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State of the Game: PvE #36
Autor: 4thVariety, letztes Update: 16.08.2008



df
Wer alles kauft, dem
wird alles verkauft.
Ein Künstler der sich dem Markt zu sehr anpasst wird schnell in den Ruf kommen nur kommerziell zu sein. Ein Umstand der seinen Künstlerstatus gefährdet. Ein Spiel welches sich zu sehr dem Markt oder dem Geschäftsmodell anpasst läuft ebenfalls Gefahr nicht mehr ein Spiel, sondern eine gezielte Stimulation von beim Kunden vorkonditionierten Reflexen zu werden. Es ist für den Spaß des Konsumenten sehr abträglich, wenn der ein Produkt nur als publikumskonformen zielgerichteten Reiz aus industrieller Massenproduktion sehen kann. Vor allem wenn man will, dass er wiederkommt; Gruß an George Lucas. Die Welt braucht keine Klaus Teuber Spiele mehr, wir haben sie alle gesehen, mit verschiedenen Brandings. Wir brauchen auch andere Spielformen nicht mehr, also…


Stirb MMO Stirb



df
Kombat Codes standen in
keiner offiziellen Anleitung.
Denn die Serienproduktion der MMOs hat schon lange alle Entscheidungen am Altar des Kommerzes geopfert. Im Zentrum steht die Entscheidung Monatsgebühren zu verlangen. Daraus folgt der Entschluss möglichst viel zu verdienen und damit sind wir bei Spielmechaniken angelangt welche Zeit als einzigen Faktor kennen. Das Spiel muss sich jetzt unterordnen, ob es will oder nicht. Neue Inhalte entwickeln und verkaufen? Lächerlich, die Inhalte welche da sind werden gestreckt bis sie ins Unendliche verwässert sind, das ist billiger. Kein Spiel ist wirklich kompliziert, vor allem nicht in Zeiten da nicht jeder User selbst das Spielwissen erschließen muss, sondern es aus 1000 Seiten und 10 Wikis abrufen kann. Einfacher sind die Spiele nicht geworden, dank moderner Kommunikation sind sie aber jetzt viel einfacher zu erlernen. Damit kann man dem Spieler nur noch Zeitanforderungen entgegenstemmen. Ohne Monatsgebühr ist Arenanet eigentlich wirklich frei die Dinge anders zu machen, aber im Bestreben MMOs zu imitieren, übernimmt man immer mehr Entscheidungen aus dem Bereich von Bezahl-MMOs.


df
MMO+Gebühr ist eine
Formel die nur Anet dem
Kunden aberziehen will.
Man schadet sich damit wie der Künstler. Denn so gerne man liest, dass Guild Wars wieder etwas gewonnen hat, oder in eine Top 73 Liste aufgenommen wurde, so sehr schmerzt es wenn man liest warum. Guild Wars hat unlängst kaum mehr als den Ruf eines Aldi-MMO weg. eSport PvP? Charaktertiefe durch Wandlungsfähigkeit? Spannende Geschichte? Weit gefehlt, Guild Wars ist das MMO ohne Monatsgebühr und das ist die größte Beleidigung die man aussprechen kann. Dazu regelmäßig Wertungen im aussagefreien Niemandsland um 80%. Das bekommt heutzutage jedes Spiel. Guild Wars ist vom MMO Einerlei auch nur noch schwer zu unterscheiden, zumindest für den äußeren Betrachter. Wesentlich dazu beigetragen hat der Aufstieg einer Spielergruppe welche anfangs gar nicht konzipiert war: der Zeitspieler. Jeff Strain meinte zu Prophecies Zeiten noch gelassen er würde Spiele mögen, die man ein paar Monate wegstellen kann. Hätte er das nicht nur der Presse, sondern auch seinen Mitarbeitern gesagt! Heute muss man annehmen, dass sich in dem Keller einer Seattler Kirche die Anonymen Arenanetmitarbeiter zur Selbsthilfegruppe treffen: „Hi, I’m Jeff and I play other games“. Offene Münder starren ihn an, ein Alphatest-Kind weint, eine Koordinatorin fällt in Ohnmacht, ein Programmierer muss sich übergeben. Willkommen im Zeitalter der Zeitspieler.


df
Am Ende lachen die
Designer über die Zeitspieler.
Zeitspieler haben vor allem eine Ressource um sich vom Rest abzugrenzen: Zeit. Die haben nicht mehr Skill, die haben nicht bessere Computer, die haben nicht mehr Wissen um das Spiel, die haben einfach mehr Zeit. Aus viel Zeit entspringt viel Langeweile und daraus entspringt ein gewisser Geltungsdrang. Dieser Geltungsdrang wird wahllos auf Dinge im Spiel projiziert. Dann wird ein Wettbewerb ausgetragen wer mehr Zeit investieren kann. Alle anderen Faktoren spielen kaum eine Rolle. Es ist eine Art Wettrennen bei der Spieler mit der meisten Zeit gewinnt. Natürlich gewinnt auch der MMO Betreiber, denn der nutzt die Zeitspieler aus. So ist es bei einem Bezahl-MMO kein Wunder, wenn auf das 1000h Achievement das 10000h Achievement folgt. Man will nur Zeitspieler, man hat eh nur noch Zeitspieler, also füttert man sie brav und hält sie bei Laune. Im Gegenzug postulieren die Zeitspieler den Gaming-Monotheismus. Du sollst keine anderen Spiele und Spielweise haben neben mir und wenn doch bist du ein Kackboon. Peer-Pressure als Marketing könnte man es nennen. Nur eine Gruppe leistet diesem Mantra aktiven Widerstand, das sind die reinen Geltungsspieler. Die haben mitunter kein Problem die ihnen nicht zur Verfügung stehende Ressource Zeit nach China zu outsourcen und sich einfach Gold zu kaufen. Gold ist hier nur Katalysator für investierte Zeit, beide Dinge sind gleichzusetzen. Mit der Goldinflation, geht eine Zeitinflation Hand in Hand. Eine fatale Entwicklung für ein „grindfreies“ Spiel.


df
Pro Sekunde starten weltweit
mindestens 2 HFFF Runs.
Bei allem Wettscheißen mit Hilfe der Zeit, wird dennoch das Phantom des Skills kolportiert. Doch Können ist eine Illusion in einem Spiel, speziell wenn es genug Farmbots gibt. Kathedrale der Flammen ist auch nicht der Gipfel der Fertigkeit, vor allem für die Mitläufer und vom HFFF will ich gar nicht erst anfangen, das passt ja sogar in ein G15 Makro. Gold und damit Items werden rein über die Komponente Zeit verdient. Nichts anderes ist nötig. Wer keine Zeit hat, dem bleibt nur die Xunlai Wettstube, eine Art Druckmaschine für Lottotickets, welche Zaishentruhe genannt wird. Die Schlüssel kann man zu Geld machen oder damit gleich selbst zur weiteren Iteminflation beitragen. Geschickt wird jeden Monat wieder ein neuer Grund (Trank) präsentiert warum man Zeit Zeit Zeit investieren sollte um Gold Gold Gold zu verdienen mit dem man Geltung Geltung Geltung bekommt. Da kommt auch schon die Rüge der 30 Titel Frau: „na diesen Monat ist das aber nicht so prall“. Von einem Spiel ist dabei nichts mehr zu erkennen, GW ist die grausame PC Umsetzung eines Sparkassen Werbespots geworden. Würde Arenanet monatliche Gebühren verlangen, hätten sie es fast geschafft. Aber sie verlangen eben keine, da liegt der Hund begraben.


df
Kein Ursan? Einfach
wieder die KI abusen.
Irgendwo bei Arenanet hat er sich dann doch versteckt der Anarchist. Er beleidigte die Zeitspieler frontal, er gab uns Ursan. Der Bär war ein Affront aller Zeitspieler. Jeder konnte ihn sehen, jeder durfte es spielen. Es wurde den Zeitspielern entrissen was sie zu ihrem Eigentum erklärten, die Macht über die Zeit. Zeit ist Gold und je weniger Items es gibt umso mehr Gold braucht man. Damit braucht man mehr Zeit und auf der Ebene fand das Wettrennen schließlich statt. Ursanspieler entwerteten die Zeit indem sie massiv Items „produzierten“. Mehr Items in weniger Zeit erregte die Spieler, denn deren Item, bzw. Zeitvorsprung, schmolz damit rapide. Zugegeben, vor den Bären hatte Arenanet den Grind gesetzt, die letzte Hürde die man nehmen musste, aber danach ging es los. Guild Wars hatte plötzlich einige erstaunliche Eigenschaften wieder entdeckt. Schnell eine Gruppe finden, jeder wusste was zu tun ist, acht echte Menschen in einem Team, man konnte sogar Gebiete machen für die man vorher keine Zeit hatte und obendrauf war die finanzielle Entschädigung für den Zeitaufwand im Spiel nicht einmal schäbig. Man hatte sogar den Eindruck man wäre nicht der einzige Spieler in Tyria! Der Zeitspielermob tobte vor Weißglut, er spielte auch Ursan, denn nach dem Effizienz-Ehrenkodex der Zeitspieler mussten sie das; aber sie tobten. Denn die vielen Gruppen machten eines offensichtlich was schon Kormir im Tut versprach: „You never walk alone“. Nur leider hören das die Zeitspieler gar nicht gerne, denn egal wie viele es gibt, ihr Selbstbild verlangt sich als einsame Elite zu sehen, eine aussterbende Rasse von Hardcorespielern von denen es nicht viele gibt; die Eitelkeit des Eremiten der ein hohes Lied auf das Solofarmen singt.


df
Die Alternativen zu Ursan
erfordern auch nicht mehr Skill.
Wurden die Greifen noch generft weil ihnen von Gaile nachgesagt wurde, dass durch exzessives Farmen manche Items für die normalen Spieler zu teuer wurden, so ist dem Bären zum Verhängnis geworden, dass er angeblich Dinge zu billig macht. Doch drei Erweiterungen lange hat man sich herzlich wenig gekümmert die Itemproduktion der Spieler umzustellen. Investition von Zeit und Gold ist die Spielmechanik für Loot geblieben. Zeit wird einmal hoch- und einmal runtergeschraubt wie sich der Wind eben gerade dreht. Der Wind hat sich längst Richtung Zeitspieler gedreht. GW stirbt nicht, es verwandelt sich, die Einstellung der Spieler wandelt sich, der Zustrom neuer Spieler ist anders. Der Ruf des Aldi-MMO bringt die MMO Spieler verstärkt nach GW. Allesamt wie es scheint Zeitspieler, alle mit genug Zeit die Stimmung in den Foren zu drehen. Der Niedergang von Ursan begann mit der Invasion der Tor der Pein. Ehemals ein scheinbar verlassener Außenposten, in welchem bei genauem Hinsehen jedoch ziemlich viele 3-Mann Smiting Teams von Zeitspielern ihre Runden drehten. Die Ursanteams kamen mit irrsinniger Brutalität und zerstörten die Selbstlüge der dortigen „Elite“-Farmer.


df
Massensport hat massig
Gründe ihn zu sehen.
Was jetzt begann war Abseits jeglicher Vernunft und zutiefst kindisch. Schritt Eins war auf die Fairness zu pochen. Typisch Teen, käme einem Erwachsenem im Leben nicht in den Sinn etwas zu bevorzugen weil es fairer ist. Googlet dazu bitte „faire“ Babylonische Rechtsprechung, oder überlegt euch warum Fußball ein Massenzuschauersport ist und nicht das viel „fairere“ Schach. Der Glaube an die Fairness öffnet jedoch die Tür zur Argumentation welche zum Schützen der Zeitinvestition der Grinder führt. Ursan war unfair, weil die „Noobs“ bekommen die Items zu schnell, was einer selektiven Inflation zu Ungunsten der Zeitspieler führt. Auf Forumsdeutsch gesagt „buaaawääh Noobs mit meiner Imbaloot eins11 nerf ursan GW is dead BBQ“. Klar, als gäbe es nicht genug Truhenruns und Zaishenschlüssel auf der Welt. Als das niemanden schreckte kam die Argumentation Ursan zu spielen sei zu einfach; die Übersetzung davon in Forendeutsch spar ich mir. Erstaunlicherweise reagierte darauf Arenanet obwohl sie kurz vorher den Skillpool getrennt hatten und im PvE unendlich Obsidianfleisch und Schattenform erlaubt hatten. Wenn das Solofarmen nicht stinkeinfach gemacht hat, dann weiß ich nicht was es war, denn mit Ursan schafft man die UW nicht so schnell, es erforderte die neuen Unendlichkombos. Obsidianfleisch und Schattenform ruinierten die Ektopreise, Ursan bekam die Schuld und wurde generft. Die Ektopreise stiegen kurz durch Spekulation und nähern sich derzeit wieder schnell der 4p Marke.


df
Drei volle Distrikte und immer
noch kein "normales" Team.
Rückendeckung erhielten die extremen Zeitspieler ausgerechnet von Seiten der religiösen Grindhasser, die sich sonst über die Farmer nur lustig machen! Die beschwerten sich, sie würden keine normalen UW/Riss/TdP/etc. Gruppe finden, was ich persönlich komisch finde, denn ich hätte sie vorher auch nicht in solchen Massen gesehen wie sie dort eine Gruppe suchen. Kein Wunder, denn die meisten Grindhasser beharren neurotisch darauf nur zu spielen was sie wollen und damit findet man nicht unbedingt Pugs für die TdP. Eine absolute grindfreie Gleichschaltung des Bären wurde zu ihrer Forderung. Und nun ist er weg und die sich vorher beschwerten keine Gruppe zu finden, werden weiter nicht gesehen wie sie eine Gruppe suchen. Logisch, denn wenn die Grindhasser nicht gerade beschäftigt sind den Grind zu hassen, erzählen sie sich Geschichten über die schlimmsten Pugs die sie je getroffen haben und darüber wie sie niiiiieee wieder puggen werden. Wenn Pugs also scheiße sind und Leute puggen, dann muss deren Skillung viel zu einfach und generell für GW schlecht sein, ist die Logik, die zwischen den Forenposts hervorschimmert. Arenanet hat sich von seinen Zeitspielern und Grindhassern astrein aufs Kreuz legen lassen. Die sind zufrieden und hoffen vergebens, dass die Ektos und Steine jetzt wieder teurer werden, während sie alleine Farmen gehen, oder nur mit Helden durch die Lande ziehen. Skillpooltrennung macht es möglich, das ist den Herren dann doch nicht zu peinlich.


df
Neuer Wahnsinn, altes Schwert.
Die Jagd nach der Zeit ist wieder eröffnet und damit geht keine Aufwertung von Gold, oder Ektos oder irgendwas einher. Denn die Wirtschaft der Zeitspieler ist eine eigene Wirtschaft geworden, zu der ein normaler Spieler längst keinen Zugang mehr erhält. Der Goldertrag ist konstant und die Investitionen der Zeitspieler gewaltig. Gold hat seinen Sinn für 99% seiner Anwendungen im Spiel längst verloren. Konnte man früher dafür wenigstens das letzte Prozent Perfektion kaufen, so bekommt man es heute AFK an den Kopf geworfen. Will man einen speziellen Skin, so muss man nur in Foren danach wühlen oder Truhenruns machen. Beides keine besonders hochwertigen spielerischen Lösungen für die modische Spielmechanik. Egal, wenigstens billig. Im Gleichschritt marschieren die Zeitspieler durch das Spiel, hier ein kleines Farmteam, dazu ein unendlicher Strom an HFFF der nicht abreisen will. Die Zeitspieler, die modernen grauen Herren der Onlinewelt, im unaufhaltsamen Gleichschritt zu mehr Geltung, mehr Ruhm und noch mehr Selbstlügen und Illusion. Arenanet füttert sie brav mit seltenen Items. Wie hässlich oder steinalt die Skins sind ist egal, Hauptsache selten. Hauptsache auch, dass nur extrem inflationssichere aber inflationäre Zeitinvestitionen den Zugang regeln. Weitere Spieler sind in diesem Kreis nicht erwünscht. Was machen eigentlich diese anderen Spieler?


df
NC Werbeplakat,
Zielgruppenbereinigt.
Ja es gibt sie. Die Normalos, sie verstecken sich hinter gut durchdachten und meist sehr enttäuschen Kommentaren zu Patchnotes. Man erkennt sie ganz leicht. Klickt man auf „weitere Kommentare des User suchen“ so kann man sehen, dass ein Zusammenhang besteht. Wer am lautesten die Vernichtung von Ursan bejubelt ist am häufigsten im Handelsforum zu finden und bietet dort im dreistelligen Ektobereich mit. Wer gut durchdacht seine Meinung kundtut wird sofort niedergeflamet und geht wieder. Doch schaut man sich die anderen Kommentare dieser User mit wohlformulierten Meinungen an, so stellt man fest, dass sie weder die ganze Zeit im Handelsforum sind und zum Teil nach monatelanger Stille sprechen. So sehr muss man es erst einmal schaffen jemanden ans Bein zu pinkeln, dass der nach drei Monaten auf dem WT wieder etwas sagt! Diese Spieler zocken zur Erholung, sie strukturieren ihre Zeit. Stundenlange Aufgaben in GW sind für sie nicht zu bewältigen, denn sie haben keine endlosen Stunden Freizeit jeden Tag. Sie kamen zu Prophecies, weil Prophecies genau das bot was sie brauchen, gute Segmentierbarkeit des Spielfortschritts. Diese Spieler sind bei weitem keine Casuals die sonst nur Peggle auf dem Iphone zocken. Es sind frühere Hardcorespieler deren Leben jetzt aus mehr wie einem Hobby besteht. Das macht sie nicht schlechter, der einzige Grund warum sie scheinbar nicht mithalten ist die Zeit nach der Guild Wars inzwischen gnadenlos skaliert und nach der die Zeitspieler „den Skill“ eines Spielers bemessen wollen. Doch Hardcorespieler wird man nicht indem man 10.000 Stunden spielt, Hardcore ist man schon wenn man überhaupt GW spielt. Casual ist Eure Großmutter wenn sie Brain Training zockt.


df
Wie oft will man noch
auf sowas reinfallen?
Die „Erholungs“-Spieler (Recreational wie Live! sagen würde) haben 1000 Spiele gespielt und wissen, dass Balance eine Illusion ist, dass die Spieler immer gewinnen. Für sie stellt sich nur die Frage, ob das Spiel es ermöglicht in einem Zeitrahmen zu gewinnen, der dem Umfang ihrer Freizeit entspricht. Nein? Dann nächstes Spiel bitte. Dort wo die Zeitspieler ihr Unwesen treiben war das vor Ursan nicht der Fall und so fällt es nicht auf wenn diese Spieler nicht mit viel Zeit, aber mit hochgradig organisierten Zeitintervallen ihre 30 Titel runterreißen. Ohne im Forum laut darüber zu posten, aber immer mit einem Lächeln wenn sie von Zeitspielern dort als Noobs ohne Ahnung beschimpft werden. Mahnend haben sie „SF: 6/82 4/91 4/82 6/82“ an die Wand geschrieben, um sich daran zu erinnern, dass Izzy keinen Balance-Masterplan hat. Wer laut schreit bekommt Recht, bis auf manchmal, da muss Arenanet „Rückgrad beweisen“ und trotzig das Gegenteil machen. Es ist dieser Teil der Spieler, die sich in ihre Gilden und auf sich selbst zurückzieht. Warum eine halbe Stunde eine Gruppe suchen? Im Allianzchat hat man ein 2+6 Sabway in drei Minuten zusammen und so in knapp zwei Monaten den nächsten Vanquisher, während anderswo die Zeitspieler die Stunden herunterreißen und heulen dass alles zu einfach ist. Die Erholungs-Spieler werden gekonnt ignoriert und von Zeitspielern als Casuals geschmäht. Jedes Build, das die Erhohlungsspieler zusammenbringt wird gehasst, sowohl von den Zeitspielern, wie auch von den Spieler die mehr oder weniger alleine im Allychat vor sich hinscheitern, weil „ich spiel nur was ich will und das hat zu funktionieren, basta!“ keine gute GW Taktik ist. Dann kauf dir halt endlich ein anderes Spiel Herrgott. Jeff Strain will es so, vielleicht, zumindest hat er das mal so gesagt.


df
Hör auf zu reden,
das ist ein Spiel.
Manchmal wünschen sich die Erholungsspieler, dass sie sieben Helden haben könnten. Dann wird ihnen erklärt, das Spiel sei dafür nicht „gebalanced“ (haha, s.o.) worden. Der Protest erfolgt nicht laut wie bei den Zeitspielern. Man hat gelernt, dass es vergebene Liebesmühe ist zu argumentieren. Immer daran denken, der Verlust an Zeit sind nur drei Minuten. Sogar weniger, wenn man statt darüber zu flamen einfach ins Gildenforum schreibt, dass man morgen um 18.00 Uhr das Gebiet macht, wer will soll mit. Warum sie spielen wissen sie selbst nicht mehr. Irgendwas muss man wohl machen während man Metal Gear Solid 4 schaut. Diese Spieler sind schon lange in der belohnungsfreien Zone von GW angekommen. Sie haben meist genug Gold und wissen nichts damit anzufangen, denn wie oben beschrieben, hat Gold seine meisten Funktionen verloren und andere Mechaniken zum Erreichen von Belohnungen gibt es kaum. Die Halle der Monumente ist längst voll und damit jeder GW2 kauft, bekommt auch jeder die Podeste vollgepackt, was diese Spieler nicht stört, denn sie haben nicht die Eitelkeit die Einzigen mit SkinX sein zu wollen. Während die Zeitspieler argumentieren ob nun 15p oder 25p der angemessene Stundenlohn eines Hardcorefarmers sind, erhalten die Erholungs-Spieler nach dem Entleeren eines Gebietes ein kleines Trinkgeld für die gleiche Zeitinvestition. Sie benutzen dabei nicht den Bären und auch nicht immer Sabway, das Spiel sagt ihnen dennoch hinter vorgehaltener Hand, dass ein unangreifbarer Splitterrüstungs-Ele viel cooler ist.


df
Für Maximalstufen gibt es
nie eine Spaßvariante. Warum?
Für diese Spieler ist das Konzept MMO gescheitert. Denn es ist in seinem Wesen für sie nicht von einem 2-Spieler CoOp Game mit Chatrooms zu unterscheiden. Sie mögen Guild Wars, es ist erfrischend Hardcore in vielen Designpunkten, aber als echtes Multiplayerspiel haben sie es aufgegeben. Selbst meine Gilde mag noch so freundschaftlich und sozial eingestellt sein, aber wer nicht auf sie zugeht, wird nur die kalte Schulter zu sehen bekommen. Die Gruppen isolieren sich entweder sozial, oder durch Zeitinvestitionsanforderungen. Wer nicht jeden Tag eine Stunde Faction farmt, oder zehn Stunden die Woche für den Goldenen Zitronen Cup trainiert, der fliegt. Daher muss das MMO Guild Wars sterben, damit das Spiel Guild Wars leben kann. Wir zahlen keine Monatsgebühr, also verschont uns mit den Mechaniken die es nur deshalb gibt, damit die User gemolken werden; ihr melkt sie ja nicht einmal! Wir verstehen, dass es nur eine Option ist zu grinden. Zumindest glaubten wir das verstanden zu haben. Doch es kam der Tag, an dem die Zeitspieler, die selbsternannte Kaste der besseren Kunden, ihre viel zu verfügbare Zeit dazu missbrauchte die Option einer anderen Spielergruppe zu zerstören. Wir wurden also endlos um Nachsicht gebeten, dass der Grind nur eine Option sei und wir akzeptierten das. Plötzlich aber wurde uns eine andere Option genommen weil sie den Grindern nicht passte.


df
Gut & Billig.
Farbe drauf, fertig.
Dieser Widerspruch ist es, der die Balance gestört hat. Das neue Ampelgameplay von Ursan „Go-Stop-Go-Stop-Go“ ist verstörend, es hat keinen „Flow“ im Spieldesign. Alle 60s bitte eine Minute nachdenken, warum man sich das noch antut während man die Zeitspieler lachen hört. Ursan abzuschaffen und weniger Optionen zu bieten ist zu verkrampft. Mehr Optionen sind immer besser. Statt nur zwischen NM und HM zu wählen, könnte man in Zukunft ja auch wählen ein Gebiet unter PvP Bedingungen oder einfach nur ohne PvE Skills zu betreten. Gleich drei neue Modi mit nur einem billigen Switch. Auf der Insel der Namenlosen geht es ja auch. Als Belohnung für die Zeitspieler gibt es dann noch mehr hohle Titel die zwar ihr Ego streicheln, aber nicht wirklich viel aussagen oder in GW2 bringen werden. Als Belohnungsstatuen in der Halle der Monumente kann man ja die gleichen benutzen und die Textur noch mal in Silber und Gold nachreichen. Jetzt haben die Zeitspieler neben Goldfarmen wieder ordentlich Beschäftigungstherapie und können versuchen vor Leuten anzugeben die keine 40 Stunden Woche in Guild Wars verbringen. Zum Ausgleich können sie ja aufhören Scheinapostel des Skills für andere Spieler zu geben und dabei nur ihre eigenen Interessen zu schützen. Die PvE Skill Noobs können wieder in Ruhe betrunken Ursan spielen. Um Gold ist es eh noch nie gegangen, denn sonst wäre der Protest gegen KdF, HFFF und Xunlai lauter. Solche hirnlosen Grinds werden von den Zeitspielern verteidigt, denn einem Ursan-Fan ist HFFF ehrlich gesagt zu doof. Zeitspielern geht es nur um Neid, verletzte Eitelkeit und Schutz der Ressource mit der sie sich abgrenzen: der Zeit. Bewerft sie meinetwegen damit, ich lass ihnen die Option, aber lasst den anderen Spielern deren Option. Ursan zu nerfen hat das Spiel nicht schwerer gemacht, nur einsamer. Was für eine Entscheidung für ein MMO!

Weil wegen der Gebühren die MMOs eher dazu tendieren Zeitinvestitionen und nicht soziale Verbindungen zu fördern sind sie eben nicht mehr modern. Soziale Netze sind daher die größte Konkurrenz der MMOs, nicht irgendwelche noch exzessivere MMOs für 1 Milliarde Euros. Wer nach 8000 Stunden von GW, L2, oder WoW runterkommt, der sucht nicht das nächste schwarze Loch in seiner Freizeit, der ist froh einen Klotz weniger an seinem Bein des Lebens zu haben. Das MMORPG muss sterben, ein sozialeres, besser segmentierbares Freizeiterlebnis wird es ersetzen. Vielleicht mit ein paar Grinds hier und da, aber immer mit der strikten Betonung des gemeinschaftlichen Spiels durch den Hersteller. Ein Spiel dessen Mechaniken nicht dazu führen, dass sich die Spieler gegenseitig ausgrenzen und aus dem Spiel vertreiben.













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