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Erag Nomaril
02.05.2007, 09:26
Hi Leutz, anbei möchte ich euch mal etwas anpreisen, das denke ich nicht oft versucht wird, oder es kein Interesse besteht, sowas mal in Angriff zu nehmen. Unser Bündnis hat mal versucht, RP und IG-Missis in einem Roman unter zu bringen.Klar wird einigen vieles bekannt vor kommen, aber eben wie gesagt, es erscheinen auch Missis im Roman, die von unseren Schreibern übernommen wurden.Hierzu sei gesagt, das es sich um MEHRERE Schreiberlinge handelt, die nie wissen, was der andere als nächstes schreibt. Bis dato sind wir schon ein wenig stolz,es soweit gebracht zu haben und schreiben immer noch^^



Prophecies – Der Anfang
Es war einmal vor langer, langer Zeit …
… so fangen zwar die meisten Geschichten an, diese jedoch nicht!
Ein Elf namens Erag Nomaril streunte so auf seinen Erbeutungszügen durch die Lande von Tyria und fragte sich immer wieder, wohin ihn sein Weg wohl führen würde und wann er an diesem ihm noch unbekannten Ziel ankommen würde. War er anfangs noch allein unterwegs, haben sich ihm mittlerweile einige abenteuerlustige Wesen angeschlossen. Zusammen bereisen sie die große weite Welt auf der Suche nach dem Unbekannten. Ist die Reise auch manchmal langweilig, mit seinen Gleichgesinnten jedoch wird ihm die Reise nie so langweilig, dass er umkehren und seine Suche aufgeben würde, auch wenn er sich nicht ist sicher wonach er sucht, aber sein Herz sagt ihm immer wieder `such weiter, du wirst schon finden, wonach ich mich sehne`. Doch auf die Dauer blieb die Reise nicht langweilig, denn der kleinen Reisegruppe traten immer wieder Aufgaben entgegen, die sie zu bewältigen hatten. Hässliche Kreaturen versuchten sich Ihnen in den Weg zu stellen, Dorfbewohner fragten nach Rat, Könige, Mönche, Kriegsmeister suchten ihre Hilfe. Sie schlugen keine dieser Bitten ab, denn sie alle waren herzensgute Menschen, die Hilfebedürftige nicht ignorieren konnten. Schien die Situation auch manchmal noch so ausweglos, Grenth, Dwayna, Balthasar,
Lyssa und Melandru, die Götter dieser teilweise stark zerstörten Welt, standen ihnen immer zur Seite.
Plötzlich, ohne Vorwarnung tauchte vor ihnen eine kleine Elfin auf, die herzzerreissend nach Hilfe schrie. Sie war vom Weg abgekommen und wurde von mehreren fragwürdigen Kreaturen umlagert und belästigt. Erag und seine Freunde zögerten keine Sekunde und kamen der kleinen Elfin sofort zur Hilfe und vertrieben
die Bösewichte. Als sich die Gerettete dann bei ihren Helfern bedankte und sich als Lady Sonea vorstellte, wurde Erag ein wenig mulmig zumute … und ein merkwürdiges Gefühl überkam ihn. Er drängte dieses Gefühl erstmal beiseite und fragte Sonea ob er und seine Freunde sie begleiten sollten. Als Sonea dann
zugab, dass sie schon seit geraumer Zeit ziel- und rastlos durch die Lande streife, ohne genau zu wissen wonach sie eigentlich suche, schlug Erag vor, dass sie sich doch ihnen einfach anschliessen solle. Doch auch Sonea hatte diese elektrisierende Spannung zwischen ihr und Erag wahr genommen und zögerte daher ein wenig … aber schließlich nahm sie die Einladung an und fühlte wie es ihr ein wenig leichter ums Herz wurde, dass sie von nun an nicht mehr auf sich alleine gestellt war. Gesagt – getan … die Gruppe der rastlosen Wanderer hatte ein neues Mitglied gefunden und machte sich weiter auf den vor ihnen liegenden Weg.
Doch zwischen Erag und Sonea war die Spannung so groß, dass sie es nicht wagten nebeneinander her zu laufen … keiner von beiden wusste, wie er mit der Situation umgehen sollte und was aus ihnen werden würde. Eines Tages, trafen sie auf Ihren Weg eine Frau, die ganz alleine vor ihrem Lagerfeuer hockte und sich einen Fisch brutzelte. Sich näherten sich vorsichtig, es hätte eine Falle sein können, aber die Frau in ihren seltsamen Gewändern, fragte nicht lange sondern lud sie ein mit ihr das karge Mahl zu teilen. Es stellte sich heraus, dass die Frau eine Heilerin mit Namen Sweet Kismet war und allein durch die Lande zog. Sweet
Kismet gefielen diese Elfen, der eine der sich Erag Nomaril nannte, vielleicht ein Dunkelelf, war sehr bemüht um Lady Sonea, dem Namen nach eine Adlige aus dem Elfenreich. Doch Lady Sonea ließ nicht erkennen ob sie die Bemühungen um sie bemerkt hatte. Die anderen Leute die sie bei sich hatten, es handelte sich um Söldner, hielten Wache, als sich alle zur Ruhe begeben hatten. Am nächsten Morgen waren alle ausgeruht um die Reise weiter zu führen. Die Elfen luden Sweet Kismet ein, mit ihnen weiter zu ziehen.
Eine Heilerin konnte man immer gut gebrauchen. Sweet Kismet zögerte nicht lange und schloss sich ihnen an. Als die Gefährten durch das Land zogen, überkam Erag Nomaril der Wunsch nach dem Wundermittel Kaffee, was seit kurzem von den Badern angeboten wurde. Es sollte angeblich Menschen vor der Ohnmacht bewahren, und frisch machen. So gingen die Helden in die Hauptstadt des Landes Tyria. Als sich die Gruppe auf den Weg zu einem der Bader machte, mussten sie durch eine Seitenstraße. Dabei trafen sie auf einen Assasinen der gerade seine Klingen reinigte. Die Gefährten dachten sofort an Gefahr und zogen ihre Waffen. Da stellte sich der Assasine als Rashad Deathfight vor und erzählte dass er ein vogelfreier Assasine sei, der Aufträge erfüllte die er für richtig befand. Da Lady Sonea meinte, dass er vielleicht zu gebrauchen sei, luden sie ihn auf ein Bier ins nächste Wirtshaus. Als sie dort ankamen, kam ihnen ein Trunkenbold entgegen mit einer Flasche Reiswein. Dieser wurde von dem Assasinen zu Boden geschmissen, so dass Erag es nicht mal mitbekam. Da Erag von der Schnelligkeit beeindruckt war, dachte er, es wäre nicht schlecht so einen Reisegefährten dabei zu haben. Rashad stimmte zu, da ihm die Anliegen der Gruppe gefielen und reiste mit ihnen. Erag fand seinen Kaffee und nahm sich einen 30Kg Sack mit auf die Reise.
Und so lief die Gruppe, die nun aus Erag Nomaril, Lady Sonea, Sweet Kismet und Rashad Deathfight bestand weiter. Am Rande eines einsamen verlassenen Waldes trafen sie einen mysteriösen Krieger. Aber die Gruppe beachte ihn nicht weiter und lief weiter und tiefer in den Wald hinein. Im Inneren des Waldes trafen die Gefährten auf 2 große Gruppen Onis. Die überzahl an Onis wollte gerade die Heilerin, Sweet Kismet, angreifen doch da kam dann plötzlich der Krieger und blockte die Onis. Dies nutzten Erag Nomaril, Lady Sonea und Rashad Deathfight aus. Sie töten die Onis. Der Seelenjäger hatte der Gruppe geholfen doch dann sah Erag , dass sein 30kg Kaffeesack ein großes Loch durch den Kampf bekommen hat. Er erzürnte, denn der ganze Kaffee lag auf den Boden und war zerstört worden. Der Krieger führte die Gruppe aus dem Wald hinaus und zeigte Erag einen Kaffeeladen wo er sich neuen kaufen konnte. Erag Nomaril bedankte sich und nahm den hilfsbereiten Krieger in seine nun 5köpfige Gruppe auf.
Da der letzte Kampf ziemlich heftig war, einige Verletzungen waren sehr tief, beschloss Erag Nomaril eine Rast von einem Tag einzulegen. Sweet Kismet verneinte das vehement und zeigte ihr Können. Sie murmelte ein paar Wörter in einer alten Sprache und die Schnittwunden schlossen sich wie von Zauberhand. Danach waren die Söldner und fünf Helden wieder die Alten. Lady Sonea fragte: "Wie hast du das gemacht?" Sweet Kismet antwortete: "Mylady, das habe ich nach Jahre langem Studieren aus dem Orient. Dort sind die besten Heiler die es gibt." Nach den vielen Kämpfen hatten die Rüstungen der Söldner schwer gelitten.
Bei vielen hingen nur noch Fetzen davon. Doch es war kein Geld da, um neue zu kaufen. Sweet Kismet wusste auch da einen Lösung:" Ich kenne einen Ort, der nicht ungefährlich ist, aber dort hausen Bestien, die sehr gutes Material für Rüstungen hergeben." Lady Sonea entgegnete:" Meine Rüstung ist in Ordnung, ich würde niemals solches Material tragen, meine Favoriten sind Seide, edles Leinen und weichgegerbtes Leder. Aber ich komme mit und stelle meine Bogen zur Verfügung"! Erag Nomaril sah sie aus den Augenwinkeln ganz hingerissen an. Er meint man merkt seine Vernarrtheit nicht, dachte Sweet Kismet und schmunzelte. Rashad Deathfight und der unbekannte Krieger, seinen Namen hatte er noch nicht preisgegeben, stimmten der Sache zu und so machten sie sich alle auf um diese Bestien zu finden.

Die Reise
Doch der Weg erwies sich schwieriger als zuerst gedacht, denn ganz genau wusste Sweet Kismet den Weg auch nicht mehr. Sie wusste nur noch, dass sie in Richtung Norden ziehen mussten. Und so kam es, wie es kommen musste, vom tiefen Wald aus gerieten sie plötzlich in eine komplett andere Welt … vor den Verbündeten erschien trauriges Ödland. Wohin das Auge auch reichte, sie konnten nur Sand und verdörrte Oasen entdecken. Ihr Weg hatte sie mitten in die gefährliche Wüste gebracht.
Sweet Kismet meinte, dass sie durch die Wüste müssten, um letzen Endes in den Zittergipfeln, wo nur Schnee und Kälte herrschte, ihr Ziel zu erreichen. Die Hitze und der Wassermangel sollten nicht die einzigen Gefahren auf ihrer Reise durch die endlos scheinende Wüste sein. Für Lady Sonea stellte dieser Abschnitt der Reise, nicht nur einen Kampf gegen Pestverschlinger und andere bösartige Kreaturen sein, sondern auch ein Kampf gegen ihre bisher verwöhnte Vergangenheit. Gut behütet, geschützt und verwöhnt im alten Ascalon aufgewachsen, wurde sie
von ihren Eltern vor der Zerstörung in ein fremdes Land geschickt, ahnte sie nichts vom Zustand ihres Landes.
Lady Sonea gab ihren Mitreisenden immer noch Rätsel auf, denn sie antwortete auf Fragen nach ihrer Herkunft nicht und wich diesem Thema bei jeder Möglichkeit aus. Erag, Rashad und der mysteriöse Krieger hatten alle Hände voll damit zu tun, Lady Sonea und Sweet Kismet vor den angreifenden Bestien zu beschützen.
Auch wenn Lady Sonea immer wieder bekräftigte, dass sie keinen besonderen Schutz bräuchte, denn sie konnte gut mit ihrem Bogen umgehen, bestand Erag darauf, dass sie sich im Hintergrund hielt und ihnen den Rücken frei halten solle.
Sweet Kismet, die nicht nur kundig in der Heilkunst war, sondern auch entkräftende Zauber und andere Verhexungen während eines Kampfes heilen konnte, wurde von den Männern angehalten, sich im Hintergrund zu halten.
So ergaben sich die beiden Frauen in ihr Schicksal und bildeten die Nachhut, jedoch mit dem Wissen, dass sie auch einen großen Teil dazu beitrugen, dass die Gruppe sicher an ihr Ziel gelangen würde. Jedoch sollten sie ihren Weg nicht so einfach fortsetzten können. Nach einem anstrengenden Kampf machte die Gruppe halt und bereitete sich ein spärliches Mahl aus den fast leeren Vorratstaschen zu. Als sie so am Lagerfeuer saßen und sich über ihren Weg unterhielten, tauchte am Horizont eine Person auf. Erst als diese näher kam, erkannten sie, dass es sich um einen Boten des Königs handelte. Er berichtete der Gruppe, dass der König schon viel von ihnen und ihren Taten gehört habe und nun ihre Hilfe suche. Die Gruppe blickte sich fragend an, denn jeder wollte wissen, warum der König grade ihre Hilfe brauchen sollte, doch der Bote sagte nur, dass sie sich schnellstens auf den Weg zum König machen sollten und erklärte ihnen den kürzesten und ungefährlichsten Weg dorthin. Am nächsten Morgen machte sie sich auf den Weg. Am frühen Mittag erreichten sie Ascalon, und Sonea wurde es schwer ums Herz, versuchte aber sich nichts anmerken zu lassen. Der König erwartete sie bereits am Tor und Sweet Kismet stellte als Erste die Frage, die allen anderen auf der Zunge lag: „Edler Herr, ihr habt nach uns gerufen, wie können wir Euch dienen?“ Der König antwortete:
„Meine Länder sind reich an Schätzen, mein Volk reich an Ernte, meine Arme ist größer als alle anderen, doch ich habe eine große Sorge. Ein Herrscher der dunklen Magie namens Nekro Engel aus dem Reich der Unterwelt vergreift sich an meinen Schätzen und meinem Volk. Er mordet und schlachtet jeden ab, der sich ihm in den Weg stellt. Sein Ziel ist die Weltherrschaft. Ich bitte Euch um Hilfe, denn ich habe nur Gutes über Euch und Eure Tapferkeit gehört. Findet Nekro Engel und führt ihm seine gerechte Strafe zu. Ihr scheint die Einzigen zu sein, die dieser Aufgabe gewachsen sind.“ Die Gefährten sahen sich an und waren sich auch ohne Worte einig, dass sie so einen Hilferuf nicht abschlagen konnten, denn schließlich kam dieser vom König. Lady Sonea, die sich bisher im Hintergrund gehalten
hatte, versteckt hinter allen anderen, bat Erag den König um neue Rüstungen und Waffen zu fragen, denn mit ihren noch vorhanden würden sie den Kampf nicht bestreiten können. Erag, der sich wunderte warum Sonea nicht selber sprach, tat worum er gebeten wurde. Der König lächelte und meinte, dass dies das mindeste wäre, was er ihnen mit auf dem Weg geben könne. Er brachte sie zu seinem Rüstungs- und Waffenschmied und wies ihn an, den Gefährten alles zu fertigen, was sie wollten. Bevor er ging sagte er noch: „Ihr seit tapfer, doch alleine werdet ihr es nicht schaffen. Sucht nach treuen Verbündeten in den Städten meines Landes, denn der Weg ist hart und lang bis Ihr das Reich der Unterwelt erreicht. Unter meinem Volk sind viele tapfere und kampferprobte Menschen, die euch gerne unterstützen. Meine Armee benötige ich jedoch hier, um Ascalon und die anderen Städte zu verteidigen. Ich hoffe, ich werde euch gesund wieder sehen.“ Mit diesen Worten drehte er sich um und ging. Die Gefährten ließen neue Rüstungen und Waffen herstellen, und wollten sich, nachdem sie sich gestärkt und ausgeruht hatten, wieder auf dem Weg machen, diesmal mit dem Ziel die Gruppe zu vergrößern und Nekro Engel zu finden.

Der Auftrag
Doch Erag ließ Soneas Verhalten keine Ruhe. So nahm er sie beiseite und fragte: „Warum hast du nicht selber mit dem König gesprochen?“ Sonea blickte verlegen zu Seite und versuchte sich wegzudrehen, doch Erag hielt sie am Arm fest … so blieb Sonea nichts anderes übrig, als Erag anzusehen und mit Tränen in den
Augen sagte sie leise: „Bitte frage mich nicht. Ich kann es dir nicht sagen, ich kann es einfach nicht.“ Sie riss sich los und rannte weg. Erag blieb verwirrt zurück. Sweet Kismet, die alles aus einigen Metern Entfernung mit angesehen hatte, ging auf Erag zu und fragte was passiert sei. Er erzählte es ihr und sie meinte: „Irgendein schweres Geheimnis belastet ihr Herz, aber es scheint noch zu früh für sie zu sein, es jemandem zu erzählen. Erag gib ihr Zeit und sei ihr ein treuer Freund, dann wird sie sich irgendwann dir anvertrauen. Aber tu ihr den Gefallen und dräng sie nicht … das führt zu nichts.“ Erag nickte und ging zusammen mit Sweet Kismet zurück zu Rashad und dem Krieger, die im Wirtshaus saßen und sich das einheimische Bier schmecken ließen. So saßen sie fast die ganze Nacht zusammen, bis sie sich letztendlich doch zu ihren Nachtlagern begaben um sich vor der Reise noch ein wenig auszuruhen. Rashad fragte: „Hat einer von euch Sonea gesehen?“. Erst da fiel auch den anderen auf, dass sie immer noch nicht zurückgekehrt war und fingen an sich Sorgen zu machen. Sie
gingen noch mal zurück zum Wirtshaus, doch auch da war sie nicht. „Ich geh sie suchen, legt ihr euch hin und ruht euch aus, wir haben morgen einen langen, anstrengenden Weg vor uns“ sagte Erag und drehte sich um. Als er nach einiger Zeit zu den anderen zurückkehrte musste er ihnen enttäuscht mitteilen, dass
seine Suche erfolglos geblieben war, obwohl er überall nach ihr gesucht hatte. Enttäuscht und müde legte er sich hin und fiel in einen unruhigen Schlaf, auch die anderen konnten nicht wirklich friedlich schlafen. Als sich die Verbündeten am nächsten Morgen für die Reise fertig machten und ihren Proviant verstauten,
tauchte wie aus dem Nichts Sonea wieder auf, aber auf die Frage wo sie gewesen ist, gab sie keine Antwort. Da Sweet Kismet, Erag, Rashad und der Krieger wussten, dass es keinen Sinn hat, sie zu löchern, nahmen sie einfach hin und machten sich gemeinsam auf die Suche nach neuen Gefährten. Ihre Reise führte sie über das Sardelac-Sanatorium nach Fort Ranik im Regentental, wo sie denn auch ein paar Gefährten fanden, die bereit waren sich ihnen anzuschliessen. Sie mussten noch weitere Grafschaften, unter anderem die Pockennarbenebene, die Bresche, den Drachenschlund und das Tiefland von Diessa durchqueren, bis sie bei der Nolani-Akademie angelangten. Denn dort wollte Sweet Kismet unbedingt
hin, um sich dort von einer Großmeisterin der Heilkunst in einigen Bereichen ihrer Heilkunst unterrichten zu lassen, damit sie den Verbündeten auch in den schlimmsten Situation hilfreich zur Seite stehen zu können.
Als die Gruppe nach einigen Tagen auf eine Lichtung erblickte, trauten sie ihren Augen kaum. Was sie dort erblickten, hatten sie noch nie zuvor gesehen. " Ein Zuckerstangen-Händler " rief Sweet Kismet erstaunt aus. Noch nie zuvor hatte jemand einen Zuckerstangen-Händler gesehen, deswegen aggierte die Gruppe sehr vorsichtig. Nur Rashad handelte zügig und belegte nun den Seelenjäger, der mysteriöse Krieger hatte soeben seinen Namen genannt, mit Rückruf. Die 5 näherten sich vorsichtig der Lichtung. Erag jedoch ließ sich davon nicht einschüchtern und ging auf den Händler zu. Was die anderen nicht ahnen
konnten, war, dass Erag schon des Öfteren auf solche Händler gestoßen war. Er winkte die Anderen zu sich und erklärte ihnen, dass man bei diesem Händler aussergewöhnliche Sachen, wie Zuckerstangen, Kuchen, Limonade und andere Leckereien kaufen konnte. Die Anderen sahen sich verwundert an und liessen
sich dann vom Händler seine Waren zeigen. Und so deckten sich die Verbündeten mit einigen Leckerein für die lange Reise ein und machten sich erneut auf dem Weg. Am nächsten Morgen war Rashad ganz grün im Gesicht und hielt sich den Bauch. "Oh Grenth!" stöhnte er und übergab sich. Sweet Kismet eilte herbei und legte im die Hand auf die Schulter. "Du hast wahrscheinlich zuviel von den neuartigen Zeugs von gestern gegessen" sprach sie. " Aber ich kann dir helfen, ein bisschen Kraut von dem da und ein wenig von den Lindenblüten und schon wird`s dir wieder besser gehen." Sie kramte ein wenig in ihren Sachen herum und gab Rashad die Kräuter gegen sein Bauchweh. Die anderen Gefährten hatten nicht ganz soviel von dem süssen Zeug`s gegessen und hatten deshalb keine Probleme. Lady Sonea war sehr besorgt um Rashad und kümmerte sich rührend um ihn, was Erag mit Knurren sah. Doch Lady Sonea bemerkte dies nicht, Rashad war ihr wie ein kleiner Bruder ans Herz gewachsen und sie mochte seine unbekümmerte Art. Bei Erag wusste sie nie wie er reagierte, einmal herzlich, dann wieder unnahbar, ein Krieger durch und durch. Ihr neuer Waffengefährte Seelenjäger war ein Krieger
mit dem man gut auskam, er stellte seinen Schwertarm zur Verfügung und war zur Stellle wenn man ihn brauchte. Im Moment saßen sie alle um die Kochstelle herum auf dem der Kaffee lustig vor sich hin kochte.
"Wir brechen auf, wenn Rashad soweit wieder hergestellt ist!" sprach Erag. "Wir müssen vorher noch ins Gerichtsgebäude in Grendich, bevor wir ins Ascalon Vorgebirge vorstoßen" sagte Erag. " Was wollen wir in Grendich?" fragte Seelenjäger. "Da ist nichts besonderes". "Ich muss dort noch einen alten Freund besuchen" erwiderte Erag, " und Du musst nicht mitkommen, wenn Du es nicht willst."
"Nein, so hab ich das nicht gemeint" beschwichtigte Seelenjäger, Erag. Natürlich komme ich mit, das Abenteuer lass ich mir doch nicht entgehen"! Seelenjäger streckte die Füße aus und ließ sich von Sweet Kismet noch einmal von dem Gebräu das sich Kaffee nannte nachschenken. Eine Stunde später brachen sie auf.

Der unbekannte Freund
Doch als sie in Grendich ankamen, trauten sie ihren Augen kaum. Von der Stadt waren nur noch Ruinen übrig geblieben und alle Bewohner schienen sich davon gemacht zu haben. „Der einzig mögliche Weg für die Bewohner ist der Weg über das Ascalon Vorgebirge“ meinte Deathfigt. Doch der Weg war schwer und nicht ungefährlich und so machten sich die Verbündeten nach kurzer Rast auf den Weg die Bewohner von Grendich zu finden.
Seelenjäger ging wagemutig voran und versuchte in dem feuchten Boden Spuren zu finden, die die Grendicher hinterlassen hatten und er musste feststellen, dass Deathfight Recht hatte. Erag hatte sich ein wenig von der Gruppe abgesetzt und bildete die Nachhut. Als der Seelenjäger in nach dem kürzesten Weg fragen wollte, denn Erag kannte den Weg besser als der Rest der Gruppe, reagierte dieser nicht.
Bromgar, die Arenawache erblickte die Gruppe zuerst und eilte sofort zu Hauptman Osric, der die Gruppe in Empfang nahm. Erag erkundigte sich nach seinem Freund, in der Hoffnung, dass dieser hierhin gekommen ist. Doch dieser konnte ihm keine guten Nachrichten machen. Daraufhin schlenderte Erag gedankenversunken durch den Ort und überlegte ob sein Freund vielleicht doch direkt zum Borlispass gegangen ist. „Glaubst du er macht sich Sorgen um seinen Freund?“ fragte Sonea Sweet Kismet. Diese meinte, dass Erags Freund mit Sicherheit zum Borlispass gereist wäre. Sonea ging auf Erag zu, nahm seine Hand und führte ihn zum Rand des Ortes. Erag schaute sie erstaunt an, aber Sonea liess sich dennoch nicht davon abbringen. Sie setzten sich am Rande auf ein paar Kisten und Sonea frage: „Du machst dir Sorgen um deinen Freund, nicht wahr?“. Da Erag keine Antwort gab, setzte Sonea nach: „Wir machen uns gemeinsam auf die Suche, er wird
schon irgendwo sein. Sweet Kismet vermutet, dass er sich bestimmt am Borlispass befindet. Da ich mich hier nicht auskenne, sind wir auf dich angewiesen. Lass dich nicht hängen und mach dir keine Sorgen. Wir werden dir helfen ihn zu finden.“
Daraufhin schaute Erag sie dankbar an und drückte zärtlich ihre Hand, die er immer noch nicht losgelassen hatten. Sonea schaute ihn verwundert an, sagte aber nichts. So blieben sie noch einige Minuten schweigend sitzen. Währenddessen schlenderten die Anderen durch den Ort, machten Besorgungen und liessen sich die Neuigkeiten erzählen. Erag und Sonea gesellten sich zu ihnen um sich über die neuesten Pläne zu unterhalten. Bei einem kleinen Abendessen und einer Tasse Kaffee saßen sie gemeinsam am Lagerfeuer und nachdem sie sich einig waren,
dass sie sich morgen auf den Weg über das Tal des Reisenden zum Borlispass machen würden, redeten sie bis spät in den Abend hinein über ihre bisher erlebten Abenteuer. Nur Seelenjäger hatte schon sein Nachtlager aufgebaut und wünschte allen eine gute Nacht. Die Anderen taten es ihm nach, denn der Weg zum Borlispass war lang und die Wege waren mit Schnee und Eis bedeckt, deswegen mussten sie ausgeruht sein.
In aller Frühe packten sie ihr Habe zusammen und zogen los, immer wieder wurden sie in Kämpfe mit Charrs verwickelt die sie aber heil überstanden. Sie durchquerten das Vorgebirge und kamen im Tal der Reisenden an, wo sie eine kurze Rast einlegten, damit sich die Frauen erfrischen konnten. Danach ging es weiter Richtung Jakbiegung, einer kleinen Handelsstation vor dem Borlispass. In dieser Handelsstation gab es auch eine Arena. "Ich muss mir die Arena mal anschauen," sagte Seelenjager, "vielleicht kann ich mir ein paar Goldstücke verdienen"! Rashad war nicht abgeneigt es ihm gleich zutun. "Und ich werd mich mal umschauen, ob es nicht einen Tuchmacher gibt" sagte Sweet Kismet. " Mein Umhang besteht leider nur noch aus Fetzen". "Gut, dann werde ich mich mal umhören, ob mein Freund hier gesehen wurde" erwiderte Erag. In der Jakbiegung angekommen, trennten sich die Wege und man sprach sich ab, sich am Abend in der hiesigen Taverne, Zum Schwarzen Raben, zu treffen. Sonea ging sofort in die Taverne und ließ sich in ihrem Zimmer ein heisses Bad kommen. Die Mägde schleppten Eimerweise das heisse Wasser in die Sitzwanne. Als die Mägde verschwunden waren, ließ sie sich in die Wanne gleiten und schloß die Augen. Ah, was für ein Genuß nach den Strapazen, dachte sie. Als sie die Augen aufschlug, stand Erag vor ihr und starrte sie an. Sonea schrie auf und sank sofort tiefer in das Wasser, aber die Wanne bot nicht viel Schutz. "Hinaus, oder mach die Augen zu" schrie sie empört. Erag lächelte nur und konnte gar nicht genug kriegen von diesem Anblick der sich ihm bot. Sonea war wunderschön anzusehen, der Ärger machte sie nur noch schöner. "Also gut, ich dreh mich um, aber glaub nicht das ich noch nie ein Mädel in der Wanne gesehen hab" murmelte er grinsend. "Wie kannst du nur einfach ohne anzuklopfen hier herein schneien" sprach Lady Sonea empört. "Kann man nicht wenigsten ein paar Minuten ungestört sein"? "Naja ich dachte, das ich dir gleich erzähle, das wir das Zimmer teilen müssen. Der Wirt hat nur noch dieses
hier". "Dann schlaf ich mit Sweet Kismet hier" Lady Sonea schüttelte den Kopf. "Das wird nicht möglich sein" Erag grinste wieder. "Sie wird bei der hiesigen Heilerin bleiben". "Und Rashad und Seelenjäger schlafen in der Arena, nachdem sie dort gekämpft haben. Wie du siehst, sind wir zwei ganz allein und wie gesagt der Wirt hat nur dieses Zimmer. Aber du brauchst dich nicht um deine Jungfernschaft zu sorgen, ich schlafe auf dem Boden". Sonea fröstelte im dem langsam kälter werdendem Wasser und sagte: "Gib mir mein Handtuch und wehe du schaust"!
Erag lachte laut und gab ihr ihr Handtuch und ging danach hinaus. Sonea aber dachte wie sie die Nacht nur überstehen sollte mit diesem Mann im Zimmer. Sie zog sich an und ging in die Gaststube, wo Erag schon saß und einen Humpen Ale vor sich stehen hatte. Dort setzte sich sich ihm gegenüber und sie ließen sich
beide etwas zu Essen bringen. Bei Hammelfleisch und Wein, Sonea mochte kein Ale, sprachen sie darüber was die nächsten Tage wohl bringen würden. Aber keiner sprach von der kommenden Nacht. Erag hatte leider nichts von seinem Freund erfahren. Als es Zeit war gingen sie hinauf und Erag musste sich umdrehen,
damit Sonea sich entkleiden konnte. Als sie im Bett war, Erag legte sich wie versprochen auf dem Boden, merkte Sonea wie kalt es im Zimmer war. Erag lag nur mit seiner Kleidung auf dem Boden, es war keinerlei Decken mehr übrig geblieben. OH Dwayna, dachte Sonea, das Bett war breit genug. "Erag, schläfst du schon"
flüsterte sie. "Bei der Kälte Mädchen kann man nicht schlafen" sagte er. "Du kannst ins Bett kommen, wenn du auf deiner Seite bleibst"! "Ich sagte dir schon, das du vor mir sicher bist" Erag schaute sie eindringlich an. "Obwohl der Anblick,
heute sehr vielversprechend war". Sonea war froh das es dunkel war, sicherlich war sie feuerrot im Gesicht. "Sprich nicht mehr darüber, sonst kannst du auf dem Boden bleiben" murmelte sie. Erag legte sich mit samt der Kleidung ins Bett, in der Hoffnung das Sonea sich dann sicherer fühlte. Beide konnten in der Nacht kein Auge zudrücken. Am nächsten Morgen, trafen sie sich alle in der Gaststube wieder. Rashad und Seelenjäger hatten sich wacker in der Arena geschlagen und waren um einige Goldmünzen reicher. In lustigen Worten erzählte Rashad wie sie die Gegner ausser Gefecht gesetzt hatten und diese Staub schlucken mussten. Als sie aufbrachen, fragte Seelenjäger Sweet Kismet verwundert: "Warum hast du nicht deine alten Farben behalten"? Sweet Kismet antwortete:" Dies ist ein Neubeginn, mein Clan sind die Diener des Lichts, die Sonne auf dem Umhang bedeutet das Licht, die über die herankommende Nacht triumphiert. Das Schwert symbolisiert den Kampf gegen das Böse. Und da mein alter Umhang nur noch ein Fetzen war, habe ich mir einen neuen machen lassen." Seelenjäger aber wollte wissen warum der Umhang jetzt gelb war. Vorher war er weiss gewesen. Sweet Kismet antwortete lächelnd: "Du musst wissen das die Sonne immer schon mit Gelb in Verbindugn gebracht wurde, aber vor allem, ist weiss ein Farbe die nur sehr schwer zu säubern ist. Und ich habe nicht vor, als Waschfrau zu enden. So nun genug geredet, auf gehts zum Borlispass.“
Mit diesen Worten machten sie sich auf den Weg, aber nicht, ohne vorher ausreichend Proviant mitzunehmen. Der Weg gestaltete sich aufgrund des grad einsetzenden Schneetreibens schwieriger als zuerst angenommen. Immer wieder mussten sie Umwege in Kauf nehmen, weil der Weg nicht zu erkennen war, und sie
des Öfteren plötzlich vor einem Abgrund standen. Sweet Kismet beobachtete Erag und Sonea, die nebeneinander hergingen und musste schmunzeln. Sie fragte sich, was wohl in der letzten Nacht zwischen den Beiden vorgefallen war, immerhin hatte sie es extra so arrangiert, dass die beiden die Nacht zusammen verbringen konnten. Sie hatte Rashad und Seelenjäger überredet die Nacht in der Arena zu bleiben und sie hatte sich bei der Stadt-Heilerin einquartiert. Sie musste, die Heilerin anschwindeln und sich stundenlang ihr langweiliges Gerede anhören, nur damit sie dort ihr Nachtlager aufschlagen konnte, den Wirt von der Taverne musste sie mit Gold bestechen, damit er behauptet, dass nur noch das eine Zimmer frei wäre, aber die Mühe schien sich gelohnt zu haben, denn die
beiden schienen glücklich zu sein, das verriet wenigstens ihr strahlendes Lächeln.
Was sich jedoch noch keiner getraut hatte zu fragen, war, wen sie eigentlich suchten. Erag rückte nicht mit der Sprache raus. Rashad fasste sich als erstes ein Herz und ging auf Erag zu und fragte ihn: „Erag, für wen nehmen wir hier die ganzen Strapazen und den Umweg eigentlich auf uns? Versteh mich jetzt bitte nicht falsch, es stört mich nicht, aber ich glaube, wir alle würden gerne wissen, für wen wir das hier machen.“ Erag schaute ihn verwundert an und fragte sich `Habe ich ihnen noch nicht erzählt wen ich suche?`und antwortete dann auf Rashads Frage: „Wir suchen einen ganz alten Freund von mir, Renja Windgesang. Wir hatten uns eigentlich in Grendich verabredet, aber jetzt, da die Stadt abgrebannt ist und Renja nirgends aufzufinden war, mach ich mir schon Sorgen und möchte ihn finden.“ Die anderen schauten sich an und hofften insgeheim, dass sie Erags Freund am Borlispass finden würden, denn sie merkten, dass es Erag sehr am Herzen lag, seinen Freund zu finden.
Jetzt hatte die Gruppe zwar das Geheimnis um Erags Freund gelöst, aber was war mit Sonea los? Sie war zwar mittlerweile offener den Anderen gegenüber, aber sprach immer noch nicht über ihre Vergangenheit. Hatte sie schlimmes erlebt, über das sie nicht sprechen wollte oder sollte sie gar eine Gefahr für die Gruppe werden? Sweet Kismet hatte sich die Bedenken von Rashad und Seelenjäger angehört und fasste einen Entschluss. Sie gesellte sich zu Erag und Sonea und sprach erstmal über alles Mögliche mit ihnen, während sie sich überlegte, wie sie ein vertrauliches Gespräch mit Sonea zustande bringen könnte.

Geheimnisse
Die Gelegenheit sollte sich bereits am Abend, nach dem gemütlichen Abendessen am Lagerfeuer ergeben. Lady Sonea ging zu Sweet Kismet rüber, die ein wenig abseits der Gruppe in ihren Schriftrollen las. „Sweet Kismet, kann ich mit dir reden?“ fragte Sonea vorsichtig, denn sie wollte Sweet Kismet nicht erschrecken.
Sweet Kismet schaute von den Schriftrollen auf und deute Sonea Platz zu nehmen. Sonea reichte Kismet einen Becher mit heissen Kaffee, den sie grade vom Feuer genommen hatte. Erag und die anderen beobachteten die beiden Frauen und überlegten, was da von statten gehen könnte. Da sie wussten, dass sie ohne zu fragen eh nicht dahinter kommen würden, widmeten sie ihre Aufmerksamkeit
wieder ihrem Kartenspiel.
Während Sonea wartete, dass Kismet ihre Schriftrollen beiseite legte, überlegte sie wie sie am Besten anfangen sollte. Doch sie kam gar nicht dazu, diesen Gedanken zu Ende zu denken, denn plötzlich schrie Seelenjäger auf und packte sich seine Waffe. Sweet Kismet und Sonea schauten sich erstaunt an und fragten sich was los sei, als sie plötzlich am anderen Ende ihres Lagers große Eis-Golems und etliche Eiskobolde sahen, die sich auf die Gruppe zu bewegten. Während Seelenjäger und Rashad sich schon lautlos an die Gegner ranpirschten, suchten Erag und Sonea ihre Bögen; Sweet Kismet hob ihren Stab auf und zusammen machten sie sich auf, den beiden Verbündeten den Rücken zu stärken und frei zu halten. Es kam den Verbündeten vor, als ob der Kampf zwischen ihnen und den Eisgiganten ewig dauern würde. Aber letztendlich war der Sieg doch ihrer, auch wenn sie ihn nicht komplett ohne Blessuren und kleineren Wunden überstanden hatten. Sweet Kismet kümmerte sich um ihre Gefährten, die ihr inzwischen ans Herz gewachsen waren, gründlich und so ließen sich sich die Männer wieder am Feuer nieder um weiter ihrem Spiel zu frönen, aber nicht ohne ein wachsamens Auge auf ihre Umgebung zu haben. Lady Sonea, die von der Attacke der Eisgolems
immer noch erschrocken war, setzte sich neben Sweet Kismet in der Hoffnung endlich mit ihr reden zu können.
"Ich glaube jetzt haben wir Ruhe" beruhigte Sweet Kismet sie und machte es sich bequem. "Ich habe schon lange gespürt, das dir etwas auf dem Herzen brennt. Aber ich dachte mir, das du noch Zeit brauchtest, um mit jemandem zu reden".
Lady Sonea seufzte tief und sagte leise, "Als wir damals beim König waren, konnte ich ihm nicht gegenüber treten". "Ich dachte ich wäre stark genug, aber kann einfach noch nicht". "Langsam, langsam" Sweet Kismet legte Sonea die Hand auf den Arm, augenblicklich durchdrang Sonea ein unglaublich leichtes Gefühl, so als ob niemals etwas Schreckliches vorgefallen wäre. "Wie hast du das gemacht" lächelte Sonea jetzt, "Ich fühle mich so, als wäre eine große Last von mir gefallen". "Ja, so sollte es auch sein, aber es hält nicht lange an" antwortete Sweet Kismet. "Jetzt erzähl mal, was dich bedrückt", Sweet Kismet schaute sie aufmerksam an. "Also das war, bevor ich euch kennenlernte, noch bevor ich Erag traf, ach ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll" sagte Lady Sonea. "Als kleines Kind hatte ich alles was ich mir wünschen konnte, liebevolle Eltern, ein schönes Zuhause, einen älteren Bruder, den ich über alles liebte. Er war Rashad so ähnlich. Er wurde getötet und das änderte mein Leben von Grund auf. Es passierte bei einem Jagdausflug, und er wurde während er einen Eber stellte, getötet. Mutter hatte das nie verwunden und zog sich immer mehr zurück. Sie machte meinem Vater dafür verantwortlich, der ihm alles erlaubte, auch damals als mein Bruder den wildesten Hengst im Stall reiten wollte, hatte Vater nichts dagegen.
Der Stallknecht warnte noch, aber mein Bruder hielt nichts darauf, schwang sich in den Sattel und ritt in seinen Tod. Der Hengst scheute und warf meinen Bruder direkt vor den Keiler der ihn darauf hin zerfleischte. Mutter sichte dahin, und gab meinem Vater die Schuld, sie stritten sich öffentlich lautstark immer wieder, ach es war schrecklich. Bald starb Mutter und ich war allein mit Vater, doch jedesmal wenn Vater mich sah, wandte er sich ab und irgendwann nahm er mich nicht mal mehr war. Ich wuchs also völlig allein auf, nur meine Amme und meine Lehrer waren für mich da. Eines Tages konnte ich es nicht mehr aushalten und verabschiedete mich von meiner Amme und lief einfach davon".
"Soll das heißen, das der König dein Vater ist?" rief Sweet Kismet erschrocken aus. "Pst, nicht so laut" sagte Lady Sonea," das bleibt noch unter uns, ich werde es den anderen noch sagen, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist". "Gut, ich werde es für mich behalten" erwiderte Sweet Kismet. "Aber eins würde mich interessieren, wie hast du so gut gelernt, mit dem Bogen umzugehen. Das ist doch einer Königstochter unwürdig". "Ach weisst du, wie lange einem die Zeit werden kann, wenn der eigene Vater einen nicht kennt. Ich hatte einen der besten Bogenschützen zum Meister und es mir beibringen lassen, ohne das Vater es erfuhr. Ausserdem glaube ich, hätte er das sowieso nicht bemerkt" Sonea seuftze tief, "Ich habe keinen Vater mehr, aber ich werde irgendwann zurück kehren
um mich ihm zu stellen, aber nicht jetzt und heute. Aber ich werde ihm helfen, sein Reich vor dem Lich der sich Necro Engel nennt zu befreien, mehr aber auch nicht"!
"Wir werden sehen", Sweet Kismet lächelte tiefgründig," Manche Dinge brauchen Zeit und Zeit haben wir!" Damit schlugen die beiden Frauen ihr Nachtlager auf und versuchten noch ein paar Stunden zu schlafen, nicht ohne sich vorher einen verschwörerischen Blick zugeworfen zu haben. Lady Sonea war es um einiges leichter ums Herz, Erag dagegen hatte mit sich zu kämpfen, wie sollte er es
ihr beibringen. Das fragte er sich schon den ganzen Tag. Sie waren sich doch schon nähergekommen, er und Lady Sonea und jetzt musste er ihr beibringen, das dieser alte Freund Renja Windgesang eine alte Freundin war. Und Renja Windgesang war ebenfalls nicht von schlechten Eltern, wie Erag immer sagte. Dennoch könnten beide nicht unterschiedlicher nicht sein, war Renja wild und draufgängerisch und musste meistens das letzte Wort haben, Erag erinnerte sich schmunzelnd an die Wortgefechte die sie hatten, war Lady Sonea doch ganz anders. Sie hatte etwas Edles, Anziehenderes als Renja, Lady Sonea weckte etwas in ihm, das ihn nicht mehr los ließ. Er wollte sie vor allen Gefahren beschützen und lieben. Erag fuhr erschrocken zusammen, hatte er gerade "lieben" gedacht?. Nein, er doch nicht, noch nie war so etwas vorgekommen. Was war schon Liebe?. Er hatte keine Zeit für Liebe, nein sagte er sich nochmal, das konnte nnicht sein, oder doch?......icht sein, oder doch? Am nächsten morgen, die Sonne stand noch tief, schlug Erag die Augen auf und blickte durch die Runde.
Alles war ruhig, das Schneetreiben hatte aufgehört und ein leises zwitschern eines Vogels war zu hören. Er stand auf, suchte leise etwas Feuerholz und begann, das Feuer neu zu entfachen, als er bemerkte, das sich Sweet Kismet zu ihm gesellte. "Ich muß mit euch sprechen" sagte sie leise zu ihm, und ging ein Stück vom
Lager weg. Erag setzte den Kaffee auf, den er morgens immer braucht um klar denken zu können, und folgte anschließend Sweet Kismets Spuren, die sie im Schnee zurück ließ. Hinter einer Wegesbiegung sah er sie dann, sitzend aus einem umgeknickten Baumstamm ,und in ihren Pergamentrollen stöbernd. "Was ist los?", fragte er sie, als er neben ihr Platz genommen hatte.
"Es geht um Lady Sonea" entgegnete sie ihm. "Ich möchte euch um einen Gefallen bitten. Egal was passiert, egal wohin wir gehen, versprecht mir, euch um sie zu kümmern". Erag schaute Kismet an" Was hat das zu bedeuten? Was wollt ihr mir damit sagen?" fragte er sie in einem doch arg verwunderten Ton. "Versprecht
es mir einfach", entgegnete sie, stand auf und ging langsam Richtung Lager zurück. Erag überlegte, was Kismet wohl mit dieser Bitte gemeint hat, während er die Gegend um sich inspirierte, als er in weiter Ferne einige Schatten sah, die sich zwar nicht auf ihn zu bewegten, sich jedoch in der Gegend aufhielten.
Er stand auf und ging wieder zum Lager, wo die anderen sich schon genüsslich den Kaffee von ihm zu Gemüte führten. Er kramte in seiner Tasche und fingerte nach seinem Becher, den er sodnn heraus holte, nahm sich den Kaffee und trank ihn, während er durch die Runde blickte. "Wir müssen alsbald los" sagte er durch die Runde, als er seinen Kaffee getrunken hatte und den Becher im Schnee gesäubert hatte. "Doch zuvor" ,sagte er, "muß ich euch noch was sagen", er blickte durch die Runde. "Den Freund den wir suchen, ist nicht das was ihr anscheinend denkt. Er ist zwar ein guter Freund, doch muß ich euch sagen, das er eine Sie ist. Sie heißt Renja Windgesang, ist Waldläuferin und schon seit Jahren mit mir befreundet. Wir hatten damals den gleichen Lehrer der uns ausgebildet hat. Doch irgendwann haben wir uns aus den Augen verloren. Vor kurzem sagte mir jemand, das sie sich hier oben in den Zittergipfeln aufhalten würde. Darum bin ich auf der Suche nach ihr. Sie ist hitzköpfig und mutig, nur bringt ihr diese Einstellung hier oben nichts, da sie glaube ich, nicht um die Gefahren weiß, die hier oben herrschen". Stille umgab Erag, als er seine Geschichte den anderen kund tat. Lady Sonea stand auf und entfernte sich rasch, wobei sie ihren Bogen spannte und ihren Köcher umschnallte. Sweet Kismet schaute Erag erzürnt an, als sie aufstand und Sonea folgte. Erag schaute die anderen der Gruppe an und fragte: "Habe ich was falsches gesagt? Was ist hier los?“ Rashad und Seelenjäger schauten sich vergnügt an und prusteten auch schon los, natürlich ausser Hörweite von Sonea und Sweet Kismet.
"Meinst du nicht auch, das das ein Fehler war, Sonea nichts von Renja zu sagen? Ich meine, wenn du schon Sonea solche Augen machst und gib es nur zu Erag, das es so ist, dann sollte sie auch wissen ob du einen alten "Freund" oder eine alte "Freundin suchst" Rashad war inzwischen wieder ernst geworden, da er Sonea
sehr schätzte. Seelenjager aber meinte nur:"Lass nur Rashad, seine Weibergeschichten gehn uns nichts an, Erag wird schon sehen das das nur Ärger bringt". Erag schnaubte und sagte:"Sie ist eine alte Freundin und was früher war ist längst vergessen und nun Schluss damit". Er stand auf und machte sich auf, die Sachen zusammen zu packen, nicht ohne Sonea die mit Sweet Kismet in einiger Entfernung stand noch einen Blick zuzuwerfen. Sonea aber standen Tränen in den Augen, die sie vor Sweet Kismet verbergen wollte, diese aber ließ sich nicht täuschen. "Ein Kerl ist wie der andere" sagte Sweet Kismet, "aber glaub mir Sonea, ich glaube Erag empfindet wirklich etwas für dich". "Ich glaube ihm kein Wort" flüsterte Sonea erzürnt. "Er hätte doch gleich sagen können das Renja eine Frau
ist, warum hat er das nicht getan? Ist sie seine Gefährtin, ach Sweet Kismet ich weiss auch nicht was ich glauben soll, ich bin nur so fuchtbar enttäuscht" "Laßt nur Lady Sonea, wir werden Renja Windgesang finden und dann werden wir weiter sehen und bis dahin zerbrecht euch nicht euren hübschen Kopf". Sweet Kismet lächelte Lady Sonea aufmunternd an und beide halfen mit das Lager abzubauen und alle brachen auf Richtung Borlispass. Der Schnee hatte eine wunderschöne aber auch gefährliche Landschaft geschaffen, überall schimmerte und glitzerte es. Sie kamen aber einigermaßen gut voran und waren guter Dinge, auch wenn Sonea Erag keinen Blickes würdigte. Plötzlich gab Rashad ein Zeichen, Erag zwirbelte die
Sehne seines Bogens, Seelenjäger zog sein Schwert und Sonea spannte den Bogen. "Dort hinten, seht ihr es?"
Rashad zeigte auf ein paar Schemen vor ihnen, "Zwerge, ich hoffe doch das es einige von den Deldrimors sind". "Nein das sind die von Steingipfel Clan" sprach Lady Sonea,"Die Deldirmors tragen andere Farben". "Gut, dann werden wir sie ordentlich begrüßen" Seelenjäger nickte und strich bedeutungsvoll über sein
Schwert. "Es lässt nichts Gutes ahnen, wenn sie hier schon sind" meinte Erag. "Also los, seid ihr bereit?". Alle nickten und marschierten los, Sweet Kismet ließ ihren Stab kreisen um einen Schild aufzubauen, die sie alle vor den heran stürmenden Zwergen schützen sollte. Doch sie wurde von einem der Mesmer der Steingipfelzwerge unterbrochen. Rashad dagegen war schon mitten im Gefecht, mit seinen einzigartigen Fähigkeiten war er zu einem der Heiler der Zwerge geeilt und hatte ihm die Kehle durchgeschnitten. Der zweite Heiler lief in seiner Panik
davon um Rashad zu entkommen. Aber bevor Rashad auch ihn erwischte, traf ein Pfeil Sonea`s ihn mitten ins Herz. Tot fiel er zu Boden. Sweet Kismet wurde indessen von zwei Kriegern der Zwerge hart bedrängt. Erag tötete seinen Gegner mit einem gekonnten Kreuzfeuer und eilte ihr zu Hilfe. "Sweet Kismet duckt
euch"! Erag sah nur noch, wie der Zwergenkrieger mit dem Schwert ausholte um Sweet Kismet den Kopf abzuschlagen. Doch ein Schatten kam plötzlich und Sweet Kismet stand nicht mehr auf denselben Fleck auf dem sie grad noch gestanden hatte. Rashad hatte mit seinem Rückruf Sweet Kismet gerade noch rechtzeitig
aus der Gefahrenzone gerettet. Der Hieb des Zwergenkriegers ging ins Leere. Seelenjäger und Erag erledigten auch die restlichen Gegner und Lady Sonea sicherte die Gegend ab. Sweet Kismet war aschfahl im Gesicht. "Ich danke dir Rashad, das kam in letzter Minute". Ich dachte schon, ich komme zuspät" meinte Rashad erleichtert. "Aber es ist ja noch mal gutgegangen. Guter Schuß übrigends,
Mylady" Rashad schaute Lady Sonea bewundernd an.
"Ach das war doch nichts, ich bin dir sehr dankbar, das du Sweet Kismet gerettet hast" Lady Sonea sah alle der Reihe nach an und sagte: "Wir müssen vorsichtiger sein und uns beeilen. Wenn ich mich nicht irre sind wir ganz nah, der König der Deldirmor Zwerge wird uns hoffentlich empfangen. "Soweit ich weiss, ist der
Sohn des Königs von Ascalon dort. Sein Name ist Rurik. Ich hoffe er kann uns weiterhelfen und Erag vielleicht findest du deine "Freundin" ja auch dort" Mit einem bedeutungsvollen Augenaufschlag sah sie Erag an und wandte sich ab um sich auf den Weg zu machen, die anderen folgten ihr. Seelenjäger und Rashad schubsten Erag hinter Lady Soneas grinsend an.

Ein neuer Verbündeter
Am Borlispass angekommen trat die Gruppe in die einzige Hütte ein, die hier oben zu finden war. Hier konnte man noch mal seine Vorräte auffüllen bevor es über den Pass ging. Der Wirt empfing sie freundlich und fragte nach ihren Wünschen. Erag wollte von ihm wissen, was es neues gebe und wo sich der Zwergenkönig Jalis Ironhammer befände. Der Wirt empfahl ihm, mit dem Wächter Hayden am Pass zu sprechen. Er hätte einen Auftrag für die Gruppe. Doch zuvor wollten sich alle ein warmes Essen und einen Humpen Ale schmecken lassen. Lady Sonea musste sich diesmal mit dem Gebräu begnügen den Wein gab es hier oben nicht. "Bäh, wie kann man nur so etwas trinken, da ziehe ich doch einfaches Wasser vor" Lady Sonea hatte die Miene vor Abscheu verzogen, doch die Männer lachten sie aus. Sie ließen sich ihr Ale gut schmecken, wussten sie doch nicht wann sie wieder etwas bekommen würden. In einer Ecke saß eine in dunkler Kleidung gehüllte Frau, die sie aus der tief gezogenen Kapuze beobachtete. "Diese Frau dort, kommt mir irgendwie bekannt vor" sagte Seelenjäger. "Ja, das denke ich auch schon die
ganze Zeit, doch ich weiss nich woher" entgegnete Rashad. An der Wand hing ein vergilbter Steckbrief, auf dem schwer erkennbar eine Frau war. Sie wurde wegen Raubes gesucht. Kopfgeld waren 25p ausgesetzt. Rashad war in den Steckbrief vertieft, als die dunkle Gestalt aufstand, sich ihrem Tisch näherte und plötzlich
stolperte und gegen Erag fiel.
Sie bat vielmals um Entschuldigung und verschwand nach draussen. Als sie mit dem Essen fertig waren und bezahlen wollten, bemerkte Erag das sämtliches Gold fehlte. Soviel er auch suchte, es war nicht mehr da. Rashad sprang auf:"Jetzt weiss ich es, die Frau und der Steckbrief sind ein und dieselbe Person. Erag du
bist einer Betrügerin auf den Leim gegangen. Wir müssen sofort hinterher, vielleicht holen wir sie noch ein. Ich werde mich persönlich um sie kümmern". Rashad lächelte böse. "Ich mag es gar nicht, wenn man meine Freunde beklaut."
Der Wirt aber, legte Rashad die Hand auf die Schulter und sagte: "Bitte lasst Pain in Ruhe, ich dachte zwar das sie die Leute hier bei mir in Ruhe lässt, aber ich habe mich wohl geirrt." "Was habt ihr mit Abschaum wie diesem zutun" Lady Sonea war aufgebracht. "Ihr müsst wissen, das diese Frau, ihr Name ist Pain Sahanya, nichts für sich selbst nimmt. Sie gibt alles denjenigen die es nötig haben. Ich kenne sie schon sehr lange und habe ihr hier eine kleine Zuflucht geboten. Sie hatte es nicht leicht im Leben, sie wurde von ihrem Volk verbannt und kennt nichts anderes. Bitte wenn ihr sie trefft, habt Nachsicht. Ich werde euch das Mahl schenken ihr braucht nichts zu bezahlen." "Trotzdem werden wir jetzt aufbrechen um mit Hayden zu reden, vielleicht werden wir die Gaunerin ja noch treffen. Wir werden ihr nichts tun," beruhigte Erag den Wirt, " Aber das heisst nicht, das ich nicht mein Gold zurück will". Wächter Hayden erzählte ihnen das er eine Frau vorbei kommen sah, aber sie nicht weiter beachtet hätte, es kamen immer Reisende vorbei. Er fragte sie wohin sie wollten und als er hörte das sie auf dem Weg zum Zwergenkönig waren, fragte er sie ob sie auf dem Weg die acht Signalfeuer entzünden könnten. König Ironhammer würde damit mehr Hilfe bekommen. Sie nahmen den Auftrag gerne an und zogen los.
Inzwischen hatte schweres Schneetreiben eingesetzt. Trotzdem konnten sie alle Feuer entzünden, denn dieses Feuer ging nicht aus, wenn es einmal brannte. Ein geheimer Zauber verhinderte dies. Immer wieder wurden sie von den feindlichen Steingipfelzwergen angegriffen, die sie aber mühelos abwehren konnten. Plötzlich hörten sie eine Stimme: "He ihr da, könnt ihr mir hier raushelfen? Sitze hier schon eine Zeit lang und dieses Weib da, konnte mir auch nicht helfen." Die Gruppe staunte nicht schlecht, als sie den gefangen Zwerg mit Namen Rornak Stonesledge wie er sich vorstellte, sahen. Nicht weit vor ihm lag eine dunkle Gestalt im Schnee. "Sieh mal an, wen wir da haben." Grinste Rashad düster. "Sie wollte mir hier heraus helfen, aber die Steingipfel haben sie erwischt und zu Boden geschlagen. Dachten wohl die ist hinüber", entgegnete der Zwerg. Seelenjäger half dem Zwerg aus seinem Gefängnis, während sich die beiden Frauen um die leblose Gestalt kümmerten, die wohl Pain sein musste. "Zündet ein Feuer an, Rashad hol Feuerholz" befehligte Sweet Kismet. "Was machst du dir soviel
Mühe mit dem Weib? brummelte Rashad. "Sie ist ein Mensch und wir wissen nicht, ob der Wirt nicht doch Recht hatte und sie vielleicht gar nicht so übel ist" erklärte Sweet Kismet. "Ausserdem hat sie eine ganz schön grosse Beule am Kopf und wenn sie hier im Schnee liegen bleibt, erlebt sie den Morgen nicht mehr". Rornak Stonesledge bat Erag um einen Gefallen. "Hier in der Nähe lebt ein Eisdrache, der mir und meiner Familie das Leben schwer macht. Bitte tötet ihn für mich, ihr und eure Gefährten seht so aus, als das ihr das könntet." Erag beriet sich kurz und sagte dem Zwerg zu. Dieser war sehr erleichtert und versprach sich währendessen um Pain zu kümmern. Also ließen sie Pain und Rornak am Feuer zurück und gingen in die nahe gelegene Höhle um den Drachen zu finden. Sehr vorsichtig näherten sie sich dem Versteck das doch tiefer in der Höhle war als vorher angenommen. Von einigen Drydern ließen sie sich nicht abschrecken und der Drache brüllte furchteregend als er sie sah. "Teilt euch auf! Wir werden ihn umzingeln, damit er
nicht weiss wohin er sich wenden muss. Drachen sind sehr kurzsichtig, Lady Sonea bitte zielt genau, wir werden nicht viel Zeit haben. Seelenjäger und Rashad ihr wisst was ihr zu tun habt. Sweet Kismet bleibt weiter zurück, denn wenn ihr fallt, sind wir alle verloren." Lady Sonea spannte wortlos ihren Bogen und stellte sich in Position. Arroganter Kerl dachte sie sich, ich weiss doch was ich tun muss. Er behandelt mich wie ein Kleinkind. Erag gab das Zeichen zum Angriff, mit Doppelschuss zielte er auf die Augen, Sonea auf sein Herz, Rashad und Seelenjäger gaben ihr Bestes in dem sie mit Schwert und Dolchen den Drachen saures gaben und nach kurzer Zeit lag der Drache tot am Boden. "Puh, wurde aber auch Zeit" Seelenjäger betrachtete seine verkohlte Rüstung. "Jetzt muss ich wieder stundenlang polieren, eine Arbeit die hasse wie die Pest". Rashad lachte:" Was soll`s , nimm dir seine Krallen und Zähne und verkauf sie. Vielleicht kannst
du dir dann eine neue kaufen."
Am Lagerfeuer angekommen, erzählte Erag dem Zwerg von Tod des Drachen, worauf dieser vor Freude ein Tänzchen machte. Von dem Lärm wachte Pain auf, die sofort versuchte nach ihrer Axt zu greifen. Seelenjäger aber stellte den Fuß darauf " Laß das lieber, wenn dir dein Leben lieb ist." Sweet Kismet erkundigte sich nach ihrem Befinden: "Wie geht es dir? Dein Kopf muss ganz schön brummen". Pain wusste nicht wie sie mit der Situation umgehen sollte, die Frau die die anderen mit Sweet Kismet anredeten, war so freundlich zu ihr. Dabei hatte sie ihnen ihr Gold gestohlen. Pain war beschämt. "Warum helft ihr mir? Ich habe euch doch bestohlen, warum habt ihr mich nicht liegen lassen und euch euer Gold genommen." "Erstens, bin ich Heilerin und helfe immer wenn jemand in Not ist, das gehört zu meinem Kodex und ausserdem glaube ich nicht, das du so schlecht bist wie du tust." Sweet Kismet beugte sich wieder über Pain um die Wunde zu kontrollieren. "Du wirst nichts zurück behalten. Ausser starken Kopfschmerzen". Wenn die anderen nichts dagegen haben und du aufstehen kannst, werden wir uns weiter unterhalten während wir auf dem Weg zu König Ironhammer sind. Ausserdem könnten wir eine weitere Kämpferin gebrauchen. Erag nickte wenn auch verhalten. Noch vertrauten ihr die anderen nicht. Sie würden sie im Auge behalten. Pain wusste das, aber da sie in ihrer Schuld stand und nicht wusste wie sie die begleichen sollte, schloss sie sich ihnen vorläufig an.

Selbe Zeit – anderer Ort
„Seht doch, Löwenstein ist nicht mehr weit“, rief Xenia aus. Und tatsächlich, einen Bogenschuss entfernt taten sich die Tore von Löwenstein auf. Nur noch diese eine, nervige Truppe Skale stand zwischen Vittoria Dragon, ihren Freunden und dem sicheren Ort, an dem Erholung anstand. „ Dann lasst uns den Skalen den
Garaus machen und schnell in die Stadt. Ich brauche unbedingt ein Bad“, meinte Vittoria, worauf Cian Wolfsoul, Tasman der Teufel und Xenia von Aurelien im Handstreich die Skale erledigten.
„ Das erste Bier geht auf mich“. Cian war wohl ebenso erleichtert wie alle anderen, endlich ohne Wache schieben schlafen zu können. Außerdem brauchte die Gruppe für die weitere Reise neue Vorräte und auch, wenn möglich, noch einige Kameraden, die sich den Gruppen-Idealen anschlossen. „ Gut“, sagte Vittoria,“
treffen wir uns morgen früh beim Waffenschmied um zu besprechen, wie es weitergeht“. So zog die Gruppe denn los, um die Stadt Löwenstein zu erkunden, jeder für sich. Das erste, was Vittoria sah, war das Gasthaus und in Gedanken lag sie schon in einer Wanne voll mit heißem Wasser, um den Schmutz der Reise abzuwaschen. Aber kaum das sie das Gasthaus betrat, verstummten alle Gespräche und alle Augen schauten auf sie. Zum wundern blieb ihr keine Zeit, denn schon wurden die ersten anzüglichen Bemerkungen über ihr Aussehen
gemacht. Klar, als Mesmerin war sie es gewohnt, das die Männer, und manchmal auch die Frauen, hinterher schauten, aber das hier war etwas anderes. Vittoria schaute an sich herunter und verstand sofort. Deswegen hatten Xenia und Cian vorhin auch so gelacht, als sie sagte, sie gehe direkt ins Gasthaus um zu baden. Da stand sie nun, mitten im „Klagendem Schwert“, das Kleid zerrissen, und es enthüllte mehr, als es verbarg, und soviel Dreck auf der Haut, das man meinen könnte, sie hätte die letzten 10 Jahre in einem Bergwerk zugebracht, in dem es kein Wasser gab. Egal, nun war sie hier und so fragte sie den Wirt nach einem Zimmer und einem heissen Bad, worauf die Männer wieder anfingen, zu johlen und unverhohlene Angebote bezüglich der Hilfe beim Baden machten. Der Wirt gab ihr beides und beauftragte sofort eine Magd damit, heisses Wasser zu holen und einen Knecht, vor der Badezimmertür stehen zu bleiben. Desgleichen schickte er nach einer Schneiderin, die ihre Garderobe wieder in Ordnung bringen sollte. Vittoria bedankte sich bei ihm und ging ins Bad. Hier war sie jetzt seit 2 Wochen das erste mal alleine, ohne ihre Kameraden in der Nähe. Ein komisches Gefühl, vor allem, da sie anfing darüber nachzudenken, wie es kam, dass sie in einer fremden Stadt in einer heissen Wanne saß. Sie lies ihre Gedanken zurückschweifen, bis zu jenem Tag, an dem alles anfing: „Oh Dwayna, warum strafst du mich so. Mein Leben lang habe ich schwer gearbeitet und mich nie beschwert, aber nun reicht es. Acht Kinder und nur Mädchen.“ Vittoria konnte sich lebhaft vorstellen, wie ihr
Vater bei ihrer Geburt am schimpfen war. War sie doch das letzte von 8 Mädchen in seiner Familie. „Was soll nur aus meinem Hof werden, wer wird ihn weiterführen?“ Aber es nutzte ihm alles nichts, nun war es geschehen und er hatte nun mal 8 Töchter. Er taufte sie auf den Namen Vittoria und band sie von klein auf in die Arbeiten auf dem Hof ein, damit sie gar nicht erst auf den Gedanken käme, wie ihre Schwestern, in die Armee einzutreten oder sonst irgendwelches dummes Zeug anstellen würde.
Es ging auch in seinen Augen alles gut, bis zu Vittorias 16. Geburtstag. An diesem Tag fuhren Vater und Mutter mit ihr in die Stadt, um ein neues Kleid zu kaufen. Auf dem Weg dorthin kamen sie an der Statue der Lyssa vorbei. Fasziniert blieb Vittoria vor dem Abbild der Zwillinge stehen und hörte tief in ihr eine Stimme sagen: „Du bist in der Familie Dragon dazu ausersehen, mir zu folgen. Nur wenigen schenke ich meine Gunst. Du bist eine der wenigen auf Tyria, also nutze sie Weise und große Abenteuer werden dir widerfahren.“ Völlig gebannt stand sie vor dem Abbild und nahm um sich herum nichts mehr war, bis ihre Mutter sie fortzog von dem Standbild. Da erst nahm sie ihre Umgebung wieder war und bemerkte, das es mittlerweile schon dunkel war. „ Vittoria, was ist los mit die?“ fragte ihre Mutter. Ihrn Vater stand daneben und machte ein betroffenes Gesicht. „ Mutter, Lyssa hat zu mir gesprochen und gesagt, ich sei eine Auserwählte und solle ihrem Weg
folgen. Was ist ihr Weg?“ Vater stöhnte auf,“ Oh Dwayna, nun habe ich auch noch meine letzte Tochter an einen von euch verloren. Vittoria, wenn du diesen Weg einschlägst, gibt es für dich kein zurück mehr. Willst du das?“ „ Wenn die Göttin es sagt, wird mir wohl keine andere Wahl bleiben, oder, Vater?“ Mutter mischte sich ein und sagte“ Dann gehe zu Sebedoh, der Mesmerin, und frage sie, ob sie dich als Schülerin aufnimmt.“
Noch am gleichen Abend begann Vittorias Ausbildung zur Mesmerin. Im folgenden Jahr sah sie ihre Eltern oder Schwestern kaum noch, da die Ausbildung sie völlig beanspruchte. Bis zu jener Nacht, in der sich alles veränderte.
In der die Charr kamen.
In der der Ascalon zerstört wurde.
In der ihre Eltern starben.
Der Schmerz über den Tod ihrer Eltern kam erst viel später, da sie es erst gewahr wurde, als die Kämpfe abgeklungen waren und Prinz Rurik sie freigab, um nach ihrer Familien zu schauen. Der Schock war groß und ohne die Hilfe ihrer Schwestern wäre sie wohl daran zerbrochen. So schworen sich die Schwestern der Familie Dragon, die Charr zu vernichten und alle unschuldigen zu beschützen.
Es klopfte an der Tür und er Knecht fragte, ob alles in Ordnung sei? Die Schneiderin wäre jetzt da um ihre Kleider zu richten. „Schick sie nur herein“, antwortete Vittoria und stieg aus der Wanne, in der das Wasser mittlerweile eiskalt war und dem Moment öffnete sich die Tür. Herein kamen die Schneiderin, Cian, Tasman und Xenia, die in der Tür stehen blieb und dem Knecht eine schallende Ohrfeige gab, da er sich den Kopf nach der nackten Vittoria verrenkte.“ Xenia“ sagte Cian streng, „ schlag ihn nicht gleich tot, nur weil er einen Blick auf einen nackten Frauenkörper wirft.“ „Tut mir leid, aber ich kann es nun mal nicht haben, wenn diese Gier in den Augen der Männer erscheint „ antwortete Xenia daraufhin. „ Außerdem, Vittoria, könntest du dir wirklich etwas anziehen.“ „ Was denn?“ fragte sie entrüstet. „Mein ‚Kleid’ kannst du ja wohl nicht meinen, oder? Das sind doch nur noch fetzen.“ Aber sie wickelte sich, nachdem die Schneiderin Maß für ein neues Gewand genommen hatte, in eine Decke, damit sie das Bad verlassen und auf ihr Zimmer gehen konnte. „Wie lange dauert es, bis ihr das neue Kleid fertig habt? Fragte sie die Schneiderin. „ Morgen früh, bei Sonnenaufgang, sollte ich es fertig haben. Aber es wird nicht ganz billig, da ich die ganze Nacht
durcharbeiten muss“ sagte sie. „ Kein Problem, macht es nur vernünftig“ antwortete Vittoria. „ Ach ja, und grün soll es sein“. Damit verließ sie die Gruppe.
„Unten im Schankraum sitz ein ziemlicher betrunkener Krieger Namens Meister Nuramon, hat wohl Ärger mit seiner Auserwählten. Scheint aber sonst ein recht netter Kerl zu sein, und da wir ja noch Leute für unseren weiteren Weg suchen, sollten wir ihn fragen, ob er uns begleitet.“ „Die Idee ist nicht schlecht, Xenia,
aber vorher sollten wir uns überlegen, ob wir uns nicht nach außen hin als Gilde zu erkennen geben“, warf Cian ein. „Dann hätten wir es auch leichter, neue Leute zu finden, oder was meint ihr?“ Tasman, der Teufel, sagte wie immer nichts, sondern nickte nur. Xenia und Vittoria waren einverstanden. „Dann lasst uns also eine Gilde gründen. Wir sollten nur überlegen, wer der Anführer ist und uns einen Umhang besorgen, mit unserem eigenen Wappen.“ Tasman sagte kurz und knapp: “Anführer sollten du und deine Schwestern werden, Vittoria. Wer in der Lage ist, mit 7 Schwestern fertig zu werden, der kann auch eine Gilde leiten“. „Gut gesprochen“ antworteten Xenia und Cian wie aus einem Mund. „ Nun gut, auch wenn meine Schwestern nicht anwesend sind, so spreche ich für uns alle und übernehme die Verantwortung für unsere Gilde.
Morgen früh, wenn die Schneiderin meine neuen Sachen bringt, soll sie uns einen Umhang entwerfen und fertigen, den wir von jetzt an tragen werden“. „Das sollte gefeiert werden“ sagte Cian „ aber in deinem Aufzug, nur in eine Decke gewickelt, kannst du dich in der Gaststube nicht blicken lassen, Vittoria“. „ Du hast recht, Cian, aber eine der Mägde wird wohl einen Kittel für mich haben, damit ich erstmal mit euch runtergehen und Essen und trinken kann. Xenia, könntest du wohl mal fragen gehen? Und ihr anderen beiden besorgt schon mal einen Tisch und bestellt zu essen. Sobald ich angezogen bin komme ich nach.“ Und alle drei verließen das Zimmer, so dass Vittoria wieder alleine war.
Was für eine überraschende Wendung, Anführerin einer Gilde, 3 treue Mitstreiter mit denen sie schon eine Ewigkeit, so schien es ihr jedenfalls, unterwegs war. ‚Nun denn, lasst uns sehen, wie es weitergeht und was Nuramon für ein Typ ist’, dachte sich Vittoria. Mitten in diesem Gedanken betrat Xenia das Zimmer und legte einen einfachen Bauernkittel aufs Bett und verschwand wieder. Vittoria zog sich an und ging hinunter in den Gastraum. Cian und Tasman waren schon mit Meister Nuramon kräftig am zechen, als sie kurz nach Xenia herunterkam. Xenia und Vittoria guckten sich an, bestellten beim Wirt Bier und setzten sich dazu.
Es klopfte energisch an Vittorias Tür und als sie endlich die Augen aufmachte, hatte sie ein Gefühl im Kopf, als hätte eine ganze Horde Charr-Feuerrufer auf ihrem Kopf einen Ritualtanz abgehalten. „ Ja“ krächzte sie und die Schneiderin trat ein. „ Herrin, verzeiht wenn ich euch wecke, aber es ist schon nach Mittag und Herr Wolfsoul meinte, ihr hättet lange genug geruht und könntet jetzt ruhig aufstehen und zu ihnen in den Schankraum kommen“. Schlagartig war Vittoria wach, auch wenn ihr Kopf immer noch dröhnte wie eine große Trommel.“ Was
sagt ihr? Nachmittag? Solange hab ich geschlafen? Oh Lyssa, was ist da bloß gestern Abend noch alles passiert? Habt ihr mein Kleid fertig?“ „Ja, Schuhe und Handschuhe auch. Außerdem soll ich euch von Herrin von Aurelin diesen Umhang geben. Sie hofft, das er euch gefällt.“ „Sehr schön, und der Umhang ist einfach Klasse. Hier hast du den vereinbarten Lohn und noch ein wenig mehr für deine Mühe und deine Geduld. Hab Dank.“ Die Schneiderin bedankte sich und verließ, sichtlich zufrieden mit dem Lohn, das Zimmer. Vittoria zog sich an und musste feststellen, das die neuen Sachen nicht nur hervorragend passten, sondern auch aus edlen Materialien gefertigt waren. Frisch gewaschen und gekleidet, aber mit einem riesen Kater, ging sie hinunter in den Schankraum. Dort saßen sie, die Mitglieder ihrer Gilde. Alle mit neuen Rüstungen, frisch gewaschen und sahen so aus, als hätten sie drei Wochen Urlaub hinter sich. Und alle trugen den neuen Umhang.

Zurück zu den Gefährten
Sie kämpften sich durch den Schnee und einige Gefechte, in der Pain so gut sie konnte den neuen Gefährten den Rücken freihielt. Sweet Kismet`s einzigartige Fähigkeiten hatten ihr schnell wieder ihre Lebensgeister zurück gegeben.
Alsbald standen sie vor den großem Tor der Feste des Königs Ironhammer. Jedoch waren davor zwei Katapulte und einige Eisgolems davor, die dabei waren das Tor zu zerstören. " Wir kommen gerade noch rechtzeitig“, Erag war sichtlich erleichtert, "dann werden wir ihnen mal kräftig einheizen!"
Lady Sonea und Erag schalteten mit geübten Schüssen die Techniker der Katapulte aus, die die Gegner komischerweise ungeschützt gelassen hatten. Seelenjäger, Rashad und Pain kümmerten sich wirkungsvoll um die Eisgolems. Diese versuchten sie zwar immer wieder einzufrieren, aber Sweet Kismet konnte dies sehr gut verhindern. Als der letzte Eisgolem zu Boden ging, öffnete sich das Tor und ein Mann trat mit einer Eskorte heraus. "Das war knapp", begrüßte er sie. "Mein Name ist Rurik und ich dachte schon ihr kommt zu spät. Es eilt, kommt
wir müssen zum König!" Mit diesen Worten drehte er sich um, um im Laufschritt in die Feste zu eilen. "Naja ein Danke hätte er schon sagen können", murmelte Lady Sonea. Sweet Kismet nickte ihr zu, "Für einen Prinzen hat er keine Manieren". Na, los kommt schon, sehen wir mal, was der König und der Prinz von uns wollen". Die Gruppe verneigte sich vor Ironhammer der ungeduldig Auf und Ab lief. "Gut das ihr da seid," sagte er, " ich brauche eure Hilfe. Ihr müsst das grosse Signalfeuer entzünden, damit meine Verbündeten uns zu Hilfe kommen. Nur so, können sie sehen, das die Lage ernst ist und dem entsprechend handeln. Ich werde euch einiger meiner Männer mit geben, damit ihr die Sache schnellstens erledigen könnt." Erag nickte ernst, "Wir werden unser Bestes geben, mein König und sofort aufbrechen". Mit diesen Worten eilten die Gruppe hinaus und Prinz Rurik blieb beim König zurück. "Hoffen wir das sie das Feuer noch rechtzeitig entzünden können. Wenn ja, werden ich sie bald wieder sehen", er nickte Ironhammer zu ging um seinen Leuten weitere Anweisungen zu geben. Die Zwerge von Ironhammer begleiteten die Gefährten den Berg hinauf, auf dem ein riesiges Signalfeuer stand. "Seht, dort oben," Rashad zeigte den Berg hinauf, " es ist nicht mehr weit!" Plötzlich sank ein Deldrimor Zwerg neben ihm tot zu Boden. Eine Axt hatte ihm den Schädel gespalten. "Verteilt euch, wir werden angegriffen" schrie Erag. Ein zweiter Zwerg musste sein Leben aushauchen, indem er durch ein Feuergeschoß geröstet wurde. "Passt auf, sie haben auch einen Feuermagier dabei" Rashad brüllte vor Wut. Er mochte sie nicht, diese Magier die immer nur aus dem Hinterhalt angriffen
und dabei Tod und Verderben brachten. Pain hatte indessen einen der gegnerischen Zwerge mit ihrer Axt ausgeschaltet. Sie zog die bluttriefende Waffe aus dem leblosen Körper und wandte sich sofort dem nächsten zu. Mit einem einzigen Hieb durchtrennte die Axt den Körper des Zwerges, als wäre es Butter.
Pain war in ihrem Element. Seelenjäger dachte bei sich, Kämpfen kann die Kleine, das muss man ihr lassen. Vielleicht war es doch gut, das sie mit uns kam. Während Rashad sich um den Magier kümmerte, lief Lady Sonea den Berg hinauf und entzündete das Feuer. Sofort brannte es lichterloh und war weit zu sehen. Der
Magier indessen, versuchte Rashad mit seinem Feuer zu töten, doch so schnell wie er war keiner. Rashad lachte zornig und sagte, " Versuch nur mich zu kriegen, wir werden sehen wer schneller ist." Und mit diesen Worten trafen auch schon seine Dolche das Herz des Magiers. Mit ungläubigen Blick, sah dieser hinab auf seine
Brust und fiel Tot in den Schnee. Sweet Kismet, war untröstlich und wandte sich an die restlichen Deldrimors, " Ich konnte einfach nicht alle retten, überbringt König Ironhammer ihre Leichen und sagt ihm das sie tapfer gekämpft haben." Diese nickten ihnen zu und zogen ab. Nach einer kurzen Rast, etwas abseits des Kampfplatzes, brachen die Gefährten auf, um über die Eisenschlossmienen weiter zu reisen, die vielleicht eine Stunde Marsch von ihnen entfernt war. Dort angekommen, trafen sie auf einen Mönch der dort sein Lager aufgeschlagen hatte. Dieser stellte sich kampfbereit vor sie hin und sprach. "Wenn ihr Feinde seid, kommt nur her, ich werd euch das Fürchten schon lernen". Seelenjäger krümmte sich vor Lachen, " Was will schon ein kleines Mönchlein wie ihr ausrichten". Doch
bevor Sweet Kismet ihn warnen konnte, hatte der Mönch Seelenjäger mit seinem Stab ausgehebelt und Seelenjäger lag auf dem Bauch am Boden. "Nicht so vorlaut, Jungchen, grinste der Mönch und ging auf Sweet Kismet zu. "Schön dich wieder zu sehen, Mhenlo, Dwayna sei Dank du lebst noch" Sweet Kismet umarmte den Mönch, ohne die staunenden Gefährten zu beachten.
Seelenjäger war inzwischen wieder auf den Beinen, ohne den komischen Monk aus den Augen zu lassen. Dieser lächelte ihm zu und sagte, "Nette Leute hast du da in deiner Gesellschaft, Kismet, ich glaube das wird eine lange Nacht in der du mir erzählen wirst, wer deinen Freunde hier sind. Kommt setzt euch zu mir, ich habe gerade ein Reh auf dem Feuer, für mich ohnehin zuviel, aber wenn ihr etwas abhaben wollt, gerade richtig. Vielleicht war es Melandru die wusste das wir uns heute treffen würden." Mit diesen Worten setzte sich Mhenlo wieder vor das Reh das schon schön knuprig war. Die Gefährten nahmen die Einladung dankend an und waren gespannt, was sich Mhenlo und Sweet Kismet zu erzählen hatten und es neues gab, wovon der Mönch sicher wusste.
Alle ließen sich das Reh schmecken und als sie fertig waren, fing Sweet Kismet zu erzählen an. " Ihr müsst wissen, das Mhenlo und ich uns schon sehr lange kennen. Wir sind so zu sagen zusammen aufgewachsen. Ich wurde auf den Stufen seines Klosters gefunden. Die Diener des Lichts, nahmen mich auf und zogen mich groß. Mhenlo war damals ein Schüler des Klosters. Ich wurde zur Heilerin erzogen und ausgebildet, meine Fähigkeiten waren aussergewöhlich, ich lernte viel schneller als alle anderen." Sweet Kismet sagte dies Emotionslos, man hörte heraus, das sie darauf keinen Wert legte. Mhenlo sah sie warm an, "Sie war einfach die beste dort, sogar ich musste mich ranhalten um mit ihr Schritt halten zu können". "Ach hör auf," Sweet Kismet winkte ab. Mhenlo und ich lernte vieles gemeinsam und als der Krieg ausbrach und immer mehr Leute zu uns kamen um Zuflucht im Kloster zu finden, sagte ich ihm das ich draussen denjenigen helfen musste, die nicht ins Kloster kommen konnten. Ausserdem wollte ich wissen, woher ich stammte und wer meine Familie war. Ich bin nicht von hier, denn ich habe nie zuvor einen anderen gesehen, der so ist wie ich", damit zeigte sie auf ihre kunstvollen grünblauen Tättoowierungen. "Als ich mich eurer Gruppe anschloss, hatte ich die Hoffnung, in einer Gruppe schneller voran zu kommen, um meine Suche zu beschleunigen und währendessen helfe ich euch so gut ich kann." Erag nickte, "Wir werden dir gern behilflich sein, soweit es in unserer Macht steht". Alle nickten und Sweet Kismet wurde leichter ums Herz. Seelenjäger blickte Mhenlo an und sagte, "Wenn ich gewusst hätte, dass ihr ein Freund von Sweet Kismet seid, hätte ich nichts gesagt."
Sweet Kismet lachte "Es war einfach zu komisch, schwupps lagst du auf dem Boden. Du musst wissen, das Mhenlo auch sehr gut kämpfen kann, er hat mir einiges beigebracht, deshalb war ich auch allein, als ihr mich gefunden habt. Ich kann auf mich aufpassen." "Ha, ha,ha, sehr lustig" erwiderte Seelenjäger, aber er
war nicht böse. "Naja, aufpassen ist nicht so ganz richtig", stellte Rashad fest, "am Borlispass wärst du jetzt einen Kopf kürzer gewesen." "Das ist wohl wahr, erinnere mich nicht daran. Ich habe nicht aufgepasst, und zwei gegen einen?, warf Sweet Kismet ein. "Ich stelle fest, das deine Freunde ihr Herz auf den richtigen Fleck haben", sagte Mhenlo, "auch wenn einige ihr Herz auf der Zunge tragen, ha, ha" und schaute dabei Seelenjäger an. Dieser verzog das Gesicht, aber man sah das er nicht böse darüber war, das man sich über ihn lustig machte. "Mhenlo, was machst du hier draussen?" fragte Sweet Kismet. "Ich wurde nach Löwenstein gerufen, und als ich hörte das ihr König Ironhammer und Prinz Rurik geholfen habt, dachte ich mir, das es schön wäre dich wieder zu sehen". Rashad entgegnete " Wie konntet ihr wissen, das wir hierher kommen würden und woher wisst ihr von Ironhammer, wir waren erst vor einigen Stunden dort?". Mhenlo lächelte tiefgründig, "Die Götter sagen mir manches, auch vieles das ich nicht hören will. Man muss nur zuhören können". Lady Sonea stand auf, "Wollt ihr nicht mit uns kommen? Einen zweiten Heiler könnten wir gut gebrauchen." "Leider kann ich nicht, so gern ich auch würde," Mhenlo schüttelte den Kopf, "ich muss allein weiter reisen, denn meine Hilfe wird noch wo anders gebraucht. Aber wir werden uns in Löwenstein wiedersehen, wenn die Götter uns wohl gesonnen sind".
Erag stand ebenfalls auf und sprach, "Es wird Zeit uns noch ein paar Stunden aufs Ohr zu legen, Rashad übernimmst du die erste Wache?" Dieser nickte und entfernte sich ebenfalls. Erag sah Lady Sonea nach, diese war dabei sich ihr Nachtlager her zu richten. Er seufzte tief, diese Frau machte ihn wahnsinnig. Sie
hatte ihm immer noch nicht verziehen, dass er ihr verschwiegen hatte, das Renja eine Frau war. Verflixte Weiber, nichts als Ärger. Sie zog ihn magisch an, er konnte sie nicht aus seinem Kopf kriegen. Erag legte sich auf sein Lager und versuchte zu schlafen.
Sweet Kismet und Mhenlo blieben noch eine Weile sitzen und erzählten sich noch einiges, während Rashad Wache hielt, Seelenjäger würde ihn dann später ablösen.
In dieser Nacht passierte nichts mehr, es war als ob die Götter selbst über sie wachen würden.

Der Weg nach Löwenstein
Am nächsten Morgen weckte Erag die anderen, da er die letzte Wache in der Nacht übernommen hatte. Als sich die Frauen frisch gemacht hatten, und die Männer noch einen Schneehasen hinterherjagten zog Mhenlo Sweet Kismet auf die Seite. "Sweet Kismet, auf euer Reise werdet ihr auf ein Großes Tor treffen",
flüsterte Mhenlo ihr ins Ohr," Die Leute nennen es erfurchtsvoll "Das Frosttor". Dor hausen die Steingipfel- Zwerge. Seid vorsichtig." Mit diesen Worten ging Mhenlo wieder zu Erag und den anderen die gerade dabei waren den Hasen über dem Feuer zu braten. Sweet Kismet war noch verwirrt von den Worten Mhenlos und verstand aber gleichzeitig dass Mhenlo nicht mehr über dieses Thema reden wollte. So folgte sie ihm in geringen Abstand zum Feuer.
Nachdem sie den Hasen genüsslich verspeist hatten, sprach Mhenlo zu der Gemeinschaft:" Ich werde euch nun wieder verlassen müssen. Ich muss weiter nach Löwenstein. Wir werden uns dort wieder sehen." Sweet Kismet fiel Mhenlo noch um den Hals und verabschiedete sich herzlich von ihm, danach ging er seines
Weges. " Was hat er vorher zu dir gesagt Sweet Kismet?" fragte Erag sie. " Ach er gab mir noch ein paar Zutaten für eine neue Heilsalbe," entegntete sie und bekam dergleich ein schlechtes Gewissen dass sie ihre Gefährten anlog. Sie verstand selbst nicht wieso sie das getan hatte aber irgendwie glaubte sie dass die
Götter ihr diese Worte in den Mund gelegt hatten. Nun wenn sie meinten, dass es so das Beste sei dann werde ich das auf sich beruhen lassen, dachte sie sich im Stillen. Erag schien sich deswegen nichts Weiteres zu denken, nur Sonea meinte dass Sweet Kismet sie anlog, und Pain war das auch bewusst.
Nachdem sie das Feuer austraten zogen sie weiter. Erag erkundete mit Rashad die Gegend und warnte vor Steingipfel-Zwergen, während Seelenjäger und Pain sich den Tiere der Steingipfel widmeten. Sie kamen gut voran bis sie an eine Siedlung kamen. Sie wollten sich im Gasthaus niederlassen als ein Kundschafter ankam. " Ist hier die Gruppe die das große Signalfeuer entzündete?" rief der Kundschafter duch das gesamte Dorf. Sonea ging zu dem Mann und kam wenige Minuten später zu ihnen zurück. "Was gibt es?", fragte Pain seltsam leise, weil sie befürchtete der König wolle sie einsperren. "Wir müssen sofort los!" rief Lady Sonea," Prinz Rurik zieht in diesem Moment zum Frosttor um nach Kryta zu kommen. Er braucht unsere Hilfe da sie von Katapulten bombadiert werden". Erag sprang sofort auf und rief:" Ok, kein Met, heute wir müssen sofort los." Murrend stand Seelenjäger wieder auf, da er schon ein Met bestellt hatte. "Immer wir..." ,murmelte er gedankenverloren in sich hinein. So liefen sie durch das Tor der Siedlung und hinaus zum Frosttor.
Auf ihrem Weg begegneten sie mehreren Minotauren bis Sie zu einem Katapult kamen das von einer Gruppe von Steingipfel-Malmern und einem Eisgolem besetzt waren. In der Senke unter dem Katapult stand Prinz Rurik mit einer Karawane von Flüchtlingen. Sie kamen nicht weiter da das Katapult genau auf die Stelle schoss wo sie weiter mussten. Erag erkannte den Ernst der Lage und gab kurze knappe Befehle:" Seelenjäger, Pain lenkt die Gegner ab, bewerft sie mit Schneebällen oder etwas in der Art und holt sie weg von dem Katapult. Sonea und ich werden hinter den Felsen warten. Sweet Kismet bleib bitte bei uns und hilf uns mit deiner Heilleistung. Rashad du springst hinter die Gruppe und versuchst den Eisgolem in den Rücken zu fallen." Als sich Erag, Sweet Kismet und Lady Sonea versteckt hatten, liefen Seelenjäger und Pain auf die Gruppe zu. Sie formten sich Schneebälle und warfen sie nach den Malmern. Zwerge sind ja bekannt für ihre Aggresivität und liefen ihnen blind hinterher. Als die Zwerge nah genug waren, tauchten Erag und Sonea auf und schossen mit mehreren Pfeilen, die mit explosiven Stoffen präpariert worden waren, nach ihnen. Ein Malmer wurde mitten ins Herz getroffen und der Pfeil explodierte. 2 Malmer wurden so in den Tod gerissen.
Rashad hatte derweilen die Gelegenheit genutzt um sich in den Schatten zu verstecken und hinter dem Eisgolem zu springen. Im Fall riss Rashad seine Dolche aus seinem Ärmel und ritzte ihm den Rücken auf. Der andere Malmer wurde von Pain und Seelenjäger soweit zurück gedrängt bis er die Klippe hinabstürtze. "Gute Arbeit" ,sagte Erag zu ihnen. Rurik führte nun die Karawane weiter bis sie vor dem nächsten Belagerungsplatz standen und nicht weiterkamen. Das Spiel wiederholte sich, bis die Gefährten und Prinz Rurik zu einer Höhle kamen, die von Frostfeuer-Drydern bevölkert war. Sie hörten aus dem hintersten Teil der Höhle Geschrei das ihnen bekannt vorkam." Hört, dass scheint Rornak Stonesledge zu sein. Es hört sich auf jeden Fall dem Gekreische nach an" ,feixte Rashad. "Schauen wir halt mal nach" ,meinte Lady Sonea. Sie fanden ihn tatsächlich in der Höhle. Er erzählte ihnen von einer Geheimwaffe der Steingipfel. Er sollte Pläne von dieser Waffe beschaffen und dem König übereichen. Er erklärte ihnen ebenfalls, dass sie eine alte Baliste benutzen müssten um die Tore des Postens aufzusprengen der die Pläne beeinhaltete. Sie kämpften sich bis zu der Baliste vor und sprengten die Tore auf. Es kamen durch den Knall geweckt mehrere Gruppen Eisgolems aus dem Posten gerannt die aber durch geschickte Manöver ausgeschalten worden
waren. Als sie die Pläne endlich in einer Truhe fanden und Rornak übereichten, dankte er ihnen überschwänglich für die Hilfe. Die Gruppe eilte weiter um den Hebel für die Schlösser des Frosttores zu holen. Der Hebel wurde von mehreren Eisgolems bewacht die sie aber durch die explodierenden Pfeile Soneas und Erags schnell zur Strecke brachten. Als sie den Hebel endlich in Händen hielten eilten sie zu den Schlössern die aber von mehreren Steingipfeln und 3-5 Eisgolems bewacht wurden. "Verdammt, es sind zu viele" fluchte Rashad. "Wir brauchen einen Plan" ,meinte Erag. " Mhm ich hätte da eine Idee...." raunte Sweet Kismet. " Wir müssen uns beeilen, seht doch!" ,schrie Sonea. Unten im Tal schlugen mehrere Steingipfel auf Rurik ein, der die Karawane verteidigte. "Lange kann er das nicht durchhalten" sagte Pain leise wie immer. Sweet Kismet flüsterete dann leise:" Ok also mein Plan ist folgender...."
Nach mehreren Minuten stand plötzlich Pain vor der Klippe und rief den Steingipfeln Schimpfwörter zu. Diese wollten natürlich Rache und liefen auf Pain zu. Im letzten Moment bevor sie Pain erreichten und ihr den Kopf einschlugen, schnappen mehrere Fallen zu, es waren Stolperdrähte, Rauchdünste die den Gegner benommen machten und Stachelfallen, die den Gegnern die Füße aufritzen sollten. Es vielen mehr als 2/3 der Gegner. Die letzten wurden von Seelenjäger und Pain in Empfang genommen. Als sie durch diese List, die von Sweet Kismet kam, die Gruppe aus dem Weg geräumt hatten, setzten sie den Hebel in die drei Schlösser ein und öffneten das Frosttor. " Da, wir haben es geschafft! Rurik das Tor ist auf! rief Sonea ins Tal. Da erblickten sie Dragnar Steinhaupt der Anführer der Steingipfel-Zwerge. Ein gefürchteter Magier. Er verursachte eine Lawine, die Rurik erschlug. Die Gruppe war noch entsetzt vom Anblick der sich ihnen bot als der Anführer der Zwerge auch schon wieder verschwunden war. Viel Zeit zum Trauern blieb den Gefährten nicht, denn sie mussten ihren Weg durch das Tor von Kryta
fortsetzten um nach Löwenstein zu gelangen. Sie suchten sich eine Stelle, an der der Boden nicht ganz gefroren war und begruben Prinz Rurik. Lady Sonea wischte sich verstohlen einige Tränen aus den Augenwinkeln, denn sie wollte nicht, dass die Anderen sie weinen sahen. Der Weg vom Frosttor nach Löwenstein war wie die Reise durch ein anderes Land, denn aus dem ewigen Eis, gelangten sie in die grüne Landschaft rund um Kryta. In Löwenstein angekommen, beschlossen sie erstmal
die unterbrochene Rast von gestern nachzuholen und gingen ins nächstgelegene Wirtshaus um sich bei Met und einem guten Braten zu erholen.
Sweet Kismet, Pain und Lady Sonea beschlossen nach dem Essen erstmal ein ausgiebiges Bad zu nehmen und ihre Kleidung zu waschen und auszubessern, denn seit der letzten Rast war einige Zeit vergangen. Kaum hatten sie das erledigt fielen sie auch schon müde in ihre vom Wirt zugewiesenen Betten und schliefen
tief und fest. Doch der erholsame Schlaf sollte nicht von Dauer sein, denn Erag weckte sie unsanft: „Mädels, genug geschlafen, kommt runter zu uns, wir haben einen neuen Auftrag!“. Verschlafen und nicht besonders gut gelaunt machten sie sich fertig und gesellten sich zu den Anderen, die schon bei Kaffee an einem grossen Tisch im Schankraum sassen. Bei ihnen saß jemand, den weder Kismet, Pain noch Sonea kannten. Sie schauten sich fragend an und zögerten, doch der Kaffeegeruch und die Neugierde waren einfach zu verführerisch. Erag stellte den Fremden, der die Tracht der Löwensteiner-Wachen trug, als Justiziar Toriimo vor und dieser erkläre ihnen sein Anliegen. Sie sollten Justiziar Hablion in der Nordprovinz Kryta ausfindig machen, denn dieser hatte den Ausnahmezustand für Löwenstein ausgesprochen. „Warum denn den Ausnahmezustand und warum hat er fast alle Tore schliessen lassen?“ wollte Pain wissen. „Die Untoten, die sich in den Sümpfen im Süden der Provinz aufhalten, versetzten die Dorfbewohner in Angst und Schrecken und damit die nicht alle in Löwenstein auflaufen, hat Justiziar Hablion die Tore verriegeln lassen. Findet Hablion, vertreibt die Untoten aus den Sümpfen und beruhigt die aufgebrachten Dorfbewohner. Wenn ihr es
schafft, kehrt zu mir zurück und ich werde euch einen königlichen Passierschein geben. Damit könnt ihr euch in Löwenstein und den umliegenden Provinzen ohne Probleme frei bewegen“. Die Gefährten schauten sich und waren sich auch ohne Worte einig, dass dieser Auftrag eigentlich kein Problem für sie darstellen dürfte, und so machten sie sich, nachdem sie sich gestärkt hatten auf den Weg um Justiziar Hablion zu finden. Unterwegs stiessen sie auf den Bauer Cheswik, der sein Schwein verloren hatte. Pain rannte sofort los um es einzufangen, was sich aber nicht als allzu leicht herausstellte, denn das Schwein jagte Pain von einer Ecke zur anderen. Die Gefährten lagen vor Lachen auf dem Boden, als Pain endlich mit Grunz dem Schwein auf dem Arm zu ihnen zurückkehrte. Cheswik der dankbar war, erzählte ihnen, dass sein bester Freund, der Historiker Mc Clain für den Justiziar Toriimo als Übersetzter arbeitete und sich hier verstecken würde, weil er einen wichtigen Text auf einer seiner Streifzüge durch die Provinz verloren habe und nun
Angst habe nach Löwenstein zurückzukehren. Sweet Kismet, die sich für die Geschichte des Landes interessierte, weil sie hier zwar aufgewachsen ist, aber in den Mauern des Klosters in dem sie aufgewachsen ist, sehr wenig von der Welt ausserhalb mitbekommen hatte, meinte, dass sie den Text suchen würden. Es war kein einfaches Unterfangen, denn auf dem Weg, auch wenn er nur einen kleinen Umweg darstellte, wurden sie von einigen Untoten und anderen Kreaturen angegriffen. Sobald sie den Text gefunden und die Untoten aus den Sümpfen vertrieben hatten, kehrten sie zu Mc Clain zurück, der sichtlich erleichtert aussah
und übergaben ihn den Text um sodann ihren Rückweg nach Löwenstein anzutreten um sich dort, wie verabredet, mit Justiziar Toriimo zu treffen. „Woher kommt eigentlich dein brennendes Interesse an der Geschichte des Landes?“ fragte Lady Sonea Sweet Kismet. „Ich kann es auch nicht so genau erklären, vielleicht weil ich nicht weiss woher ich komm, und im Kloster haben wir nicht viel von der Welt, die sich ausserhalb der Mauern befand, mitbekommen haben,“ antwortete Sweet Kismet. Schweigend setzten sie ihren Weg fort. Jeder hing seinen Gedanken nach und überlegte wo ihn die Reise wohl hinbringen würde und was die Zeit für jeden einzelnen und die Gruppe bringen würde. Würde jeder sein eigenes Ziel erreichen oder was würde geschehen? Plötzlich herrschte eine komische Stimmung zwischen den Gefährten., doch keiner keiner konnte sich erklären wieso das so war. Nachdem sie mit Justiziar Toriimo gesprochen hatten und ihren Passagierschein bekommen hatten und sich für ein gemeinsames Abendessen im Wirtshaus verabredet hatten, machte sich jeder für sich alleine auf den Weg Löwenstein zu erkunden. Erag erkundigte sich bei den Bewohnern und
Wachen nach Renja Windgesang, denn auf ihrer Reise hatten sie sie noch nicht gefunden und Erag machte sich langsam Sorgen. ‚Renja ist bestimmt weiter gezogen, denn im ewigen Eis ist ein langes Verweilen fast unmöglich, hoffentlich werden wir sie bald wohlauf finden’, versuchte er sich selber zu beruhigen. Lady Sonea zog sich, nach einem kleinen Rundgang, zum Leuchtturm zurück um nachdenken zu können.
Doch sie konnte keinen klaren Gedanken fassen, es ging ihr einfach zuviel durch den Kopf. Warum war sie hier, was wollte sie mit dieser Reise erreichen, was hielt die Zukunft für sie bereit, was würde aus ihren Gefährten werden? Und vor allem fragte sie sich was mit ihr und Erag passieren würde. Sie merkte nicht wie die Zeit verging, doch plötzlich war es dunkel. Sie hörte jemanden ihren Namen rufen und als sie sich umdrehte sah sie Erag, der sich suchend nach ihr umschaute. „Hier steckst du also, wir haben dich schon überall gesucht. Als du zur verabredeten Zeit nicht im Wirtshaus eingetroffen bist, haben wir uns auf den Weg gemacht um dich zu suchen“, sagte Erag. „Entschuldigung, ich habe die Zeit ganz vergessen“, entgegnete Lady Sonea etwas verlegen. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zum Wirtshaus, wo die anderen schon auf sie warteten. Um Fragen aus dem Weg zu gehen, entschuldigte sich Lady Sonea bei den anderen und lud sie zum Essen ein. Nachdem sie ausgiebig gespeist hatten, überlegten sie wie sie ihre Reise fortsetzten sollten.
Sie wollten über die D’Allesio-Küste zu den Thermalquellen von Bergen, wo sie dann ihre Vorräte wieder erneuern würden. Nach noch einem gemeinsamen Schlummertrunk gingen alle auf ihre Kammern um noch ein wenig auszuruhen, denn am morgigen Tag wollten sie früh aufbrechen, denn es sollte ein langer Fussmarsch werden.

Mimmi
Kaum dass sie die Tore von Löwenstein passiert hatten und sich auf den Weg entlang der D’Allesio-Küste gemacht hatten, bemerkte Lady Sonea ein leises Knurren aus den Büschen am Rande des Weges. Als sie sich umschaute konnte sie aber nichts ungewöhnliches sehen, die Anderen schienen das Geräusch nicht
wahrgenommen zu haben, denn sie liefen unbekümmert weiter. Nach einigen Metern jedoch drehte auch Sweet Kismet sich um und liess ihren Blick über die Büsche gleiten. „Hast du auch was gehört Sweet Kismet?“, fragte Lady Sonea. Sweet Kismet nickte, blieb noch kurz stehen bevor sie weiterlief. Und dann plötzlich wussten sie woher das Geräusch kam und wer es verursacht hatte. Ein Pirscher, eine Art zu große Hauskatze, kam aus den Büschen hervor und lief zu Lady Sonea um sich ihr vor die Füße zu legen. Lady Sonea zögerte kurz, doch als sie sah, dass der Pirscher sich auf den Rücken legte und gekrault werden wollte,
konnte sie nicht wiederstehen. „Lass sie einfach links liegen, sonst werden wir das Vieh gar nicht mehr los“, sagte Pain. „Aber sie scheint ganz zahm zu sein“ , entgegnete Lady Sonea, liess aber von dem Pirscher ab und schloss sich der Gruppe, die schon weitergelaufen war wieder an...

Lady Sonea
29.05.2007, 12:22
Da an dieser Stelle unsere Gilde aus dem Bündnis ausgetreten ist, schreibe ich momentan mit nur noch 2 anderen aus unserer Gilde weiter...daher kann es leider etwas länger dauern bis der Roman sich weiterentwickelt. Aber wir geben den Roman nicht auf, nur weil wir das Bündnis gewechselt haben :angel: , also freut euch auf weitere spannende Kapitel! :nod:

Lady Sonea
16.08.2007, 09:29
Doch schon nach einiger Zeit merkte Sonea, dass der Pirscher ihnen in einigem Abstand folgte. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht und sie hoffte, dass die Gefährten es noch nicht mit bekommen hatten. Erst als sie eine kleine Rast machten, merkten die Anderen, dass der Pirscher immer noch da war und Kismet und Rashad liessen ihrem Ärger Luft und beschwerten sich bei Sonea. „Warum hast du nicht auf uns gehört ? Wegen deiner naiven Dummheit werden wir das Vieh jetzt nicht mehr los“ sagte Kismet genervt.
„Aber was sollte ich denn tun? Dass er uns gefolgt ist, ist nicht meine Schuld“ versuchte Sonea sich zu verteidigen.
Die Anderen guckten Sonea verwundert an, denn außer Rashad hatte keiner Kismets Anschuldigungen mitbekommen.
„Was ist denn hier los? Worüber streitet ihr zwei euch eigentlich?“ wollte Pain wissen. „Der Pirscher ist uns gefolgt und jetzt werden wir den mit Sicherheit nicht mehr los und müssen unsere recht spärlichen Vorräte auch noch teilen“, erklärte Kismet den Sachverhalt aus ihrer Sicht. Pain schaute von Kismet zu Sonea, die bereits versuchte die Wogen wieder zu glätten, in dem sie versprach, dass sie sich um den Pirscher kümmern und ihren Teil der Vorräte mit ihm teilen würde.

Inzwischen gesellte sich Erag, der auf der Suche nach Holz war, wieder zu der Gruppe und meinte, dass es doch kein Problem wäre den Pirscher zu behalten, solange Sonea sich tatsächlich um ihn kümmern würde.
Somit waren die ersten Wogen erstmal geglättet, doch man merkte, dass die Spannungen, die sich immer mehr zwischen den Gefährten aufbauten, dadurch nicht geringer wurden.
Rashad und Kismet waren mit der Entscheidung über den Pirscher nicht einverstanden, fügten sich aber der Mehrheitsentscheidung.
Während Erag das Feuer anzündete, Sonea sich mit dem Pirscher beschäftigte, überlegte Kismet wie es weitergehen sollte. Auch sie merkte die Spannungen und die Differenzen die mittlerweile zwischen ihnen herrschte. ‚Irgendwie teilen wir uns in zwei Gruppen auf, aber das kann doch eigentlich nicht richtig sein, denn sie waren alle irgendwie aufeinander angewiesen’, überlegte sie, doch eine Lösung wollte ihr nicht einfallen. Sie wusste nur, dass, wenn es so weitergeht, die Gruppe auseinander gehen würde.
Auch Pain und Rashad machten sich Gedanken darüber während sie ihr Nachtlager aufschlugen um sich für den nächsten Tag auszuruhen.

Unerwartete Unterstützung
Am nächsten Morgen machten sie sich auf den Weg zum Dorf Hechtholz, in dessen Nähe sich der Tempel der Toleranz befand, um sich da mit Beichtvater Dorian zu treffen. Im Schlepptau den Pirscher, den Sonea liebevoll auf den Namen Mimmi getauft hatte. Auf ihrem Weg zu Dorian, hörte Erag plötzlich ein komisches Geräusch das aus dem Dickicht kam. Er zeigte den anderen mit Handzeichen aus welcher Richtung er das Geräusch gehört hatte, braucht aber keine weiteren Anweisungen zu geben, da sich die Gruppe mittlerweile auch ohne Worte verständigen konnten.
Kismet und Rashad zogen sich ein Stück zurück, während Pain und der Lord sich leise an das Dickicht ranschlichen. In der Zwischenzeit hatten sich Erag und Sonea eine kleine Anhöhung als Angriffsposten ausgesucht und ihre Pfeile an die Bogensehnen gelegt. „Mist, wo ist Mimmi?“ flüsterte Sonea in Erags Richtung. Auch ihm war aufgefallen, dass der Pirscher, der normalerweise keinen Meter von Soneas Seite wich, nicht mehr zu sehen war, und plötzlich, als wenn der Pirscher nur auf ein Stichwort gewartet hätte, sprang er fauchend aus dem Dickicht und die Kreaturen, die sich darin versteckt hatten, schreckten hoch und verließen ihr sicheres Versteck ohne auf ihre Deckung zu achten. Dadurch wurden sie ein geeignetes Ziel für die Schwerter von Pain und dem Lord und auch die Pfeile von Sonea und Erag trafen ohne Probleme. Die Angreifer wurden so schnell überrumpelt, dass weder Rashad noch Kismet eingreifen brauchten. „Hey, dein kleiner Stubentiger ist ja doch noch zu was anderem zu gebrauchen“, rief Pain lachend. Kismet und Rashad schauten sich nur an, und ihnen war klar, dass sie nun nichts mehr gegen den Pirscher einwenden konnten, denn immerhin hatte er ihnen mehr oder weniger zu diesem kleinen Sieg verholfen.
Sonea musste unweigerlich lachen, denn irgendwie war die Situation komisch, denn schließlich hatte jeder damit gerechnet, dass Mimmi ihnen das Leben schwerer macht und nicht, dass der Pirscher ihnen auch noch bei der Verteidigung ihrer Leben hilft.

Während sie ihren Weg fortsetzten und immer noch über Mimmi schmunzelten, ließ sich diese immer weiter zurückfallen und versuchte noch nicht einmal mehr mit der Gruppe Schritt zu halten. Sie reckte den Kopf gen Himmel und schnupperte in alle möglichen Richtungen. „Irgendetwas stimmt hier nicht, so hat sich Mimmi noch nie verhalten“, bemerkte Sonea mit besorgter Stimme. Jetzt drehten sich auch die anderen nach Mimmi um und bemerkten, was Sonea schon längst aufgefallen war. Plötzlich, erst ganz leise, dann immer zunehmender von der Lautstärke, hörten sie Hilferufe und Angriffsrufe gleichzeitig. Ihre Hochstimmung vom dem grad so schnellen Kampf gegen eine kleine Gruppe Untoter war wie weggeblasen, als ihnen bewusst wurde, woher die Kampfgeräusche kamen. „Beichtvater Dorian … der Tempel der Toleranz … los … wir müssen … schnell…“, schrie Kismet atemlos und entsetzt, während sie anfing loszurennen. Auch die anderen fingen an zu rennen und als sie am Tempel ankamen, sahen sie wie eine Horde von hunderten Untoten sich auf den Beichtvater zu bewegten. Dieser war bereits bis an den Brunnen der Heilquelle zurückgewichen und schien langsam das Bewussstsein zu verlieren. Sonea schaute sich um und versuchte die Lage einzuschätzen, als sie sah, wie die Beine des Beichvaters nachgaben und er in sich zusammen sackte. „Los doch, wir dürfen keine Zeit verlieren, Erag, wir beide versuchen diese Horde mit unseren Pfeilen auseinander zu treiben, du gehst von Westen und ich von Osten ran … Pain und Lord ihr versucht Kismet einen Weg zum Beichtvater frei zu schlagen, damit sie sich um ihn kümmern kann und du Rashad ….“, Kismet versuchte Sonea zu unterbrechen, aber diese ließ es nicht zu, „ Nein Kismet keine Wiederrede, wir kommen auch ohne deine Heilkünste aus, solange wir uns in der Nähe der Heilquelle aufhalten … Rashad du versuchst mit deinen Schattenkünsten die Heiler dieser Ungeheuer in Schach zu halten, damit wir uns die Anderen vorknöpfen können.! „

Während Pain und Lord unter lautem Klingengeschepper versuchten sich und Kismet, die um sich und die zwei Krieger einen Schutzschild errichtet hatte, einen Weg zu Dorian frei zu kämpfen, bezogen Sonea und Erag jeweils an den Außenseiten Stellung und feuerten ihre Pfeile ab. Es sah schon fast danach aus, dass der Pfeilhagel die Gegner nach und nach zur Strecke bringen würde, doch die Untoten hatten kampferfahrene Heiler dabei, die ihresgleichen in nicht unbeträchtlicher Zahl immer wieder zurückholten aus dem Reich der Schatten. Rashad versuchte sein Bestes, und unter Aufbringung all seiner Kraft und Schattenkünste gelang es ihm, die Hälfte der Heiler zu überlisten, doch es waren noch genug übrig, die diesen Kampf fast aussichtslos erschienen liessen.

„Dorian, Beichtvater Dorian“, stammelte Kismet als sie erschöpft bei dem Bewusstlosen ankam. Pain und Lord gönnten sich nur eine kurze Rast, grade lang genug um ihre Wunden, die trotz des starken Schutzschildes entstanden waren, von der Heilquelle heilen zu lassen und zu Atem zu kommen. „Kismet, kommst du alleine …“, weiter kam Lord nicht, denn Kismet schnitt ihm mit einer Handbewegung das Wort ab. Sie ließ ihn verstehen, dass sie hier alleine zurecht kommen würde und dass dem Beichtvater nichts ernstes fehlen würde. Während der kurzen Unterredung war Pain, mit gezückter Klinge, schon unter lauten Kampfgeschrei in die Menge gerannt und überrumpelte grade einen Gegner. „Steh da nicht so rum, wir brauchen deine Hilfe!“, schrie ihn Sonea, die gerade eine Salve von Pfeilen auf ihre Gegner abschoss, an.
Mimmi, die angriffslustig aber noch unentschlossen hinter Sonea stand, machte plötzlich einen Satz nach vorn. Sonea schaute sich verwundert um, denn sie konnte das Verhalten ihres Pirschers nicht verstehen, bis sie plötzlich von einer starken Energiewelle zu Boden gerissen wurde. Mimmi zögerte keine Sekunde und griff den Angreifer an, dieser verlor das Gleichgewicht und kam ins Trudeln. Aus dem Augenwinkel sah Pain, was da vonstatten ging und rannte, alle Gegner, die sich ihr in den Weg stellten, niedermetzelnd zu Sonea und Mimmi. „Seh deiner gerechten Strafe ins Auge, du Ungeheuer“, schrie sie, während sie der Kreatur das Schwert in das nichtvorhandene Herz stieß. Ihr Schwert rammte sich in den Boden, als der Untote sich in Staub verwandelte.

Plötzlich, als wenn ihnen nur dieser eine Erfolg gefehlt hätte, schafften sie es, einen Untoten nach dem anderen ins Jenseits zu befördern. Es war unheimlich, aber nachdem sie sich in die Mitte der Heilquelle, zu Beichtvater Dorian begeben hatten, der wieder zu Bewusstsein gekommen war, berichtete ihnen, dass es kein Wunder gewesen wäre. „Der Untote, den Pain zur Strecke gebracht hat, war der Anführer von der Horde, und mit seinem Tot war es für euch wesentlich einfacher auch die anderen zu töten, denn er war ein Heiler, der seine Untertanen mit einer besonderen Art von Schutz, einer sogenannten Schutzhaut, belegt hatte. Nach seinem Tot, löste sich die Schutzhaut auf und sie waren angreifbar“, erklärte Dorian, den immer noch erstaunten Gefährten. „Aber wir konnten doch mit unseren Waffen und Rashads Schattenkünsten einige zur Strecke bringen?!“, äußerste Sonea erstaunt ihre Zweifel an der Aussage Dorians.
„Ja, schon, aber ehrlich gesagt, waren das mehr Glückstreffer, ihr habt wohl einige Stellen getroffen, die die Schutzhaut nicht abdecken konnte, ich kenn diesen Zauber ein wenig, er ist stark aber nicht fehlerlos“, sagte Kismet, „und bevor ihr wissen wollt, warum ich euch nicht mit dieser Art von Schutz belegt habe, erklär ich es euch lieber sofort.“ Und so erzählte Kismet, dass sie im Kloster verschiedene Arten von Schutzzaubern gelernt hatte, aber dass die Schutzhaut nicht zu der Art von Zaubern gehöre, die erlaubt sind. ;Das Kloster und die Mönche wenden nur weisse Magie an, und die Art von Zauber, zu der die Schutzhaut gehört, ist schwarze Magie, die nur von den Zauberern und Magier der dunklen, der Schattenseite verwendet werden“, schloss sie ihre Erklärung. „Genug des Geredes, ihr müsst euch auf den Weg machen, ihr müsst das Zepter von Orr finden und es an einen sicheren Ort bringen“, sagte Dorian. Und die Gefährten machen sich auf den Weg zu Dinas, der ihnen das Zepter anvertrauen sollte. „Da, da vorne ist Dinas … aber … was ist das?“, stotterte Pain verwirrt. Vor ihnen stand Dinas, der von den Ästen des Baumes der Erinnerung umschlungen dastand und sich nicht bewegen konnte.

Ahnungslos feuerte Sonea eine Salve von Pfeilen auf den Baum ab, aber nichts geschah. Rätselnd standen sie nun da, keiner wusste genau was zu tun war, als Erag eine Idee kam. „Vielleicht sollte Rashad versuchen mit seinem Schattenschritt sich zwischen Dinas und dem Baum zu bewegen und vielleicht kann er dann den Baum soweit ablenken, dass unsere Angriffe Dinas befreien können!“ Kaum hatte Erag seine Gedanken geäußert, hatte sich Rashad schon zwischen Dinas und dem Baum der Erinnerung telepotiert und tatsächlich, der Trick schien zu funktionieren. Der Baum liess Dinas los, der schwankend auf Erag zu gelaufen kam. „Ihr habt es geschafft mich aus den Fängen des Baumes zu befreien, ihr seit würdig das Zepter des Orr zu seinem Bestimmungsort zu bringen, ihr müsst euch aber allein auf den Weg machen, wir warten hier auf euch, bis ihr wieder zurück seit.“ Erag sah Sonea traurig an, da sie ihn aber aufmunternd ansah, machte er sich auf den weg. Er wollte nicht rennen, aber in Gedanken versunken Sonea allein zu lassen, bemerkte er gar nicht, wie er es tat. Seine Schritte wurden immer schneller und länger, ohne zu wissen wohin er eigentlich gehen sollte und ohne sich umzudrehen, verschwand er aus der Sicht von Sonea und den anderen.

Der Hinterhalt
Sonea kam es wie eine Ewigkeit vor, sie wartete ungeduldig auf Erags Rückkehr. „Wo bleibt er nur, er kann uns doch nicht so lange allein lassen, nicht das ihm was zugestoßen ist“, sagte sie in Gedanken versunken. Kismet hörte jedoch ihre Worte. „Mach dir keine Sorgen, er wird schon jeden Moment zurückkommen. Du machst dir große Sorgen um Erag, nicht wahr?, fragte sie. „Wie kommst du denn auf so einen Unsinn“, wollte Sonea verlegen wissen. „Ich seh doch eure heimlichen Blicke, die ihr euch, wenn ihr euch unbeobachtet fühlt, zuwerft!“, sagte Kismet.

Sonea verfiel ins Grübeln … ‚stimmte Kismets Ansicht? Oder war Kismet auf dem Holzweg? Es stimmt schon, dass sich ich mich in seiner Nähe wohl und beschützt fühle, aber bedeutet er mir deswegen wirklich etwas? Selbst wenn es so wäre, es darf nicht sein, ich darf mich nicht verlieben, auch wenn ich weit weg von zu Hause bin, darf es nicht sein. Es wäre nicht im Sinne meiner Eltern’. Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als sie Pain aufspringen und wild mit den Armen fuchteln sah. „Da, er kommt“, rief Pain. Und tatsächlich am Horizont war eine Gestalt auszumachen, die in atemberaubender Geschwindigkeit immer näher kam. ...

Lady Sonea
24.09.2007, 13:53
Da an dieser Stelle unsere Gilde aus dem Bündnis ausgetreten ist, schreibe ich momentan mit nur noch 2 anderen aus unserer Gilde weiter...daher kann es leider etwas länger dauern bis der Roman sich weiterentwickelt. Aber wir geben den Roman nicht auf, nur weil wir das Bündnis gewechselt haben :angel: , also freut euch auf weitere spannende Kapitel! :nod:

Mittlerweile schreibe ich nur noch allein ... ich hoffe, dass ihr mir verzeiht, dass es dadurch noch länger dauert ... aber ich habe mich bemüht und auch tatsächlich einige Zeilen weiterschreiben können ... lest selber ! :coffee:

Lady Sonea
24.09.2007, 13:56
Soneas Herz machte einen Sprung, sie freute sich, dass Erag endlich und wie es schien unversehrt zurückgekommen war. Sie konnte sich kaum zurück halten, sie wollte ihm entgegeneilen, aber eine innere Stimme hielt sie zurück. Und so harrte sie reglos aus und wartete bis sich Erags Blicke mit den ihren trafen.
Doch Erag wurde von den anderen umlagert und kam nicht dazu mit Sonea zu reden. Er schaute sich um, doch konnte er sie nirgends entdecken. „Wo warst du … was hast du so lange getrieben … erzähl schon … spann uns doch nicht so lang auf die Folter … wir wollen alles wissen.“ Erag wusste nicht welche Frage er zu erst beantworten sollte, außerdem wollte er sich nur einen Moment ausruhen und Sonea sehen; er wollte nur wissen, dass es ihr gut geht.

„Bitte … lasst mich erstmal Luft holen und einen Moment ausruhen, danach werde ich versuchen eure Fragen zu beantworten.“ Er setzte sich an die bereits erkaltete Feuerstelle und schloß für einen Moment die Augen, um seine Gedanken ein wenig zu ordnen. Aus dem Augenwinkel sah Erag, dass ihm jemand einen Becher reichte. „Ich glaube den kannst du gut gebrauchen.“ Mit diesen Worten reichte Sonea ihm den Becher. Erag stieg der altbekannte und geliebte Duft kräftiger Aromen in die Nase. „Mmmmhhh …. Kaffee, dank dir. Kannst du Gedanken lesen oder woher wusstest du was ich mir gerade gewünscht habe?“ Damit meinte er jedoch nicht nur den Kaffee. Sonea errötete und wollte sich grade neben ihn setzten um ihn zu fragen, wie es ihm geht, aber sie kam nicht dazu, denn kaum hatte Erag den ersten Schluck von dem Kaffee getrunken und von dem Becher aufgeschaut, sah er in 4 fragende Augenpaare. „So wie es scheint, lasst ihr mir ja doch keine Ruhe bis ich euren Wissensdurst gestillt habe. Also gut, dann werde ich mal versuchen eure Fragen zu beantworten … aber bitte unterbrecht mich nicht und lasst mich ausreden.“ Er schaute in die Runde und suchte nach Zustimmung … die anderen nickten nur still und so begann er zu erzählen, wo er war und warum er so lange unterwegs gewesen war. „Wir hatten uns schon gewundert wohin Dorian so plötzlich verschwunden war, aber deine Geschichte erklärt diese Frage von selbst. Aber dafür, dass du bis nach Löwenstein musstest, bist du sehr schnell wieder zurück gewesen, anscheinend hattest du nicht viel in Löwenstein zu erledigen?“, fragte Kismet mit einem zweifelnden Unterton. Erag ging über die Frage hinweg und war mehr als dankbar, als er Pains erstaunten Ausruf hörte. „Schaut … da hinten kommt ein Bote. Er scheint uns zu suchen.“ Damit sollte sie Recht behalten, denn der Bote hielt direkt auf die im Kreis sitzende Gruppe zu. „Ist Erag Nomaril unter Euch? Ich habe eine dringende Nachricht von Beichtvater Dorian für ihn!“ Erst jetzt erkannten die Gefährten, dass es sich bei dem Boten um einen jungen Mönch in Ausbildung handelte, der wie wild mit einer Pergamentrolle in der Hand wedelte. Erag stand auf und ging auf den jungen Mönch zu. „Ich bin Erag Nomaril. Was möchte Beichtvater Dorian von mir, dass er euch den weiten und gefährlichen Weg hierher schickt?“ „Lest am Besten seine Nachricht, darin dürfte alles stehen, was Ihr wissen müsst. Beichtvater Dorian hat mir nur den Auftrag gegeben, Euch die Nachricht zu überbringen. Es muss etwas sehr dringenden und sehr wichtiges sein. Und so was würde der Beichtvater mit Sicherheit nicht einem Mönchs-Novizen anvertrauen“, der Novize konnte sich eines Schmunzelns nicht erwähren, „Ich habe die Nachricht überbraucht und somit meinen Auftrag ausgeführt. Ich werde mich jetzt besser sofort auf den Rückweg machen, wenn ich noch vor Einbruch der Dunkelheit Löwenstein erreichen möchte.“ Der Novize drehte sich um und eilte in die Richtung zurück aus der er gekommen war.


Erag starrte die Nachricht sekundenlang an und den anderen kam es wie eine Ewigkeit vor, bis Sonea sich traute die Stille, die sich breit gemacht hatte, zu unterbrechen. „Willst du sie nicht lesen? Sie scheint sehr wichtig zu sein, wenn Dorian schon einen seiner Novizen ohne jeglichen Schutz zu uns schickt.“ „Ja, du hast mit Sicherheit Recht, Sonea.“ Er versuchte mit zitternden Fingern das Siegel zu zerbrechen, doch in seinem Kopf schwirrten tausende Fragen umher. ‚Warum schickt er mir eine Nachricht mit solcher Dringlichkeit, wo ich ihn doch erst vor ein paar Stunden verlassen habe? Was muss schreckliches in dieser kurzen Zeit vorgefallen sein?’. Sonea sah die Verzweiflung in Erags Augen und nahm ihm die Pergamentrolle aus den immer noch zitternden Fingern, zerbrach das Siegel und gab ihm die ausgerollte Schriftrolle zurück. Er nickte ihr dankend zu und begann zu lesen.
Es herrschte eine bedrückende Stille und es schien, als dass man die Luft zerschneiden könnte. Sonea und Kismet hielten vor Spannung unbewusst die Luft an, während Rashad und Pain nervös von einem auf den anderen Fuß traten.

Vor lauter Anspannung bemerkten sie nicht, wie Lord sich leise und ohne ein Wort von der Gruppe entfernte. Er hatte ein Geräusch gehört und wollte die anderen nicht unnötig alarmieren. ‚Ich geh erstmal dem Geräusch nach und schaue was los ist, bevor ich die anderen informiere. Vielleicht hat mich die ganze Warterei einfach nur aus der Ruhe gebracht und ich laufe hier nur einem aufgescheuchtem Tier hinterher’, sagte er in Gedanken zu sich selbst. Und so folgte er dem Geräusch immer weiter und bemerkte erst zu spät, dass er in eine Falle geraten war.
Plötzlich sah er sich umringt von etlichen Anhängern der Glänzenden Klinge wieder. Sie standen mittlerweile mit gezückten Klingen, die im Schein der durch das Blattwerk fallenden Sonne rötlich schimmerten, um ihn rum. Lord schaute sich um, doch es gab keinen Ausweg für ihn. Es war sein Kampf … sein Leben …. Sein Ziel …. Seine Berufung … er wollte nie kampflos aufgeben, und jetzt stand ihm sein wohl schlimmster und letzter Kampf bevor. Er zückte seine Axt und machte sich kampfbereit. Und so versuchte er unter lautem Kampfgeschrei, mit der leisesten Hoffnung eines sterbenden Krieges, dass seine Freunde ihn hören könnten, sein Leben zu retten und so viele Gegner wie möglich mit sich ins Jenseits zu ziehen.

Noch während Erag die Nachricht von Beichtvater Dorian las, überkam Sonea eine schreckliche Vorahnung und es lief ihr ein eiskalter Schauer über den Rücken, der ihr eine Gänsehaut verursachte. „Spürt ihr das auch? Irgendwas stimmt hier nicht … irgendwas passiert hier und ich fürchte wir kommen zu spät um es zu verhindern.“ Kismet und Rashad schauten erst sich und dann Sonea ungläubig an. Genau in dem Moment als Kismet Sonea fragen wollte, ob mit ihr alles in Ordnung sei, hörte sie einen schmerzerfüllten und doch zugleich kampfbereiten Schrei. Wie zu Stein erstarrt blieb Kismet regungslos stehen und auch die anderen trauten kaum ihren Ohren zu glauben.
Es war Pain, der auffiel, dass Lord nicht mehr bei ihnen war. „Wo ist Lord? Hat ihn irgendjemand in der letzten Zeit gesehen?“ Die anderen schauten sich erstaunt und fassungslos um. „Wie konnte er sich so einfach unbemerkt und dabei so leichtsinnig davonstehlen? Und vor allem möchte ich wissen, warum? Er war doch vorhin noch bei uns als Erag uns erzählte, wo er gewesen ist. War er es, der gerade so geschrieen hat?“, fragte Rashad stotternd. Erag, der verwundert durch die Runde schaute, wusste nicht was er tun sollte. Er merkte, dass die anderen eine Entscheidung von ihm erwarteten, doch diesmal wusste er absolut nicht was er tun sollte, er war am Ende seiner Kräfte angelangt. Sonea sah die Verzweiflung in Erags Augen und in diesem kurzen Moment wurde ihr klar, welche Verantwortung in der kurzen Zeit in der die Gefährten gemeinsam unterwegs waren, auf ihm lastete. Er hatte die Rolle des Anführers stumm übernommen, ohne je gefragt worden zu sein. Doch so wie er jetzt aussah, schien er Hilfe zu brauchen. Und so zögerte Sonea keinen weiteren Moment und ergriff das Wort. „Warum steht ihr hier noch wie angewurzelt rum …. Warum greift ihr nicht zu euren Waffen? Wir haben keine Zeit um hier rumzustehen … los … macht schon … Lord braucht unsere Hilfe!“, schrie Sonea die anderen lauter als gedacht an. Doch es schien geholfen zu haben, denn plötzlich brach Hektik aus, jeder suchte seine Waffen zusammen und stellte sich hinter Sonea auf. ‚Ich hoffe, wir kommen nicht zu spät’, ging es ihr durch den Kopf, als sie sich als Spitze der Gruppe auf den Weg durch das Dickickt machte, in die Richtung, aus der sie das Kampfgeschrei gehört hatte.

Je weiter sie sich durch das Dickicht kämpften, desto mehr verstärkte sich Soneas Vorahnung. Sie fing an, an sich zu zweifeln. ‚War es richtig, dass ich die Führung übernommen habe? Bin ich geeignet, diesen Kampf zu führen? Warum setze ich mich so für Lord ein und riskiere mein Leben und das der anderen? Er hat doch kaum ein Wort mit mir geredet?’ Sie konnte dieses Zwiegespräch jedoch nicht weiterführen, der Anblick der ihr sich ihr bot, als sie eine kleine Lichtung erreichten, ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren. Sie konnte ihren Augen kaum glauben, vor ihr lag Lord inmitten einer Gruppe weiss gekleideter Krieger.
Sie waren zu spät gekommen.

„Oh nein … zu spät … warum? Warum nur?“, Kismet schien den Tränen nahe, denn ihre Stimme klang erstickt und zittrig. Nur Rashad schien nicht so verzweifelt über den Anblick des toten Gefährten zu sein. „Er ist aber nicht umsonst gestorben … und er ist so gestorben, wie er es mit Sicherheit wollte. Er hat bis zum Ende gekämpft und jeden seiner Widersacher ins Jenseits befördert. Kismet, vielleicht …. Vielleicht ist es noch zu spät. Vielleicht kannst du ihn noch zurückholen. Worauf wartest du? Je länger du zögerst, desto geringer wird die Wahrscheinlichkeit, dass du erfolgreich bist .“ Rashad schob die am ganzen Leib zitternde Kismet in Richtung des leblosen Körpers ihres Freundes.
Kismet kniete sich vor Lord und deutete den anderen, dass sie zurücktreten sollten. Sie beugte sich über Lord, schloss die Augen und das was jetzt geschah, ließ Erag, Pain und Sonea erstarren. Kismet und Lord schienen in ein helles, gleißendes blaues Licht eingehüllt zu sein. Das Licht war so blendend, dass sie sich die Augen mit den Händen verdecken mussten. Das Licht verblasste so plötzlich wie es gekommen war, und als sich ihre Augen wieder ein wenig erholt hatten, sah Sonea, wie Kismets Körper regungslos über den von Lord zusammengebrochen war. „Kismet … oh nein … bitte nicht.“ Sonea eilte zu ihr rüber und als sie Kismets Körper in ihren Armen hielt, fiel ihr ein Stein vom Herzen. Kismet war nur vor Erschöpfung bewusstlos zusammengebrochen. Ein wenig Ruhe und sie würde wieder zu Kräften kommen.
Während Sonea und Pain sich um die immer noch bewusstlose Kismet kümmerten, bereiten Erag und Rashad alles für das Begräbnis der Leichen vor.

Für die Kämpfer der Glänzenden Klinge hoben sie lediglich ein Loch aus, in das sie die Leichen legen wollten. Doch für Lord wollten sie nicht so ein unwürdiges Begräbnis. Auch wenn sie ihn nicht gut gekannt hatten, wollten sie ihm doch ein Begräbnis gestatten, dass seiner würdig war. „Bitte, macht ein Feuerbegräbnis, dass wäre bestimmt in seinem Sinne gewesen.“ Die Worte waren kaum zu verstehen, doch Sonea, die direkt neben der für einen kurzen Moment bei Bewusstsein gewesenen, Kismet kniete, nickte. Sie stand auf und ging zu Rashad und Erag um ihnen den Wunsch von Kismet zu überbringen. Da Kismet das Bewusstsein bereits wieder verloren hatte, nahmen die Gefährten die Feuerbestattung ohne ihre Anwesenheit vor.

„Kismet, komm zu dir … wir können nicht länger hier bleiben … es ist zu gefährlich. Komm schon!“ Sonea versuchte schon seit einigen Minuten Kismet wach zu bekommen, doch ohne Erfolg. Sie schrak zusammen, als Pain einen Becher mit kalten Wasser in Kismets Gesicht schüttete. „Das kannst du doch nicht machen, Pain!“ „Es hat aber funktioniert … und das ist die Hauptsache … sieh doch … sie hat endlich die Augen wieder aufgeschlagen … und es scheint, als wenn sie wieder ganz die Alte ist.“ Sonea drehte sich um und tatsächlich Kismet hatte endlich die Augen wieder aufgeschlagen und starrte Pain mit funkelnden Augen an. Sonea lächelte. Nach einer kleinen Stärkung, rappelte sich Kismet auf und versuchte den Anschein zu erwecken, dass ihr das Erlebte nichts hatte anhaben können. In den letzten Jahren hatte ihr die Kraft der Verdrängung geholfen über einige schwere Sachen hinwegzukommen, und diesmal nutze sie diese Kraft erneut.
„Erag, du warst dabei uns die Nachricht von Dorian vorzulesen. Bitte sag uns, was er von uns möchte“, Kismet sah Erag erwartungsvoll und müde an. „Lass es ruhig angehen, Kismet. Wir haben erst grade Lord begraben und du bist erst grade wieder bei Bewusstsein … wir sollten im Moment nichts überstürzen.“, warnte Erag, doch Kismet schüttelte nur den Kopf und ließ Erag damit verstehen, dass sie jetzt nicht zur Ruhe kommen durften. Erag seufzte, setzte sich auf einen Baumstumpf und kramte die Nachricht aus seiner Hosentasche hervor. Während er diese vorlas, setzten sich die anderen zu ihm und schauten sich, je weiter Erag las, erstaunt an. Rashad und Kismet warfen sich Blicke zu, die Sonea nicht deuten konnte, doch sie merkte, dass zwischen den beiden eine Art Verständigung herrschte, die die anderen ausschloß.
Die Situation machte sie nervös, doch sie wusste nicht, was sie tun sollte, daher ließ sie die Sache vorerst auf sich beruhen und versuchte sich wieder auf Erags Worte zu konzentrieren. Doch sie ließ Rashad und Kismet dennoch nicht aus den Augen.

Der Brunnen der Wahrheit
„Wir sollen Justiziar Hablion im Schattenmoor treffen? Warum? Was will er von uns?“, Kismets stimme zitterte als sie Erag fragend anschaute. „Soweit ich es weiß, sollen wir ihm helfen die Auserwählten zu finden und sicher zur Küstenstadt Lehmhorst geleiten. Was das für Auserwählte sind, weiss ich auch nicht. Aber es scheint für Beichtvater Dorian und Justiziar Hablion von hoher Wichtigkeit zu sein. Das scheint dich nervös zu machen Kismet. Und auch Rashad scheint nicht wohl dabei zu sein. Was ist los mit euch? Ihr beide seit doch sonst nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen!“
Erag schaute von Kismet zu Rashad und wunderte sich über das seltsame Verhalten der beiden Gefährten. „Ich weiss nicht, was du meinst. Mit mir ist alles in Ordnung. Es war einfach ein bisschen zuviel was wir in den letzten Tagen erlebt haben. Vielleicht meinst du deswegen, dass ich mich merkwürdig verhalte.“ Mit diesen Worten wendete sich Kismet von Erag ab und fing an, am anderen Ende der Lichtung ihr Nachtlager aufzuschlagen, denn der Tag neigte sich langsam dem Ende zu. Rashad gesellte sich zu ihr und folgte ihrem Beispiel und schlug ebenfalls sein Nachtlager auf.
Pain hatte dieses bereits getan, und als ihr auffiel, dass Erag und Sonea immer noch zusammen am Lagerfeuer saßen und keine Anstalten machten sich für die Nacht vorzubereiten, fing sie an deren Nachtlager zu machen, bevor sie sich zu ihnen gesellte.
„Was sitzt ihr beiden denn so alleine noch hier rum?“ Erag sah auf und schaute Pain fragend an. „Die anderen beiden haben sich schon schlafen gelegt und ihr … ihr wollt die Nacht durchreden?“ Pain konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. „Sonea und mir ist vorhin aufgefallen, dass sich Kismet und Rashad wunderlich benommen haben, als sie gehört haben, dass wir Justiziar Hablion im Schattenmoor treffen sollen. Den beiden schien das nicht gerade zu gefallen und dass sie ihre Nachtlager fernab unserer aufgeschlagen haben, bestärkt mich nur in meinen Bedenken.“ „Irgendwas scheinen die beiden vor uns zu verbergen. Ich weiss, Pain, jeder von uns hat so seine Geheimnisse und seine verborgende Vergangenheit, aber so wie die beiden sich gerade verhalten, kann man nur darauf schließen, dass sie irgendwas von großer Wichtigkeit vor uns verbergen“, sagte Sonea mit belegter Stimme, und man konnte ihr ansehen, dass sie sich in dieser Situation nicht wohl fühlte...

Lady Sonea
15.12.2008, 14:59
Nach langer Pause mal wieder ein bisschen weitergeschrieben....da ich aber nebenbei auch noch an einigen Kurzgeschichten schreibe (sind irgendwie leichter in Angriff zu nehmen, als dieser Roman)...hat es etwas länger gedauert und wird wohl bis zur Beendigung des Romans noch etwas dauern!


Doch schon nach einiger Zeit merkte Sonea, dass der Pirscher ihnen in einigem Abstand folgte. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht und sie hoffte, dass die Gefährten es noch nicht mit bekommen hatten. Erst als sie eine kleine Rast machten, merkten die Anderen, dass der Pirscher immer noch da war und Kismet und Rashad liessen ihrem Ärger Luft und beschwerten sich bei Sonea. „Warum hast du nicht auf uns gehört ? Wegen deiner naiven Dummheit werden wir das Vieh jetzt nicht mehr los“ sagte Kismet genervt.
„Aber was sollte ich denn tun? Dass er uns gefolgt ist, ist nicht meine Schuld“ versuchte Sonea sich zu verteidigen.
Die Anderen guckten Sonea verwundert an, denn außer Rashad hatte keiner Kismets Anschuldigungen mitbekommen.
„Was ist denn hier los? Worüber streitet ihr zwei euch eigentlich?“ wollte Pain wissen. „Der Pirscher ist uns gefolgt und jetzt werden wir den mit Sicherheit nicht mehr los und müssen unsere recht spärlichen Vorräte auch noch teilen“, erklärte Kismet den Sachverhalt aus ihrer Sicht. Pain schaute von Kismet zu Sonea, die bereits versuchte die Wogen wieder zu glätten, in dem sie versprach, dass sie sich um den Pirscher kümmern und ihren Teil der Vorräte mit ihm teilen würde.
Inzwischen gesellte sich Erag, der auf der Suche nach Holz war, wieder zu der Gruppe und meinte, dass es doch kein Problem wäre den Pirscher zu behalten, solange Sonea sich tatsächlich um ihn kümmern würde.
Somit waren die ersten Wogen erstmal geglättet, doch man merkte, dass die Spannungen, die sich immer mehr zwischen den Gefährten aufbauten, dadurch nicht geringer wurden.
Rashad und Kismet waren mit der Entscheidung über den Pirscher nicht einverstanden, fügten sich aber der Mehrheitsentscheidung.
Während Erag das Feuer anzündete, Sonea sich mit dem Pirscher beschäftigte, überlegte Kismet wie es weitergehen sollte. Auch sie merkte die Spannungen und die Differenzen die mittlerweile zwischen ihnen herrschte. ‚Irgendwie teilen wir uns in zwei Gruppen auf, aber das kann doch eigentlich nicht richtig sein, denn sie waren alle irgendwie aufeinander angewiesen’, überlegte sie, doch eine Lösung wollte ihr nicht einfallen. Sie wusste nur, dass, wenn es so weitergeht, die Gruppe auseinander gehen würde.
Auch Pain und Rashad machten sich Gedanken darüber während sie ihr Nachtlager aufschlugen um sich für den nächsten Tag auszuruhen.


Unerwartete Unterstützung
Am nächsten Morgen machten sie sich auf den Weg zum Dorf Hechtholz, in dessen Nähe sich der Tempel der Toleranz befand, um sich da mit Beichtvater Dorian zu treffen. Im Schlepptau den Pirscher, den Sonea liebevoll auf den Namen Mimmi getauft hatte. Auf ihrem Weg zu Dorian, hörte Erag plötzlich ein komisches Geräusch das aus dem Dickicht kam. Er zeigte den anderen mit Handzeichen aus welcher Richtung er das Geräusch gehört hatte, braucht aber keine weiteren Anweisungen zu geben, da sich die Gruppe mittlerweile auch ohne Worte verständigen konnten.
Kismet und Rashad zogen sich ein Stück zurück, während Pain und der Lord sich leise an das Dickicht ranschlichen. In der Zwischenzeit hatten sich Erag und Sonea eine kleine Anhöhung als Angriffsposten ausgesucht und ihre Pfeile an die Bogensehnen gelegt. „Mist, wo ist Mimmi?“ flüsterte Sonea in Erags Richtung. Auch ihm war aufgefallen, dass der Pirscher, der normalerweise keinen Meter von Soneas Seite wich, nicht mehr zu sehen war, und plötzlich, als wenn der Pirscher nur auf ein Stichwort gewartet hätte, sprang er fauchend aus dem Dickicht und die Kreaturen, die sich darin versteckt hatten, schreckten hoch und verließen ihr sicheres Versteck ohne auf ihre Deckung zu achten. Dadurch wurden sie ein geeignetes Ziel für die Schwerter von Pain und dem Lord und auch die Pfeile von Sonea und Erag trafen ohne Probleme. Die Angreifer wurden so schnell überrumpelt, dass weder Rashad noch Kismet eingreifen brauchten. „Hey, dein kleiner Stubentiger ist ja doch noch zu was anderem zu gebrauchen“, rief Pain lachend. Kismet und Rashad schauten sich nur an, und ihnen war klar, dass sie nun nichts mehr gegen den Pirscher einwenden konnten, denn immerhin hatte er ihnen mehr oder weniger zu diesem kleinen Sieg verholfen.
Sonea musste unweigerlich lachen, denn irgendwie war die Situation komisch, denn schließlich hatte jeder damit gerechnet, dass Mimmi ihnen das Leben schwerer macht und nicht, dass der Pirscher ihnen auch noch bei der Verteidigung ihrer Leben hilft.
Während sie ihren Weg fortsetzten und immer noch über Mimmi schmunzelten, ließ sich diese immer weiter zurückfallen und versuchte noch nicht einmal mehr mit der Gruppe Schritt zu halten. Sie reckte den Kopf gen Himmel und schnupperte in alle möglichen Richtungen. „Irgendetwas stimmt hier nicht, so hat sich Mimmi noch nie verhalten“, bemerkte Sonea mit besorgter Stimme. Jetzt drehten sich auch die anderen nach Mimmi um und bemerkten, was Sonea schon längst aufgefallen war. Plötzlich, erst ganz leise, dann immer zunehmender von der Lautstärke, hörten sie Hilferufe und Angriffsrufe gleichzeitig. Ihre Hochstimmung vom dem grad so schnellen Kampf gegen eine kleine Gruppe Untoter war wie weggeblasen, als ihnen bewusst wurde, woher die Kampfgeräusche kamen. „Beichtvater Dorian … der Tempel der Toleranz … los … wir müssen … schnell…“, schrie Kismet atemlos und entsetzt, während sie anfing loszurennen. Auch die anderen fingen an zu rennen und als sie am Tempel ankamen, sahen sie wie eine Horde von hunderten Untoten sich auf den Beichtvater zu bewegten. Dieser war bereits bis an den Brunnen der Heilquelle zurückgewichen und schien langsam das Bewussstsein zu verlieren. Sonea schaute sich um und versuchte die Lage einzuschätzen, als sie sah, wie die Beine des Beichvaters nachgaben und er in sich zusammen sackte. „Los doch, wir dürfen keine Zeit verlieren, Erag, wir beide versuchen diese Horde mit unseren Pfeilen auseinander zu treiben, du gehst von Westen und ich von Osten ran … Pain und Lord ihr versucht Kismet einen Weg zum Beichtvater frei zu schlagen, damit sie sich um ihn kümmern kann und du Rashad ….“, Kismet versuchte Sonea zu unterbrechen, aber diese ließ es nicht zu, „ Nein Kismet keine Wiederrede, wir kommen auch ohne deine Heilkünste aus, solange wir uns in der Nähe der Heilquelle aufhalten … Rashad du versuchst mit deinen Schattenkünsten die Heiler dieser Ungeheuer in Schach zu halten, damit wir uns die Anderen vorknöpfen können.! „
Während Pain und Lord unter lautem Klingengeschepper versuchten sich und Kismet, die um sich und die zwei Krieger einen Schutzschild errichtet hatte, einen Weg zu Dorian frei zu kämpfen, bezogen Sonea und Erag jeweils an den Außenseiten Stellung und feuerten ihre Pfeile ab. Es sah schon fast danach aus, dass der Pfeilhagel die Gegner nach und nach zur Strecke bringen würde, doch die Untoten hatten kampferfahrene Heiler dabei, die ihresgleichen in nicht unbeträchtlicher Zahl immer wieder zurückholten aus dem Reich der Schatten. Rashad versuchte sein Bestes, und unter Aufbringung all seiner Kraft und Schattenkünste gelang es ihm, die Hälfte der Heiler zu überlisten, doch es waren noch genug übrig, die diesen Kampf fast aussichtslos erschienen liessen.
„Dorian, Beichtvater Dorian“, stammelte Kismet als sie erschöpft bei dem Bewusstlosen ankam. Pain und Lord gönnten sich nur eine kurze Rast, grade lang genug um ihre Wunden, die trotz des starken Schutzschildes entstanden waren, von der Heilquelle heilen zu lassen und zu Atem zu kommen. „Kismet, kommst du alleine …“, weiter kam Lord nicht, denn Kismet schnitt ihm mit einer Handbewegung das Wort ab. Sie ließ ihn verstehen, dass sie hier alleine zurecht kommen würde und dass dem Beichtvater nichts ernstes fehlen würde. Während der kurzen Unterredung war Pain, mit gezückter Klinge, schon unter lauten Kampfgeschrei in die Menge gerannt und überrumpelte grade einen Gegner. „Steh da nicht so rum, wir brauchen deine Hilfe!“, schrie ihn Sonea, die gerade eine Salve von Pfeilen auf ihre Gegner abschoss, an.
Mimmi, die angriffslustig aber noch unentschlossen hinter Sonea stand, machte plötzlich einen Satz nach vorn. Sonea schaute sich verwundert um, denn sie konnte das Verhalten ihres Pirschers nicht verstehen, bis sie plötzlich von einer starken Energiewelle zu Boden gerissen wurde. Mimmi zögerte keine Sekunde und griff den Angreifer an, dieser verlor das Gleichgewicht und kam ins Trudeln. Aus dem Augenwinkel sah Pain, was da vonstatten ging und rannte, alle Gegner, die sich ihr in den Weg stellten, niedermetzelnd zu Sonea und Mimmi. „Seh deiner gerechten Strafe ins Auge, du Ungeheuer“, schrie sie, während sie der Kreatur das Schwert in das nichtvorhandene Herz stieß. Ihr Schwert rammte sich in den Boden, als der Untote sich in Staub verwandelte.
Plötzlich, als wenn ihnen nur dieser eine Erfolg gefehlt hätte, schafften sie es, einen Untoten nach dem anderen ins Jenseits zu befördern. Es war unheimlich, aber nachdem sie sich in die Mitte der Heilquelle, zu Beichtvater Dorian begeben hatten, der wieder zu Bewusstsein gekommen war, berichtete ihnen, dass es kein Wunder gewesen wäre. „Der Untote, den Pain zur Strecke gebracht hat, war der Anführer von der Horde, und mit seinem Tot war es für euch wesentlich einfacher auch die anderen zu töten, denn er war ein Heiler, der seine Untertanen mit einer besonderen Art von Schutz, einer sogenannten Schutzhaut, belegt hatte. Nach seinem Tot, löste sich die Schutzhaut auf und sie waren angreifbar“, erklärte Dorian, den immer noch erstaunten Gefährten. „Aber wir konnten doch mit unseren Waffen und Rashads Schattenkünsten einige zur Strecke bringen?!“, äußerste Sonea erstaunt ihre Zweifel an der Aussage Dorians. „Ja, schon, aber ehrlich gesagt, waren das mehr Glückstreffer, ihr habt wohl einige Stellen getroffen, die die Schutzhaut nicht abdecken konnte, ich kenn diesen Zauber ein wenig, er ist stark aber nicht fehlerlos“, sagte Kismet, „und bevor ihr wissen wollt, warum ich euch nicht mit dieser Art von Schutz belegt habe, erklär ich es euch lieber sofort.“ Und so erzählte Kismet, dass sie im Kloster verschiedene Arten von Schutzzaubern gelernt hatte, aber dass die Schutzhaut nicht zu der Art von Zaubern gehöre, die erlaubt sind. ;Das Kloster und die Mönche wenden nur weisse Magie an, und die Art von Zauber, zu der die Schutzhaut gehört, ist schwarze Magie, die nur von den Zauberern und Magier der dunklen, der Schattenseite verwendet werden“, schloss sie ihre Erklärung. „Genug des Geredes, ihr müsst euch auf den Weg machen, ihr müsst das Zepter von Orr finden und es an einen sicheren Ort bringen“, sagte Dorian. Und die Gefährten machen sich auf den Weg zu Dinas, der ihnen das Zepter anvertrauen sollte. „Da, da vorne ist Dinas … aber … was ist das?“, stotterte Pain verwirrt. Vor ihnen stand Dinas, der von den Ästen des Baumes der Erinnerung umschlungen dastand und sich nicht bewegen konnte. Ahnungslos feuerte Sonea eine Salve von Pfeilen auf den Baum ab, aber nichts geschah. Rätselnd standen sie nun da, keiner wusste genau was zu tun war, als Erag eine Idee kam. „Vielleicht sollte Rashad versuchen mit seinem Schattenschritt sich zwischen Dinas und dem Baum zu bewegen und vielleicht kann er dann den Baum soweit ablenken, dass unsere Angriffe Dinas befreien können!“ Kaum hatte Erag seine Gedanken geäußert, hatte sich Rashad schon zwischen Dinas und dem Baum der Erinnerung telepotiert und tatsächlich, der Trick schien zu funktionieren. Der Baum liess Dinas los, der schwankend auf Erag zu gelaufen kam. „Ihr habt es geschafft mich aus den Fängen des Baumes zu befreien, ihr seit würdig das Zepter des Orr zu seinem Bestimmungsort zu bringen, ihr müsst euch aber allein auf den Weg machen, wir warten hier auf euch, bis ihr wieder zurück seit.“ Erag sah Sonea traurig an, da sie ihn aber aufmunternd ansah, machte er sich auf den weg. Er wollte nicht rennen, aber in Gedanken versunken Sonea allein zu lassen, bemerkte er gar nicht, wie er es tat. Seine Schritte wurden immer schneller und länger, ohne zu wissen wohin er eigentlich gehen sollte und ohne sich umzudrehen, verschwand er aus der Sicht von Sonea und den anderen.

Der Hinterhalt
Sonea kam es wie eine Ewigkeit vor, sie wartete ungeduldig auf Erags Rückkehr. „Wo bleibt er nur, er kann uns doch nicht so lange allein lassen, nicht das ihm was zugestoßen ist“, sagte sie in Gedanken versunken. Kismet hörte jedoch ihre Worte. „Mach dir keine Sorgen, er wird schon jeden Moment zurückkommen. Du machst dir große Sorgen um Erag, nicht wahr?, fragte sie. „Wie kommst du denn auf so einen Unsinn“, wollte Sonea verlegen wissen.
„Ich seh doch eure heimlichen Blicke, die ihr euch, wenn ihr euch unbeobachtet fühlt, zuwerft!“, sagte Kismet.
Sonea verfiel ins Grübeln … ‚stimmte Kismets Ansicht? Oder war Kismet auf dem Holzweg? Es stimmt schon, dass sich ich mich in seiner Nähe wohl und beschützt fühle, aber bedeutet er mir deswegen wirklich etwas? Selbst wenn es so wäre, es darf nicht sein, ich darf mich nicht verlieben, auch wenn ich weit weg von zu Hause bin, darf es nicht sein. Es wäre nicht im Sinne meiner Eltern’. Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als sie Pain aufspringen und wild mit den Armen fuchteln sah. „Da, er kommt“, rief Pain. Und tatsächlich am Horizont war eine Gestalt auszumachen, die in atemberaubender Geschwindigkeit immer näher kam.
Soneas Herz machte einen Sprung, sie freute sich, dass Erag endlich und wie es schien unver¬sehrt zurückgekommen war. Sie konnte sich kaum zurück halten, sie wollte ihm entgegen¬eilen, aber eine innere Stimme hielt sie zurück. Und so harrte sie reglos aus und wartete bis sich Erags Blicke mit den ihren trafen.
Doch Erag wurde von den anderen umlagert und kam nicht dazu mit Sonea zu reden. Er schaute sich um, doch konnte er sie nirgends entdecken. „Wo warst du … was hast du so lange getrieben … erzähl schon … spann uns doch nicht so lang auf die Folter … wir wollen alles wissen.“ Erag wusste nicht welche Frage er zu erst beantworten sollte, außerdem wollte er sich nur einen Moment ausruhen und Sonea sehen; er wollte nur wissen, dass es ihr gut geht.
„Bitte … lasst mich erstmal Luft holen und einen Moment ausruhen, danach werde ich ver¬suchen eure Fragen zu beantworten.“ Er setzte sich an die bereits erkaltete Feuerstelle und schloß für einen Moment die Augen, um seine Gedanken ein wenig zu ordnen. Aus dem Augen¬winkel sah Erag, dass ihm jemand einen Becher reichte. „Ich glaube den kannst du gut gebrauchen.“ Mit diesen Worten reichte Sonea ihm den Becher. Erag stieg der altbekannte und geliebte Duft kräftiger Aromen in die Nase. „Mmmmhhh …. Kaffee, dank dir. Kannst du Gedanken lesen oder woher wusstest du was ich mir gerade gewünscht habe?“ Damit meinte er jedoch nicht nur den Kaffee. Sonea errötete und wollte sich grade neben ihn setzten um ihn zu fragen, wie es ihm geht, aber sie kam nicht dazu, denn kaum hatte Erag den ersten Schluck von dem Kaffee getrunken und von dem Becher aufgeschaut, sah er in 4 fragende Augen¬paare. „So wie es scheint, lasst ihr mir ja doch keine Ruhe bis ich euren Wissensdurst gestillt habe. Also gut, dann werde ich mal versuchen eure Fragen zu beantworten … aber bitte unter¬brecht mich nicht und lasst mich ausreden.“ Er schaute in die Runde und suchte nach Zu¬stimmung … die anderen nickten nur still und so begann er zu erzählen, wo er war und warum er so lange unterwegs gewesen war. „Wir hatten uns schon gewundert wohin Dorian so plötzlich verschwunden war, aber deine Geschichte erklärt diese Frage von selbst. Aber dafür, dass du bis nach Löwenstein musstest, bist du sehr schnell wieder zurück gewesen, anscheinend hattest du nicht viel in Löwenstein zu erledigen?“, fragte Kismet mit einem zweifelnden Unterton. Erag ging über die Frage hinweg und war mehr als dankbar, als er Pains erstaunten Ausruf hörte. „Schaut … da hinten kommt ein Bote. Er scheint uns zu suchen.“ Damit sollte sie Recht behalten, denn der Bote hielt direkt auf die im Kreis sitzende Gruppe zu. „Ist Erag Nomaril unter Euch? Ich habe eine dringende Nachricht von Beichtvater Dorian für ihn!“ Erst jetzt erkannten die Gefährten, dass es sich bei dem Boten um einen jungen Mönch in Ausbildung handelte, der wie wild mit einer Pergamentrolle in der Hand wedelte. Erag stand auf und ging auf den jungen Mönch zu. „Ich bin Erag Nomaril. Was möchte Beicht¬vater Dorian von mir, dass er euch den weiten und gefährlichen Weg hierher schickt?“ „Lest am Besten seine Nachricht, darin dürfte alles stehen, was Ihr wissen müsst. Beichtvater Dorian hat mir nur den Auftrag gegeben, Euch die Nachricht zu überbringen. Es muss etwas sehr dringenden und sehr wichtiges sein. Und so was würde der Beichtvater mit Sicherheit nicht einem Mönchs-Novizen anvertrauen“, der Novize konnte sich eines Schmunzelns nicht erwähren, „Ich habe die Nachricht überbraucht und somit meinen Auftrag ausgeführt. Ich werde mich jetzt besser sofort auf den Rückweg machen, wenn ich noch vor Einbruch der Dunkelheit Löwenstein erreichen möchte.“ Der Novize drehte sich um und eilte in die Richtung zurück aus der er gekommen war.
Erag starrte die Nachricht sekundenlang an und den anderen kam es wie eine Ewigkeit vor, bis Sonea sich traute die Stille, die sich breit gemacht hatte, zu unterbrechen. „Willst du sie nicht lesen? Sie scheint sehr wichtig zu sein, wenn Dorian schon einen seiner Novizen ohne jeglichen Schutz zu uns schickt.“ „Ja, du hast mit Sicherheit Recht, Sonea.“ Er versuchte mit zitternden Fingern das Siegel zu zerbrechen, doch in seinem Kopf schwirrten tausende Fragen umher. ‚Warum schickt er mir eine Nachricht mit solcher Dringlichkeit, wo ich ihn doch erst vor ein paar Stunden verlassen habe? Was muss schreckliches in dieser kurzen Zeit vorge¬fallen sein?’. Sonea sah die Verzweiflung in Erags Augen und nahm ihm die Pergamentrolle aus den immer noch zitternden Fingern, zerbrach das Siegel und gab ihm die ausgerollte Schrift¬rolle zurück. Er nickte ihr dankend zu und begann zu lesen.
Es herrschte eine bedrückende Stille und es schien, als dass man die Luft zerschneiden könnte. Sonea und Kismet hielten vor Spannung unbewusst die Luft an, während Rashad und Pain nervös von einem auf den anderen Fuß traten.

Vor lauter Anspannung bemerkten sie nicht, wie Lord sich leise und ohne ein Wort von der Gruppe entfernte. Er hatte ein Geräusch gehört und wollte die anderen nicht unnötig alarmieren. ‚Ich geh erstmal dem Geräusch nach und schaue was los ist, bevor ich die anderen informiere. Vielleicht hat mich die ganze Warterei einfach nur aus der Ruhe gebracht und ich laufe hier nur einem aufgescheuchtem Tier hinterher’, sagte er in Gedanken zu sich selbst. Und so folgte er dem Geräusch immer weiter und bemerkte erst zu spät, dass er in eine Falle geraten war.
Plötzlich sah er sich umringt von etlichen Anhängern der Glänzenden Klinge wieder. Sie standen mittlerweile mit gezückten Klingen, die im Schein der durch das Blattwerk fallenden Sonne rötlich schimmerten, um ihn rum. Lord schaute sich um, doch es gab keinen Ausweg für ihn. Es war sein Kampf … sein Leben …. Sein Ziel …. Seine Berufung … er wollte nie kampflos aufgeben, und jetzt stand ihm sein wohl schlimmster und letzter Kampf bevor. Er zückte seine Axt und machte sich kampfbereit. Und so versuchte er unter lautem Kampf¬geschrei, mit der leisesten Hoffnung eines sterbenden Krieges, dass seine Freunde ihn hören könnten, sein Leben zu retten und so viele Gegner wie möglich mit sich ins Jenseits zu ziehen.

Noch während Erag die Nachricht von Beichtvater Dorian las, überkam Sonea eine schreckliche Vorahnung und es lief ihr ein eiskalter Schauer über den Rücken, der ihr eine Gänsehaut verursachte. „Spürt ihr das auch? Irgendwas stimmt hier nicht … irgendwas passiert hier und ich fürchte wir kommen zu spät um es zu verhindern.“ Kismet und Rashad schauten erst sich und dann Sonea ungläubig an. Genau in dem Moment als Kismet Sonea fragen wollte, ob mit ihr alles in Ordnung sei, hörte sie einen schmerzerfüllten und doch zu¬gleich kampfbereiten Schrei. Wie zu Stein erstarrt blieb Kismet regungslos stehen und auch die anderen trauten kaum ihren Ohren zu glauben.
Es war Pain, der auffiel, dass Lord nicht mehr bei ihnen war. „Wo ist Lord? Hat ihn irgend¬jemand in der letzten Zeit gesehen?“ Die anderen schauten sich erstaunt und fassungslos um. „Wie konnte er sich so einfach unbemerkt und dabei so leichtsinnig davonstehlen? Und vor allem möchte ich wissen, warum? Er war doch vorhin noch bei uns als Erag uns erzählte, wo er gewesen ist. War er es, der gerade so geschrieen hat?“, fragte Rashad stotternd. Erag, der verwundert durch die Runde schaute, wusste nicht was er tun sollte. Er merkte, dass die anderen eine Entscheidung von ihm erwarteten, doch diesmal wusste er absolut nicht was er tun sollte, er war am Ende seiner Kräfte angelangt. Sonea sah die Verzweiflung in Erags Augen und in diesem kurzen Moment wurde ihr klar, welche Verantwortung in der kurzen Zeit in der die Gefährten gemeinsam unterwegs waren, auf ihm lastete. Er hatte die Rolle des Anführers stumm übernommen, ohne je gefragt worden zu sein. Doch so wie er jetzt aussah, schien er Hilfe zu brauchen. Und so zögerte Sonea keinen weiteren Moment und ergriff das Wort. „Warum steht ihr hier noch wie angewurzelt rum …. Warum greift ihr nicht zu euren Waffen? Wir haben keine Zeit um hier rumzustehen … los … macht schon … Lord braucht unsere Hilfe!“, schrie Sonea die anderen lauter als gedacht an. Doch es schien geholfen zu haben, denn plötzlich brach Hektik aus, jeder suchte seine Waffen zusammen und stellte sich hinter Sonea auf. ‚Ich hoffe, wir kommen nicht zu spät’, ging es ihr durch den Kopf, als sie sich als Spitze der Gruppe auf den Weg durch das Dickickt machte, in die Richtung, aus der sie das Kampfgeschrei gehört hatte.
Je weiter sie sich durch das Dickicht kämpften, desto mehr verstärkte sich Soneas Vorahnung. Sie fing an, an sich zu zweifeln. ‚War es richtig, dass ich die Führung übernommen habe? Bin ich geeignet, diesen Kampf zu führen? Warum setze ich mich so für Lord ein und riskiere mein Leben und das der anderen? Er hat doch kaum ein Wort mit mir geredet?’ Sie konnte dieses Zwiegespräch jedoch nicht weiterführen, der Anblick der ihr sich ihr bot, als sie eine kleine Lichtung erreichten, ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren. Sie konnte ihren Augen kaum glauben, vor ihr lag Lord inmitten einer Gruppe weiss gekleideter Krieger.
Sie waren zu spät gekommen.

„Oh nein … zu spät … warum? Warum nur?“, Kismet schien den Tränen nahe, denn ihre Stimme klang erstickt und zittrig. Nur Rashad schien nicht so verzweifelt über den Anblick des toten Gefährten zu sein. „Er ist aber nicht umsonst gestorben … und er ist so gestorben, wie er es mit Sicherheit wollte. Er hat bis zum Ende gekämpft und jeden seiner Widersacher ins Jenseits befördert. Kismet, vielleicht …. Vielleicht ist es noch zu spät. Vielleicht kannst du ihn noch zurückholen. Worauf wartest du? Je länger du zögerst, desto geringer wird die Wahr¬scheinlichkeit, dass du erfolgreich bist .“ Rashad schob die am ganzen Leib zitternde Kismet in Richtung des leblosen Körpers ihres Freundes.
Kismet kniete sich vor Lord und deutete den anderen, dass sie zurücktreten sollten. Sie beugte sich über Lord, schloss die Augen und das was jetzt geschah, ließ Erag, Pain und Sonea erstarren. Kismet und Lord schienen in ein helles, gleißendes blaues Licht eingehüllt zu sein. Das Licht war so blendend, dass sie sich die Augen mit den Händen verdecken mussten. Das Licht verblasste so plötzlich wie es gekommen war, und als sich ihre Augen wieder ein wenig erholt hatten, sah Sonea, wie Kismets Körper regungslos über den von Lord zusammen¬gebrochen war. „Kismet … oh nein … bitte nicht.“ Sonea eilte zu ihr rüber und als sie Kismets Körper in ihren Armen hielt, fiel ihr ein Stein vom Herzen. Kismet war nur vor Erschöpfung bewusstlos zusammengebrochen. Ein wenig Ruhe und sie würde wieder zu Kräften kommen.
Während Sonea und Pain sich um die immer noch bewusstlose Kismet kümmerten, bereiten Erag und Rashad alles für das Begräbnis der Leichen vor.

Für die Kämpfer der Glänzenden Klinge hoben sie lediglich ein Loch aus, in das sie die Leichen legen wollten. Doch für Lord wollten sie nicht so ein unwürdiges Begräbnis. Auch wenn sie ihn nicht gut gekannt hatten, wollten sie ihm doch ein Begräbnis gestatten, dass seiner würdig war. „Bitte, macht ein Feuerbegräbnis, dass wäre bestimmt in seinem Sinne gewesen.“ Die Worte waren kaum zu verstehen, doch Sonea, die direkt neben der für einen kurzen Moment bei Bewusstsein gewesenen, Kismet kniete, nickte. Sie stand auf und ging zu Rashad und Erag um ihnen den Wunsch von Kismet zu überbringen. Da Kismet das Bewusstsein bereits wieder verloren hatte, nahmen die Gefährten die Feuerbestattung ohne ihre Anwesenheit vor.
„Kismet, komm zu dir … wir können nicht länger hier bleiben … es ist zu gefährlich. Komm schon!“ Sonea versuchte schon seit einigen Minuten Kismet wach zu bekommen, doch ohne Erfolg. Sie schrak zusammen, als Pain einen Becher mit kalten Wasser in Kismets Gesicht schüttete. „Das kannst du doch nicht machen, Pain!“ „Es hat aber funktioniert … und das ist die Hauptsache … sieh doch … sie hat endlich die Augen wieder aufgeschlagen … und es scheint, als wenn sie wieder ganz die Alte ist.“ Sonea drehte sich um und tatsächlich Kismet hatte endlich die Augen wieder aufgeschlagen und starrte Pain mit funkelnden Augen an. Sonea lächelte. Nach einer kleinen Stärkung, rappelte sich Kismet auf und versuchte den Anschein zu erwecken, dass ihr das Erlebte nichts hatte anhaben können. In den letzten Jahren hatte ihr die Kraft der Verdrängung geholfen über einige schwere Sachen hinwegzukommen, und diesmal nutze sie diese Kraft erneut.
„Erag, du warst dabei uns die Nachricht von Dorian vorzulesen. Bitte sag uns, was er von uns möchte“, Kismet sah Erag erwartungsvoll und müde an. „Lass es ruhig angehen, Kismet. Wir haben erst grade Lord begraben und du bist erst grade wieder bei Bewusstsein … wir sollten im Moment nichts überstürzen.“, warnte Erag, doch Kismet schüttelte nur den Kopf und ließ Erag damit verstehen, dass sie jetzt nicht zur Ruhe kommen durften. Erag seufzte, setzte sich auf einen Baumstumpf und kramte die Nachricht aus seiner Hosentasche hervor. Während er diese vorlas, setzten sich die anderen zu ihm und schauten sich, je weiter Erag las, erstaunt an. Rashad und Kismet warfen sich Blicke zu, die Sonea nicht deuten konnte, doch sie merkte, dass zwischen den beiden eine Art Verständigung herrschte, die die anderen ausschloß.
Die Situation machte sie nervös, doch sie wusste nicht, was sie tun sollte, daher ließ sie die Sache vorerst auf sich beruhen und versuchte sich wieder auf Erags Worte zu konzentrieren. Doch sie ließ Rashad und Kismet dennoch nicht aus den Augen.

Der Brunnen der Wahrheit„Wir sollen Justiziar Hablion im Schattenmoor treffen? Warum? Was will er von uns?“, Kismets stimme zitterte als sie Erag fragend anschaute. „Soweit ich es weiß, sollen wir ihm helfen die Auserwählten zu finden und sicher zur Küstenstadt Lehmhorst geleiten. Was das für Auserwählte sind, weiss ich auch nicht. Aber es scheint für Beichtvater Dorian und Justiziar Hablion von hoher Wichtigkeit zu sein. Das scheint dich nervös zu machen Kismet. Und auch Rashad scheint nicht wohl dabei zu sein. Was ist los mit euch? Ihr beide seit doch sonst nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen!“
Erag schaute von Kismet zu Rashad und wunderte sich über das seltsame Verhalten der beiden Gefährten. „Ich weiss nicht, was du meinst. Mit mir ist alles in Ordnung. Es war einfach ein bisschen zuviel was wir in den letzten Tagen erlebt haben. Vielleicht meinst du deswegen, dass ich mich merkwürdig verhalte.“ Mit diesen Worten wendete sich Kismet von Erag ab und fing an, am anderen Ende der Lichtung ihr Nachtlager aufzuschlagen, denn der Tag neigte sich langsam dem Ende zu. Rashad gesellte sich zu ihr und folgte ihrem Beispiel und schlug ebenfalls sein Nachtlager auf.
Pain hatte dieses bereits getan, und als ihr auffiel, dass Erag und Sonea immer noch zusammen am Lagerfeuer saßen und keine Anstalten machten sich für die Nacht vorzubereiten, fing sie an deren Nachtlager zu machen, bevor sie sich zu ihnen gesellte.
„Was sitzt ihr beiden denn so alleine noch hier rum?“ Erag sah auf und schaute Pain fragend an. „Die anderen beiden haben sich schon schlafen gelegt und ihr … ihr wollt die Nacht durchreden?“ Pain konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. „Sonea und mir ist vorhin aufgefallen, dass sich Kismet und Rashad wunderlich benommen haben, als sie gehört haben, dass wir Justiziar Hablion im Schattenmoor treffen sollen. Den beiden schien das nicht gerade zu gefallen und dass sie ihre Nachtlager fernab unserer aufgeschlagen haben, bestärkt mich nur in meinen Bedenken.“ „Irgendwas scheinen die beiden vor uns zu verbergen. Ich weiss, Pain, jeder von uns hat so seine Geheimnisse und seine verborgende Vergangenheit, aber so wie die beiden sich gerade verhalten, kann man nur darauf schließen, dass sie irgendwas von großer Wichtigkeit vor uns verbergen“, sagte Sonea mit belegter Stimme, und man konnte ihr ansehen, dass sie sich in dieser Situation nicht wohl fühlte.
Danach legten sich auch Sonea und Pain schlafen, während Erag noch ein paar Minuten am Lagerfeuer stehen blieb und über die Geschehen der letzten Tage nachdachte. 'Was können Rashad und Kismet nur verheimlichen wollen?'
In seinen Gedanken vertieft, bemerkte er nicht den Magier, der sich an ihn heranpirschte. Als Erag aufsah, erschak er über die Anwesenheit des plötzlich neben ihm stehenden Magiers; aber dieser begrüßte ihn nur: "Seid gegüßt, Erag Nomaril. Ich habe von Eure Anwesenheit erfahren und habe Euch und Eure Gefährten beobachtet. Ich heiße Equitis Marest und ich würde Euch gerne helfen bei der Suche nach den Auserwählten."
Erag, der verwirrt über die Worte, die Equitis Marest soeben gesagt hatte, nachdachte, fragte ihn: "Woher soll ich wissen, dass Ihr kein Anhänger der Glänzende Klinge seid?" "Ich komme aus Ascalon, als das große Feuer ausbrach, rettete ich mich nach Beetletun, ein kleines Dorf hier in Kryta. Aber seit geraumer Zeit erhalte ich Nachrichten von einer Gruppe von Helden, die Ihr seid. Ich suche die Herausforderung, die ich wenn ich mich Euch anschließen dürfte, bekommen könnte." Erag überlegte, ob er dem Magier vertrauen konnte.
"Morgen werde ich Euch meinen Gefährten vorstellen. Bis dahin bezieht Eurer Lager abseits unseres. Ich kann Euch nicht sofort im Lager schlafen lassen, Equitis Marest." "Bitte nennt mich nur Marest." Mit diesen Worten verschwand Marest genauso geräuschlos wie er aufgetaucht war und Erag fiel in einen tiefen jedoch unruhigen Schlaf.
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Am nächsten Morgen, ein Rascheln ließ Erag aus seinem Schlaf hochfahren. Er sah sich noch verschlafen um, konnte jedoch nichts merkwürdiges feststellen. Dann fiel ihm die Begegnung der letzten Nacht wieder ein und schüttelte den Kopf um ihn wieder freizubekommen.
Er musste sich schnellsten überlegen, wie er seinen Gefährten von dem Neuankömmling erzählen sollte, er wusste nicht wie und konnte sich auch nicht vorstellen, wie diese reagieren würden, schliesslich war das Verhältnis momentan sehr unterkühlt. Er erhob sich von seinem Nachtlager, streckte sich um auch die letzte Müdigkeit aus seinem Körper zu verbannen, straffte die Schultern und ging zum bereits entfachten Lagerfeuer rüber.
Dort traf er aber niemanden an und als er sich auf der Lichtung umsah, fiel ihm auf, dass einige der noch gestern dort aufgeschlagenen Schlaflager verschwunden waren. Er setzte sich ans Feuer und überlegte, was hier vorgefallen war. Er hörte Schritte hinter sich, drehte sich aber nicht um, da er diese Schritte bereits erkannte, es war Sonea, die sich aus Richtung des kleines Baches dem Lagerfeuer näherte. Erag reichte ihr einen Becher mit Kaffee, während sie sich neben ihm setzte. „Sie sind weg, haben heimlich des nachts als wir geschlafen haben, das Lager verlassen ohne ein Wort zu sagen. Kismet, Rashad, Lord und Pain … alle haben sich aus dem Staub gemacht … einen Teil unserer Vorräte haben sie auch mitgenommen. Hätten sie nicht wenigstens eine Nachricht hinterlassen können?“ fragte Sonea und Erag merkte wie ihre Stimme vor Wut und Enttäuschung zitterte. „Jetzt sind nur noch wir beide und Mimmi übrig, aber wie sollen wir den Auftrag allein schaffen? Ich glaube wir sollten auch einfach gehen und uns irgendwo ein neues Leben aufbauen.“ „Sonea, das ist doch nicht dein Ernst oder? Wir haben den Auftrag angenommen, dann werden wir ihn auch zu Ende führen und das Schicksal meint es auch nicht so schlecht mit uns. Es ist zwar schlimm dass die anderen uns verlassen haben, aber diese Nacht hatte ich Besuch von einem Elementarmagier, der schon von uns gehört hat und uns seine Hilfe angeboten hat, die Auserwählten zu finden. Ich weiss, es ist etwas plötzlich und überraschend, aber möchtest du ihn wenigstens mal kennenlernen? Ich brauche ihn zu rufen….er verweilt hier ganz in der Nähe!“ fragte er sie vorsichtig aber ohne sie anzuschauen, denn er hatte Angst, dass sie ihn wieder mit diesem vernichtenden Blick ansah, der ihr eigen war. Er merkte wie Sonea überlegte, denn sie wippte mit ihrem Oberkörper vor und zurück, das tat sie nur, wenn sie angestrengt über etwas nachdachte oder sie sich ihren Tagträumen hingab. Sie stand auf, ging um das Lagerfeuer auf ihre restlichen Vorräte zu, nahm das vorletzte Säckchen mit den schwarzen Bohnen heraus, schüttete einige in den Mörser und fing an die Bohnen zu mahlen. Er sah sie fragend an, denn sie stand ihm gegenüber und so konnte sie seinem Blick kaum ausweichen, als sie vorsichtig nickte, stand auch Erag auf und ging zu der Stelle zurück an der ihm der Elementarmagier letzte Nacht begegnet war. „Wo bist du? Ich wollte dich meinen Freunden vorstellen … zeig dich“ rief Erag ungeduldig in den Wald hinein. Er bekam keine Antwort, versuchte es noch mal, aber als er auf sein drittes Rufen keine Antwort bekam, gab er auf und ging zu Sonea zurück. Plötzlich hörte er fröhliches Lachen, er blieb verwundert stehen und lauschte einem Moment. Das Lachen kam aus Richtung Lager, wo er Sonea vor einer halben Stunde allein zurückgelassen hatte. ‚Haben sie es sich doch anders überlegt und sind zurückgekommen?’, ging es ihm durch den Kopf und er ging zurück zum Lager. Doch es waren nicht seine Gefährten, die sich am Lagerfeuer versammelt hatten. Es waren nur Sonea und der Elementarmagier. „Da ruf ich die ganze Zeit sinnlos in den Wald hinein, und was muss ich hier sehen? Da sitzt der an unserem Lagerfeuer und trinkt mir den Kaffee weg, das kann doch nicht wahr sein!“, platze es erbost aus Erag, doch ein Blick von Sonea genügte und er wurde still, setzte sich zu den anderen beiden ans Lagerfeuer und nahm dankend den Becher von Sonea entgegen.

Die Auserwählten
Die drei saßen stunden später immer noch am Lagerfeuer, das langsam runterbrannte und so entschied Erag, dass er und Equitis Holz für die Nacht sammeln sollten, während Sonea eine Mahlzeit aus den spärlichen Vorräten, die ihnen verblieben waren, zusammenstellen sollte.
‚Bin ich froh, wenn wir morgen früh aufbrechen, die Vorräte reichen kaum mehr für ein, zwei Tage. Wir brauchen dringend neuen Proviant’, ging es ihr durch den Kopf während sie eine Suppe aus Gemüse und ein paar Scheiben Speck in den großen Kessel über dem erloschenen Feuer zusammenrührte. Die Männer kamen mit Holz wieder und Equitis wollte eine kleine Kostprobe von seiner Magie zum Besten geben, aber genau in dem Moment wo er mit einer kleinen Flamme das Feuer unter dem Kessel zum lodern bringen wollte, pirschte sich Mimmi, die sich den ganzen Tag nicht hatte blicken lassen, von hinten an den ihr unbekannten Mann heran und knurrte ihn an. Equitis erschreckte sich so sehr, dass er neben dem Lagerfeuer auch noch die Taschen mit den Vorräten in Brand setzte. Erschrocken und über sich selbst erzürnt stampfte er mit seinen Füssen auf den Boden und fluchte leise vor sich hin. Bei diesem Anblick konnten die beiden anderen, die entsetzt auf die verbrannten Vorräte schauten, nicht anders und mussten laut loslachen. Erag rollte sich auf dem Boden wie ein kleiner Käfer und Sonea liefen vor Lachen die Tränen. Als Equitis merkte, dass seine beiden neuen Begleiter ihm nicht böse waren, enstpannte er sich ein wenig, auch wenn er immer noch böse mit sich selbst war.
„Da hast du uns aber was angeschleppt Erag, dass kann ja noch heiter werden, nicht dass er eines Tages noch uns in Brand steckt, wenn er sich wieder erschreckt“, sagte Sonea lachend und grinste Equitis aufmunternd an. „Lasst uns essen, nach dem Feuer, müsste die Suppe bereits fertig sein, und während wir essen, können wir besprechen wie wir morgen weiter vorgehen und vor Allem wo wir neue Vorräte herbekommen“, mit diesem Worten schenkte sie den beiden Männern ausreichend Suppe in deren Holzschüsseln und machte auch ihre voll, bevor sie sich neben Mimmi ans Lagerfeuer setzte. Während sie so dasaßen und Pläne für morgen schmiedeten, merkten sie gar nicht wie die Zeit verging. Erst als der letzte Funken des Lagerfeuers erloschen war, merkten sie wie spät es geworden war und bereiteten ihre Nachtlager vor, denn sie wollten morgen ganz früh raus um ihren Auftrag zu erledigen und neue Vorräte zu beschaffen. Doch in dieser Nacht konnten sie alle nicht schlafen, ein unbekanntes Summen lag in der Luft und man konnte es schon fast auf der Haut wie ein kleines Prickeln spüren. Es war, als würden sie unbewusst von irgendwas gerufen, doch keiner traute sich aufzustehen, denn sie befürchteten, dass die anderen dieses Gefühl nicht hatten und konnten es auch nicht erklären, daher blieben sie liegen und sehnten sich den Morgen herbei. Dieser kam auch schneller als gedacht, denn vor lauter Erschöpfung waren die drei ohne es zu merken doch eingeschlafen, und wunderten sich nun, dass die Sonne schon recht hoch am Horizont stand. Sie standen ohne jegliche Müdigkeit auf, packten ihre Sachen zusammen und vermieden jeglichen Blickkontakt mit den anderen, sie sprachen auch nicht. Es war als wüsste jeder was er zu tun hatte, und jedes Wort sei überflüssig geworden. Nachdem sie alles gepackt, das Lager von jeglichen Spuren befreit hatten, machten sie sich immer noch schweigend auf den Weg. Eigentlich wusste keiner, ausser Equitis, wohin sie gehen mussten, aber es war, als ob eine kleine Stimme in ihrem Inneren ihnen den Weg zeigte.