PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stab des Kaphamon



DaS_BrOt_2MaL
22.10.2006, 22:04
Daelodon hockte in einer kleinen Nische der Höhle. Seine Brust schmerzte. Er hatte sich im Laufe des Kampfes bereits einige schwere Wunden zugezogen. Doch diese mussten warten. Seine Gedanken waren mit einer andere, viel größeren Sorge beschäftigt: der Hoffnung, zu überleben.

Er war nicht allein in dieser Höhle. Ihm gegenüber, gefährlich nahe an seinem Objekt der Begierde, stand er: Sein Gegenspieler, der Unbekannte, der in so kurzer Zeit Daelodons Leben so sehr zertrümmerte. Er hatte etwas Böses an sich. Daelodon fühlte, dass es keine arkane Macht war, die ihn so bedrängte. Den Fremden umgab eine teuflische Dunkelheit, die auffallend an dämonische Mächte erinnerte. Doch das war nicht das einzig Unangenehme an ihm. Er war in eine Robe aus pechschwarzen Stoff gehüllt, giftgrüne Runen zierten seine Kutte. Die knöchernden Hände fokussierten immernoch die kleine Ecke der Höhle, in der der Elementarmagier zusammengekauert hockte. Seine Augen leuchteten in demselben Grün des unheiligen Feuers, dass seinen Händen entsprang und mit so unerbittlicher Gewalt auf den magischen Schirm, den Daelodon aufrechterhielt, zudonnerte, dass selbiger Schild in einem hellweißen Licht erstrahlte in der Mühe, die Energie des Angriffszaubers zu absorbieren.

Da hockte er nun, hinter ein Schutzsiegel gekauert. Ein Siegel, welches ihm sein bester Freund zu Zeiten der Akademie beibrachte, und welches jetzt seine Existenz in diesem Spären hielt. Ihm half es. Seinem Freund, Findor, half es nicht. Keine 4 Schritt von seinem derzeitigen Standort lag ein verkohlter Leichnam, ehemals das hoffnungsvollste Talent des Wassermagie-Zirkels der großen Akademie zu Perricum. Der Gestank des verbrannten Fleisches vermischte sich mit dem salzigen Geruch des Tropfsteines, der sich im Rücken des Elementarmagiers in die Höhe streckte.

Findor war bei dem Versuch gestorben, das Objekt zu erlangen, welches nun für Daelodons missliche Lage sorgte: Der Stab von Kaphamon. Einst getragen vom mächtigsten Magier seiner Zeit. Ein Artefakt so mächtig, dass es den Träger nahezu übermächtig zu machen vermochte. Dieser Stab sollte den neuen Führer der Akademie der Elemente zu Perricum symbolisieren. Derjenige, der imstande war, die 5 Siegel am Fuße der Tropfsteinhöhle zu brechen und den Stab zu ergreifen, würde nicht nur durch die Regeln der Akademie zum neuen Oberhaupt gekührt.
Die macht dieses Stabes war unbeschreiblich. Allein durch seinen Besitz würde ein jeder Duellant genügend Macht akkumulieren, seine Gegenspieler zu einer Wahl zwischen Loyalität und Tod zu zwingen. Der Stab des Kaphamon stand nun auf einem Podest in der Höhle des Duells, auf einem steinernden Podest, nur noch geschützt von einem von 5 schützenden Siegeln.

Doch nicht nur Findor war dem Finsteren Widersacher zum Opfer gefallen. Nemia, Luftmagierin erster Güte und Daelodons Schwarm seiner Kindheit. Er fand ihren Leichnahm halb versengt am Eingang der Höhle.
"Monster", dachte Daelodon beiläufig. Sie war noch keine 5 Jahre Magier gewesen, doch diese Herausfordeung war ihre letzte.
Stux, der letzte im Bunde der Anwerter, war ein Zwerg, der im Alter von 38 Jahren der älteste der 4 war.
"war" stimmte vorzüglich, dachte Daelodon, bevor ein weiterer intensiver Magieimpuls auf den Schild prallte und ihn aufkeuchen ließ.
Stux war ebenfalls durch die Hand des Finsteren dahingerafft worden, just in dem Moment, indem Daelodon die Grotte betrat. Hingerafft von einem der Schutzsiegel, welches noch ungeöffnet war, als der magische Windstoß ihn erfasste, den der Nekromant entfesselte.

Tot... tot... alle drei. Ermordert, hinterrücks getötet von einem Fremden, der sich erst 2 Tage vor der Herausforderung in die Akademie einschrieb. Die Regeln der Akademie verlangten, dass ihm die Teilname am Wettlauf des Stabes gestattet wurde.
"Das wird sofort geändert" murmelte Daelodon zu sich, um damit seine Befürchtung zu verdrängen, das Schicksal seiner Mitstreiter zu teilen.

Ein weiterer Magieimpuls prallte gegen den Schild. Daelodon schrie auf. Das Schutzsiegel, welches sich in seinen, zu einer Kugel geformten, Händen manifestierte, wurde immer blasser. Er würde das nicht mehr lange durchhalten können. Seine Zeit schien abgelaufen.

Daelodon erinnerte sich. Seine Mutter und sein Vater waren die wohl schmerzhaftesten Opfer des Fremden. Sie starben in dem Versuch, den Rat der Akademie zu informieren, welch dunkles Geheimnis der Nekromant mit sich trug. Sie waren unvorsichtig, zu unvorsichtig... genauso, wie er es jetzt war.
Seine Mutter war ein wahrer Engel. Gutherzig in jedem Atemzug. Sie war ein Segen für sein Elternhaus und eine Künstlerin als Illusionistin. Von ihr lernte er Dinge, wie eine Anschauung der Magie, die er sonst in keinen Büchern lesen konnte. Sie brachte ihm bei, die Quellen der Magie zu kontrollieren, sie zu manipulieren, sie aus ihrer Natur zu reißen und selbst zu nutzen.
Sein Vater war nicht minder gutherzig, doch er war in einer anderen Magiekaste zuhause: der Antimagie. Er war ein unschätzbarer Lehrer in Daelodons jungen Jahren. Damals lehrte er ihn Zauber, die Leben retten konnten, Schutzzauber, die ihm mehr als einmal seine Haut rettete.

Das war es... nun war es vorbei. Das Siegel erlosch, nun würde auch er von den zermalmenden, grünen Flammen verzehrt werden. Es war nur noch eine Frage der Zeit.

Sein Gegenüber spürte das. Nicht mehr lange, und auch dieser jämmaliche Feuermagier würde seine Ahnen kennenlernen. Dann würde ihm nichts mehr im Weg stehen. Der Weg würde frei werden, der Stab sollte ihm gehören, und dann müsste diese widerwertige Allianz aus Magiern IHM gehorchen.

Daelodon stand auf. Es machte keinen Sinn mehr, sich zu wehren. Der Finstere hatte gewonnen. Die Hitze des Teufelsfeuers wurde immer unerträglicher. Schon bald würde er seine Eltern wiedersehen. es war vorbei.

In diesem Moment fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Jetzt bewahrheitete sich das, was seine Mutter ihn gelehrt hatte. Er besann sich auf die Philosophie seines Vaters. Ein Magier wird niemals von Magie getötet. Er stirbt durch seinen eigenen Hochmut. Der Nekromant hatte einen Fehler begangen, einen Fehler, der seinen Untergang besiegeln sollte.

Sieg, Sieg, es war geschafft, der Feuermagier würde nun bald die Kraft der Nekromantie erfahren und damit die letzte Hürde zu einer unbegrenzten Macht fallen. Ein Siegesgefühl stieg ihm Dämonologen auf. Sein Körper jubelte, es war vorbei.... doch halt. Was war das? der Widerstand seines Gegenübers wurde stärker. Was lief da schief? Woher nahm er diese Kraft?

Daelodon richtete sich auf, und führte seine rechte Faust zur Brust.
"das zu beschützen, was nie bedroht wurde"

Das konnte nicht sein... was passierte hier? Wieso konnte sein Gegenüber das überleben?

"das zu erhalten, was nie beschädigt wurde"

NEIN, nicht dieser Vers! Der Eid der Arkanen Stärke! Aber wie...? Ein Magier musste eine Menge Macht sammeln, bevor er diesen Vers zur Wirkung bringen konnte. Das konnte nicht sein. Sein Teufelsfeuer verzehrte ihn doch fast, wie konnte er...?

"das zu zerschlagen, was niemals Widerstand leistete"

NEIN... Feuer... DAS war es! Er hatte einen Feuermagier mit Feuer bekämpfen wollen. Wie konnte IHM dieser Anfängerfehler unterlaufen?
das konnte nicht sein. das durfte nicht sein, NEIN....

"INCENDE!"
Ein Funken sprang von der nun ausgestreckten Faust Daelodons. Ein Strom aus weißglühendem Feuer folgte. Grünes und rotes Feuer prallten aufeinander. Mit donnerndem Getöse und unter grellem Licht drückte die Flammenlanze Daelodons den, nun immer schächer werdenden, grünen Feuerschwall zurück. Das Feuer erreichte den Nekromanten binnen Sekunden. Es verschlang ihn auf der Stelle. In einem Inferno verbrannte der Körper des Nekromanten bis zur Unendlichkeit.

Als sich das Licht senkte, und der Lärm abklang, fiel ein unkenntlicher Haufen Fleisch, bis aufs Mark verkohlt, rücklinks auf den Boden. Schwer atmend schaute Daelodon auf den Leichnam seine Widersachers. Es war geschafft.
mehr hinkend als gehend schleppte sich Daelodon zum letzten geschlossenen Siegel des Raumes. nach kurzer Konzentration öffnete es sich. Er ergriff den Stab, der auf dem Podest vor sich stand.
Energie durchflutete ihn. jede einzelne Faser seines Körpers füllte sich mit der Essenz der Macht des Stabes von Kaphamon. Er hatte gesiegt.

Die kleine Echse kroch nun wieder aus ihrem Loch. Sie roch etwas Essbares. Dort, in der anderen Ecke der Höhle, erspähte sie einen Haufen frischen Fleisches. Kurz bevor sie sich daran laben wollte, drehte sie sich noch einmal um. Sie sah einen kleinen, roten Flammenschimmer am Ende des Ganges, der aus dieser Höhle führte.

"Das zu zerstören, was nie erschaffen war!" beendete Daelodon seinen Eid. Dann drehte er sich um und verschwand in der Dunkelheit.


--------------------------------------------------------------------------

Aus Langeweile geschrieben, hatte die Idee schon etwas länger. hoffe, es gefällt ;)

Thisd
22.10.2006, 22:47
hoffe, es gefällt #

Tut es, durch deinen Schreibstil und den Eid den Daelodon gegen Ende des Duells spricht wirkt das Ganze ziemlich persönlich und spannend.

Die Einführung von Namen (Personen, Ortschaften) macht Lust darauf mehr Hintergrundinformationen zu bekommen.

Etwas unglücklich finde ich, dass du die Vergangenheit Daelodons Mutter und Vater während des packenden Duells beschreibst, denn schließlich möchte ich wissen wie sich die Duellanten schlagen ;) .

Als einzigen Faktor, der etwas lesestörend wirkt sind mir die Doppelungen der Worte "Macht, mächtig" - "schützen, geschützt" aufgefallen.

Ansonsten: gut zu lesen.
Interessant wäre es zu erfahren, warum der Stab Kaphamons Namen trägt.

Schön, dass du aus Langeweile geschrieben hast ;) .

DaS_BrOt_2MaL
22.10.2006, 23:11
Tut es, durch deinen Schreibstil und den Eid den Daelodon gegen Ende des Duells spricht wirkt das Ganze ziemlich persönlich und spannend.

Die Einführung von Namen (Personen, Ortschaften) macht Lust darauf mehr Hintergrundinformationen zu bekommen.

Etwas unglücklich finde ich, dass du die Vergangenheit Daelodons Mutter und Vater während des packenden Duells beschreibst, denn schließlich möchte ich wissen wie sich die Duellanten schlagen ;) .

Als einzigen Faktor, der etwas lesestörend wirkt sind mir die Doppelungen der Worte "Macht, mächtig" - "schützen, geschützt" aufgefallen.

Ansonsten: gut zu lesen.
Interessant wäre es zu erfahren, warum der Stab Kaphamons Namen trägt.

Schön, dass du aus Langeweile geschrieben hast ;) .

danke erstmal.

Das mit der Vergangenheit wollte ich deswegen miteinbringen, weil die Erkenntnis, dass man das Feuer "umbiegen" kann, eben von der Lehre von Vater und Mutter herkommt. Er "schwelgt eben in Erinnerung, bevor er selbst opfer des bösen wird"

und die Doppelworte: Liegt wohl an zu wenig Übung, ich hab mein Augenmerk schon darauf gelegt, das möglichst zu variieren ("der Fremde" "der dunkle" " der Nekromant", anstatt immer "der fremde" usw). Brauch wohl mehr Übung, aber zu wenig Zeit ^^

Master Meini
23.10.2006, 00:44
Wow! :wideeyed: Respekt, das ist echt gut.
Gegen Anfang fand ich deine kurzen, immer zu "eckig" aufhörenden Sätze etwas störend, aber ich weiss nicht, wies am Ende war, da bin ich in deinem Text versunken. :wink:

Aber eine Anmerkung hab ich noch: heisst die Vergangenheitsform von "erlischen" nicht "erlosch"? :cool:

DaS_BrOt_2MaL
23.10.2006, 18:28
Wow! :wideeyed: Respekt, das ist echt gut.
Gegen Anfang fand ich deine kurzen, immer zu "eckig" aufhörenden Sätze etwas störend, aber ich weiss nicht, wies am Ende war, da bin ich in deinem Text versunken. :wink:

Aber eine Anmerkung hab ich noch: heisst die Vergangenheitsform von "erlischen" nicht "erlosch"? :cool:

öööh ja, kann schon sein ;) ich änder das

NachtGlanZ
23.10.2006, 20:05
ooc: Sehr schön...sehr spannend geschrieben..die Echse am Ende gefällt mir besonders...Hoffe auf etwas mehr *lieb guckt*:wink: