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ntk
01.10.2006, 14:27
Hi Leute!
Ich poste hier mal ne Story von mir, welche schon vor einem Jahr fertig wurde. Damals war ich noch im D2 Forum aktiv, was auch erklärt, warum diese Story (genauso wie meine andere Story) im D2-Realm spielt.
Das war damals meine erste Story, die Kritiken waren okay. Im Großen und Ganzen war der Hauptkritikpunkt, dass ich manche Dinge nicht genau beschreibe (Charaktere und oder andere Begebenheiten). Da ich irgendwie wieder den Drang verspüre, meine andere Story mal weiterzuschreiben, will ich erstmal schauen, wie mein Schreibstil bei den inzwischen vielen neuen Usern hier so ankommt. Und ein paar andere Kritiken abstauben. =)
Außerdem finde ich, gehört hier mal wieder eine bereits vollendete Story rein. :D
Ein paar Bezüge zu GW könnten eventuell auch gefunden werden.......... :)


Der Spiegel


Kapitel 1
„Was ist denn das da? Das sieht aus, wie die Spitze eines Kronjuwels. Ob das wertvoll ist?“
Die beiden Kinder Risrem und Kjord waren sehr erregt über den Fund, den sie machten. Nur ein kleiner Teil des Schatzes war zu sehen, und dennoch wussten die beiden sofort, dass dieser Fund ihre Familie reich machen würde. Ohne überhaupt darüber nachzudenken, wie der Spiegel dorthin kam, begannen die beiden, Kjord voran, das Schmuckstück auszugraben. Die Arbeit war schwer, denn der gefrorene Boden des Arreat Gebirges war heute nacht erst mit frischem Frost bedeckt worden. Stundenlang gruben sich die beiden die Finger wund, bis sie beschlossen ihren Vater um Hilfe zu bitten, zuhause konnten sie sich auch etwas Werkzeug zum Graben suchen und bauen.
Total begeistert von dem Fund der Kinder halfen die Eltern sofort mit. Eine Ernte hatte es dieses Jahr nicht gegeben. Krieger, die die Dämonen vom Land der Barbaren fernhalten sollten benötigten jegliche Nahrung, nur ein Hungerrest blieb den Leuten im Arreat Gebirge zum Leben.
So hoffte die ganze Familie, den Spiegel gegen einen guten Preis eintauschen zu können, endlich sollte der Hunger für sie und gar ihr Dorf ein Ende finden. Die Arbeit blieb weiterhin hart. Ein kalter Wind blies die Berge hinauf, es begann zu schneien und die Sicht war durch dunkle Wolken sehr eingeschränkt. In der Sorge den Heimweg nicht mehr zu finden, machten sie sich alle auf nach Hause, ans warme Feuer. Voller Vorfreude auf den morgigen Tag. Voller Hoffnung auf den Schatz, den sie heben würden.
Die Nacht war eine sehr schöne für alle im Haus. Alle träumten sie und von unsäglichem Reichtum, keiner sollte mehr hungern müssen. Die Kinder träumten von Festessen, wie sie sich nur Könige hätten leisten können. Ein gegrilltes Schwein, eine leckere Pastete, einige seltene Früchte aus dem Süden. Nichts sollte sich ihrem Gaumen entziehen. Die Eltern wiederum malten sich aus, wie schön es wäre, wenn sie reich wären. Sie würden nach Westmarch ziehen, sie würden ein riesiges Anwesen besitzen und Bedienstete haben und dennoch würde keiner sich ausgenutzt fühlen. Den Greisen würden sie zu essen geben, den Bedürftigen ein Zimmer zum Schlafen anbieten und viele weitere gute Taten. Sie waren der festen Überzeugung, dass dieser Schatz dafür bestimmt war, nicht nur ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. Doch was war das für ein Schatz?
Am nächsten Morgen waren alle bereits früh beim Fundort des Schatzes und gruben mit ihren Werkzeugen weiter. Als sie den Schatz schließlich hoben waren sie erstaunt. Ein riesiger Spiegel stand vor ihnen. Besetzt mit Juwelen, Diamanten und vielen weiteren, sehr wertvoll aussehenden Edelsteinen. Viele Runen waren in die Fassung des Spiegels eingraviert und das Glas hatte, wie durch ein Wunder, nicht einen Kratzer, obwohl der Spiegel mindestens ein halbes Jahrhundert in dem eisigen Boden des Arreat Gebirges verweilt haben musste. Er war sogar größer, als Risrems und Kjords Vater, welcher schon ein sehr großer Mensch war.
Unbemerkt von den anderen Dorfbewohnern konnten sie den Spiegel nach Hause schaffen. Obwohl er die ganze Zeit größer schien, passte er genau unter die Decke des Hauses.
„Er ist wunderschön!“ meinte die Mutter. „Bei den Wächtern des Himmels, es ist das Wertvollste, was ich je zu Gesicht bekam!“ steuerte der Vater bei.
„Wieso kann ich mich nicht darin sehen? Es ist doch ein Spiegel, oder?“ fragte Kjord verdutzt. Die anderen mussten ihm zustimmen, dieser Spiegel zeigte kein Spiegelbild. „Lasst ich uns dort drüben in die Ecke stellen, dort können wir ihn bewundern, während wir unser Mahl zu uns nehmen. Ich finde es ist der beste Platz.“ meinte die Mutter.
Wieder sehr verwundert warf Kjord ein: „Merkwürdig, der Tisch spiegelt sich darin, und auf ihm stehen die tollsten Speisen, die ich je gesehen habe. Manche von ihnen sind mir sogar völlig unbekannt.“ „Noch viel merkwürdiger ist, dass die Speisen in dem Spiegelbild auch hier auf dem Tisch stehen!“ Risrem war vollends verwirrt. Den anderen ging es ähnlich, doch schließlich war es Risrem, der sich zuerst an den Tisch setzte und das Essen zu verspeisen begann.
„Wir danken dem Himmel, für das Glück, das uns zuteil wurde.“ meinte der Vater und setzte sich hinzu.
Das kleine Haus schien, seit der Spiegel in ihm stand viel größer und dennoch gab es neben dem Wohnraum nur zwei weitere Räume. Ein Zimmer für die Eltern mit einem selbst zusammengebauten Bett. Es war sehr teuer, da das Holz ein spezielles aus den Urwäldern Kehjistans war. Das zweite Zimmer war für Risrem und Kjord. Es war sehr klein und nur mit Stroh ausgelegt. Ein weiteres Bett konnten sie sich nicht leisten.
Noch kaum realisiert, welch Glück ihnen widerfahren war und zu müde von der harten Arbeit gingen alle Vier nach diesem Festmahl zu Bett.
Trotz des guten Mahls und einem Sättigungsgefühl, wie es seit Jahren nicht mehr vorhanden war, hatten alle sonderbare Träume. Einer träumte davon, dass er einfach in die Hölle spazieren könne und jeden Geist befreien, der dort gefangen war, ihnen die Erlösung bringen. Selbst passierte ihm natürlich nichts, da er unsterblich war und die Monster sich vor ihm fürchteten. Der Traum des anderen jedoch war viel realer und gespenstischer. Es passierte nicht viel in dem Traum, er wurde beobachtet von großen, blauen und dämonischen Augen. Es war sehr kalt um dieses Wesen herum, sodass selbst der Junge, der sein ganzes Leben schon auf dem Arreat lebte stark fror. Die Augen schienen zu schweben, ein leichtes Auf- und Abschweben. Dadurch, dass sie ihn anstarrten, ohne ein einziges Mal wegzusehen, oder zu blinzeln war der junge Kjord sehr angespannt. Er wusste nicht, ob das ein Traum war, oder nicht. Es war alles zu real. Immer noch schauten ihn diese furchteinflössenden Augen an. Sie schienen näher zu kommen und ein leichter Nebel entstand um Kjord herum. „Was ist das nur?“ dachte Kjord ängstlich und wagte es nicht, sich zu rühren, während die Augen immer näher kamen und sich langsam zu ihm herunterbeugten. Direkt vor Kjords Gesicht machten sie Halt. Es war so dunkel und neblig um ihn herum, dass er immer noch nur die blauen, dämonischen Augen sehen konnte.
„Folge mir!“ flüsterte eine grauenvoll tiefe und verzerrte Stimme mit einem lieblichen Unterton. „Folge mir und du wirst für immer ein angesehener, mächtiger Mann werden!“ wisperte die Stimme weiter. Kjord zitterte am ganzen Leib. Die Augen, die nur wenige Zentimeter von ihm entfernt waren weiteten sich. „I-ich kann nicht. Meine Familie braucht mich..“, mehr wagte Kjord nicht zu erwidern. Nun stiegen die Augen höher in die Luft und schwebten wieder zur Tür hin. Zorniges Aussehen verlieh ihnen weiteren Respekt Kjords. Er fürchtete sich so sehr, dass er sich nicht bewegen konnte. „Deine Familie braucht dich nicht. Sie hassen dich. Alle. Du isst von ihren Speisen. Sie wollen nicht mit dir teilen, sie denken, du bist es nicht wert. Du wirst es schon noch sehen. Ihr Hass wird dich zerquetschen, dich untergehen lassen, dich in den Tod treiben... Möge dir das morgige Essen wohl bekommen.“ Die Augen schwebten zur Tür hinaus.
Immer noch starr vor Angst lag Kjord in seinem Teil des Strohlagers. Er starrte an die Decke. Was hatte er da gesehen? War es echt? Solch eine Stimme kann doch niemals echt sein. Mit frischem Mut setzte er sich auf und sah zu Risrem. Dieser lag ruhig in seinem Bett, mit einem Grinsen auf den Lippen. Im Gegensatz zu Kjord musste er etwas schönes träumen.
Kjord stand auf und ging zur Tür. Der Spiegel leuchtete hellblau, eine flackernde, hellblaue Aura umgab ihn. Träumte er immer noch? Ein letztes „Folge mir!“ flog durch den Raum. Diese unheimliche Stimme hatte wieder einen so lieblichen Unterton und obwohl diese letzten zwei Worte kaum hörbar waren, ließ er sie mit Wonne in seinem Kopf widerhallen.
Da wachte er auf.
Es war also doch nur ein Traum? Es war so real! Kjord war verwirrt. Er bemerkte, dass der Platz neben ihm leer war. Begleitet von einem kalten Schauer, den ihm ein letzter Gedanke an den sonderbaren Traum einbrachte, stand er auf und begab sich zum Wohnraum des kleinen Hauses. Als er hinaus kam erschrak er so sehr, dass er erst einmal laut aufschreien musste. Das halbe Dorf war inzwischen in dem, für die vielen Menschen viel zu kleinen Haus eingetroffen. Alle, die keinen Platz am kleinen Tisch fanden und nicht von den köstlichen Speisen kosten konnten, die dort standen, bestaunten und begutachteten den Spiegel. Er übte eine starke Anziehungskraft auf die Leute aus. Alle waren sie begierig auf den Spiegel und das Mahl und als sie Kjord sahen, jagten sie ihn beinahe aus dem Haus. Kjords Vater warf ihm nur einen kurzen, bösen Blick zu und Kjord verstand, er war nicht erwünscht. Sein Vater war es, der den Spiegel „gefunden“ hatte und der nun gefeiert wurde. Die ersten Besucher waren schon sattgefressen. Mit schwerem Stöhnen machten sie sich auf den Heimweg. Sie mussten sich nun erst einmal ausruhen um das viele Essen zu verdauen. Während die Fressorgie weiterging nahm dann doch langsam die Fülle der Speisen ab, und als Kjord, erst am späten Abend endlich an der Reihe gewesen wäre, gab es tatsächlich nichts mehr für ihn. Er bat seine Mutter ihm etwas Brot zu geben, doch sie wiegelte ab: „Wer den ganzen Tag nur schläft, hat es nicht verdient zu essen!“ „Aber ich hatte einen sonderbaren Traum, ich konnte doch nichts dafür, dass ich so lange schlief!“ „Nein Kjord, nein, es gibt nichts mehr. Wenn du Hunger hast, gehe ins Bett und warte auf morgen. Da gibt es wieder etwas, sofern du nicht den ganzen Tag in deinem Zimmer verbringst, sondern hier mithilfst.“
Hungrig und traurig machte sich Kjord auf den Weg in sein Zimmer, doch Risrem hatte sich bereits den ganzen Strohhaufen zu Eigen gemacht. Er meinte auch nur, dass Kjord es nicht verdiene in einem Bett zu schlafen, das habe er schließlich den ganzen Tag getan.
Niedergeschlagen machte sich Kjord auf den Weg zum Spiegel. Vielleicht könnte er ja auf dem Tisch vor dem Spiegel einen Schlafplatz finden, seine Eltern waren auch schon im Bett, es sollte niemand merken.
Als er sich dann dem Spiegel näherte, erschrak er. Diese dämonischen, blauen Augen starrten ihn wieder an – aus dem Spiegel heraus! Wenn er wach war, waren diese Augen noch furchteinflössender und daher entschied er, dass es das Beste sei, wenn er mit den Füßen zum Spiegel hin schlief, um diese Augen nicht sehen zu müssen, sie waren bestimmt nur Einbildung.
Kjord wollte einschlafen, er wollte nicht mehr an diese grässlichen Augen denken, doch er konnte nicht anders. Er lag nun schon die halbe Nacht wach und der Hunger wurde auch immer stärker, als er wieder diese Stimme hörte: „Komm hier her, ich habe etwas zu essen für dich. Ich habe dir gesagt, dass deine Familie dich nicht mehr beachten wird. Du hättest mir folgen sollen, als ich dir das Angebot machte.“ Wieder starr vor Angst erwiderte Kjord: „Die sind doch bestimmt nur sauer, dass sie die Gäste alleine bewirten mussten.“
„Kjord mein Junge, folge mir! Ich will dir etwas zeigen. Sieh in deiner Eltern Träume und sieh, was passierte.“ Eine geisterhafte, knöcherne Hand erschien und zog ihn sachte, aber bestimmt zum Schlafplatz seiner Eltern. Dort angekommen erschien eine weitere Hand und legte sich auf die Stirn von Kjords Vater.
Kjord sah nur wenige, verschwommene Bilder vor sich. Doch eines hatten sie alle gemeinsam: Jedes Mal schüttete seine Mutter etwas in Kjords Essen, jedes Mal bekam sein Vater eine Hand voll Goldmünzen in die Hand gedrückt, wenn einer der Gäste etwas zu essen orderte und jedes Mal wurde sein Bruder Risrem vom Vater gelobt und durfte einige der Münzen behalten.
„Ich will dir noch mehr zeigen! Folge mir!“ Die geisterhafte, eiskalte Hand schob ihn in Risrems Zimmer. An dem Platz, an dem Kjord normalerweise schlief befand sich ein Geheimraum unter dem Boden. Dort hortete Risrem viele Habseligkeiten Kjords. Seine Steinsammlung, die Risrem schon immer besitzen wollte, seine Zeichnungen und sogar die Waffe, die sein Vater ihm geschenkt hatte und die eines Tages spurlos verschwunden war.
Eine große Wut kochte in Kjord auf, doch er wollte noch an das Gute in seiner Familie glauben.
„Folge mir! Komm mit mir in das Reich hinter den Spiegel!“
„Ich kann nicht.“
Er aß den letzten Rest seines Stück Brotes, das das dämonische Wesen ihm gab und legte sich auf den Tisch. Er war zwar immer noch sehr verängstigt, doch fasste er den Mut der Verzweiflung. „Geh nun bitte, ich möchte morgen nicht verschlafen.“
„Das glaube ich dir mein Junge. Ich wünsche dir viel Glück für den morgigen Tag, bestimmt hattest du heute einfach nur einen schlechten erwischt.. Komm mit mir..“
Die Stimme war wieder mit diesem Unterton gespickt. Ebenso klang sie nach väterlicher Sorge. Wie konnte eine solch grauenvolle Stimme mit solchen menschlichen Gefühlszügen gepaart sein? Als er ein letztes Mal die Augen öffnete, bevor er endlich einschlief sah er, dass der Spiegel wieder mit einer hellblauen Aura umgeben war. „Komm mit mir..“ waren die letzten Worte die er hörte, bevor er in den Tiefschlaf glitt.
Bumm. Kjord wachte auf, er blutete stark aus der Nase und konnte sich zuerst nicht besinnen, wo er war. Er war umgeben von Hunderten von Leuten. Alle warteten sie auf ein herrliches Essen, doch Kjord schlief auf dem Tisch, von dem es gegessen werden sollte.
„Wie kannst du es wagen auf dem Tisch zu schlafen, auf dem unsere vom Himmel gegebenen Speisen angerichtet werden sollen?“ Ein weiterer Schlag traf ihn hart im Gesicht. „Scher dich fort, du ungezogener Junge. Du bereitest uns Schande!“
Kjord konnte es nicht fassen. Er war soeben von seinem eigenen Vater aus dem Haus gejagt worden, ohne richtige Kleidung, ohne Proviant, ohne nichts. Kjord stand barfuss auf dem kalten und steinigen Boden des Arreat Gebirges. Um sich nicht sofort die Füße abzufrieren ging in den ehemaligen Vorratskeller. Er war nun vollgestellt mit allerlei Gerümpel, das viele auch zum Tausch gegen das gute Essen brachten. Kjord setzte sich auf einen Stuhl und dachte nach.
Als die tiefste Nacht hereinbrach und Kjord sich wieder aus seinem Keller traute sah er sofort die dämonischen Augen, die auf ihn warteten. Mit väterlicher Güte wisperte die Stimme nun: „Es tut mir Leid, was mit dir geschieht. Deine Familie ist eindeutig nicht deine wahre Familie. Keine wahre Familie behandelt den Jungen, der dieses Geschenk des Himmels“, er deutete auf den Spiegel. „gefunden hat. Aber, wenn du mit mir kommst, und meine Familie kennen lernst, dann wirst du feststellen, dass deine nicht die dir bestimmte Familie ist. Komm mit mir, und ich zeige es dir! Geh in den Spiegel und erfreue ich an deinem neuen Leben. Gehe hinein und lebe in unendlicher Wonne, komm mit!
„Ich komme mit!“
Und Kjord ging in den hell flackernden Spiegel. Als er sich ihm näherte breitete sich die Aura aus. Sie umgab nun den ganzen Wohnraum. Und wie von Geisterhand flogen die schlafenden Körper seiner Familie heran. Sie landeten sanft auf dem Tisch. Genau, als Kjord den Spiegel hinter sich gelassen hatte, entstiegen ihm einige Dämonen. Kleine Fetischdämonen, die mit großen Messern die Körper der Familie Kjords nach einem Ritual zerstückelten. Ihre einzelnen Gliedmaßen lagen im ganzen Raum verstreut, und der ganze Raum war rot mit Blut. In flammenden, magischen Lettern stand an die Wand geschrieben:
„Vom Himmel gegeben, von der Hölle genommen,
Ihr habt es nicht verdient, was der Spiegel Euch beschert,
Ihr werdet es merken: Der Tod wird kommen!“

ntk
01.10.2006, 14:27
Kapitel 2
„Wir müssen einen Umweg nehmen. Die Komplette Wüste, die Wege durch Entsteig, die Anlegeplätze beim Golf von Westmarch, alles mit Dämonenhorden besetzt. Wir hätten keine Chance! Gingen wir östlich von hier durch die Urwälder von Kehjistan, denke ich, wäre das ganze viel leichter und realisierbarer. Die Dämonenhorden konzentrieren sich auf den westlichen Teil unserer Welt, wir können sie umgehen!“
„Danke, für deine Hilfe Rigad, doch ich denke, das wäre mir auch selbst aufgefallen. Ich bin dankbar für jeden Tag, an dem du an meiner Seite bist.“ Sagte die junge Dame, die an Rigads Schulter gelehnt die Karte studierte. Rigad genoss ihre Anwesenheit, er musste zugeben, dass er ihr nicht abgeneigt war, dennoch wusste er Beruf und Vergnügen zu trennen. Der Name der jungen Zann-Esu war Cynn und auch sie genoss es, an eine starke männliche Schulter gelehnt zu sein, vor allem, weil es die von Rigad war. Auch sie war an ihm nicht uninteressiert, doch sie hatte ihre Prioritäten. Sie war geschickt worden, etwas zu verhindern, das bereits seinen Anfang genommen hatte. Der Spiegel der Gier musste ein für allemal zerstört werden. Viele Menschen hat er mit seinen Geschenken in den Wahnsinn oder in den Tod getrieben. Und niemand wusste, was eigentlich hinter diesem Spiegel stand, wieso er das tat, was er tat..
Die Sonne über Lut Galin, eine Nachbarstadt von Lut Gholein brannte heiss. Auch sie lag direkt am Meer, doch Cynn bevorzugte weniger stark besuchte Orte. Weniger Leute waren besser für ihre Konzentration. Die blonde Schönheit, in einem Dress mit dem schönsten hellblau, das hergestellt werden konnte. Sie liebte diese Farbe, und sie betonte ihre helle Haut sehr. Mit ihrem wohlgeformten Körper passte sie genau in das Dress. Eine Schönheit wie sie hätte leicht einem Verbrechen, das mit der Hölle bestraft wurde zum Opfer fallen können, wäre sie keine ausgebildete Zauberin, die sich zu wehren weiß. Es gab bereits Männer, die in dem Glauben der Stärkere zu sein, ihr Leben im Kampf gegen Cynn lassen mussten. Rigad überragte Cynn um einige Zentimeter. Er war ein Paladin von Zakarum gewesen, doch hatte er der Kirche entsagt, als er seine Eltern an die Dämonen verlor. Dahingeschlachtet wurden sie, und die rettende Kirche unternahm nichts. Er beschloss als Söldner und Einzelgänger sein Leben zu gestalten, bis er Cynn traf. Der braungebrannte, muskulöse Mann stand Cynn immer zu Seite.
Seit einigen Wochen schon, waren die beiden zusammen unterwegs durch Sanktuario. Und sie waren ein starkes Paar. Cynn wusste, wie sie Rigads Waffe durch einen Zauber verstärken konnte, während Rigad einige, für Laien unerklärbare, Fertigkeiten besaß, die es schafften Cynn im Kampf so zu unterstützen, wie sie es brauchte, ohne, dass es für ihn zum Unnutzen wurde. Beide ergänzten sich ausgezeichnet. Und beide hatten sie dasselbe Ziel.
Wie Rigad nach langer Zeit erfahren hatte, steckte auch der Spiegel der Gier dahinter, dass seine Eltern sterben mussten. Und er wollte Rache.
„Lass uns ein Schiff suchen, das nach Viz-Jun ablegen wird. Der Spiegel befindet sich zur Zeit im Arreat Gebirge, ich denke, wir könnten, vorbei an Ureh durch die Wildnis. Wo die Zwillingsmeere enden, werden wir das Arreat Gebirge erklimmen.“ „So sei es, Cynn.“
Am Hafen angekommen fanden die beiden schnell einen Schiffer, der die Wüste hinter sich lassen wollte. „Es ist mir einfach nicht mehr geheuer hier..“ Und sie durften sogar umsonst mitfahren, wenn sie denn das Schiff vor Piraten oder anderen Gefahren, die auf der See lauerten, schützen konnten.


„So, Kjord, hier sind wir.“
Der Limbus, durch den Kjord und sein unheimlicher Begleiter wanderten war endlich durchschritten. Kjord fand sich in einer unterirdischen Tempelanlage wieder. Riesige Bauwerke, aus dem Stein gehauen und so prachtvoll, wie die Kirche von Zakarum. Tief unter der Erde stand dieses Bauwerk des Bösen. Inzwischen war Kjord nicht mehr von Furcht erfüllt, wenn er in der Nähe des ihm unbekannten Dämonen stand. Zu seiner Verwunderung konnte er von dem Dämonen immer noch nur die Augen sehen, die in der Luft langsam auf und ab schwebten, egal, wie hell der Platz war, auf dem sie sich befanden.
„Ich werde dich im Kampf lehren, ich werde dich Töten lehren, ich werde dich Hassen lehren. Nimm Rache an deinen alten Nachbarn und Freunden, bestrafe sie für den Verrat, den sie angerichtet haben, sie haben es nicht anders verdient. Sie sind überhaupt nicht würdig, dich je gekannt zu haben!“
Gespannt, was ihn erwartete machte er sich auf den Weg, in den Tempel einzudringen. Die monströsen Bauwerke flößten ihm einigen Respekt ein und er fragte sich, was einem solchen Gemäuer wohl alles innewohnen mochte.
Sofort sollte er den Kampf an der Waffe lernen. Er lernte schnell, da er damals heimlich mit Vaters Waffe übte. Er lernte, die Schritte seiner Gegner einzuschätzen, sie vorauszuahnen. Er musste viele Lektionen beschreiten, nicht ohne schmerzhafte Erfahrungen zu machen, doch spornte ihn der Kampf an.
Er begann im Trainingsraum. Aufgestellte Holzfeinde, deren Torsos drehbar waren, sollten seine Gegner darstellen. Mit einem Schwert, das in der Ecke des Raumes zu finden war, hieb er auf die Holzfiguren ein. Manchmal schlug ihm der Arm an einem der drehbaren Torsos ins Gesicht. Und manchmal schaltete sich der Dämon ein und übernahm die Kontrolle über die Holzfiguren. Er steuerte sie vor- und rückwärts und konnte mit den Holzärmchen nach Kjord ausholen. Kjord, der im dem Umgang mit dem Schwert immer besser wurde, musste immer neuere Trainingspartner aus Holz zerstückeln. Bald waren es Holzfeinde, die vier Schwerter als Arme besaßen und deren Torsos sich schnell drehten. Die Schwerter waren alle an vier verschiedenen Höhen angebracht und Kjord musste versuchen durch sie hindurch zu laufen, ohne auch nur ein einziges Mal getroffen zu werden. Er hatte nicht das Recht zu versagen, und auch er selbst wusste, dass er nicht versagen würde. Wusch. Zog ein Schwert knapp über seinem Kopf hinweg. Mit einer gekonnten Drehung aus der Hüfte heraus schaffte er es jedoch dem Angreifer das Schwert aus dem Holzkörper zu schlagen.
Als immer mehr Zeit verging und Kjord immer besser im Training, was seine Geschicklichkeit mit der Klinge betraf, wurde, musste er seine Stärke trainieren. Mit einem einzigen Hieb sollte er ein Holzbrett von 50 Zentimetern Durchmesser durchtrennen. Inzwischen hatte er eine eigene Klinge, die mit dämonischer Macht aufgeladen war. Sie leuchtete, wie die Augen des unsichtbaren Dämonen, wie die Aura des Spiegels in einem hellen Blau. Als er es schaffte, seine Stärke so auszubauen, dass er solche Holzstücke durchbrechen konnte, sollte er seine Geschicklichkeit mit seiner Kraft kombinieren. Er musste nun wieder gegen die schwerterschwingenden Holzfeinde antreten, und er sollte sie am Torso mit einem Schlag durchtrennen, ohne dabei getroffen zu werden. Auch dies schaffte Kjord mit Bravur und bald war der Zeitpunkt gekommen, an dem er gegen Dämonen kämpfen sollte. Die stärksten, die dem dunklen Tempel beitraten, waren seine Gegner, er sollte sie alle besiegen. Passieren würde ihm nichts, darauf passte der Dämon mit den unheilvoll blauen funkelnden Augen auf.
Eines Tages schließlich, musste Kjord gegen den stärksten Gegner antreten, der dort unten, im Gestein anzutreffen war. Ein geflügelter Dämon mit einer riesigen, blutverschmierten Klinge. Hörner sprossen ihm aus der Stirn und er hatte dicke Hufe, die bei jedem Auftreten den Boden vibrieren ließen. Merkwürdig aussehende Runen waren in das Heft der Klinge eingraviert und sie flackerten hellauf und sahen aus, wie Feuer. Diese Gestalt war gut und gerne zwei einhalb Meter groß und gegen diese Gestalt musste Kjord antreten.
Als er die Arena betrat, starrten ihm schwarze, hasserfüllte Augen entgegen. Es war soweit. Jeden Moment würde der Kampf starten, da erlosch auf einmal sämtliches Licht. „Kjord, mein Schüler. Zu kämpfen wie ein Meister hast du bereits gelernt. Schärfe deine Sinne, ich möchte, dass du blind gegen diesen Dämonen der Unterwelt ankämpfst, ich weiß, du kannst ihn besiegen.“
Kjord stand da und wusste nicht, was er tun sollte. Er hörte nur ein Zischen, als er sich sofort wegduckte. Die Klinge des Dämonen schnitt die Luft so sanft, dass man sie kaum hören konnte, sogar die flackernden Runen waren nicht sichtbar, dennoch konnte er ihre Macht spüren. Der Dämon bewegte sich langsam auf Kjord zu, langsam und sachte. Direkt vor Kjord holte er schließlich aus, auf dass Kjord ihm nicht den Rang ablaufen konnte. Im Bruchteil einer Sekunde jedoch, konnte Kjord sich unter den Beinen des Dämonen hindurchretten. Er hieb schnell aus und spürte, wie er Fleisch durchschnitt. Mit einem dumpfen Ton landete der linke Arm des Dämonen auf dem Boden, begleitet von dem Schmerzensschrei desselben. Wieder machte sich der Dämon auf den Weg zu Kjord. Im Gegensatz zu Kjord konnte der Dämon sehr wohl in völliger Dunkelheit sehen, doch er war Kjord nicht gewachsen. Denn obwohl der Dämon sich nur langsam und leise bewegte, konnte Kjord noch immer die Vibrationen seines Auftretens auf dem Boden spüren, er konnte abschätzen, wann der Dämon vor ihm stand. Und bereits bevor der Dämon zu seinem letzten Schlag ausholen konnte, sprang Kjord auf und schwang seine Klinge elegant wie ein Meister seines Fachs und trennte dem Dämonen sorgfältig den Kopf ab. Von Blut bedeckt spürte er, wie ein Teil der Macht des Dämons auf ihn über ging.
„Sehr gut, mein Junge. Der Augenblick deiner Rache soll nun gekommen sein. Geh durch den Spiegel, du findest ihn dort, wo wir herkamen, als du das erste Mal diesen Tempel betreten hast. Gehe durch den Limbus und erscheine durch den Spiegel wieder in deinem Geburtshaus. Nimm Rache an denen, die dich verraten haben. Töte sie alle, es soll keine Überlebenden geben, und du wirst sehen, wozu der Hass in dir dich befähigt.“
Zeitgleich mit Kjord, als er den Spiegel durchschritt, stiegen Cynn und Rigad von Bord des Schiffers, der sie mit nach Viz-Jun nahm. Sie bedankten sich herzlich und ließen ihm einen Großteil ihres Goldes, in der Wildnis brauchten sie es sowieso nicht.
In der kleinen Hafenstadt, umgeben von einem Fluss und dem Urwald, machten sie sich auf den Weg in ein Geschäft, wo sie sich neuen Proviant erhandeln konnten, danach gingen sie sofort in den Urwald, sie konnten sich nicht viel Zeit lassen, schließlich mussten sie eine große Strecke zurücklegen, sie waren ja dabei, die halbe Insel zu durchqueren.
Es war ein frischer, schwüler Morgen, an dem sie sich auf den Weg in den Wald machten. Trotz der Warnungen vieler Bewohner Viz-Juns, sie sollten lieber den Flusslauf entlang gehen, bahnte sich das Pärchen ihren Weg durch den Wald. Hochkonzentriert, immer bereit für den Kampf gegen die hier lauernden Bestien begaben sie sich weiter hinein. Schritt für Schritt verschwand auch der letzte Stadtlärm und die Geräusche des Urwalds umgaben sie nun. Das Zirpen vieler Tiere umgab sie. Hier und da mal das Zischen einer Schlange oder das Rascheln im Unterholz der kleineren Raubtiere.
Gegen Mittag setzte dann ein starker Wolkenbruch ein. Die beiden waren bis auf die Haut vom Regen durchnässt, und dennoch schwitzten sie in der tropischen Schwüle des Dschungels. Dass es regnete war nicht günstig, doch sie hatten schon damit gerechnet, dass wohl es wohl täglich gegen Mittag beginnen würde zu regnen. Nun mussten sie sich noch konzentrierter fortbewegen, damit sie einem Angriff aus dem Hinterhalt sofort trotzen konnten. Zu ihrem Glück blieben sie bis kurz vor Anbruch der Nacht ungestört. Doch sobald es dunkel wurde, und der Regen immer noch in Strömen aus dem Himmelszelt fiel, wurde Cynn von einer Art Pfeil getroffen. Ein kleiner Pfeil, an dessen Spitze deutlich erkennbar Gift war. Unbeirrt drehte sie sich blitzartig um, und bevor der kleiner Fetisch, der diesen Giftpfeil schoss, sich wieder im Dickicht verstecken konnte, hatte er schon den Zorn und die Macht Cynns zu spüren bekommen. „Obsecro pilam ignis!“ Keine Sekunde verging, bis der kleine Urwaldbewohner in Flammen aufging und tot von seinem Versteck in einem Baum viel. Als er jedoch unten aufschlug kamen bereits einige andere Fetische um sie herum aus dem Dickicht gerannt. „Oro pro caelum!“ , stieß Rigad hervor. Sofort waren er und Cynn von gleißendem Licht umgeben, das die Fetische blendete. Eine Aura des Himmels umgab die beiden, die die Fetische daran hinderte, näher zu kommen. Es war ein Leichtes für Cynn die nun verbleibenden Fetische auszuschalten. Ein Blitz, der von einem Fetisch in den nächsten fuhr, richtete sie dahin. Der Schaden war sofort tödlich, denn Cynn und Rigad waren nicht die einzigen, die vom Regen total durchnässt waren.
Als auch der letzte Fetisch tot war, brach Cynn zusammen. Durch die Zaubersprüche, die sie wirken musste, war sie sehr geschwächt, und das Gift in ihrem Körper begann bereits zu wirken. Dieses Gift rief eine schnelle und, wenn nicht sofort behandelt, tödliche Blutvergiftung hervor. Ohne zu zögern packte Rigad Cynn und legte sie sich über die Schulter. In seiner schweren Paladinrüstung kletterte er einen hohen Baum hinauf, während ihm der Regen ins Gesicht peitschte. Durch eine göttliche Aura beflügelt, konnte er schnell wie ein geübter Kletterer den Baum erklimmen. Die Behinderung durch den Regen störte dabei nicht. Er betete, dass er Cynn nicht zu spät zur Hilfe eilen würde. Endlich auf einem dicken, hoch oben gelegenen Ast angekommen, konnte er sich um Cynn kümmern. Hier oben waren beide in Sicherheit. Sofort kümmerte sich Rigad um Cynns schlimm aussehende Wunde. Sie eiterte bereits. Er sprach ein paar Worte zum Himmel, und begann dann das Gift mit dem Mund aus Cynns Blut zu saugen. „Was machst du da Rigad?“ fragte Cynn schwer atmend. „Ich heile dich, meine Liebe.“ „Heilen? Ist doch nur ein Kratzer…“ Rigad musste grinsen. „Ja, nur ein Kratzer, das stimmt, doch wollen wir nicht vergessen, dass auch der kleinste Kratzer einen Weg für jegliche parasitäre Wesen in deinen Körper öffnet.“ Nun musste auch Cynn grinsen. Gegen die Heilkunst des Paladins kam sie nie an, er war dafür ausgebildet worden, und er wusste, was er tat. Sie konnte ihm sorgenlos vertrauen und sicher sein, wieder gesund zu werden. Als Rigad sicher war, sämtliches Gift aus Cynns Blut gesaugt zu haben drückte er ihr einen Kuss auf die Wunde. Als Cynn sich deswegen zu Wort melden wollte, presste er ihr den Zeigefinger auf die Lippen und sagte sanft: „Schlafe!“ Zweimal musste dieses nicht gesagt werden. Cynn war Rigad sehr dankbar. Er rettete ihr Leben und tat alles dafür, sie gesund zu pflegen, da konnte sie machen, was sie wollte, in ungesundem Zustand hätte Rigad sie nie weitergehen lassen, eher hätte er sie an einen Baum gebunden. Nachdem er einige Schutzzauber gewirkt hatte, die die beiden die Nacht über beschützen sollten, konnte auch der Paladin sich schlafen legen. Der majestätische Baum bot genug Möglichkeiten sich gemütlich ausruhen zu können. Mit dem Rücken an den festen, massiven Stamm gelehnt schlief er ein und wartete auf einen weiteren Tag, den er mit Cynn verbringen durfte. Doch wo für den Einen ein harter Tag gerade endet, fängt er für den anderen an.

Kjord war durch den Spiegel der Gier geschritten und sah, was mit dem Rest seiner Familie gemacht wurde. Die nackten, zerstückelten Leichen waren blutleer, da sämtliches Blut in ihnen sich an den Wänden und auf dem Boden wieder fand. Es waren ein paar Wochen vergangen, seit Kjord den Spiegel das erste Mal betrat, doch die Leichen verwesten nicht. Sie müssen mit einem Zauber belegt sein! dachte sich Kjord.
Er hielt einen Moment inne. Er wusste nicht, was er davon halten sollte, seine restliche Familie so daliegen zu sehen. Einen kurzen Augenblick starrte er nur regungslos auf die Szenerie, aber besonn sich dann eines Besseren und tat, wie ihm geheissen. Er widmete sich seinem Dorf..
Die Botschaft an der Wand stach Kjord zu Aller erst in die Augen. Er musste lachen. Ja, der Tod würde wahrlich kommen, und zwar schon heute Nacht. Kjord entschloss sich, Geiseln zu nehmen. Jedes Kind des Dorfes sollte in seiner Hütte unterkommen. Eines nach dem Anderen würde er töten. Er würde es ausweiden und dann zu den anderen Leichen auf den Tisch legen. Jedes überlebende Kind würde zusehen müssen, wie wieder eines von ihnen, unter größten Qualen starb, und die erwachsenen Menschen des Dorfes würden nichts unternehmen können.
Sofort setzte er seinen Plan in die Tat um. Wer sich wehrte wurde sofort getötet. Niemand konnte sich mit Kjord anlegen. Nun kannte er, wozu er im tiefsten Hass fähig war. Er amüsierte sich an den Klage-, Hilfe- und Schmerzensschreien und sperrte ein Kind nach dem anderen in das Haus seiner Familie. Als er alle Kinder eingesammelt hatte beschloss er noch das Dörfchen in weiblich und männlich zu trennen. Die Männer würden sehr bald sterben, die Frauen würde er den Dämonen überlassen. Sie sollten sich ihrer annehmen – und das taten sie auch. Sie quälten, vergewaltigten, folterten, töteten und aßen die Frauen. Was für die Dämonen jedoch sehr amüsant war, war Kjord egal. Er wollte nur seine Rache haben. Rache, für die Ungerechtigkeiten, die ihm in den Tagen, seit der Spiegel bei ihnen stand, widerfahren waren. Das ganze Dorf war gegen ihn aufgehetzt worden. Nun würde er dagegen vorgehen. Sie würden es alle bezahlen, mit ihrem Leben.
Um seine perverse Freude an den Qualen der Menschen zu erhöhen ließ er schließlich einzelne, zusammengehörende Familienmitglieder sich gegenseitig umbringen. Er ließ die Kinder zusehen, wie ihre Väter auf brutalste Art getötet wurden, ebenso ließ er die Väter zusehen, wie ihren Kindern genau dasselbe widerfuhr. Und mit dem ersten Sonnenstrahl, der es schaffte, den Arreat zu überfliegen war das Dorf kahl und leergefegt. Es gab keine Spuren der vergangenen Nacht und trotzdem sah es beängstigend aus. So ruhig und doch wusste jeder, der in die Nähe des Dorfes kam, dass etwas mit ihm nicht stimmen konnte. Nur völlige Tore wagten es, das Dorf zu betreten. Und selbst erfahrene Söldner sollten darin den Tod finden.
Während in dem Dorf gerade wieder ein Unwissender sein Leben der Hölle opfern musste, begann im Urwald Kehjistans das Leben von Cynn wie auf ein Neues.

Sie fühlte sich wie neu geboren. Als sie aufwachte klebte die Nasse Kleidung immer noch eng an ihrem Körper. Rigad konnte sie nirgends sehen, doch sie wusste, dass ihm nichts zugestoßen war. Und gerade, als sie sich aufrichtete, kletterte Rigad über den letzten Ast nach oben zu der Astgabel, in der Cynn vorher lag. Er hatte etwas zu essen besorgt. Komisch aussehende Vögel, aber er wusste, dass man sie essen konnte. Und etwas zu essen hatten beide nötig. „Na, gut geschlafen Prinzessin?“ „Für dich immer noch Cynn, und ja, ich danke dir Rigad.“ „Immer wieder gerne Cynn, ich kann dich doch nicht einfach sterben lassen, wer soll mich denn sonst immer daran erinnern, dass ich mich mal wieder waschen sollte?“ Cynn lachte. „Was hast du denn da für Vögel?“ „Höllengreife. Waren gerade dabei ein paar Schlangen aus dem Baum zu picken, als ich sie bemerkte. Dachte sie gäben ein prima Frühstück ab. Wärst du bitte so nett?“ Rigad steckte sich die beiden jungen und noch kleinen Höllengreife auf das Schwert. Cynn sprach einen komplizierten Zauber. Als er vollendet war, flammte Rigads Klinge auf und die Vögel wurden von innen heraus gegrillt. Es dauerte nicht lange, bis die beiden sich mit ihren Messern Fleischteile aus den Körpern der toten Tiere schnitten und verspeisten. Ein nahrhaftes Frühstück war immer gerne gesehen.
Nach dem Frühstück machten die beiden Gefährten sich auf den Weg, weiter durch den Urwald. Es war alles in allem sehr ruhig. Nur einmal ein weiterer Höllengreif. Die Schinder hielten sich, seitdem ihre Artgenossen so verendet waren vorerst fern von den beiden. Sie kamen raschen Schrittes voran und so erreichten sie am Abend noch Ureh. Sie entschlossen sich diese Stadt schnellstens hinter sich zu lassen, und trafen dabei einen merkwürdig agierenden Nekromanten namens Zayl, der sie schnellstens von hier fort haben wollte. Da Cynn und Rigad sowieso schnellstens die angeblich verfluchte Stadt hinter sich lassen wollten, hatten sie kein Problem damit, der Bitte des Nekromanten nachzugeben. Als sie sich entfernten hörten sie noch, wie er sonderbare Worte in Richtung eines der Gewässer sprach...
Tief in der Nacht und wieder tief im Wald fanden die Gefährten dann einen geeigneten Baum, auf dem man nächtigen konnte. Um Rigad dieses Mal die schwere Kletterei zu ersparen entschied Cynn, das Ganze in die Hand zu nehmen. „Differimus!“ Zu diesem Wort führte Cynn einen Tanz mit ihrer rechten Hand um ihren Körper herum auf. Um Rigad herum wurde alles weiss. Er fühlte sich schwerelos. Sein Magen begann sich umzudrehen, so etwas hatte er noch nie erlebt. Er schien in ein tiefes Loch zu fallen, während er aber aus demselben wieder herausflog. In alle Richtungen schien er sich zu drehen, und als er dann plötzlich in der Baumkrone landete, musste er aufpassen, nicht vom Baum zu fallen.
Die ersten paar Minuten auf dem Baum saß Rigad nur verwirrt und kreidebleich an ihn gelehnt da. Als er Cynn beschrieb, wie ihm die schier endlose Reise zugesetzt hatte, musste Cynn lachen. „Dies war ein Teleportzauber, er hat nur wenige Sekunden der Zeit in Anspruch genommen. Du bist nicht zufällig nicht im Besitz des Runenworts, das man in eine Rüstung sockelt, und mit dem in letzter Zeit viele Paladine gesichtet wurden? Es soll einem die Fähigkeit zu Teleportation verleihen!“
„Das Runenwort, das einem nur Rätsel aufgibt? Nein Cynn, ich muss dich enttäuschen, ich bin ein Paladin der alten Schule und außerdem halte ich nichts von gleichgeschlechtlichen Bindungen..“ Cynn lachte so sehr, dass sie fast vom Baum fiel und sich festhalten musste. „Worauf hältst du denn mehr?“ „Na auf dich zum Beispiel.“ Als er dies aussprach, wurde Cynn sehr still und traurig. Rigad wusste nicht, was mit ihr los war und war nur noch verwirrter. Hatte er etwas falsches gesagt? Er würde Cynn doch nie verletzen wollen, er war ein Paladin. Keiner schönen Frau könnte er auch nur ansatzweise etwas zu Leide tun, aber was war mit Cynn auf einmal los?
Er beschloss nicht weiter darauf einzugehen, das sollte wohl das Beste sein. Cynn würde ihm schon erzählen, was sie bewegt, wenn sie sich dazu bereit fühlte. Rigad lehnte sich tiefer an den Baum und schloss die Augen, während Cynn ihn mit Tränen in den Augen lange fixierte. Sie begann leise zu weinen, bis sie endlich einschlief...

ntk
01.10.2006, 14:28
Kapitel 3
„Es läuft alles nach Plan. Der Barbarenjunge ist stark wie nie, und er lässt keine Gnade walten, er tötet jeden, der es nur wagt in seine Nähe zu kommen! Keiner wird ihn aufhalten können. Meister, es soll nun an nichts mehr scheitern!“ Die Stimme des Dämonen aus dem dunklen Tempel aus der Erde widerhallte in Kerker des Hasses. Eine Audienz bei Mephisto wurde gehalten. Viele niedere Dämonen waren erschienen um die Pläne der Drei Übel in die Tat umzusetzen. Alles Marionetten des Bösen, und keiner wusste, wie es um sie stand. Der Dämon, der selbst vor Mephisto nur seine Augen zeigte war der letzte, der seinen Bericht ablieferte. Alles in Allem waren die Erfolge eher misslich. Viele Dämonen wurden von ihren Auftraggebern mit dem Tod bestraft, sie hatten es nicht einmal verdient, in der Hölle zu brennen. So auch ein Dämon, der starke Ähnlichkeit mit einer Gottesanbeterin hatte. Xazax war in der Wüste unverzüglich von Diablo persönlich getötet worden, nachdem er es nicht schaffte, sich die Macht der verfluchten Rüstung des Bartuc anzueignen. Misserfolge wurden nicht geduldet und niemand durfte scheitern, wollte er weiter in der Gunst der Drei Übel stehen. Mephisto, gelangweilt und enttäuscht von den Misserfolgen seiner Diener lauschte interessiert den Worten des Dämonen, dessen blaue Augen wieder flimmerten. Eine gewisse Leidenschaft für sein Werk war darin zu erkennen, das gefiel Mephisto, vor allem nachdem der unsichtbare Dämon der einzige war, der wirklich gute Neuigkeiten mit sich brachte.
„Sehr gut, mein Diener. Du hast dir eine Belohnung verdient, du sollst aufsteigen und meine rechte Hand werden. Nimm diese Versager,“ er deutete auf die gescheiterten Dämonen, die mithilfe von Magie an den Boden gefesselt waren. „Und mach dir ihre Macht zu Nutze. Bringe sie zu Kjord, er soll ihre Kräfte absorbieren und noch stärker werden. Ich will keine Fehler, es soll alles gut gehen. Wenn alles klappt, und glaube mir, willst du weiter dein Unwesen auf dieser Welt treiben, wird alles klappen, steht bald das komplette Arreat Gebirge unter der Herrschaft meiner Brüder und mir. Danach kann uns nichts mehr aufhalten!“
Mephisto schwebte eine Weile hin und her, nachdenklich aussehend verformten sich seine Augenhöhlen. „Aber höre auf den Jungen spielen zu lassen. Es soll wirklich alles glatt gehen. Ich habe das Gefühl, dass sich etwas gegen uns eingeschworen hat. Eine starke Macht, die sich bereits auf dem Weg zu Kjord befindet. Ich kann jedoch nicht sagen, wo diese Macht ist. Ich spüre sie nur..“ „Ja Meister Mephisto. Alles soll nach deinen Vorstellungen ablaufen, nichts mehr soll schief gehen. Und dein Geschenk wird Kjord sicher sehr interessieren, er kann nicht genug von dämonischer Macht bekommen! Bald wird er stark genug sein, den Himmel selbst anzugreifen.“ „Den Himmel selbst anzugreifen? Glaube mir, bevor Kjord je so weit kommen würde, wäre er tot!“ „Entschuldige, Meister.“ „Ja.. Nun geh, und wehe dir, wenn etwas tatsächlich nicht so laufen sollte, wie geplant!“
Mephisto verschwand im Dunkel seines Verlieses, ebenso verschwanden die geschlagenen Dämonen. Keines dieser Häufchen Elend war stark genug gewesen den Dreien zu dienen, und trotzdem sollten sie nicht gehen, ohne den Drei Übeln einen Profit einzuhandeln. Der unsichtbare Dämon, dessen blaue Augen kälter und berechnender aussahen, hielt große Stücke auf Kjord. Sollte selbst Kjord es nicht schaffen die Pläne der Drei Übel umzusetzen, wäre das nur schlecht für ihn. Er wollte nicht als gebrochener Dämon sterben, er wollte überhaupt nicht sterben. Er wollte an der Seite der Drei Übel die Welt von Sanktuario regieren, über sie herrschen, über sie gebieten, und zwar nach eigenem Ermessen.
Welcher Dämon könnte denn nicht ein solches Angebot abschlagen?
Ein hellblaues grinsen zeichnete sich in der Luft ab. Mit einem Tonfall der Zufriedenheit teleportierte sich der Dämon mit Leichtigkeit zurück in seinen Tempel um Kjord zu sehen, der bereits in der großen Eingangshalle des Tempels auf ihn wartete.

„Kjord, mein Junge, ich muss mit dir reden. Aber zuerst möchte ich dir ein Geschenk überreichen. Ein Geschenk des Herrn des Hasses. Ein Geschenk des Dämonen, der den Spiegel der Gier erschuf. Mephisto persönlich schickt dir die Macht vieler Dämonen, die kläglich versagt haben. Auf dass du besser mit der dir dann gegebenen Macht umgehen kannst, als diese Würmer, die sich auf den Weg in den Tod machen und dir all ihr Können überlassen.“
„Nur mal mit der Ruhe, ich muss auch mit dir sprechen. Es ist langweilig in diesem Dorf. Alle sind tot, ich kann niemanden quälen, ich sitze nur da und überlege, wie ich andere Dörfer unterjochen kann, aber es passiert nichts.. Nichtsdestotrotz ist es interessant zu wissen, dass Mephisto persönlich hinter alldem hier steckt. Das muss eine Mission von äußerster Wichtigkeit für ihn sein.“
„Dass du es erwähnst trifft sich gut. Denn genau das war meine zweite Nachricht an dich. Es wird Zeit weiterzuziehen. Du wirst weitere Dörfer auslöschen. Keines wird deiner Macht widerstehen können. Das Arreat Gebirge ist bereit unter die Herrschaft der Drei Übel zu geraten – und wir bereiten den Weg dazu, mein Junge.“
Nachdem diese Worte gesprochen worden waren, wandte sich Kjord den Dämonen zu, die der Unsichtbare für ihn mitbrachte. Er verleibte sich die Macht aller ein. Das geschah nicht ohne Folgen. Kjord wuchs auf eine beachtliche Größe, für einen Jungen seines Alters heran. Neue Muskeln durchzogen Kjords Körper und er wusste sofort sie einzusetzen. Er spürte, wie der Hieb seines Klinge noch tödlicher an Zerstörungskraft zunahm. Ihn umgab nun auch eine Aura. Eine leicht gelbliche Aura, die er verstecken konnte, wenn er sich dazu veranlasst fühlte. Sein Denkvermögen nahm zu, er spürte wie er fähig wurde mit der Kraft seiner Gedanken Dinge zu bewegen, sogar sich selbst zu bewegen. Die Fähigkeit zum Teleportieren war ihm nun gegeben. Dennoch musste er sich vorsichtig an seine neuen Kräfte gewöhnen.
„Ich denke die beste Möglichkeit, deine neuen Kräfte zu testen, wäre, wenn du dir das nächste Dorf unterjochen würdest. Was meinst du Kjord?“ „Mhh.. Ja, das wäre doch das Beste!“ Beide stimmten in Gelächter ein, und der blauäugige Dämon lies es sich nicht nehmen Kjord bei seiner Reise zu begleiten.
Um die große Strecke zum nächsten Dorf zu überbrücken zauberte der Dämon mit einer komplizierten Zauberformel in der Sprache der Hölle den Spiegel der Gier weiter, ins nächste Dorf. Der Spiegel manifestierte sich sogleich in einem Stall im nächsten Dorf. Beobachtet von den Tieren begann die hellblaue Aura um den Spiegel herum zu flackern. Die Tiere gerieten in Panik und lärmten so laut, dass das ganze Dorf sie hören konnte. Aufgebrachte Männer und Frauen machten sich auf den Weg zum Bauern, dessen Tiere diesen Lärm verursachten. Der Bauer selbst hatte das Geschrei seiner Tiere auch schon bemerkt und stand barfuss und mit einer Kerze in der Hand vor seinem Haus. Als die anderen ihn erreichten forderten sie ihn sogleich auf nach seinen Tieren zu sehen und sie ruhig zu stellen. Die Kinder sollten schlafen, sie selbst brauchten auch ihren Schlaf um am nächsten Tag wieder arbeiten zu können. Nach einer kurzen Diskussion beschlossen sie zusammen nachzusehen, was mit den Tieren los war. Als sich das Grüppchen von Menschen dem Stall näherte fiel einigen auf, dass ein hellblaues Licht aus der Wand hervorstieß. Die Tür des Stalls ging auf und alles war still. Ängstlich lugte ein Kopf in den Stall. Es war totenstill und es war auch kein Licht zu sehen. „Da drin ist nichts!“ sagte der Dorfbewohner schließlich. Sie schlossen die Stalltür wieder, und sofort ging das Gelärme der Tiere wieder los. Sie wollten einfach keine Ruhe geben. Ebenso konnte man wieder das hellblaue Licht sehen. Wieder öffnete der Bauer seinen Stall und wieder war es urplötzlich totenstill, dennoch, ein leichtes hellblaues Flackern war im hinteren Eck des Stalles wahrzunehmen. Langsam schlich sich der Bauer zu dieser Ecke. Er gab sein Bestes, doch ein Rascheln im Stroh, womit der Stall ausgelegt war konnte er nicht verhindern. Hinter ihm tönte ein Schnauben und der Bauer erschrak so sehr, dass er keinen Schritt weitergehen konnte. Mit Angstschweiß auf der Stirn drehte er sich langsam um. Und fiel erleichtert um, als er bemerkte, dass das nur sein Pferd gewesen war. Mit neuem Mut bahnte er sich den Weg in die hintere Ecke des Stalles. Ständiger Begleiter war das Rascheln des Strohs. Eine Eule gab sich lautstark im Giebel des Stalles zu erkennen und flog schnell aus dem Stall. Die Dorfbewohner, die vor der Tür warteten erschraken dabei sehr.
Als der Bauer schließlich beim Spiegel angekommen war, stockte ihm der Atem. Noch nie hatte er etwas so schönes, so reines gesehen. Die hellblaue Aura war nicht beängstigend. Sie flackerte wie eine kleine Flamme um den Spiegel, dennoch strahlte er keinerlei Wärme aus. Die Edelsteine, die in die Fassung eingelassen waren taten ihr Übriges, den Bauern zu blenden. „Seht euch das an!“ rief er dann nach draußen und die anderen Leute, die dort noch standen, rannten in den Stall. Alle waren sie hin und weg von dem Spiegel. Gerührt von dem Anblick verharrten alle nur still vor dem Spiegel, doch dann begannen die Tiere wieder zu lärmen. Aus ihrer Traumwelt gerissen versuchten sie dann die Tiere zu beruhigen. Wenn man genau in ihre Augen sah, wusste man, dass die Tiere irgendetwas witterten. Irgendetwas schlimmes war auf dem Weg hierher. Als der Bauer dann in die Augen seines Pferdes sah, konnte er eine Mischung aus Angst und hellblau erkennen. Er drehte sich sofort um und sah, wie sich die Aura ausbreitete. Bald umfasste sie den kompletten Stall. Vor Schreck lies er seine Kerze fallen, welche das trockene Stroh sofort entzündete. Beschäftigt das Feuer zu löschen, bemerkten sie nicht den Schatten, der aus dem Spiegel kam. Ein Paar hellblaue Augen schwebten in Richtung Decke und beobachteten das Geschehen von oben heraus. Das Feuer war gerade gelöscht, als sie sich umdrehten und gerade jemand aus dem Spiegel sprang. Eine menschliche Gestalt mit kindlichem Aussehen, dennoch groß wie ein erwachsener Mann. In der Hand hielt dieses Wesen eine Klinge, die halb so groß war, wie dieses Wesen selbst. Die gelbe Aura des Wesens vermischte sich mit dem Hellblau des Spiegels. Wenige Sekunden stand Kjord da. Er sah die Dorfbewohner an, die Dorfbewohner sahen total verängstigt zurück. Als dann der Bauer einen Schritt nach vorne wagte, stürmte Kjord los. Mit einem schnellen Hieb durchtrennte er den Hals des Bauern. Die anderen Bewohner, die im Stall waren begannen sofort zu schreien, doch sollte auch ihnen das gleiche Schicksal widerfahren. Wieder entzündete die Kerze des Bauern den Boden. Der tote Körper hielt die Kerze immer noch fest in Händen. Dieses Mal breitete das Feuer sich schneller aus. Ein mysteriöser Windhauch verteilte es auf den ganzen Stall. Die Tiere, nun vollends in Panik, gingen durch. Sie rannten im Kreis in ihren Stallkabinen und spürten das Feuer immer näher kommen. Die Hitze war bereits unerträglich, als sich das Feuer einen Weg durch die Holztüren in die einzelnen Stallkabinen fraß, die Tiere versuchten zu fliehen, doch war jeder mögliche Weg mit Feuer bedeckt. Grauenvoll verbrannten alle Tiere bei lebendigem Leib. Hoch schlugen die Flammen aus dem Stall, doch im Dorf hatte noch keiner bemerkt, was geschehen war. Während sich ein großer Junge in Begleitung von zwei hellblauen Augen den Weg durch die Flammen bahnten, schliefen die anderen Bewohner noch friedlich.
Kjord war bereits unten im Dorf angekommen, als der Stall unter der Macht der Flammen einstürzte. Er hieb sich den Weg durch das Dorf frei. Als er einmal ausholte, konnte er ein ganzes Haus zum Einsturz bringen, er hatte wichtige Haltepfeiler des Hauses zerstört, mit einem einzigen Schlag. Manchmal schlug er einfach nur die Tür ein und rannte durch das Haus. Jeden, den er finden konnte, tötete er, niemand überlegte. Der Dämon half Kjord beim Auslöschen dieses Dorfes. Er beschwor Feuer, das er in ein Haus hinein lenkte. Mystische Flammen in hellblauer Farbe wüteten sogleich im ganzen Haus. Manche griffen auf andere Häuser über, viele Menschen verbrannten auf grausame Weise. Ein anderes Mal lies er eine unsichtbare Druckwelle los. Ein Zauber mit tödlicher Macht. Das einzige, was man davon sehen konnte, war, dass die Luft sich auf einen zu zu bewegen schien, doch wenn man das dann realisierte, war man bereits tot. Drei Häuser hintereinander lies dieser Zauber einstürzen. Die Luft, die sich da mit hoher Geschwindigkeit fortbewegte war, als wäre sie gespickt mir Schwertern, die unablässig in Bewegung waren. Einzelne Luftpartikel stießen an andere und flogen wieder zurück und stießen wieder an andere. Das alles geschah auf eingeengtem Raum, wodurch eine Menge Energie freigesetzt wurde. Kam ein Mensch dieser Druckwelle in den Weg war es, als würde jeder Quadratzentimeter der Haut einzeln durchstochen und abgezogen werden. Das komplette Dorf war schließlich innerhalb einer Nacht dem Erdboden gleich gemacht. Zufrieden saß Kjord an einem brennenden Haus und genoss die Wärme, als ihn von hinten ein Pfeil in den Rücken traf. Ein einzelner Dorfbewohner war übrig geblieben und stellte sich Kjord, dem vermeintlich einzigen Gegner zum Kampf. Kjord stand sofort auf, wütend zückte er sein Schwert, welches mindestens doppelt so groß war, als das des einsamen Widersachers. Kjord holte aus und Stahl traf auf Stahl, dennoch zersprang das Schwert des Widersachers in tausend Stücke. Er zückte seinen Bogen und rannte einige Meter nach hinten, um besser zielen zu können. Kjord rührte sich nicht, er murmelte nur wenige Worte. Gerade als der nächste Pfeil Kjord eigentlich treffen sollte, war er jedoch verschwunden. Der Pfeil landete auf dem Boden, und der Schütze stand verwirrt da. „Hinter dir.“ Flüsterte Kjord. Der Bogenschütze wollte sich soeben umdrehen, als sein Torso von den Beinen getrennt wurde. Kjord schnappte sich den Torso und knüpfte ihn auf einen Fleischerhaken, den er an der Ortsmetzgerei sah. Somit musste sich der Widersacher einem grausamen Tod hingeben. Er verblutete, während er verbrannte und er hatte heißes Eisen in seinem Rücken stecken. Ob Glück oder nicht, jedenfalls hielt er das nicht lange aus. Nach einer Minute bereits war seine Seele aus ihm gewichen, während der Torso unter der Hitze des Feuers zusammenschrumpfte.

ntk
01.10.2006, 14:28
Kapitel 4
Kjord saß am Feuer, als er bemerkte, dass ihm noch der Pfeil des Unglücklichen im Rücken steckte. Schnell war der Pfeil herausgezogen und die Wunde verarztet. Durch eigene Heilfähigkeiten konnte Kjord sich weitgehend selbst regenerieren, was ihn zu einem noch stärkeren Gegner machte und er genoss es, verletzt zu sein, da er nun genau seine Heilfähigkeiten austesten konnte. Er sprach einen kurzen Zauberspruch und sofort begann die Wunde sich zu heilen. Zuerst wurde Blut aus der Wunde gespült, all das Blut, das mit der verrosteten Pfeilspitze in Berührung kam floss aus der Wunde und sofort wurde neues Blut gebildet, welches den Platz des alten einnahm. Die Wunde verkleinerte sich langsam, aber beständig. Die Haut wuchs zusammen und am Ende blieb nicht einmal eine Narbe übrig. Die Wunde heilte komplett zu, in nur wenigen Augenblicken. Kjord malte sich aus, wie er im Kampf gegen ebenbürtige Widersacher nicht sterben konnte, weil er sich bereits regeneriert hatte, bevor der Gegner ausholen konnte. Ein Grinsen zeichnete sich auf Kjords Mund ab und schließlich machte er es sich an einem der vielen Feuer in dem Dorf gemütlich und genoss die Szenerie, wie das Dorf herunterbrannte. Gegen Morgengrauen waren auch die letzten Häuser heruntergebrannt und gegen Morgengrauen erwachte auch Rigad in der Krone eines Baums, neben ihm schlief noch immer Cynn.
Rigad beobachtete Cynn. Der frische Morgenwind, der die Urwälder Kehjistans durchstreifte, fror ihn, da seine Kleidung immer noch etwas feucht war vom Regen. Cynns Haar wiegte leicht hin und her im Wind. Ein schöner Anblick, wie Rigad fand. Eine Weile lang genoss er es Cynn zu beobachten, wie sie da lag und ruhig schlief, jedoch wurde dieses idyllische Bild nach kurzer Zeit bereits gestört. Ein Greif flog nämlich gerade in die Baumkrone. Rigad war sofort kampfbereit. Er schnappte sein Schwert und stellte sich dem Feind. Der Greif schwebte einige Augenblicke auf der Höhe Rigads, bis er zum Angriff über ging. Schnell wich der Paladin aus, indem er sich unter seinem Feind hindurchbückte und auf den nächsthöhergelegenen Ast rannte. Im Bruchteil einer Sekunde sprang er auf den Rücken des dämonischen Vogels und klammerte sich an dessen Körper fest. Der Vogel schlug Pirouetten und lies Rigad keinerlei Gelegenheit ihm die Kehle durchzuschneiden. Hilfloser als erwartet verharrte Rigad auf dem Rücken des Vogels, und gerade als es eine Gelegenheit gegeben hätte, den Dolch zu ziehen und das Leben des Tieres zu beenden ging dieses in Flammen auf. Der Höllengreif verbrannte schnell und trotzdem spürte Rigad nicht ansatzweise die Hitze des Feuers. Er sprang aus dem Feuerball, der den Vogel umschloss, zurück auf den Baum. Cynn lächelte ihm bereits entgegen, als er endlich zu ihr hinüber sah. „Guten Morgen!“ rief Rigad und näherte sich der schönen Magierin. Er gab ihr die Hand, um sie den Weg den Baum hinunter zu geleiten. Doch bevor er Anstalten machen konnte, landete er schon auf dem Boden. Cynn zog es vor die leichtere Variante zu nehmen und teleportierte die beiden auf den Boden. Doch, was sie nicht erwarteten war, dass sie sich in einen Sumpf teleportierten. Über Nacht hatte es sehr geregnet, und in der Nähe musste wohl ein Fluss sein, der nun über die Ufer getreten war. Das Wasser stand kniehoch und war bräunlich vom Erdboden gefärbt. Cynn gefiel das gar nicht. „Traue nie einem Gewässer, das du nicht einsehen kannst.“ Riet sie oftmals, wenn die beiden einen Fluss überqueren wollten. Einen Zauber auf den Lippen machte sie sich sofort zum Kampf bereit. Langsam ging sie voran, während Rigad den Rücken deckte. Er hatte bereits sein Schwert gezogen und es flimmerte eine Aura um ihn herum, die ständig aufblitzte. Schritt für Schritt bahnten die beiden sich ihren Weg durch den rutschigen Untergrund. Da, wo vorher Gras, Unterholz und sonstige Pflanzen zu sehen waren, erblickten die beiden nur das braune Gewässer. Überall im Wasser konnten Schlangen oder anderes Getier auf sie lauern. Die beiden bewegten sich vorsichtig von Baum zu Baum und störten nach Möglichkeit nicht die Ruhe des Wassers. Als sie bereits einige Bäume hinter sich gelassen hatten, geschah es. Aus einem Hinterhalt heraus griffen mehrere froschartige Dämonen zugleich an. Umzingelt von mindestens zehn dieser schaurigen Kreaturen standen die beiden Rücken an Rücken und überlegten, wie sie vorgehen sollten. Zuerst zogen die Froschdämonen ihre Kreise um das Pärchen, dann stießen sie schaurige Kampflaute aus und zogen ihre Kreise enger. Rigad schloss die Augen. Er betete an den Himmel. Sofort wusste Cynn, was sie zu tun hatte und bereitete sich auch darauf vor. Eigentlich hätten die beiden längst angreifen können, doch um ihre Offensivkraft zu stärken, zog Rigad es vor etwas länger zu beten. Langsam formte sich eine Aura unter Rigads Füssen, die sich ausbreitete und auch Cynn zu umschließen begann. Funkelnde Sternchen wurden von der Aura ausgestoßen und wieder absorbiert. Schließlich rief Rigad laut: „Servamus ex Omnis!“ Die Aura breitete sich rasend schnell aus. Klar war ihre schützende Macht zu spüren, die sich Rigad von ihr versprach. Es war nun an der Zeit zu sehen, ob die Aura stark genug sein würde, die Dämonen griffen an, einige schossen Feuerbälle aus ihren Mäulern. Und tatsächlich: Die Aura lies die Feuerbälle abprallen und absorbierte, was nicht abgewehrt wurde. Ein Schutz vor den Elementen! „Obsecro fulmem pergerensem!“ schrie Cynn aus Leibeskräften. Sie begann eine starke Macht um sich herum aufzubauen. Das Wasser, das ihre Beine bedeckte wich von ihr zurück, man sah, dass sie im Begriff war, höhere Magie anzuwenden. Höher, und tödlicher. Während Rigad Cynn beschützte indem er jeden Dämonen, der versuchte mit körperlicher Gewalt vorzugehen, zurückschlug, baute Cynn weiter ihre Energiewelle auf. Endlich war es soweit, ein monströser Blitz kam aus ihrem Körper geschossen und erreichte den ersten Frosch, dieser lebte nicht mehr lange, als er mit dieser geballten Welle aus Energie in Berührung kam. Der Blitz, der so groß war, wie Cynn lenkte ab, von seinem aktuellen Opfer hinüber zum nächsten. Auch diesen Körper durchfuhr er. Rigad war beeindruckt von der Stärke des Zaubers. Noch nie hatte er so einen großen Kettenblitz gesehen. Ein weiterer Dämon folgte den anderen in den Tod und der Kettenblitz kam nicht zum Halten. Weiter bahnte er sich seinen Weg durch alles, was in seinen Weg kam. Bis er schließlich auch den Kurs auf Rigad einschlug. Der Paladin wusste, das Kettenblitze, wenn sie mit sehr viel magischer Macht gefüttert wurden, sehr gefährlich sein konnten, daher hatte auch seine Resistenzaura so sehr verstärkt. Doch er war nicht sicher, ob seine Aura auch einen solchen Blitz zurückhalten konnte. Er hatte die Größe Cynns und die Breite einer Kutsche. Zweifel regten sich in ihm, doch er musste sich in Sekundenbruchteilen entscheiden, sonst hätte es sein können, dass er das nicht überleben würde. Cynn konnte ihm nicht helfen, sie war noch immer dabei, sich von dem Zauber, den sie gewirkt hatte zu erholen, als Rigad schließlich ein Entscheidung fällte. Er kniete nieder und hielt dem Blitz sein Schwert entgegen. Natürlich war es mit diversen Schutzzaubern bedeckt, und diese Situation würde sie alle beanspruchen. Er betete ein wenig, während seine Klinge zu leuchten begann. Als der Blitz ihn dann erreichte, schnellte Rigad nach oben und schlug mit all seiner Kraft gegen den Blitz. Er hoffte das Beste – und er war stark genug, den Blitz abzuwehren! Eine riesige Druckwelle wurde freigesetzt, die dank Rigads Aura ihn und Cynn nicht weiter störte. Der Blitz teilte sich auf in viele kleine Blitze, die in sämtliche Richtungen ausströmten und auch die letzten Gegner um ihr Leben brachten. Der Aufschlag von Schwert und Blitz und die dadurch entstandene Druckwelle rissen einen tiefen Krater in den Boden, das Wasser strömte hinein und ein starker Sog riss Cynn und Rigad mit. Cynn, die sich gerade wieder erholt hatte, reagierte schnell. Sie sprach einen Zauberspruch, schnell genug um die Ohren Rigads ihn nicht verstehen zu lassen. Sie schrie lauthals und beide waren umgeben von heiligem Feuer. Rigad verstärkte diesen Zauber mit einer feurigen Aura. Die Magierin schrie weiter. Das Getöse des Wassers, das Flammen des Feuers, das Schreien der zwei Personen, der Lärm wäre für beide unerträglich gewesen, wenn sie ihn nicht selbst anrichteten. Nun begann das Wasser noch zu zischen, das heilige Feuer tat, was es sollte. Das Wasser verdampfte und der Strom wurde schwächer. Cynn und Rigad nutzten die aktuelle Schwäche der Wassermassen und schwammen zum nächsten Baum hin, denn auch ihre Kraft war nicht unbegrenzt, und sie wurde stark in Anspruch genommen von diesen Zaubern. Cynn heftete sich an den Baum, und Rigad umschloss sie mit seinen Armen, um sich auch noch an den Baum zu klammern, so lange, bis der Krater endlich vollends mit Wasser gefüllt war. „Puh, das war knapp, und sehr anstrengend!“ keuchte Cynn hervor. Ihre Brust hob und senkte sich schnell, nach Atem ringend. „Und das alles auf leeren Magen.“ Grummelte der Paladin und gab Cynn einen Wink nach oben zu klettern. Zuerst genoss Rigad den Anblick, als er, den Baum hochkletternd, nach oben sah und Cynn von unten betrachten durfte, doch er entschied schnell, dass es keiner Magierin, und vor allem nicht ihr, Cynn, würdig war, so von unten, unter den Rock, angesehen zu werden. Schnell bereute er seine unflätigen Gedanken und sprach im Kopf ein Sühnegebet. Oben angekommen fiel Cynn sofort auf die Knie und keuchte weiter, bis sie sich hinlegte und sich erst einmal erholen wollte. Rigad tat es ihr gleich. Er lag auf dem Bauch und sah zu ihr herüber. Er blickte in ihre flackernden Augen und zwang ihr somit ein Lachen auf die Lippen. „Denen haben wir es aber gezeigt.“ „Ja. Ich bin beeindruckt von deinen Künsten. Ich dachte ich kenne dich gut, doch du hast immer wieder neue Überraschungen auf Lager. Nie habe ich einen so großen Blitz gesehen, ich dachte so einen Blitz hervorzurufen würde einen umbringen?! Und danach auch noch dieses Feuer. Ich bin wirklich fasziniert. Für eine so junge Magierin bist du aber vielen Älteren weit überlegen. Es ist eine Fügung des Schicksals, dass wir miteinander reisen dürfen.“ Rigad war völlig aus dem Häuschen von der Show Cynns. „Danke, danke. Du schmeichelst mir. Um ehrlich zu sein bin ich selbst überrascht über meine Leistung. Aber nun brauche ich unbedingt etwas zu essen, ich bin am Ende meiner Kräfte, mein Arm ist fast schon zu schwer für mich.“ „Bleib wo du bist, ich hole dir etwas.“
Da er nicht im Stande war solche Zauber zu wirken, war Rigad natürlich nicht so erschöpft wie Cynn. Er machte sich die dicken Äste der Urwälder zu nutze und sprang mit einer Anlaufschnelligkeit, wie sie für normale Menschen unmöglich gewesen wäre auf den Nachbarbaum. Dort fand er einige Früchte, die an den Ästen hingen und steckte sie in einen Beutel. Als er viele verschiedene Früchte beisammen hatte, und sicher war, dass es für Cynn und ihn genug sein würde, machte er Kehrt. Er gesellte sich neben Cynn und verführte ihre Augen, und wie er hörte auch ihren Magen mit den lecker aussehenden Früchten. Beide lachten sie und genossen ihre erste Mahlzeit an diesem Tag. Denn auch wenn es nur bei Cynn hörbar gewesen war, auch Rigad war sehr hungrig und hatte eine Stärkung ebenfalls nötig. Den beiden war es im Eifer des Gefechts gar nicht aufgefallen, doch waren bereits viele Stunden ins Land gezogen, die Sonne war bereits zu einem Drittel vom Horizont verschluckt worden. Als Cynn leicht eingenickt war, kletterte Rigad weiter hinauf. Der Baum war sehr geeignet fürs Klettern. Man konnte sich sogar auf das Blätterdach setzen, ohne herunterzufallen. Das musste er sofort Cynn zeigen. Liebevoll und dennoch bestimmt weckte er Cynn und bedeutete ihr, dass sie ihm unbedingt folgen musste. Schließlich saßen beide auf dem Baum und überblickten die weiten Wälder Kehjistans. Als sie sich gen Westen drehten, um den Sonnenuntergang zu bewundern, konnten sie schon, ganz klein, ihr Ziel ausfindig machen. Das Arreat Gebirge war von hier aus, in der Größe eines Käfers zu sehen.
„Willst du wissen, warum ich an dem Tag, an dem du mich verarzten musstest, zu weinen begann?“ fragte Cynn. Leicht verwirrt bejahte Rigad die Frage und Cynn begann zu erzählen.
„Ich lebte mit meiner Mutter in einem Dörfchen in der Nähe von Kurast. Vom Hafen kamen öfters merkwürdige Menschen. Wie mir erzählt wurde, wurde meine Mutter von einem Durchreisenden vergewaltigt und sie gebar mich. Und genau dieser Durchreisende kam nach fünf Jahren wieder. Er wollte mich holen, ich weiß nicht warum, oder wohin. Meine Mutter wollte es nicht zulassen und tat, was sie konnte, um mich vor ihm zu verstecken. Ich weiß nicht wieso, aber ich kann mich noch deutlich daran erinnern: Sie nahm mich in die Arme und rannte so schnell sie konnte durch den Wald. Der Durchreisende war wohl eine Art Dämon, der fähig war, seine Gestalt zu ändern. Ich sah hellblau strahlende Augen, als ich über die Schulter meiner Mutter sah. Sie schienen zu schweben, aber ich meine auch, einen schlangenähnlichen Kopf gesehen zu haben. Jedenfalls rannte meine Mutter so schnell sie konnte, immer tiefer in den Dschungel. Die Zahl unserer Verfolger vervielfachte sich, einige Fetische rannten ebenfalls hinterher. Es muss ihre Liebe zu mir gewesen sein, die sie dazu beflügelte so lange so schnell zu rennen. Irgendwann jedoch konnte sie nicht mehr weiterlaufen. Sie befahl mir weiterzulaufen und nie zurückzusehen... Sie opferte sich für mich!“ Cynn begann wieder zu weinen, während Rigad ihr konzentriert zuhörte. Einige Augenblicke vergingen, bis Cynn sich wieder fing. „Irgendwann kam ich an ein komisch aussehendes Lager. An einem Lagerfeuer saßen ein paar Frauen, Zauberinnen der Zann-Esu, wie sie mir erzählten, als sie meine Verfolger getötet hatten. Jedoch meinten sie auch, dass da kein Schlangenwesen mit hellblau glänzenden Augen zu sehen war. Ich blieb bei den Magierinnen, und sie bildeten mich zu einer von ihnen aus. Sie brachten mir alles bei, was ich heute im Stande bin zu tun. Sie haben mich streng erzogen, aber dennoch waren sie gut zu mir. Der Grund warum ich in Tränen ausbrach ist der, dass seit meiner Mutter und seit diesen Magierinnen mich niemand mehr so fürsorglich und liebevoll behandelt hat. Seit ich das Lager dieser Frauen verließ sind viele Jahre bereits vergangen, viele Jahre, voller Einsamkeit, Trauer und Schmerz. Dann bist du irgendwann aufgetaucht. Nun kann ich es dir sagen. Der Spiegel der Gier den wir finden und zerstören wollen, ist nicht mein Hauptziel. Der Spiegel wurde von Mephisto geschaffen und an einen seiner treuesten Diener übergeben. Wie ich in einem Buch der Zauberinnen las, war der Durchreisende genau dieser Dämon. Es ist nicht viel bekannt von ihm, einen Namen kennt man nicht, sein Merkmal sind aber diese teuflischen hellblauen Augen. Seine wirkliche Gestalt kennt man auch nicht, da er meistens nie mehr, als seine Augen zu sehen gibt, doch ich habe seinen Kopf gesehen. Sicher, der Spiegel muss auch zerstört werden, aber mein Hauptziel ist es den Dämonen, der über den Spiegel gebietet zu vernichten. Er hat meine Mutter getötet, er soll dafür büßen!“ Wieder brach sie in Tränen aus, Wut funkelte in ihren Augen.
„Blinde Rache ist nicht das Beste, Cynn. Wenn wir nicht aufpassen, wird das tödlich enden. Aber dennoch bin ich gewillt, dir zu folgen. Was dir angetan wurde, muss gesühnt werden, aber bitte, mache nichts unüberlegtes..“ In Rigads Stimme lag ein Unterton der Sorge und Cynn spürte, wie wichtig sie ihm war. Sie spürte auch, dass es umgekehrt genauso war. Dennoch wollte sie vorerst nichts deswegen unternehmen, ihre Rache sollte zuerst kommen, dann würde sie weiter darüber nachdenken, wie das mit ihr und Rigad weitergehen sollte.
Cynn und Rigad waren sehr schnell unterwegs. Ein weiterer strammer Tagesmarsch nach dem anderen, und sie würden in drei Tagen die Meerenge überqueren und das Gebiet des Arreat Gebirges betreten. Sie hofften bald bei ihrem Feind angekommen zu sein und bald ihren Auftrag erledigt zu haben. Als die beiden sich weiter auf den Weg durch den Dschungel machten, begann es wieder stark zu regnen. In wenigen Sekunden waren beide nass bis auf die Knochen. Cynn hingen die Haare ins Gesicht, während Rigad mit den Tropfen zu kämpfen hatte, die ihm in die Augen flossen und sämtlichen Schweiß und Dreck, der sich in den letzten Tagen auf seinem Gesicht gesammelt hatte in seine Augen wusch. Das brannte und seine Sicht war stark eingeschränkt. Bei diesem Blickfeld, das ihm nur zur Verfügung stand, musste er an die alten Zeiten denken, als er mit anderen Ausgestoßenen die Nächte in Kneipen verbrachte und, kaum noch lauffähig, nach Hause torkeln musste, um sich auszuschlafen. Immer weiter durch den Mittagsregen ging es voran. Die Schwüle war deutlich spürbar und die Reise wurde wieder sehr anstrengend. Das Unterholz und Gras am Boden und neben ihnen behinderte ihre Schritte, teilweise kamen sie gar nicht durch die schier endlosen Wände des Grases, jedoch konnten ein paar kräftige Hiebe mit Rigads Schwert dieses Problem aus der Welt schaffen. Schnellen Schrittes bewegten sie sich durch den Dschungel, bis das Plätschern des Regens unnatürlich laut wurde. Und als sie den nächsten Busch durchquerten wussten sie auch, warum. Ein riesiger See hatte sich in den sintflutartigen Niederschlägen gebildet und der Regen prasselte auf den See herab, als wäre es Hagel. Dicke, starke, schnell fallende Tropfen. Diesen See zu durchqueren könnte tödlich sein. „Wir wissen nicht wie tief es dort drin ist. Wenn es zu tief ist, kann es Gefahren beherbergen, von denen wir nicht einmal im Traum wüssten, dass sie existieren. Wir müssen einen anderen Weg finden.“ „Ja ich weiß, Cynn, doch wo sollen wir hin? Der See hat mindestens einen Durchmesser von fünf Meilen! Ihn zu umschreiten würde nicht nur viel Zeit kosten, sondern uns auch eventuell von unserem Weg abbringen. Irgendwie müssen wir den direkten Weg einschlagen.“ „Dann lass uns ein Floß oder etwas Ähnliches bauen.“
Angespornt von ihrem sich selbst gestellten Zeitdruck, machten die beiden sich an die Arbeit. Rigad versuchte Holzstücke zu besorgen, aus denen man ein Floß bauen könnte, Cynn kletterte in den Bäumen umher, auf der Suche nach Lianen, die man benutzen könnte, um die Holzstücke zu vertäuen. Als Rigad einige Holzstücke zusammen hatte, machte er sich auf den Weg zurück zum See, doch Cynn war nirgends zu sehen. Dass sie in den Bäumen saß, wusste er nicht. „Hier oben Rigad!“ rief Cynn von einem hoch gelegenen Ast herab. Er sah hinauf. Zwar prasselte ihm der Regen ins Gesicht, doch er konnte seine Gefährtin in den Bäumen erkennen. „Natürlich...“ sagte Rigad nachdenklich. „Wieso ist mir das nicht sofort eingefallen?“ Er rannte zu Cynns Baum und kletterte nach oben. Dort angekommen berichtete er Cynn, was ihm gerade eingefallen war. „Wir können den direkten Weg, über den See nehmen. Wir müssen nur etwas höher sein, als der See selbst.“ Mit einem Fingerzeig machte er ihr klar, dass er versuchen wollte, von Baum zu Baum zu klettern, und so den See überqueren wollte. Diese Idee gefiel der Zauberin. Sie nahm die Lianen, die sie bereits gesammelt hatte, und gab einige ihrem Begleiter. Die Lianen würden beim Überqueren dieser Hindernisse schon irgendwie nützlich sein.
So machten sie sich sofort auf den Weg über die Bäume. Sie sprangen von Ast zu Ast, sofern die Lücken zwischen den Ästen nicht zu groß und die Äste nicht zu dünn waren. Der Wolkenbruch erschwerte die Sache natürlich, es kam vor, dass einer der beiden beim Landen auf einem anderen Ast ausrutschte, und sich gerade noch rechtzeitig am Ast festklammern konnte. Mittlerweile wussten die beiden auch, warum es besser war, den Weg über die Bäume zu wählen. Ihr Aufenthalt blieb nicht unbemerkt, und selbst wenn sie das Floß fertiggestellt hätten, wären sie damit vermutlich nicht weit gekommen. Als sie runter zum See sahen, konnten sie bemerken, wie sich große Schatten im Wasser bewegten. Sie schwammen zwischen den Bäumen, um die sich der See aufgebaut hatte umher und lauerten darauf, dass einer der beiden den Halt verlieren und in den See fallen würde. Ein sicherer Tod für den, dem es passierte. Cynn und Rigad ließen sich von den Tieren, die eindeutig nicht fähig waren, die Bäume hinauf zu klettern nicht beeindrucken. Ungestört setzten sie ihren Weg durch das Astwerk des Dschungels fort und hatten bald schon die Mitte des Sees überschritten. Womit sie jedoch nicht gerechnet hatten war, dass in einem dieser Bäume ein Blutfalkennest war. Das könnte, im Gegensatz zu den Wassertieren ein ernsteres Problem darstellen. Langsam und leise schlichen die beiden über den Ast, und versuchten das in den Baum gebaute Nest zu umgehen, ohne auf sich aufmerksam zu machen. Den dicken Stamm hinter sich lassend schlichen sie am Nest vorbei. Alles schien gut zu gehen. Die beiden waren bereits einige Meter von dem Nest entfernt und auch sonst war alles wie davor. Doch durch den Regen hindurch beobachtete sie ein Paar roter Augen. Einige Äste über ihnen wartete der Blutfalke, bis die beiden sich in Sicherheit wogen. Dann war es soweit. Der Aufseher dieser Bestien stieß einen lauten Schrei aus und sofort flogen viele fledermausartige Tiere aus dem Nest heraus. Mit ihren spitzen Zähnen schnappten sie nach den Eindringlingen. Rigads Rüstung war dick genug, ihnen zu widerstehen, doch er machte sich Sorgen um Cynn, eventuell war ihre Kleidung nicht gut genug geschützt um den Zähnen der Horden von Gegnern zu widerstehen. Er packte sein Schwert und hatte bereits einige dieser Tiere getötet, als Cynn schließlich ausrutschte und in den See zu fallen drohte. Ihre Magie war nun nicht mehr anwendbar, denn sie musste sich an dem Ast unter Rigad festhalten. Die Blutfalken organisierten sich sofort neu und stürzten sich fast alle auf Cynn. Das vermeintlich schwächste Glied sollte zuerst beseitigt werden. Der Paladin kämpfte sich voran. Der Regen behinderte die Blutfalken nicht sonderlich und er hatte so seine Mühen zu Cynn zu kommen. Als er sie gerade erreichte, musste sie jedoch los lassen. Ein Blutfalke hatte sich in ihre Hand verbissen, das Blut rann ihren Arm herunter und lockerte ihren Halt, bis sie schließlich nicht mehr konnte. „CYNN!!!!“ schrie Rigad entsetzt. Sie fiel hinunter, auf den See zu. Es waren einige Meter, die es galt herunterzufallen. Mit einem Schrei der Trauer und Wut holte Rigad zu einem vernichtenden Hieb aus. Die Blutfalken die er mit seinem Schwert traf, waren sofort entzweit. Die Wucht und Stärke des Angriffs zog noch einen Luftstoß, der ebenso scharf war, wie seine Klinge, hinter sich her. Keiner der Blutfalken überlebte diesen Angriff. Ohne lang nachzudenken schnappte sich Rigad ein Liane, heftete sie an den Baum und sprang Cynn hinterher. Sie war noch am Leben, da sie auf dem Rücken eines dieser Schattenwesen gelandet war. Dennoch, die anderen riesigen Dinge, die da unter Wasser waren machten keinen Unterschied, ob einer ihrer Artgenossen daran verenden würde, oder nicht, wenn sie Cynn auffraßen. Rigad landete auf dem gleichen Tier und sah nach Cynn. Ohnmächtig lag sie da, ihre Hand blutete noch immer stark und es waren mindestens sechs andere Tiere um sie herum, die abwogen, wann sie am besten zuschlagen sollten. Rigad schnappte Cynn und nahm sie über die Schulter, während er mit seinem Schwert in der Hand betete. Als das Gebet beendet war, hieb er einem scharf um sich herum. Das Wasser, das sie umgab, zog sich zurück. Die Welle, die sich gebildet hatte, riss die anderen Tiere mit sich und bevor er sich auf den Weg zurück in das Astwerk machte, versetzte er dem zappelndem Tier, auf dem er stand einen todbringenden Stoß mit dem Schwert in den Hinterkopf.. Dieses Massaker mussten andere Dschungeltiere auch bemerkt haben. Einige mannsgroße Fliegen stürmten auf sie zu. Rigad hatte keine Chance. Wie sollte er mit Cynn auf dem Arm eine Liane hochklettern und gleichzeitig Dschungelmonster bekämpfen? Er hoffte auf sein Glück und hielt nicht an. Immer näher kamen sie einem rettenden Ast, auf dem er Cynn hätte ablegen und sich dann um die Monster kümmern können. Aussichtslos. Vier dieser Monster an der Zahl umschwirrten ihn und bald würde eines von ihnen bestimmt angreifen. So kam es dann auch. Eine der Fliegen griff an, frontal hielt es auf Rigad zu, der versuchte sich mit Tritten gegen das Wesen zu wehren, jedoch waren seine Versuche nicht von Erfolg gekrönt. Gerade setzte es zum entscheidenden Todesstoß an, als es plötzlich in Flammen aufging. Eine Sekunde lang begriff Rigad nicht, was vor sich ging, dann hörte er Cynns Stimme flüstern. „Wird Zeit, dass ich dir auch mal wieder das Leben rette, findest du nicht? Los, klettere weiter!“ Mit neuer Motivation machte sich Rigad auf den Weg weiter nach oben. Die Liane war stark, der Regen ließ auch langsam nach. Cynn hatte bereits alle Monster mit ihren Zaubern in Flammen aufgehen lassen, als sie endlich oben ankamen. „Immer musst du die Halbtote spielen und dann wieder alles gerade biegen..“ „Ich will dich sehen, wenn du aus dreißig Metern Höhe auf so einem Ding landest. Lass uns weiter gehen, dieser verfluchte Dschungel zehrt an meinen Nerven.“ „Du hast Recht. Wir waren schon viel zu lange hier drin, wir müssen endlich bis zum Arreat Gebirge vorstoßen.“
Der Regen setzte aus, als die Nacht heranbrach. Cynn und Rigad entschlossen sich, diese Nacht nicht in einem der Bäume zu kampieren. Sie wollten endlich den Dschungel verlassen und weiter kommen. Endlich hatten sie den See hinter sich gelassen. Weiter ging es durch nasses Unterholz und Gebüsch. Cynn lies mit einem Zauber einen Lichtschein um die beiden herum entstehen, der für andere total unsichtbar war. Niemand würde ihn bemerken. Nach einer langen Nacht, die sie durchwandert hatten bemerkte Cynn etwas, das die beiden noch weiter motivierte. Es ging leicht bergauf. Ebenso wurde es kühler. Sie mussten dem Gebirge schon sehr Nahe sein. „Bald sind wir da!“ bemerkte Cynn mit einem Lachen im Gesicht. Und auch Rigad freute sich. Der Dschungel würde endlich hinter ihnen gelassen werden. Beide waren gespannt, was sie im Arreat Gebirge erwartete, als sie die ersten Schritte aus dem Wald taten und sich vor ihnen eine stark ansteigende Berglandschaft abzeichnete.

ntk
01.10.2006, 14:28
Kapitel 5
Respektvoll sahen Cynn und Rigad den Berg hinauf. Sie mussten schnell hinauf kommen und dann ihren Weg durch das Arreat Gebirge finden. Irgendwo in diesem Gebirgsmassiv würden sie den Spiegel der Gier und den mysteriösen Dämon, der mit dem Spiegel verbunden war, finden. „Lass uns keine Zeit verlieren, los!“ Bestimmt machten sich die beiden auf den Weg, und sie waren auch recht schnell diese Wand hinaufgeklettert. Es gab keinerlei Zwischenfälle. Das kühlere Klima kam ihnen entgegen. Keine Moskitos, keine Schwüle, kein Dschungel. Bereits am Abend waren sie oben auf dem Plateau angekommen. Vor ihnen war ein großer Wald. Kahle Bäume standen dort, Nebel zog auf. Es war bereits so sehr abgekühlt, dass man ihren Atem sehen konnten. Cynn sah den Wald entlang. „Dort hinten. Da ist ein Lagerfeuer. Eventuell ist dort jemand, der uns auf unserer Reise behilflich sein kann. Eine Wegbeschreibung durch den Wald wäre durchaus hilfreich.“ Und so lief sie, gefolgt von Rigad los, zu dem Lagerfeuer hin. Das kleine Lager war leer. Dort fanden sie ein Zelt und ein paar Nahrungsmittel, doch beschlossen sie, nichts anzufassen und sich einfach nur ans Feuer zu setzen.
Gemütlich dasitzend hörten sie schließlich Schritte im Wald. Rigad sah zur Seite und konnte eine schattenhafte Gestalt ausmachen. Er stand auf, die Hand an das Heft seines Schwertes gelegt. Ein Krachen war zu hören, so, als hätte man etwas fallen gelassen. Nun stand auch Cynn auf und lugte in den Wald hinein. Als sich die beiden gerade wieder setzen wollten, sprang jedoch eine Person aus dem Wald, die mit Wurfspeeren bewaffnet auf sie los ging. Langsam näherte sich die Person dem Licht des Feuers und fragte: „Wer seid ihr? Was macht ihr hier?“ „Wir sind auf dem Weg nach Westen, wir müssen diesen Wald durchqueren und hatten gehofft, dass derjenige, dem dieses Lager gehört uns einen Weg durch den Wald beschreiben kann. Wenn ihr gegen die Dämonen seid, dann sind wir auf Eurer Seite!“ Die Person ließ ihren Speer sinken und trat ins Licht. Eine Amazone, wie sich herausstellte. Ihre langen Beine, die mit Lederstiefeln versehen waren, verliehen der Amazone Größe. Sie trug eine Art Lederanzug, der um die Brust herum noch mit Eisen verstärkt war. Langes, blondes Haar wallte auf der Rüstung vom Kopf herab. Auf dem Rücken trug sie einige Wurfspeere, die mit Schnitzereien der Amazonen geschmückt waren. Scharfe Speerklingen glänzten im Schein des Feuers. Die Amazone ging zurück in den Wald und kam mit dem Feuerholz, das sie fallen gelassen hatte, wieder. Sie legte es ab und setzte sich zu Cynn ans Feuer. „Mein Name ist Thanya. Ich komme von der Insel Skovos. Da ihr auch durch den Wald müsst, kann ich euch führen. Auf der anderen Seite des Waldes ist eine Stadt. Dort treffen sich vielerlei Krieger und Kriegerinnen für eine Schlacht gegen die Dämonen. Sie wollen den östlichen Teil des Gebirges von den Ausgeburten der Hölle befreien. Ich bin hier stationiert, die neu Hinzukommenden zu führen. Doch bald ist es soweit, dass wir angreifen, sodass es keinen Grund mehr gibt, hier zu warten. Ich kann euch bis in die andere Stadt bringen, dann sehen wir weiter. Aber sagt, was machen ein Paladin und eine Magierin hier? Es sieht nicht so aus, als wolltet ihr euch uns anschließen, oder?“
Cynn und Rigad stellten sich vor und erklärten ihre Gründe für ihr erscheinen. Thanya hörte ihnen interessiert zu und erklärte ihnen, was in dem Wald vor sich ging. „Gut, wir werden morgen früh aufbrechen, dann haben wir einen strammen Dreitagesmarsch vor uns, ihr solltet euch gut ausruhen, denn in diesem Wald werdet ihr keinen Schlaf finden. Und solltet ihr doch dazu kommen, werdet ihr nicht lange genug leben, um ihn zu genießen. Böse Dämonen hausen in diesem Wald, und bei der erstbesten Gelegenheit werden sie zuschlagen, das kann ich euch jetzt schon versprechen. Wir müssen immer zusammen bleiben, habt ihr das verstanden?“ Sie bejahten und legten sich hin. Thanya tat es ihnen gleich. Zwar war sie bereits gewohnt, durch den Wald zu laufen, doch es konnte immer etwas Neues geschehen, worauf man schnellstens eine Antwort parat haben sollte.
Der nächste Morgen graute. Im Schein der aufgehenden Sonne erwachte Cynn und blickte sich um. Thanya war verschwunden, Rigad war auch nirgends zu sehen. Schnell stand sie auf. Was war los? Wo waren die beiden hingegangen? In dem dicken Nebel, der sie umhüllte, konnte sie keine fünf Meter weit sehen. Beunruhigt blieb sie bei dem Lagerfeuer. Als sie hinter sich auf einmal Geröll sich bewegen hörte, fuhr sie erschrocken herum, um festzustellen, dass dort wohl nichts war. Sie näherte sich der Klippe, die sie am Vortag noch hochgeklettert war. Alles war weiß. Der Nebel versperrte auch die Sicht nach unten. Da sah sie einen Schatten den Berg hinaufklettern. Irgendetwas wollte den Berg erklimmen. Die Magierin bereite sich auf einen Kampf vor, doch als sie gerade einen Feuerball hervorzaubern wollte, hörte sie Rigads Stimme. „Hilf mir mal bitte hier hoch, ich bin diese verteufelte Klippe hinuntergerutscht.“ Sie nahm seine Hand und war froh nicht mehr alleine zu sein, doch auf einmal riss Rigad ihre Hand herunter und beide stürzten die Klippe hinab. Den ganzen Berg, über jeden Stein, den sie vorher noch zusammen erklommen hatten. Warum? dachte Cynn mit Tränen in den Augen. Gleich würde sie sterben. Gleich würde sie auf dem Boden aufschlagen und sich sämtliche Knochen brechen. Als sie unten aufschlug, konnte sie noch kurzzeitig umhersehen. Sie sah Rigad, der mit einer Teufelsfratze auf sie herabsah und ihren nahmen rief. „Cynn. Cynn. Cynn!!“ Um Cynn wurde es alles weiß, und dann wachte sie auf. Umgeben von Nebel sah sie in Rigads Augen und schrie ihm erst einmal ins Gesicht. „Ruhig, ruhig. Du hattest einen Alptraum.“ Sie hob ihren Körper. Hinter Rigad stand Thanya und sah Cynn besorgt an. „Ich sagte es euch. Wenn es hier schon solche Probleme macht, würdet ihr dort drin,“ sie zeigte zum Wald hinüber, „bestimmt keinen Schlaf finden. Dieser Wald ist verflucht, seit die Dämonen darin hausen. Aber lasst uns gehen, je schneller wir uns auf den Weg machen, desto schneller kommen wir dort wieder heraus. Bleibt dicht bei einander, damit wir uns in dem Nebel nicht verlieren.“
Und los ging es. Thanya ging voran. Die wohl gebaute Amazone führte die anderen beiden in den Wald. Alle waren sie kampfbereit. Der Wald machte ihnen allen Angst. Der Nebel war so dick, dass man nur noch den Schatten seines Vordermanns sehen konnte, obwohl dieser nur einen halben Meter voran lief. Schneefall setzte ein. Die weiße Wand des Nebels war nun noch verziert mit weißen Linien vom Schnee. Die Kälte kroch allen den Rücken hinauf und verursachte Gänsehaut. Die Bäume standen dicht an dicht und vermittelten eine karge, triste, lebensfeindliche Ausstrahlung. Die Rinde war morsch und bröckelte teilweise von den Bäumen. Die älteren Bäume hatten Wurzelberge um sich herum, die manchmal so groß waren, wie Rigad, und er war keine kleine Person. Der Schnee auf dem Boden umschloss ihre Füße und verursachte weitere Gänsehaut. Cynn und Rigad, die gerade erst aus dem schwülen Urwaldklima kamen, mussten nun in dieser Kälte umherlaufen. Die Umgewöhnung war hart, doch ihnen war die Kälte lieber, als die Wärme. In der Kälte musste man konzentriert bleiben, nicht wie in der Wärme. Ein Fehler, und es könnte sehr böse enden, in der Wärme wäre man einfach weiter gelaufen. Hinter Thanya lief Cynn, dahinter Rigad. Die Amazone bahnte sich ihren Weg schnell und bestimmt. Man merkte, dass sie schon öfters diesen Weg gegangen war. So setzte diese Gruppe ihren Weg fort durch den Wald, bis es Abend wurde. Sie sprachen nicht viel, da man nicht sehen konnte, ob ein Feind direkt neben einem stand. Man musste immer kampfbereit sein.
Auch in der Nacht war der Nebel dick und der Schnee fiel weiterhin auf sie herab. Als die Gruppe eine kleine Senke, umringt von Wurzelbergen durchschritt begann es. Der Grund, den Thanya schon leicht angeschnitten hatte, warum man in diesem Wald keinen Schlaf finden würde. Schreie durchschnitten das leise Geräusch des Windes in den Bäumen. Schreie von gebrochenen Menschen. Unter Qualen und Todesangst gestellt. „Sie foltern sie..“ flüsterte Thanya. „Wer foltert wen?“ wisperte Rigad zurück. „Menschen, die in dem Wald verloren gehen, die sie sich geholt haben, während alle anderen geschlafen haben. Sie nehmen sie und foltern sie. Nacht für Nacht. Tagsüber ‚dürfen’ sie sich erholen, bis dann nachts die Folter von Neuem beginnt.“ Rigad lief ein Schauer heiß den Rücken hinunter. „Und wer sind ‚sie’?“ fragte Cynn verunsichert, ob sie die Antwort überhaupt hören wollte. „Dämonen. Dämonen jeglicher Art. Mehr weiß man leider nicht von ihnen. Die meisten, die die Dämonen je zu Gesicht bekamen, befinden sich nun in ihrer Gefangenschaft, oder sind tot. Deshalb will ich auch so schnell wie möglich durch diesen Wald kommen, er ist mir nicht geheuer. Würde man wenigstens etwas sehen können...“ Das dachte Rigad auch gerade. Er konnte nur hoffen, dass Cynn die Amazone nicht aus den Augen verlieren würde, denn sonst hätten die beiden ein Problem. Rigad konnte Thanya schon nicht mehr sehen, der Nebel war einfach zu dick. Weiterhin hallten die Schreie durch die Nacht. Wie Nadelstiche durchdrangen sie den Weg in Rigads Gehörgang. Irgendwie schienen die Schreie immer näher zu kommen, während sie gleichzeitig auch wieder von ihnen wegzuschwirren schienen. Ein weiterer Schrei hallte von rechts an Rigads Ohr. Er wendete seinen Kopf, da er schwören hätte können, dass die Quelle dieses Schreis direkt neben ihm war. Als er wieder nach vorne sah, war er allein. Cynn und Thanya waren im dicken Nebel verschwunden. „Cynn! Thanya!“ rief Rigad laut. Die Erstgerufene hörte den Schrei und machte Thanya darauf aufmerksam, dass Rigad weg war. Sie mussten umdrehen und ihn suchen, ansonsten würde er bald zu den Unglücklichen gehören, die den Wald mit Schreien versahen. Rigad stand da. Um ihn herum manifestierten sich gelbe Punkte. Augen, die ihn von allen Seiten anstarrten. Während weiterhin der Schnee friedlich aus dem Himmel fiel, erstarrte Rigad, als die Augen sich auf ihn zu bewegten. „Rigad! Wo bist du?!“ schrie Cynn besorgt durch den Wald. Als sie lossprinten wollte, hielt Thanya sie zurück. „Folge unseren alten Spuren im Schnee, schnell, bevor der fallende Schnee sie wieder verdeckt.“ Thanya voran, rannten die beiden Frauen durch die weiße Wand. Sie rannten einige Meter, der hohe Schnee erschwerte den Weg. Hier und da verhinderte auch eine Wurzel ein schnelleres Durchkommen. Nun machte ihnen auch zum ersten Mal die Dunkelheit zu schaffen. Auch wenn die Augen bereits lange an das Dunkel gewöhnt waren, war der Schnee kaum noch nach Spuren einzusehen.
Rigad drehte sich um sich, er erkundete, mit wie vielen Gegnern er es zu tun hatte, und hoffte zu erkennen, gegen was er eigentlich gleich kämpfen würde müssen. Die drei Monster, zu denen die sechs gelben Augen gehörten, näherten sich. So langsam konnte Rigad ihre Gestalt erkennen. Es waren mannshohe, schwarze Bestien. Es waren Vierbeiner mit einem langen Schwanz. Um sie herum wirbelte etwas, das an schwarze Wolken erinnerte, die immer wieder aufquollen und in sich zusammensackten. Der Paladin wusste, dass es eine Aura des Bösen war, die sie umgab. Die Pranken dieser Bestien waren mit Krallen von der Länge kleiner Dolche versehen. Das erste der Widersacher stand bereits vor Rigad und starrte ihn an. Mit seinen gelben Augen fixierte er ihn und holte gerade zum Schlag aus, als ihn ein Speer direkt zwischen die Augen traf. Eine Art Schockwelle zuckte durch das Monster, was laut aufschrie, bevor es tot auf den Boden flog. Ähnliches geschah mit den anderen beiden. Cynn und Thanya hatten ihn wiedergefunden und waren ihm sofort zur Hilfe gekommen. „Danke! Und nun weiter in Richtung Spiegel.“
„Richtung Spiegel.. Interessant..“ Über dem Dreiergrüppchen flog unbemerkt ein Sukkubus. Eine Gestalt, die große Ähnlichkeit mit einer menschlichen Frau hatte. Feurig rotes Haar zierte diesen Sukkubus, die weiblichen Reize, die sie zierten waren nicht zu übersehen. Das Vampirmaul war zu einen Grinsen verzerrt, als der Sukkubus davon flog. Trotz der großen Flügelspannweite konnte das dämonische Wesen lautlos davon gleiten. Schließlich setzte es zur Landung bei einer alten Holzhütte an. Dort waren auch einige übel zugerichtete Menschen zu sehen. Sie waren an einem Baum zusammengebunden, die Zeichen ihrer Folter waren nicht zu verbergen. „Ich glaube, da haben wir einen Treffer gelandet.“ Meinte der Sukkubus im Selbstgespräch. „Ja, das wird ihn bestimmt interessieren.“
Rigad und seine Gefährtinnen gingen weiter. Inzwischen war es wieder hell, was erklärte, warum keine Schreie mehr zu hören waren. Und eines war sicher, sie wollten nicht einer weiteren Gruppe Dämonen in diesem Wald begegnen. Der Nebel war nach der zweiten Nacht immer noch dick und undurchsichtig. Auch wenn das Schneien seit Stunden ausgesetzt hatte, hatten die Drei noch Schnee im Gesicht und in den Haaren hängen. Ein Zeichen dafür, dass sie unbedingt an ein warmes Feuer mussten. Cynn und Rigad hofften darauf, dass die Amazone sich nicht verlaufen hatte, und dass sie bald in der Stadt, die hinter dem Wald liegen soll, ankommen würden. Und tatsächlich waren sie gegen Nachmittag, als es bereits wieder dunkel wurde an der Stadt. Um sie herum war kein Nebel, viele Feuer flackerten fröhlich in der Stadt und es schienen einige Menschen darin leben, trotz der Belagerung der Dämonen. „Da sind wir, das ist die Stadt Themdo. Sie ist deswegen noch nicht eingenommen worden, weil hier viele kriegserprobte Kämpfer vorbei kommen. Viele sind auch dort geblieben um sich der baldigen Offensive gegen die Dämonen hier anzuschließen.“
Die Stadt war keine zwanzig Meter mehr entfernt, als plötzlich der Sukkubus, der neulich schon über der Gruppe schweifte vor ihnen landete. „Ihr!“ der Dämon zeigte auf Cynn und Rigad. „Ihr seid es, die versuchen die Pläne meines Meisters zu durchkreuzen! Ihr wollt den Spiegel zerstören! Und ihr seid es, die hier in diesem Wald ihren Tod finden werden!“ Der Sukkubus ging zum Angriff über. Mit hoher Geschwindigkeit flog er auf Cynn zu, die sich noch wegducken konnte, bevor eine der Krallen des Dämonen sie erreichen konnte. Ohne Pause ging der Sukkubus wieder in den Angriff über, indem er von der Luft aus einen Magieball formte. Der rot schimmernde Ball wurde schließlich von seinem Erschaffer auf Cynn gelenkt. Direkt hinter der Kugel aus Magie flog der Sukkubus her, um sofort auf ein Ausweichen Cynns reagieren zu können. Und so kam es dann auch. Als Cynn der Magiekugel auswich, erwischte sie der Dämon mit der linken Pranke im Gesicht. Eine riesige Fleischwunde klaffte nun dort, wo einst Cynns Backe gewesen war. Doch der Erfolg des Dämonen war nur von kurzer Dauer. Thanya und Rigad nutzten den Augenblick, als der Dämon nah am Boden war. Ein Speer durchbohrte den rechten Flügel und Rigads Schwert trennte die Beine des Dämonen ab. Unfähig noch zu fliegen lag der geschlagene Dämon am Boden, verblutend, und lachte vor sich hin. „Der Meister ist bereits unterrichtet. Er wird euch von nun an auf jedem eurer Schritte beobachten!“ Nach einem letzten grausamen Lachen schied der Dämon aus dem Leben. Etwas irritiert starrte Rigad auf den Corpus, bis Thanya ihn anschrie: „Beweg dich hier her! Wir müssen sie schnell in die Stadt bringen!“ Sofort reagierend half Rigad Thanya, Cynn zu schultern und in die Stadt zu schleifen. Glück oder nicht, es war nur ihre Backe in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Auge war noch in Takt und dort, wo es hingehört. Definitives Glück war, dass sich mehrere Paladine in der Stadt aufhielten. Sie und Rigad konnten ihre Heilkünste vereinen und sich um Cynn kümmern. Nach einer langen rituellen Heilzeremonie durch die ganze Nacht hindurch, war Cynns Backe wieder vollends geheilt.

„So ist das also... Die kleine Cynn will ihre Mutter rächen, und der Paladin hilft ihr dabei. Ich habe mir schon gedacht, dass sie irgendwann auftauchen wird, um mich zu stellen, dass sie irgendwann herausfinden wird, von wem sie abstammt.“ Der Dämon mit den grellen hellblauen Augen war nun gewarnt. Der Sukkubus hatte ihm alles erzählt, was er wissen musste, um die Spur seiner ihm bis dato noch unbekannten Gegner aufzunehmen. Der Spiegel war ihm dabei eine große Hilfe, als dass er das Geschehen in dem Kriegercamp im Wald für den Dämonen wiederspiegelte, der nun seine Verfolger immer beobachten konnte. Mit einer grausamen Lache, die das Innere seines Steintempels tief im inneren des Arreat erzittern lies, machte er seine Freude darüber kund, dass er nun wieder alle Fäden in der Hand hatte. Er wies Kjord an in dem Dorf zu bleiben, in dem er schon einige Tage kampierte. Er wollte, dass Cynn ihn findet, um dann durch seine Klinge den Tod zu finden. Ebenso sollte es allen Begleitern gehen, die mit Cynn dort ankommen würden. In demselben grellen Hellblau, das auch in den Augen des namenlosen Dämonen zu finden war, flackerte die Aura des Spiegels, angespornt, durch die Freude des Dämonen.
Der Dämon bat Mephisto darum, ihm alle versagenden Dämonen zu unterstellen. Alle sollten sie ihre Macht auf Kjord übertragen, der inzwischen so stark war, dass er gegen riesige nashornähnliche Tiere stand halten konnte und sie ohne mit der Wimper zu zucken in die Luft heben konnte, um sie von der nächsten Klippe des Gebirges zu werfen. Der Barbarenjunge erfreute sich an seinen neuen Kräften so, als wäre er noch zuhause bei seiner Familie und er hätte ein neues Geschenk bekommen. Eines Abends saß er wieder am Feuer des zerstörten Dorfes und langweilte sich. Seit einiger Zeit hatte er nicht mehr die Gelegenheit zum Quälen, Morden, Zerstören. Immer nur musste er in dem Dorf sitzen und warten. Die kläglichen Gegenschlagsaktionen der Nachbardörfer erheiterten ihn nur kurzzeitig. Seine Moral war weit unten am Boden, das gefiel dem Dämonen gar nicht, und so gesellte er sich zu Kjord ans Feuer und klärte ihn über die neue Situation auf.
„Kjord, du langweilst dich doch nicht etwa?“ die grässliche Stimme des Dämonen ertönte hinter Kjord. Langsam drehte Kjord sich auf dem Baumstamm auf dem er saß und sah dem Dämonen in die Augen. „Nun ja.. Doch! Hier gibt es nichts mehr zu tun. Wieso können wir nicht einfach weiterziehen und andere Dörfer zerstören? Wieso müssen wir hier warten? Es geschieht dort draußen doch nichts. Wieso gibst du mir all diese Kräfte, aber lässt mich hier versauern?“ „Meine Güte Kjord, nun stell dich nicht so an.. Auch wenn ich deinen Frust verstehen kann, musst du nicht alles in Frage stellen, was hier abläuft. Hör zu, ich habe eine interessante Neuigkeit für dich, und ich bin sicher, dass sie dir gefallen werden.“ Ein Lachen, das andeutete, wie zufrieden der Dämon mit sich selbst war, war zu hören, als das hellblaue Paar Augen ihren Weg zu Kjord schwebten und neben ihm auf gleicher Höhe Halt machten. Der Mund des Dämonen zeichnete sich wieder in der Luft ab und er begann zu erzählen, was er mithilfe des Sukkubus herausgefunden hatte. Und nun sind diese beiden jämmerlichen Menschen auf dem Weg hierher. Es ist nur eine Frage von Tagen, vielleicht von einer Woche, bis sie hier ankommen. Und dann, ja, spätestens dann wirst du einen richtigen Kampf fechten dürfen. Und sobald du die beiden sterblichen besiegt hast, kann unser Eroberungsfeldzug weitergehen.“ „Was soll an diesen beiden denn so gefährlich sein? Du sagst sie kampieren in einem Lager voller Krieger und Kriegerinnen. Lass uns einfach dort hingehen und wir nehmen das ganze Lager auseinander!“ „Das wäre unklug. Du bist ein starker und schier unbesiegbarer Kämpfer, doch du bist auch sehr unerfahren. Jeder von denen, die dort zur Zeit hausen, könnte mit Leichtigkeit ein Bauerndörfchen zerstören.“ Als der Dämon gerade den Jungen zurechtwies fing die Luft vor ihnen plötzlich an zu flimmern. Es wurde sehr heiß in dieser Zone und Kjord und der Dämon wichen ein wenig zurück, um zu sehen, was dort gerade passierte. Kjord wollte soeben sein Schwert ziehen, als sich vor ihnen eine hellblaue Aura ausbreite, sie umschloss, und näher zu dem flimmern zog, sie konnten nichts dagegen tun. Hilflos standen sie in der Aura und wunderten sich, was gerade geschah, als sie durch ein Loch in der Luft gezogen wurden, und im Tempel des Dämonen standen. Sie standen in einem Gang, gespickt mit Skulpturen schlangenartiger Wesen und sahen der Aura hinterher, die sich hinter eine Tür verzog und dort grell aufleuchtete. „So etwas hat der Spiegel doch noch nie gemacht?! Was ist da nur los? Komm mit mir Kjord!“ Ein Hauch von Angst lag in der Stimme des Namenlosen. Irritiert begaben sich die zwei zu dem Raum, in dem der Spiegel stand. In dessen Gesicht spiegelte sich Mephisto. Beim Anblick Mephistos zuckte Kjord zusammen. Nie hatte er eine so abscheuliche und gleichzeitig anziehende Gestalt gesehen. Nie spürte er Angst und Freude zugleich, und er hätte auch nie erwartet Mephisto überhaupt je zu Gesicht zu bekommen.
„WAS IST LOS?“ schrie Mephisto böse. Die Wände zitterten und Kjord versteckte sich hinter seinem unsichtbaren Meister. „WIESO SEID IHR SEIT TAGEN IN DEMSELBEN DORF? HATTE ICH DIR NICHT BEFOHLEN SCHNELLSTMÖGLICH DAS GEBIRGE VON DEN MENSCHEN ZU REINIGEN?“ Bedrohlich aussehende Formen nahm Mephistos Mund an, seine Augen weiteten sich voller Zorn und es schien Kjord so, als wäre er drauf und dran aus dem Spiegel zu steigen und ihn und den Dämonen einfach umzubringen. „Meister, lass mich erklären. Spar deine Energie für andere Dinge und gib dich nicht mit Kleinigkeiten wie dieser ab. Wir haben alles unter Kontrolle. Vor Kurzem erst habe herausgefunden, wer unsere Widersacher sind. Nun habe ich vor, sie in eine Falle laufen zu lassen, und schon den Weg hierher werde ich ihnen erschweren, sodass sie keine Chance gegen Kjord haben werden. Es ist alles geplant, und alles ist sicher, dein Plan schwebt in keinerlei Gefahr. Zur Stunde befinden die beiden sich in einem Lager der Rebellen im Wald östlich von uns. Sie werden dort noch eine Weile pausieren und sich dann auf den Weg hierher machen. Sobald sie erledigt sind, steht der Eroberung des Arreat nichts mehr im Wege!“ „Zur Stunde im Lager der Rebellen nennst du das? Sieh doch hier und dann kümmere dich darum, ihren Weg endlich zu erschweren!“
Mephistos Bild verschwand und im Spiegel der Gier entstand ein Bild von Cynn und Rigad und sogar von Thanya, wie sie durch eine Höhle ihren Weg nach Westen suchten und ein gutes Tempo an den Tag legend wohl schon tief in die Höhle eingedrungen waren. Es war stockfinster, doch es war klar, dass Cynn wieder den Zauberspruch, der Licht um sie herum schafft, das von anderen unbemerkt blieb, gewirkt haben wird. Die drei Gefährten waren tief in einer Höhle, die unweit vom Rebellenlager, als Vorratshöhle genutzt wurde. Die Höhle bahnte ihren Weg durch das Erdreich weiter, als der als Vorratshöhle genutzte Bereich und es gab Bestätigungen, dass es irgendwo einen Ausgang gab, der irgendwo nördlich vom höchsten Berg im Gebirge wieder ans Tageslicht bringen würden. Der Weg war gefährlich, doch war nicht abzuschätzen, was zu diesen Zeiten gefährlicher sein würde, einen Weg durch eine unbekannte Höhle zu suchen, oder auf der Oberfläche in die Arme hunderter Dämonen zu rennen. Thanya hatte sich Cynn und Rigad angeschlossen, weil sie im Lager entschieden hatte, dass der Auftrag der beiden sehr wichtig war, und dass es bei den Horden von Kämpfern für das Gute nicht darauf ankommen würde, ob sie nun mit dabei wäre, den Wald zu erobern, oder nicht. Cynn und Rigad waren froh über die Unterstützung, die die Amazone ihnen anbot und nahmen sie gerne an. So reisten sie schließlich gemeinsam nach Westen und machten sich auf die Suche nach dem Spiegel der Gier und den dazugehörigen Dämonen. Beide sollten schnellstmöglich vernichtet werden.

ntk
01.10.2006, 14:28
Kapitel 6
Tief in der Höhle war eine seltsame Stimme zu hören, die für die drei Streiter noch nicht in Hörweite war. Sie waren erst am Anfang der Höhle, sahen sie zurück, konnten sie sogar noch ein bisschen Licht von der Stadt sehen.
Die Stimme war in Ekstase, mit einer Art Besessenheit hallte ein Echo durch die Höhle. „Jaaaa.. hier ist es gut... und da.. tiefer rein.. oh mein Gott, das ist sooo guuut! Bald gibt es eine Überraschung... Jaaaaaaaaaaaaaaah, mehr, viiiiiiiieeel mehr. Ohhh, die Stelle ist gut! Weiter, weiter, mehr, mehr! Das ist so genial!“
Ein Paar blauer Augen schwebte wie verrückt durch die Höhle, hier und da blieb es stehen und hinterließ Fallenkonstruktionen. Als sie sich wieder in Nichts auflösten sprang ein kleines Kind, ein Mädchen hinter einem Stein hervor und begutachtete die Fallenkonstruktionen. Raffiniert versteckt, kaum sichtbar und dennoch tödlich. Genau dann kamen auch schon die drei Reisenden an der Stelle an. Das Kind hielt sie auf und berichtete, was es gesehen hatte. „Was hat ein Kind hier unten in den Höhlen zu suchen?“ „Ich lebe hier unten, seitdem meine Eltern mich verstoßen haben, aber ich möchte nicht weiter darüber reden..“ Die Gefährten erzählten dem Kind welche Abenteuer sie durchlebt hatten und welche ihnen noch bevorstanden, und beflügelt von göttlicher Motivation etwas gutes für die Welt zu tun schlug das Kind vor, sie durch die Höhlen, an den Fallen vorbei, zu führen. Eigentlich wäre der mit Fallen bestückte Weg der einzige, sicherste und beste Weg gewesen, doch das Mädchen kannte die Höhle praktisch auswendig.
Nach einer langen Wanderung durch die Höhle, lies das Kind sie allein. „Ab hier müsst ihr alleine klarkommen, der Weg ist voll mit Monstern, ich kann euch nicht mehr helfen. Ich hoffe ihr werdet die Monster besiegen. Ihr müsst einfach nur an dieser Schlucht entlang weitergehen, dann kommt ihr zum Ausgang der Höhle. Nehmt euch auch in Acht vor den Fledermäusen!“ Und so verabschiedete sich das Kind und lief zurück. „Monster, ja? Na dann mal los“, meinte Rigad. Sie gingen weiter, und tatsächlich trafen sie auch auf Monster, eine riesige Fledermaus griff die Gruppe mit Blitzstößen an, jedoch war der einzelne Feind kein Gegner. Als die Fledermaus in die Schlucht stürzte, schrie sie so laut durch die Höhle, dass jedoch ein ganzer Schwarm von diesen Dämonen angeflogen kam. Viele stürzten sich sofort auf Thanya, ihre dünne Rüstung hielt so vielen Krallen zugleich nicht stand. In Fetzen gerissen lag die Rüstung schließlich am Boden, und die Amazone war den Angriffen ihrer Widersache schutzlos ausgeliefert, Cynn und Rigad konnten nichts tun, sie waren selbst damit beschäftigt die vielen Fledermäuse zu töten. „Rennt raus, ich werde sie für euch ablenken!“ schrie Thanya und war bereit sich für die Mission der beiden zu opfern. Sie sorgte dafür, dass sämtliche Feinde sich ihrer annahmen, und so kam es, dass sie, nackt wie sie war, zurück in Höhle rannte, und die Fledermäuse ihr folgten. Aussichtslos versuchte sie noch, sich zu wehren, doch ohne Rüstung hatte sie noch weniger Chancen, als ohnehin schon mit der Rüstung. Tiefe Schnitte durchzogen bald ihren Körper, bis sie bewusstlos am Boden lag, immer noch Blitzstöße einsteckend. Sie war verloren.
Keuchend machten Rigad und Cynn vor der Höhle halt. Sie waren gut fünf Meilen nur gerannt, um endlich aus dem Dunkel herauszukommen, doch sehr viel heller war es auch außerhalb der Höhle nicht. In Cynns Augen spiegelten sich Tränen, die Trauer um Thanya war groß, denn inzwischen hatten die beiden die junge Amazone sehr lieb gewonnen, sie gehörte zum Team, und nun war sie tot. Rigad tröstete seine Begleiterin, doch hielt er sie an, aus diesem Verlust neue Kraft zu ziehen, als Motivation für den nächsten Kampf. Immerhin waren sie nun aus der Höhle draußen, es war nicht mehr weit, und sie würden endlich den Dämonen treffen, den sie so lange suchten, und endlich ihren Auftrag zu beenden und den Spiegel zu zerstören. Cynn willigte ein und fing sich. Sie machten sich weiter auf den Weg und folgten einer alten Straße, die sie zum nächsten Dorf bringen würde. Sie wussten, dass der Dämon in einem Dorf war, wenn sie Glück hatten, würden sie ihn gleich im nächsten antreffen.
Alles um sie herum war karg und leer, eine lebensfeindliche Landschaft, es war still, nur die Krähen waren zu hören, der Himmel war dunkelgrau und schien förmlich über ihnen zu hängen, alte, morsche Bäume, ohne jegliches Blattwerk bestärkten den Eindruck der Lebensfeindlichkeit. Sie kamen an einem von Unkraut übersäten Feld vorbei, die Krähen saßen dort und starrten zu ihnen hinüber. Das Krächzen der Biester war furchteinflößend, und hinter ihnen zog Nebel auf, eine unheimliche Perspektive. Ein leichter Nieselregen setzte ein, und es wurde sehr kalt. Schließlich kamen die beiden an ein Dorf, es war total kaputt, der Regen musste das Feuer gelöscht haben, das in diesem Dorf wütete. In dem Dorf bot einen schauderhaften Anblick. Überall lagen Leichen herum, teilweise verwest. In der Mitte des Dorfes, am Dorfbrunnen saß Kjord, es war an der Zeit zu kämpfen, es war an der Zeit diese Geschichte zu beenden, entweder zum Guten oder zum Bösen.
Ohne ein Wort zu sagen stand Kjord auf und erhob seine Waffe. Er überragte sogar Rigad, seine Aura leuchtete hell. „Na dann mal los“, sagte Rigad und begann zu beten, um eine eigene Aura zu erbitten. In göttliches Licht getaucht entstand um ihn herum eine Aura, die Cynn nie zuvor gesehen hatte, aber doch ansatzweise kannte, es musste eine Mischung aus allen starken Angriffsauren, die Rigad erhalten konnte, sein. Cynn verzauberte des Paladins Schwert und machte sich selbst auch kampfbereit, indem sie durch einen Zauber ihre Haut stählte, um ihren Rüstungsgrat weiter zu verbessern. Kjord näherte sich und holte mit seinem neuen Schwert aus. Er hatte es sich erst kürzlich geschmiedet, es war so groß, wie sein halber Körper. Rigad wich ohne Probleme aus und schlug zurück. Große Lichtblitze entstanden, wo ihre Waffen sich berührten, riesige Mächte waren am Werk. Man sah deutlich die Anspannung beider Kämpfer, ihre Muskeln waren zum Zerbersten angespannt und hatten sich um ein Vielfaches vergrößert. Während Rigad sich um Kjord kümmerte, machte sich Cynn auf den Weg den Spiegel zu finden, oder gar noch den Dämonen. Rigad würde mit dem Jungen schon fertig werden, er war ein starker Paladin, und sie wollte allein mit dem Dämonen fertig werden, andernfalls wäre sie des Lebens nicht mehr würdig gewesen, so schwor sie sich, den Dämonen mit den grellen, hellblauen Augen umzubringen und zurück in die Hölle zu schicken.
Sie lief weiter durch das Dorf und suchte nach einem Anhaltspunkt. Irgendwo musste es doch eine Spur geben, wo sie ihren Erzfeind finden würde. Und nach einigem Suchen fand sie tatsächlich auch etwas, den Spiegel der Gier! Wunderschön stand er vor ihr, versehen mit der üblichen hellblauen Aura. Eine Zeit lang wunderte die junge Zauberin sich, wieso der Spiegel so allein und unbewacht mitten in der Gegend herumstand, doch sie wollte nicht zögern und schnappte sich ein großes Stück Holz und wollte auf den Spiegel einschlagen, jedoch hielt sie etwas auf. Hinter ihr war ein Paar hellblaue Augen zu sehen.
„So sieht man sich wieder. Auch wenn ich dich in die Welt gesetzt habe, heißt das nicht, dass ich dich nicht wieder ihrer entreißen kann!“ „Ach halt den Mund!“
Sofort begann der Kampf, Cynn machte sich bereit, indem sie ihren Gegner mit ein paar kleinen Feuerblitzen einheizte. Dadurch gewann sie etwas Zeit, um einen größeren Zauber vorzubereiten, einen flächendeckenden, dem der Dämon bestimmt nicht ausweichen können würde. „Zeit für eine kleine Nova!“ Nachdem die Zauberin ihre magischen Formeln gesprochen hatte, breitete sich sofort ein beständiger Blitzkreis um sie herum aus, alles um ihn herum zerbarst und fiel in sich zusammen, der Dämon hatte keine Chance auszuweichen. Schwer getroffen atmete der Dämon tief ein und aus, nur er und der Spiegel waren in Cynns Umgebung zurückgeblieben. Nach eine kurzen Zeit fing er sich jedoch wieder. Er bereitete nun auch einen Zauber vor. Der Himmel verdunkelte sich über den Kämpfern, als ein magisch beschworener Blizzard seine eisige Wut über dem Schlachtfeld austobte. Hart trafen die Eiskörner auf alles und jeden, ein Schmerz, der sich über den ganzen Körper hinweg verteilte. Die Eiseskälte verstärkte den Schaden, den der Blizzard anrichtete. „Ist ein kleiner Schneesturm schon zu viel für dich?“ ein grelles Grinsen zeichnete sich unter den Augen ab, Augen und Mund waren deutlich vom Hagel zu unterscheiden. „Na dann will ich dir mal einen Zauber zeigen, den ich von Meister Mephisto persönlich gelernt habe, kein menschliches Wesen kann ihm standhalten. Er wird dich in die Knie zwingen, bevor dieser Kampf überhaupt richtig begonnen hat!“
Von der anderen Seite des Spiegels beobachtete eben dieses Übel das Geschehen zwischen Cynn und dem Dämonen. Mephisto war wutentbrannt. Es war klar zu erkennen, dass jede Störung nun mit dem Tode bestraft würde, so war es um ihn herum, in seinem Tempel, leer und totenstill. Dampfwaben hüllten das dritte der großen Übel ein, seine Handknochen zu Fäusten geballt, die Augenhöhlen so verzerrt, dass man nie hätte hindurchschauen können. Dieser Thor! Viel zu früh setzt er seinen stärksten Zauber ein. Ich hab ihm den Zauber beigebracht, um wirklich sichergehen zu können, dass mein Plan nicht vereitelt werden wird. Aber er wird es nicht schaffen. Dass er so früh die Blitzkanone einsetzen will, ist ein Zeichen seiner Schwäche. Ich bezweifle, dass die Zauberin das übersehen hat, sie wird ihm keine Chance lassen, meine einzige Hoffnung wäre dann nur noch der Barbarenjunge, aber ob man sich auf den verlassen kann? Ich weiß es nicht.. Wieso habe ich ihm diesen Zauber nur gelehrt? Ich habe mir wohl tatsächlich die Illusion gemacht, es könnte nicht schaden. Doch das Gegenteil ist eingetreten! Die Zauberin wird diesen Spruch kopieren und schließlich selbst anwenden, ich bin sicher der schwarzen Magie ist sie durchaus vertraut, auch wenn sie sie nicht anwendet. Ich weiß nicht, ob es überhaupt noch klug wäre, diesen Narren dort weiter meine Angriffe ausführen zu lassen, wenn er doch sowieso verlieren wird.. Die Kleine ist zu gut für ihn, sie wird ihn mit Leichtigkeit besiegen.
In seinen Monolog vertieft schwebte Mephisto davon, in die Tiefen seines Tempels, er war sich bereits der Tatsache bewusst, dass es keine Chance mehr für den Dämonen mit den hellblauen Augen gibt, all seine Hoffnung lag nun bei Kjord, der in einen erbitterten Kampf mit Rigad vertieft war.
Ein Kampf, der über normale Kämpfe hinausging. Kein Schwertmeister auf der Welt hätte es je mit Kjord aufnehmen können, keiner hätte sich seiner Kraft und seiner Macht stellen können, doch Rigad wusste sich zu verteidigen, ebenso wusste er, wie er angreifen musste, um Kjords unwahrscheinliche Heilfähigkeiten zu umgehen. Er musste nur tiefe Risse den Stellen des Körpers zufügen, die nicht so einfach wieder zuwachsen, die aber trotzdem für den Kampf wichtig sind. So konzentrierte er seine Angriffe auf Kjords Beine. Immer wieder fügte er ihnen tiefe Risse, gepaart mit Brandwunden zu, wenn Kjord es nicht schaffte, seinen Schlag abzuwehren. Doch der Paladin war viel zu schnell, als dass Kjord jeden Schlag hätte abwehren können. Die gebündelten Kräfte Rigads waren zu groß für den Jungen, er hatte keine Chance, dennoch hielt er sich gut. So kam es dann auch, dass Rigad es schaffte, mit einer gut geplanten Attacke den Jungen niederzustrecken, sein flammendes Schwert riss wieder ein tiefes Loch in Kjords Bein, eine Vene war gerissen und Kjord kam ins Schwanken. Nun, da der Halbdämon sich nicht mehr wehren konnte, konnte Rigad seine Angriffe auf die obere Hälfte von Kjords Körper konzentrieren, er tat dies auch mit großem Erfolg. Er schaffte es tiefe Risse in die Rüstung seines Widersachers zu schlagen und so war Kjords Schutz nach und nach weg. Mit einem finalen Schlag mit dem Schild streckte er den Barbaren vollends nieder, dessen entgültiges Schicksal lag nun in Rigads Händen. Er hätte vielleicht etwas Mitleid mit dem Jungen gehabt, wenn er dessen Vorgeschichte gekannt hätte, doch so kam es, dass im Schatten des Nachthimmels Kjord umgebracht wurde. Rigad stellte sein rechtes Bein an Kjords Kehle und hob sein immer noch verzaubertes Schwert gen Himmel, Regentropfen verdampften in der Hitze der Flamme, und Rigads monströs mächtige Aura flackerte an ihm hoch und runter, während die gelbe Aura des Barbaren erlosch und schlussendlich nur noch ein kleiner, toter Junge in einer großen, kaputten Rüstung dalag. „Das habe ich nur für dich gemacht, Cynn. Zerstöre den Spiegel, für uns beide zusammen.“ Im Monolog setzte sich Rigad an ein Feuer neben ihm. Er wollte Cynn nicht helfen, es war ihre Aufgabe den Spiegel zu zerstören und er wollte sie nicht daran hindern. Er wusste, dass Cynns Stolz sehr verletzt gewesen wäre, hätte er den Spiegel zerstört, und er wusste ebenso, dass Cynn auf jeden Fall lebend zu ihm zurückkehren und den Auftrag beenden würde. So genoss der Paladin im Schein des Feuers den leichten Nieselregen und sah nach seinen Wunden, die nicht wirklich schlimm waren. Seine Heilkräfte und –kenntnisse waren stark genug, um sich selbst zu verarzten.
Rigad wandte seinen Kopf in die Richtung, in der der Kampf zwischen Cynn und dem Dämonen stattfinden musste, jedenfalls konnte er diverse Lichteffekte, die durch Beschwören von Zaubern ausgelöst werden, ausmachen. Nun konnte er warten, bis der Kampf vorbei war. Cynn hingegen konnte nicht einfach warten, bis der Kampf vorbei war, der Dämon ließ einen Zauber nach dem anderen auf sie herabregnen, sie war so sehr damit beschäftigt, diese Zauber zu blocken und ihnen auszuweichen, dass sie selber kaum einen Fluch hätte aussprechen können. So kam es, dass der Dämon immer und immer wieder Mephistos Blitzkugel erschuf und sie gen Cynn warf, bis er sie schließlich schwer traf. Am Boden liegend keuchte die Zauberin, während immer noch klar erkennbar Stromstöße durch ihren Körper flossen. Der Dämon näherte sich und machte sich bereit, Cynn den finalen Angriff zu verpassen. Über ihr thronend murmelte er eine Zauberformel, die wenig später eine Wolke aus purem Giftgas entstehen ließ. Die ohnehin schon kaum zu Luft kommende Zauberin drückte ihren Körper eng an den Boden, um nicht so viel von dem Gas einatmen zu müssen. Jedoch war dies vergebens. Der Dämon hingegen beschwor einen Feuerball und hielt ihn in seiner unsichtbaren Hand. „Dieses Giftgas, meine Liebe, ist verbrennt, wenn es mit Feuer in Berührung kommt. Außerdem wird es dir nicht mehr von der Seite weichen. Du hast gut gekämpft, aber ich bin nun mal besser.“ Das Gas ging schließlich in Flammen auf. Cynn war eingeschlossen in einem Gefängnis aus Feuer und Gas, und sie konnte es nicht loswerden. Tränen rannen ihr aus den Augen, es konnte doch nicht sein, dass sie scheiterte, es konnte einfach nicht. Schließlich war es ihr Schicksal, das sie hierher geführt hat. Es kann doch nicht sein, dass sie, nachdem sie so weit gekommen war, jetzt scheiterte. Was würde Rigad nur von ihr denken? Er würde bestimmt nicht scheitern.. Sie richtete den Kopf auf, sie wollte in Würde sterben, soweit das noch möglich war, und starrte ihrem Feind in die hellblauen Augen. Dieser wandte sich jedoch ab, mithilfe des Spiegels kontaktierte er seinen Meister, er sollte mit ansehen, wie diese Person, die so oft die Pläne des Mephisto zerstört hatte, verbrannte. „Seht ihr das, Meister? Wunderschön, nicht?“ Mephisto starrte aus dem Spiegel hinaus, doch er wollte nicht wahrhaben was er sah. Dieses Mädchen vor ihm lebte noch immer. Das bemerkte auch Cynn. Wieso lebte sie noch? Jedes menschliche Wesen wäre schon längst verbrannt gewesen, und nun, da sie mehr darauf achtete, fiel ihr auf, dass sie nicht einmal Schmerz verspürte, jedenfalls keinen nennenswerten. „Natürlich...“ Cynn stand auf, umringt von Feuer machte sie einige Schritte auf den Spiegel zu. „Du Narr! Erledige sie endlich!“ tönte es aus dem Spiegel, ein gewisser Unterton der Angst war deutlich herauszuhören. Doch es sollte ganz anders kommen. Die Flammen um Cynn herum färbten sich schwarz, mit hellblauem Rand. Trotz dessen, dass der Himmel auch noch schwarz war, waren die Flammen noch deutlich erkennbar. Cynn hob ihre Arme, eine dämonische Stimme färbte den Schrei, den sie zum Himmel richtete. Dann baute sie eine riesige Menge an Energie auf, selbst der Kettenblitz im Dschungel war kein Vergleich dazu, was sie da aufbaute. Eine lila pulsierende Energiekugel, die wuchs und wuchs. Der Dämon war verwirrt. Wie konnte es sein, dass sie auf einmal doch zum Gegenangriff kommen konnte? Und was war das für eine Magie, die sie anzuwenden gedachte? Niemals hatte er eine solche Magie gesehen. Mephisto ging es ähnlich, nur dass sein Leben nicht gleich beendet sein würde. Inzwischen hatte Cynns Magieball mächtige Ausmaße angenommen, in dem schwarzen Nachthimmel wuchs sie immer weiter. Rigad konnte diese Magie von seinem Platz aus nicht übersehen, er war sich jedoch nicht sicher, welcher der beiden gerade diese alles vernichtende Energie in den Himmel schickte. Auf dem Schlachtfeld der beiden Zauberkundigen war nun ein Chaos ausgebrochen. Aus dem Himmel flogen Blitze direkt zur Erde und schlugen in der Nähe des Dämonen ein, sobald diese Aufschlugen setzten sie je eine Nova frei, die sich dann auch ausbreitete. Ein riesiger, flächendeckender Schaden entstand auf diese Weise. Ebenso bildeten sich Feuerwände, die den Dämonen einschlossen, ihm keinen Fluchtweg mehr ließen. Mit dem Umfang des Dorfes war die Magiekugel Cynns nicht mehr zu vergleichen, lila pulsierte die Energie immer noch stark darin. Schließlich wandte Cynn wieder ihren Blick zu dem Dämonen. Mit ihrer eigenen dämonischen Stimme schrie sie voller Hass zu ihm hinüber: „Irgendetwas Gutes muss es ja mit sich bringen, von einem Wesen wie dir abzustammen! Deine Magie konnte mir praktisch nichts anhaben, nun aber wirst du für deine Taten büßen!“ Als diese Worte gesprochen waren, färbten sich Cynns Augen auf einmal hellblau. Sie sahen nun genau so aus, wie die des Dämonen. Ihre Haare flackerten im Aufwind. Die Kugel senkte sich zur Erde, sie kam ihr langsam näher, somit stieg der Wind sturmartig auf in den Himmel. Mit dem Blick einer Besessenen senkte auch Cynn ihre Arme, wodurch sich die Geschwindigkeit der Kugel vergrößerte. Die Wolken über der Kugel begannen zu rotieren, es bildete sich eine Helix, deren Mittelpunkt direkt über der Kugel war. Die Kugel kam immer näher, sie zog die Wolken mit sich hinab auf die Erde. Rigad begann sich langsam aber sicher doch ernsthaft zu fragen, wer diese mächtige Magie ausübte. Sobald diese Kugel die Erde berühre, würde nichts an dieser Stelle überleben. Doch zum Weglaufen war es zu spät, so starrte er einfach nur gebannt auf die Kugel, die immer kleiner wurde. Cynn formte Fäuste mit ihren Händen, sie bündelte die Kraft der Kugel auf einen minimalen Umfang. Nun war sie nur noch so groß, wie das Gebiet, das sie mit ihren Feuerwänden markiert hatte. Dadurch jedoch ist die Macht dieser Kugel noch einmal gestiegen. Elektrische Entladungen fanden statt, kleine lila Blitze griffen nun um sich, und sie rissen tiefe Löcher in den Boden, wo sie aufschlugen. „Nun stirb!“ Cynn riss ihre Arme nach unten, und mit unaufhaltsamer Geschwindigkeit stob die Kugel auf den Boden. Sie bahnte sich ihren Weg in den Boden hinein, explodierte aber noch nicht, als sie den Dämonen passierte. Sie flog einfach weiter in die Erde hinein. Die Wolken, die immer noch von der Kugel angezogen wurden, flogen ebenfalls an dem Dämonen vorbei, ihre elektrische Ladung machte dem Dämonen sehr zu schaffen, da er nun von einem Blitz nach dem anderen getroffen wurde. Schließlich jedoch explodierte die Kugel, meilenweit in der Erde drin. Ein lila Energiestrahl schoss aus dem Loch in den Himmel, bündelte sich noch mal und flog wieder in das Loch hinein. Nun war es vorbei. Tot lag der Dämon am Boden des Loches. Dies hätte nichts und niemand überleben können, doch er war das einzige Wesen, das von dieser unglaublichen Macht berührt wurde. Rigad kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, und beschloss nun doch dorthin zu gehen. Er wusste, dass es Cynn war, die gewonnen hatte, denn andererseits wäre diese Macht auf die ganze Umgebung entfesselt worden.
Schließlich kam er an dem großen Loch an, das in den Boden gestanzt wurde. Er sah sich um. Von Cynn war nichts zu sehen. Hatte sie sich geopfert? Nein! Das durfte nicht wahr sein. Rigad rannte durch die Ruinen, er suchte in jedem Winkel nach seiner Cynn. Dann stolperte er. Etwas goldenes hatte sich ihm in den Weg gestellt. Verwirrt sah er zurück, dort sah er einen Spiegel stehen. Ein Spiegel, der einfach so aufstand um ihm ein Bein zu stellen? Das konnte nicht sein.. Er zog seine Waffe, doch gerade in dem Moment lugte hinter dem Spiegel Cynn hervor und streckte ihm die Zunge heraus. Sie lachte ihm ins Gesicht. So glücklich hatte Rigad die Zauberin schon ewig nicht mehr erlebt. „Gleich ist unser Auftrag endgültig beendet.“ sagte sie mit einem Lächeln auf den Lippen. Sie schleppten den Spiegel zusammen nun zum Loch. Mephistos Gesicht war schon aus dem Spiegel gewichen, als Cynns Zauber die Erde berührte. „Den schmeißen wir jetzt da rein. Da ist er sicher gut aufgehoben.“ Gesagt, getan. Der Spiegel wurde in das tiefe Loch geworfen, er zersprang als er aufschlug. „Was, beim Tyrael, war das für ein Zauber, Cynn?“ „Ich weiß es nicht. Ich wusste nur, dass ich ihn wirken musste. Ich weiß nicht mehr, wie ich ihn gewirkt habe, ich werde ihn wohl nie mehr wirken können, ich glaube aber, es liegt an meiner speziellen Bindung zu dem Dämonen.“ erwiderte Cynn nachdenklich. „Hm, ich werde es wohl sowieso nie verstehen... Aber lass die ansehen, du siehst völlig fertig aus, und bist total zerkratzt, woher hast du so viele Schürfwunden? Naja, egal, ich kenne die perfekte Medizin!“ Der Paladin schloss seine Augen und küsste Cynn leidenschaftlich, die Zauberin zögerte nicht eine Sekunde und erwiderte den Kuss. „Cynn.“ „Ja?“ „Ich will mit dir alt werden!“ „Dann lass uns keine Zeit verlieren.“

ntk
01.10.2006, 14:29
Sodele, ich bin offen für Kritiken, solange ihr sachlich und höflich bleibt. =)
Viel Spaß beim lesen!

Alisha Draike
01.10.2006, 14:32
glaub du bist einer der wenigen die ne ganze seite voll bekommen :thumb: zur story bin noch net ganz fertig mit lesen :D aber bisher isse ganz gut

ntk
12.10.2006, 18:09
Vor elf Tagen gepostet und es ist noch keinerlei Kritik von niemandem eingetroffen.
Ist es wieder die Situation, dass die Leute hier reinklicken, die Textmenge sehen, und dann wieder gehen? Schade eigentlich... :o

Pilzz
12.10.2006, 18:12
jo genau so ist es! ich zb schau alle paar minuten/std hier nach was alles so aktuell etc ist da bleibt mir kene zeit für sowas^^

ntk
13.10.2006, 12:14
Ziemlich dürftige Ausrede. :P
Man muss ja nicht alles auf einmal lesen, ein Kapitel entspricht etwa einer viertel Stunde. ;)

Sansa Cerai
14.10.2006, 14:55
Gefällt mir ganz gut...vor allem die Gespräche zwischen Cynn und Rigad, die sind wirklich gut ;)
Was mir nicht so gefällt, sind manche, meiner Meinung nach nicht ganz "passende" Formulierungen ("Tief in der Höhle war eine seltsame Stimme zu hören, die für die drei Streiter noch nicht in Hörweite war.").
Außerdem finde ich den Kampf zwischen Kjord und Rigad etwas sehr einseitig, da Kjord, obwohl Halbdämon, verdammt stark etc. einfach ohne größere Probleme von Rigad besiegt wird. Zugegeben, er mag zwar ein Paladin und ein guter Kämpfer sein, aber trotzdem sollte er Kjord nicht so "leicht" besiegen können...
Und manche Sachen bzw. Zeitspannen könnte man, anstatt sie nur in einige kurze Sätze zu verpacken, doch noch ein wenig mehr ausformulieren. Für die Handlung mag es nicht besonders von Bedeutung sein, aber es schafft eine glaubwürdigere Atmospähre und führt nicht dazu, dass die Geschichte in Gefahr läuft, aus einer bloßen Ansammlung von Kampfhandlungen/Gesprächen zu besteht, die durch sehr kurze Erklärungen zusammengehalten werden.

Ansonsten finde ich die Geschichte wirklich gut, auch wenn ich mit D2 nie viel anfangen konnte...;)
Besonders gut gefällt mir die doch recht düstere Atmospäre, die, vor allem in den ersten Kapiteln, wirklich gut aufgebaut wird und auch weitgehend beibehalten wird....
Bei den Charakteren gefällt mir vor allem der Barbar, da ich finde, dass sein Charakter und warum er so geworden ist ganz gut dargestellt wurde.
Weniger gut gefällt mir Rigad, ich finde, der ist einfach nur ein "08/15"-Paladin und könnte ruhig etwas mehr Charakter vertragen...;)

So, hoffe, dass reicht erstmal an Kritik...:)
Endlich mal wieder eine Geschichte, die auch ein Ende hat...*zu den anderen hier im Forum schiel*

ntk
17.10.2006, 20:36
Hiho, möchte nur kurz sagen, dass ich die Geschichte nicht nachbessern werde, es geht mir nur noch um die Kritik, diese Geschichte wurde vor einem Jahr abgeschlossen. ^^

Zu deiner Kritik:
Erst einmal ein dankeschön, dass du dir überhaupt die Mühe gemacht hast, diese Geschichte zu lesen. =)
Dass Rigad so ein 08/15-Paladin ist, ist mir damals gegen Ende der Story auch aufgefallen. Daher habe ich nicht viel in den Kampf zwischen Kjord und ihm gelegt. Natürlich hätte ich da ein ganzes Kapitel draus machen können, aber da fehlte mir am Ende die Lust, ähnlich ging es mir auch bei Kjord. Daher ist der Kampf zwischen denen eher einseitig, bin mir aber dessen bewusst. ^^

Das mit den Zeitspannen ist nun eine Kritik, die mich sehr interessiert, denn die geht ja auf den Schreibstil. Das ist ja hauptsächlich das, woran ich arbeiten will. Logischerweise ist eine Geschichte eine bessere Geschichte, wenn sie nicht nur aus Kampf und wörtlicher Rede besteht, ich werde in Zukunft darauf achten. ^^



Endlich mal wieder eine Geschichte, die auch ein Ende hat...*zu den anderen hier im Forum schiel*
Auch ein Grund, warum ich sie hier gepostet habe. ^^