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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ein Weg wird lang



Ocard
04.01.2007, 23:06
Da mein letzter Reisebericht ohnehin veröffentlicht wurde und ich von jener Person diesmal nur... na gut, gerade im ICQ revidiert sie's... wie dem auch sei, kann ich's ja auch gleich selber hier rein setzen, wollte ich sagen.



Dies ist die Geschichte eines Einzelgängers, eines einsamen Assassinen. Nun ja, Geschichte ist vielleicht etwas übertrieben für so einen kurzen Reisebericht, aber seht selbst.

Jaja... "Freunde"... Pah! Als wenn jemand, den man gerade zum ersten mal sieht ein Freund oder auch nur angemessener Kampfgefährte sein könnte! Ich weiß schon, warum ich lieber allein durch die Lande ziehe. Aber was soll man tun? Zu gefährlich ist es geworden, als dass man ohne sogenannte "Unterstützung" los ziehen könnte. Eine tolle Unterstützung ist das, die beim ersten Anzeichen von Schwierigkeiten Reißaus nimmt! Immerhin, einer ist mir treu geblieben, ein gewisser Dunkoro - offenbar ein bekannter eines Reisegefährten meiner Gruppe.
Wer weiß, warum er bei mir blieb. Vielleicht rechnete er sich in meiner Gegenwart auch schlicht größere Chancen aus, als wenn er alleine durch die Unterstadt irren würde. Anderer Seits, Mönchen sagt man ja nach, sie seien eher fürsorglich als die anderen umher streunenden Söldner. Söldner... warum klingt das in diesem Zusammenhang so negativ? Ich bin doch selbst einer! Naja... sagen wir Elite-Söldner... und die anderen? Tagelöhner, wenn überhaupt!
Sei's drum! Dieser hier blieb mir treu und ich muss zugeben, ohne ihn hätte ich es nicht geschafft.

Warum kam ich überhaupt zurück in meine Heimat? Ich glaube, es war und ist die Suche nach Wissen. Ich spüre, dass mir etwas in meinem Inneren fehlt und ich spüre, ich werde es hier finden, hier in Kaineng. Als ich hier ankam, fand ich den Marktplatz, wo ich mir als Kind die Tage vertrieb, indem ich mich mit anderen Jungen raufte und die Obsthändler in den Wahnsinn trieb - wie schnell kann doch so ein Apfel verschwinden - aber ich schweife ab... wo war ich? Ah ja, diesen Marktplatz meiner Kindheit fand ich also in Chaos versunken vor. Die Stadt ist nicht mehr, was sie einmal war, und doch noch genau gleich. Es ist schon witzig. Schnell waren ein paar Reisebegleiter gefunden und wir machten uns auf den Weg in die Unterstadt. Ich hatte Hinweise bekommen, ein gewisser Togo sei dort zu finden und er brauche Hilfe... ich hoffe nur, ich werde meine Gegenleistung noch bekommen.
Offenbar hatte einer meiner Gefährten zu viel Geld übrig, denn es kann nur Bestechung gewesen sein, dass keine der herum lungernden Am Fah Gruppen uns überfiel. Eigentlich schade... schnelle Münze, wenn ihr versteht. In der Unterstadt allerdings änderte sich das, aber da war's auch nix mehr mit der schnellen Münze. Von der bisher leichten Reise eingelullt wurden wir überrascht, wie wir schwätzend so daher zogen. Nicht die erste Lehre, die ich in meinem Leben erhielt und auch nicht die letzte, da bin ich mir sicher. Diesen Togo fanden wir aber bald und dieser... schickte uns direkt weiter... Bin ich denn ein Laufbote? Der Widerstand jedoch, der uns entgegen schlug, wurde größer und meine Reisebegleiter wurden wankelmütig. Nach einigen Kämpfen und noch mehr Wunden, die wir zu lecken hatten, flüchtete einer von ihnen mitten im Gefecht und lies uns andere im Stich. Es dauerte nicht lange, bis es der Rest ihm gleich tat. Allein und verlassen... zumindest fast. So scheint es meine Bestimmung zu sein. Aber ich bin nicht unglücklich damit. Ich wünschte nur, ich wäre besser vorbereitet gewesen.
Immerhin, es gelang, die letzten verstreuten Gegner der Gruppe, mit der wir uns gerade eben herum schlugen, nieder zu strecken. Blieb noch ein mächtiger Mönch. Er hatte eine gewisse Aura um sich. Es schien die Art von Gegner zu sein, denen man nach sagt, sie trügen mächtige Gegenstände mit sich - in meinem Fall, wie sollte es ander sein, war es allerdings nicht so. Ich hatte ziemlich an ihm zu knabbern, aber über kurz oder lang obsiegte ich natürlich mit der tatkräftigen Hilfe dieses Dunkoro. Ein wenig übermütig, aber ich denke doch gutherzig, dieser Bursche. Erwähnte ich schon, dass er nicht mal eine Bezahlung verlangte?
Wieder stellte sich eine große Gruppe von Feinden in unseren Weg. An einen Kampf war nicht zu denken, an vorbei schleichen auch nicht. Zu hoch die Wände um uns, zu eng die Gassen und zu gut kannten unsere Gegner das Terrain. Ich wäre nicht der Assassine der ich bin, wüsste ich nicht Mittel und Wege, aus einem schlecht verlaufenden Kampf zu fliehen, aber fliehen auf die andere Seite des Kampfes? Quer durch die Gegnerhorde? Fliehen vom ersten Moment des Kampfes an? Wie konnte das gut gehen?
Mal um mal versuchte ich, sie zu provozieren, abzulenken, Haken zu schlagen und sie in die Irre zu führen um durch ihre Linien zu schlüpfen. Mal um mal scheiterte ich knapp aber kläglich. Bis endlich sich eine Gelegenheit auf tat! Eine kleine Unachtsamkeit! Eine kleine Lücke in ihrer Aufstellung! Jetzt oder nie! Dunkoro voran! Ich folge auf dem Fuße! Neutralität vortäuschen und dann fliehen ins Dunkel! So ist es die Art des Assassinen, jawohl. Weit kam der tapfere Mönch an meiner Seite, bis in die Mitte unserer Feinde. Doch ach, aus dem Augenwinkel sah ich ihn zu Boden sinken. "Lauf!", hörte ich ihn noch erstickt schreien, bevor ich ihn im Kampfgetümmel verlor. Jetzt war ich wirklich allein und spürte erst richtig, wie geschwächt ich von den vorigen Kämpfen war. Gerade so als sei ich nicht im Vollbesitz meiner Lebensgeister. Noch dazu nagten reuehafte bilder und andere Illusionen an mir. Schwer wurden mir die Beine und kaum kam ich noch voran. Weiter! Weiter! Nicht aufgeben! Gleich hast du es geschafft! Ein letzter Schlag... ein Pfeil? Noch eine Illusion? Ich weiß es nicht. Mir wurde schwarz vor Augen und ich sank zu Boden. Den harten Aufschlag spürte ich nicht, mag er nie stattgefunden haben? Etwas schien mich hinweg zu ziehen. Nennen wir es das Glück des Wagemutigen. Einige Zeit später, ich weiß nicht wie lange, erwachte ich in einiger Entfernung. In der Ferne sah ich noch die Gruppe, wie sie die Umgebung nach mir durchsuchte. Ich war ihnen entkommen, wie auch immmer... und ich stand vor den Toren des Nahpui-Viertels, wo ich mich nun erhole.

Allen meinen Berufskollegen rate ich dringend an: Seid immer bereit, seid immer auf der Hut! Und erwartet jeder Zeit Verrat und Treulosigkeit. Aber seid auch tapfer und gebt niemals auf. So ist es unser Weg, wie es der Weg der anderen ist.

Ich bin ein Söldner und so wird es auch bleiben. Ich kämpfe für mich und für keinen sonst, niemand soll mein Mitgefühl erwarten, weder Feind noch Freund.