The Chaosnight
04.03.2007, 08:18
Da mir Geschichten über Gw aufgrund vorgegebener Orte/Schlüsselchars nicht sonderlich liegen, habe ich mich entschlossen, diese Geschichte aufzugeben und mich voll und ganz einer Geschichte ohne Hintergrund zu widmen.
[s. Hier (http://www.wartower.de/forum/showpost.php?p=2943556&postcount=51)!]
Vorab: Hier werden alle meine Geschichten aufgezählt
Post 1: Stein der Vergangenheit
Post 2: Schatten des Waldes
Post 3: Aufstieg und untergang des Kmötertums
Mal eine "etwas andere" Geschichte über Rion Shadowwalker.
-Kommentare bitte nur über pn.
-Die Story von Prophecies und Nightfall, sowie einige Orte und Hintergrundgeschichten werden extrem verändert...
-Es ist unbekannt, wie viel ich noch schreiben werde, doch ich hab mir vorgenommen, mindestens hundert Seiten in Schriftgröße 10 zu haben (momentan 13 1/2)
-Es wird definitiv Teil II geben [Titel und Grundidee vorhanden]
-Viel Spaß beim Lesen.
Teil I: Der Pakt der vier Völker
Baustelle-Absatze werden noch überarbeitet und Rechtschreibfehler gekillt
Kapitel I: Der Schleier der Vergangenheit
Ein heller Lichtblitz zog übers Land, die Bevölkerung war in Panik und die Häuser stürzten wie von Geisterhand in sich hinein. Aus der Ferne näherte sich ein Soldat und hob sein Schwert zum finalen Schlag, doch als er es Richtung Boden schlug, verschwamm das Bild und Rion, ein junger Mann, der ein steinernes Amulett in der Hand hielt erwachte schweißgebadet.
„Was war denn das eben für ein Ding? Und wen griff es an“, sprach er ins Nichts.
Als er sich aufrichtete, sah er, dass er sich in einer Höhle im Gebirge befand. Tausend weitere Fragen kamen ihm darauf in den Sinn: Wie kam er dorthin? Wohin muss er gehen? Und vor allem „Wo kam er selbst her?“ gehörten da noch zu den einfacheren.
Als ob er noch in einem Traum gefangen wäre, begann er sich selbst zu kneifen, doch der Schmerz sagte ihm nur eins: Er befindet sich in der Realität, ohne zu wissen, was vorgefallen war!
Rion war verzweifelt, er konnte sich weder an seine Heimat, noch an die anderen Sachen der Vergangenheit erinnern, das einzigste, was er noch wusste, war, wie er heißt.
Am zweiten Tag in der Höhle hielt er es nicht mehr aus, er war ausgehungert und durstig und brauchte Lebensmittel, weshalb er die Höhle verließ und sich auf die Suche machte.
Zuerst erschrak er: Wo er auch hinsah, alles war weiß, keine einzige Grünstelle, doch schlussendlich vergaß er aus Hunger den Umstand und versuchte Nahrungsmittel zu finden. Der kalte Wind im Gebirge zog ihn durch die Haare und er begann zu frieren. Trotz dieses Umstandes kämpfte er sich durch die Gebirgspässe, doch nach einiger Zeit verließen ihn seine Kräfte und er sank langsam in den Schnee. Mehrmals versuchte er sich aufzurichten, doch sein Körper konnte nicht mehr: Er war ausgehungert und die Kälte drückte ihn erbarmungslos zu Boden.
Gerade als sein Körper endgültig zu versagen schien und er am Boden lag, hörte er Stimmen in der Ferne: „Verdammter Steingipfel! Dir zeige ich was!“ Die Stimme schien aus der Ferne zu kommen, doch Schrittlaute sagten Rion, das sie aus sehr naher Entfernung kamen. „Spür das“, hörte er noch, dann verschwamm alles.
Als Rion wieder aufwachte, lag er in einer kleinen Höhle, in der ein Feuer brannte. Hinter dem Feuer sah er die schattenhafte Form eines kräftig gebauten Menschens
„Seid ihr endlich wach? Wurde auch mal Zeit, diese verdammten Steingipfel suchen bestimmt schon wieder das ganze Gebirge ab, am Besten ihr folgt mir jetzt, sonst könnte es euch übel ergehen“, brummte er.
„Wieso sollte ich euch folgen“, gab Rion zurück, der nicht wusste, ob er dem Fremden trauen konnte, „Woher soll ich wissen, dass ihr nicht selbst zu den Steingipfeln gehört?“
„Woher soll ich wissen, dass ihr keiner von ihnen seid?“, antwortete der Mensch lachend, „doch zu eurem Glück glaube ich, dass ihr nicht zu ihnen gehört, sonst würdet ihr nicht hier liegen. Also folgt mir oder werdet von der nächsten Truppe Steingipfel erschlagen, ihr habt die Wahl. Seit langer Zeit beobachte ich schon Truppen von ihnen und ein Wort verstehe ich jedes Mal. Ich kann es nicht ganz sich deuten, doch das Gekeife hörte sich stark nach `Hâghem´ an, was soviel wie `Meister der Tiefe´ heißt. Ihr solltet mitkommen, denn sie sind erbarmungslos und kaltherzig.“
Rion war unentschlossen, sollte er auf den Fremden hören und wegziehen, oder bleiben und hoffen, dass er in eine Falle gelockt werden sollte.
Letztendlich entschied er sich jedoch und brachte ein krächzendes „Ich komme mit“ hervor.
So gingen der Fremde und Rion fort von der Höhle und tiefer ins Gebirge, stundenlang gingen sie auf den schneebedeckten Bergwegen, bis sie endlich eine windgeschützte Höhle unweit einer Bergstraße fanden.
„Hier hinein junger Mensch, hier können wir kurz rasten!“, rief der Fremde.
Dies ließ sich Rion nicht zweimal sagen und folgte ihm hinein, auch wenn eine dunkle Vorahnung ihn bedrückte.
„Sagt mal , wer seid ihr eigentlich wirklich?“
-„Das selbe könnte ich Euch fragen“, kam prompt zurück, doch er fuhr fort: „Nennt mich ruhig Talmo, das tun alle, ich bin als Söldner der Deldrimor-Armee bekannt, das heißt, dass ich den Zwergen bei Konflikten mit den Steingipfeln oder weitaus mächtigeren Getier helfe, doch nun zu Euch, was treibt einen Jungen in eurem Alter zu den gefährlichen Bergpässen? “
Rion schien durch diese Frage dem Wahnsinn nahe, er begann zu schwitzen und blickte rund durch die Höhle.
Schließlich brachte er jedoch folgenden Satz zusammen: „I-i-i-ich weiß es nicht!“
-„Wie, Ihr seid auf dem entlegensten Winkel dieses Gebirges und wisst nicht wie ihr dorthin kamt?“
„Ja, ich wachte in einer Höhle hier im Gebirge auf, was davor war weiß ich nicht“, fuhr Rion mit fester Stimme fort.
„Das einzige, woran ich mich erinnern kann, sind Lichtplätze und eine panische Bevölkerung, feindliche Soldaten waren überall“, fügte er noch hinzu, nun wieder mit schwacher Stimme.
Talmo schien dadurch beunruhigt, mehrmals setzte er zum Sprechen an, doch außer abgewürgten Buchstaben kam nichts aus seinem Mund.
Nach minutenlangem Schweigen, sah Talmo jedoch das steinerne Amulett, was Rion trug.
-„Was ist das?“, fragte Talmo sofort.
„Woher soll ich das wissen, ich weiß nicht einmal mehr etwas über meine Herkunft, woher soll ich dann etwas über Steinamulette wissen?
-„Verzeiht, ich vergaß“, kam daraus aus Talmos Mund und, doch eine Vorahnung sagte Rion, dass er weit mehr wusste, als er zugab.
Nach weiteren langen Minuten Schweigens, konnte sich Rion nicht mehr halten:
„Sagt, was denkt ihr über diesen Stein, ich sehe euch an, dass ihr etwas wisst oder vermutet.“
-Talmo schien darüber verwundert, trotzdem sprach er:
„ Was ich nun erzähle, ist streng geheim und nur wenige kennen diese Geschichte. Verratet sie niemanden, denn in den Händen von den Feinden könnte uns großes Unheil bevorstehen. Aber nun zum eigentlichen Thema: In den Geschichten der Zwerge heißt es:
„Damals, als das Geschlecht der Menschen jung war, schlossen die drei großen Königreiche dieser Welt einen Pakt mit den Zwergen: Orr, Kryta und Ascalon. Die weitaus strahlensten Reiche der alten Zeit besiegelten den Pakt mit magischen Steinen, die sie im Innersten der Welt, der Höhle der Ghazeng, jenen Ort, der die drei Reiche mit dem großen Zwergenreich unterirdisch verband in eine Statue einschlossen. Doch die Macht des Paktes war nicht stark genug, nach einigen Bürgeraufständen standen die drei Völker schließlich gegeneinander im Krieg.
Einige Zwerge erzürnte die blinde Wut, die teilweise sogar auf den Bergen ausgetragen wurde so sehr, dass sie sich von den Übrigen abgrenzten und fortan alles Nichtzwergische, sowie deren Verbündeten hassten und angriffen.“
„Dann meint ihr, dass dieses Amulett eines der drei Steine ist?“
-„Vier Steine, die Zwerge trugen ihren Teil zum Pakt ebenfalls bei. Was das Amulett betrifft, bin ich mir sehr sicher, dass es zu den Vieren gehört, das würde immerhin erklären, warum ich eine Zwergenpatrouille direkt vor euch fand, die offenbar direkt auf euch zuging. Solange ihr auf diesem Gebirge seid, kann ich euch weder Schutz noch weiteres bieten, sobald die stumpfen Soldaten der Steingipfel die Bedeutung ihres Auftrages verstanden haben, werdet ihr keine ruhige Minute mehr haben können, immer werden sie euch verfolgen!.“
„Das ist ja grauenvoll! Doch sagt mir, was habe ich damit zu tun? Warum wollen die Steingipfel dieses Amulett? Und wie kommt es überhaupt zu mir?“
-„Dazu weiß ich kaum etwas, doch die Steingipfel haben Gerüchte gehört, dass wenn alle Steine wieder vereint sind, ihre alte Macht wieder erstarkt, deshalb vermute ich, jagen sie euch, weil sie eben die Steine wollen“
„Sind die Steine nicht geschaffen worden, gutes zu tun, warum wollen sie dann Schurken wie die Steingipfel?“
-„Das liegt an der gewaltigen Macht, die ihr Ritualpriester hat, durch seine Kräfte will er die positive in Negative Energie umwandeln, um die Welt in ihren Bann zu ziehen!“
Rion war über diese Nachricht fassungslos, er konnte nicht glauben, wozu Lebewesen fähig sein konnten, doch schließlich fasste er sich wieder: „Sagt, was kann ich tun um dies zu verhindern?“
-„Recht wenig, es gibt wenige Gelehrte, die um die Statue wissen und bereit sind ihr Wissen weiterzugeben, doch Raghul der Wanderer, Anführer der Magiervereinigung des Nordens müsste bereit sein, dem Treiben der Steingipfel ein Ende zu bereiten, doch jetzt müssen wir weiter, bevor die Tiere der Steingipfel unsere Fährte erneut aufnehmen.“
Kapitel II: Einen verloren und einen gewonnen
So gingen die beiden den trostlosen Weg über das Gebirge weiter, tagelang, ohne dass sich die Umgebung änderte, doch nach einer Woche standen die beiden vor einem abgebranntem Tal, wo Leichen und menschliche, sowie zwergische Überreste noch immer rum lagen. Die Gebirgsgeier, die bei der Ankunft der Beiden noch fröhlich die verfaulten Leichen zerpickten, flogen jedoch plötzlich wie vom Blitz getroffen weg, Bären, Wölfe und andere Gebirgstiere flohen aus ihren Höhlen und selbst die Zwergensiedlung, die am Fuße des Berges hauste, wurde schlagartig geräumt.
Rion und Talmo verstanden erst nicht wieso, doch durch einen gewaltigen Hornstoß, der den Himmel erschütterte, erfuhren sie wieso, die Steingipfel waren ihnen auf den Fersen.
„Lauft zur Brücke Rion, ich halte sie auf!“, brüllte Talmo, während er sich zwei Schwerter vom Boden holte. Rion wusste nicht weiter, sollte er seinen Freund dem sicheren Tod überlassen oder sein eigenes Leben retten?
„Lauft schon, wenn sie Euch sehen, werden sie mich sowieso vergessen!“, rief Talmo.
Da lief Rion, bis zur Brücke am anderen Ende des Feldes, während Talmo in Kampfposition mit zwei gezückten Schwertern auf den Feind wartete.
Rion konnte nicht weiter gehen, als er das andere Ende der Brücke erreichte, er blieb dort stehen und wartete. Doch schließlich ertönte das Horn erneut, nur viel lauter als letztes Mal und die Steingipfel erschienen, mehrere hundert Stück, allesamt von Kopf bis Fuß gepanzert und mit tödlichen Schwertern und Äxten ausgerüstet.
Den ersten Ansturm wehrte Talmo noch problemlos ab, doch als sich die ganze Armee in Bewegung setzte, war Talmo machtlos, er wurde immer weiter zurück gedrängt, bis er schließlich am Fuße der Brücke stand.
Rion begann sich zu fürchten, sollte er nicht lieber flüchten, oder sollte er Talmo beistehen? Den Bruchteil einer Sekunde wollte er aufspringen und gegen die Zwerge kämpfen, doch sein Verstand sagte ihm, sich lieber zu verstecken. Dies tat er dann auch, doch gerade als er einen Geschützten Platz gefunden hatte, hörte er Waffenklirren und mehrere Schreie. Als er aufblickte sah er, wie Talmo die Enge der Brücke ausnutzte und ein Zwerg nach dem anderen ins Jenseits schickte, doch seine Kräfte ließen nach. Nach jedem getöteten Zwerg wurde er weiter nach hinten gedrängt. Als er am Ende der Brücke angekommen war, schrie er dreimal aus: „Aî Urodiel, nie Kâh, es lebe der Tag“. Er hob erneut die Waffen und stürmte auf die Zwerge zu, unzählige Leichen türmten sich vor ihm, doch schließlich traf ihn ein Speer am Fuß. Talmo schrie und fiel auf die Knie, doch als die Zwerge auf ihn zustürmten, richtete er sich blitzschnell auf und erledigte sie, gerade als er glaubte die Zwergenmassen besiegt zu haben, richteten sich vier auf, die reglos am Boden lagen und tot gehalten wurden und wollten Talmo von hinten angreifen, doch er schien dies geahnt zu haben, er führte eine blitzschnelle Drehung aus, köpfte dadurch drei von ihnen und warf den letzten zurück.
Doch dieser richtete sich wieder auf: „Denkst du wirklich, so etwas beeindruckt mich, Menschling? Ich zeig dir mal, wie man kämpft!“ Mit diesen Worten rannte er auf Talmo zu, schlug ihm die Schwerter aus der Hand und warf ihn nieder. Er hob die Hand, um ihn zu erwürgen, doch Talmo rollte sich zur Seite, trat den an den Oberschenkel und brachte ihn so zu Fall.
„Wir mögen gleichstark sein, doch sind wir auch gleich schlau?“, rief Talmo so deutlich, dass es auch Rion in seinem Versteck gut verstand.
-„Ich glaube nicht“, zischte der Steingipfel noch immer am Boden liegend und im selben Moment teilte sich die Brücke in zwei Teile.
Rion, der sich jetzt nicht mehr in seinem Versteck halten konnte, stürmte hervor, um Talmo zu retten. An der Leiter angekommen, rief Talmo von unten: „Rion, nimm diesen Beutel und bring ihn zu Raghul im nächstgelegenen Zwergenlager, sag ihm, dass ich ihm dies als Zeichen der Warnung gebe.“ Rion nahm den Beutel und hielt Talmo die Hand hin, die er auch ergriff, doch ein starkes Zerren trennte ihre Verbindung, der Zwerg hatte Talmo am Fuß gepackt. Die beiden führten ihren Kampf an dem Hang weiter, bis es dem Zwerg gelang Talmo in den Abgrund zu schmeißen.
„NEIIIIN“, schrie Rion, doch gerade als er einen weiteren Frustschrei loslassen wollte, kam der Zwerg nach oben, geradewegs auf Rion zu.
„Gib mir den Stein und den Beutel und du lebst vielleicht weiter“, zischte der Zwerg zu Rion, der jedoch vollkommen wiedererwarten antwortete: „Vergiss es, du verräterisches, gemeines und verlogenes Zwergenetwas, du wirst von mir nichts bekommen!“
Der Zwerg schien einen Augenblick verwirrt über diese Antwort, doch dann stürzte er sich Rion und wollte sich den Stein mit Gewalt holen. Doch gerade, als seine Hände ihn berührten, leuchtete er auf und schien dem Zwerg höllische Schmerzen zuzufügen. Rion ergriff diese Chance beim Schopfe, mit erhobenem Stein, lief er auf den Zwerg zu, den Stein genau auf die Brust des Zwerges haltend.
Der Steingipfel konnte dies nicht ertragen, seine Haut wurde immer roter, schließlich begann sogar seine Rüstung zu qualmen, doch bevor sie vollkommen schmolz, zog Rion den Stein weg, woraufhin der Zwerg zurückgeschleudert wurde und in den Graben stürzte.
Rion war nun ganz alleine, ungewiss des Weges oder der Richtung, die er auf den verwinkelten Pässen des Gebirges einschlagen musste. Von Trauer und Verzweiflung umgeben, kam er nur sehr langsam vorwärts, vor allem, da er auch noch aufpassen musste, in keine der unzähligen Höhlen zu gehen, die größtenteils von Aasgeiern und Steingipfeln bewohnt wurden..
Tagelang schleppte er sich durch die eisigen Pässe, bis er schließlich am Rande eines Felsvorsprungs zusammenbrach.
Vollkommen erschöpft lag er dann dort, unfähig sich aufzurichten oder überhaupt zu bewegen.
Die Welt verschwamm vor seinen Augen, er wusste, das wenn er nicht bald aufstünde, sterben würde. Doch er war zu schwach dazu, er sah nur noch Nebelschwaden, die immer dichter wurden.
Doch die Schwaden wurden dünner, Rion sah wieder Land, ein kleines Dorf, windgeschützt im Berg selbst eingelassen und im Aufruhr: Eine schwarze Armee näherte sich ihm. Ein älterer Mann, in grauen Lappen gekleidet, stand vor der Stadtmauer und sortierte die Verteidiger.
Gerade als die Vorhut in Reichweite kam, flogen allerhand Geschosse auf die Angreifer, Blitze, Steine, Eis und Feuerballen, alles flog auf die Angreifer und warf sie zu Boden. Einem fiel der Helm ab und Rion sah sein Gesicht, das eines Zwerges, dem die Furcht im Gesicht stand und dessen Gesicht allerhand Narben aufwies.
Der Nebel zog wieder auf, diesmal nur dunkler und stärker und diesmal sprach zusätzlich eine Stimme: „Rion, wach auf! Finde dieses Dorf und warne die Bewohner vor dem Ansturm, dann wirst du die Lösung einiger Probleme erfahren!“
Der Nebel verzog sich erneut und Rion sah wieder das Gebirge vor sich und fühlte sich unerklärlicherweise etwas gestärkt.
Rion war verwirrt, war das eben ein Traum oder hatte er eine Vision? Er wusste nicht weiter, sollte er der Stimme glauben oder sich in eine warme Höhle durchschlagen? Letztendlich entschied er sich für ersteres und kämpfte sich durch die endlosen Schneeschichten.
Durch viele Abzweigungen und Schlachtfelder führte der Weg, bis Rion schließlich an den Ruinen eines Wachtpostens stand, Viele dunkle Leiche lagen dort und viele Stein- und Holzhaufen lagen um den Grundriss eines Turmes verstreut. Rion wusste, das die Angreifer Marsch auf das Dorf nahmen und er sich beeilen muss, um sie rechtzeitig zu erreichen, doch etwas hielt ihn ab, eine dunkle Macht schien ihn zum Turm zu führen. Als er dann vor der halbverkohlten Tür stand und sie langsam öffnete, sah er zwei Zwergenleichen am Boden liegen, eine in dunkler Rüstung und der andere in silbrig glänzender.
Als Rion auf die Leichen zuging, um sie auf irgendwelche Hinweise zu durchsuchen, keuchte eine Stimme aus dem Steinhaufen: „Lasse die Toten ruhen, Talis hat schon genug gelitten!“ Da ließ Rion den Leichnam des Zwerges liegen und schritt auf das Geröll zu. Er hob zahlreiche Steine ab, bis eine Hand herauskam, die sich sofort ins Freie kämpfte.
„Ich danke euch, ihr habt mein Leben gerettet“, sprach der Zwerg, dessen Kopf aus dem Geröll guckte, „Doch sagt mir, was macht ein junger Mensch wie ihr, hier in den gefährlichen Gebirgspässen?“, fügte er noch hinzu.
-„Ich suche nach Raghul, den Wanderer, er soll das Geheimnis über meine Vergangenheit wissen, doch zuerst muss ich ins nahe gelegene Dorf, ein Mann sprach in meiner Vision, dass die Steingipfel es bald angreifen werden.“
Der Zwerg war erstaunt, doch schließlich sagte er: „Erlaubt mir, euch zu dem Dorf zu begleiten, ich bin dort aufgewachsen und kenne fast jeden Weg in diesem Gebirge. Falls es euch interessiert, ich bin Nalis Eisaxt und mit wem hab ich das Vergnügen?“
-„Nennt mich Rion, doch für Höflichkeiten haben wir keine Zeit, denn die Steingipfel könnten jederzeit das Dorf erreichen.“
„Wie ihr meint, folgt mir, durch die Schattenhöhle kommen wir schnell dorthin“, sagte der Zwerg, „Bevor wir aber losgehen, will ich noch meinen Bruder beerdigen.“
Nachdem Talis seine Ruhe im Stein gefunden hatte, gingen die Beiden in eine Höhle, in der es so dunkel war, das Rion nichts mehr sehen konnte. „Nalis, wo seid ihr?“, sprach er verzweifelt in die weite Dunkelheit.
Der Zwerg antwortete sofort: „Wie? Achso, ich vergesse immer, dass ihr kein Zwerg seid, bleibt dort wo ihr seid, ich führe euch dann.“
Rion wartete einige Zeit, bis er dann eine starke Hand an seiner spürte und eine leise Stimme sagte: „Erschreckt nicht, ich bin es.“ Nalis führte Rion einige Zeit durch die dunklen Gänge, bis er auf einmal anhielt. „Wo ist sie nur, wo ist sie nur?“, murmelte er mehrere Male vor sich hin, bis er schließlich aufschrie: „Ah, da ist sie ja!“, Rion hörte nur noch einen dumpfen Aufprall, dann fuhr Nalis fort: „Öffne dich, Tür des Ostens, Nalis spricht zu dir: Sha mehn, oh la res tu!“ Ein ziehendes Geräusch machte sich breit und kurze Sekunden lang, erfüllte ein Lichtblick die Höhle. Nalis packte Rion: “Hier hinein, bevor die Tür es sich anders überlegt!“
Rion und Nalis standen nun wieder auf gefrorenen Feldern, das Dorf in Sichtweite, doch die Straße dorthin war versperrt, Gruben, Felsvorsprünge und Eissplitter wohin das Auge blickt.
Nalis handelte zuerst: „Egal, was uns im Weg steht, ich lasse nicht zu, dass die Steingipfel unser Dorf einnehmen.“
Mit diesen Worten und einem zwergischem Schlachtruf, ging er vorwärts, die Eisdornen und Eissplitter einfach wegtretend, doch am Grubenwall wusste auch er nicht weiter, doch ein lauter Ruf brachte Lösung: „Wer seid ihr, gebt Euch zu erkennen, oder wir werden euch erschießen!“
-„Hey Rani, sei mal nicht gleich so misslaunig, ich bin es, Nalis und ich bringe Nachricht über die Steingipfel!“, sprach Nalis und mit einem Blick zu Rion fügte er hinzu: „Dies ist Rion, er rettete mir vor kurzem das Leben und er hat wichtiges mit Raghul zu besprechen.“
Der Zwerg, der anscheinend Wachdienst hatte, schien darüber etwas besser gelaunt und rief: „Dann ist es ja gut, es ist halt nur meine Aufgabe, Eindringlinge zu „Begrüßen““, zum Dorf gewand fügte er noch hinzu: „Holt die Planken, Nalis ist zurück“.
Kapitel III: Dunkle Gestalten
Sofort kamen ein dutzend Zwerge, in deren Händen sich große Holzplatten befanden, angelaufen.
Zwei von ihnen warfen große Seile rüber, die Nalis an Felsvorsprüngen befestigte. Nun schoben die Zwerge langsam ihre Platten rüber, während Nalis sie befestigte.
„Hier Rion, geht zuerst. Ich muss die Brücke noch hinter dir abbauen.“
Langsam schritt Rion auf die Planken zu und ging rüber, Nalis folgte ihm und löste nach jeder Platte die Verbindung zu den Seilen. Schließlich waren beide drüben und Nalis und Rani redeten in Zwergensprache. Nach dieser Unterhaltung, sprach Rani zu Rion: „Hier entlang, Raghul wird erfreut sein, mit euch zu sprechen.“
Rani führte Rion zum Dorf, während sich die Zwerge um ihn und Nalis scharten: „Nalis, wo sind eure Männer? Wer ist der Menschenjunge? Was ist mit den Steingipfeln?“ Solche Fragen stellten die Zwerge des Dorfes wild durcheinander, bis eine laute Stimme rief:
„Ruhig! Diese Dinge werden die beiden mir selbst erzählen.“
Rion und Nalis taten, was die Stimme sagte und folgten ihr in eine abgelegene Hütte. Nalis ergriff als erster das Wort: „Ehrenwerter Raghul, die Steingipfel sind im Anmarsch, unseren Stützpunkt haben sie einfach so überrannt, wäre dieser Junge nicht gewesen, wäre ich jetzt tot.“
Raghul antwortete sofort: „Nalis, verständige die Wachen, es sollen sich alle im Umkreis ins Dorf zurückziehen und sag Rani, dass er Fallen auslegen soll.“
-„Zu Befehl, o Zauberer“
Nachdem Nalis aus der Hütte ging und die Nachrichten verbreitete, sagte der Zauberer zu Rion: „Sag mir, Rion, was bedrückt dich? Ich sehe, dass dir etwas auf dem Herzen liegt.“
-„Es ist so, Herr: Ich trag einen der vier Steine bei mir und ein Freund von mir, Talmos opferte sein Leben, damit ich bis hier hinkomme. Er bat mich noch, euch dies hier zu geben.“, sagte Rion, während er den Beutel von seinem Gürtel löste und Raghul übergab.
Raghul wirkte geschockt über die Nachricht, doch als er den Beutel öffnete, sprach er mit belegter Stimme: „Das sind gewiss traurige Nachrichten, doch wir können nicht der Vergangenheit nachtrauern, die Steingipfel haben sich zum Kampf gerüstet, wenn wir nicht schnell handeln, werden sie die Welt der Zwerge vernichten und die Steine an sich reißen. Geh in die Waffenkammer und sprech mit Wachtmeister Grimmbart, er wird dir sagen, was du zu tun hast, falls wir beide überleben, können wir nach der Schlacht weiterreden.“
So ging Rion zu Grimmbart, der ihm sagte, dass er sich auf dem letzten Wall begeben soll und von dort die Gegner aufhalten soll. Dazu gab er ihm einen Bogen, um „Den Gegnern das Leben vom Wall aus auszuhauchen“ und ein paar Dolche, um „Auch im Nahkampf tödlich zu sein“.
Zuletzt sprach er noch: „Ich sehe große Stärke in dir, lerne sie zu benutzen. Lerne den Feind und dich selbst kennen, dann wirst du ewig bestehen, sonst wirst du trostlos untergehen.“
Ohrenbetäubende Hörnerstöße und fremdartig klingende Schlachtrufe unterbrachen die Unterhaltung, im Lager war Chaos. Die Zwerge schrieen: „Auf Eure Posten, haltet sie auf, bis Nalis mit der Verstärkung zurückkommt!“
Eine große Kompanie Bogenschützen ging an Rion vorbei: „Folgt uns, wir zeigen euch euren Posten.“
Rion folgte der Truppe und befand sich an der hinteren Hauptmauer der Verteidigungsanlage. Die Heerscharen der Steingipfel rückten bis zur Sichtweite auf, unzählige Krieger von ihnen waren gekommen, Reiter, Schwertkämpfer und Bogenschützen, die Steingipfel waren entfesselt. Ihr Heerführer stieß einen schrillen, lautstarken und furchteinflößenden Schrei aus, worauf sich die dunkle Armee vorwärts bewegte.
„Anlegen! Feuer!“, schrieen die Kommandanten auf der ersten Mauer, zahlreiche Pfeile flogen auf die Steingipfel und nicht wenige fielen augenblicklich tot um. Doch davon ließen sich die Steingipfel nicht beeindrucken, eine weitere Welle rückte vor, die aber durch Bodenfallen ausgelöscht wurde, doch einige Bogenschützen brachen durch und schossen auf die Verteidiger.
Einige starben durch den Angriff, doch die Bogenschützen an den Mauern waren zielsicherer und zahlreicher. Die Bogenschützen der Steingipfel fielen einer nach dem anderen , doch ihre Nahkämpfer rückten vor, so zahlreich, dass weniger als ein Viertel fiel, bevor sie vorm Wall standen. Nun befahlen auch die Kommandanten des hinteren Walles den Angriff, der Himmel schien von Pfeilen bedeckt, doch die Steingipfel rückten weiter vor, die erste Gruppe erklomm schon den Wall und zwang die Verteidiger, ihre Schwerter zu ziehen. Diese Chance nutzten die Angreifer und mobilisierten ihr gesamtes Heer und die Verteidiger gerieten ins Wanken.
Vom hintersten Wall flogen die Pfeile, in vorderster Reihe kämpften die Zwergenparteien auf dem Wall und am Feld rückten die Steingipfel zum Tor vor. Zahlreiche Hammerschläge führten sie durch und schließlich gab das Tor nach: Es zersplitterte und die Steingipfel zogen in die Stadt ein.
Doch ein heller Hornruf zog sich über das Feld. Die Steingipfel schienen verwirrt und die Verteidiger brüllten: „Die Wachen! Nalis hat es geschafft!“.
Trotzdem gaben die Angreifer nicht auf, jetzt wollten sie erst recht die Sache schnell zu Ende bringen. Die Armee rannte auf den hinteren Wall zu und die Verteidiger zogen die Schwerter. Nur Rion blieb beim Bogen: Mehrere Pfeile auf einmal schießend, fielen die Angreifer, doch viele brachen durch. Die Verstärkung war mittlerweile angerückt und die Nachhut der Steingipfel fiel. Dies reichte der Hauptarmee: Sie ließ von der Belagerung ab und marschierte zu Nalis. Während die meisten Verteidiger die Reste der Belagerer weiter abwehrten, lief Rion zum vordersten Wall und schoss den Steingipfel seine verbliebenen Pfeile in den Rücken.
Nalis rückte vor, die Steingipfel jedoch auch und tosendes Gebrüll, gepaart mit dem Klirren der Waffen ertönte am Schlachtfeld, Rion, der das nicht mit ansehen konnte, hob seine Dolche und rannte zum Feld, dutzende Zwerge folgten ihm, doch viele blieben und erledigten die versprengten Überreste.
Als Nalis am Austragungsort des letzten Angriffes angekommen war, brüllten die Steingipfel:
„Da, der Stein-Holt ihn euch!“
Die Steingipfel stürmten auf Rion zu, der seinerseits auf sie zulief. Er hob die Dolche und spürte, wie sie Zwergenfleisch schnitten.
Rion wehrte allerhand Angriffe ab und Nalis erledigte die Flüchtigen, doch viele lebten immer noch und bereiteten sich zum Angriff vor.
Gerade, als sie auf die verlassene Stadtmauer zustürmten, leuchtete die Stadt hell auf und Blitze, Eis und Wasser flogen auf die Gegner zu. Als sie dies sahen, wollten sie fliehen, doch die Erde selbst schien sie zu packen und an der Flucht zu hindern.
Die elementaren Energien löschten die letzten Angreifer aus, sodass das Lager wieder in Frieden war…erstmals, denn Raghul erkannte den Ernst der Lage: „Hier mögen wir sie besieg haben, doch sie werden wiederkommen, nur dann zahlreicher und besser vorbereitet. Durch Waffenstärke werden sie nicht zu besiegen sein, tief im Herzen der Welt liegt der Schlüssel, doch um ihn zu verwenden, braucht es mehr als zwergisches Geschick. Morgen früh reisen Nalis und ich zusammen mit Rion zum Hauptquartier, wo der älteste den Rat einberufen wird, jenen, den es seit dem Friedensbruch nicht mehr gab.“
„Der Rat“, kam aus den Mündern vieler Zwerge, „Seid ihr da sicher, Raghul? Es ist zweifelhaft, wie viele überhaupt kommen werden“, fügte ein älterer Zwerg hinzu.
Raghul antwortete: „Es werden genug kommen, ich schicke meine Adler aus, die die Fürsten einberufen sollen, die Steingipfel müssen aufgehalten werden!
Wir mögen heute gesiegt haben, doch dies war nur ein Fingerzeig des Bösen, der Rat ist das einzigste, was uns noch vor härteren Schlachten schützen kann, doch jetzt müssen wir ruhen, die Steingipfel warten nur auf Fehler unsererseits.“
Nach dieser Rede zog er Rion beiseite: „Fühlst du dich wohl? Die Schlacht war hart und morgen müssen wir marschbereit sein, sonst werden wir den Weg über den gefährlichen Teil des Gebirges nicht überstehen.“
Rion antwortete kraftvoll: „Die Schlacht mag anstrengend gewesen sein und ich mag aufgeschürfte Hände haben, doch ich bin bereit, solche Unholde halten mich nicht auf!“
Raghul erwiderte lachend: „So eine Einstellung bräuchte jeder von uns, doch die Steingipfel sind nicht so wie du denkst, einst waren sie wie die Dorfbewohner, doch als die Steine kamen und der Frieden sich auflöste, schlossen sie sich zusammen, um den Krieg von ihren Reichen fernzuhalten, doch aus den ehrenhaften Absichten wurde blinder Hass, der vielen das Leben kostete. Von alleine werden sie nicht von ihrem Glauben abweichen. Ruhe nun, es liegen schwere Tage vor uns.“
Als es Abend wurde, konnte Rion nicht einschlafen, da er immer ein Bild sah: Eine neblige Landschaft, in der seelenruhig Zwerge schlafen. Doch das Bild veränderte sich: Der Nebel wurde Giftgrün und eine Klinge stieß aus dem Schatten hervor. Die Zwerge schrieen und fielen nacheinander zu Boden.
Doch die Bilder verblassten und Rion hörte Stimmen: „Jetzt zieht schon wieder Nebel auf, hat man hier denn nie seine Ruhe?“
Rion versetzte dies in Alarmbereitschaft, eine Vorahnung sagte ihm, dass dieser Nebel nicht natürlich war und Unheil verkündete. Langsam richtete er sich auf, um sich Überblick zu verschaffen, doch da verdichtete sich der Nebel schon in dem Giftgrün, das er auch in seinem Kopf gesehen hatte.
Im Lager brach derweil Unruhe aus, die Zwerge sprachen ängstlich: „Was ist das für ein Nebel, was soll er uns zeigen?“
Eine laute Stimme unterbrach die Unruhen: „To rin ah, lasto geh felîn, weiche, du Höllenschatten!“
Die Stimme des Zauberers schien Wirkung zu zeigen: Der Nebel wurde schwächer, doch der Giftgrüne Ton blieb.
Mitten bei der Beschwörung, wurden aber bösartige Stimmen laut. Rion handelte sofort, er rannte zum Zauberer und rief dabei: „Raghul, runter!“ Doch der Zauberer verstand nicht, er blieb stehe und führte sein Ritual weiter fort.
Rion rannte so schnell er konnte, er wusste, dass eine Klinge den Nebel verlassen würde und Raghul durchbohren würde, wenn er ihn nicht vorher erreiche.
Er war schon fast beim Zauberer, doch die Klinge war schneller: Rion sah ein blauen Blitz, der den Nebel verließ. Ohne zu zögern, griff er sich einen seiner Dolche und warf ihn in den Nebel, ein grunzender Schrei sagte ihm, dass er sein Ziel getroffen hatte, doch ein zweiter Schrei stoppte Rions Freude: Die Klinge fand trotz getroffenem Träger ihr Ziel und Raghul brach zusammen. Die hysterischen Zwerge schienen durch den Schrei wieder zur Besinnung zu kommen und der Nebel lichtete sich.
Rion rannte sofort zum Zauberer: „Raghul, geht es euch gut?“
-„Ging schon mal besser“, hustete er, „Ich hätte nie gedacht, dass die Steingipfel Auftragsmörder schicken.“
„Auftragsmörder, wieso sollten die Steingipfel es so versuchen? Sie sind uns doch auch so über“, sagte Rion verdutzt.
-„Richtig, doch sie müssen von unserem Plan erfahren haben, deshalb wollen sie uns hier behalten und uns hier ausrotten, geh jetzt aber bitte zurück, es könnte gleich leicht bebig werden.“
„Was meint ihr damit?“, wollte Rion fragen, doch eine Hand zog ihn zurück und um den Zauberer schien sich silbrigweißes Licht zu bilden. Allerhand Kiesel wurden in seiner Nähe weggeschleudert. Als das Licht verblasste, stand Raghul wieder und knurrte: „Gar nicht übel, diese Klinge, weiß einer, was das für eine war?“
Von schleierhaften Gedanken beseelt, ging Rion langsam zu dem Ort, aus dem die Klinge gestoßen kam und tastete den Boden ab. Plötzlich fühlte er, wie sich in einem seiner Finger eine Wunde öffnete.
„Hier kommt her, ich glaube ich hab etwas“, rief er
Raghul fasste auf den scheinbar leeren Boden und merkte schnell, dass dort ein Artefakt liegt.
„Ah, ein Schwert aus den älteren Tagen, vielleicht sogar noch aus den Friedenszeiten, die Steingipfeln scheinen diese Angelegenheit sehr ernst zu nehmen, das verheißt nichts gutes.“
Langsam hob er seine Hand und ein blutiges Schwert schien aus dem Nichts zu erscheinen.
„Die Sache ist viel ernster, als ich dachte“, fügte er hinzu.
Kapitel IV: Von Zwergenwaffen und dem Beginn der Reise
Das blutige Schwert, was Raghul in der Hand hielt war gewaltig, es hatte die halbe Mannesgröße und war mit allerhand Runen versehen.
„Was bedeuten diese Runen“, fragte Rion.
-„Das ist die Sprache der Zwergenahnen, geschickte Handwerker, die in der alten Zeit dieses Gebirge bevölkerten. Ihre Schätze waren nie gefunden worden, doch dieses Schwert gehört eindeutig zu den Werken der alten Welt. In unserer Sprache heißen sie soviel wie
„Die Zwerge des Nordens sind erwacht, gleich wer sich dem Träger dieses Schwertes in den Weg stellt, wird von ihm durchbohrt werden.““, antwortete der Zauberer.
Rion verstand nicht, was sagte diese Schrift aus? Der Zauberer schien diese Frage jedoch zu kennen, bevor sie gestellt wurde, weshalb er hinzufügte:
„Die Zwergenahnen waren wechselhaft, sie kämpften für Gut und böse zugleich, weshalb sie sich einst trennten. Die bösartige, abgespaltene Gruppe gruppierte sich weit im Süden, von wo aus sie Späher in die Lager der anderen Gruppe schickte und sie aushorchte. Als dann die Menschen ins Gebirge kamen, kam der einen Gruppe die Idee: Sie benutzen die Menschen als Sündenbock, um die andere Gruppe auf ihre Seite zu ziehen. Viele schlossen sich ihnen an und formierten sich als „Steingipfel“ neu. Die gemeinsamen Waffen, die die Zwerge erschufen, als sie noch vereint waren, wurden tief in Stein eingeschlossen, doch dieser Fund beweist, dass die Waffen gefunden wurden und mit ihnen die alte Kraft entfesselt wurde, die die Zwerge damals besaßen.“
Die Zwerge, die dieses Gespräch mitgehört hatten, schauderte es bei dieser Rede, denn sie wurden nicht gerne an den Ursprung ihrer Verwandten erinnert.
Einer von ihnen fragte jedoch: „Wie konnten die Waffen gefunden werden, die Ahnen hatten bestimmt gewusst, dass sie die Waffen gut verschließen mussten“
-„Das ist richtig, doch die Waffen wollen gefunden werden, andauernd rufen sie nach ihren Herren, jene, die nach Macht streben. Deshalb kamen die Steingipfel immer näher an die alten Orte, wo sie schließlich den Zauber brachen, der die Waffen umgab. Deshalb können sie jetzt den Ursprung der Macht selbst benutzen, weshalb wir uns jetzt vorsehen müssen. Ich frage mich nur, wie sie den Zauberschild brechen konnte, denn der wurde vom Rat selbst gelegt.
Die Steingipfel müssen von mächtigeren Magiern Unterstützung bekommen haben, denn sonst wäre der Schutz zu stark gewesen.“
Die Zwerge des Dorfes schienen verwirrt, woher wusste er das alles? Gerade, als einer diese Frage stellen wollte, sagte der Zauberer: „Ich werde nicht umsonst “der Wanderer“ genannt, ich habe viel gesehen und gelesen, denn in Ruinen der alten Zeit liegen viele Geheimnisse verborgen. In der alten Hauptstadt, der damals noch vereinten Zwergenstreitmacht, fand ich eine alte Schriftrolle, die die Ereignisse bis zum Auftreten der Steingipfel aufzeichnet. Auf der einhundertfünfzehnten Seite stand, dass die Waffen im Gebirge eingeschlossen wurden und die Träger sich neben den Fels zur Ruhe legten.
Nun ist es aber genug der Geschichten, wenn wir nicht schnell hier wegkommen, werden die Steingipfel uns hier erreichen, wobei sie auch vor der Zerstörung des Dorfes nicht zurückschrecken werden.
Ruhet nun, morgen wird ein neuer Tag der Geschichte der Zwerge eintreten, der Tag, an dem wieder Würdenträger aus ganz Tyria zum Rat wandern.“
Am nächsten Morgen wurden Rion und Nalis von Raghul geweckt, der eine ernste Mine aufsetzte und sagte: „Haltet euch bereit, wir könnten jederzeit aufbrechen, denn im Gegensatz zu uns, kennen Steingipfel das Wort „Rast“ nicht.“
Während Raghul dies erzählte, standen auch langsam die Zwerge auf.
„Kommt, wir haben hier schon viel zu lange gewartet, wenn wir jetzt nicht loskommen, werden die Steingipfel hierher kommen.“
Wegen diesen Worten packten Nalis und Rion Nahrung und Hilfsmittel, wie zum Beispiel Seile in Rucksäcke und machten sich schweren Herzens auf den Weg vom Lager weg.
„Wie fühlt ihr euch? Für einen der gestern so gut gekämpft hat, seht ihr noch recht frisch aus“, sagte Nalis zu Rion. Rion antwortete: „Ich fühle mich blendend, meine Hände sind zwar noch recht taub, doch mein erstes Mal hätte ich mir schwieriger vorgestellt. „Bei den Göttern! Euer erstes Mal? Ihr habt gekämpft wie Balthasar selbst. Ich frage mich echt, was aus euch noch mal wird“, antwortete der perplexe Zwerg.
„Ich störe euer Gespräch nur ungern, doch bis zum Ratsgebäude solltet ihr eure Lungen schonen, denn wir dürfen uns nicht allzu viele Pausen gönnen“, warf der Zauberer ein.
Während Nalis nur ein Grummeln hören ließ, fragte Rion: „Wo liegt denn das Ratsgebäude, Raghul?“
-„Das Gebäude liegt weit im Gebirge, denn der Ort ist der kraftvollste Zufluchtsort für alle Feinde der Steingipfel. Den genauen Ort weiß ich aber selbst nicht, da der Eingang nur jenen, die den Ort als Zufluchtsort oder zu politischen Zwecken nutzen sichtbar ist. Der Gebirgsgeist wird uns dorthin führen, doch seine Stimmung wechselt oft, mal dauert der Weg einen Tag, ein anderes Mal kann sich der Weg aber auch über mehrere Jahre hinwegziehen, lasst uns beten, dass er uns wohlgesonnen ist“, antwortete der Zauberer.
Nalis öffnete den Mund, wenn über Geister gesprochen wurde, erfüllten sich Zwergenherzen immer mit Wärme.
„Der Gebirgsgeist? Was würde ich dafür geben, einmal mit ihm zu sprechen oder ihn auch nur zu sehen“, schwärmte Nalis, nachdem Raghul ausgesprochen hatte.
-„Dies könnte sehr wohl bald sein, denn der Geist lässt niemanden in sein Schutzgebiet, ohne ihn gesehen zu haben. Haltet euch bereit, denn im Gebirge lauert noch mehr, als Steingipfel oder Geister. Wenn wir den Eingangsort gefunden haben, müssen wir geschwind eintreten, denn der Berg hat viele Augen.“, entgegnete der Zauberer.
Die drei Gefährten gingen weiter, sie kletterten über Vorsprünge, wateten durch Tümpel und wanderten durch Höhlen, doch sie fanden keinen Anhaltspunkt mehr.
Sie standen in einer dunklen Höhle, in der es nur einen Eingang gab und an dessen Wand Eissplitter hingen.
„Haben wir uns verirrt, Raghul, was machen wir jetzt“, fragte Rion
-„Im Moment weiß ich auch nicht weiter, die Berggeister führten mich hierhin, doch hier gibt es keinen Weg. Irgendein wichtiger Hinweis muss hier verborgen liegen, sonst wären wir nicht hier. Nur ich weiß nicht welcher, denn die altvorderen Zwerge waren listenreich, ihre stärksten Waffen waren weder Äxte, noch Hämmer, noch Schwerter oder Keulen, geschweige denn Bögen oder Armbrüste, ihre stärkste Waffe war die Gabe, sich schattenhaft zu verstecken. Es gibt wenige, die alle Geheimnisse kennen, auch wenn ich viel weiß, gestehe ich mir weniger als zehn Seiten in einen fünfhundert Seiten langen Buch zu, dafür waren und sind die Zwerge zu listenreich. Bleiben wir vorerst hier, während ich überlege“, beantwortete Raghul die Fragen.
Während der Zauberer vor der Wand stand und überlegte, saßen Rion und Nalis auf zwei Steinen und spielten zur Abwechslung mit Steinen, die am Boden lagen. Als Nalis einen Stein verfehlte und der so gegen die Wand prallte, hörten die drei einen hohlen Ton.
Von dem Ton aufgeschreckt, drehte Raghul sich blitzartig um, wobei sein Ellenbogen die Wand berührte.
„Was war das“, fragte er. Erleichtert drehte er sich wieder um, als Nalis von dem Stein erzählte, wobei er einen feinen Riss im Stein sah, den er wahrscheinlich mit seinem Ellenbogen freigelegt hatte. Sorgfältig legte er mehr von der Wand frei, wobei der feine Riss rechtecksförmig weiter verlief.
„Ah, verschlossene Tore, hier müssen wir rein“, sagte der Zauberer
Rion und Nalis guckten erst sich und dann den Zauberer ungläubig an, wie sollte man durch diese massive Wand kommen? Diese Frage wurde aber von Raghul beantwortet, als er die Wand anfasste und alte Worte murmelte. Augenblicklich wurden die Eissplitter von gleißendem Licht erfüllt, das sich langsam in die rechteckige Form ausbreitete, sodass letztendlich ein Lichtrahmen die Tür zeigte.
„Öffne dich, Tür der altvorderen Fürsten“, rief der Zauberer zur Tür gewand, während sich diese langsam öffnete, „betretet nun die Hallen von Ragnoron, dem Zwergenfürst, der die Zwerge dieses Gebirge besiedeln ließ. Geht voran, Nalis, denn ich finde es gebührt einem Zwerg, die Hallen zuerst zu betreten.“
Kapitel V: Alte Götter und Ruinen
Nalis schritt voran, er hob merklich den Kopf, als er die Höhle betrat.
„Ich hätte nie gedacht, selbst diese Höhle betreten zu können, jeder Zwerg in ganz Tyria träumt davon und ich kann es als erster seit der Wende tun“, murmelte er vor sich hin, „Ich frage mich nur, ob die Geschichten über die prunkvollen Statuen und Hallen wahr sind.“.
-„Wahr sind sie auf jeden Fall, es gab prunkvolle Hallen und Statuen in diesem Zwergenreich, doch ob sie immer noch existieren, kann ich nicht sagen, denn den Gerüchten zufolge, sollen einige Zwerge bei der Besiedlung des Gebirges hier in der Höhle geblieben sein und sie ausgebaut haben und besonders in älteren Höhlen muss man aufpassen keine Überreste der Götterkriege aufzuspüren, denn die besitzen die Macht Böses anzulocken oder großflächige Verwüstungen anzurichten. Die Steine gehören zu den Überresten, denn sie sind aus Menzies Steinaxt abgebrochen.“
„Menzie, Götterkrieg? Davon habe ich noch nie etwas gehört, obwohl ich jahrelang in einem Tempel gelebt habe“, sprach Nalis.
-„Vor Urzeiten, noch bevor es Leben auf der Welt gab, lebten die Götter auf einem Land oberhalb uns bekannter Ebenen. Doch eines Tages wollten sie mehr, die irdische Welt, die Unterwelt und den Riss des Kummers, Gebiete, die von Rathor, dem mächtigsten Himmlischen beherrscht wurden. Deshalb griffen die Götter Menzie, Abbadon und Dhuum eines Tages Rathor an und töteten ihn heimtückisch von hinten. Die anderen Götter verurteilten diese Tat und verstießen die drei, doch diese dachten nicht an Rückzug und griffen die anderen Götter m nächsten Tag an.
Jahrelang dauerte dieser Krieg und viele Götter verloren ihre Macht oder ihre Existenz, doch als Balthasar, Grenth, Dwayna, Lyssa und Melandrus, die Götter, die am ersten Kriegstag von den Verstoßenen aus dem Himmelsreich geworfen wurden älter wurden, entbrannte die letzte Schlacht.
In dieser bezwang Balthasar seinen Halbbruder Menzie und sein Schwert zerschmetterte die Axt aus himmlischen Gestein, Grenth bezwang Dhuum in der Unterwelt und später warfen alle fünf zusammen Abbadon nieder.
Die Körper der drei Götter wurden tief ins Erdreich verbannt, einen Ort, in den nur die abartigsten Geschöpfe der Welt hinkommen, dem Reich der Qual“, erklärte Raghul.
Nalis fragte weiter: „Doch was passierte mit den anderen Göttern und wie kamen die Steine in unsere Welt?“
Der Zauberer beantwortete auch diese Frage: „Die Überreste der Axt wurden an ihrer Position, an der sie zersprangen gelassen, da Balthasar niemanden in den Riss einließ, doch eines Tages kamen erwachte die dunkle Kraft, die in der Axt innewohnte und rief Dämonen herbei, die den Riss noch immer bevölkern. Viele weitere Dämonen ruhen noch immer in der Welt, meist im festen Gestein im Erdreich eingeschlossen, ruhen sie dort schon seit jahrtausenden, doch wenn sie aufgeweckt werden, könnte der Krieg erneut entfachen.
Die Götter wussten nichts von der Gefahr, die von den Artefakten ihrer Kriege ausging, weshalb sie versuchten erneut in ’ihre’ Welt zu gelangen. Sie bauten einen gewaltigen Turm, von dem aus sie Tyria verlassen wollten, doch die Pforten waren geschlossen, das Himmelsreich war versperrt. Wegen dieser Tatsache enttäuscht, zogen sie weiter durch unsere Welt, bis eines Tages die ersten Lebewesen erwachten. Viele Jahre lang lebten die Götter bei ihnen, bis sie eines Tages weiter zogen und sich ihren Aufgaben widmeten. Balthasar bewachte den Riss, Grenth die Unterwelt, Melandru die Natur, Dwayna die Menschen und Lyssa die Magieströmungen“, mit einem Blick auf Nalis und Rion fügte er noch hinzu:
„Der Turm steht immer noch, doch nicht mehr so, wie damals. Um ihn herum ist dieses Gebirge gewachsen und er dient jetzt als der letzte Zufluchtsort für alle Lebewesen. Dies ist der Ort wo wir hinwollen, doch jetzt genug gefragt, in zwei Tagen müssen wir die Höhle verlassen haben, für mehr reicht unser Proviant nicht.“
„Das war sehr aufschlussreich, jetzt wissen wir zumindest, dass die Götter noch immer auf unserer Welt hausen und dass wir zu dem Ort wollen, an dem der Himmel erklommen werden sollte“, sprach Nalis zu Rion.
So gingen die drei tiefer in die Höhle, bis Raghul abrupt stoppte.
„Was ist, Raghul“, fragte Nalis.
-„Hier sollten Statuen zum Gedenken an die großen Fürsten der alten Zeit stehen, irgendetwas stimmt hier nicht, wartet hier, ich schau mich mal in der Umgebung um.“, beantwortete der Zauberer.
Aus diesem Grund ging er in die dunklen Gänge der Höhle, während Nalis und Rion an ihrer Position stehen blieben. „Zieh lieber deine Dolche, denn Raghuls Beunruhigung verheißt nichts gutes, so war er seit Ewigkeiten nicht mehr drauf.“ Rion tat was Nalis ihm sagte und zog seine Waffen.
Als er dies tat, nahm sein Wahrnehmungssinn gewaltig zu, die schattenhaften Konturen der Höhle erschienen ihm auf einmal glasklar, doch was er sah, gefiel ihm weniger: Gespaltene Schilde, abgebrochene Schwerter und allerhand weitere Rüstungsüberreste lagen verstreut am Boden, an der Wand lagen Zwergenleichen, teils mit Pfeilen durchbohrt und teils schwer versengt.
„Nalis, wir müssen uns verstecken, hier muss schreckliches passiert sein, am Boden liegen überall Leichen und zerstörte Waffen, die Bewohnern dieser Höhle müssen ein grausames Ende gehabt haben.“, warnte er den Zwerg.
Schnell gingen beide in eine flache Aushöhlung im Boden und Nalis sagte: „Woher weißt du denn das schon wieder, selbst meine Zwergenaugen sehen hier nichts. Doch wenn du die Wahrheit sagst, könnte Raghul recht gehabt haben und die Dämonen sind erwacht, sei auf jeden Fall aufmerksam in diesen Zeiten weiß man nie, was einem erwartet.“
Gerade als der Zwerg ausgesprochen hatte, hörte Rion Schritte: „Da kommt wer“, sprach er, seinen Kopf aus dem Loch steckend fügte er hinzu: „Es ist Raghul.“
Als die beiden aus dem Loch stiegen, schien der Zauberer verdutzt, doch dann sprach er: „Es ist, wie ich befürchtete, die Dämonen sind erwacht und suchen die Steine um ihren Meister wiederauferstehen zu lassen, seid auf der Hut, die Zwerge in dieser Höhle hat es bereits erwischt, besonders bitter, da die hier lebenden Steingipfel in Frieden mit anderen Zwergen lebten und sie zusammen die Hallen hielten.“
„Steingipfel im Frieden mit uns“, fragte Nalis empört.
-„Genauso war es hier, sie waren den Krieg satt und hatten aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und dafür wurden sie verbannt, als sie hier Zuflucht suchten, wurden sie freundlich aufgenommen und behandelt, doch schlussendlich starben sie Seite an Seite und jetzt gibt es keine Verbindungen zwischen den beiden Fronten mehr und noch schlimmer: Wenn die Steingipfel hiervon erfahren, werden sie uns für schuldig befinden, was ihren Hass noch verstärken wird. Zweifelsohne gehen wir dunklen Zeiten entgegen. Doch nun zum wesentlichen: Zehn Meilen von hier befindet sich ein Ausgang, er führt weit nach Osten, doch von dort könnten wir eine Abkürzung über die alte Handelsstraße nehmen, die wird an jedem den Steingipfel bekannten Eingang schwer bewacht, folgt mir!“
Die beiden folgten dem Zauberer durch verbrannte Gänge des ehemaligen Prachtreiches, wobei sie viel Schlimmes sahen: Aufgespießte Köpfe hingen an der Wand, allen Statuen wurde der Kopf abgeschlagen, der durch ein dunkles, schattenhaftes Gebilde, ersetzt wurde.
„Seht nicht hin, Abbadons Gesicht verursacht nur Furcht und Entsetzen bei Zwergen und Menschen, falls ihr ihn zulange anseht, könnte ihr seinem Bann verfallen und willenlose Diener werden.“, warnte der Zauberer, sich einmal umguckend fügte er hinzu: „Die Schlacht scheint schon länger her zu sein, der Dämon ist bestimmt nach den Anschlägen weiter gezogen, die Halle rechts von uns könnte noch unbeschädigt sein, wenn wir sie schnell erreichen, können wir für heute Schluss machen, denn offen auf den Gängen zu ruhen ist in Anbetracht der Umstände, die hier herrschen höchst unklug“, sagte Raghul
Kapitel VI: Die abgelegene Kammer
Als die drei gegen Abend das Tor zur alten Wachhalle erreichten und das Tor öffneten, bekam Rion ein ungutes Gefühl, das ihn vor dem Raum warnte. Im Raum selbst breitete sich dieses Gefühl jedoch weiter aus und Rion wurde schwarz vor Augen, genau wie damals, als er in der Höhle aufwachte. Genau wie damals verschwamm die Dunkelheit auch wieder und eine schattenhafte Gestalt rannte auf Rion zu, zahlreiche Zwerge griffen den Schatten von der Seite an, doch dieser versengte und zertrampelte sie alle.
Nachdem die Zwergenscharen besiegt waren, bewegte sich der Schatten weiter auf Rion zu, Rion sah schon, wie sich im Mund des Dunklen Feuer sammelte, doch gerade als dieser das Feuer entfesselte, verschwamm das Bild erneut und Rion sah die besiegten Zwerge, wie sie verstümmelt am Boden lagen. Doch einer trug noch immer ein Buch fest umklammert, auf dem Rion zwei gekreuzte, weiße Äxte auf einem brennenden Helm sah.
Doch bevor er das Buch weiter betrachten konnte, fühlte er, wie ein brennender Schmerz auf seiner Brust tobte und wie eine Stimme zu ihm in alter Sprache redete.
Schweißgebadet kam er wieder zu sich, in einer schlecht beleuchteten Kammer, an deren Ecken große Statuen standen.
„Was ist passiert Rion, sahst du schon wieder Schatten“, fragte eine vertraute Stimme.
„J-J-J-a“. gab Rion langsam zurück, „ein großer Schatten kam in diese Halle und tötete alle Zwerge, wie aus dem Nichts wurden sie verbrannt oder zerquetscht. Da war auch noch ein Buch, ein großes Buch mit zwei gekreuzten weißen Äxten auf einem brennenden Helm.“
„Die Zeichen der Steingipfel und der Zittergipfel, dieses Buch wird uns Aufschluss über viele Rätsel der Finsternis geben, wir müssen es finden, bevor es verloren geht“; sagte Nalis.
Raghul war der Erste, der auf die Suche ging: „Ich glaube, dass ich weiß, wo das Buch ist, Aufzeichnungen wurden immer hinter dem Thron aufbewahrt, wartet hier kurz.“
Rasch kam er wieder, mit einem großen Lumpen in der Hand.
„Hier haben wir es, den letzten Beweis der zwergischen Einheit, mal sehen, was sie hier erwartet hatte und wann das Unglück kam“, mit ein paar Blicken in das Buch ergänzte er noch: „Zwei Jahre, der Schatten hat sich viel später als erwartet gerührt, wenn wir Glück haben, ist er noch nicht nach Süden gekommen, denn sobald er die dortige Hauptstadt erreicht, sind die Zwerge verloren.
Doch hört, eine Aufzeichnung gibt es noch:
Spät war es in jener Nacht, als plötzlich mehrere Dutzend schwarzgekleidete Zwerge vor unseren Hallen standen, zweifelsohne Steingipfel, doch diese waren den Krieg satt, sie hatten genug von Krieg und Leid. Sofort ließen wir sie in unsere Hallen, denn diese Zwerge könnten die alte Einheit wieder aufleben lassen.
Mit ihrer Hilfe haben wir schnell unsere Hallen erweitert, zahlreiche Gänge gegraben und Statuen errichtet und selbst die Schmiedekunst flammte erneut in neuem Glanz. Doch Schmieden brauchen Rohstoffe und die gab es nur im Felsen selbst. Lange bauten wir das Material ab, bis das Gestein immer dunkler und wärmer wurde. Eines Tages erfüllte Donnergrollen unsere Höhlen, unzählige Gänge brannten und gerieten in Dunkelheit, wenn der Abgrund der Hölle erst bei uns ist, sind wir verloren.
Eine kurze Nachricht war noch über die letzte Seite geschmiert worden: Er ist hier
„Wenn ich das richtig deute, haben die Zwerge zu gierig und zu viel abgebaut und sind eines Tages auf den versteinerten Schattentitan, einen von Abbadons Offizieren gestoßen. Ein grausamen Ende, denn wenige von den höheren Titanen leben noch in dieser Welt und er ist einer der schrecklichsten. Doch von den Waffen muss es noch Überreste geben“, sagte der Zauberer.
„Sie liegen wahrscheinlich in der Waffenkammer; in jedem zwergischen Tunnel gibt es welche, versteckt hinter einem Felsen neben einem Ausgang“, sagte Nalis
Der Zauberer antwortete: „Lasst uns heute hier rasten, morgen geht es zur Handelsstraße, auf dem Weg nehmen wir ein paar Waffen mit. Das Buch kommt auch mit, denn es verrät dem Rat sicher viel Nützliches.“
Während Rion und Nalis in den Ruinen des Thronsaales schliefen, hielt Raghul Wache, denn seiner Meinung nach könnte in diesen Hallen mehr ruhen, als sich ersichtlich zeigt.
Doch plötzlich nahm er ein Knacken war, woraufhin er die beiden Anderen sofort weckte und in Alarmbereitschaft versetzte: „Ich glaube, dass da etwas in der Nähe ist, haltet euch bereit, sobald er die Kreatur in der Nähe ist, lauft den Gang runter, ich werde einen Blendzauber wirken.“
Ein weiteres Knacken ertönte und ein fester Schritt war zu hören. „Steingipfel, mehrere Dutzend und mindestens ein Dolyak ist in ihren Reihen, verstecken nützt hier nichts, denn diese Tiere verstehen es exzellent Spuren zu lesen und Lebewesen zu finden“, als die Schritte näher kamen, hörten die Drei den barschen, kalten Ton, der Befehle in einer fremden Sprache erteilte, woraufhin der Zauberer sagte: „Kriecht etwas, ich werde sie auf mich locken!“
Nach diesen Worten stand er auf und rief vergessene Wörter der alten Zwergensprache. „Habt ihr das gehört? Dieser alte Narr wagt es, sich uns in den Weg zu stellen-Ergreift ihn“, rief der größte der Steingipfel.
Auf diesen Befehl hin gingen fünf kräftige Zwerge auf den Zauberer zu und wollten ihn fassen, doch dieser führte eine Handbewegung aus, die einen Felsbrocken von der Decke auf den Kopf der Zwerge stürzen ließ.
Dies versetzte sie erstrecht in Rage, worauf ihr Anführer die Hörner blasen ließ und die gesamte Streitmacht in Bewegung setzte.
Doch der Zauberer blieb stehen und breitete die Hände aus, während er anfing einen Spruch in fremder Sprache zu murmeln:
Das Licht zu erkennen ist eine Gabe,
Fortan sei sie euch verwehrt,
Denn ihr haltet sie nur für Gehabe,
Macht also kehrt!
Wenn ihr dies nicht tut,
Lebt ihr ewig im Schatten,
Euch erlischt der ganze Mut,
Sodass ihr enden werdet als Ratten.
Höret nun ein letztes Mal,
Was ich euch hab zu sagen,
Ihr werdet erleiden höllische Qual,
Ewig werdet ihr dann klagen.
Als er diesen Spruch beendet hatte, stieß er beide Hände nach vorne und gleißendes Licht erfüllte den Raum. Die Zwerge hielten sich die Hände vors Gesicht und der Dolyak brüllte.
Die Chance erkennend, floh der Zauberer ebenfalls und rannte den Gang hinunter.
Rion und Nalis waren derweil fast an der Waffenkammer angekommen. Als Nalis das Tor öffnete, sah er, dass auch sie verwüstet war und die Waffen am Boden zerstreut waren.
Plötzlich hörten die beiden ein Scheppern. Als sie sich umdrehten, sahen sie, dass die verkohlten Schilder, die zuvor in einer Ecke standen umgefallen waren und ein alter Zwerg an ihrer Stelle saß.
Die beiden gingen sofort zu ich hin und fragten: „Wie geht es euch, was war passiert?“
Der Zwerg antwortete keuchend: „Ich hatte hier gerade Wachdienst, als es kräftig an der Tür pochte. Mein Kollege wollte sie öffnen, doch als er den Steingriff berührte, entflammte seine Hand und er sank auf die Knie, als ob alle Steingipfel der Welt vor ihm stehen würden. Das Pochen ging weiter und dunkle Stimmen erfüllten den Raum, dunkler Rauch breitete sich immer weiter aus. Ich ahnte schon, dass etwas Schreckliches die Kammer plündern wird, weshalb ich mich hinter den Schildern unserer Ahnen versteckt habe, zu meinem Glück, wenn ich sie mir jetzt anschaue. Wisst ihr vielleicht, was das für ein Wesen war? “
„Ja, wir wissen davon, eines der grausamsten Wesen, die jemals diese Welt betreten haben war das. Ein Titan, der zu Zeiten der Götterkriege als Heerführer diente war das, nichts kann ihn aufhalten, außer eine Vereinigung aller Völker, die damals Frieden schworen.“
Während Rion dies erzählte, senkte der Zwerg den Blick, Erinnerung an den Götterkrieg löste bei den Zwergen immer noch Furcht aus. Gerade wollte er zum Sprechen ansetzen, da erreichte Raghul die Waffenkammer. Keuchend und nach Luft schnappend sprach er: „Sie sind zahlreicher als ich dachte, das hier ist kein Abtasten oder Geplänkel mehr, den Steingipfeln scheint es jetzt mit ihren Ansichten ernst zu sein. Verbarrikadieren wir das Tor, ich konnte sie vorerst abschütteln, doch wenn mein Zauber erlischt, werden sie zorniger denn je sein.“, sich genauer umguckend fügte er hinzu: „Wieso sieht es hier überhaupt so unordentlich aus?“
„Der Titan war hier und hat das Lager geplündert, doch ein Zwerg konnte sich verstecken und hat so überlebt“, sagte Nalis.
Raghul erblickte den Zwerg und ein kurzes Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit: „Das ist eine erfreuliche Nachricht, denn wenig weiß man über die Heerführer der alten Zeit, jetzt wo es jemanden gibt, der einen gesehen hat, kann man sich endlich ein Gesicht von ihnen machen und die Weisen dieser Zeit mit Tatsachen konfrontieren; doch jetzt nehmt euch alle ein paar unbeschädigte leichte Waffen, solche Meisterwerke gibt es nirgendwo mehr und es wäre schade, sie den Steingipfeln zu überlassen, besonders jetzt, wo sie uns verfolgen.“
So wählten alle ein paar neue Waffen, Rion nahm sich viele leichte Wurfdolche, ein kleines Krummschwert und Pfeil und Bogen, Nalis wählte eine handliche Axt, der alte Zwerg griff zu Pfeil und Bogen und nahm zusätzlich zwei kleine Messer mit, während Raghul sich einen langen Stab nahm, bei dem man den Kopf entfernen kann, sodass eine Spitze erscheint.
Nachdem alle ausgerüstet waren, sprach Raghul: „Versteckt alles, was wir nicht mitnehmen können, wenn die Steingipfel die Waffen in die Hände kriegen, sind sie noch tödlicher. Stellt die verkohlten Schilder als Schutzwall auf, sie werden die Steingipfel vorerst am Eindringen helfen und Waffen mit den Wappen der Einigkeit werden sie nicht anrühren. Die Flucht ist ausgeschlossen, die Dolyaks sind zu schnell und wir würden den Steingipfeln die einzigen versteckten Wege offenbaren, wir müssen hier warten. Ich werde die Tür magisch versperren und den Schildern und Speeren eine Art Leben einflößen, sodass sie die Steingipfel lange genug blockieren können. Danach bleibt uns nur noch das Warten.“
Kapitel VII: Mit Schild und Speer
Nachdem die Waffen ’belebt’ wurden, setzte sich der Zauberer auf einen verkohlten Tisch und senkte den Blick. „Was ist? Habt ihr etwa etwas gespürt“, fragten Nalis und Rion, die sofort aufsprangen. Der Zauberer antwortete nicht sofort, sondern wartete erst, bevor er zum Sprechen ansetzte. Seine Stimme klang belegt und schwach, ganz so, als hätte er den Titanen leibhaftig gesehen. „Seine Macht ist hier immer noch sehr stark und versucht meine Kräfte zu blockieren. Die Gegenwehr ist entsetzlich: Obwohl er schon lange fort ist, ist mir seine Aura noch ebenbürtig. Gerade noch so konnte ich mich über sie stellen, doch dieser Kampf hat mich sehr geschwächt und ich spüre, dass die gesamte feindliche Armee in eine ähnliche Aura gehüllt ist, zwar wesentlich schwächer aber immer noch todbringend..“
Rion verstand nichtganz, doch die beiden Zwerge sprangen auf: „Ähnlich dem Dämon selbst? Wie sollen Sterbliche solch’ eine Macht erreichen?“
-„Diese Kerle scheinen mit den Mächten des Bösen ein Bündnis geschlossen zu haben. Nun sind sie noch todbringender als sonst; lasst uns hoffen, dass sie sich noch genauso verhalten wie sonst, sonst sieht es übel aus!“
„Ihr meint, diese Steingipfel sind Verbündete dieses Schattens“, fragte der Alte
-„Nein, sie sind nur Diener seines Abscheulichen Planes, die Verstoßenen wieder an die Macht zu bringen. Sobald sie ihren Zweck erfüllt haben, werden sie genauso wie die anderen Sklaven der Dunkelheit nichs mehr zu sagen zu haben und nur noch der Hand des Todes dienen! Wenn dieser eine Titan hier zu viel Macht an sich reißt, könnte er mehr seiner ehemaligen Gefährten wecken. Ein Fürst von Sebelkeh sagte einst: „Schatten im Dschungel, Flamme in den Wüstenpalästen, Tod und Verderben an der Grenze des ewigen Krieges und vier, vie Titanen an der Quelle ihrer Macht. Da lauern sie und die kleinste Erschütterung des Bösens kann sie wieder erwecken und Tod und Leid über alle Lebewesen dieser Welt verbreiten.“ Doch er hatte nicht ganz recht: Weit im Norden, dem Heimatland einer Rasse, die sich Charr nennt, werden Titanen als Gottheiten verehrt und durch unheilige Rituale dieser Ketzer konnten die minderen Titanen schon wieder an die Oberfläche kommen. Hass, Tod und Zerstörung, dies ist alles was sie kennen und die Charr kriegen das auch schon zu spüren: Im Namen der Titanen werden sie gezwungen nach und nach die Welt der Menschen zu zerstören, je brutaler, desto besser. Hier im Gebirge bekommt man nur das mindeste mit, wie den Fortgang Prinz Ruriks oder die Nachrichten über Orr und Ascalon, obwohl Orr im Meer versank und Ascalon nur noch aus Ruinen besteht, lassen die Titanen einfach nicht locker, die Charrs sollen die Ruinenreiche solange weiter quälen, bis auch der letzte Mensch nicht mehr ist. Solange auch nur ein Titan noch am Leben ist, werden sie davon nicht ablassen und weiter angreifen“, als er diesen Satz beendet hatte, blickten die drei Zuhörer auf, doch Raghul fuhr fort: „Ich weiß was ihr denkt: „Warum töten wir sie nicht einfach?“ Glaubt mir, einen minderen Titan kann man nur durch immensen Aufwand töten und die regulären Titanen, die im Götterkrieg an vorderster Front kämpften sind noch stärker und nur von sämtlichen Soldaten Tyrias, Canthas und Elona zu bezwingen; die Acht Hauptkommandanten sind noch stärker, ungefähr so wie alle anderen minderen und normalen Titanen zusammen, alleine ihre Gegenwart reicht aus, um Sterbliche in den Wahnsinn, wenn nicht sogar in den Tod zu treiben. Nur im Westen und hier im Gebirge liegen die Orte, die sie fürchten: Die Mursaat-Stadt und der Götterturm. Doch sobald die Heerführer vereint sind, werden Große Risse die Welt auseinander reißen und sämtliche Opfer aus den Götterkriegen wieder an die Oberfläche kommen und dann halten selbst diese mythischen Orte sie nicht mehr auf. Nur die Fünfgöttersteine können vereint diese Unholde gänzlich bezwingen. König Jalis oder Deldrimorus könnten mehr darüber wissen. Im Ratsgebäude des Götterturmes hängen allerhand Theorien der beiden, wenn wir dort sind, können wir vielleicht einen kurzen Blick darauf werfen, bevor es zur Beratung über unser weiteres Vorgehen geht.“
Während der ganzen Erzählung waren die Zwerge wie gebannt und Rion hätte sogar schwören können, dass Nalis ein Funken durch die Augen fuhr. Gerde als der Zwerg zum Sprechen ansetzen wollte, ließ ein gewaltiges Beben den Raum in seinen Grundfesten erschüttern. Die Schilde und Speere, die reglos am Boden lagen, richteten sich schlagartig auf und zeigten bedrohlich auf die Tür.
Aus einer Ecke des Raumes hörte man deutlich einen alten zwergischen Schlachtruf, der sich stark nach dem des Königs anhörte. Als die Verteidiger sich umdrehten, sahen sie den Alten, der mit gespannten Bogen in der Ecke stand und unermüdlich Flüche gegen den „flammenden Schatten“ murmelte. Ein weiteres Beben erschütterte die Halle und nun spannte auch Rion seinen Bogen. Ein lautes Keifen ertönte vor der Tür, was Raghul und die Zwerge sofort als den Befehl eine andere Methode zur Stürmung deuteten. Nach diesem Befehl schienen sämtliche Angreifer ihre Waffen auf dem Boden oder gegen den Gang zu stoßen und in ein gewaltigen Kriegsgesang anzustimmen:
„Ha sâ“-„Ku“
„Kio“-„Su“
“Win”-“Ku”
„Ay se“-„Ha“
Nach diesem Einstimmigen Gebrüll, das die Gesichter der beiden Zwerge zu versteinern schien, brach das Tor und der Kopf eines gewaltigen Dolyaks erschien im Raum. Sofort schellten Schilde und Speere zu ihm hin und griffen ihn an, doch der/das Dolyak schrie einmal laut aus und stieß trotz seiner großen Verletzungen zwei Schilde mit einem gewaltigen Stoß zu Boden. Gerade als das Geschöpf durch die entstandende Lücke durchbrechen wollte, surrten zwei Bogensehnen und das Tier brach zusammen. Die Steingipfel waren darüber so erzürnt, dass sie ihre Schlachtrufe einstellten und in blinde Raserei verfielen. Mit einem gewaltigen Schrei setzte sich die gesamte Armee in Bewegung und sprang gegen die Schilde. Die Speere blitzten, die Bögen surrten, doch die Zwerge stürmten weiter, zwei Schilde und vier Schilde waren schon geborsten und die übrigen Schilde wurden weiter zurückgedrängt, einzelne Zwerge waren schon durch die Blockade gekommen. Mit einem gewaltigen Hieb hatte Nalis zwei Zwerge, die durchgekommen waren geköpft und war nun im direkten Duell gegen die anderen beiden. An der anderen Seite des Raumes verzog sich das Gesicht des Zauberers immer weiter, seine Augen quollen schon leicht hervor und sein ganzer Kopf färbte sich rot. Mit einem gewaltigen Aufschrei stieß er seine Arme nach vorne und die übrigen Schilde begannen zu glühen und flogen geradewegs in das verblüffte Gegnerische Heer. Diejenigen Zwerge, die mit erhobenen Waffen gegen die Schilde rannten, gingen Augenblicklich in Flammen auf und fielen jämmerlich zu Boden. Die Schilde rückten weiter vor und inmitten des Steingipfelheeres explodierten sie Zeitgleich mit einem lauten Aufschrei des Zauberers. Die Höhle erbebte mehrmals und Felsbrocken fielen von der Decke. Die Steingipfel waren nun endgültig gefangen, entweder verbrennen sie am Feuer, das die Explosion verursachte oder sie werden von Steinschlägen erschlagen. Der Großteil der Armee war in dieser Falle gefangen, verwundet oder auf der Flucht vor den Steinschlägen. Nalis erkannte die Gunst der Stunde und rief: „Kommt, jetzt oder nie! Am Ende des Ganges ist ein sicheres Wachhaus, da können wir wieder zu Kräften kommen!“ Während des Rufes hatte er gerade einen großen und ausgesprochen breiten Zwerg enthauptet und Rion und der Alte, die gerade einen sehr gut trainierten Zwerg bekämpften sagten: „Dann kommt, lange werden wir uns nicht mehr halten können und die Decke könnte uns noch auf den Kopf fallen.“ Mit einem lauten Schrei rannte Nalis zum Tor und drosch auf die wenigen Wächter, die zum Zeitpunkt der Explosion in der Halle waren ein. Mit zwei mächtigen Hieben war er durchgebrochen und die übrigen folgten ihm. Alle vier rannten den Gang hinunter, doch rasches Fußgetrippel und Gebrüll machte ihnen klar, das ein paar Zwerge noch am Leben waren und sie verfolgten.
„Lauft, ich halte sie auf“, brüllte der Zauberer, der sowieso schon immens zurück hing. Dann hörten Rion und die Zwerge nur noch einen Aufschrei und sahen, wie sich der gesamte Gang bläulich färbte. Der Gang war nach der Färbung erstaunlich ruhig, doch ängstliches Geschrei und das Geräusch von Steinen, die aus einer Wand gerissen werden, brach sie abrupt ab.
Rion wollte schon zurücklaufen, doch die Zwerge hielten ihn zurück: „Nein! Er ist geblieben um uns die Flucht zu ermöglichen, lass sein Opfer nicht sinnlos gewesen sein!“
Mit Müh und Not gelang es ihnen Rion zum weitergehen zu bewegen und nach einiger Zeit standen sie vor einer schweren und alt aussehenden Tür. „Hier rein, hier sind wir erst einmal sicher“, sagte einer der Zwerge und ging hinein.
[s. Hier (http://www.wartower.de/forum/showpost.php?p=2943556&postcount=51)!]
Vorab: Hier werden alle meine Geschichten aufgezählt
Post 1: Stein der Vergangenheit
Post 2: Schatten des Waldes
Post 3: Aufstieg und untergang des Kmötertums
Mal eine "etwas andere" Geschichte über Rion Shadowwalker.
-Kommentare bitte nur über pn.
-Die Story von Prophecies und Nightfall, sowie einige Orte und Hintergrundgeschichten werden extrem verändert...
-Es ist unbekannt, wie viel ich noch schreiben werde, doch ich hab mir vorgenommen, mindestens hundert Seiten in Schriftgröße 10 zu haben (momentan 13 1/2)
-Es wird definitiv Teil II geben [Titel und Grundidee vorhanden]
-Viel Spaß beim Lesen.
Teil I: Der Pakt der vier Völker
Baustelle-Absatze werden noch überarbeitet und Rechtschreibfehler gekillt
Kapitel I: Der Schleier der Vergangenheit
Ein heller Lichtblitz zog übers Land, die Bevölkerung war in Panik und die Häuser stürzten wie von Geisterhand in sich hinein. Aus der Ferne näherte sich ein Soldat und hob sein Schwert zum finalen Schlag, doch als er es Richtung Boden schlug, verschwamm das Bild und Rion, ein junger Mann, der ein steinernes Amulett in der Hand hielt erwachte schweißgebadet.
„Was war denn das eben für ein Ding? Und wen griff es an“, sprach er ins Nichts.
Als er sich aufrichtete, sah er, dass er sich in einer Höhle im Gebirge befand. Tausend weitere Fragen kamen ihm darauf in den Sinn: Wie kam er dorthin? Wohin muss er gehen? Und vor allem „Wo kam er selbst her?“ gehörten da noch zu den einfacheren.
Als ob er noch in einem Traum gefangen wäre, begann er sich selbst zu kneifen, doch der Schmerz sagte ihm nur eins: Er befindet sich in der Realität, ohne zu wissen, was vorgefallen war!
Rion war verzweifelt, er konnte sich weder an seine Heimat, noch an die anderen Sachen der Vergangenheit erinnern, das einzigste, was er noch wusste, war, wie er heißt.
Am zweiten Tag in der Höhle hielt er es nicht mehr aus, er war ausgehungert und durstig und brauchte Lebensmittel, weshalb er die Höhle verließ und sich auf die Suche machte.
Zuerst erschrak er: Wo er auch hinsah, alles war weiß, keine einzige Grünstelle, doch schlussendlich vergaß er aus Hunger den Umstand und versuchte Nahrungsmittel zu finden. Der kalte Wind im Gebirge zog ihn durch die Haare und er begann zu frieren. Trotz dieses Umstandes kämpfte er sich durch die Gebirgspässe, doch nach einiger Zeit verließen ihn seine Kräfte und er sank langsam in den Schnee. Mehrmals versuchte er sich aufzurichten, doch sein Körper konnte nicht mehr: Er war ausgehungert und die Kälte drückte ihn erbarmungslos zu Boden.
Gerade als sein Körper endgültig zu versagen schien und er am Boden lag, hörte er Stimmen in der Ferne: „Verdammter Steingipfel! Dir zeige ich was!“ Die Stimme schien aus der Ferne zu kommen, doch Schrittlaute sagten Rion, das sie aus sehr naher Entfernung kamen. „Spür das“, hörte er noch, dann verschwamm alles.
Als Rion wieder aufwachte, lag er in einer kleinen Höhle, in der ein Feuer brannte. Hinter dem Feuer sah er die schattenhafte Form eines kräftig gebauten Menschens
„Seid ihr endlich wach? Wurde auch mal Zeit, diese verdammten Steingipfel suchen bestimmt schon wieder das ganze Gebirge ab, am Besten ihr folgt mir jetzt, sonst könnte es euch übel ergehen“, brummte er.
„Wieso sollte ich euch folgen“, gab Rion zurück, der nicht wusste, ob er dem Fremden trauen konnte, „Woher soll ich wissen, dass ihr nicht selbst zu den Steingipfeln gehört?“
„Woher soll ich wissen, dass ihr keiner von ihnen seid?“, antwortete der Mensch lachend, „doch zu eurem Glück glaube ich, dass ihr nicht zu ihnen gehört, sonst würdet ihr nicht hier liegen. Also folgt mir oder werdet von der nächsten Truppe Steingipfel erschlagen, ihr habt die Wahl. Seit langer Zeit beobachte ich schon Truppen von ihnen und ein Wort verstehe ich jedes Mal. Ich kann es nicht ganz sich deuten, doch das Gekeife hörte sich stark nach `Hâghem´ an, was soviel wie `Meister der Tiefe´ heißt. Ihr solltet mitkommen, denn sie sind erbarmungslos und kaltherzig.“
Rion war unentschlossen, sollte er auf den Fremden hören und wegziehen, oder bleiben und hoffen, dass er in eine Falle gelockt werden sollte.
Letztendlich entschied er sich jedoch und brachte ein krächzendes „Ich komme mit“ hervor.
So gingen der Fremde und Rion fort von der Höhle und tiefer ins Gebirge, stundenlang gingen sie auf den schneebedeckten Bergwegen, bis sie endlich eine windgeschützte Höhle unweit einer Bergstraße fanden.
„Hier hinein junger Mensch, hier können wir kurz rasten!“, rief der Fremde.
Dies ließ sich Rion nicht zweimal sagen und folgte ihm hinein, auch wenn eine dunkle Vorahnung ihn bedrückte.
„Sagt mal , wer seid ihr eigentlich wirklich?“
-„Das selbe könnte ich Euch fragen“, kam prompt zurück, doch er fuhr fort: „Nennt mich ruhig Talmo, das tun alle, ich bin als Söldner der Deldrimor-Armee bekannt, das heißt, dass ich den Zwergen bei Konflikten mit den Steingipfeln oder weitaus mächtigeren Getier helfe, doch nun zu Euch, was treibt einen Jungen in eurem Alter zu den gefährlichen Bergpässen? “
Rion schien durch diese Frage dem Wahnsinn nahe, er begann zu schwitzen und blickte rund durch die Höhle.
Schließlich brachte er jedoch folgenden Satz zusammen: „I-i-i-ich weiß es nicht!“
-„Wie, Ihr seid auf dem entlegensten Winkel dieses Gebirges und wisst nicht wie ihr dorthin kamt?“
„Ja, ich wachte in einer Höhle hier im Gebirge auf, was davor war weiß ich nicht“, fuhr Rion mit fester Stimme fort.
„Das einzige, woran ich mich erinnern kann, sind Lichtplätze und eine panische Bevölkerung, feindliche Soldaten waren überall“, fügte er noch hinzu, nun wieder mit schwacher Stimme.
Talmo schien dadurch beunruhigt, mehrmals setzte er zum Sprechen an, doch außer abgewürgten Buchstaben kam nichts aus seinem Mund.
Nach minutenlangem Schweigen, sah Talmo jedoch das steinerne Amulett, was Rion trug.
-„Was ist das?“, fragte Talmo sofort.
„Woher soll ich das wissen, ich weiß nicht einmal mehr etwas über meine Herkunft, woher soll ich dann etwas über Steinamulette wissen?
-„Verzeiht, ich vergaß“, kam daraus aus Talmos Mund und, doch eine Vorahnung sagte Rion, dass er weit mehr wusste, als er zugab.
Nach weiteren langen Minuten Schweigens, konnte sich Rion nicht mehr halten:
„Sagt, was denkt ihr über diesen Stein, ich sehe euch an, dass ihr etwas wisst oder vermutet.“
-Talmo schien darüber verwundert, trotzdem sprach er:
„ Was ich nun erzähle, ist streng geheim und nur wenige kennen diese Geschichte. Verratet sie niemanden, denn in den Händen von den Feinden könnte uns großes Unheil bevorstehen. Aber nun zum eigentlichen Thema: In den Geschichten der Zwerge heißt es:
„Damals, als das Geschlecht der Menschen jung war, schlossen die drei großen Königreiche dieser Welt einen Pakt mit den Zwergen: Orr, Kryta und Ascalon. Die weitaus strahlensten Reiche der alten Zeit besiegelten den Pakt mit magischen Steinen, die sie im Innersten der Welt, der Höhle der Ghazeng, jenen Ort, der die drei Reiche mit dem großen Zwergenreich unterirdisch verband in eine Statue einschlossen. Doch die Macht des Paktes war nicht stark genug, nach einigen Bürgeraufständen standen die drei Völker schließlich gegeneinander im Krieg.
Einige Zwerge erzürnte die blinde Wut, die teilweise sogar auf den Bergen ausgetragen wurde so sehr, dass sie sich von den Übrigen abgrenzten und fortan alles Nichtzwergische, sowie deren Verbündeten hassten und angriffen.“
„Dann meint ihr, dass dieses Amulett eines der drei Steine ist?“
-„Vier Steine, die Zwerge trugen ihren Teil zum Pakt ebenfalls bei. Was das Amulett betrifft, bin ich mir sehr sicher, dass es zu den Vieren gehört, das würde immerhin erklären, warum ich eine Zwergenpatrouille direkt vor euch fand, die offenbar direkt auf euch zuging. Solange ihr auf diesem Gebirge seid, kann ich euch weder Schutz noch weiteres bieten, sobald die stumpfen Soldaten der Steingipfel die Bedeutung ihres Auftrages verstanden haben, werdet ihr keine ruhige Minute mehr haben können, immer werden sie euch verfolgen!.“
„Das ist ja grauenvoll! Doch sagt mir, was habe ich damit zu tun? Warum wollen die Steingipfel dieses Amulett? Und wie kommt es überhaupt zu mir?“
-„Dazu weiß ich kaum etwas, doch die Steingipfel haben Gerüchte gehört, dass wenn alle Steine wieder vereint sind, ihre alte Macht wieder erstarkt, deshalb vermute ich, jagen sie euch, weil sie eben die Steine wollen“
„Sind die Steine nicht geschaffen worden, gutes zu tun, warum wollen sie dann Schurken wie die Steingipfel?“
-„Das liegt an der gewaltigen Macht, die ihr Ritualpriester hat, durch seine Kräfte will er die positive in Negative Energie umwandeln, um die Welt in ihren Bann zu ziehen!“
Rion war über diese Nachricht fassungslos, er konnte nicht glauben, wozu Lebewesen fähig sein konnten, doch schließlich fasste er sich wieder: „Sagt, was kann ich tun um dies zu verhindern?“
-„Recht wenig, es gibt wenige Gelehrte, die um die Statue wissen und bereit sind ihr Wissen weiterzugeben, doch Raghul der Wanderer, Anführer der Magiervereinigung des Nordens müsste bereit sein, dem Treiben der Steingipfel ein Ende zu bereiten, doch jetzt müssen wir weiter, bevor die Tiere der Steingipfel unsere Fährte erneut aufnehmen.“
Kapitel II: Einen verloren und einen gewonnen
So gingen die beiden den trostlosen Weg über das Gebirge weiter, tagelang, ohne dass sich die Umgebung änderte, doch nach einer Woche standen die beiden vor einem abgebranntem Tal, wo Leichen und menschliche, sowie zwergische Überreste noch immer rum lagen. Die Gebirgsgeier, die bei der Ankunft der Beiden noch fröhlich die verfaulten Leichen zerpickten, flogen jedoch plötzlich wie vom Blitz getroffen weg, Bären, Wölfe und andere Gebirgstiere flohen aus ihren Höhlen und selbst die Zwergensiedlung, die am Fuße des Berges hauste, wurde schlagartig geräumt.
Rion und Talmo verstanden erst nicht wieso, doch durch einen gewaltigen Hornstoß, der den Himmel erschütterte, erfuhren sie wieso, die Steingipfel waren ihnen auf den Fersen.
„Lauft zur Brücke Rion, ich halte sie auf!“, brüllte Talmo, während er sich zwei Schwerter vom Boden holte. Rion wusste nicht weiter, sollte er seinen Freund dem sicheren Tod überlassen oder sein eigenes Leben retten?
„Lauft schon, wenn sie Euch sehen, werden sie mich sowieso vergessen!“, rief Talmo.
Da lief Rion, bis zur Brücke am anderen Ende des Feldes, während Talmo in Kampfposition mit zwei gezückten Schwertern auf den Feind wartete.
Rion konnte nicht weiter gehen, als er das andere Ende der Brücke erreichte, er blieb dort stehen und wartete. Doch schließlich ertönte das Horn erneut, nur viel lauter als letztes Mal und die Steingipfel erschienen, mehrere hundert Stück, allesamt von Kopf bis Fuß gepanzert und mit tödlichen Schwertern und Äxten ausgerüstet.
Den ersten Ansturm wehrte Talmo noch problemlos ab, doch als sich die ganze Armee in Bewegung setzte, war Talmo machtlos, er wurde immer weiter zurück gedrängt, bis er schließlich am Fuße der Brücke stand.
Rion begann sich zu fürchten, sollte er nicht lieber flüchten, oder sollte er Talmo beistehen? Den Bruchteil einer Sekunde wollte er aufspringen und gegen die Zwerge kämpfen, doch sein Verstand sagte ihm, sich lieber zu verstecken. Dies tat er dann auch, doch gerade als er einen Geschützten Platz gefunden hatte, hörte er Waffenklirren und mehrere Schreie. Als er aufblickte sah er, wie Talmo die Enge der Brücke ausnutzte und ein Zwerg nach dem anderen ins Jenseits schickte, doch seine Kräfte ließen nach. Nach jedem getöteten Zwerg wurde er weiter nach hinten gedrängt. Als er am Ende der Brücke angekommen war, schrie er dreimal aus: „Aî Urodiel, nie Kâh, es lebe der Tag“. Er hob erneut die Waffen und stürmte auf die Zwerge zu, unzählige Leichen türmten sich vor ihm, doch schließlich traf ihn ein Speer am Fuß. Talmo schrie und fiel auf die Knie, doch als die Zwerge auf ihn zustürmten, richtete er sich blitzschnell auf und erledigte sie, gerade als er glaubte die Zwergenmassen besiegt zu haben, richteten sich vier auf, die reglos am Boden lagen und tot gehalten wurden und wollten Talmo von hinten angreifen, doch er schien dies geahnt zu haben, er führte eine blitzschnelle Drehung aus, köpfte dadurch drei von ihnen und warf den letzten zurück.
Doch dieser richtete sich wieder auf: „Denkst du wirklich, so etwas beeindruckt mich, Menschling? Ich zeig dir mal, wie man kämpft!“ Mit diesen Worten rannte er auf Talmo zu, schlug ihm die Schwerter aus der Hand und warf ihn nieder. Er hob die Hand, um ihn zu erwürgen, doch Talmo rollte sich zur Seite, trat den an den Oberschenkel und brachte ihn so zu Fall.
„Wir mögen gleichstark sein, doch sind wir auch gleich schlau?“, rief Talmo so deutlich, dass es auch Rion in seinem Versteck gut verstand.
-„Ich glaube nicht“, zischte der Steingipfel noch immer am Boden liegend und im selben Moment teilte sich die Brücke in zwei Teile.
Rion, der sich jetzt nicht mehr in seinem Versteck halten konnte, stürmte hervor, um Talmo zu retten. An der Leiter angekommen, rief Talmo von unten: „Rion, nimm diesen Beutel und bring ihn zu Raghul im nächstgelegenen Zwergenlager, sag ihm, dass ich ihm dies als Zeichen der Warnung gebe.“ Rion nahm den Beutel und hielt Talmo die Hand hin, die er auch ergriff, doch ein starkes Zerren trennte ihre Verbindung, der Zwerg hatte Talmo am Fuß gepackt. Die beiden führten ihren Kampf an dem Hang weiter, bis es dem Zwerg gelang Talmo in den Abgrund zu schmeißen.
„NEIIIIN“, schrie Rion, doch gerade als er einen weiteren Frustschrei loslassen wollte, kam der Zwerg nach oben, geradewegs auf Rion zu.
„Gib mir den Stein und den Beutel und du lebst vielleicht weiter“, zischte der Zwerg zu Rion, der jedoch vollkommen wiedererwarten antwortete: „Vergiss es, du verräterisches, gemeines und verlogenes Zwergenetwas, du wirst von mir nichts bekommen!“
Der Zwerg schien einen Augenblick verwirrt über diese Antwort, doch dann stürzte er sich Rion und wollte sich den Stein mit Gewalt holen. Doch gerade, als seine Hände ihn berührten, leuchtete er auf und schien dem Zwerg höllische Schmerzen zuzufügen. Rion ergriff diese Chance beim Schopfe, mit erhobenem Stein, lief er auf den Zwerg zu, den Stein genau auf die Brust des Zwerges haltend.
Der Steingipfel konnte dies nicht ertragen, seine Haut wurde immer roter, schließlich begann sogar seine Rüstung zu qualmen, doch bevor sie vollkommen schmolz, zog Rion den Stein weg, woraufhin der Zwerg zurückgeschleudert wurde und in den Graben stürzte.
Rion war nun ganz alleine, ungewiss des Weges oder der Richtung, die er auf den verwinkelten Pässen des Gebirges einschlagen musste. Von Trauer und Verzweiflung umgeben, kam er nur sehr langsam vorwärts, vor allem, da er auch noch aufpassen musste, in keine der unzähligen Höhlen zu gehen, die größtenteils von Aasgeiern und Steingipfeln bewohnt wurden..
Tagelang schleppte er sich durch die eisigen Pässe, bis er schließlich am Rande eines Felsvorsprungs zusammenbrach.
Vollkommen erschöpft lag er dann dort, unfähig sich aufzurichten oder überhaupt zu bewegen.
Die Welt verschwamm vor seinen Augen, er wusste, das wenn er nicht bald aufstünde, sterben würde. Doch er war zu schwach dazu, er sah nur noch Nebelschwaden, die immer dichter wurden.
Doch die Schwaden wurden dünner, Rion sah wieder Land, ein kleines Dorf, windgeschützt im Berg selbst eingelassen und im Aufruhr: Eine schwarze Armee näherte sich ihm. Ein älterer Mann, in grauen Lappen gekleidet, stand vor der Stadtmauer und sortierte die Verteidiger.
Gerade als die Vorhut in Reichweite kam, flogen allerhand Geschosse auf die Angreifer, Blitze, Steine, Eis und Feuerballen, alles flog auf die Angreifer und warf sie zu Boden. Einem fiel der Helm ab und Rion sah sein Gesicht, das eines Zwerges, dem die Furcht im Gesicht stand und dessen Gesicht allerhand Narben aufwies.
Der Nebel zog wieder auf, diesmal nur dunkler und stärker und diesmal sprach zusätzlich eine Stimme: „Rion, wach auf! Finde dieses Dorf und warne die Bewohner vor dem Ansturm, dann wirst du die Lösung einiger Probleme erfahren!“
Der Nebel verzog sich erneut und Rion sah wieder das Gebirge vor sich und fühlte sich unerklärlicherweise etwas gestärkt.
Rion war verwirrt, war das eben ein Traum oder hatte er eine Vision? Er wusste nicht weiter, sollte er der Stimme glauben oder sich in eine warme Höhle durchschlagen? Letztendlich entschied er sich für ersteres und kämpfte sich durch die endlosen Schneeschichten.
Durch viele Abzweigungen und Schlachtfelder führte der Weg, bis Rion schließlich an den Ruinen eines Wachtpostens stand, Viele dunkle Leiche lagen dort und viele Stein- und Holzhaufen lagen um den Grundriss eines Turmes verstreut. Rion wusste, das die Angreifer Marsch auf das Dorf nahmen und er sich beeilen muss, um sie rechtzeitig zu erreichen, doch etwas hielt ihn ab, eine dunkle Macht schien ihn zum Turm zu führen. Als er dann vor der halbverkohlten Tür stand und sie langsam öffnete, sah er zwei Zwergenleichen am Boden liegen, eine in dunkler Rüstung und der andere in silbrig glänzender.
Als Rion auf die Leichen zuging, um sie auf irgendwelche Hinweise zu durchsuchen, keuchte eine Stimme aus dem Steinhaufen: „Lasse die Toten ruhen, Talis hat schon genug gelitten!“ Da ließ Rion den Leichnam des Zwerges liegen und schritt auf das Geröll zu. Er hob zahlreiche Steine ab, bis eine Hand herauskam, die sich sofort ins Freie kämpfte.
„Ich danke euch, ihr habt mein Leben gerettet“, sprach der Zwerg, dessen Kopf aus dem Geröll guckte, „Doch sagt mir, was macht ein junger Mensch wie ihr, hier in den gefährlichen Gebirgspässen?“, fügte er noch hinzu.
-„Ich suche nach Raghul, den Wanderer, er soll das Geheimnis über meine Vergangenheit wissen, doch zuerst muss ich ins nahe gelegene Dorf, ein Mann sprach in meiner Vision, dass die Steingipfel es bald angreifen werden.“
Der Zwerg war erstaunt, doch schließlich sagte er: „Erlaubt mir, euch zu dem Dorf zu begleiten, ich bin dort aufgewachsen und kenne fast jeden Weg in diesem Gebirge. Falls es euch interessiert, ich bin Nalis Eisaxt und mit wem hab ich das Vergnügen?“
-„Nennt mich Rion, doch für Höflichkeiten haben wir keine Zeit, denn die Steingipfel könnten jederzeit das Dorf erreichen.“
„Wie ihr meint, folgt mir, durch die Schattenhöhle kommen wir schnell dorthin“, sagte der Zwerg, „Bevor wir aber losgehen, will ich noch meinen Bruder beerdigen.“
Nachdem Talis seine Ruhe im Stein gefunden hatte, gingen die Beiden in eine Höhle, in der es so dunkel war, das Rion nichts mehr sehen konnte. „Nalis, wo seid ihr?“, sprach er verzweifelt in die weite Dunkelheit.
Der Zwerg antwortete sofort: „Wie? Achso, ich vergesse immer, dass ihr kein Zwerg seid, bleibt dort wo ihr seid, ich führe euch dann.“
Rion wartete einige Zeit, bis er dann eine starke Hand an seiner spürte und eine leise Stimme sagte: „Erschreckt nicht, ich bin es.“ Nalis führte Rion einige Zeit durch die dunklen Gänge, bis er auf einmal anhielt. „Wo ist sie nur, wo ist sie nur?“, murmelte er mehrere Male vor sich hin, bis er schließlich aufschrie: „Ah, da ist sie ja!“, Rion hörte nur noch einen dumpfen Aufprall, dann fuhr Nalis fort: „Öffne dich, Tür des Ostens, Nalis spricht zu dir: Sha mehn, oh la res tu!“ Ein ziehendes Geräusch machte sich breit und kurze Sekunden lang, erfüllte ein Lichtblick die Höhle. Nalis packte Rion: “Hier hinein, bevor die Tür es sich anders überlegt!“
Rion und Nalis standen nun wieder auf gefrorenen Feldern, das Dorf in Sichtweite, doch die Straße dorthin war versperrt, Gruben, Felsvorsprünge und Eissplitter wohin das Auge blickt.
Nalis handelte zuerst: „Egal, was uns im Weg steht, ich lasse nicht zu, dass die Steingipfel unser Dorf einnehmen.“
Mit diesen Worten und einem zwergischem Schlachtruf, ging er vorwärts, die Eisdornen und Eissplitter einfach wegtretend, doch am Grubenwall wusste auch er nicht weiter, doch ein lauter Ruf brachte Lösung: „Wer seid ihr, gebt Euch zu erkennen, oder wir werden euch erschießen!“
-„Hey Rani, sei mal nicht gleich so misslaunig, ich bin es, Nalis und ich bringe Nachricht über die Steingipfel!“, sprach Nalis und mit einem Blick zu Rion fügte er hinzu: „Dies ist Rion, er rettete mir vor kurzem das Leben und er hat wichtiges mit Raghul zu besprechen.“
Der Zwerg, der anscheinend Wachdienst hatte, schien darüber etwas besser gelaunt und rief: „Dann ist es ja gut, es ist halt nur meine Aufgabe, Eindringlinge zu „Begrüßen““, zum Dorf gewand fügte er noch hinzu: „Holt die Planken, Nalis ist zurück“.
Kapitel III: Dunkle Gestalten
Sofort kamen ein dutzend Zwerge, in deren Händen sich große Holzplatten befanden, angelaufen.
Zwei von ihnen warfen große Seile rüber, die Nalis an Felsvorsprüngen befestigte. Nun schoben die Zwerge langsam ihre Platten rüber, während Nalis sie befestigte.
„Hier Rion, geht zuerst. Ich muss die Brücke noch hinter dir abbauen.“
Langsam schritt Rion auf die Planken zu und ging rüber, Nalis folgte ihm und löste nach jeder Platte die Verbindung zu den Seilen. Schließlich waren beide drüben und Nalis und Rani redeten in Zwergensprache. Nach dieser Unterhaltung, sprach Rani zu Rion: „Hier entlang, Raghul wird erfreut sein, mit euch zu sprechen.“
Rani führte Rion zum Dorf, während sich die Zwerge um ihn und Nalis scharten: „Nalis, wo sind eure Männer? Wer ist der Menschenjunge? Was ist mit den Steingipfeln?“ Solche Fragen stellten die Zwerge des Dorfes wild durcheinander, bis eine laute Stimme rief:
„Ruhig! Diese Dinge werden die beiden mir selbst erzählen.“
Rion und Nalis taten, was die Stimme sagte und folgten ihr in eine abgelegene Hütte. Nalis ergriff als erster das Wort: „Ehrenwerter Raghul, die Steingipfel sind im Anmarsch, unseren Stützpunkt haben sie einfach so überrannt, wäre dieser Junge nicht gewesen, wäre ich jetzt tot.“
Raghul antwortete sofort: „Nalis, verständige die Wachen, es sollen sich alle im Umkreis ins Dorf zurückziehen und sag Rani, dass er Fallen auslegen soll.“
-„Zu Befehl, o Zauberer“
Nachdem Nalis aus der Hütte ging und die Nachrichten verbreitete, sagte der Zauberer zu Rion: „Sag mir, Rion, was bedrückt dich? Ich sehe, dass dir etwas auf dem Herzen liegt.“
-„Es ist so, Herr: Ich trag einen der vier Steine bei mir und ein Freund von mir, Talmos opferte sein Leben, damit ich bis hier hinkomme. Er bat mich noch, euch dies hier zu geben.“, sagte Rion, während er den Beutel von seinem Gürtel löste und Raghul übergab.
Raghul wirkte geschockt über die Nachricht, doch als er den Beutel öffnete, sprach er mit belegter Stimme: „Das sind gewiss traurige Nachrichten, doch wir können nicht der Vergangenheit nachtrauern, die Steingipfel haben sich zum Kampf gerüstet, wenn wir nicht schnell handeln, werden sie die Welt der Zwerge vernichten und die Steine an sich reißen. Geh in die Waffenkammer und sprech mit Wachtmeister Grimmbart, er wird dir sagen, was du zu tun hast, falls wir beide überleben, können wir nach der Schlacht weiterreden.“
So ging Rion zu Grimmbart, der ihm sagte, dass er sich auf dem letzten Wall begeben soll und von dort die Gegner aufhalten soll. Dazu gab er ihm einen Bogen, um „Den Gegnern das Leben vom Wall aus auszuhauchen“ und ein paar Dolche, um „Auch im Nahkampf tödlich zu sein“.
Zuletzt sprach er noch: „Ich sehe große Stärke in dir, lerne sie zu benutzen. Lerne den Feind und dich selbst kennen, dann wirst du ewig bestehen, sonst wirst du trostlos untergehen.“
Ohrenbetäubende Hörnerstöße und fremdartig klingende Schlachtrufe unterbrachen die Unterhaltung, im Lager war Chaos. Die Zwerge schrieen: „Auf Eure Posten, haltet sie auf, bis Nalis mit der Verstärkung zurückkommt!“
Eine große Kompanie Bogenschützen ging an Rion vorbei: „Folgt uns, wir zeigen euch euren Posten.“
Rion folgte der Truppe und befand sich an der hinteren Hauptmauer der Verteidigungsanlage. Die Heerscharen der Steingipfel rückten bis zur Sichtweite auf, unzählige Krieger von ihnen waren gekommen, Reiter, Schwertkämpfer und Bogenschützen, die Steingipfel waren entfesselt. Ihr Heerführer stieß einen schrillen, lautstarken und furchteinflößenden Schrei aus, worauf sich die dunkle Armee vorwärts bewegte.
„Anlegen! Feuer!“, schrieen die Kommandanten auf der ersten Mauer, zahlreiche Pfeile flogen auf die Steingipfel und nicht wenige fielen augenblicklich tot um. Doch davon ließen sich die Steingipfel nicht beeindrucken, eine weitere Welle rückte vor, die aber durch Bodenfallen ausgelöscht wurde, doch einige Bogenschützen brachen durch und schossen auf die Verteidiger.
Einige starben durch den Angriff, doch die Bogenschützen an den Mauern waren zielsicherer und zahlreicher. Die Bogenschützen der Steingipfel fielen einer nach dem anderen , doch ihre Nahkämpfer rückten vor, so zahlreich, dass weniger als ein Viertel fiel, bevor sie vorm Wall standen. Nun befahlen auch die Kommandanten des hinteren Walles den Angriff, der Himmel schien von Pfeilen bedeckt, doch die Steingipfel rückten weiter vor, die erste Gruppe erklomm schon den Wall und zwang die Verteidiger, ihre Schwerter zu ziehen. Diese Chance nutzten die Angreifer und mobilisierten ihr gesamtes Heer und die Verteidiger gerieten ins Wanken.
Vom hintersten Wall flogen die Pfeile, in vorderster Reihe kämpften die Zwergenparteien auf dem Wall und am Feld rückten die Steingipfel zum Tor vor. Zahlreiche Hammerschläge führten sie durch und schließlich gab das Tor nach: Es zersplitterte und die Steingipfel zogen in die Stadt ein.
Doch ein heller Hornruf zog sich über das Feld. Die Steingipfel schienen verwirrt und die Verteidiger brüllten: „Die Wachen! Nalis hat es geschafft!“.
Trotzdem gaben die Angreifer nicht auf, jetzt wollten sie erst recht die Sache schnell zu Ende bringen. Die Armee rannte auf den hinteren Wall zu und die Verteidiger zogen die Schwerter. Nur Rion blieb beim Bogen: Mehrere Pfeile auf einmal schießend, fielen die Angreifer, doch viele brachen durch. Die Verstärkung war mittlerweile angerückt und die Nachhut der Steingipfel fiel. Dies reichte der Hauptarmee: Sie ließ von der Belagerung ab und marschierte zu Nalis. Während die meisten Verteidiger die Reste der Belagerer weiter abwehrten, lief Rion zum vordersten Wall und schoss den Steingipfel seine verbliebenen Pfeile in den Rücken.
Nalis rückte vor, die Steingipfel jedoch auch und tosendes Gebrüll, gepaart mit dem Klirren der Waffen ertönte am Schlachtfeld, Rion, der das nicht mit ansehen konnte, hob seine Dolche und rannte zum Feld, dutzende Zwerge folgten ihm, doch viele blieben und erledigten die versprengten Überreste.
Als Nalis am Austragungsort des letzten Angriffes angekommen war, brüllten die Steingipfel:
„Da, der Stein-Holt ihn euch!“
Die Steingipfel stürmten auf Rion zu, der seinerseits auf sie zulief. Er hob die Dolche und spürte, wie sie Zwergenfleisch schnitten.
Rion wehrte allerhand Angriffe ab und Nalis erledigte die Flüchtigen, doch viele lebten immer noch und bereiteten sich zum Angriff vor.
Gerade, als sie auf die verlassene Stadtmauer zustürmten, leuchtete die Stadt hell auf und Blitze, Eis und Wasser flogen auf die Gegner zu. Als sie dies sahen, wollten sie fliehen, doch die Erde selbst schien sie zu packen und an der Flucht zu hindern.
Die elementaren Energien löschten die letzten Angreifer aus, sodass das Lager wieder in Frieden war…erstmals, denn Raghul erkannte den Ernst der Lage: „Hier mögen wir sie besieg haben, doch sie werden wiederkommen, nur dann zahlreicher und besser vorbereitet. Durch Waffenstärke werden sie nicht zu besiegen sein, tief im Herzen der Welt liegt der Schlüssel, doch um ihn zu verwenden, braucht es mehr als zwergisches Geschick. Morgen früh reisen Nalis und ich zusammen mit Rion zum Hauptquartier, wo der älteste den Rat einberufen wird, jenen, den es seit dem Friedensbruch nicht mehr gab.“
„Der Rat“, kam aus den Mündern vieler Zwerge, „Seid ihr da sicher, Raghul? Es ist zweifelhaft, wie viele überhaupt kommen werden“, fügte ein älterer Zwerg hinzu.
Raghul antwortete: „Es werden genug kommen, ich schicke meine Adler aus, die die Fürsten einberufen sollen, die Steingipfel müssen aufgehalten werden!
Wir mögen heute gesiegt haben, doch dies war nur ein Fingerzeig des Bösen, der Rat ist das einzigste, was uns noch vor härteren Schlachten schützen kann, doch jetzt müssen wir ruhen, die Steingipfel warten nur auf Fehler unsererseits.“
Nach dieser Rede zog er Rion beiseite: „Fühlst du dich wohl? Die Schlacht war hart und morgen müssen wir marschbereit sein, sonst werden wir den Weg über den gefährlichen Teil des Gebirges nicht überstehen.“
Rion antwortete kraftvoll: „Die Schlacht mag anstrengend gewesen sein und ich mag aufgeschürfte Hände haben, doch ich bin bereit, solche Unholde halten mich nicht auf!“
Raghul erwiderte lachend: „So eine Einstellung bräuchte jeder von uns, doch die Steingipfel sind nicht so wie du denkst, einst waren sie wie die Dorfbewohner, doch als die Steine kamen und der Frieden sich auflöste, schlossen sie sich zusammen, um den Krieg von ihren Reichen fernzuhalten, doch aus den ehrenhaften Absichten wurde blinder Hass, der vielen das Leben kostete. Von alleine werden sie nicht von ihrem Glauben abweichen. Ruhe nun, es liegen schwere Tage vor uns.“
Als es Abend wurde, konnte Rion nicht einschlafen, da er immer ein Bild sah: Eine neblige Landschaft, in der seelenruhig Zwerge schlafen. Doch das Bild veränderte sich: Der Nebel wurde Giftgrün und eine Klinge stieß aus dem Schatten hervor. Die Zwerge schrieen und fielen nacheinander zu Boden.
Doch die Bilder verblassten und Rion hörte Stimmen: „Jetzt zieht schon wieder Nebel auf, hat man hier denn nie seine Ruhe?“
Rion versetzte dies in Alarmbereitschaft, eine Vorahnung sagte ihm, dass dieser Nebel nicht natürlich war und Unheil verkündete. Langsam richtete er sich auf, um sich Überblick zu verschaffen, doch da verdichtete sich der Nebel schon in dem Giftgrün, das er auch in seinem Kopf gesehen hatte.
Im Lager brach derweil Unruhe aus, die Zwerge sprachen ängstlich: „Was ist das für ein Nebel, was soll er uns zeigen?“
Eine laute Stimme unterbrach die Unruhen: „To rin ah, lasto geh felîn, weiche, du Höllenschatten!“
Die Stimme des Zauberers schien Wirkung zu zeigen: Der Nebel wurde schwächer, doch der Giftgrüne Ton blieb.
Mitten bei der Beschwörung, wurden aber bösartige Stimmen laut. Rion handelte sofort, er rannte zum Zauberer und rief dabei: „Raghul, runter!“ Doch der Zauberer verstand nicht, er blieb stehe und führte sein Ritual weiter fort.
Rion rannte so schnell er konnte, er wusste, dass eine Klinge den Nebel verlassen würde und Raghul durchbohren würde, wenn er ihn nicht vorher erreiche.
Er war schon fast beim Zauberer, doch die Klinge war schneller: Rion sah ein blauen Blitz, der den Nebel verließ. Ohne zu zögern, griff er sich einen seiner Dolche und warf ihn in den Nebel, ein grunzender Schrei sagte ihm, dass er sein Ziel getroffen hatte, doch ein zweiter Schrei stoppte Rions Freude: Die Klinge fand trotz getroffenem Träger ihr Ziel und Raghul brach zusammen. Die hysterischen Zwerge schienen durch den Schrei wieder zur Besinnung zu kommen und der Nebel lichtete sich.
Rion rannte sofort zum Zauberer: „Raghul, geht es euch gut?“
-„Ging schon mal besser“, hustete er, „Ich hätte nie gedacht, dass die Steingipfel Auftragsmörder schicken.“
„Auftragsmörder, wieso sollten die Steingipfel es so versuchen? Sie sind uns doch auch so über“, sagte Rion verdutzt.
-„Richtig, doch sie müssen von unserem Plan erfahren haben, deshalb wollen sie uns hier behalten und uns hier ausrotten, geh jetzt aber bitte zurück, es könnte gleich leicht bebig werden.“
„Was meint ihr damit?“, wollte Rion fragen, doch eine Hand zog ihn zurück und um den Zauberer schien sich silbrigweißes Licht zu bilden. Allerhand Kiesel wurden in seiner Nähe weggeschleudert. Als das Licht verblasste, stand Raghul wieder und knurrte: „Gar nicht übel, diese Klinge, weiß einer, was das für eine war?“
Von schleierhaften Gedanken beseelt, ging Rion langsam zu dem Ort, aus dem die Klinge gestoßen kam und tastete den Boden ab. Plötzlich fühlte er, wie sich in einem seiner Finger eine Wunde öffnete.
„Hier kommt her, ich glaube ich hab etwas“, rief er
Raghul fasste auf den scheinbar leeren Boden und merkte schnell, dass dort ein Artefakt liegt.
„Ah, ein Schwert aus den älteren Tagen, vielleicht sogar noch aus den Friedenszeiten, die Steingipfeln scheinen diese Angelegenheit sehr ernst zu nehmen, das verheißt nichts gutes.“
Langsam hob er seine Hand und ein blutiges Schwert schien aus dem Nichts zu erscheinen.
„Die Sache ist viel ernster, als ich dachte“, fügte er hinzu.
Kapitel IV: Von Zwergenwaffen und dem Beginn der Reise
Das blutige Schwert, was Raghul in der Hand hielt war gewaltig, es hatte die halbe Mannesgröße und war mit allerhand Runen versehen.
„Was bedeuten diese Runen“, fragte Rion.
-„Das ist die Sprache der Zwergenahnen, geschickte Handwerker, die in der alten Zeit dieses Gebirge bevölkerten. Ihre Schätze waren nie gefunden worden, doch dieses Schwert gehört eindeutig zu den Werken der alten Welt. In unserer Sprache heißen sie soviel wie
„Die Zwerge des Nordens sind erwacht, gleich wer sich dem Träger dieses Schwertes in den Weg stellt, wird von ihm durchbohrt werden.““, antwortete der Zauberer.
Rion verstand nicht, was sagte diese Schrift aus? Der Zauberer schien diese Frage jedoch zu kennen, bevor sie gestellt wurde, weshalb er hinzufügte:
„Die Zwergenahnen waren wechselhaft, sie kämpften für Gut und böse zugleich, weshalb sie sich einst trennten. Die bösartige, abgespaltene Gruppe gruppierte sich weit im Süden, von wo aus sie Späher in die Lager der anderen Gruppe schickte und sie aushorchte. Als dann die Menschen ins Gebirge kamen, kam der einen Gruppe die Idee: Sie benutzen die Menschen als Sündenbock, um die andere Gruppe auf ihre Seite zu ziehen. Viele schlossen sich ihnen an und formierten sich als „Steingipfel“ neu. Die gemeinsamen Waffen, die die Zwerge erschufen, als sie noch vereint waren, wurden tief in Stein eingeschlossen, doch dieser Fund beweist, dass die Waffen gefunden wurden und mit ihnen die alte Kraft entfesselt wurde, die die Zwerge damals besaßen.“
Die Zwerge, die dieses Gespräch mitgehört hatten, schauderte es bei dieser Rede, denn sie wurden nicht gerne an den Ursprung ihrer Verwandten erinnert.
Einer von ihnen fragte jedoch: „Wie konnten die Waffen gefunden werden, die Ahnen hatten bestimmt gewusst, dass sie die Waffen gut verschließen mussten“
-„Das ist richtig, doch die Waffen wollen gefunden werden, andauernd rufen sie nach ihren Herren, jene, die nach Macht streben. Deshalb kamen die Steingipfel immer näher an die alten Orte, wo sie schließlich den Zauber brachen, der die Waffen umgab. Deshalb können sie jetzt den Ursprung der Macht selbst benutzen, weshalb wir uns jetzt vorsehen müssen. Ich frage mich nur, wie sie den Zauberschild brechen konnte, denn der wurde vom Rat selbst gelegt.
Die Steingipfel müssen von mächtigeren Magiern Unterstützung bekommen haben, denn sonst wäre der Schutz zu stark gewesen.“
Die Zwerge des Dorfes schienen verwirrt, woher wusste er das alles? Gerade, als einer diese Frage stellen wollte, sagte der Zauberer: „Ich werde nicht umsonst “der Wanderer“ genannt, ich habe viel gesehen und gelesen, denn in Ruinen der alten Zeit liegen viele Geheimnisse verborgen. In der alten Hauptstadt, der damals noch vereinten Zwergenstreitmacht, fand ich eine alte Schriftrolle, die die Ereignisse bis zum Auftreten der Steingipfel aufzeichnet. Auf der einhundertfünfzehnten Seite stand, dass die Waffen im Gebirge eingeschlossen wurden und die Träger sich neben den Fels zur Ruhe legten.
Nun ist es aber genug der Geschichten, wenn wir nicht schnell hier wegkommen, werden die Steingipfel uns hier erreichen, wobei sie auch vor der Zerstörung des Dorfes nicht zurückschrecken werden.
Ruhet nun, morgen wird ein neuer Tag der Geschichte der Zwerge eintreten, der Tag, an dem wieder Würdenträger aus ganz Tyria zum Rat wandern.“
Am nächsten Morgen wurden Rion und Nalis von Raghul geweckt, der eine ernste Mine aufsetzte und sagte: „Haltet euch bereit, wir könnten jederzeit aufbrechen, denn im Gegensatz zu uns, kennen Steingipfel das Wort „Rast“ nicht.“
Während Raghul dies erzählte, standen auch langsam die Zwerge auf.
„Kommt, wir haben hier schon viel zu lange gewartet, wenn wir jetzt nicht loskommen, werden die Steingipfel hierher kommen.“
Wegen diesen Worten packten Nalis und Rion Nahrung und Hilfsmittel, wie zum Beispiel Seile in Rucksäcke und machten sich schweren Herzens auf den Weg vom Lager weg.
„Wie fühlt ihr euch? Für einen der gestern so gut gekämpft hat, seht ihr noch recht frisch aus“, sagte Nalis zu Rion. Rion antwortete: „Ich fühle mich blendend, meine Hände sind zwar noch recht taub, doch mein erstes Mal hätte ich mir schwieriger vorgestellt. „Bei den Göttern! Euer erstes Mal? Ihr habt gekämpft wie Balthasar selbst. Ich frage mich echt, was aus euch noch mal wird“, antwortete der perplexe Zwerg.
„Ich störe euer Gespräch nur ungern, doch bis zum Ratsgebäude solltet ihr eure Lungen schonen, denn wir dürfen uns nicht allzu viele Pausen gönnen“, warf der Zauberer ein.
Während Nalis nur ein Grummeln hören ließ, fragte Rion: „Wo liegt denn das Ratsgebäude, Raghul?“
-„Das Gebäude liegt weit im Gebirge, denn der Ort ist der kraftvollste Zufluchtsort für alle Feinde der Steingipfel. Den genauen Ort weiß ich aber selbst nicht, da der Eingang nur jenen, die den Ort als Zufluchtsort oder zu politischen Zwecken nutzen sichtbar ist. Der Gebirgsgeist wird uns dorthin führen, doch seine Stimmung wechselt oft, mal dauert der Weg einen Tag, ein anderes Mal kann sich der Weg aber auch über mehrere Jahre hinwegziehen, lasst uns beten, dass er uns wohlgesonnen ist“, antwortete der Zauberer.
Nalis öffnete den Mund, wenn über Geister gesprochen wurde, erfüllten sich Zwergenherzen immer mit Wärme.
„Der Gebirgsgeist? Was würde ich dafür geben, einmal mit ihm zu sprechen oder ihn auch nur zu sehen“, schwärmte Nalis, nachdem Raghul ausgesprochen hatte.
-„Dies könnte sehr wohl bald sein, denn der Geist lässt niemanden in sein Schutzgebiet, ohne ihn gesehen zu haben. Haltet euch bereit, denn im Gebirge lauert noch mehr, als Steingipfel oder Geister. Wenn wir den Eingangsort gefunden haben, müssen wir geschwind eintreten, denn der Berg hat viele Augen.“, entgegnete der Zauberer.
Die drei Gefährten gingen weiter, sie kletterten über Vorsprünge, wateten durch Tümpel und wanderten durch Höhlen, doch sie fanden keinen Anhaltspunkt mehr.
Sie standen in einer dunklen Höhle, in der es nur einen Eingang gab und an dessen Wand Eissplitter hingen.
„Haben wir uns verirrt, Raghul, was machen wir jetzt“, fragte Rion
-„Im Moment weiß ich auch nicht weiter, die Berggeister führten mich hierhin, doch hier gibt es keinen Weg. Irgendein wichtiger Hinweis muss hier verborgen liegen, sonst wären wir nicht hier. Nur ich weiß nicht welcher, denn die altvorderen Zwerge waren listenreich, ihre stärksten Waffen waren weder Äxte, noch Hämmer, noch Schwerter oder Keulen, geschweige denn Bögen oder Armbrüste, ihre stärkste Waffe war die Gabe, sich schattenhaft zu verstecken. Es gibt wenige, die alle Geheimnisse kennen, auch wenn ich viel weiß, gestehe ich mir weniger als zehn Seiten in einen fünfhundert Seiten langen Buch zu, dafür waren und sind die Zwerge zu listenreich. Bleiben wir vorerst hier, während ich überlege“, beantwortete Raghul die Fragen.
Während der Zauberer vor der Wand stand und überlegte, saßen Rion und Nalis auf zwei Steinen und spielten zur Abwechslung mit Steinen, die am Boden lagen. Als Nalis einen Stein verfehlte und der so gegen die Wand prallte, hörten die drei einen hohlen Ton.
Von dem Ton aufgeschreckt, drehte Raghul sich blitzartig um, wobei sein Ellenbogen die Wand berührte.
„Was war das“, fragte er. Erleichtert drehte er sich wieder um, als Nalis von dem Stein erzählte, wobei er einen feinen Riss im Stein sah, den er wahrscheinlich mit seinem Ellenbogen freigelegt hatte. Sorgfältig legte er mehr von der Wand frei, wobei der feine Riss rechtecksförmig weiter verlief.
„Ah, verschlossene Tore, hier müssen wir rein“, sagte der Zauberer
Rion und Nalis guckten erst sich und dann den Zauberer ungläubig an, wie sollte man durch diese massive Wand kommen? Diese Frage wurde aber von Raghul beantwortet, als er die Wand anfasste und alte Worte murmelte. Augenblicklich wurden die Eissplitter von gleißendem Licht erfüllt, das sich langsam in die rechteckige Form ausbreitete, sodass letztendlich ein Lichtrahmen die Tür zeigte.
„Öffne dich, Tür der altvorderen Fürsten“, rief der Zauberer zur Tür gewand, während sich diese langsam öffnete, „betretet nun die Hallen von Ragnoron, dem Zwergenfürst, der die Zwerge dieses Gebirge besiedeln ließ. Geht voran, Nalis, denn ich finde es gebührt einem Zwerg, die Hallen zuerst zu betreten.“
Kapitel V: Alte Götter und Ruinen
Nalis schritt voran, er hob merklich den Kopf, als er die Höhle betrat.
„Ich hätte nie gedacht, selbst diese Höhle betreten zu können, jeder Zwerg in ganz Tyria träumt davon und ich kann es als erster seit der Wende tun“, murmelte er vor sich hin, „Ich frage mich nur, ob die Geschichten über die prunkvollen Statuen und Hallen wahr sind.“.
-„Wahr sind sie auf jeden Fall, es gab prunkvolle Hallen und Statuen in diesem Zwergenreich, doch ob sie immer noch existieren, kann ich nicht sagen, denn den Gerüchten zufolge, sollen einige Zwerge bei der Besiedlung des Gebirges hier in der Höhle geblieben sein und sie ausgebaut haben und besonders in älteren Höhlen muss man aufpassen keine Überreste der Götterkriege aufzuspüren, denn die besitzen die Macht Böses anzulocken oder großflächige Verwüstungen anzurichten. Die Steine gehören zu den Überresten, denn sie sind aus Menzies Steinaxt abgebrochen.“
„Menzie, Götterkrieg? Davon habe ich noch nie etwas gehört, obwohl ich jahrelang in einem Tempel gelebt habe“, sprach Nalis.
-„Vor Urzeiten, noch bevor es Leben auf der Welt gab, lebten die Götter auf einem Land oberhalb uns bekannter Ebenen. Doch eines Tages wollten sie mehr, die irdische Welt, die Unterwelt und den Riss des Kummers, Gebiete, die von Rathor, dem mächtigsten Himmlischen beherrscht wurden. Deshalb griffen die Götter Menzie, Abbadon und Dhuum eines Tages Rathor an und töteten ihn heimtückisch von hinten. Die anderen Götter verurteilten diese Tat und verstießen die drei, doch diese dachten nicht an Rückzug und griffen die anderen Götter m nächsten Tag an.
Jahrelang dauerte dieser Krieg und viele Götter verloren ihre Macht oder ihre Existenz, doch als Balthasar, Grenth, Dwayna, Lyssa und Melandrus, die Götter, die am ersten Kriegstag von den Verstoßenen aus dem Himmelsreich geworfen wurden älter wurden, entbrannte die letzte Schlacht.
In dieser bezwang Balthasar seinen Halbbruder Menzie und sein Schwert zerschmetterte die Axt aus himmlischen Gestein, Grenth bezwang Dhuum in der Unterwelt und später warfen alle fünf zusammen Abbadon nieder.
Die Körper der drei Götter wurden tief ins Erdreich verbannt, einen Ort, in den nur die abartigsten Geschöpfe der Welt hinkommen, dem Reich der Qual“, erklärte Raghul.
Nalis fragte weiter: „Doch was passierte mit den anderen Göttern und wie kamen die Steine in unsere Welt?“
Der Zauberer beantwortete auch diese Frage: „Die Überreste der Axt wurden an ihrer Position, an der sie zersprangen gelassen, da Balthasar niemanden in den Riss einließ, doch eines Tages kamen erwachte die dunkle Kraft, die in der Axt innewohnte und rief Dämonen herbei, die den Riss noch immer bevölkern. Viele weitere Dämonen ruhen noch immer in der Welt, meist im festen Gestein im Erdreich eingeschlossen, ruhen sie dort schon seit jahrtausenden, doch wenn sie aufgeweckt werden, könnte der Krieg erneut entfachen.
Die Götter wussten nichts von der Gefahr, die von den Artefakten ihrer Kriege ausging, weshalb sie versuchten erneut in ’ihre’ Welt zu gelangen. Sie bauten einen gewaltigen Turm, von dem aus sie Tyria verlassen wollten, doch die Pforten waren geschlossen, das Himmelsreich war versperrt. Wegen dieser Tatsache enttäuscht, zogen sie weiter durch unsere Welt, bis eines Tages die ersten Lebewesen erwachten. Viele Jahre lang lebten die Götter bei ihnen, bis sie eines Tages weiter zogen und sich ihren Aufgaben widmeten. Balthasar bewachte den Riss, Grenth die Unterwelt, Melandru die Natur, Dwayna die Menschen und Lyssa die Magieströmungen“, mit einem Blick auf Nalis und Rion fügte er noch hinzu:
„Der Turm steht immer noch, doch nicht mehr so, wie damals. Um ihn herum ist dieses Gebirge gewachsen und er dient jetzt als der letzte Zufluchtsort für alle Lebewesen. Dies ist der Ort wo wir hinwollen, doch jetzt genug gefragt, in zwei Tagen müssen wir die Höhle verlassen haben, für mehr reicht unser Proviant nicht.“
„Das war sehr aufschlussreich, jetzt wissen wir zumindest, dass die Götter noch immer auf unserer Welt hausen und dass wir zu dem Ort wollen, an dem der Himmel erklommen werden sollte“, sprach Nalis zu Rion.
So gingen die drei tiefer in die Höhle, bis Raghul abrupt stoppte.
„Was ist, Raghul“, fragte Nalis.
-„Hier sollten Statuen zum Gedenken an die großen Fürsten der alten Zeit stehen, irgendetwas stimmt hier nicht, wartet hier, ich schau mich mal in der Umgebung um.“, beantwortete der Zauberer.
Aus diesem Grund ging er in die dunklen Gänge der Höhle, während Nalis und Rion an ihrer Position stehen blieben. „Zieh lieber deine Dolche, denn Raghuls Beunruhigung verheißt nichts gutes, so war er seit Ewigkeiten nicht mehr drauf.“ Rion tat was Nalis ihm sagte und zog seine Waffen.
Als er dies tat, nahm sein Wahrnehmungssinn gewaltig zu, die schattenhaften Konturen der Höhle erschienen ihm auf einmal glasklar, doch was er sah, gefiel ihm weniger: Gespaltene Schilde, abgebrochene Schwerter und allerhand weitere Rüstungsüberreste lagen verstreut am Boden, an der Wand lagen Zwergenleichen, teils mit Pfeilen durchbohrt und teils schwer versengt.
„Nalis, wir müssen uns verstecken, hier muss schreckliches passiert sein, am Boden liegen überall Leichen und zerstörte Waffen, die Bewohnern dieser Höhle müssen ein grausames Ende gehabt haben.“, warnte er den Zwerg.
Schnell gingen beide in eine flache Aushöhlung im Boden und Nalis sagte: „Woher weißt du denn das schon wieder, selbst meine Zwergenaugen sehen hier nichts. Doch wenn du die Wahrheit sagst, könnte Raghul recht gehabt haben und die Dämonen sind erwacht, sei auf jeden Fall aufmerksam in diesen Zeiten weiß man nie, was einem erwartet.“
Gerade als der Zwerg ausgesprochen hatte, hörte Rion Schritte: „Da kommt wer“, sprach er, seinen Kopf aus dem Loch steckend fügte er hinzu: „Es ist Raghul.“
Als die beiden aus dem Loch stiegen, schien der Zauberer verdutzt, doch dann sprach er: „Es ist, wie ich befürchtete, die Dämonen sind erwacht und suchen die Steine um ihren Meister wiederauferstehen zu lassen, seid auf der Hut, die Zwerge in dieser Höhle hat es bereits erwischt, besonders bitter, da die hier lebenden Steingipfel in Frieden mit anderen Zwergen lebten und sie zusammen die Hallen hielten.“
„Steingipfel im Frieden mit uns“, fragte Nalis empört.
-„Genauso war es hier, sie waren den Krieg satt und hatten aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und dafür wurden sie verbannt, als sie hier Zuflucht suchten, wurden sie freundlich aufgenommen und behandelt, doch schlussendlich starben sie Seite an Seite und jetzt gibt es keine Verbindungen zwischen den beiden Fronten mehr und noch schlimmer: Wenn die Steingipfel hiervon erfahren, werden sie uns für schuldig befinden, was ihren Hass noch verstärken wird. Zweifelsohne gehen wir dunklen Zeiten entgegen. Doch nun zum wesentlichen: Zehn Meilen von hier befindet sich ein Ausgang, er führt weit nach Osten, doch von dort könnten wir eine Abkürzung über die alte Handelsstraße nehmen, die wird an jedem den Steingipfel bekannten Eingang schwer bewacht, folgt mir!“
Die beiden folgten dem Zauberer durch verbrannte Gänge des ehemaligen Prachtreiches, wobei sie viel Schlimmes sahen: Aufgespießte Köpfe hingen an der Wand, allen Statuen wurde der Kopf abgeschlagen, der durch ein dunkles, schattenhaftes Gebilde, ersetzt wurde.
„Seht nicht hin, Abbadons Gesicht verursacht nur Furcht und Entsetzen bei Zwergen und Menschen, falls ihr ihn zulange anseht, könnte ihr seinem Bann verfallen und willenlose Diener werden.“, warnte der Zauberer, sich einmal umguckend fügte er hinzu: „Die Schlacht scheint schon länger her zu sein, der Dämon ist bestimmt nach den Anschlägen weiter gezogen, die Halle rechts von uns könnte noch unbeschädigt sein, wenn wir sie schnell erreichen, können wir für heute Schluss machen, denn offen auf den Gängen zu ruhen ist in Anbetracht der Umstände, die hier herrschen höchst unklug“, sagte Raghul
Kapitel VI: Die abgelegene Kammer
Als die drei gegen Abend das Tor zur alten Wachhalle erreichten und das Tor öffneten, bekam Rion ein ungutes Gefühl, das ihn vor dem Raum warnte. Im Raum selbst breitete sich dieses Gefühl jedoch weiter aus und Rion wurde schwarz vor Augen, genau wie damals, als er in der Höhle aufwachte. Genau wie damals verschwamm die Dunkelheit auch wieder und eine schattenhafte Gestalt rannte auf Rion zu, zahlreiche Zwerge griffen den Schatten von der Seite an, doch dieser versengte und zertrampelte sie alle.
Nachdem die Zwergenscharen besiegt waren, bewegte sich der Schatten weiter auf Rion zu, Rion sah schon, wie sich im Mund des Dunklen Feuer sammelte, doch gerade als dieser das Feuer entfesselte, verschwamm das Bild erneut und Rion sah die besiegten Zwerge, wie sie verstümmelt am Boden lagen. Doch einer trug noch immer ein Buch fest umklammert, auf dem Rion zwei gekreuzte, weiße Äxte auf einem brennenden Helm sah.
Doch bevor er das Buch weiter betrachten konnte, fühlte er, wie ein brennender Schmerz auf seiner Brust tobte und wie eine Stimme zu ihm in alter Sprache redete.
Schweißgebadet kam er wieder zu sich, in einer schlecht beleuchteten Kammer, an deren Ecken große Statuen standen.
„Was ist passiert Rion, sahst du schon wieder Schatten“, fragte eine vertraute Stimme.
„J-J-J-a“. gab Rion langsam zurück, „ein großer Schatten kam in diese Halle und tötete alle Zwerge, wie aus dem Nichts wurden sie verbrannt oder zerquetscht. Da war auch noch ein Buch, ein großes Buch mit zwei gekreuzten weißen Äxten auf einem brennenden Helm.“
„Die Zeichen der Steingipfel und der Zittergipfel, dieses Buch wird uns Aufschluss über viele Rätsel der Finsternis geben, wir müssen es finden, bevor es verloren geht“; sagte Nalis.
Raghul war der Erste, der auf die Suche ging: „Ich glaube, dass ich weiß, wo das Buch ist, Aufzeichnungen wurden immer hinter dem Thron aufbewahrt, wartet hier kurz.“
Rasch kam er wieder, mit einem großen Lumpen in der Hand.
„Hier haben wir es, den letzten Beweis der zwergischen Einheit, mal sehen, was sie hier erwartet hatte und wann das Unglück kam“, mit ein paar Blicken in das Buch ergänzte er noch: „Zwei Jahre, der Schatten hat sich viel später als erwartet gerührt, wenn wir Glück haben, ist er noch nicht nach Süden gekommen, denn sobald er die dortige Hauptstadt erreicht, sind die Zwerge verloren.
Doch hört, eine Aufzeichnung gibt es noch:
Spät war es in jener Nacht, als plötzlich mehrere Dutzend schwarzgekleidete Zwerge vor unseren Hallen standen, zweifelsohne Steingipfel, doch diese waren den Krieg satt, sie hatten genug von Krieg und Leid. Sofort ließen wir sie in unsere Hallen, denn diese Zwerge könnten die alte Einheit wieder aufleben lassen.
Mit ihrer Hilfe haben wir schnell unsere Hallen erweitert, zahlreiche Gänge gegraben und Statuen errichtet und selbst die Schmiedekunst flammte erneut in neuem Glanz. Doch Schmieden brauchen Rohstoffe und die gab es nur im Felsen selbst. Lange bauten wir das Material ab, bis das Gestein immer dunkler und wärmer wurde. Eines Tages erfüllte Donnergrollen unsere Höhlen, unzählige Gänge brannten und gerieten in Dunkelheit, wenn der Abgrund der Hölle erst bei uns ist, sind wir verloren.
Eine kurze Nachricht war noch über die letzte Seite geschmiert worden: Er ist hier
„Wenn ich das richtig deute, haben die Zwerge zu gierig und zu viel abgebaut und sind eines Tages auf den versteinerten Schattentitan, einen von Abbadons Offizieren gestoßen. Ein grausamen Ende, denn wenige von den höheren Titanen leben noch in dieser Welt und er ist einer der schrecklichsten. Doch von den Waffen muss es noch Überreste geben“, sagte der Zauberer.
„Sie liegen wahrscheinlich in der Waffenkammer; in jedem zwergischen Tunnel gibt es welche, versteckt hinter einem Felsen neben einem Ausgang“, sagte Nalis
Der Zauberer antwortete: „Lasst uns heute hier rasten, morgen geht es zur Handelsstraße, auf dem Weg nehmen wir ein paar Waffen mit. Das Buch kommt auch mit, denn es verrät dem Rat sicher viel Nützliches.“
Während Rion und Nalis in den Ruinen des Thronsaales schliefen, hielt Raghul Wache, denn seiner Meinung nach könnte in diesen Hallen mehr ruhen, als sich ersichtlich zeigt.
Doch plötzlich nahm er ein Knacken war, woraufhin er die beiden Anderen sofort weckte und in Alarmbereitschaft versetzte: „Ich glaube, dass da etwas in der Nähe ist, haltet euch bereit, sobald er die Kreatur in der Nähe ist, lauft den Gang runter, ich werde einen Blendzauber wirken.“
Ein weiteres Knacken ertönte und ein fester Schritt war zu hören. „Steingipfel, mehrere Dutzend und mindestens ein Dolyak ist in ihren Reihen, verstecken nützt hier nichts, denn diese Tiere verstehen es exzellent Spuren zu lesen und Lebewesen zu finden“, als die Schritte näher kamen, hörten die Drei den barschen, kalten Ton, der Befehle in einer fremden Sprache erteilte, woraufhin der Zauberer sagte: „Kriecht etwas, ich werde sie auf mich locken!“
Nach diesen Worten stand er auf und rief vergessene Wörter der alten Zwergensprache. „Habt ihr das gehört? Dieser alte Narr wagt es, sich uns in den Weg zu stellen-Ergreift ihn“, rief der größte der Steingipfel.
Auf diesen Befehl hin gingen fünf kräftige Zwerge auf den Zauberer zu und wollten ihn fassen, doch dieser führte eine Handbewegung aus, die einen Felsbrocken von der Decke auf den Kopf der Zwerge stürzen ließ.
Dies versetzte sie erstrecht in Rage, worauf ihr Anführer die Hörner blasen ließ und die gesamte Streitmacht in Bewegung setzte.
Doch der Zauberer blieb stehen und breitete die Hände aus, während er anfing einen Spruch in fremder Sprache zu murmeln:
Das Licht zu erkennen ist eine Gabe,
Fortan sei sie euch verwehrt,
Denn ihr haltet sie nur für Gehabe,
Macht also kehrt!
Wenn ihr dies nicht tut,
Lebt ihr ewig im Schatten,
Euch erlischt der ganze Mut,
Sodass ihr enden werdet als Ratten.
Höret nun ein letztes Mal,
Was ich euch hab zu sagen,
Ihr werdet erleiden höllische Qual,
Ewig werdet ihr dann klagen.
Als er diesen Spruch beendet hatte, stieß er beide Hände nach vorne und gleißendes Licht erfüllte den Raum. Die Zwerge hielten sich die Hände vors Gesicht und der Dolyak brüllte.
Die Chance erkennend, floh der Zauberer ebenfalls und rannte den Gang hinunter.
Rion und Nalis waren derweil fast an der Waffenkammer angekommen. Als Nalis das Tor öffnete, sah er, dass auch sie verwüstet war und die Waffen am Boden zerstreut waren.
Plötzlich hörten die beiden ein Scheppern. Als sie sich umdrehten, sahen sie, dass die verkohlten Schilder, die zuvor in einer Ecke standen umgefallen waren und ein alter Zwerg an ihrer Stelle saß.
Die beiden gingen sofort zu ich hin und fragten: „Wie geht es euch, was war passiert?“
Der Zwerg antwortete keuchend: „Ich hatte hier gerade Wachdienst, als es kräftig an der Tür pochte. Mein Kollege wollte sie öffnen, doch als er den Steingriff berührte, entflammte seine Hand und er sank auf die Knie, als ob alle Steingipfel der Welt vor ihm stehen würden. Das Pochen ging weiter und dunkle Stimmen erfüllten den Raum, dunkler Rauch breitete sich immer weiter aus. Ich ahnte schon, dass etwas Schreckliches die Kammer plündern wird, weshalb ich mich hinter den Schildern unserer Ahnen versteckt habe, zu meinem Glück, wenn ich sie mir jetzt anschaue. Wisst ihr vielleicht, was das für ein Wesen war? “
„Ja, wir wissen davon, eines der grausamsten Wesen, die jemals diese Welt betreten haben war das. Ein Titan, der zu Zeiten der Götterkriege als Heerführer diente war das, nichts kann ihn aufhalten, außer eine Vereinigung aller Völker, die damals Frieden schworen.“
Während Rion dies erzählte, senkte der Zwerg den Blick, Erinnerung an den Götterkrieg löste bei den Zwergen immer noch Furcht aus. Gerade wollte er zum Sprechen ansetzen, da erreichte Raghul die Waffenkammer. Keuchend und nach Luft schnappend sprach er: „Sie sind zahlreicher als ich dachte, das hier ist kein Abtasten oder Geplänkel mehr, den Steingipfeln scheint es jetzt mit ihren Ansichten ernst zu sein. Verbarrikadieren wir das Tor, ich konnte sie vorerst abschütteln, doch wenn mein Zauber erlischt, werden sie zorniger denn je sein.“, sich genauer umguckend fügte er hinzu: „Wieso sieht es hier überhaupt so unordentlich aus?“
„Der Titan war hier und hat das Lager geplündert, doch ein Zwerg konnte sich verstecken und hat so überlebt“, sagte Nalis.
Raghul erblickte den Zwerg und ein kurzes Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit: „Das ist eine erfreuliche Nachricht, denn wenig weiß man über die Heerführer der alten Zeit, jetzt wo es jemanden gibt, der einen gesehen hat, kann man sich endlich ein Gesicht von ihnen machen und die Weisen dieser Zeit mit Tatsachen konfrontieren; doch jetzt nehmt euch alle ein paar unbeschädigte leichte Waffen, solche Meisterwerke gibt es nirgendwo mehr und es wäre schade, sie den Steingipfeln zu überlassen, besonders jetzt, wo sie uns verfolgen.“
So wählten alle ein paar neue Waffen, Rion nahm sich viele leichte Wurfdolche, ein kleines Krummschwert und Pfeil und Bogen, Nalis wählte eine handliche Axt, der alte Zwerg griff zu Pfeil und Bogen und nahm zusätzlich zwei kleine Messer mit, während Raghul sich einen langen Stab nahm, bei dem man den Kopf entfernen kann, sodass eine Spitze erscheint.
Nachdem alle ausgerüstet waren, sprach Raghul: „Versteckt alles, was wir nicht mitnehmen können, wenn die Steingipfel die Waffen in die Hände kriegen, sind sie noch tödlicher. Stellt die verkohlten Schilder als Schutzwall auf, sie werden die Steingipfel vorerst am Eindringen helfen und Waffen mit den Wappen der Einigkeit werden sie nicht anrühren. Die Flucht ist ausgeschlossen, die Dolyaks sind zu schnell und wir würden den Steingipfeln die einzigen versteckten Wege offenbaren, wir müssen hier warten. Ich werde die Tür magisch versperren und den Schildern und Speeren eine Art Leben einflößen, sodass sie die Steingipfel lange genug blockieren können. Danach bleibt uns nur noch das Warten.“
Kapitel VII: Mit Schild und Speer
Nachdem die Waffen ’belebt’ wurden, setzte sich der Zauberer auf einen verkohlten Tisch und senkte den Blick. „Was ist? Habt ihr etwa etwas gespürt“, fragten Nalis und Rion, die sofort aufsprangen. Der Zauberer antwortete nicht sofort, sondern wartete erst, bevor er zum Sprechen ansetzte. Seine Stimme klang belegt und schwach, ganz so, als hätte er den Titanen leibhaftig gesehen. „Seine Macht ist hier immer noch sehr stark und versucht meine Kräfte zu blockieren. Die Gegenwehr ist entsetzlich: Obwohl er schon lange fort ist, ist mir seine Aura noch ebenbürtig. Gerade noch so konnte ich mich über sie stellen, doch dieser Kampf hat mich sehr geschwächt und ich spüre, dass die gesamte feindliche Armee in eine ähnliche Aura gehüllt ist, zwar wesentlich schwächer aber immer noch todbringend..“
Rion verstand nichtganz, doch die beiden Zwerge sprangen auf: „Ähnlich dem Dämon selbst? Wie sollen Sterbliche solch’ eine Macht erreichen?“
-„Diese Kerle scheinen mit den Mächten des Bösen ein Bündnis geschlossen zu haben. Nun sind sie noch todbringender als sonst; lasst uns hoffen, dass sie sich noch genauso verhalten wie sonst, sonst sieht es übel aus!“
„Ihr meint, diese Steingipfel sind Verbündete dieses Schattens“, fragte der Alte
-„Nein, sie sind nur Diener seines Abscheulichen Planes, die Verstoßenen wieder an die Macht zu bringen. Sobald sie ihren Zweck erfüllt haben, werden sie genauso wie die anderen Sklaven der Dunkelheit nichs mehr zu sagen zu haben und nur noch der Hand des Todes dienen! Wenn dieser eine Titan hier zu viel Macht an sich reißt, könnte er mehr seiner ehemaligen Gefährten wecken. Ein Fürst von Sebelkeh sagte einst: „Schatten im Dschungel, Flamme in den Wüstenpalästen, Tod und Verderben an der Grenze des ewigen Krieges und vier, vie Titanen an der Quelle ihrer Macht. Da lauern sie und die kleinste Erschütterung des Bösens kann sie wieder erwecken und Tod und Leid über alle Lebewesen dieser Welt verbreiten.“ Doch er hatte nicht ganz recht: Weit im Norden, dem Heimatland einer Rasse, die sich Charr nennt, werden Titanen als Gottheiten verehrt und durch unheilige Rituale dieser Ketzer konnten die minderen Titanen schon wieder an die Oberfläche kommen. Hass, Tod und Zerstörung, dies ist alles was sie kennen und die Charr kriegen das auch schon zu spüren: Im Namen der Titanen werden sie gezwungen nach und nach die Welt der Menschen zu zerstören, je brutaler, desto besser. Hier im Gebirge bekommt man nur das mindeste mit, wie den Fortgang Prinz Ruriks oder die Nachrichten über Orr und Ascalon, obwohl Orr im Meer versank und Ascalon nur noch aus Ruinen besteht, lassen die Titanen einfach nicht locker, die Charrs sollen die Ruinenreiche solange weiter quälen, bis auch der letzte Mensch nicht mehr ist. Solange auch nur ein Titan noch am Leben ist, werden sie davon nicht ablassen und weiter angreifen“, als er diesen Satz beendet hatte, blickten die drei Zuhörer auf, doch Raghul fuhr fort: „Ich weiß was ihr denkt: „Warum töten wir sie nicht einfach?“ Glaubt mir, einen minderen Titan kann man nur durch immensen Aufwand töten und die regulären Titanen, die im Götterkrieg an vorderster Front kämpften sind noch stärker und nur von sämtlichen Soldaten Tyrias, Canthas und Elona zu bezwingen; die Acht Hauptkommandanten sind noch stärker, ungefähr so wie alle anderen minderen und normalen Titanen zusammen, alleine ihre Gegenwart reicht aus, um Sterbliche in den Wahnsinn, wenn nicht sogar in den Tod zu treiben. Nur im Westen und hier im Gebirge liegen die Orte, die sie fürchten: Die Mursaat-Stadt und der Götterturm. Doch sobald die Heerführer vereint sind, werden Große Risse die Welt auseinander reißen und sämtliche Opfer aus den Götterkriegen wieder an die Oberfläche kommen und dann halten selbst diese mythischen Orte sie nicht mehr auf. Nur die Fünfgöttersteine können vereint diese Unholde gänzlich bezwingen. König Jalis oder Deldrimorus könnten mehr darüber wissen. Im Ratsgebäude des Götterturmes hängen allerhand Theorien der beiden, wenn wir dort sind, können wir vielleicht einen kurzen Blick darauf werfen, bevor es zur Beratung über unser weiteres Vorgehen geht.“
Während der ganzen Erzählung waren die Zwerge wie gebannt und Rion hätte sogar schwören können, dass Nalis ein Funken durch die Augen fuhr. Gerde als der Zwerg zum Sprechen ansetzen wollte, ließ ein gewaltiges Beben den Raum in seinen Grundfesten erschüttern. Die Schilde und Speere, die reglos am Boden lagen, richteten sich schlagartig auf und zeigten bedrohlich auf die Tür.
Aus einer Ecke des Raumes hörte man deutlich einen alten zwergischen Schlachtruf, der sich stark nach dem des Königs anhörte. Als die Verteidiger sich umdrehten, sahen sie den Alten, der mit gespannten Bogen in der Ecke stand und unermüdlich Flüche gegen den „flammenden Schatten“ murmelte. Ein weiteres Beben erschütterte die Halle und nun spannte auch Rion seinen Bogen. Ein lautes Keifen ertönte vor der Tür, was Raghul und die Zwerge sofort als den Befehl eine andere Methode zur Stürmung deuteten. Nach diesem Befehl schienen sämtliche Angreifer ihre Waffen auf dem Boden oder gegen den Gang zu stoßen und in ein gewaltigen Kriegsgesang anzustimmen:
„Ha sâ“-„Ku“
„Kio“-„Su“
“Win”-“Ku”
„Ay se“-„Ha“
Nach diesem Einstimmigen Gebrüll, das die Gesichter der beiden Zwerge zu versteinern schien, brach das Tor und der Kopf eines gewaltigen Dolyaks erschien im Raum. Sofort schellten Schilde und Speere zu ihm hin und griffen ihn an, doch der/das Dolyak schrie einmal laut aus und stieß trotz seiner großen Verletzungen zwei Schilde mit einem gewaltigen Stoß zu Boden. Gerade als das Geschöpf durch die entstandende Lücke durchbrechen wollte, surrten zwei Bogensehnen und das Tier brach zusammen. Die Steingipfel waren darüber so erzürnt, dass sie ihre Schlachtrufe einstellten und in blinde Raserei verfielen. Mit einem gewaltigen Schrei setzte sich die gesamte Armee in Bewegung und sprang gegen die Schilde. Die Speere blitzten, die Bögen surrten, doch die Zwerge stürmten weiter, zwei Schilde und vier Schilde waren schon geborsten und die übrigen Schilde wurden weiter zurückgedrängt, einzelne Zwerge waren schon durch die Blockade gekommen. Mit einem gewaltigen Hieb hatte Nalis zwei Zwerge, die durchgekommen waren geköpft und war nun im direkten Duell gegen die anderen beiden. An der anderen Seite des Raumes verzog sich das Gesicht des Zauberers immer weiter, seine Augen quollen schon leicht hervor und sein ganzer Kopf färbte sich rot. Mit einem gewaltigen Aufschrei stieß er seine Arme nach vorne und die übrigen Schilde begannen zu glühen und flogen geradewegs in das verblüffte Gegnerische Heer. Diejenigen Zwerge, die mit erhobenen Waffen gegen die Schilde rannten, gingen Augenblicklich in Flammen auf und fielen jämmerlich zu Boden. Die Schilde rückten weiter vor und inmitten des Steingipfelheeres explodierten sie Zeitgleich mit einem lauten Aufschrei des Zauberers. Die Höhle erbebte mehrmals und Felsbrocken fielen von der Decke. Die Steingipfel waren nun endgültig gefangen, entweder verbrennen sie am Feuer, das die Explosion verursachte oder sie werden von Steinschlägen erschlagen. Der Großteil der Armee war in dieser Falle gefangen, verwundet oder auf der Flucht vor den Steinschlägen. Nalis erkannte die Gunst der Stunde und rief: „Kommt, jetzt oder nie! Am Ende des Ganges ist ein sicheres Wachhaus, da können wir wieder zu Kräften kommen!“ Während des Rufes hatte er gerade einen großen und ausgesprochen breiten Zwerg enthauptet und Rion und der Alte, die gerade einen sehr gut trainierten Zwerg bekämpften sagten: „Dann kommt, lange werden wir uns nicht mehr halten können und die Decke könnte uns noch auf den Kopf fallen.“ Mit einem lauten Schrei rannte Nalis zum Tor und drosch auf die wenigen Wächter, die zum Zeitpunkt der Explosion in der Halle waren ein. Mit zwei mächtigen Hieben war er durchgebrochen und die übrigen folgten ihm. Alle vier rannten den Gang hinunter, doch rasches Fußgetrippel und Gebrüll machte ihnen klar, das ein paar Zwerge noch am Leben waren und sie verfolgten.
„Lauft, ich halte sie auf“, brüllte der Zauberer, der sowieso schon immens zurück hing. Dann hörten Rion und die Zwerge nur noch einen Aufschrei und sahen, wie sich der gesamte Gang bläulich färbte. Der Gang war nach der Färbung erstaunlich ruhig, doch ängstliches Geschrei und das Geräusch von Steinen, die aus einer Wand gerissen werden, brach sie abrupt ab.
Rion wollte schon zurücklaufen, doch die Zwerge hielten ihn zurück: „Nein! Er ist geblieben um uns die Flucht zu ermöglichen, lass sein Opfer nicht sinnlos gewesen sein!“
Mit Müh und Not gelang es ihnen Rion zum weitergehen zu bewegen und nach einiger Zeit standen sie vor einer schweren und alt aussehenden Tür. „Hier rein, hier sind wir erst einmal sicher“, sagte einer der Zwerge und ging hinein.