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State of the Game: PvE #23
Autor: 4thVariaty, letztes Update: 18.09.2007

Eines der größten Mysterien aller Zeiten wird sein, warum sich die Musikbranche über Verkaufsausfälle beschwert, während sie ihre Produkte den ganzen Tag auf 100 Radiostationen und mehreren TV Sendern rauf und runterdudeln lässt. Das Argument „Hör das Lied wann immer du willst“, ist für die Meisten wohl eher eine Drohung. „Schalt den TV ein und hör es NICHT“, ja, dafür würde man inzwischen wohl eher zahlen. Eine nah verwandte Branche der Musikindustrie will da schon exklusiver sein, ohne Kohle läuft erst mal gar nix. Oder doch? Oder wie? Letztlich geht es immer...


Amerikaner wirken generell oft schlecht beraten


Zur Kasse Bitte!


Das Warhammer Prinzip: Klone den Marktführer

Prof. rer. Oec. Lieschen Müller weiß, dass Konkurrenz den Preis nach unten treibt. Zumindest wird sie darauf beharren. Eine Zeit lang sah es auch bei Onlinespielen so aus und auf der diesjährigen Gamesconvention gab es immerhin eine ganze Halle voller Onlinespiele. Das sollte die Kosten doch drücken, oder? Auch von technischer Seite könnte man Argumente ins Feld führen. War Bandbreite zu Zeiten von Ultima Online und Compuserve generell satanisch teuer, bekommt man schnelle Internetleitungen inzwischen quasi an den Kopf geworfen, sowohl Geschäftskunden, als auch Heimuser. Nur T-Online weiß, was ich mit 16 Mbit und den damit erreichbaren ~168 GB Daten am Tag wirklich anfangen soll, surfen kann es nicht sein und Britney steigt so oft ja auch nicht vor HDTV Kameras aus dem Auto. Vielleicht ist es ja bequemer den Client erneut herunterzuladen, als die Festplatte zu defragmentieren? Mit steigenden Bandbreiten an allen Orten, krochen auch die MMO Hersteller aus ihren Löchern in die sie zuvor gestürzt waren. Egal ob Microsoft oder EA, ehemals hatten sie ohne Breitbandboom um 2003, 2004 herum ihre MMO Entwicklungen in die Tonne getreten. Zu teuer waren die Spiele, bei denen man Stundenlang über das Internet spielte. Nicht zuletzt die Patchgrößen der damaligen MMOs schlugen auf der ISDN Rechnung schon locker mit 3-4€ ein. Eine Firma namens Arenanet dachte sie hätten die Lösung, sie wollten ein MMO ohne Gebühren entwickeln und schienen voll im Trend zu liegen. Patches sollten klein genug für Modemuser sein und der Spielrhythmus (ohne 12h Questen) lies die Telefonrechnung nicht explodieren. Blizzard lies sich davon trotzdem nicht beirren und dank inzwischen weit verbreiteter DSL Anschlüsse konnten sie mit 400MB Updates durchkommen. Wäre die DSL Infrastruktur nicht gerade rechtzeitig zu deren Release derart gewachsen gewesen, WoW wäre ein exklusiveres Vergnügen geworden.


Für den MMO Urknall sorgten weniger die spielerischen Dimensionen. „Man kann wieder mehr Geld pro Spiel aus dem Kunden leiern“ frohlockten die großen Publisher, das war die Revolution. WoW zeigte wie. Das MMO Feature wurde sehr geschickt mit Gebühr verknüpft und die Mär von den teuren Servern geprägt. Eine Grundannahme existierte, die der Kunde um Himmelswillen nicht hinterfragen soll und das ohnehin kaum tat. Das Spielerlebnis war neu genug, dass es den Aufpreis rechtfertigen konnte. Als Solospiel würde man über solche Spielerlebnisse lachen, der Aha-Effekt „Kuck mal, jemand ist so blöd wie ich und farmt blauen Schleim“ war genug, dass die Synapsen der Spieler aussetzten und man sich unterhalten fühlte. Auf der Höhe des Fantasybooms, während dem ‚Herr der Ringe’ den Mainstream fest im Würgegriff hatte, schuf Blizzard ein einfaches Spielchen mit knuddeliger Graphik und niedrigster Hardwareanforderung. Schnell noch eine Monatsgebühr drangeklebt, nicht dass Blizzard das nötig hätte, nein, das Spieldesign eines MMORPGs will es, dass man für mehr eh keine Zeit hat. Unter dem Strich fährt man billiger, weil man nicht mehr jeden Monat ein neues Spiel braucht, sondern einfach das alte weiterbezahlt. Das Spiel vernichtet nicht nur die Zeit die man sonst in sein Zockerhobby steckt, sondern ist allzeit bereit noch mehr aufzusaugen. Mit einem Wort Computercrack, jeder Publisher wollte sofort auch ein Dealer sein. Sogar Warhammer Online wurde aus dem Grab geholt und wieder belebt. Dass man jemand anderen dabei sehen konnte wie er auf den gleichen blauen Schleim einhackte wie man selbst und dabei ein belangloses Gespräch führte rechtfertigte ab jetzt 15€ im Monat.


Beim Leveln immer schön auf die richtige Farbe achten


Hier stehen 6000€ Stromrechnung/Monat

Schnell zeigten sich die Grenzen des neuen Booms in Europa. Es war kein Bezahl-MMO Boom, es war ein WoW Boom. Für uns als Kunden egal, für die Hersteller ein Unterschied im Geschäftsbericht in mehrstelliger Millionenhöhe. Man dachte man hätte dazugelernt und rechnerisch sehen sogar heruntergeschraubte Gewinnprognosen noch gut aus. Es macht nichts aus nur ein Sechstel der Kundschaft zu haben solange die im Schnitt acht Mal mehr zahlen. Die Gier allein stigmatisierte kostenlose Konzepte. Nicht dass die Bandbreitenkosten ein großes Problem gewesen wären, sogar der Strom für die Server, bzw. deren klimatisierten Räumen, ist teurer. Gehen euch die örtlichen Umweltschützer mit ihren Theorien zu Magnetfeldern von Handymasten und Hirnströmen auch auf den Sack? Erklärt ihnen wie energiehungrig das Internet ist und dass es ein mehrfaches des CO2 Ausstoßes des gesamten Flugverkehrs verursacht. Bittet sie ihre Homepage zu schließen und nicht mehr euch auf die Nerven zu fallen. Denn leider stimmt das mit dem Internet und dem Kostenfaktor Energie. Ein guter Google Server spart Strom, nicht Bandbreite; mit MMO Servern dürfte es ähnlich aussehen. Es ist noch keine Gilde an den Hostingkosten ihrer Internetseite gestorben und die frisst pro Tag weit mehr Megabytes als jedes MMO pro Spieler im ganzen Monat. Saugt euch DUmeter, messt es selber nach. Allein das Öffnen dieses Artikels verursacht mehr Bandbreite als 2h eines beliebigen MMOs. Einen Privatserver für ein Online fps bekommt man gar für 2.50€ und sogar da macht die Firma, die den Server vermietet, Gewinn damit, selbst wenn ihr 24/7 darauf spielt. Ähnlich billig ist der Speicherplatz im WWW. Ein Blick in die Internetkultur der letzten Jahre, damit meine ich v.A. Google, MySpace und Youtube, zeigt, dass man mit kostenlosen Diensten sehr gut fährt, auch wenn sie weit Ressourcenverschlingender sind als alle MMOs zusammen. Ein Komplettbackup aller Charakterdaten ArenaNets bekäme ich wohl ohne Proteste auf Rapidshare unter, denn niemand hat mehr Angst vor Terabytes. Allein die Gier und der Blick auf WoW führten also dazu, dass Publisher denken, sie kämen mit Bezahlmodellen durch.


Es hapert meistens sogar weniger am Willen des Kunden nicht zu bezahlen, sondern allzu oft an der Methode die Kohle zu verschicken. Das musste auch NCsoft schmerzhaft feststellen als Anet zum Bonus Mission Pack lud. Der Erfolg der Konkurrenz basiert eben auch auf einem der größten multinationalen Mediemimperien namens Vivendi, welches alle Zahlungsmethoden der Welt beherrscht, nicht nur die, welche Amerikaner in aller Welt benutzen und als Default ansehen. Der Wille nach neuem, zusätzlichem Material ist groß, sehr groß, das Wissen die Hersteller sehr geschickt zu nutzen. Ist ja klar, wer nur einen Spieltypus MMO und ein Genre RPG kennt, dem kann man jeden Rotz aus den 80ern als neues Spielerlebnis verkaufen. Die klassische Promotion hat bei MMOs sowieso ausgedient, Phantasieweltpromotion tritt an ihren Platz. Wieviele MMOs kann ein Zeitungsredakteur schon lange genug spielen, um darüber kompetent zu schreiben? Eines, und das spielt er schon! Für jedes weitere MMO wird es jetzt bedenklich, denn gerade über die Langzeitmotivation von MMOs wird nur noch oberflächlich oder gar nicht berichtet. Also wird gleich der Endkunde eingeladen, zur exklusiven Beta. Eine Beta ist das nicht wirklich, im Grunde steht das Spiel. Es ist eine verbuggte Demo, die man Beta nennt, damit man alle Vorwürfe, das Spiel sei nicht fertig, oder stürzt ständig ab, einfach wegwischen kann. Derweil nutzt der Hersteller den falschen Stolz der Spieler „Ich bin in der Beta“, um auf eine Art virales Marketing zu bauen. Kein Wunder wenn alle diese MMOs schneller vom Fenster weg sind, als die Devs die Bugs patchen können. Am Ende wird es eingestellt wie Vanguard, oder komplett kostenlos hinausgeschleudert wie Archlord. Letzteres war vorher noch vollmundig mit den höchsten monatlichen Kosten aller Zeiten in den Ring gestiegen. Jetzt wirbt es damit das Billigste zu sein. Lektion gelernt. Lisechen Müller ftw. Sword of the New World trat den gleichen Weg an. Prinzipiell probiert man es halt mal mit einer Monatsgebühr, wenn das nicht funktioniert, dann verwirft man sie eben wieder. Nur im Laden kräht dann auch kein Hahn mehr nach dem Spiel und der Promotionhype des Release ist dann längst verflogen.


Sieht man immer häufiger und wirkt wenig anziehend


2 Punkte = 1 cent, GW Spieler lachen über derartige Kauffeatures

Deswegen hat die Hoffnung, mehr Geld als 40€ im Laden aus dem Kunden zu leiern, noch lange keiner aufgegeben. Ist die Monatsgebühr ein Totalflop, dann probiert man es mit Bündelung. Sony packt z.B. alle MMOs zu einer Monatsgebühr zusammen. Fast alle, sind die Hoffnungen in eine neues Produkt entsprechend groß bleibt es Stand-Alone. Auch NCsoft kennt das, City of Heroes und City of Villains waren dann wohl doch zu nahe verwandt, als dass man zwei Monatsgebühren dafür hätte verlangen können. Wenn einem Blizzard aber weiter vormacht wie man absahnt wird man kreativ. Wie? Man klaut aus dem Ausland, zur Abwechslung vielleicht mal von China. Dort nix Neues, haben die MMOs schon lange die größere Konkurrenz mit neuen Geschäftsmodellen beantworten müssen. Gekauft wird nicht das Spiel, gekauft wird was man am dringendsten braucht. Einmal Wiederbeleben ohne Abzug von Stufen gefällig? 2€ bitte. Axt der Drachentötung 5€, Blaues T-Shirt 3€. Das Spiel balanciert man mit Trial & Error Mechaniken schon so hin, dass man den Spieler of genug in zum Kauf nötigt. Darüber hinaus geht es nur noch nach Äußerlichkeiten und Besitzstand. Second Life geht soweit, dass ein eigentliches Spiel gleich weggelassen wurde. Linden Labs müssen auch nicht selber Items erschaffen und verkaufen, die haben ja schon echte Euros auf dem Konto, und zwar eine Sekunde nachdem ich meine echten Dollar in virtuelle getauscht habe. Selbst wenn ich mir die mal wieder auszahlen lasse, haben sie Linden Labs Zinsen gebracht und nicht mir. Zusätzlich zahle ich monatlich für die „Ehre“ im virtuellen Raum echtes Geld zu verpulvern. Das ist doch mal ein Geschäftsmodell: Virtuelle Bank und Devisenhändler.


Inzwischen wird der Markt für zusätzliches Absahnen dünner den der Meister ist auf dem Schlachtfeld. Microsoft ist der König im Mitverdienen. Beispiele gefällig? Nur Microsoft schafft es mir ein neues Betriebssystem anzudrehen wenn ich einen neue Graphikkarte kaufe. Nur sie haben die Chuzpe auf Vista schnell ihren Messenger und eine Art Skype zusammenzuknoten und als kostenpflichtigen Service zu verkaufen. Wer in Zukunft für Dx10 entwickelt sollte bedenken, Microsoft will an deinem Produkt mitverdienen. Koste es was es wolle. Entweder per Bündelung proprietärer Schnittstellen mit ihrer Software, oder einfach weil sie ihren Live-„Service“ schönreden bis man zu faul ist die eigene Version zu programmieren. Mir wird flau im Magen, wenn ich daran denke, GW2 könnte auf DX10 zurückgreifen. Klar werden Martin und Gaile beschwichtigen, dass GW2 auch auf DX9 läuft, aber was an diesem einem Feature alles für Sekundäranschaffungen hängen ist derzeit nicht normal. OpenGL 3.0 wird auch unter XP laufen kann ich da nur sagen. Das sind schon mal ganz reale 100€ Kostendämpfung, die ich nicht an MS zahle nur um Anets Spiel in vollem Glanz zu spielen. Nahtlose Upgrades von DX9 auf DX10 sind ansonsten nicht möglich, meist wird der Rechner komplett ausgetauscht werden müssen. Für die große Spielgemeinde, die nur noch ein MMO zockt weil zu mehr keine Zeit ist, doch plötzlich eine happige Entscheidung. Ein anderer Trick von Microsoft, von der Xbox, macht hoffentlich auch nicht Schule. So werden gerne Extra-Levels mit auf die DVD gepresst die später online freigeschalten werden können. Gegen Aufpreis versteht sich. Wer denkt, er kaufe die neuen Maps und lädt sie herunter, ist auf dem Holzweg. Er kauft sie nur, runterladen muss er sie nicht, die Files lagen schon in der Schachtel.


Ähh, ich zahle für ein Feature das die letzten 10 Jahre umsonst war?


20 Jahre Bonus Mission Pack Tradition

Derweil hat die Industrie beim Rundgang Halle 4 auf der Games Convention alle Bezahlmodelle durch. Es gibt MMOs mit (City of Heroes) und ohne (GuildWars) Monatsgebühr, bei denen man wahlweise das Grundspiel kaufen muss (Tabula Rasa), oder kostenlos (Dungeon Runners) bekommt. Optional gibt es dann einen Onlineshop mit spielerisch dringend benötigten Items, oder eben nicht. Eine besonders wilde Kombination aus Finanzierungsmodellen ist Hellgate. Dort spielt man das Spiel entweder offline, was den Kopierschutzaspekt des Spiels ruinieren wird, oder kostenlos online mit verkrüppeltem Featureset. So richtig Online geht Hellgate nur wenn man 10€ im Monat auf den Tisch legt. Die Features sind sorgfältig gewählt, so dass sie wehtun wenn man sie nicht hat. Dabei wird übersehen, dass wohl die wenigsten Käufer wissen was es mit diesem Wirrmodell auf sich hat. Auch der Publisher wird das nicht mit einem dicken Aufkleber „Eigentlich…“ ins Regal stellen. Die Onlinefeatures sind ein zweiter Kauf der getätigt werden muss, einer bei dem der Kunde schon etwas angepisst sein dürfte. Hier soll Content die Seele beruhigen. Man bekommt mehr Content und neue Klassen. Anderswo nennt sich das Erweiterung, wird separat für 30€ verkauft und verschlingt nicht im Laufe eines Jahres 120€ an laufenden Kosten. Speziell wenn Späteinsteiger das dann mit einem Rutsch kostenlos bekommen, auch wenn sie nur einen Monat dabei sind, zeigt sich, auf welch dünnem Eis hier operiert wird. Vor allem wenn die Dungeons aus dem Zufallsgenerator stammen und mit dem „neuen Content“ nur mäßig erweitert werden. Reskinning sozusagen.


Aus der Sektenforschung kommt die wirklich Lösung für Publisher. Dort hat man herausgefunden, dass je unglaubwürdiger ein Sektenführer wird, umso frenetischer und realitätsferner verteidigen ihn seine Anhänger. Na wenn das nicht den Zustand der meisten MMO Communities beschreibt, dann weiß ich auch nicht was. Nur so lässt sich erklären, warum die Kundschaft nicht hinterfragt warum ein Monatsabo 15€, eine T-Online Flatrate aber nur 10€ kostet, ist ja nicht so als bräuchte T-Online keine Serverkapazitäten um meine HTML Requests zu verarbeiten. Mangelnde Komplexität der Berechnungn kompensiert man allemal mit Menge an angeforderten Daten. Aber keine Sorge ihr Empfänger kostenloser Content Updates, ist das Bündel erst groß genug, geht es auch für euch wieder ab in den Laden. WoW hat ursprünglich 40 Millionen Dollar gekostet und spült, laut Blizzards Abozahlen, jeden Monat über 100 Millionen in die Kasse, kein Grund also für den Lich kein Geld zu verlangen. Von diesem Geld landen bestenfalls ein paar Almosen in der Entwicklung von kostenlosem Content, gerade genug, dass die Community sich weiter selbst in die Tasche lügen kann. Das weckt allerorts Begehrlichkeiten und Gebühren sind deshalb weiter auf dem Vormarsch. Ist die Gewinnerwartung durch Monatsgebühren entsprechend aufgebläht und das Budget entsprechend groß, wird das Geld hemmungslos in den Sand gesetzt. Alle Aspekte des Spiels werden bestenfalls unterdurchschnittlich. Immer öfter sagt sich dann der Kunde, „Na wenn das so richtig eh erst in ein paar Jahren nach Release fertig ist, dann kauf ich es später, ein fertiges, funktionierendes MMO hab ich doch“. Die Zeche zahlen dann die Fanboys dieser Spiele, die ab der „Beta“ sprichwörtlich den Aufpreis der Entwicklungskosten zahlen. Nur die werden auch langsam knapp. Dagegen ist die Lage unter Guildwars Spielern absolut realitätsfern. Man stelle sich vor. ArenaNet macht ein Spiel für Geld und verdient am Kunden mit dem einmaligen Verkauf der Software. Wer ist denn so bescheuert? Man stelle sich dann vor, dass die Community sich darüber beschwert, wenn ArenaNet plant weitere Sachen verkaufen zu wollen. Obszön, oder? Vor allem wenn ArenaNet offen die Community fragt was das denn sein soll, das sie gern hätten. Dank deutscher Gründlichkeit fängt man aber zuerst beim Grundsätzlichen an, basisdemokratisch versteht sich. Jeder sollte die Möglichkeit haben zu kaufen, was der Hersteller zum Verkauf anbietet. Das ist kniffliger als man denkt, denn unter einem gewissen Betrag lohnt es sich nicht etwas in den Laden zu stellen. Bevor ihr einen Charakterslot als Rubbelkarte in der Hand habt, will der Media Markt sein Geld daran verdienen, dazu Flashpoint und auch NCsoft Europa und dann erst Anet. So lohnen sich kleine Sachen eher nicht. Eine 10€ Erweiterung im DvD Slimcase mit Rubbelkarte kann man abhaken.


Warum auch aus dem Regal nehmen, nur weil man es im Netz verschenkt?


Kaum mehr als eine Übergangslösung

Am Willen der Community Geld zu verpulvern soll es nicht scheitern, die Reichweite des Vertriebs entscheidet und da ist der Onlineshop definitiv ausbaufähig. Kann man es aber den Usern wirklich nicht zumuten zu einer Tankstelle zu gehen und für den NCshop eine PrePaid Kreditkarte namens PaySafe zu kaufen? Man denke nur daran, wenn man heute an einer Tankstelle gesehen würde, das Stigma des Umweltfeindes wird man nicht mehr so schnell los. Vor allem Computerspieler, denen man nicht so leicht abnimmt, dass sie nur zu Fuß zum Bierkaufen nachts um 12.00 dort waren. PaySafe ist ein seltsames System, man kann entweder blaue Plastikrubbelkarten aus Automaten ziehen; wie Telefonkarten. Alternativ druckt die Kasse an der Tanke einfach einen Zettel mit der 16-stelligen Pin, nachdem man seine EC Karte durchgezogen hat. Kostenlos, bzw der Weisheit letzter Schluss ist auch PaySafe nicht. Ab dem dritten Jahr bezahlt man 2€ pro Monat, was den Service effektiv killt. Wie Gebühren erhoben werden sollen ist mir bei dem System ein Rätsel, aber die Commerzbank, zu der PaySafe gehört, ist da sicher kreativ. Zu zahlreich sind aber die kostenlosen Alternativen für den Endkunden, als dass man damit durchkommen wird. Bei der Bankverbindung hapert es derzeit scheinbar an mehreren Dingen. So kosten Grenzüberschreitende Geldtransfers noch einen Zacken Kohle, was sich in den nächsten 12 Monaten aber ändern soll. Dann kommt das leidige Thema der deutschen Quellensteuer, eine besonders fiese Steuer, die jeden zwingt sein Geld in Deutschland zu versteuern, wenn er es hier verdient hat. Ein spanischer Fußballspieler, der für ein Auswärtsspiel bei Schalke also eine Siegprämie bekommt, müsste die in Deutschland versteuern. Ein echte Spaßbremse so was, kein Wunder also wenn Schalke international daheim gewinnt, der Anreiz für den Gegner ist um ca. 50% gemindert. Die UEFA trägt deshalb sicherheitshalber keine Endspiele mehr in Deutschland aus, zumindest solange bis alle anderen EU-Länder auch eine Quellensteuer auf den Weg gebracht haben.


Trotzdem, nachdem sich der Staub des Bonus Mission Packs ein wenig gelegt hat, wäre es mal wieder an der Zeit konstruktiv darüber zu beratschlagen was zumutbar wäre. Arenanet hat nie ausgeschlossen, dass sie nicht noch mehr Content für Guild Wars entwickeln würden. Das ist ein Freibrief an die Fans sich etwas Realistisches zu wünschen UND es zu bekommen. Im ganzen Sumpf der MMO Abzocker ist das doch ein prima Angebot. Hier bezahlt man und bekommt wirklich Content! In der Zeit, die manche benutzen ihre Onlineshop Hateposts zu erstellen ist man locker an der nächsten Tanke und sucht nach Alternativen die für beide Seiten funktionieren. Oft sorgt die Unfähigkeit des Bezahlens dazu, dass etwas pauschal schlecht geredet wird und auch davon muss die Community weg. Ein weitere Seuche sind derzeit Spieler die sich das Konstruieren abstruser Diskriminierungsbedingungen zur Lebensaufgabe gemacht haben: „Ich will keine Updates, weil ein arbeitsloser Afghanistanveteran ohne Beine, der auf einem Biohof im Wald wohnt und nur mit Sattelitentelefon ins Netz kann könnte dann nicht mehr mitspielen und das ist schlecht für die gesamte Community, weil es sie spaltet.“ Nein, das ist so großer Unsinn, dass es die psychische Gesundheit von Martin gefährdet, dessen Einlieferung in eine geschlossene Anstalt einen Mangel an Feedback erzeugen würde. Weitere kleinere Erweiterungen sind auch keine versteckten monatlichen Kosten, anderswo wird das schon lang als „Episodic Gaming“ gefeiert und durchgezogen. Sam & Max waren schließlich sogar so attraktiv, dass die kleinen Erweiterungen im Paket wieder im Laden stehen werden. Wenn Arenanet uns vier große Spiele verkaufen kann, warum nicht auch vier kleine. Preis/Leistung sollten doch nicht das Problem sein, oder gab es da schon mal wirklich Beschwerden? Über jedes Feature wird heiß diskutiert, zerredet und verbessert, aber es gibt keinen Thread nach dem Schema „Das ist zu wenig ich will mein Geld zurück“. Schizophrene Hasspanik Attacken sind Teil des alltäglichen Spielerlebnisses geworden. Das Spiel ist nicht schlecht, aber irgendwie müssen die sonst viel zu zufriedenen Spieler scheinbar ihre emotionale Balance herstellen. Meckern über Guild Wars als Katharsis für den Alltag, früher hätte man in der Kneipe über den Chef gepoltert, jetzt kommt man gestresst heim und regt sich halt im Wirtshaus über den Grind auf. Die Wenigsten hören wirklich auf, warum will man auch mit etwas aufhören, das einen nicht zwingt teilzunehmen weil es nichts monatlich kostet?


Hätte sich nicht gelohnt auf einmal zu entwicklen und steht jetzt doch im Laden


Kein MMO, trotzdem mehr Stunden RPG Spaß wie die komplette Halle 4

Auf der Tyria-Karte ist noch Platz also her mit dem Content. Im Gegensatz zu anderen Spielen hab ich die Wahl, ob ich den neuen Spielinhalt kaufe. Wieviel Prozent der Kunden erreicht ein „kostenloses“ High-Level Update, wie „der Schwarze Tempel“, überhaupt? Bedeuten die „Bücher“ bei HdRO eigentlich nicht wirklich, dass das Spiel unfertig ausgeliefert wurde? Wenn euch der neue Content bei GW nicht passt, dann wird er nicht gekauft und erst recht nicht quersubventioniert, denn nichts anderes passiert bei den MMOs. Sorgen, dass man mit dem Spielen nicht hinterherkommt, sind nicht angebracht. Auf die eine oder andere Weise, werdet ihr immer Teile des Spiels auslassen müssen. Ihr lasst ja auch genug komplette andere Spiele aus, die es echt wert wären sie zu spielen. Das ist natürlich ein herber Schlag für einen Verstand der mit dem Werbecredo, „bloß nix verpassen, bloß nix liegenlassen“, aufgewachsen ist. Halle 4 der GamesConvention verlässt man derweil mit gemischten Gefühlen. Man hat nicht ein MMO gesehen, welches spielerisch überzeugt. Man hat nicht eines gesehen dessen Graphik wirklich mithalten kann. Man hat nicht ein Spiel gesehen, das nicht auf beschämende Art Kompromisse macht um noch mehr Leute anzuziehen und man hat nicht einen Rep getroffen, der bei Fragen nach Monatsgebühren nicht ins Schlingern gerät. Eine Halle weiter sind die Firmen mit ihren Preisangaben selbstzufriedener, sie vergraulen nicht alle Spieler indem sie es keinem wirklich recht machen, die Graphik ist Jahre voraus und nach drei Minuten Zocken weiß ich, dass ich das Spiel auch 20h spielen könnte. Das ist eben der Unterschied zwischen dem Herr der Ringe Online Stand, an welchem man keine genauen Verkaufszahlen erfährt und dem EA Stand, an dem man locker über 9 Millionen verkaufte NFS:Carbon redet. Kein Wunder auch, wenn die Spieler bei ihren Spielen bleiben und nicht von Guild Wars (oder WoW) in Massen zu den Konkurrenzprodukten überlaufen. Was wollte man auch dort? Auf Wiedersehen Halle 4, weckt mich wieder wenn ihr ein fertiges Spiel habt.













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