt, fällt es mir leichter mal ein anderes Spiel zu kaufen und zu spielen. Abo-Spieler schmerzt es schon einen Monat lang 12€ für nichts zu zahlen, außer dass ihre 256kb Serverplatz nicht gelöscht werden. Ich lach mich kaputt und spiel weiter C&C, „echtes“ Multigaming. Ich habe sogar weitere Gründe: Ich pugge gern. Ja, ich spiele mit zufälligen Leuten Elite-Missionen und andere schwere Sachen, hab die Nerven das per TS zu tun und Mesmer mitzunehmen. Wenn Guild Wars ein reines Kiddie Spiel wäre, müsste ich mir da albern vorkommen. Irgendwie merk ich nur, so viele Jugendliche zwischen 14-18 sind da gar nicht unterwegs. Eine Beobachtung des Handelspams über den Tag verteilt ergibt ein ähnliches Bild. Die Anzahl der Distrikte nach Schulschluss wächst zwar an in Kamadan, aber der richtige Boost kommt erst nach Büroschluss. Das liegt weder an Ganztagsschulen noch an Hausaufgaben.
Was gelöschte Beiträge im Forum angeht, so sind echte Kinder doch stark in der Minderheit. In der Altersgruppe zwischen 14 und 16 sind die meisten gelöschten Posts spontane Wutausbrüche. Nicht-Antworten ist keine Option, vorher Argumente überlegen auch nicht. Auf die Plätze, Fertig, Alder-Shize. Hier fliegen die meisten Beleidigungen offen umher. Auch das Kiddie Wort ist verbreitet. Schließlich ist es für einen Jugendlichen eine Beleidigung als Kiddie bezeichnet zu werden. Es gilt die 2000 Jahre alte Einteilung der Römer in die drei Stufen 7-14-21. Man beleidigt sich gegenseitig als Angehöriger der nächst-niedrigeren Stufe und outet so seine eigene. Auf der obersten Stufe der Jugendlichen ist ein gewisser Hang zu sexuell angehauchten Beleidigungen zu erkennen. Im drei Stufenmodell ausgedrückt, wäre die Beleidigungsprogression derzeit: Idiot-> shice Idiot -> Shice Idiotenschwuchtel. Echte Tücke ist das Administrieren der Erwachsenen. Diese zeichnen sich vor allem durch eloquente Bösartigkeit aus. Erkennt man den Teenie Spam an der Kürze, so hat ein Erwachsener Zeit und Geduld, um auf sein Opfer einzudreschen. Sich in einem total unangemessenen Ton 300 Wörter lang über einen Avatar aufzuregen, schafft nur ein Mensch mit gut trainierter Niere. Jugendliche halten solche Adrenalinleistungen nicht durch. Dabei hätte in der Zeit des Schreibens ein Moderator das Problem längst beseitigen können. Egal wie eloquent ihr die Beleidigung verpackt, die Intention bleibt sichtbar, vor allem wenn ihr eine halbe Stunde lang erstellt, was wir in drei Sekunden Löschen, samt Stein des Antoßes wohl gemerkt. Tipp: Auf der Einstiegsseite des Forums seht ihr sogar wer gerade da ist! Das Ende der Welt wegen Beleidigungen muss keiner fürchten, sonst gäbe es längst keine Laberecke mehr. Dort wird ja gezeigt, dass man im Rahmen der Regeln sehr wohl über Homo-Ehen, Innenminister und Österreicher diskutieren kann. Wenn derweil die Beschwerden steigen, dass es nur noch Ü18 Gilden gäbe, ist das Kiddie Argument endgültig nicht mehr haltbar.
Ist euer Avatar auf diesem Bild? 99%iges Merkmal der Altersgruppe.
Ihr wollt eine Schlammschlacht? Uwe gibt euch eine Schlammschlacht!
Wer sind denn nun die Basher, Flamer und Hat0rz? Am Institut für Forensische Psychologie in Aspen, Colorado will Dr. Anne-Rose Kahn die Antwort gefunden haben. Er ist männlich, Single und zwischen 20 und 30. Er hat eine niedrige soziale Kompetenz und lebt im Netz. Er besitzt homoerotische Neigungen die er nicht fähig ist auszuleben und einen Minderwertigkeitskomplex. Die meisten leben noch im Haus der Eltern, oder im nahen Umfeld. Daraus eine Beleidigung zu basteln die so griffig ist wie Noob- oder Kiddietower ist natürlich etwas schwerer. Ich überlass das den Experten. Man könnte auch versuchen mit Google diese Geschichte, die derzeit durchs Web geistert, zu verifizieren. Weil das nicht gelingt, muss es konsequenterweise der Flame einer Person sein, die eine Altersklasse höher wie die 30er ist und motiviert so etwas zu schreiben. Euer Großvater kennt bestimmt die nächst-höhere Stufe des Flames, hat in jedem Fall was mit seiner Generation und Dingen, die es damals nicht gegeben haben soll, zu tun. So dreht man sich eben weiter im Kreis und entkommt dem Flame nicht, nur weil man den Wartower verlässt. Es geht eben nicht ständig abwärts. Nein, wir sind eine der wenigen gut administrierten Seifenblasen der Vernunft. Der Wahnsinn findet außerhalb statt.