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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Von Wäldern, Steinen und dem Kmötertum [3 in 1]



The Chaosnight
04.03.2007, 08:18
Da mir Geschichten über Gw aufgrund vorgegebener Orte/Schlüsselchars nicht sonderlich liegen, habe ich mich entschlossen, diese Geschichte aufzugeben und mich voll und ganz einer Geschichte ohne Hintergrund zu widmen.
[s. Hier (http://www.wartower.de/forum/showpost.php?p=2943556&postcount=51)!]

Vorab: Hier werden alle meine Geschichten aufgezählt
Post 1: Stein der Vergangenheit
Post 2: Schatten des Waldes
Post 3: Aufstieg und untergang des Kmötertums


Mal eine "etwas andere" Geschichte über Rion Shadowwalker.
-Kommentare bitte nur über pn.
-Die Story von Prophecies und Nightfall, sowie einige Orte und Hintergrundgeschichten werden extrem verändert...
-Es ist unbekannt, wie viel ich noch schreiben werde, doch ich hab mir vorgenommen, mindestens hundert Seiten in Schriftgröße 10 zu haben (momentan 13 1/2)
-Es wird definitiv Teil II geben [Titel und Grundidee vorhanden]
-Viel Spaß beim Lesen.

Teil I: Der Pakt der vier Völker
Baustelle-Absatze werden noch überarbeitet und Rechtschreibfehler gekillt
Kapitel I: Der Schleier der Vergangenheit
Ein heller Lichtblitz zog übers Land, die Bevölkerung war in Panik und die Häuser stürzten wie von Geisterhand in sich hinein. Aus der Ferne näherte sich ein Soldat und hob sein Schwert zum finalen Schlag, doch als er es Richtung Boden schlug, verschwamm das Bild und Rion, ein junger Mann, der ein steinernes Amulett in der Hand hielt erwachte schweißgebadet.
„Was war denn das eben für ein Ding? Und wen griff es an“, sprach er ins Nichts.

Als er sich aufrichtete, sah er, dass er sich in einer Höhle im Gebirge befand. Tausend weitere Fragen kamen ihm darauf in den Sinn: Wie kam er dorthin? Wohin muss er gehen? Und vor allem „Wo kam er selbst her?“ gehörten da noch zu den einfacheren.
Als ob er noch in einem Traum gefangen wäre, begann er sich selbst zu kneifen, doch der Schmerz sagte ihm nur eins: Er befindet sich in der Realität, ohne zu wissen, was vorgefallen war!
Rion war verzweifelt, er konnte sich weder an seine Heimat, noch an die anderen Sachen der Vergangenheit erinnern, das einzigste, was er noch wusste, war, wie er heißt.
Am zweiten Tag in der Höhle hielt er es nicht mehr aus, er war ausgehungert und durstig und brauchte Lebensmittel, weshalb er die Höhle verließ und sich auf die Suche machte.
Zuerst erschrak er: Wo er auch hinsah, alles war weiß, keine einzige Grünstelle, doch schlussendlich vergaß er aus Hunger den Umstand und versuchte Nahrungsmittel zu finden. Der kalte Wind im Gebirge zog ihn durch die Haare und er begann zu frieren. Trotz dieses Umstandes kämpfte er sich durch die Gebirgspässe, doch nach einiger Zeit verließen ihn seine Kräfte und er sank langsam in den Schnee. Mehrmals versuchte er sich aufzurichten, doch sein Körper konnte nicht mehr: Er war ausgehungert und die Kälte drückte ihn erbarmungslos zu Boden.
Gerade als sein Körper endgültig zu versagen schien und er am Boden lag, hörte er Stimmen in der Ferne: „Verdammter Steingipfel! Dir zeige ich was!“ Die Stimme schien aus der Ferne zu kommen, doch Schrittlaute sagten Rion, das sie aus sehr naher Entfernung kamen. „Spür das“, hörte er noch, dann verschwamm alles.

Als Rion wieder aufwachte, lag er in einer kleinen Höhle, in der ein Feuer brannte. Hinter dem Feuer sah er die schattenhafte Form eines kräftig gebauten Menschens
„Seid ihr endlich wach? Wurde auch mal Zeit, diese verdammten Steingipfel suchen bestimmt schon wieder das ganze Gebirge ab, am Besten ihr folgt mir jetzt, sonst könnte es euch übel ergehen“, brummte er.
„Wieso sollte ich euch folgen“, gab Rion zurück, der nicht wusste, ob er dem Fremden trauen konnte, „Woher soll ich wissen, dass ihr nicht selbst zu den Steingipfeln gehört?“
„Woher soll ich wissen, dass ihr keiner von ihnen seid?“, antwortete der Mensch lachend, „doch zu eurem Glück glaube ich, dass ihr nicht zu ihnen gehört, sonst würdet ihr nicht hier liegen. Also folgt mir oder werdet von der nächsten Truppe Steingipfel erschlagen, ihr habt die Wahl. Seit langer Zeit beobachte ich schon Truppen von ihnen und ein Wort verstehe ich jedes Mal. Ich kann es nicht ganz sich deuten, doch das Gekeife hörte sich stark nach `Hâghem´ an, was soviel wie `Meister der Tiefe´ heißt. Ihr solltet mitkommen, denn sie sind erbarmungslos und kaltherzig.“
Rion war unentschlossen, sollte er auf den Fremden hören und wegziehen, oder bleiben und hoffen, dass er in eine Falle gelockt werden sollte.
Letztendlich entschied er sich jedoch und brachte ein krächzendes „Ich komme mit“ hervor.


So gingen der Fremde und Rion fort von der Höhle und tiefer ins Gebirge, stundenlang gingen sie auf den schneebedeckten Bergwegen, bis sie endlich eine windgeschützte Höhle unweit einer Bergstraße fanden.
„Hier hinein junger Mensch, hier können wir kurz rasten!“, rief der Fremde.
Dies ließ sich Rion nicht zweimal sagen und folgte ihm hinein, auch wenn eine dunkle Vorahnung ihn bedrückte.
„Sagt mal , wer seid ihr eigentlich wirklich?“
-„Das selbe könnte ich Euch fragen“, kam prompt zurück, doch er fuhr fort: „Nennt mich ruhig Talmo, das tun alle, ich bin als Söldner der Deldrimor-Armee bekannt, das heißt, dass ich den Zwergen bei Konflikten mit den Steingipfeln oder weitaus mächtigeren Getier helfe, doch nun zu Euch, was treibt einen Jungen in eurem Alter zu den gefährlichen Bergpässen? “

Rion schien durch diese Frage dem Wahnsinn nahe, er begann zu schwitzen und blickte rund durch die Höhle.
Schließlich brachte er jedoch folgenden Satz zusammen: „I-i-i-ich weiß es nicht!“
-„Wie, Ihr seid auf dem entlegensten Winkel dieses Gebirges und wisst nicht wie ihr dorthin kamt?“
„Ja, ich wachte in einer Höhle hier im Gebirge auf, was davor war weiß ich nicht“, fuhr Rion mit fester Stimme fort.
„Das einzige, woran ich mich erinnern kann, sind Lichtplätze und eine panische Bevölkerung, feindliche Soldaten waren überall“, fügte er noch hinzu, nun wieder mit schwacher Stimme.
Talmo schien dadurch beunruhigt, mehrmals setzte er zum Sprechen an, doch außer abgewürgten Buchstaben kam nichts aus seinem Mund.

Nach minutenlangem Schweigen, sah Talmo jedoch das steinerne Amulett, was Rion trug.
-„Was ist das?“, fragte Talmo sofort.
„Woher soll ich das wissen, ich weiß nicht einmal mehr etwas über meine Herkunft, woher soll ich dann etwas über Steinamulette wissen?
-„Verzeiht, ich vergaß“, kam daraus aus Talmos Mund und, doch eine Vorahnung sagte Rion, dass er weit mehr wusste, als er zugab.
Nach weiteren langen Minuten Schweigens, konnte sich Rion nicht mehr halten:
„Sagt, was denkt ihr über diesen Stein, ich sehe euch an, dass ihr etwas wisst oder vermutet.“
-Talmo schien darüber verwundert, trotzdem sprach er:

„ Was ich nun erzähle, ist streng geheim und nur wenige kennen diese Geschichte. Verratet sie niemanden, denn in den Händen von den Feinden könnte uns großes Unheil bevorstehen. Aber nun zum eigentlichen Thema: In den Geschichten der Zwerge heißt es:
„Damals, als das Geschlecht der Menschen jung war, schlossen die drei großen Königreiche dieser Welt einen Pakt mit den Zwergen: Orr, Kryta und Ascalon. Die weitaus strahlensten Reiche der alten Zeit besiegelten den Pakt mit magischen Steinen, die sie im Innersten der Welt, der Höhle der Ghazeng, jenen Ort, der die drei Reiche mit dem großen Zwergenreich unterirdisch verband in eine Statue einschlossen. Doch die Macht des Paktes war nicht stark genug, nach einigen Bürgeraufständen standen die drei Völker schließlich gegeneinander im Krieg.
Einige Zwerge erzürnte die blinde Wut, die teilweise sogar auf den Bergen ausgetragen wurde so sehr, dass sie sich von den Übrigen abgrenzten und fortan alles Nichtzwergische, sowie deren Verbündeten hassten und angriffen.“

„Dann meint ihr, dass dieses Amulett eines der drei Steine ist?“
-„Vier Steine, die Zwerge trugen ihren Teil zum Pakt ebenfalls bei. Was das Amulett betrifft, bin ich mir sehr sicher, dass es zu den Vieren gehört, das würde immerhin erklären, warum ich eine Zwergenpatrouille direkt vor euch fand, die offenbar direkt auf euch zuging. Solange ihr auf diesem Gebirge seid, kann ich euch weder Schutz noch weiteres bieten, sobald die stumpfen Soldaten der Steingipfel die Bedeutung ihres Auftrages verstanden haben, werdet ihr keine ruhige Minute mehr haben können, immer werden sie euch verfolgen!.“
„Das ist ja grauenvoll! Doch sagt mir, was habe ich damit zu tun? Warum wollen die Steingipfel dieses Amulett? Und wie kommt es überhaupt zu mir?“
-„Dazu weiß ich kaum etwas, doch die Steingipfel haben Gerüchte gehört, dass wenn alle Steine wieder vereint sind, ihre alte Macht wieder erstarkt, deshalb vermute ich, jagen sie euch, weil sie eben die Steine wollen“
„Sind die Steine nicht geschaffen worden, gutes zu tun, warum wollen sie dann Schurken wie die Steingipfel?“
-„Das liegt an der gewaltigen Macht, die ihr Ritualpriester hat, durch seine Kräfte will er die positive in Negative Energie umwandeln, um die Welt in ihren Bann zu ziehen!“

Rion war über diese Nachricht fassungslos, er konnte nicht glauben, wozu Lebewesen fähig sein konnten, doch schließlich fasste er sich wieder: „Sagt, was kann ich tun um dies zu verhindern?“
-„Recht wenig, es gibt wenige Gelehrte, die um die Statue wissen und bereit sind ihr Wissen weiterzugeben, doch Raghul der Wanderer, Anführer der Magiervereinigung des Nordens müsste bereit sein, dem Treiben der Steingipfel ein Ende zu bereiten, doch jetzt müssen wir weiter, bevor die Tiere der Steingipfel unsere Fährte erneut aufnehmen.“



Kapitel II: Einen verloren und einen gewonnen
So gingen die beiden den trostlosen Weg über das Gebirge weiter, tagelang, ohne dass sich die Umgebung änderte, doch nach einer Woche standen die beiden vor einem abgebranntem Tal, wo Leichen und menschliche, sowie zwergische Überreste noch immer rum lagen. Die Gebirgsgeier, die bei der Ankunft der Beiden noch fröhlich die verfaulten Leichen zerpickten, flogen jedoch plötzlich wie vom Blitz getroffen weg, Bären, Wölfe und andere Gebirgstiere flohen aus ihren Höhlen und selbst die Zwergensiedlung, die am Fuße des Berges hauste, wurde schlagartig geräumt.
Rion und Talmo verstanden erst nicht wieso, doch durch einen gewaltigen Hornstoß, der den Himmel erschütterte, erfuhren sie wieso, die Steingipfel waren ihnen auf den Fersen.
„Lauft zur Brücke Rion, ich halte sie auf!“, brüllte Talmo, während er sich zwei Schwerter vom Boden holte. Rion wusste nicht weiter, sollte er seinen Freund dem sicheren Tod überlassen oder sein eigenes Leben retten?
„Lauft schon, wenn sie Euch sehen, werden sie mich sowieso vergessen!“, rief Talmo.
Da lief Rion, bis zur Brücke am anderen Ende des Feldes, während Talmo in Kampfposition mit zwei gezückten Schwertern auf den Feind wartete.
Rion konnte nicht weiter gehen, als er das andere Ende der Brücke erreichte, er blieb dort stehen und wartete. Doch schließlich ertönte das Horn erneut, nur viel lauter als letztes Mal und die Steingipfel erschienen, mehrere hundert Stück, allesamt von Kopf bis Fuß gepanzert und mit tödlichen Schwertern und Äxten ausgerüstet.
Den ersten Ansturm wehrte Talmo noch problemlos ab, doch als sich die ganze Armee in Bewegung setzte, war Talmo machtlos, er wurde immer weiter zurück gedrängt, bis er schließlich am Fuße der Brücke stand.

Rion begann sich zu fürchten, sollte er nicht lieber flüchten, oder sollte er Talmo beistehen? Den Bruchteil einer Sekunde wollte er aufspringen und gegen die Zwerge kämpfen, doch sein Verstand sagte ihm, sich lieber zu verstecken. Dies tat er dann auch, doch gerade als er einen Geschützten Platz gefunden hatte, hörte er Waffenklirren und mehrere Schreie. Als er aufblickte sah er, wie Talmo die Enge der Brücke ausnutzte und ein Zwerg nach dem anderen ins Jenseits schickte, doch seine Kräfte ließen nach. Nach jedem getöteten Zwerg wurde er weiter nach hinten gedrängt. Als er am Ende der Brücke angekommen war, schrie er dreimal aus: „Aî Urodiel, nie Kâh, es lebe der Tag“. Er hob erneut die Waffen und stürmte auf die Zwerge zu, unzählige Leichen türmten sich vor ihm, doch schließlich traf ihn ein Speer am Fuß. Talmo schrie und fiel auf die Knie, doch als die Zwerge auf ihn zustürmten, richtete er sich blitzschnell auf und erledigte sie, gerade als er glaubte die Zwergenmassen besiegt zu haben, richteten sich vier auf, die reglos am Boden lagen und tot gehalten wurden und wollten Talmo von hinten angreifen, doch er schien dies geahnt zu haben, er führte eine blitzschnelle Drehung aus, köpfte dadurch drei von ihnen und warf den letzten zurück.

Doch dieser richtete sich wieder auf: „Denkst du wirklich, so etwas beeindruckt mich, Menschling? Ich zeig dir mal, wie man kämpft!“ Mit diesen Worten rannte er auf Talmo zu, schlug ihm die Schwerter aus der Hand und warf ihn nieder. Er hob die Hand, um ihn zu erwürgen, doch Talmo rollte sich zur Seite, trat den an den Oberschenkel und brachte ihn so zu Fall.
„Wir mögen gleichstark sein, doch sind wir auch gleich schlau?“, rief Talmo so deutlich, dass es auch Rion in seinem Versteck gut verstand.
-„Ich glaube nicht“, zischte der Steingipfel noch immer am Boden liegend und im selben Moment teilte sich die Brücke in zwei Teile.
Rion, der sich jetzt nicht mehr in seinem Versteck halten konnte, stürmte hervor, um Talmo zu retten. An der Leiter angekommen, rief Talmo von unten: „Rion, nimm diesen Beutel und bring ihn zu Raghul im nächstgelegenen Zwergenlager, sag ihm, dass ich ihm dies als Zeichen der Warnung gebe.“ Rion nahm den Beutel und hielt Talmo die Hand hin, die er auch ergriff, doch ein starkes Zerren trennte ihre Verbindung, der Zwerg hatte Talmo am Fuß gepackt. Die beiden führten ihren Kampf an dem Hang weiter, bis es dem Zwerg gelang Talmo in den Abgrund zu schmeißen.

„NEIIIIN“, schrie Rion, doch gerade als er einen weiteren Frustschrei loslassen wollte, kam der Zwerg nach oben, geradewegs auf Rion zu.
„Gib mir den Stein und den Beutel und du lebst vielleicht weiter“, zischte der Zwerg zu Rion, der jedoch vollkommen wiedererwarten antwortete: „Vergiss es, du verräterisches, gemeines und verlogenes Zwergenetwas, du wirst von mir nichts bekommen!“
Der Zwerg schien einen Augenblick verwirrt über diese Antwort, doch dann stürzte er sich Rion und wollte sich den Stein mit Gewalt holen. Doch gerade, als seine Hände ihn berührten, leuchtete er auf und schien dem Zwerg höllische Schmerzen zuzufügen. Rion ergriff diese Chance beim Schopfe, mit erhobenem Stein, lief er auf den Zwerg zu, den Stein genau auf die Brust des Zwerges haltend.
Der Steingipfel konnte dies nicht ertragen, seine Haut wurde immer roter, schließlich begann sogar seine Rüstung zu qualmen, doch bevor sie vollkommen schmolz, zog Rion den Stein weg, woraufhin der Zwerg zurückgeschleudert wurde und in den Graben stürzte.
Rion war nun ganz alleine, ungewiss des Weges oder der Richtung, die er auf den verwinkelten Pässen des Gebirges einschlagen musste. Von Trauer und Verzweiflung umgeben, kam er nur sehr langsam vorwärts, vor allem, da er auch noch aufpassen musste, in keine der unzähligen Höhlen zu gehen, die größtenteils von Aasgeiern und Steingipfeln bewohnt wurden..

Tagelang schleppte er sich durch die eisigen Pässe, bis er schließlich am Rande eines Felsvorsprungs zusammenbrach.
Vollkommen erschöpft lag er dann dort, unfähig sich aufzurichten oder überhaupt zu bewegen.
Die Welt verschwamm vor seinen Augen, er wusste, das wenn er nicht bald aufstünde, sterben würde. Doch er war zu schwach dazu, er sah nur noch Nebelschwaden, die immer dichter wurden.
Doch die Schwaden wurden dünner, Rion sah wieder Land, ein kleines Dorf, windgeschützt im Berg selbst eingelassen und im Aufruhr: Eine schwarze Armee näherte sich ihm. Ein älterer Mann, in grauen Lappen gekleidet, stand vor der Stadtmauer und sortierte die Verteidiger.
Gerade als die Vorhut in Reichweite kam, flogen allerhand Geschosse auf die Angreifer, Blitze, Steine, Eis und Feuerballen, alles flog auf die Angreifer und warf sie zu Boden. Einem fiel der Helm ab und Rion sah sein Gesicht, das eines Zwerges, dem die Furcht im Gesicht stand und dessen Gesicht allerhand Narben aufwies.

Der Nebel zog wieder auf, diesmal nur dunkler und stärker und diesmal sprach zusätzlich eine Stimme: „Rion, wach auf! Finde dieses Dorf und warne die Bewohner vor dem Ansturm, dann wirst du die Lösung einiger Probleme erfahren!“
Der Nebel verzog sich erneut und Rion sah wieder das Gebirge vor sich und fühlte sich unerklärlicherweise etwas gestärkt.
Rion war verwirrt, war das eben ein Traum oder hatte er eine Vision? Er wusste nicht weiter, sollte er der Stimme glauben oder sich in eine warme Höhle durchschlagen? Letztendlich entschied er sich für ersteres und kämpfte sich durch die endlosen Schneeschichten.
Durch viele Abzweigungen und Schlachtfelder führte der Weg, bis Rion schließlich an den Ruinen eines Wachtpostens stand, Viele dunkle Leiche lagen dort und viele Stein- und Holzhaufen lagen um den Grundriss eines Turmes verstreut. Rion wusste, das die Angreifer Marsch auf das Dorf nahmen und er sich beeilen muss, um sie rechtzeitig zu erreichen, doch etwas hielt ihn ab, eine dunkle Macht schien ihn zum Turm zu führen. Als er dann vor der halbverkohlten Tür stand und sie langsam öffnete, sah er zwei Zwergenleichen am Boden liegen, eine in dunkler Rüstung und der andere in silbrig glänzender.

Als Rion auf die Leichen zuging, um sie auf irgendwelche Hinweise zu durchsuchen, keuchte eine Stimme aus dem Steinhaufen: „Lasse die Toten ruhen, Talis hat schon genug gelitten!“ Da ließ Rion den Leichnam des Zwerges liegen und schritt auf das Geröll zu. Er hob zahlreiche Steine ab, bis eine Hand herauskam, die sich sofort ins Freie kämpfte.
„Ich danke euch, ihr habt mein Leben gerettet“, sprach der Zwerg, dessen Kopf aus dem Geröll guckte, „Doch sagt mir, was macht ein junger Mensch wie ihr, hier in den gefährlichen Gebirgspässen?“, fügte er noch hinzu.
-„Ich suche nach Raghul, den Wanderer, er soll das Geheimnis über meine Vergangenheit wissen, doch zuerst muss ich ins nahe gelegene Dorf, ein Mann sprach in meiner Vision, dass die Steingipfel es bald angreifen werden.“
Der Zwerg war erstaunt, doch schließlich sagte er: „Erlaubt mir, euch zu dem Dorf zu begleiten, ich bin dort aufgewachsen und kenne fast jeden Weg in diesem Gebirge. Falls es euch interessiert, ich bin Nalis Eisaxt und mit wem hab ich das Vergnügen?“
-„Nennt mich Rion, doch für Höflichkeiten haben wir keine Zeit, denn die Steingipfel könnten jederzeit das Dorf erreichen.“
„Wie ihr meint, folgt mir, durch die Schattenhöhle kommen wir schnell dorthin“, sagte der Zwerg, „Bevor wir aber losgehen, will ich noch meinen Bruder beerdigen.“

Nachdem Talis seine Ruhe im Stein gefunden hatte, gingen die Beiden in eine Höhle, in der es so dunkel war, das Rion nichts mehr sehen konnte. „Nalis, wo seid ihr?“, sprach er verzweifelt in die weite Dunkelheit.
Der Zwerg antwortete sofort: „Wie? Achso, ich vergesse immer, dass ihr kein Zwerg seid, bleibt dort wo ihr seid, ich führe euch dann.“
Rion wartete einige Zeit, bis er dann eine starke Hand an seiner spürte und eine leise Stimme sagte: „Erschreckt nicht, ich bin es.“ Nalis führte Rion einige Zeit durch die dunklen Gänge, bis er auf einmal anhielt. „Wo ist sie nur, wo ist sie nur?“, murmelte er mehrere Male vor sich hin, bis er schließlich aufschrie: „Ah, da ist sie ja!“, Rion hörte nur noch einen dumpfen Aufprall, dann fuhr Nalis fort: „Öffne dich, Tür des Ostens, Nalis spricht zu dir: Sha mehn, oh la res tu!“ Ein ziehendes Geräusch machte sich breit und kurze Sekunden lang, erfüllte ein Lichtblick die Höhle. Nalis packte Rion: “Hier hinein, bevor die Tür es sich anders überlegt!“

Rion und Nalis standen nun wieder auf gefrorenen Feldern, das Dorf in Sichtweite, doch die Straße dorthin war versperrt, Gruben, Felsvorsprünge und Eissplitter wohin das Auge blickt.
Nalis handelte zuerst: „Egal, was uns im Weg steht, ich lasse nicht zu, dass die Steingipfel unser Dorf einnehmen.“
Mit diesen Worten und einem zwergischem Schlachtruf, ging er vorwärts, die Eisdornen und Eissplitter einfach wegtretend, doch am Grubenwall wusste auch er nicht weiter, doch ein lauter Ruf brachte Lösung: „Wer seid ihr, gebt Euch zu erkennen, oder wir werden euch erschießen!“
-„Hey Rani, sei mal nicht gleich so misslaunig, ich bin es, Nalis und ich bringe Nachricht über die Steingipfel!“, sprach Nalis und mit einem Blick zu Rion fügte er hinzu: „Dies ist Rion, er rettete mir vor kurzem das Leben und er hat wichtiges mit Raghul zu besprechen.“
Der Zwerg, der anscheinend Wachdienst hatte, schien darüber etwas besser gelaunt und rief: „Dann ist es ja gut, es ist halt nur meine Aufgabe, Eindringlinge zu „Begrüßen““, zum Dorf gewand fügte er noch hinzu: „Holt die Planken, Nalis ist zurück“.

Kapitel III: Dunkle Gestalten
Sofort kamen ein dutzend Zwerge, in deren Händen sich große Holzplatten befanden, angelaufen.
Zwei von ihnen warfen große Seile rüber, die Nalis an Felsvorsprüngen befestigte. Nun schoben die Zwerge langsam ihre Platten rüber, während Nalis sie befestigte.
„Hier Rion, geht zuerst. Ich muss die Brücke noch hinter dir abbauen.“
Langsam schritt Rion auf die Planken zu und ging rüber, Nalis folgte ihm und löste nach jeder Platte die Verbindung zu den Seilen. Schließlich waren beide drüben und Nalis und Rani redeten in Zwergensprache. Nach dieser Unterhaltung, sprach Rani zu Rion: „Hier entlang, Raghul wird erfreut sein, mit euch zu sprechen.“

Rani führte Rion zum Dorf, während sich die Zwerge um ihn und Nalis scharten: „Nalis, wo sind eure Männer? Wer ist der Menschenjunge? Was ist mit den Steingipfeln?“ Solche Fragen stellten die Zwerge des Dorfes wild durcheinander, bis eine laute Stimme rief:
„Ruhig! Diese Dinge werden die beiden mir selbst erzählen.“
Rion und Nalis taten, was die Stimme sagte und folgten ihr in eine abgelegene Hütte. Nalis ergriff als erster das Wort: „Ehrenwerter Raghul, die Steingipfel sind im Anmarsch, unseren Stützpunkt haben sie einfach so überrannt, wäre dieser Junge nicht gewesen, wäre ich jetzt tot.“
Raghul antwortete sofort: „Nalis, verständige die Wachen, es sollen sich alle im Umkreis ins Dorf zurückziehen und sag Rani, dass er Fallen auslegen soll.“
-„Zu Befehl, o Zauberer“

Nachdem Nalis aus der Hütte ging und die Nachrichten verbreitete, sagte der Zauberer zu Rion: „Sag mir, Rion, was bedrückt dich? Ich sehe, dass dir etwas auf dem Herzen liegt.“
-„Es ist so, Herr: Ich trag einen der vier Steine bei mir und ein Freund von mir, Talmos opferte sein Leben, damit ich bis hier hinkomme. Er bat mich noch, euch dies hier zu geben.“, sagte Rion, während er den Beutel von seinem Gürtel löste und Raghul übergab.
Raghul wirkte geschockt über die Nachricht, doch als er den Beutel öffnete, sprach er mit belegter Stimme: „Das sind gewiss traurige Nachrichten, doch wir können nicht der Vergangenheit nachtrauern, die Steingipfel haben sich zum Kampf gerüstet, wenn wir nicht schnell handeln, werden sie die Welt der Zwerge vernichten und die Steine an sich reißen. Geh in die Waffenkammer und sprech mit Wachtmeister Grimmbart, er wird dir sagen, was du zu tun hast, falls wir beide überleben, können wir nach der Schlacht weiterreden.“

So ging Rion zu Grimmbart, der ihm sagte, dass er sich auf dem letzten Wall begeben soll und von dort die Gegner aufhalten soll. Dazu gab er ihm einen Bogen, um „Den Gegnern das Leben vom Wall aus auszuhauchen“ und ein paar Dolche, um „Auch im Nahkampf tödlich zu sein“.
Zuletzt sprach er noch: „Ich sehe große Stärke in dir, lerne sie zu benutzen. Lerne den Feind und dich selbst kennen, dann wirst du ewig bestehen, sonst wirst du trostlos untergehen.“
Ohrenbetäubende Hörnerstöße und fremdartig klingende Schlachtrufe unterbrachen die Unterhaltung, im Lager war Chaos. Die Zwerge schrieen: „Auf Eure Posten, haltet sie auf, bis Nalis mit der Verstärkung zurückkommt!“
Eine große Kompanie Bogenschützen ging an Rion vorbei: „Folgt uns, wir zeigen euch euren Posten.“
Rion folgte der Truppe und befand sich an der hinteren Hauptmauer der Verteidigungsanlage. Die Heerscharen der Steingipfel rückten bis zur Sichtweite auf, unzählige Krieger von ihnen waren gekommen, Reiter, Schwertkämpfer und Bogenschützen, die Steingipfel waren entfesselt. Ihr Heerführer stieß einen schrillen, lautstarken und furchteinflößenden Schrei aus, worauf sich die dunkle Armee vorwärts bewegte.
„Anlegen! Feuer!“, schrieen die Kommandanten auf der ersten Mauer, zahlreiche Pfeile flogen auf die Steingipfel und nicht wenige fielen augenblicklich tot um. Doch davon ließen sich die Steingipfel nicht beeindrucken, eine weitere Welle rückte vor, die aber durch Bodenfallen ausgelöscht wurde, doch einige Bogenschützen brachen durch und schossen auf die Verteidiger.

Einige starben durch den Angriff, doch die Bogenschützen an den Mauern waren zielsicherer und zahlreicher. Die Bogenschützen der Steingipfel fielen einer nach dem anderen , doch ihre Nahkämpfer rückten vor, so zahlreich, dass weniger als ein Viertel fiel, bevor sie vorm Wall standen. Nun befahlen auch die Kommandanten des hinteren Walles den Angriff, der Himmel schien von Pfeilen bedeckt, doch die Steingipfel rückten weiter vor, die erste Gruppe erklomm schon den Wall und zwang die Verteidiger, ihre Schwerter zu ziehen. Diese Chance nutzten die Angreifer und mobilisierten ihr gesamtes Heer und die Verteidiger gerieten ins Wanken.

Vom hintersten Wall flogen die Pfeile, in vorderster Reihe kämpften die Zwergenparteien auf dem Wall und am Feld rückten die Steingipfel zum Tor vor. Zahlreiche Hammerschläge führten sie durch und schließlich gab das Tor nach: Es zersplitterte und die Steingipfel zogen in die Stadt ein.
Doch ein heller Hornruf zog sich über das Feld. Die Steingipfel schienen verwirrt und die Verteidiger brüllten: „Die Wachen! Nalis hat es geschafft!“.
Trotzdem gaben die Angreifer nicht auf, jetzt wollten sie erst recht die Sache schnell zu Ende bringen. Die Armee rannte auf den hinteren Wall zu und die Verteidiger zogen die Schwerter. Nur Rion blieb beim Bogen: Mehrere Pfeile auf einmal schießend, fielen die Angreifer, doch viele brachen durch. Die Verstärkung war mittlerweile angerückt und die Nachhut der Steingipfel fiel. Dies reichte der Hauptarmee: Sie ließ von der Belagerung ab und marschierte zu Nalis. Während die meisten Verteidiger die Reste der Belagerer weiter abwehrten, lief Rion zum vordersten Wall und schoss den Steingipfel seine verbliebenen Pfeile in den Rücken.

Nalis rückte vor, die Steingipfel jedoch auch und tosendes Gebrüll, gepaart mit dem Klirren der Waffen ertönte am Schlachtfeld, Rion, der das nicht mit ansehen konnte, hob seine Dolche und rannte zum Feld, dutzende Zwerge folgten ihm, doch viele blieben und erledigten die versprengten Überreste.
Als Nalis am Austragungsort des letzten Angriffes angekommen war, brüllten die Steingipfel:
„Da, der Stein-Holt ihn euch!“
Die Steingipfel stürmten auf Rion zu, der seinerseits auf sie zulief. Er hob die Dolche und spürte, wie sie Zwergenfleisch schnitten.
Rion wehrte allerhand Angriffe ab und Nalis erledigte die Flüchtigen, doch viele lebten immer noch und bereiteten sich zum Angriff vor.
Gerade, als sie auf die verlassene Stadtmauer zustürmten, leuchtete die Stadt hell auf und Blitze, Eis und Wasser flogen auf die Gegner zu. Als sie dies sahen, wollten sie fliehen, doch die Erde selbst schien sie zu packen und an der Flucht zu hindern.

Die elementaren Energien löschten die letzten Angreifer aus, sodass das Lager wieder in Frieden war…erstmals, denn Raghul erkannte den Ernst der Lage: „Hier mögen wir sie besieg haben, doch sie werden wiederkommen, nur dann zahlreicher und besser vorbereitet. Durch Waffenstärke werden sie nicht zu besiegen sein, tief im Herzen der Welt liegt der Schlüssel, doch um ihn zu verwenden, braucht es mehr als zwergisches Geschick. Morgen früh reisen Nalis und ich zusammen mit Rion zum Hauptquartier, wo der älteste den Rat einberufen wird, jenen, den es seit dem Friedensbruch nicht mehr gab.“
„Der Rat“, kam aus den Mündern vieler Zwerge, „Seid ihr da sicher, Raghul? Es ist zweifelhaft, wie viele überhaupt kommen werden“, fügte ein älterer Zwerg hinzu.
Raghul antwortete: „Es werden genug kommen, ich schicke meine Adler aus, die die Fürsten einberufen sollen, die Steingipfel müssen aufgehalten werden!
Wir mögen heute gesiegt haben, doch dies war nur ein Fingerzeig des Bösen, der Rat ist das einzigste, was uns noch vor härteren Schlachten schützen kann, doch jetzt müssen wir ruhen, die Steingipfel warten nur auf Fehler unsererseits.“

Nach dieser Rede zog er Rion beiseite: „Fühlst du dich wohl? Die Schlacht war hart und morgen müssen wir marschbereit sein, sonst werden wir den Weg über den gefährlichen Teil des Gebirges nicht überstehen.“
Rion antwortete kraftvoll: „Die Schlacht mag anstrengend gewesen sein und ich mag aufgeschürfte Hände haben, doch ich bin bereit, solche Unholde halten mich nicht auf!“
Raghul erwiderte lachend: „So eine Einstellung bräuchte jeder von uns, doch die Steingipfel sind nicht so wie du denkst, einst waren sie wie die Dorfbewohner, doch als die Steine kamen und der Frieden sich auflöste, schlossen sie sich zusammen, um den Krieg von ihren Reichen fernzuhalten, doch aus den ehrenhaften Absichten wurde blinder Hass, der vielen das Leben kostete. Von alleine werden sie nicht von ihrem Glauben abweichen. Ruhe nun, es liegen schwere Tage vor uns.“

Als es Abend wurde, konnte Rion nicht einschlafen, da er immer ein Bild sah: Eine neblige Landschaft, in der seelenruhig Zwerge schlafen. Doch das Bild veränderte sich: Der Nebel wurde Giftgrün und eine Klinge stieß aus dem Schatten hervor. Die Zwerge schrieen und fielen nacheinander zu Boden.
Doch die Bilder verblassten und Rion hörte Stimmen: „Jetzt zieht schon wieder Nebel auf, hat man hier denn nie seine Ruhe?“
Rion versetzte dies in Alarmbereitschaft, eine Vorahnung sagte ihm, dass dieser Nebel nicht natürlich war und Unheil verkündete. Langsam richtete er sich auf, um sich Überblick zu verschaffen, doch da verdichtete sich der Nebel schon in dem Giftgrün, das er auch in seinem Kopf gesehen hatte.
Im Lager brach derweil Unruhe aus, die Zwerge sprachen ängstlich: „Was ist das für ein Nebel, was soll er uns zeigen?“
Eine laute Stimme unterbrach die Unruhen: „To rin ah, lasto geh felîn, weiche, du Höllenschatten!“

Die Stimme des Zauberers schien Wirkung zu zeigen: Der Nebel wurde schwächer, doch der Giftgrüne Ton blieb.
Mitten bei der Beschwörung, wurden aber bösartige Stimmen laut. Rion handelte sofort, er rannte zum Zauberer und rief dabei: „Raghul, runter!“ Doch der Zauberer verstand nicht, er blieb stehe und führte sein Ritual weiter fort.
Rion rannte so schnell er konnte, er wusste, dass eine Klinge den Nebel verlassen würde und Raghul durchbohren würde, wenn er ihn nicht vorher erreiche.
Er war schon fast beim Zauberer, doch die Klinge war schneller: Rion sah ein blauen Blitz, der den Nebel verließ. Ohne zu zögern, griff er sich einen seiner Dolche und warf ihn in den Nebel, ein grunzender Schrei sagte ihm, dass er sein Ziel getroffen hatte, doch ein zweiter Schrei stoppte Rions Freude: Die Klinge fand trotz getroffenem Träger ihr Ziel und Raghul brach zusammen. Die hysterischen Zwerge schienen durch den Schrei wieder zur Besinnung zu kommen und der Nebel lichtete sich.

Rion rannte sofort zum Zauberer: „Raghul, geht es euch gut?“
-„Ging schon mal besser“, hustete er, „Ich hätte nie gedacht, dass die Steingipfel Auftragsmörder schicken.“
„Auftragsmörder, wieso sollten die Steingipfel es so versuchen? Sie sind uns doch auch so über“, sagte Rion verdutzt.
-„Richtig, doch sie müssen von unserem Plan erfahren haben, deshalb wollen sie uns hier behalten und uns hier ausrotten, geh jetzt aber bitte zurück, es könnte gleich leicht bebig werden.“
„Was meint ihr damit?“, wollte Rion fragen, doch eine Hand zog ihn zurück und um den Zauberer schien sich silbrigweißes Licht zu bilden. Allerhand Kiesel wurden in seiner Nähe weggeschleudert. Als das Licht verblasste, stand Raghul wieder und knurrte: „Gar nicht übel, diese Klinge, weiß einer, was das für eine war?“

Von schleierhaften Gedanken beseelt, ging Rion langsam zu dem Ort, aus dem die Klinge gestoßen kam und tastete den Boden ab. Plötzlich fühlte er, wie sich in einem seiner Finger eine Wunde öffnete.
„Hier kommt her, ich glaube ich hab etwas“, rief er
Raghul fasste auf den scheinbar leeren Boden und merkte schnell, dass dort ein Artefakt liegt.
„Ah, ein Schwert aus den älteren Tagen, vielleicht sogar noch aus den Friedenszeiten, die Steingipfeln scheinen diese Angelegenheit sehr ernst zu nehmen, das verheißt nichts gutes.“
Langsam hob er seine Hand und ein blutiges Schwert schien aus dem Nichts zu erscheinen.
„Die Sache ist viel ernster, als ich dachte“, fügte er hinzu.

Kapitel IV: Von Zwergenwaffen und dem Beginn der Reise
Das blutige Schwert, was Raghul in der Hand hielt war gewaltig, es hatte die halbe Mannesgröße und war mit allerhand Runen versehen.
„Was bedeuten diese Runen“, fragte Rion.
-„Das ist die Sprache der Zwergenahnen, geschickte Handwerker, die in der alten Zeit dieses Gebirge bevölkerten. Ihre Schätze waren nie gefunden worden, doch dieses Schwert gehört eindeutig zu den Werken der alten Welt. In unserer Sprache heißen sie soviel wie
„Die Zwerge des Nordens sind erwacht, gleich wer sich dem Träger dieses Schwertes in den Weg stellt, wird von ihm durchbohrt werden.““, antwortete der Zauberer.

Rion verstand nicht, was sagte diese Schrift aus? Der Zauberer schien diese Frage jedoch zu kennen, bevor sie gestellt wurde, weshalb er hinzufügte:
„Die Zwergenahnen waren wechselhaft, sie kämpften für Gut und böse zugleich, weshalb sie sich einst trennten. Die bösartige, abgespaltene Gruppe gruppierte sich weit im Süden, von wo aus sie Späher in die Lager der anderen Gruppe schickte und sie aushorchte. Als dann die Menschen ins Gebirge kamen, kam der einen Gruppe die Idee: Sie benutzen die Menschen als Sündenbock, um die andere Gruppe auf ihre Seite zu ziehen. Viele schlossen sich ihnen an und formierten sich als „Steingipfel“ neu. Die gemeinsamen Waffen, die die Zwerge erschufen, als sie noch vereint waren, wurden tief in Stein eingeschlossen, doch dieser Fund beweist, dass die Waffen gefunden wurden und mit ihnen die alte Kraft entfesselt wurde, die die Zwerge damals besaßen.“

Die Zwerge, die dieses Gespräch mitgehört hatten, schauderte es bei dieser Rede, denn sie wurden nicht gerne an den Ursprung ihrer Verwandten erinnert.
Einer von ihnen fragte jedoch: „Wie konnten die Waffen gefunden werden, die Ahnen hatten bestimmt gewusst, dass sie die Waffen gut verschließen mussten“
-„Das ist richtig, doch die Waffen wollen gefunden werden, andauernd rufen sie nach ihren Herren, jene, die nach Macht streben. Deshalb kamen die Steingipfel immer näher an die alten Orte, wo sie schließlich den Zauber brachen, der die Waffen umgab. Deshalb können sie jetzt den Ursprung der Macht selbst benutzen, weshalb wir uns jetzt vorsehen müssen. Ich frage mich nur, wie sie den Zauberschild brechen konnte, denn der wurde vom Rat selbst gelegt.
Die Steingipfel müssen von mächtigeren Magiern Unterstützung bekommen haben, denn sonst wäre der Schutz zu stark gewesen.“

Die Zwerge des Dorfes schienen verwirrt, woher wusste er das alles? Gerade, als einer diese Frage stellen wollte, sagte der Zauberer: „Ich werde nicht umsonst “der Wanderer“ genannt, ich habe viel gesehen und gelesen, denn in Ruinen der alten Zeit liegen viele Geheimnisse verborgen. In der alten Hauptstadt, der damals noch vereinten Zwergenstreitmacht, fand ich eine alte Schriftrolle, die die Ereignisse bis zum Auftreten der Steingipfel aufzeichnet. Auf der einhundertfünfzehnten Seite stand, dass die Waffen im Gebirge eingeschlossen wurden und die Träger sich neben den Fels zur Ruhe legten.
Nun ist es aber genug der Geschichten, wenn wir nicht schnell hier wegkommen, werden die Steingipfel uns hier erreichen, wobei sie auch vor der Zerstörung des Dorfes nicht zurückschrecken werden.
Ruhet nun, morgen wird ein neuer Tag der Geschichte der Zwerge eintreten, der Tag, an dem wieder Würdenträger aus ganz Tyria zum Rat wandern.“

Am nächsten Morgen wurden Rion und Nalis von Raghul geweckt, der eine ernste Mine aufsetzte und sagte: „Haltet euch bereit, wir könnten jederzeit aufbrechen, denn im Gegensatz zu uns, kennen Steingipfel das Wort „Rast“ nicht.“
Während Raghul dies erzählte, standen auch langsam die Zwerge auf.
„Kommt, wir haben hier schon viel zu lange gewartet, wenn wir jetzt nicht loskommen, werden die Steingipfel hierher kommen.“
Wegen diesen Worten packten Nalis und Rion Nahrung und Hilfsmittel, wie zum Beispiel Seile in Rucksäcke und machten sich schweren Herzens auf den Weg vom Lager weg.

„Wie fühlt ihr euch? Für einen der gestern so gut gekämpft hat, seht ihr noch recht frisch aus“, sagte Nalis zu Rion. Rion antwortete: „Ich fühle mich blendend, meine Hände sind zwar noch recht taub, doch mein erstes Mal hätte ich mir schwieriger vorgestellt. „Bei den Göttern! Euer erstes Mal? Ihr habt gekämpft wie Balthasar selbst. Ich frage mich echt, was aus euch noch mal wird“, antwortete der perplexe Zwerg.
„Ich störe euer Gespräch nur ungern, doch bis zum Ratsgebäude solltet ihr eure Lungen schonen, denn wir dürfen uns nicht allzu viele Pausen gönnen“, warf der Zauberer ein.
Während Nalis nur ein Grummeln hören ließ, fragte Rion: „Wo liegt denn das Ratsgebäude, Raghul?“
-„Das Gebäude liegt weit im Gebirge, denn der Ort ist der kraftvollste Zufluchtsort für alle Feinde der Steingipfel. Den genauen Ort weiß ich aber selbst nicht, da der Eingang nur jenen, die den Ort als Zufluchtsort oder zu politischen Zwecken nutzen sichtbar ist. Der Gebirgsgeist wird uns dorthin führen, doch seine Stimmung wechselt oft, mal dauert der Weg einen Tag, ein anderes Mal kann sich der Weg aber auch über mehrere Jahre hinwegziehen, lasst uns beten, dass er uns wohlgesonnen ist“, antwortete der Zauberer.

Nalis öffnete den Mund, wenn über Geister gesprochen wurde, erfüllten sich Zwergenherzen immer mit Wärme.
„Der Gebirgsgeist? Was würde ich dafür geben, einmal mit ihm zu sprechen oder ihn auch nur zu sehen“, schwärmte Nalis, nachdem Raghul ausgesprochen hatte.
-„Dies könnte sehr wohl bald sein, denn der Geist lässt niemanden in sein Schutzgebiet, ohne ihn gesehen zu haben. Haltet euch bereit, denn im Gebirge lauert noch mehr, als Steingipfel oder Geister. Wenn wir den Eingangsort gefunden haben, müssen wir geschwind eintreten, denn der Berg hat viele Augen.“, entgegnete der Zauberer.

Die drei Gefährten gingen weiter, sie kletterten über Vorsprünge, wateten durch Tümpel und wanderten durch Höhlen, doch sie fanden keinen Anhaltspunkt mehr.
Sie standen in einer dunklen Höhle, in der es nur einen Eingang gab und an dessen Wand Eissplitter hingen.
„Haben wir uns verirrt, Raghul, was machen wir jetzt“, fragte Rion
-„Im Moment weiß ich auch nicht weiter, die Berggeister führten mich hierhin, doch hier gibt es keinen Weg. Irgendein wichtiger Hinweis muss hier verborgen liegen, sonst wären wir nicht hier. Nur ich weiß nicht welcher, denn die altvorderen Zwerge waren listenreich, ihre stärksten Waffen waren weder Äxte, noch Hämmer, noch Schwerter oder Keulen, geschweige denn Bögen oder Armbrüste, ihre stärkste Waffe war die Gabe, sich schattenhaft zu verstecken. Es gibt wenige, die alle Geheimnisse kennen, auch wenn ich viel weiß, gestehe ich mir weniger als zehn Seiten in einen fünfhundert Seiten langen Buch zu, dafür waren und sind die Zwerge zu listenreich. Bleiben wir vorerst hier, während ich überlege“, beantwortete Raghul die Fragen.

Während der Zauberer vor der Wand stand und überlegte, saßen Rion und Nalis auf zwei Steinen und spielten zur Abwechslung mit Steinen, die am Boden lagen. Als Nalis einen Stein verfehlte und der so gegen die Wand prallte, hörten die drei einen hohlen Ton.
Von dem Ton aufgeschreckt, drehte Raghul sich blitzartig um, wobei sein Ellenbogen die Wand berührte.
„Was war das“, fragte er. Erleichtert drehte er sich wieder um, als Nalis von dem Stein erzählte, wobei er einen feinen Riss im Stein sah, den er wahrscheinlich mit seinem Ellenbogen freigelegt hatte. Sorgfältig legte er mehr von der Wand frei, wobei der feine Riss rechtecksförmig weiter verlief.
„Ah, verschlossene Tore, hier müssen wir rein“, sagte der Zauberer
Rion und Nalis guckten erst sich und dann den Zauberer ungläubig an, wie sollte man durch diese massive Wand kommen? Diese Frage wurde aber von Raghul beantwortet, als er die Wand anfasste und alte Worte murmelte. Augenblicklich wurden die Eissplitter von gleißendem Licht erfüllt, das sich langsam in die rechteckige Form ausbreitete, sodass letztendlich ein Lichtrahmen die Tür zeigte.

„Öffne dich, Tür der altvorderen Fürsten“, rief der Zauberer zur Tür gewand, während sich diese langsam öffnete, „betretet nun die Hallen von Ragnoron, dem Zwergenfürst, der die Zwerge dieses Gebirge besiedeln ließ. Geht voran, Nalis, denn ich finde es gebührt einem Zwerg, die Hallen zuerst zu betreten.“

Kapitel V: Alte Götter und Ruinen
Nalis schritt voran, er hob merklich den Kopf, als er die Höhle betrat.
„Ich hätte nie gedacht, selbst diese Höhle betreten zu können, jeder Zwerg in ganz Tyria träumt davon und ich kann es als erster seit der Wende tun“, murmelte er vor sich hin, „Ich frage mich nur, ob die Geschichten über die prunkvollen Statuen und Hallen wahr sind.“.
-„Wahr sind sie auf jeden Fall, es gab prunkvolle Hallen und Statuen in diesem Zwergenreich, doch ob sie immer noch existieren, kann ich nicht sagen, denn den Gerüchten zufolge, sollen einige Zwerge bei der Besiedlung des Gebirges hier in der Höhle geblieben sein und sie ausgebaut haben und besonders in älteren Höhlen muss man aufpassen keine Überreste der Götterkriege aufzuspüren, denn die besitzen die Macht Böses anzulocken oder großflächige Verwüstungen anzurichten. Die Steine gehören zu den Überresten, denn sie sind aus Menzies Steinaxt abgebrochen.“

„Menzie, Götterkrieg? Davon habe ich noch nie etwas gehört, obwohl ich jahrelang in einem Tempel gelebt habe“, sprach Nalis.
-„Vor Urzeiten, noch bevor es Leben auf der Welt gab, lebten die Götter auf einem Land oberhalb uns bekannter Ebenen. Doch eines Tages wollten sie mehr, die irdische Welt, die Unterwelt und den Riss des Kummers, Gebiete, die von Rathor, dem mächtigsten Himmlischen beherrscht wurden. Deshalb griffen die Götter Menzie, Abbadon und Dhuum eines Tages Rathor an und töteten ihn heimtückisch von hinten. Die anderen Götter verurteilten diese Tat und verstießen die drei, doch diese dachten nicht an Rückzug und griffen die anderen Götter m nächsten Tag an.
Jahrelang dauerte dieser Krieg und viele Götter verloren ihre Macht oder ihre Existenz, doch als Balthasar, Grenth, Dwayna, Lyssa und Melandrus, die Götter, die am ersten Kriegstag von den Verstoßenen aus dem Himmelsreich geworfen wurden älter wurden, entbrannte die letzte Schlacht.
In dieser bezwang Balthasar seinen Halbbruder Menzie und sein Schwert zerschmetterte die Axt aus himmlischen Gestein, Grenth bezwang Dhuum in der Unterwelt und später warfen alle fünf zusammen Abbadon nieder.
Die Körper der drei Götter wurden tief ins Erdreich verbannt, einen Ort, in den nur die abartigsten Geschöpfe der Welt hinkommen, dem Reich der Qual“, erklärte Raghul.

Nalis fragte weiter: „Doch was passierte mit den anderen Göttern und wie kamen die Steine in unsere Welt?“
Der Zauberer beantwortete auch diese Frage: „Die Überreste der Axt wurden an ihrer Position, an der sie zersprangen gelassen, da Balthasar niemanden in den Riss einließ, doch eines Tages kamen erwachte die dunkle Kraft, die in der Axt innewohnte und rief Dämonen herbei, die den Riss noch immer bevölkern. Viele weitere Dämonen ruhen noch immer in der Welt, meist im festen Gestein im Erdreich eingeschlossen, ruhen sie dort schon seit jahrtausenden, doch wenn sie aufgeweckt werden, könnte der Krieg erneut entfachen.
Die Götter wussten nichts von der Gefahr, die von den Artefakten ihrer Kriege ausging, weshalb sie versuchten erneut in ’ihre’ Welt zu gelangen. Sie bauten einen gewaltigen Turm, von dem aus sie Tyria verlassen wollten, doch die Pforten waren geschlossen, das Himmelsreich war versperrt. Wegen dieser Tatsache enttäuscht, zogen sie weiter durch unsere Welt, bis eines Tages die ersten Lebewesen erwachten. Viele Jahre lang lebten die Götter bei ihnen, bis sie eines Tages weiter zogen und sich ihren Aufgaben widmeten. Balthasar bewachte den Riss, Grenth die Unterwelt, Melandru die Natur, Dwayna die Menschen und Lyssa die Magieströmungen“, mit einem Blick auf Nalis und Rion fügte er noch hinzu:
„Der Turm steht immer noch, doch nicht mehr so, wie damals. Um ihn herum ist dieses Gebirge gewachsen und er dient jetzt als der letzte Zufluchtsort für alle Lebewesen. Dies ist der Ort wo wir hinwollen, doch jetzt genug gefragt, in zwei Tagen müssen wir die Höhle verlassen haben, für mehr reicht unser Proviant nicht.“

„Das war sehr aufschlussreich, jetzt wissen wir zumindest, dass die Götter noch immer auf unserer Welt hausen und dass wir zu dem Ort wollen, an dem der Himmel erklommen werden sollte“, sprach Nalis zu Rion.
So gingen die drei tiefer in die Höhle, bis Raghul abrupt stoppte.
„Was ist, Raghul“, fragte Nalis.
-„Hier sollten Statuen zum Gedenken an die großen Fürsten der alten Zeit stehen, irgendetwas stimmt hier nicht, wartet hier, ich schau mich mal in der Umgebung um.“, beantwortete der Zauberer.
Aus diesem Grund ging er in die dunklen Gänge der Höhle, während Nalis und Rion an ihrer Position stehen blieben. „Zieh lieber deine Dolche, denn Raghuls Beunruhigung verheißt nichts gutes, so war er seit Ewigkeiten nicht mehr drauf.“ Rion tat was Nalis ihm sagte und zog seine Waffen.
Als er dies tat, nahm sein Wahrnehmungssinn gewaltig zu, die schattenhaften Konturen der Höhle erschienen ihm auf einmal glasklar, doch was er sah, gefiel ihm weniger: Gespaltene Schilde, abgebrochene Schwerter und allerhand weitere Rüstungsüberreste lagen verstreut am Boden, an der Wand lagen Zwergenleichen, teils mit Pfeilen durchbohrt und teils schwer versengt.

„Nalis, wir müssen uns verstecken, hier muss schreckliches passiert sein, am Boden liegen überall Leichen und zerstörte Waffen, die Bewohnern dieser Höhle müssen ein grausames Ende gehabt haben.“, warnte er den Zwerg.
Schnell gingen beide in eine flache Aushöhlung im Boden und Nalis sagte: „Woher weißt du denn das schon wieder, selbst meine Zwergenaugen sehen hier nichts. Doch wenn du die Wahrheit sagst, könnte Raghul recht gehabt haben und die Dämonen sind erwacht, sei auf jeden Fall aufmerksam in diesen Zeiten weiß man nie, was einem erwartet.“
Gerade als der Zwerg ausgesprochen hatte, hörte Rion Schritte: „Da kommt wer“, sprach er, seinen Kopf aus dem Loch steckend fügte er hinzu: „Es ist Raghul.“
Als die beiden aus dem Loch stiegen, schien der Zauberer verdutzt, doch dann sprach er: „Es ist, wie ich befürchtete, die Dämonen sind erwacht und suchen die Steine um ihren Meister wiederauferstehen zu lassen, seid auf der Hut, die Zwerge in dieser Höhle hat es bereits erwischt, besonders bitter, da die hier lebenden Steingipfel in Frieden mit anderen Zwergen lebten und sie zusammen die Hallen hielten.“

„Steingipfel im Frieden mit uns“, fragte Nalis empört.
-„Genauso war es hier, sie waren den Krieg satt und hatten aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und dafür wurden sie verbannt, als sie hier Zuflucht suchten, wurden sie freundlich aufgenommen und behandelt, doch schlussendlich starben sie Seite an Seite und jetzt gibt es keine Verbindungen zwischen den beiden Fronten mehr und noch schlimmer: Wenn die Steingipfel hiervon erfahren, werden sie uns für schuldig befinden, was ihren Hass noch verstärken wird. Zweifelsohne gehen wir dunklen Zeiten entgegen. Doch nun zum wesentlichen: Zehn Meilen von hier befindet sich ein Ausgang, er führt weit nach Osten, doch von dort könnten wir eine Abkürzung über die alte Handelsstraße nehmen, die wird an jedem den Steingipfel bekannten Eingang schwer bewacht, folgt mir!“
Die beiden folgten dem Zauberer durch verbrannte Gänge des ehemaligen Prachtreiches, wobei sie viel Schlimmes sahen: Aufgespießte Köpfe hingen an der Wand, allen Statuen wurde der Kopf abgeschlagen, der durch ein dunkles, schattenhaftes Gebilde, ersetzt wurde.
„Seht nicht hin, Abbadons Gesicht verursacht nur Furcht und Entsetzen bei Zwergen und Menschen, falls ihr ihn zulange anseht, könnte ihr seinem Bann verfallen und willenlose Diener werden.“, warnte der Zauberer, sich einmal umguckend fügte er hinzu: „Die Schlacht scheint schon länger her zu sein, der Dämon ist bestimmt nach den Anschlägen weiter gezogen, die Halle rechts von uns könnte noch unbeschädigt sein, wenn wir sie schnell erreichen, können wir für heute Schluss machen, denn offen auf den Gängen zu ruhen ist in Anbetracht der Umstände, die hier herrschen höchst unklug“, sagte Raghul

Kapitel VI: Die abgelegene Kammer
Als die drei gegen Abend das Tor zur alten Wachhalle erreichten und das Tor öffneten, bekam Rion ein ungutes Gefühl, das ihn vor dem Raum warnte. Im Raum selbst breitete sich dieses Gefühl jedoch weiter aus und Rion wurde schwarz vor Augen, genau wie damals, als er in der Höhle aufwachte. Genau wie damals verschwamm die Dunkelheit auch wieder und eine schattenhafte Gestalt rannte auf Rion zu, zahlreiche Zwerge griffen den Schatten von der Seite an, doch dieser versengte und zertrampelte sie alle.
Nachdem die Zwergenscharen besiegt waren, bewegte sich der Schatten weiter auf Rion zu, Rion sah schon, wie sich im Mund des Dunklen Feuer sammelte, doch gerade als dieser das Feuer entfesselte, verschwamm das Bild erneut und Rion sah die besiegten Zwerge, wie sie verstümmelt am Boden lagen. Doch einer trug noch immer ein Buch fest umklammert, auf dem Rion zwei gekreuzte, weiße Äxte auf einem brennenden Helm sah.
Doch bevor er das Buch weiter betrachten konnte, fühlte er, wie ein brennender Schmerz auf seiner Brust tobte und wie eine Stimme zu ihm in alter Sprache redete.

Schweißgebadet kam er wieder zu sich, in einer schlecht beleuchteten Kammer, an deren Ecken große Statuen standen.
„Was ist passiert Rion, sahst du schon wieder Schatten“, fragte eine vertraute Stimme.
„J-J-J-a“. gab Rion langsam zurück, „ein großer Schatten kam in diese Halle und tötete alle Zwerge, wie aus dem Nichts wurden sie verbrannt oder zerquetscht. Da war auch noch ein Buch, ein großes Buch mit zwei gekreuzten weißen Äxten auf einem brennenden Helm.“
„Die Zeichen der Steingipfel und der Zittergipfel, dieses Buch wird uns Aufschluss über viele Rätsel der Finsternis geben, wir müssen es finden, bevor es verloren geht“; sagte Nalis.
Raghul war der Erste, der auf die Suche ging: „Ich glaube, dass ich weiß, wo das Buch ist, Aufzeichnungen wurden immer hinter dem Thron aufbewahrt, wartet hier kurz.“
Rasch kam er wieder, mit einem großen Lumpen in der Hand.
„Hier haben wir es, den letzten Beweis der zwergischen Einheit, mal sehen, was sie hier erwartet hatte und wann das Unglück kam“, mit ein paar Blicken in das Buch ergänzte er noch: „Zwei Jahre, der Schatten hat sich viel später als erwartet gerührt, wenn wir Glück haben, ist er noch nicht nach Süden gekommen, denn sobald er die dortige Hauptstadt erreicht, sind die Zwerge verloren.
Doch hört, eine Aufzeichnung gibt es noch:

Spät war es in jener Nacht, als plötzlich mehrere Dutzend schwarzgekleidete Zwerge vor unseren Hallen standen, zweifelsohne Steingipfel, doch diese waren den Krieg satt, sie hatten genug von Krieg und Leid. Sofort ließen wir sie in unsere Hallen, denn diese Zwerge könnten die alte Einheit wieder aufleben lassen.
Mit ihrer Hilfe haben wir schnell unsere Hallen erweitert, zahlreiche Gänge gegraben und Statuen errichtet und selbst die Schmiedekunst flammte erneut in neuem Glanz. Doch Schmieden brauchen Rohstoffe und die gab es nur im Felsen selbst. Lange bauten wir das Material ab, bis das Gestein immer dunkler und wärmer wurde. Eines Tages erfüllte Donnergrollen unsere Höhlen, unzählige Gänge brannten und gerieten in Dunkelheit, wenn der Abgrund der Hölle erst bei uns ist, sind wir verloren.
Eine kurze Nachricht war noch über die letzte Seite geschmiert worden: Er ist hier

„Wenn ich das richtig deute, haben die Zwerge zu gierig und zu viel abgebaut und sind eines Tages auf den versteinerten Schattentitan, einen von Abbadons Offizieren gestoßen. Ein grausamen Ende, denn wenige von den höheren Titanen leben noch in dieser Welt und er ist einer der schrecklichsten. Doch von den Waffen muss es noch Überreste geben“, sagte der Zauberer.
„Sie liegen wahrscheinlich in der Waffenkammer; in jedem zwergischen Tunnel gibt es welche, versteckt hinter einem Felsen neben einem Ausgang“, sagte Nalis
Der Zauberer antwortete: „Lasst uns heute hier rasten, morgen geht es zur Handelsstraße, auf dem Weg nehmen wir ein paar Waffen mit. Das Buch kommt auch mit, denn es verrät dem Rat sicher viel Nützliches.“

Während Rion und Nalis in den Ruinen des Thronsaales schliefen, hielt Raghul Wache, denn seiner Meinung nach könnte in diesen Hallen mehr ruhen, als sich ersichtlich zeigt.
Doch plötzlich nahm er ein Knacken war, woraufhin er die beiden Anderen sofort weckte und in Alarmbereitschaft versetzte: „Ich glaube, dass da etwas in der Nähe ist, haltet euch bereit, sobald er die Kreatur in der Nähe ist, lauft den Gang runter, ich werde einen Blendzauber wirken.“
Ein weiteres Knacken ertönte und ein fester Schritt war zu hören. „Steingipfel, mehrere Dutzend und mindestens ein Dolyak ist in ihren Reihen, verstecken nützt hier nichts, denn diese Tiere verstehen es exzellent Spuren zu lesen und Lebewesen zu finden“, als die Schritte näher kamen, hörten die Drei den barschen, kalten Ton, der Befehle in einer fremden Sprache erteilte, woraufhin der Zauberer sagte: „Kriecht etwas, ich werde sie auf mich locken!“

Nach diesen Worten stand er auf und rief vergessene Wörter der alten Zwergensprache. „Habt ihr das gehört? Dieser alte Narr wagt es, sich uns in den Weg zu stellen-Ergreift ihn“, rief der größte der Steingipfel.
Auf diesen Befehl hin gingen fünf kräftige Zwerge auf den Zauberer zu und wollten ihn fassen, doch dieser führte eine Handbewegung aus, die einen Felsbrocken von der Decke auf den Kopf der Zwerge stürzen ließ.
Dies versetzte sie erstrecht in Rage, worauf ihr Anführer die Hörner blasen ließ und die gesamte Streitmacht in Bewegung setzte.
Doch der Zauberer blieb stehen und breitete die Hände aus, während er anfing einen Spruch in fremder Sprache zu murmeln:


Das Licht zu erkennen ist eine Gabe,
Fortan sei sie euch verwehrt,
Denn ihr haltet sie nur für Gehabe,
Macht also kehrt!

Wenn ihr dies nicht tut,
Lebt ihr ewig im Schatten,
Euch erlischt der ganze Mut,
Sodass ihr enden werdet als Ratten.

Höret nun ein letztes Mal,
Was ich euch hab zu sagen,
Ihr werdet erleiden höllische Qual,
Ewig werdet ihr dann klagen.

Als er diesen Spruch beendet hatte, stieß er beide Hände nach vorne und gleißendes Licht erfüllte den Raum. Die Zwerge hielten sich die Hände vors Gesicht und der Dolyak brüllte.
Die Chance erkennend, floh der Zauberer ebenfalls und rannte den Gang hinunter.

Rion und Nalis waren derweil fast an der Waffenkammer angekommen. Als Nalis das Tor öffnete, sah er, dass auch sie verwüstet war und die Waffen am Boden zerstreut waren.
Plötzlich hörten die beiden ein Scheppern. Als sie sich umdrehten, sahen sie, dass die verkohlten Schilder, die zuvor in einer Ecke standen umgefallen waren und ein alter Zwerg an ihrer Stelle saß.
Die beiden gingen sofort zu ich hin und fragten: „Wie geht es euch, was war passiert?“

Der Zwerg antwortete keuchend: „Ich hatte hier gerade Wachdienst, als es kräftig an der Tür pochte. Mein Kollege wollte sie öffnen, doch als er den Steingriff berührte, entflammte seine Hand und er sank auf die Knie, als ob alle Steingipfel der Welt vor ihm stehen würden. Das Pochen ging weiter und dunkle Stimmen erfüllten den Raum, dunkler Rauch breitete sich immer weiter aus. Ich ahnte schon, dass etwas Schreckliches die Kammer plündern wird, weshalb ich mich hinter den Schildern unserer Ahnen versteckt habe, zu meinem Glück, wenn ich sie mir jetzt anschaue. Wisst ihr vielleicht, was das für ein Wesen war? “
„Ja, wir wissen davon, eines der grausamsten Wesen, die jemals diese Welt betreten haben war das. Ein Titan, der zu Zeiten der Götterkriege als Heerführer diente war das, nichts kann ihn aufhalten, außer eine Vereinigung aller Völker, die damals Frieden schworen.“

Während Rion dies erzählte, senkte der Zwerg den Blick, Erinnerung an den Götterkrieg löste bei den Zwergen immer noch Furcht aus. Gerade wollte er zum Sprechen ansetzen, da erreichte Raghul die Waffenkammer. Keuchend und nach Luft schnappend sprach er: „Sie sind zahlreicher als ich dachte, das hier ist kein Abtasten oder Geplänkel mehr, den Steingipfeln scheint es jetzt mit ihren Ansichten ernst zu sein. Verbarrikadieren wir das Tor, ich konnte sie vorerst abschütteln, doch wenn mein Zauber erlischt, werden sie zorniger denn je sein.“, sich genauer umguckend fügte er hinzu: „Wieso sieht es hier überhaupt so unordentlich aus?“
„Der Titan war hier und hat das Lager geplündert, doch ein Zwerg konnte sich verstecken und hat so überlebt“, sagte Nalis.

Raghul erblickte den Zwerg und ein kurzes Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit: „Das ist eine erfreuliche Nachricht, denn wenig weiß man über die Heerführer der alten Zeit, jetzt wo es jemanden gibt, der einen gesehen hat, kann man sich endlich ein Gesicht von ihnen machen und die Weisen dieser Zeit mit Tatsachen konfrontieren; doch jetzt nehmt euch alle ein paar unbeschädigte leichte Waffen, solche Meisterwerke gibt es nirgendwo mehr und es wäre schade, sie den Steingipfeln zu überlassen, besonders jetzt, wo sie uns verfolgen.“
So wählten alle ein paar neue Waffen, Rion nahm sich viele leichte Wurfdolche, ein kleines Krummschwert und Pfeil und Bogen, Nalis wählte eine handliche Axt, der alte Zwerg griff zu Pfeil und Bogen und nahm zusätzlich zwei kleine Messer mit, während Raghul sich einen langen Stab nahm, bei dem man den Kopf entfernen kann, sodass eine Spitze erscheint.
Nachdem alle ausgerüstet waren, sprach Raghul: „Versteckt alles, was wir nicht mitnehmen können, wenn die Steingipfel die Waffen in die Hände kriegen, sind sie noch tödlicher. Stellt die verkohlten Schilder als Schutzwall auf, sie werden die Steingipfel vorerst am Eindringen helfen und Waffen mit den Wappen der Einigkeit werden sie nicht anrühren. Die Flucht ist ausgeschlossen, die Dolyaks sind zu schnell und wir würden den Steingipfeln die einzigen versteckten Wege offenbaren, wir müssen hier warten. Ich werde die Tür magisch versperren und den Schildern und Speeren eine Art Leben einflößen, sodass sie die Steingipfel lange genug blockieren können. Danach bleibt uns nur noch das Warten.“

Kapitel VII: Mit Schild und Speer
Nachdem die Waffen ’belebt’ wurden, setzte sich der Zauberer auf einen verkohlten Tisch und senkte den Blick. „Was ist? Habt ihr etwa etwas gespürt“, fragten Nalis und Rion, die sofort aufsprangen. Der Zauberer antwortete nicht sofort, sondern wartete erst, bevor er zum Sprechen ansetzte. Seine Stimme klang belegt und schwach, ganz so, als hätte er den Titanen leibhaftig gesehen. „Seine Macht ist hier immer noch sehr stark und versucht meine Kräfte zu blockieren. Die Gegenwehr ist entsetzlich: Obwohl er schon lange fort ist, ist mir seine Aura noch ebenbürtig. Gerade noch so konnte ich mich über sie stellen, doch dieser Kampf hat mich sehr geschwächt und ich spüre, dass die gesamte feindliche Armee in eine ähnliche Aura gehüllt ist, zwar wesentlich schwächer aber immer noch todbringend..“
Rion verstand nichtganz, doch die beiden Zwerge sprangen auf: „Ähnlich dem Dämon selbst? Wie sollen Sterbliche solch’ eine Macht erreichen?“
-„Diese Kerle scheinen mit den Mächten des Bösen ein Bündnis geschlossen zu haben. Nun sind sie noch todbringender als sonst; lasst uns hoffen, dass sie sich noch genauso verhalten wie sonst, sonst sieht es übel aus!“
„Ihr meint, diese Steingipfel sind Verbündete dieses Schattens“, fragte der Alte
-„Nein, sie sind nur Diener seines Abscheulichen Planes, die Verstoßenen wieder an die Macht zu bringen. Sobald sie ihren Zweck erfüllt haben, werden sie genauso wie die anderen Sklaven der Dunkelheit nichs mehr zu sagen zu haben und nur noch der Hand des Todes dienen! Wenn dieser eine Titan hier zu viel Macht an sich reißt, könnte er mehr seiner ehemaligen Gefährten wecken. Ein Fürst von Sebelkeh sagte einst: „Schatten im Dschungel, Flamme in den Wüstenpalästen, Tod und Verderben an der Grenze des ewigen Krieges und vier, vie Titanen an der Quelle ihrer Macht. Da lauern sie und die kleinste Erschütterung des Bösens kann sie wieder erwecken und Tod und Leid über alle Lebewesen dieser Welt verbreiten.“ Doch er hatte nicht ganz recht: Weit im Norden, dem Heimatland einer Rasse, die sich Charr nennt, werden Titanen als Gottheiten verehrt und durch unheilige Rituale dieser Ketzer konnten die minderen Titanen schon wieder an die Oberfläche kommen. Hass, Tod und Zerstörung, dies ist alles was sie kennen und die Charr kriegen das auch schon zu spüren: Im Namen der Titanen werden sie gezwungen nach und nach die Welt der Menschen zu zerstören, je brutaler, desto besser. Hier im Gebirge bekommt man nur das mindeste mit, wie den Fortgang Prinz Ruriks oder die Nachrichten über Orr und Ascalon, obwohl Orr im Meer versank und Ascalon nur noch aus Ruinen besteht, lassen die Titanen einfach nicht locker, die Charrs sollen die Ruinenreiche solange weiter quälen, bis auch der letzte Mensch nicht mehr ist. Solange auch nur ein Titan noch am Leben ist, werden sie davon nicht ablassen und weiter angreifen“, als er diesen Satz beendet hatte, blickten die drei Zuhörer auf, doch Raghul fuhr fort: „Ich weiß was ihr denkt: „Warum töten wir sie nicht einfach?“ Glaubt mir, einen minderen Titan kann man nur durch immensen Aufwand töten und die regulären Titanen, die im Götterkrieg an vorderster Front kämpften sind noch stärker und nur von sämtlichen Soldaten Tyrias, Canthas und Elona zu bezwingen; die Acht Hauptkommandanten sind noch stärker, ungefähr so wie alle anderen minderen und normalen Titanen zusammen, alleine ihre Gegenwart reicht aus, um Sterbliche in den Wahnsinn, wenn nicht sogar in den Tod zu treiben. Nur im Westen und hier im Gebirge liegen die Orte, die sie fürchten: Die Mursaat-Stadt und der Götterturm. Doch sobald die Heerführer vereint sind, werden Große Risse die Welt auseinander reißen und sämtliche Opfer aus den Götterkriegen wieder an die Oberfläche kommen und dann halten selbst diese mythischen Orte sie nicht mehr auf. Nur die Fünfgöttersteine können vereint diese Unholde gänzlich bezwingen. König Jalis oder Deldrimorus könnten mehr darüber wissen. Im Ratsgebäude des Götterturmes hängen allerhand Theorien der beiden, wenn wir dort sind, können wir vielleicht einen kurzen Blick darauf werfen, bevor es zur Beratung über unser weiteres Vorgehen geht.“
Während der ganzen Erzählung waren die Zwerge wie gebannt und Rion hätte sogar schwören können, dass Nalis ein Funken durch die Augen fuhr. Gerde als der Zwerg zum Sprechen ansetzen wollte, ließ ein gewaltiges Beben den Raum in seinen Grundfesten erschüttern. Die Schilde und Speere, die reglos am Boden lagen, richteten sich schlagartig auf und zeigten bedrohlich auf die Tür.
Aus einer Ecke des Raumes hörte man deutlich einen alten zwergischen Schlachtruf, der sich stark nach dem des Königs anhörte. Als die Verteidiger sich umdrehten, sahen sie den Alten, der mit gespannten Bogen in der Ecke stand und unermüdlich Flüche gegen den „flammenden Schatten“ murmelte. Ein weiteres Beben erschütterte die Halle und nun spannte auch Rion seinen Bogen. Ein lautes Keifen ertönte vor der Tür, was Raghul und die Zwerge sofort als den Befehl eine andere Methode zur Stürmung deuteten. Nach diesem Befehl schienen sämtliche Angreifer ihre Waffen auf dem Boden oder gegen den Gang zu stoßen und in ein gewaltigen Kriegsgesang anzustimmen:
„Ha sâ“-„Ku“
„Kio“-„Su“
“Win”-“Ku”
„Ay se“-„Ha“
Nach diesem Einstimmigen Gebrüll, das die Gesichter der beiden Zwerge zu versteinern schien, brach das Tor und der Kopf eines gewaltigen Dolyaks erschien im Raum. Sofort schellten Schilde und Speere zu ihm hin und griffen ihn an, doch der/das Dolyak schrie einmal laut aus und stieß trotz seiner großen Verletzungen zwei Schilde mit einem gewaltigen Stoß zu Boden. Gerade als das Geschöpf durch die entstandende Lücke durchbrechen wollte, surrten zwei Bogensehnen und das Tier brach zusammen. Die Steingipfel waren darüber so erzürnt, dass sie ihre Schlachtrufe einstellten und in blinde Raserei verfielen. Mit einem gewaltigen Schrei setzte sich die gesamte Armee in Bewegung und sprang gegen die Schilde. Die Speere blitzten, die Bögen surrten, doch die Zwerge stürmten weiter, zwei Schilde und vier Schilde waren schon geborsten und die übrigen Schilde wurden weiter zurückgedrängt, einzelne Zwerge waren schon durch die Blockade gekommen. Mit einem gewaltigen Hieb hatte Nalis zwei Zwerge, die durchgekommen waren geköpft und war nun im direkten Duell gegen die anderen beiden. An der anderen Seite des Raumes verzog sich das Gesicht des Zauberers immer weiter, seine Augen quollen schon leicht hervor und sein ganzer Kopf färbte sich rot. Mit einem gewaltigen Aufschrei stieß er seine Arme nach vorne und die übrigen Schilde begannen zu glühen und flogen geradewegs in das verblüffte Gegnerische Heer. Diejenigen Zwerge, die mit erhobenen Waffen gegen die Schilde rannten, gingen Augenblicklich in Flammen auf und fielen jämmerlich zu Boden. Die Schilde rückten weiter vor und inmitten des Steingipfelheeres explodierten sie Zeitgleich mit einem lauten Aufschrei des Zauberers. Die Höhle erbebte mehrmals und Felsbrocken fielen von der Decke. Die Steingipfel waren nun endgültig gefangen, entweder verbrennen sie am Feuer, das die Explosion verursachte oder sie werden von Steinschlägen erschlagen. Der Großteil der Armee war in dieser Falle gefangen, verwundet oder auf der Flucht vor den Steinschlägen. Nalis erkannte die Gunst der Stunde und rief: „Kommt, jetzt oder nie! Am Ende des Ganges ist ein sicheres Wachhaus, da können wir wieder zu Kräften kommen!“ Während des Rufes hatte er gerade einen großen und ausgesprochen breiten Zwerg enthauptet und Rion und der Alte, die gerade einen sehr gut trainierten Zwerg bekämpften sagten: „Dann kommt, lange werden wir uns nicht mehr halten können und die Decke könnte uns noch auf den Kopf fallen.“ Mit einem lauten Schrei rannte Nalis zum Tor und drosch auf die wenigen Wächter, die zum Zeitpunkt der Explosion in der Halle waren ein. Mit zwei mächtigen Hieben war er durchgebrochen und die übrigen folgten ihm. Alle vier rannten den Gang hinunter, doch rasches Fußgetrippel und Gebrüll machte ihnen klar, das ein paar Zwerge noch am Leben waren und sie verfolgten.
„Lauft, ich halte sie auf“, brüllte der Zauberer, der sowieso schon immens zurück hing. Dann hörten Rion und die Zwerge nur noch einen Aufschrei und sahen, wie sich der gesamte Gang bläulich färbte. Der Gang war nach der Färbung erstaunlich ruhig, doch ängstliches Geschrei und das Geräusch von Steinen, die aus einer Wand gerissen werden, brach sie abrupt ab.
Rion wollte schon zurücklaufen, doch die Zwerge hielten ihn zurück: „Nein! Er ist geblieben um uns die Flucht zu ermöglichen, lass sein Opfer nicht sinnlos gewesen sein!“
Mit Müh und Not gelang es ihnen Rion zum weitergehen zu bewegen und nach einiger Zeit standen sie vor einer schweren und alt aussehenden Tür. „Hier rein, hier sind wir erst einmal sicher“, sagte einer der Zwerge und ging hinein.

The Chaosnight
08.03.2007, 21:31
Der Schatten des Waldes
Baustelle, dieser Post wird in den nächsten Tagen komplett überarbeitet (das Ende hatte ich aufgrund des Anfangs einer neuen Geschichte nur so dahingeklatscht]

Kapitel I: Arcus Pacis und der Weg Melandrus’
Wir schreiben das Jahr 1578, als im Monat der Erde Arcus Pacis in einem Melandrus’ Tempel das Licht der Welt erblicken soll. Seit Monaten schon hatten die Melandrusschwestern alles vorbereitet, doch erst im Songtahn, dem zweiten Monat der der Erde zugeordneten Jahreszeit war es dann soweit, Arcus ward geboren.
Seine Eltern, die sich bei der Friedensverhandlung der Vasallenfraktionen kennen lernten, waren beide hohe Würdenträger, einerseits Beleros, einer der mächtigsten Jäger Canthas, der lange in den Steinwäldern der Kurzicks lebte und die dortige Natur am Leben erhielt und andererseits Davina, eine Melandrus- und Dwaynamönchin, die ihr Leben damit verbrachte, „Shiros Fluch“ von den Luxon abzuwenden.
Als die beiden eineinhalb Jahre nach ihrer ersten Begegnung im Erntetempel selbst heirateten, waren der Graf zu Heltzer und die Älteste Rhea die Trauzeugen. Als die beiden Fraktionen sich kurz darauf wieder verfeindeten, zogen Beleros und Davina sich ein das einzigste Waldstück Kainengs, westlich des Palastes zurück, wo sie in einer Hütte am Ostrand lebten, da sie als Anhänger beider Fraktionen kein sehr willkommener Gast mehr waren.

Nachdem Arcus geboren wurde, legten seine Eltern viel Wert darauf, dass er sowohl die Natur, als auch die Gaben der Götter versteht und achtet und in der Wildnis zurechtkommt. Dadurch konnte Arcus bereits im Alter von drei Jahren einen Bogen spannen und bereits wesentlich früher Spurenerkennen.

Als Arcus jedoch vier wurde, erkrankte seine Mutter an einer seltsamen Krankheit und erlag ihr auch schließlich. Beleros, der der jetzt auch die Pflichten seiner Frau zu erfüllen hatte, ging seine Jagdaktionen jetzt viel wilder an, um sein Haus möglichst effektiv zu schützen und um seinem Sohn genug Nahrung zu bringen. Durch diese wilde Art, wurde er, kurz nach Arcus’ siebten Geburtstag von einem Tigerrudel angegriffen und schwer verwundet.

Auch wenn er nach Hause stolpern konnte, reichte seine Heilkunst nicht aus, seine Wunden zu verschließen, weshalb sein Leben kurz darauf erlosch. Arcus war jetzt vollkommen alleine, in ihm kam die Verzweifelung hoch: Wie soll er Nahrung finden? Wie soll er im Wald alleine überleben? Und wie kann er die Geschöpfe Melandrus dazu bewegen, sich gegenüber ihm friedlich zu Verhalten? Diese Fragen schwirrten ihm im Kopf herum, doch die Lösungen schienen weit weg.

Kapitel II: Das Leben im Wald
Arcus war nun vollkommen wehrlos, er hatte drei Tage weder gegessen, noch getrunken, die Wärme des Waldes prallte auf seinen Kopf, er hatte kaum noch Kraft, er keuchte nur noch: „Bitte Melandru, schick’ mir etwas, wovon ich essen kann, Bitte, oh Dwayna, gib mir etwas zu trinken“
Dieses Gebet sandte er in allen ihm erdenklichen Sprachen ab, bis er plötzlich an einer Wasserquelle mit zig Beerensträuchern stand. Dies als Zeichen der Götter deutend, schlug Arcus dort sein Lager ein und lernte in den dunklen Ecken des Waldes seine Fertigkeiten zu verbessern und eins mit der Natur zu werden.

Im Laufe dieser Zeit, erlernte er neben der Fallenstellkunst auch das anpirschen, das Verstecken und das Leben von und mit den Waldgeschöpfen. In seinem ersten Jahr gab er sich einen Decknamen, den Eindringlinge, falls überhaupt noch möglich nur noch zitternd auszusprechen vermögen sollten, da sie, falls sie bösartige Absichten haben schnell seine Fallen oder präparierten Pfeile zu spüren bekommen würden: Imascout Forlife, der Waldbeschützer.

Um dieses Vorhaben zu verwirklichen, suchte er im ganzen Wald nach der seltenen Argospflanze, deren Holz sehr hart und leicht sein soll. Den ganzen Wald suchte er auf und ab, doch die Pflanze blieb verschollen.
Als Arcus, der sich fortan nur noch mit seinem Decknamen identifizierte aufgeben wollte, entdeckte er auf einer Lichtung das seltene Gehölz. Er rannte so schnell wie er konnte dorthin und nahm einige abgefallene Äste mit zu seinem Lager, wo er sie zu prachtvollen Gebilden verarbeitete, die er mit einem Stück seines Haares versah: Nun hatte er einen Bogen, jetzt musste er nur noch Pfeile finden und seine Schießkunst verbessern.

Auf der Suche nach Pfeilen kam Imascout viel herum und entdeckte schließlich mehrere halbgespaltene Pfeilschafte und viele Spitzen. Diese verarbeitete er wochenlang, bis er einhundert funktionstüchtige Pfeile hatte.
Mit diesen übte er ein Jahr lang: Zielschießen aus allen erdenklichen Positionen, den Weg des Pfeils zu verstehen und die Winde zu seinem Gunsten zu lesen.

So gestärkt, lebte Imascout weitere Jahre im Wald, wo er seine gewaltigen Kräfte zum Schutz der Natur einsetzte und verletzten Tieren half.

Kapitel III: Nala Aldarons Kindheit
1592, die Assassinengemeinschaft der Zhing-Jo Han, die ihre Kräfte immer für die Menschen Canthas einsetzt und fremde Auftragsmörder aus Cantha fernhält, erwartet Nachwuchs: Die Anführerin des Clans, Zhora genannt, ist kurz davor, ihr erstes Kind zu bekommen, was im Zalfan, dem ersten Feuermonat das Licht der Welt erblickt.

Schon direkt nach ihrer Geburt, wurde dieses Kind, was den Namen Nala Aldaron erhielt, in der Kunst des lautlosen Tötens und Verschwindens eingeweiht, was sie schon mit eineinhalb Jahren verstand, aber nie anwenden konnte.
An ihrem ersten Geburtstag zogen fünf Assassinen des Clans weg, um ein Geschenk zu suchen, sie kamen nie wieder. Alle Assassinen des Clans wussten nicht weiter, Fragen nach wohin und weshalb wurden nicht selten gestellt, doch Antworten gab es keine, bis Nala eineinhalb war: Ein anonymer Brief, an dem ein Zhing-Jo Amulett hing, lag am Eingangsbereich des Stützpunktes, indem stand, dass die Zhing-Jo Cantha verlassen sollen, da ihre Hilfe nicht mehr gebraucht wird und es andere, mächtigere Clans geben wird.

Von dieser Drohung uneingeschüchtert, rüstete sich die Gemeinschaft zum Kampf, zum Kampf gegen unbekannte Gegner. Viele Dolche und Bögen, Säbel und Messer und Rüstungen um Rüstungen wurden in diesem schnellen Wettrüsten erschaffen, doch gegen wen sollten sie eingesetzt werden?


Kapitel IV: Das Ministerium des Himmels
Die Zhing-Jo waren im Zugzwang, in den letzten Tagen kam eine erneute Aufforderung, diesmal mit fünf Ringen, jene, die Clanmitglieder stets bei sich tragen.
Bei der nächsten Drohung war klar: Die Zhing-Jo müssen handeln, eingesperrt hinter eigenen Mauern sind sie nutzlos.
Gerade, als sie sich Pläne machten, machte der Bedroher ernst: Ein Herold ritt übers Land und verrief: “Die Zhing-Jo Han haben Cantha zu einem unfreien Land gemacht und verweigern den freiwilligen Fortgang, auf Geheiß des Himmelsministeriums, müssen Anhänger innerhalb Canthas getötet und die Stützpunkte geräumt werden.“

Dieser Ruf erschallte über ganz Kaineng und die Lage wurde immer ernster, wenn das Lager erst entdeckt würde, wäre es verloren.
Doch ewig war Versteckspielen sinnlos, die Soldaten des Ministers nahmen immer mehr Gebiete ein und schließlich standen sie vor den Toren des Assassinenlagers.

Drei Tage belagerten sie es und schließlich barst es und die Soldaten stürmten das Lager, die Clanmitglieder waren gegen die hoch entwickelten Waffen machtlos und nach und nach fiel ein Kämpfer. Nachdem die Nahkämpfer besiegt waren und die Bogenschützen keine Pfeile mehr hatten, nahm Zhora, ihr Kind und unternahm einen Schattenschritt aus dem Gebäude, während ihre Leibwächter die Gegner fernhalten.

Doch eine Gruppe bemerkte die Aktion und folgte ihr, stundenlang rannte Zhora, bis sie schließlich die Grenzen de Waldes erreichte, und dort verließ sie die Kraft, sie war erschöpft vom ganzen Laufen und war kaum mehr in der Lage weiter zu gehen, als sie aber ihre Verfolger wieder sah, nahm sie ihr letztes Stück Kraft und rannte weiter, doch zu langsam, ein Pfeil traf sie im Rücken und verwundete sie schwer.

Mehrere Meter kam sie noch weiter, schließlich war die Verwundung zu stark, sie starb vor dem Tempel in der Waldmitte.





Kapitel V: Ein schicksalsträchtiges Zusammentreffen
Eine ganze Woche lang, ohne Essen oder Trinken, lag Nala in den Händen ihrer toten Mutter, einsam und dem Tode nah, bis der damals sechzehnjährige Imascout zum jährlichen Gebet an den Tempel kam und sie fand.
Zuerst fragte er sich, wie eine Tote Frau an den geweihten Ort kommt, doch dann sah er die ihm allzu gut bekannten Pfeile in ihrem Rücken, die der To-Ring-Cho, Wilderern, die die Gerechtigkeit verabscheuen und Cantha in ein Land der Dunkelheit verwandeln wollen.

Als Imascout, der die Leiche untersuchte, das Zhing-Jo auf dem Bündel in ihrer Hand sah, nahm er es und merkte schnell, dass es ein Mensch ist, der gerade so noch lebt.
Ohne Zeit zu verlieren, rannte der Waldmensch zu der Lichtung hinter dem Tempel und nahm Beeren und vermischte sie zu einem Trunk.

Als er zurückkam, war Nala aufgewacht und jede Bewegung fiel ihr schwer, doch nach einigen kräftigen Schlücken des Beerentrunkes, schien es ihr wieder etwas besser zu gehen, doch die Erschöpfung und das Leid steckten noch immer in ihr, weshalb sie schnell in eine Art Halbschlaf verfiel, indem sie drei Tage blieb.

In dieser Zeit baute Imascout sein Wohnraum im Wald kindergerecht um und beschloss die Assassinin bei sich aufzunehmen.
Diese Entscheidung veränderte das Leben von beiden, Imascout musste die Waldregeln erneut aufsagen und Nala beibringen in der Wildnis zu leben und Nala musste all dies lernen.

Als Nala fünf wurde, schien der damalige Unterricht bei den Zhing-Jo sich bemerkbar zu machen, denn als sie in eine Grube fiel, teleportierte sie sich dorthinaus zurück ins Lager.
Imascout, verwundert über die gewaltigen Kräfte seiner kleinen Freundin, wusste nun was er tun muss: Er muss Nala weiter ausbilden und sie dazu bringen, ihre Kräfte für das gute einzusetzen.




Kapitel VI: Die Ausbildung beginnt
An Nalas siebten Geburtstag entschied Imascout sich, ihre Ausbildung zu beginnen, was schneller als erwartet ging, da Nala außerordentlich gut mit dem Bogen umgehen kann und es versteht Gifte herzustellen.
Fallen legen konnte sie wiederum nicht so gut, als dann aber die Lektion Nahkampfverteidigung kam, stellte sie jetzt schon ihren Meister in den Schatten, da ihre Reaktionen Blitzschnell und ihre Schläge kritisch waren.

Als Imascout sie am Abend fragte, woher sie so stark sei, antwortete sie dies:
„Als ich noch bei den Zhing-Jo lebte, lernte ich viel Assassinenkünste, da meine Mutter mich als eine würdige Nachfolgerin sehen wollte. Die Künste verstand ich schon früh, doch ihr Einsatz war mir erst vor kurzem, möglich.“
-„Doch woher die Bogenkünste? Soweit ich weiß kämpfen Assassinen nur mit Dolchen und Säbeln“, warf Imascout ein.
„Die Zhing-Jo waren ein besonderer Clan, die Mitglieder wussten, dass sie bei den Ministerien verhasst sind, weshalb sie für Notfälle auch Fernkämpfer in ihren Reihen haben wollten. Meine Mutter wollte immer nur das Beste für mich, weshalb sie mich diese Kunst gleich mitlehrte“, eine Träne tropfte aus ihren Augen; als sie ihre Mutter erwähnte, doch kurz darauf fuhr sie fort: „Doch warum bist du hier, hattest du auch Bekannte verloren, an den du sehr hangst?“
Bei diesem Satz kamen Imascout die Tränen, doch kurz darauf fasste er sich wieder: “Meine Mutter starb als ich vier war an einer seltenen Krankheit und mein Vater starb drei Jahre später an einem Jagdunfall, seitdem lebe ich hier im Wald und hüte die Natur.“

Bei dem blieb das Gespräch vorerst, doch die Fragen die es aufwarf, wurden nicht vergessen, sondern für einen besseren Zeitpunkt aufgehoben.

Kapitel VII: Imtoo, Bote Melandrus
Als Nala am nächsten Tag aufwachte, war Imascout nicht auffindbar, doch seine gesamten Sachen lagen noch an ihrem Ort, was Nala beunruhigte, denn Imascout lässt gewöhnlich nie etwas liegen. Andauernd fragte sie sich, wo er denn bliebe, doch als er drei Stunden später noch nicht da war, begann sie zu verzweifeln, was er denn nun wirklich vorhat.

Kurz darauf kam er aber und das nicht alleine, an seiner Seite stand ein großer Weißer Tiger, der sich freudig an Imascouts Bein kuschelte.
Nala war nun vollkommen verwirrt, was das nun hieße, aber Imascout lachte nur:
„Einmal im Leben einesWaldläufers, erhält man eine Vision, in der Melandru selbst zu einem spricht und einen an einen unbekannten Ort führt. Dort steht dann ein Tier, was einem zugedacht ist.“
-„Dann ist das Tier Also wegen Melandrus Wille hier?“
„Da hast du vollkommen Recht, wenn Melandru dich für geeignet hält, wird dich ihre Vision leiten.“
-„Wie war es bei dir?“
„Mitten in der Nacht hörte ich ein Rauschen und sah dann zwei blaue Augen, die sich immer weiter entfernten und schließlich wachte ich auf und hörte Melandrus Stimme: „Finde die Augen, denn sie gehören meinem Boten“. Ich hörte auf die Göttin und suchte nach dem Augenpaar, doch ich fand es weit und breit nicht, doch am anderen Ende des Waldes, in einem See sah ich den Boten schwimmen. Als er mich sah, wollte er mich anfallen, doch ich hielt ihn zurück und zähmte ihn schlussendlich. Seitdem ist er mein treuer Begleiter, den ich Imtoo nenne.“
-„Wie war denn der Kampf, hat er dich sehr geschwächt?“
„Es ging, Imtoo war sehr stark, doch nach Jahren im Wald, weiß ich gegen alle Arten von Lebewesen umzugehen, einen Biss ins Ohr und er war zahm wie ein Lamm“
-„Ins Ohr beißen, einem lebendem Tier, werden sie dadurch nicht noch aggressiver?“
„Einige ja, andere nein, Weiße Tiger leben nach strikten Ordnungen, sie befehlen Schwächere und gehorchen Stärkeren, wenn du ihnen zeigst, dass du der Boss bist, werden sie dir überall hin folgen.“
Damit waren die Fragen erstmals beantwortet und der Tag ging normal weiter: Bäume pflegen, Tiere retten und Eindringlinge vertreiben.


Kapitel VIII: Ein Tier für Nala
In der nächsten Woche, war Nala während der Nacht verschwunden, doch Imascout wusste wo sie war:
„Sie hat schneller gelernt, als ich dachte, ich bin gespannt, was Melandrus ihr auserkoren hat.“

Nala war derweil weit weg des Lagers und schien nach etwas zu suchen, wovon sie nur wusste, dass es rote Augen hat und „Melandrus Kralle“ ist. Den ganzen Wald suchte sie ab, doch schlussendlich fand sie ihn in einer Höhle sitzen, einen großen Schwarzen Tiger mit roten Streifen und roten Augen. Sie schlich sich an und zeigte sich dann direkt vor ihm, aufrecht und gebieterisch, stand sie vor ihm und forderte ihn heraus.

Dies ließ sich das Geschöpf nicht zweimal sagen und fiel sie an, doch Nala wisch aus und packte ihn von hinten: „Erkenne mich als deine Herrin an und empfange deinen neuen Namen!“
Da wurde die Kreatur ganz zahm und kniete nieder.
Nala sagte darauf: „Ich nenne dich Hao-Ling, in Gedenken an meinen Clan-Lehrer.“
Hao-Ling folgte Nala auf Schritt und Tritt und fügte sich schnell ein, doch Nala fühlte, dass etwas fehle: „Die Kralle!“, sie schlug sich an den Kopf, als sie sich an die Vision erinnerte und dass ihr Gefährte die Kralle sein sollte. Sie wusste auch, dass dies nur ein verschlüsselter Hinweis ist und ihr Gefährte die Kralle finden und anlegen muss.

Deshalb machten die beiden sich auf den Weg und suchten die Kralle. Nalas Gefühl sagte ihr, dass die Kralle an Melandrus Tempel liegt, den Ort, wo Nala Imascout das erste Mal traf.
Am Tempel angekommen, sah Nala ein großes Grabmahl, was anscheinend für ihre Mutter gemacht wurde, doch wer grub es? Imascout war es nicht, er legte sie unter die Erde, Ministeriums waren es bestimmt auch nicht, also lag Nala die Vermutung nahe, dass einige Zhing-Jo-Mitglieder noch leben. Neben dem Grab lag aber keine Kralle. Bevor sie deshalb weitergehen wollte, verrichtete sie noch ein Gebet an Melandrus Tempel, der dabei aber leuchtete. Am Ende des Gebetes, erschien Melandrus Beobachter, der ihr die Kralle gab.

Die Aufgabe war also erfüllt und Nala ging zurück zum Lager, wo sowohl Imascout, als auch Imtoo den neuen Tiergefährten bestaunten, da es solche Tiere eigentlich nicht gibt.
Froh über ihre Anerkennung von Melandru und den neuen Gefährten, erzählte sie, wie sie Hao-Ling zähmte.

Kapitel X: Angriff auf den Wald
Am vierten Tage nach seinem Fortgang kam Imtoo dann wieder und was er mitteilte, war erschreckend: Hunderte Soldaten, teils aus der kaiserlichen Armee und teils aus unbekannten Stämmen marschiert zum Wald.
Daraufhin beschlossen Imascout und Nala, beunruhigt durch diese Nachricht, den Wald durch Fallen zu schützen. Gerade, als sie fertig waren, ertönte ein markenerschütternder Hornruf im Walde, ein Zeichen, dass die Armee den Wald erreicht hatte.

Schnurgerade stellte Imascout sich mit gespannten Bogen auf den nächsten Felsen, bereit dem ersten, der den Wald betritt einen Pfeil ins Herz zu schießen, als auch schon die erste Gruppe den Wald betrat. Zwei Bogensehnen surrten und die ersten zwei Soldaten fielen augenblicklich um und die übrigen Krieger des Ministeriums blickten kurze Zeit ratlos, bis die Bögen erneut gespannt wurden und ihre Herzen durchbohrten.
Zornig über den Tod ihrer Kollegen, stürmte der Rest der Armee vorwärts, geradewegs auf Imascout und Nala zu. Viele Pfeile kamen auf die Angreifer geflogen und warfen die Reihen auseinander, doch schließlich passierten die Krieger den Waldweg und standen nur ein Stückbreit von den Beiden entfernt.

„Gebt endlich auf, Waldmensch und beugt euch unseren Befehlen“, diese Worte kamen noch aus dem Mund eines Heerführers, bevor ein Pfeil ihn zum Schweigen brachte. Jetzt endgültig in Rage, stürmten die Ministeriumssoldaten vor, doch ein lautes Brüllen unterbrach ihren Vormarsch, denn die beiden Tiger sprangen aus dem Gebüsch, geradewegs in die Massen der Gegner. Den Gegnern die Kehle durchbeißend rissen sie große Lücken in die Feindesreihen, die sich jedoch immer wieder füllten.

Nach etlichen Minuten gingen Nala schließlich die Pfeile aus, weshalb sie den Bogen wegwarf und sich die Dolche, die sie stets an ihrer Hose trug, griff und sich mit einem „plop“ in die Gegnermassen teleportierte. Ihre Dolche schnitten sich durch das gegnerische Fleisch und hinterließen nichts, als die gewaltigen Leichenhaufen, die sich vor ihren Füßen stapelten.

Doch die feindlichen Reihen schlossen sich wieder und immer mehr Soldaten rückten nach. Von einer Übermacht im Anmarsch, wurden zuerst die beiden Tiger weggedrängt und danach Imascout zum Rückzug in den Wald gezwungen.

Kapitel XI: Melandrus Geschöpfe erwachen
Von Feinden zum Rückzug gezwungen, war Imascout gefangen im Wald, fünf Pfeile blieben ihm und zehn Feinde liefen hinter ihm. „Die Fallen, flüchte zu den verdammten Fallen!“, dachte er, als er gerade durch den Wald lief.
Kurz vor der ersten Falle holten ihn die Soldaten ein und hoben schon ihre Schwerter, doch Imascout zog nur einen seiner Pfeile und schoss in den Hals eines Soldatens.

Von der Wut angestachelt, rannten die übrigen neun vor, doch der gewitzte Waldläufer wich der Gruppe aus, weshalb vier von ihnen in ein Loch fielen und weitere zwei gerieten in Straucheln. Diese Chance nutzend, spannte Imascout erneut den Bogen und zielte auf die Soldaten, die durch die Falle schon strauchelten. Zweimal schoss er und zweimal ertönte ein Todesschrei, der den Wald erschütterte.
Die restlichen zwei Soldaten stürmten nun auf Imascout zu, zu schnell um beide zu erschießen, also wollte Imascout zur nächsten Falle laufen, doch das Ministerium schickte Verstärkung, die den Waldläufer einkesselte.
Eine Handvoll Erde packend, stellte er sich ihnen: „Sagt, warum stört ihr Melandrus Wald, habt ihr denn keinen Respekt vor natürlichem Leben?“
Die Antwort kam prompt und hart: „Dies ist nicht Melandrus Wald, er gehört uns und nicht dieser alten, gammeligen, abarti…“, bei diesen Worten reichte es Imascout, er warf die Erde in die Gesichter der Soldaten und erstach den Soldaten, der eben sprach mit einem Pfeil und nahm dessen Messer an sich, mit dem er die Angriffe parierte.

Doch völlig Chancenlos einen Angriff durchzubringen, wusste Imascout, dass er auf kurz oder lang sterben würde, doch gerade als er das Messer heben wollte, um seinen Abschied ehrenvoll zu gestalten, erhoben sich Ranken aus dem Boden, die die Angreifer fesselten.
Neben den Soldaten begann auf einmal die Erde zu beben und ein Baum begann sich zu verändern, Melandrus Avatar selbst erschien und sprach mit donnernder Stimme: “Jahrtausende lebe ich in diesem Wald und kommt ihr und leugnet sowohl mich, als auch die Freiheit der Natur? Spürt nun die Kraft der Natur, wenn sie zur vollen Reife erwacht!“, mit diesen Worten löste sich der Avatar in Nebel auf und aus dem ganzen Wald schienen sich Kreaturen zu bewegen, Bäume, Tiere und Wurzeln, alle kamen sie, um ihre Freiheit zurückzuerlangen; von Furcht gepackt, versuchten die Soldaten zu entkommen, doch immer stellte sich ein Baum in den Weg, bis die Soldaten aufgaben und um Gnade flehten: Verschont uns bitte, unser Minister befahl uns, diesen Wald anzugreifen, da hier einer von Shiros Tempeln liegen soll, wo er als Gott verehrt wird.“
Immer noch wütend, doch immer noch von Melandrus Gerechtigkeit beseelt, antwortete Imascout: „Narren scheint ihr zu sein, wenn ihr so etwas glaubt, heute dürft ihr noch als freie Menschen gehen, doch noch ein Fehl’ in diesen Wäldern und ihr spürt die Kraft meiner Pfeile!“

Voller Furcht vor dieser Drohung, liefen die Soldaten aus dem Wald und kehrten nie wieder zurück, doch ihre Seelen waren geheilt.

Kapitel XII: „Die Zhing-Jo Han sind zurück“
Während die Tiger und Imascout immer weiter in den Wald gedrängt wurden, stand Nala nun allein einer gewaltigen Übermacht gegenüber, die ihr mordlustig gegenüberstand. Nala teilte diese Lust und fletschte die Zähne: „Bevor ihr mich kriegt, müsst ihr erstmal so schnell sein wie ich!“, nachdem sie diesen Satz beendet hatte, preschte sie blitzschnell in die Gegnermasse und ließ ihre Dolche allerhand Blut kosten.

„Spürt ihr nun, was es heißt, die Zhing-Jo Han zu verärgern? Auch wenn ihr sie damals vernichtet habt, meine Mutter sagte immer: „Die Zhing-Jo werden immer weiterleben, solange ein Mitglied noch steht!“, und dass tue ich, solange ich hier bin, lebt der Clan weiter! Die Zhing-Jo Han sind zurück!“

Während ein Großteil der Soldaten zurückwich, tauchte einer aus der letzten Reihe auf und sagte hämisch: „Deine Mutter, ja? Ich hatte die Ehre sie kennen zu lernen, wobei das kennen sich nur auf einen Pfeil bezieht.“
Diese Worte brachten das Fass zum Überlaufen, Nala rannte ohne nachzudenken in die Gegnermassen und tötete alles, was sie sah und was sich ihr in den Weg stellte, doch die Übermacht war zu stark, ein Soldat packte sie und warf sie zu Boden, jederzeit bereit, den Gnadenstoß anzubringen.

Gerade, als Nala ihr letztes Gebet sprach, sprangen Imtoo und Hao-Ling aus dem Gebüsch und hielten die Soldaten in Schach. Nala, jetzt wieder vollkommen aufgerichtet, sprach mit bebender Stimme: „Was du getan hast, verzeihe ich dir niemals, stelle dich nun in einem Kampf, nur du und ich, der Gewinner entscheidet über das, was mit dem Verlierer passiert!“
Ohne ein Wort zu sagen, sprintete der Ministeriumsangestellte zu Nala und griff an, doch der Angriff war keine Herausforderung, Nala blockte den Angriff und setzte den Gegenschlag ein, der haargenau saß, der Angreifer taumelte, richtete sich jedoch wieder auf, um danach von einem gewaltigen Beinschlag auf die Knie befördert zu werden. Egal was er versuchte, Nala blockte alles und überzog ihren Angreifer mit Hohn und Spott, nach einiger Zeit reichte es ihr jedoch: „Genug! Wie du siehst, bist du kein Gegner für mich, deshalb sage ich nun, was mit dir geschehen wird: Auch wenn ich einen ewigen Hass auf dich haben werde, halte ich die Entehrung für Strafe genug, geh und komm nie wieder, falls ich dich je wieder zu Gesicht kriege, ist dein selbiges Geschichte!“
Der Soldat, daraufhin wütend, wie ein Bulle, hob sein Schwert zum Angriff und schlug zu, doch zu langsam, Nala wisch aus und schlug das Schwert zu Boden: „Deine letzte Chance, wenn du jetzt nicht gehst, bist du des Todes!“

Von diesen Worten getroffen, schrie der Unterlegende: „Diesen Tag wirst du noch bereuen, wenn wir uns wieder sehen, dann habe ich mehr Männer und dann rechnen wir ab!“ Nach diesen Worten, spuckte er Nala vor die Füße und rannte weg.
Ihre blutigen Dolche an dem Umhang eines Soldatens abwischend, murmelte sie noch: „Dreckiger Balg! Wenn der sieht, was die neuen Zhing-Jo können werden, wird der sich wünschen, die alten nie vernichtet zu haben!“, nach dem Säubern der Dolche zu den Tigern umdrehend, fügte sie folgendes hinzu: „Danke euch beiden, ohne euch wäre dieser Schuft erneut entkommen.“


Kapitel XIII: Ein Treffen mit dem Kaiser
Den Wald befreit, Melandru erweckt und die Rache genommen, der Wald war wieder in Frieden, doch eine Sache stand noch aus: Die Stellungsname des Kaisers zu den Angriffen, damals und Heute!
Deshalb verließen beide den Wald und gingen in ihrer nobelsten Kleidung zum Palast. Am Tor angekommen, stand ein älterer Torwächter, der gelangweilt nach Vorhaben und Personalien fragt. Imascout antwortete: „Ich bin Arcus, einziger direkte Nachfahre beider Vasallenländer und Bote der Melandru! Und das hier ist Nala, Letzte Überlebende eines Clans, der Cantha viele Jahre lang schützte und von euren Soldaten vernichtet wurde! Wir sind hier um Auskunft darüber zu erhalten und den Kaiser über Frevelhafte Äußerungen seiner Soldaten zu unterrichten!“
-Ich werde ihm die Nachricht überbringen, wartet solange hier unten“, antwortete er darauf in einen gelangweilten Ton, in dem ein leicht belustigter Unterton vorkam.

Lange Zeit dauerte es, bis er sich wieder blicken ließ, doch als er kam, machte er einen leicht verdutzten Eindruck und mit einer Verbeugung sagte er: Hier entlang, mein Herr, meine Herrin, der Kaiser erwartet euch.“
Im Thronsaal angekommen, waren die beiden verdutzt über die Herrlichkeit des Raumes, überall Samt, Gold und Silber, einen Momentlang schienen Beide ihr Vorhaben vergessen zu haben, doch nach kurzer Zeit fassten sie sich wieder und Nala trug dem Kaiser vor: „Mein Herr, die Zhing-Jo haben das Kaiserreich jahrelang beschützt und nun bin ich die letzte und dass auch nur, weil Eure Soldaten uns vor Jahren angriffen und alle niedermetzelten! Nun haben sie auch noch den Wald Melandrus angegriffen und die Gottheit in Frage gestellt, soweit ich weiß, ist Cantha ein sehr gläubiges Land.“
Der Kaiser schien einige Zeit ratlos, antwortete aber nach einer Atempause: „Dafür kann keiner meiner Bediensteten etwas, das Himmelsministerium, wie ihr wissen müsst, regiert das Land innerlich schon seit Jahren, doch seit knapp drei Jahrzehnten haben sie sich vom Reich abgespalten und alle treuen Anhänger töten lassen, da sie die Macht für sich alleine haben wollten. Ihr habt sie in Melandrus Wald, wie ich sehe besiegt, damit aber nur einen viel größeren Stein ins Rollen gebracht.“

Kapitel XIV: „Der Wald ist frei, doch Kaineng geht unter!“
Ein dunkler Schleier legte sich um alle Beteiligten, als diese Worte fielen. Nala kam zuerst wieder zu Worte: Wie meint ihr dass, o Herr?“
-„Da ihr der wahren Macht des Kontinentes schwere Schäden zugefügt habt, werden sie nicht ruhen, bis auch die letzten Zweifler bekehrt sind oder tot sind. Ihr habt die Wahl, verbündet euch mit ihnen, oder macht euch auf größere Kriege gefasst!“
„Eher würde ich sterben, als mich mit diesen Schweinen zu verbünden“, warf Nala an dieser Stelle ein. Imascout stimmte dem mit einem Nicken zu.
-„Dann habt ihr euch entschieden?“, fragte der Kaiser.
Beide antworteten prompt mit „ja“ und machten ihren Unmut über die Ministeriumsarbeiter freien Lauf.

Imascout war der erste, der sich wieder fasste und fragte: „Wenn ich das richtig verstehe, haben wir sozusagen einen Kieselstein gefunden, aber einen Berg verloren?“
-„Ja so ist es, ihr mögt die Schlacht gewonnen, aber den Krieg begonnen haben, der Wald ist frei, doch Kaineng geht unter, wenn es erst einmal gefallen ist, geht es auch Luxon und Kurzicks an den Kragen.“, erklärte der Kaiser, an Nala wendend fügte er noch hinzu: „Ich glaube, es gibt etwas in meinen Palast, was dich erfreuen wird.“

Kapitel XV: Der Zhing-Jo Wächter
Nala war verwirrt, was sollte sie in der korrupten und überbevölkerten Stadt Kaineng erfreuen? Doch ein heller Ruf verdrehte ihre Meinung: „Hey, Nala! Du hast dich ja ziemlich verändert, das letzte Mal warst du noch ein kleines Kind.“
Nala drehte sich schlagartig um und sah einen dunkel gekleideten Mann, der sich an eine Wand lehnte. Langsam schritt er auf Nala zu und legte seine Hand auf ihre Schulter und sagte: „Schön dich wieder zu sehen, ich glaube dies gehört nun dir.“ Während er dies sprach, griff er in die Tasche seines Umhangs und holte ein schwarzes Amulett mit rot glänzenden Drachen hervor. „Wir beide sind die einzigen Überlebenden des Clans, in dir lebt jedoch die alte Macht weiter. Nimm dieses Amulett und zeig dem Ministerium, was für eine Kraft der Schwarze Drache noch hat.“
Gerade als er fortfahren wollte, unterbrach Nala ihn: “Alte Macht?“
-„Die Clangründer haben unseren Clan im Namen der Gerechtigkeit, im „Fünfgötterschwur“ besiegelt, der ihnen unvorstellbare Macht gab, solange ihr Herz rein war, deshalb bist du die einzigste, die Cantha wieder zum ursprünglichen Glanz verhelfen kannst.“

Bei diesem Wortwechsel blieb es erstmal, doch Imascout, der dies hörte, kam aus dem Schatten hervor und fragte den Zhing-Jo: „Sagt mir, wie seid ihr durch das Kaiserreich gekommen, obwohl ihr vom gesamten Ministerium gejagt werdet?“
Der Assassine antwortete sofort: „Als meine Gefährten und ich damals vom Ministerium verfolgt wurden und umzingelt wurden, sahen wir, dass sie Zeichen der Verbotenen Götter trugen, weshalb meine Gefährten ihr Blendpulver schmissen und ihre Bogenschützen vom Schießen abhielten, während ich zum Kaiserpalast vorging, um den Kaiser über den Verrat zu informieren.“
„Dunkle Götter“, fragten Nala und Imascout gleichzeitig, nachdem der Zhing-Jo ausgesprochen hatte.
-„Abbaddon, Menzies und Dhuum, die drei Verstoßenen Götter, die die Welt schon oft in ihren Bann ziehen wollten und nun im innersten des Reichs der Qualen, der Hölle auf Erden gefangen sind. Die Welt, die Unterwelt und der Riss des Kummers, jener geweihte Ort Balthasars, dies waren ihre Ziele, von denen sie von den „großen Fünf“ abgebracht werden konnten. Ihre Macht war nach jenem Tag sehr schwach, doch das Ministerium scheinen sie ihrem Willen unterworfen haben,
Wenn wir nicht schnell handeln, werden sie den heidnischen Glauben in Cantha weitervermitteln und den Göttern die Rückkehr aus dem Reich erleichtern.“

Gerade als Nala und Imascout weiter nachfragen wollten, kam der Kaiser erneut vorbei und sagte: „So, das reicht jetzt erstmals, für morgen Mittag ist eine Versammlung angesetzt, die über das Schicksals Canthas entscheiden soll, dafür solltet ihr fit sein.“

Kapitel XVI: Der Rat des Kaisers
Als Nala, Imascout und der Zhing-Jo, Taros genannt am nächsten Tag erwachten, lag eine Nachricht neben ihnen, in der stand, dass sie sich in dem Thronsaal einfinden sollen.

Dort angekommen, fanden sie allerhand Edelleute aus allen Gebieten Canthas sitzen. Als sich die drei ebenfalls setzten, erhob sich der Schreiber des Kaisers:
„Wir sind heute zusammengekommen, um die Gefahr für Cantha durch das Himmelsministerium zu entschärfen. Dem Ministerium ist folgendes zu Schulden gekommen:
Gotteslästerung, Hochverrat, Schändung von Heiligtümern und Angriff auf genehmigte Clans.
Durch Stärke oder Gewalt werden sie nicht zu brechen sein, wir müssen direkt die Quelle angehen. Der Anführer des Ministeriums versteckt sich in seiner Festung im Süden Kainengs, wir müssen seine Armee rauslocken, während einige von uns sich in den Palast einschleusen.“

Darauf fuhr der Kaiser fort: „Wir brauchen neben den Eindringlingen, noch Heerführer, die ein schlagkräftiges Heer zusammenbauen können, was die übermächtigen Armeen so lange hinhalten kann, bis die Quelle tot ist.“
Danach sprachen viele Stimmen durcheinander, bis sich auf folgendes geeinigt wurde:
-„Ich führe ein Heer“, sprach Taros
-„Ich auch“, fügten drei hohe Männer des kaiserlichen Hofes ein.
-„Ich schleiche mich im Palast ein, das ist meine Pflicht“, sprach Nala.
-„Dann komme ich auch mit“, ergänzte Imascout.
„Nun, da wir unsere Heerführer und Schleicher haben, müssen wir nur noch das Heer versammeln, wir haben zwei Tage, sonst könnten wir in einen Gegenangriff geraten“, sprach der Kaiser, bevor er die Versammlung für beendet erklärte.

Kapitel XVI: Der Höllenturm
Am dritten Tage nach der Versammlung war es dann soweit, ein Hornstoß weckte Nala und Imascout und teilte ihnen mit, dass sie sich bereit machen sollten.
Fertig angezogen und marschsbereit, machten die Beiden sich auf den Weg durch die Gassen Kainengs. Nach langer Zeit standen die Beiden nun vor dem feindlichen Turm.
„Nun heißt es warten“, sagte Imascout düster, während er sich an einen Stein lehnte. Nala antwortete darauf: „Du sagst es, doch halt dich bereit, die kaiserliche Garde kann sehr schnell werden. Sobald sie das Tor erreicht haben, müssen wir die Mauern erklimmen.“

Ein gewaltiger Hornruf ertönte und Schreie ertönten immer lauter, bis das Geräusch eines öffnenden Tores sich breit machte.
„Schnell hier hoch“, sagte Nala, die ein Seil die Mauer hochwarf und es befestigte. Geschwind war sie am oberen Ende angelangt, während Imascout gerade das Seil ergriff.
Als der Waldläufer das Seil erklomm und nach oben kletterte, hatte Nala schon ihre Kräfte genutzt und sich in den Turm selbst teleportierte.

Sie öffnete das tiefste Fenster, sodass auch Imascout hereinkam. Doch gerade, als sein Fuß den Boden berührte, kamen Soldaten des Ministeriums und stellten Imascout und Nala.
„Geh alleine vor, ich halte sie solange auf, wie ich kann“, zischte Imascout, während er zwei Messer aus seinem Umhang zog und sich in Gefechtsposition begab.

Nala handelte sofort, einen Schattenschritt hinter eine Statue nehmend, entkam sie den Blicken der Wachen, sodass sie sich zum Hauptgebäude vorkämpfen konnte.
Imascout und die kaiserliche Garde hatten derweil stark zu kämpfen, während Imascout wacker die Angriffe blockte, fielen vor dem Tor immer mehr Canthaner. Eines war sicher: Sie würden ihre Stellung nicht mehr lange halten können.

Nala war derweil auf dem Weg durch die labyrinthartigen Gänge des Turmes, auf allen Gängen liefen alarmbereite Wachen herum, doch etwas Übernatürliches schien ihre Gedanken zu verschärfen, sodass sie Feinde von Fernem wahrnahm. Nach langem Verstecken stand sie nun vor der Tür der dunklen Quelle. Ihre Dolche zückend, trat sie einen Schritt vor und öffnete das Tor.

Kapitel XVIII: Das Gesicht der Verstoßenen
„Da seid ihr ja, ich hatte euch bereits erwartet“, grüßte eine zischende Stimme, als Nala den Raum betrat. Von diesem Gruß unbeeindruckt, schritt Nala vor, doch als sich eine Schattenhafte Gestalt erhob, erschrak sie, vor ihr stand niemand anderes als der ehemalige Großmeister der Zhing-Jo.
„Nun, wie ich sehe, habt ihr die Reihen meiner Verbündeten durchkämmt und meine Identität herausgefunden, was natürlich geheim bleiben muss. Also sagt Leb wohl, alte Freundin.“
-„Ihr seid es nicht, der echte Großmeister hätte das nie gemacht“, schrie sie verzweifelt, doch die Kreatur lachte nur: „Ihr habt Recht, ich war der Großmeister, bevor ich meinen Körper den drei Göttern opferte. Hätte mein Pfeil euch damals getroffen, hätte ich jetzt meine Ruhe, doch so…“, sagte er, doch die letzten Worte drückte er aus, indem er zu einem Schwert griff, doch Nala war schneller, sie hob ihre Dolche und rannte schreiend zum Gegner: „Euer Pfeil? Euer Pfeil? EUER PFEIL?“

Ihre Dolche schlugen dem Feind das Schwert aus der Hand und warfen ihn zu Boden, doch er stand wieder auf, bedrohlich dunkel wurde sein Körper und er begann zu wachsen, bis er die zweifache Mannesgröße erreicht hatte. „Ja, ich war es damals und nun werde ich das ehrenvolle Projekt meines Gottes beenden“, sprach er bebend, während er sich weiter verwandelte. „Damit ihr es wisst: Wenn der Stamm der Zhing-Jo vernichtet ist, kehren die wahren Götter zurück“, ergänzte er noch, dann hob er eine Flammensense, mit der er nach Nala schwang und sie zum Ausweichen zwang.

Doch nach einiger Zeit passierte es: Nala war in einer Ecke gefangen und ihr Gegner hob die Sense zum entscheidenden Schlag, doch als die Sense Nalas Brust berührte, leuchtete ihr Körper rot auf und der Angreifer wurde zurückgeschleudert. Nach Luft ringend, zog Nala ihren Mantel aus und das Amulett der Zhing-Jo leuchtete rötlich auf ihrer Brust.

Ihre Dolche erneut hebend, ging sie langsam auf ihren Gegner zu, doch der verwandelte sich erneut und wurde zum schwarzen Stier, der auf Nala zuritt. Sie hob furchtlos die Dolche und trat ihrem Feind entgegen.

Ihre Dolche bohrten sich in den Hals des Stieres, doch seine Hörner trafen Nala ebenso hart im Bauch. Sie keuchte, doch letztendlich gelang es ihr, ihren Gegner endgültig zu töten.
„Fahre nun zu deinen Göttern“, keuchte sie noch, bevor sie in Ohnmacht fiel.

Kapitel XIX: Am Ende aller Dinge
Die Erde bebte, als Nala den Kopf ihres Gegners durchtrennte, die Ministeriumsangestellten rannten wild durch die Gegend und warfen die Waffen weg oder töteten sich gegenseitig, die abgedorrten Pflanzen in Kaineng erwachten erneut und der Himmel lichtete sich.

Imascout, der jetzt vor drei zusammengebrochenen Soldaten stand, rannte zur Turmspitze. Als er das Tor öffnete, sah er Nala am Boden liegen. Er schrie, doch er musste sich eingestehen, dass seine Heilkraft nicht ausreicht, um dämonische Verletzungen zu heilen. Ein Stoßgebet zu Dwayna schickend, kniete er nieder und weinte, doch der Raum füllte sich plötzlich mit Nebel und eine helle Stimme sagte: „Ihr habt die Verstoßenen besiegt, also hole ich sie wieder zurück, doch sei gewarnt: Ihre Macht ist durch diesen Tag enorm gestiegen. Böse Mächte werden nicht zögern, sie besitzen zu wollen.“
Der Nebel lichtete sich und ein rötliches Schimmern legte sich um Nalas Körper. Langsam stand sie wieder auf und schaute sich um. Als sie Imascout erblickte, rannte sie zu ihm hin und umarmte ihn: „Danke, danke für alles, lass uns zu den anderen gehen.“

So gingen die beiden nach unten und begrüßten die andern. Doch trotz de Sieges herrschte eine bedrückte Stimmung, denn viele fanden in der Schlacht den Tod und viele waren schwerverletzt.
Nala und Imascout sprachen zu einem Heerführer: „Entrichtet dem Kaiser unseren Gruß und sagt ihm, dass es uns leid tut, dass wir nicht selbst erscheinen, doch wir müssen zurück in den Wald, auf ein baldiges wiedersehen!"

The Chaosnight
17.03.2007, 21:20
Aufstieg und Untergang des Kmötertums


In dieser Geschichte geht es den Krieger/Mönch Bruder Illustris, der auf einer Volksansprache von seinen Heldentaten prahlt.


Cantha-Land des Kaisers
„Grüßt euch, einfaches Volk, ich bin, wie ihr sicherlich alle wisst, Bruder Illustris, der Kriegerprinz aus dem heiligen Orden der Nordkrieger. Da morgen meine Krönung ansteht, soll es euch gegönnt sein, etwas aus meinen zahlreichen Reisen vom Anfang, bis zum Ende zu erfahren:
Dunkel war es, als ich mit 15 Jahren das alte Kloster verließ und mich auf dem Weg zu meiner neuen Heimat machte, dem allseits gelobten Kloster von Shing-Jea. Dieser Ort war totlangweilig und von einfachen Volk, wie den nutzlosen Assassinen, die höchstens ein Schaf töten können und den dämlichen Ritualisten, die sich für die größten halten, wenn sie Geister von unbedeutenen Toten beschwören besetzt, doch als ich den Ausruf „Shing-Jea befindet sich in Gefahr, es werden Helden, die das Volk zu beschützen wissen gebraucht“, wusste ich, dass ich der Held bin, den das Land braucht. Als ich vor dem Kloster stand, wurde ich von einem alten Narren, der mir erzählen wollte, dass Mantidenjungen gefährlich seien begrüßt, pah, dass trifft vielleicht auf die Assassinin und die Magierin zu, die von mir lernen sollten, für mich waren die Mantiden wirklich nur Vorspeise. Als ich nach diesem Langweilen endlich die Klostertüren betreten hatte, traf ich endlich auf einen Mann, der es versteht zu kämpfen, dem Großmeister Zhan. Er erkannte meine großen Kräfte, war aber gezwungen mir niedere Aufgaben zu geben, wie einen Tengu zu besiegen oder Erntediebe zu fassen. Als dieses endlich geschafft war, wurde mir vom Klostermeister, irgendeinem alten Mann, der keine Ahnung von meinen Fertigkeiten hatte aufgetragen, meine Kräfte durch das erlernen von fremden Fähigkeiten zu verbessern. Womit ich sie verbesserte war klar, da ich im Kloster aufwuchs, fiel meine Wahl schnell auf den Mönch. Nachdem ich dies dem Klostermeister mitteilte, bekam ich endlich ernstzunehmende Aufgaben, wie den Minister zu besuchen oder die Tengu zu retten. Als ich nach diesen Aufgaben, die für mich immer noch zu einfach waren endlich ins Zentrum des Befalls, der Shing-Jea verwüstete, vordringen konnte, sah ich, das dieses Land von der Pest verwüstet wurde und dessen Bewohner sich gegenseitig abschlachteten. Da wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass es meine Aufgabe ist, dieses Land zu reinigen, da die einfache Bevölkerung dazu eh nicht in der Lage ist. Also säuberte ich mit dem Klostermeister und dem nervigen Großmaul von Elementargroßmeister das Feld von Zen Daijun und brachte ein Stück Frieden nach Shing-Jea, bevor ich zu größeren Taten aufs Festland zog, um den Ursprung zu bekämpfen.

Als ich also die Docks betrat, versammelte ich zuerst sechs meiner Ordensbrüder und den ehrwürdigen Vater, da den Spaß der Wildnis alle verdient haben. Nach dem ersten Treffen, zogen wir weiter zum Vizunah-Platz, nachdem wir unseren schwachen Ausbildungskollegen noch kurz guten Tag gesagt hatten. Als wir am Platz waren, kamen allerhand von den Kreaturen, die einst ehrenhafte Menschen waren und griffen uns an. Die Schlacht dauerte sehr lange, schlussendlich scheiterten sie aber an unserem eisernden Willen und unseren Schützenden Händen, die sie niederwarfen. Danach tauchte aber allerhand schwaches Volk, bestehend aus einem Schönling mit Maske und irgendwelchen nicht nennenswerten Personen, die kein einziges Wort redeten auf und bestanden darauf das Feld so schnell wie möglich zu säubern, was für Angsthasen. Also waren wir gezwungen mit dem diese Aufgabe zu beenden, was aber dank unseren Glauben an den Geist des Schutzes und dem Heilendem Hauch, der uns umgab kein großes Problem darstellte. Die weitere Reise durch die zerstörten Straßen brachten keine nennenswerten Stellen, außer vielleicht das Auftauchen von so Sternenkreaturen, die ich sonst nur aus dem jährlichen Zwergenbier-Wetttrinken kannte und dem Befreien von toten Würdenträgern des Kontinentes, die ohne uns keine Genesung zu erwarten hätten.

Danach kamen wir in einen steinernden Wald, der uns gefiel, da es dort Gegner gab, die verstehen zu kämpfen. Begrüßt wurden wir von Männern, denen es anscheinend gefällt mit zehn Schichten make-up durch die Gegenden zu laufen. Diese gaben uns gleich die Aufgabe ihren Tempel zu schützen, den sie leichtfertig aus der Hand gaben. Die simplen Gegner dort, scheiterten aber an unseren Speeren des Lichtes und unseren Tödlichen Entgegnungen, die wir ihnen entgegenstellten. Nach der Rettung faselte der Klostermeister etwas von einem Speer des Archenoah oder so ähnlich, den wir bräuchten um den Ursprung der Pest zu vernichten. Gezwungenermaßen gingen wir hin und besiegten die Champions der hiesigen Clans, die ihren Titel aber kaum verdienten und sollten mit dem Speer des Irgendwas den Riesekraken besiegen. Auf den Speer verzichteten wir, da unseren heiligen Speere uns immer treu waren. Nachdem dieses Möchtegern-Monster besiegt war, mussten wir nur noch eine Festung der Menschen befreien, bevor wir es geschafft haben sollten. Dies erwies sich als Kinderspiel, da sowohl die Pestkranke Schwächlinge, als auch der feige Kaisermörder Shiro, der die Pest heraufbeschwor nichts als dumm reden können.

Nach dem Tod des Geistes des Feiglings, befreiten wir den Rest des Steinernden Waldes von schwachen Kreaturen und beschützten am Ende die gesegneten Bäume, die den Wald erhellen. Nachdem die Pestkranken aber auch dort eingriffen, war uns klar, dass der Geist noch nicht tot ist, weshalb wir den Erntetempel aufsuchten, der vom Befall sehr betroffen zu sein schien. Im inneren sahen wir einen großen Drachen, der sich aufplusterte, als wäre er der Größte. Dieser Drache war im Endeffekt jedoch nur ein weiterer Schwächling, der nach seiner Niederlage sogar seine Hilfe anbot. Nach dem Sieg im Tempel, merkten wir, dass Shiro im Palast persönlich ist und den Kaiser töten will. Da wir den Kaiser als Verbündeten ansahen, wollten wir dies nicht und sprinteten deshalb hin und hielten seine Pläne auf, auch wenn der Klostermeister dabei starb, was nicht passiert wäre, wenn er auf uns gehört hätte und sein Schild der Regeneration mitgenommen hätte. Diesen Mord ließen wir natürlich nicht auf uns sitzen und traten den feigen Kaisermörder gegenüber um ihn büßen zu lassen. Dieses taten wir auch schnell, er konnte weder meditieren, noch Bänne aussprechen.

Nach dem Tod Shiros hätten wir eigentlich unsere Ruhe verdient, doch ein Bote aus Ascalon teilte uns mit, dass die Stadt gefallen und Orr zerstört ist, was bestimmt nicht passiert wäre, wenn ich da wäre, doch als ich hörte, dass mein Ordensbruder, Prinz Rurik genannt, gestorben war, weil ein hinterhältiger Zwerg seine Aegis stahl, ritt ich zornesrot nach Kryta, um sein Vorhaben, sein Volk in Sicherheit zu bringen zu vollenden und mich danach um die Charrs zu kümmern. Doch dies erzähle ich morgen, genauso wie die Zeit war, als ich mit dem Prinzen die Wiesen Ascalons durchschritt, die Katakomben erforschte und die ersten Charr-Anstürme aufhielt. Die Geschichte, wie unfähige Ordensbrüder, wie Koss oder Dunkoro den Orden auflösten, folgt danach, in absehbarer Zeit.
Also gehabt euch wohl und fühlt euch geehrt, diese Geschichte aus meinem Mund gehört zu haben.“

Aufenthalt in Tyria
„Höret, Höret, wie ich eine weitere Geschichte aus meinem Leben erzählen werde, diesmal erfahrt ihr etwas über meine Kindheit in Ascalon und meine Rückkehr zu seinen Ruinen:
Ein schwarzer Schleier umgab mich und meine Ordensbrüder, als wir die Nachricht des Untergangs Ascalons und Orrs erfuhren, sowie von dem Tod unseres Bruders Prinz Rurik, der beim Versuch sein Volk zu retten fiel. Eins war jedenfalls klar, die Zittergipfel und die Charr würden unseren Orden noch richtig kennen lernen, doch zuerst hatten wir Ruriks Volk zu retten.

Als wir dann die Prachtvolle Stadt Löwenstein erreichten, erfuhren wir schnell, dass die Ascalonier bereits eine neue Siedlung von einem Kriegerorden, der weiße Mäntel trägt, bekommen hätten, den wir unbedingt mal sehen wollten, da es seit Urzeiten keine neueren Orden gibt, die das Können eines älteren haben. Als wir einen Anführer dieses Ordens gegenüber standen, waren wir überrascht über seine Kräfte, als wir aber erfuhren, dass sein achsotoller Orden sich von toten Gerümpel überfallen ließ, kam uns das Lachen. Da es die Gesetze unseres Ordens es so wollten und sie viele Ascalonier gerettet hatten, halfen wir ihnen bei dieser zugegebenermaßen verdammt einfachen Aufgabe. Auf den Feldern schickten wir allerhand Gegner zurück in die Unterwelt und retteten zuletzt ihren Beichtvater, dessen Macht gewaltig war.
Dieser schickte uns in den Norden, wo wir mithilfe des „Auges“ fünf Auserwählte finden sollten, die zur Erfüllung irgendeiner Prophezeiung benötigt wurden. Diese zu finden war für [I]unseren Orden eine einfache Aufgabe, doch die Soldaten von dem Kriegerorden verdarben alles, indem sie zig Untotentruppen zu uns lockten, die der Macht unserer Heilenden Hände nicht widerstehen konnten, aber immerhin 3 Auserwählte töteten.

Als wir die übrigen zwei in ein abgelegenes Dorf brachten, wurden die unfähigen Weißmäntler von einer unbekannten Gruppe angegriffen und die Auserwählten in den Wald verschleppt. Dies konnten wir nicht auf uns sitzen lassen, weshalb wir der Gruppe folgten und schließlich im Wald einkesselten. Sie erzählten allerhand davon, dass der Weiße Mantel böse sei und sie es Beweise dafür gäbe. Vorerst hatten wir ihnen zu glauben, weshalb wir ihnen ins Herz des Waldes folgten, wo wir nach einigem Suchen ein Mitglied der Gruppe, die sich glänzende Klinge nannte fanden, der erzählte, dass die Weißmäntler seine Gruppe getötet haben und jetzt die Auserwählten opfern wollten. Dieser Behauptung wollten wir natürlich nachgehen, als wir aber in Reichweite ihres Lagers kamen, töteten sie die Auserwählten und fielen unserer Gruppe in den Rücken, solche Feiglinge! Da sie aber mit Ausnahme ihrer Anführer immer noch derselbe schwache Haufen wie bei der Rettung ihres Beichtvaters waren, war ihr Angriff wirkungslos und unsere Entgegnung so stark, dass diese Gruppe schnell im Staub lag.

Nach diesem Kampf zogen unsere neuen Verbündeten zur Auroralichtung um den Steinkreis von Denravi zu bevölkern, leider hatten einige Mantelritter denselben Plan, weshalb sie wieder ihre schwache und nutzlose Hinterhaltstaktik versuchten, die abermals fehlschlug. Als das Steinportal offengelegt war und unsere Verbündeten den Steinkreis bevölkerten, hatten wir alles gemacht, wir konnten uns endlich an den Zittergipfeln und den Charr rächen.

Einen gefährlichen Dreitagesmarsch durch das Gebiet der Mantelritter hatten wir bis zum Fuße des Berges zu bestehen, den wir nach vielen Mühen endlich hinter uns hatten. Als wir am Berg waren, trafen wir zuerst die Strohdoofen Ettins, die außer Schlagen und Brüllen gar nichts können. Diese Primitivlinge versuchten uns zu attackieren, was aber dank unserer Taktik, unsere Verteidigung den Gladiatoren anzupassen, ein Kinderspiel war.

Nach dieser kleinen Unterhaltung ging der langweilige Marsch weiter, bis wir endlich auf Zittergipfel stießen. Unsere Heiligen Speere durchborten ihre Schilde, sodass man unsere Vergeltung in den Minen als ausreichend bezeichnen kann, doch auf den Feldern gab es immer noch genug von den Zwergen, die wir zu fällen hatten. Unsere Raserei ging so weit, dass wir das gesamte Gebirge reinigten und die wenigen überlebenden ins südliche Ende des Gebirges flohen. Unsere Aufgabe am Berg war also erfüllt und wir konnten endlich weiter Richtung Ascalon gehen.

Als wir die Ruinen betraten, konnten wir außer brennendem Boden nichts erkennen, doch den Weg nach Ascalon vergisst man nie. Also kämpften wir uns gegen die pelzigen Ungeheuer Richtung Ascalon durch, von wo aus wir uns erst einen Überblick verschaffen wollten. Doch die Charr leisteten erbitterten Widerstand und zwei unserer Ordensbrüder starben am Wall, sodass unser Hass auf diese Kreaturen noch verstärkt wurde. Als wir in der Stadt waren, erinnerten wir uns an die alte Zeit, wo wir die Katakomben zurückeroberten und Ausflüge in den Norden zwecks Charr-Auslöschung unternahmen. Diese Erinnerung spornte uns noch einmal an, die Charrs endgültig aus Ascalon zu vertreiben, weshalb wir sofort loszogen und den Kreaturen das Fell gerbten. Kein Charr in ganz Ascalon blieb am Leben, kein Gargoyle kehrte je in die Katakomben zurück und kein Feind Ascalons, der sich zu dieser Zeit dort befand konnte diesem Land mehr schaden, denn alle diese Ausgeburten der Hölle starben und ließen nichts als Kadaver zurück.

Nach dem Befreiungsschlag wollten wir in Ascalon bleiben, doch eine Eilmeldung erreichte uns, in der stand, dass der Weiße Mantel den Steinkreis erobert hatte, weshalb wir schweren Herzens unsere alte Heimat verließen. Am Riff der Stille, wo wir den stärksten Kämpfern dieser feigen Armee gegenüber standen, trafen wir einen Wesir, der uns nach dem Kampf von der Insel fortbringen wollte und in die Wüste fahren wollte, wo wir nach dem Aufstieg bereit wären dem waren bösen gegenüberzutreten.

Als wir nach dem leicht verdienten Sieg gegen die Schwächlinge die Wüste erreichten, mussten wir erst für einen toten Heerführer niedere Aufgaben wie das besiegen von Vergessenen Wächtern oder das zurückerobern seines Throns unternehmen, doch dann waren wir bereit die letzten Prüfung zu bestreiten, dem Besiegen eines starken Gegners, der sich als ein Duplikat von mir selbst herausstellte. Diese Heiligen Speere, die er schwang und der Heilende Hauch, die ihn umgaben hätten fast zu seinem Sieg gereicht, doch meine Tödlichen Entgegnungen verwundeten ihn so hart, dass ich am Ende einen knappen Sieg errang.

Nach dieser Prozedur, die man den Aufstieg nannte, waren wir bereit zum letzten Mal zurück nach Ascalon zu fahren, doch zuerst wollten wir das Grab der alterwürdigen Könige besuchen. Dieses erwies sich jedoch als Paradies von Dämonen. Als wir von ihnen erblickt und zum Kampf gezwungen wurden, gelang es uns nur knapp, sie zu besiegen. Am Mittelpunkt der Wüste fragten wir den erstbesten Geist, den wir finden konnten nach den Kreaturen, worauf dieser antwortete, dass diese aus dem südlichen Landen kommen und von göttlicher Macht gesteuert werden.

Also zogen wir erneut weiter, diesmal mussten wir aber in ein komplett fremdes Königreich ziehen, wo wir ungewiss der Zukunft unbekannte Gefahren zu bestehen haben, doch diesen Teil erzähle ich morgen.“

Der Untergang des Ordens
„Da seid ihr ja wieder, wollt ihr nun den letzten Teil meiner Reise erfahren und wie ich die unfähigen Lehrlinge ausbildete und wie diese den Untergang hervorriefen? Als wir das Grab verließen und über den Seeweg ins ferne Reich Elona kamen, erzählte uns die hiesige Anführerin allerhand über eine Kriegsherrin, die sich mit einem dunklen Gott verbündet haben soll und die Welt in Dunkelheit ziehen will. Da in dem fernen Königreich neben dem ganzen einfachen Volk auch noch Schreihälse und Rocktragende Männer rumlaufen, war klar, dass ich mal wieder die Welt retten musste. Leider hielt sich die Speermarschälin für Oberschlau, weshalb sie darauf bestand, dass ihr Berater, der Mönch Dunkoro den Angriff auf die erste Festung anführt. Da es meine Pflicht war, den Eloniern zu helfen, folgte ich seinen Plänen, die natürlich schnell in Sackgassen und Fallen endeten.

Nach langem Suchen, fand der Mönch, der wie zu Erwarten war, ein miserabler Heiler war endlich den Weg zum Hauptplatz, den er natürlich sofort angreifen ließ. Das gefiel mir endlich, mein heiliger Zorn schien nicht zu verrauchen und immer mehr Gegner fielen. Als wir die Feindin jedoch umzingelten, beschwor sie Dämonen, die uns angriffen. Obwohl die Dämonen Vorspeise für mich wären, zog ich mich zurück, da die Soldaten Elonias hoffnungslos ausgeliefert wären. Bei diesem Rückzug, der dazu geplant war, Elonias Soldaten zu schützen funktionierte, doch zwei Ordensbrüder blieben im Zentrum, um den Dämonen Einhalt zu gebieten, der Novize Koss wurde gefangen genommen und der ehrwürdige Vater starb an einem hinterhältigen Angriff.

An einem abgelegenen Ort, gelang es mir, die Soldaten zu sammeln und auf einen Gegenschlag vorzubereiten, doch die Aushilfsmönchin Thalkora schien noch miserabler als Dunkoro zu sein und die anderen Elonier schienen nicht einmal mehr eine Schutzgeist haben, weshalb wir sie zu Ausbildungszwecken im Lager bei dem viertletzten Ordensbruder zurückließen.

Am Lager des Feindes passierte es also: Die Feinde, die unseren Novizen gefangen hielten, griffen uns an, waren am Ende aber Chancenlos gegen unsere Angriffe. Als wir Koss dann schließlich entfesselten, sagte er etwas, was uns Mut machte, zugegebenermaßen aber auch beängstigte: „Ha, diesen Abschaum habt ihr aber schnell erledigt, das muss ich auch mal machen“

Die Gefährten befreit, die Armee fertig ausgebildet und im Zorn auf die Dämonenmeisterin, gingen wir gestärkt zurück zum Lager, um die jetzt ausgebildeten Soldaten in den Krieg zu führen. Als wir jedoch den Rand des Lagers betraten, sahen wir, dass es brannte und die dämonischen Gegner das Lager plünderten. Die letzten Soldaten von uns, die noch standen, waren in der Mitte umzingelt, wo sie getötet werden sollten. Um den Treiben Einhalt zu gebieten, rannten wir zur Mitte, um unseren Gefährten zu helfen, wobei uns jedoch eine Dämonengruppe entdeckte und angriff. Wir kämpften diesmal nicht mit unserer normalen Gelassenheit, sondern verbissen und ernst, wogegen die Dämonen nach langem Kampf machtlos waren.

Dieser Angriff, riss jedoch starke Lücken in unsere Verteidigung, meine restlichen Ordensbrüder erlagen Vergiftungen und Verbrennungen und Koss war schwer angeschlagen. Gerade als die Dämonen besiegt waren, sah uns die Gruppe, die unsere Gefährten umzingelte und griff an, unsere Gefährten kämpften verbissen, doch niemand konnte die Kriegsherrin, die als einzigste noch stand besiegen, die heiligen Speere spürte sie nicht, die Rasereien fügten ihr keinen Schaden zu und ihren Gegenangriff konnte niemand widerstehen.

So standen am Ende nur noch die Kriegsherrin, Koss und ich, die den Krieg noch entscheiden könnten. Laut klirrte es, als sich die Waffen begrüßten, doch Koss war zu angeschlagen, der Angriff der Feindin riss ihm sein Schwert aus der Hand und der nächste Schlag ließ ihn in den Staub fallen. Gerade als der Gnadenstoßfallen wollte, gelang es mir, den Schlag abzufälschen und nach einer schnellen Schnittwunde, den Endstoß anzubringen. So stand ich als einzigster am Schlachtfeld, sowohl Feind, als auch Freund lagen am Boden. Kurz bevor ich den Ort verlassen wollte, hörte ich auf einmal eine vertraute Stimme reden, Koss lebte also noch.
Als ich ihn mit einer heilenden Berührung heilen wollte, sagte er nur, dass er keine Brauche, sondern nur genug Kraft, um einen letzten Zauber zu vollbringen. Als ich ihm diese gab, schrie er noch einmal laut auf, dann waren sowohl sein Körper, als auch die der gefallenen Gefährten verschwunden und an ihrer Stelle lagen allerhand rotweiße Blumen, ein Zeichen; dass Koss’ Opfer ihre Seelen an einen besseren Ort führte.

Von vielen Unheilen geplagt, zog ich den langen Weg zurück in meine Heimat, ungewiss, ob es sie überhaupt noch gäbe, doch auf dem Weg erschien mir der Geist eines Ordensbruders, der mir mitteilte, dass es meine Heimat noch gibt und dass es meine Bestimmung ist, dem Opfer meiner Brüder in Ehre zu Gedenken und auf die Grundlagen, die sie mich lehrten mein Königreich aufzubauen. Gehabt euch wohl, mein Volk, wir sehen uns morgen auf meiner Krönungsfeier, wo ich die Geschichte noch einmal erzählen werde."


Ps. Diese Geschichte ist zu 90% wirklich passiert [ich war damals nur 13 und Bruder Illustris wuchs nicht in einem anderen Kloster auf]
Pps. Wer alle Guild-Wars Skills, die in der Geschichte vorkam aufzählt bekommt einen Eierlikör

The Chaosnight
18.03.2007, 15:42
-Platzhalter-

The Chaosnight
19.07.2007, 21:37
Da der Thread nur noch auf Seite zwei ist (Dank der damaligen Aufteilung) und ich die Storys überarbeitet habe, genehmige ich mir ein up...