Aquilon
26.05.2007, 02:46
Zu nachtschlafener Zeit, hab ich mich an eine alte Geschichte erinnert, die ich vor vielen Jahren mal gehört habe. Ich hoffe sie einigermassen richtig erzählen zu können und das sie euch gefällt...
Der weise König
Es war einmal vor langer Zeit, da lebte in einem fernen Land, oder auch womöglich in der Nähe, ein weiser König, der sein Volk liebte und sein Land ehrte.
Seinem Ehrgeiz galt, seine Stadt und sein Land zu stolzer Blüte zu bringen, so förderte er den Handel, wie auch das Gewerbe, doch bestrafte er mit eiserner Hand, alle Herumtreiber, wie auch Gaukler, Spielleute, die sich ohne Bewilligung in seinem Land aufhielten.
Seinen Untertanen ging es gut, sie waren mit allen Gütern und Gesundheit gesegnet, die man sich nur einem Volk erwünschen konnte, doch fehlten in den Gassen und Plätzen an Heiterkeit. Nur zu den seltenen Festen, wurden Spielleute und Gaukler eingeladen, doch nur die besten ihres Faches, erhielten diese begehrten Einladungen.
Eine dieser seltenen Begebenheiten war der alljährliche Vieh und Handwerksmarkt.Zu diesem Fest kamen von nah und fern die Bauern und Handwerker um ihre Erzeugnisse begutachten zu lassen und von den Errungenschaften anderer zu erfahren um daraus nutzen zu ziehen. Doch kamen dabei auch Krämer, mancherlei Waren, dessen Güte nicht immer diesem Verwöhnten Volke entsprachen. An diesem Fest, das immer vier tage lang anhielt, bot auch eine wunderschöne Frau, in ihrem Stand "Das Hexenhäuschen" genannt ihre Waren feil. Ein Schuft, dem Böses in den Sinn käme, doch es waren meist der männlichen Kunden zugegen, die holde Weiblickeit, hatte dabei kein Vergnügen, so biss sich in deren Herzen die Eifersucht fest und das Mannvolk buhlte um die Gunst der hübschen Krämerin, die um zu werben sich auch nicht scheute, anmutig mit dem Tamburin in der Hand vor ihrem Stand, einen Tanz zum besten zu geben.
Es dauerte nicht lange, das der Zirkel der ansässigen Frauen diesem frivolen Treiben einhalt zu gebieten verlangte. So war es nicht verwunderlich, das schon am zweiten Tage, nach dem Beginn der Festivitäten, die junge Krämerin auf der Anklagebank befand und vom Zirkel der Stadtfrauen der Hexerei bezichtigt wurde. Bei dieser Gerichtsverhandlung waren auffällig viele Zaungäste zugegen, jeder wollte doch noch einen Blick auf die Schöne erhaschen und vor allem sehen, wie der Prozess wohl enden möge. Dem König oblag zu seinem Stolz auch der Vorsitz vom Gerichtshof, so liess er die Anklage verlesen, welche eine junge Frau, der Hexerei bezichtigte, mit der Begründung das sie das Mannvolk mit dunklen Kräften bezirze und so die ansässige Weiblichkeit abspenstig mache. Geduldig hörte sich der König die Beschwerden an, die zwar viele an der Zahl waren, doch immer das Selbe aussagten. So fiel sein Blick auf das Antlitz dieser schönen Maid, der Monarch, tat diese Anschuldigung vom Hexenwerk im Geiste als Unfug ab, doch erkannte er: "diese schöne Maid, mag kein Hexenwerk gewirkt haben, doch schon dieser rote Mund, diese Azur farbenen Augen und dies tiefschwarze Haar, in Verbindung mit ihrem Liebreiz, mag manchem gestanden Mannsbild wanken machen. Sie mag der Hexerei unschuldig sein, doch verbreitet sie in meinem Land und meiner Stadt Unruhe." So verkündete er sein Urteil: Die Dame Fiona Saltner, möge vom Urteil der Hexerei freigesprochen werden, denn das Gericht erkennt keinerlei besondere Kräfte an der Angeklagten, doch sei sie vom Tage an, als "Persona non grata" in der Chronik vermerkt, so das sie "stante Pede" die Stadt, sowie das Land auf Lebenszeit verlassen müsse und auf Androhung der öffentlichen Schmähung, die ihr ereilen sollte, würde sie jemals wieder Stadt oder Land betreten.
Das Urteil wurde so verkündet und in die Schrift gegeben. Dem Gesetz wurde wieder einmal Genüge getan. Aber der jungen Krämerin brannten die Tränen in ihren hübschen Augen, vor dem Volke und gar vom König gedemütigt. Sie eine Hexe und noch schlimmer vom König der Machtlosigkeit bezichtigt zu werden, riefen ihrem Herzen den Gedanken nach Rache wach.
Am frühen Morgen des vierten Tages, lange noch bevor der erste Bauer das Licht des Tages begrüsste, kam gebeugt eine einsame Gestalt, die wohl ein altes Mütterchen sein mochte zum grossen Dorfbrunnen, der die ganze Stadt, sowie auch die Umliegenschaften, durch ein Bewässerungsmechanismus alles, bis auf den Hof des Monarchen versorgte, weil der König die Einsamkeit bevorzugte und sein Wasser, gleich von der Quelle oben vom Gebirge ableiten liess, bevor es zur Stadt floss, um dort endlich den Brunnen zu speisen. Diese Gestalt war keine Andere als die Krämerin, die sehr wohl das Hexenhandwerk verstand. Sich vergewissernd allein und unbeobachtet zu sein, öffnete sie ein mitgebrachtes Fläschchen und schüttete den Inhalt in den Brunnen um dann eiligst das Weite zu suchen. Danach ward sie nie wieder gesehen.
Am fünften Tage, als die Festivitäten zu Ende waren und die Abreise der Gäste auf der Tagesordnung stand, wurde der König in aller Früh von unwürdigem und ungebärdigem Lärm geweckt, sodass er im ersten Augenblick einen Angriff einer feindlichen Heeresschar vermeinte zu hören. Doch die war nicht Kampeslärm den er vernahm, es waren laute freudenlacher und närrisches geräuschvolles Treiben, das Lautstark von der Stadt auf die Mauer seiner Residenz wiederhallten. Erbost, rief der König nach seinen Wachen um der unbotmässigen Heiterkeit ein Ende zu setzen, doch wie erstaunte es ihm, zu erkennen das auch diese mit Narrenkäppi angetan, sich ebensolcher Narretei hingaben wie seine restlichen Landesleute. "Erklärt euch augenblicklich! was soll dieses unflätige Verhalten hier in meinem Reich und in meinem Haus!" verlangte der König von seinem Hauptmann zu wissen. Der Offizier, bot dem Monarchen einen Schluck von seinem Weinschlauch an, den dieser entrüstet ihm abweisend aus der Hand schlug. "Aber mein Herr und König, es ist alles wohlfein, das Wetter ist schön, das Leben auch und das Weibesvolk liebreizend und willig, so feiern wir, wie es Brauch ist das Leben." Verkündete sein Hauptmann während er fröhlich von einem Bein auf das Andere hüpfte. Doch nun trat ein wenig Sorge in den Augen des Hauptmannes ein, "Mein Herr und König, seid ihr leidend, soll ich euch einen Heiler schicken, der euer Befinden feststellt und so möge es wohl hoffentlich nicht vonnöten, sollte ein Leiden euch heimsuchen euch davon befreien?" Dem König war dies zuviel. Alle waren verrückt geworden, mit einem Aufschrei wandte er sich um und liess seinen Mannen stehen. Drei Tage und Nächte vergrub sich der König in seinen Bibliothek und grübelte, er nahm nichts zu essen, noch nahm er Getränke zu sich. In dieser Zeit wurden Gerüchte laut, der einst so weise König leide an einem kranken Geiste, seinen Untertanen tat die Fröhlichkeit wenig abbruch, doch gedachten sie wohl einen Nachfolger zu suchen, sollte das leiden nicht bald ein Ende finden. Der König erkannte nun, "es kann nur von diesem Feste her stammen, diese Krämerin war fürwahr eine Hexe, jetzt leidet ihr Fluch auf uns.
Ob der Erkenntnis weinte der König nun bittere Tränen, verurteilt ein Fremder zu sein, mitten im Herzen von seinem Volke, war ein zu hartes Los. In dieser Nacht ergriff er die wohl schwerste Entscheidung seiner Regentschaft.
Es war früh am Morgen, als gebückt eine einsame Gestalt, sich zum Dorfbrunnen aufmachte. Ein Schälchen aus purem Gold in der Hand schritt es zum Brunnen.
Am darauf folgenden Mittag, läueteten die Glocken von nah und fern, verkündend die frohe Kunde.
"Der weise König, nach Tagen des geistigen Leidens ist nun genesen, freuet euch und feiert das Leben, alle die dies vernehmen....
Der weise König
Es war einmal vor langer Zeit, da lebte in einem fernen Land, oder auch womöglich in der Nähe, ein weiser König, der sein Volk liebte und sein Land ehrte.
Seinem Ehrgeiz galt, seine Stadt und sein Land zu stolzer Blüte zu bringen, so förderte er den Handel, wie auch das Gewerbe, doch bestrafte er mit eiserner Hand, alle Herumtreiber, wie auch Gaukler, Spielleute, die sich ohne Bewilligung in seinem Land aufhielten.
Seinen Untertanen ging es gut, sie waren mit allen Gütern und Gesundheit gesegnet, die man sich nur einem Volk erwünschen konnte, doch fehlten in den Gassen und Plätzen an Heiterkeit. Nur zu den seltenen Festen, wurden Spielleute und Gaukler eingeladen, doch nur die besten ihres Faches, erhielten diese begehrten Einladungen.
Eine dieser seltenen Begebenheiten war der alljährliche Vieh und Handwerksmarkt.Zu diesem Fest kamen von nah und fern die Bauern und Handwerker um ihre Erzeugnisse begutachten zu lassen und von den Errungenschaften anderer zu erfahren um daraus nutzen zu ziehen. Doch kamen dabei auch Krämer, mancherlei Waren, dessen Güte nicht immer diesem Verwöhnten Volke entsprachen. An diesem Fest, das immer vier tage lang anhielt, bot auch eine wunderschöne Frau, in ihrem Stand "Das Hexenhäuschen" genannt ihre Waren feil. Ein Schuft, dem Böses in den Sinn käme, doch es waren meist der männlichen Kunden zugegen, die holde Weiblickeit, hatte dabei kein Vergnügen, so biss sich in deren Herzen die Eifersucht fest und das Mannvolk buhlte um die Gunst der hübschen Krämerin, die um zu werben sich auch nicht scheute, anmutig mit dem Tamburin in der Hand vor ihrem Stand, einen Tanz zum besten zu geben.
Es dauerte nicht lange, das der Zirkel der ansässigen Frauen diesem frivolen Treiben einhalt zu gebieten verlangte. So war es nicht verwunderlich, das schon am zweiten Tage, nach dem Beginn der Festivitäten, die junge Krämerin auf der Anklagebank befand und vom Zirkel der Stadtfrauen der Hexerei bezichtigt wurde. Bei dieser Gerichtsverhandlung waren auffällig viele Zaungäste zugegen, jeder wollte doch noch einen Blick auf die Schöne erhaschen und vor allem sehen, wie der Prozess wohl enden möge. Dem König oblag zu seinem Stolz auch der Vorsitz vom Gerichtshof, so liess er die Anklage verlesen, welche eine junge Frau, der Hexerei bezichtigte, mit der Begründung das sie das Mannvolk mit dunklen Kräften bezirze und so die ansässige Weiblichkeit abspenstig mache. Geduldig hörte sich der König die Beschwerden an, die zwar viele an der Zahl waren, doch immer das Selbe aussagten. So fiel sein Blick auf das Antlitz dieser schönen Maid, der Monarch, tat diese Anschuldigung vom Hexenwerk im Geiste als Unfug ab, doch erkannte er: "diese schöne Maid, mag kein Hexenwerk gewirkt haben, doch schon dieser rote Mund, diese Azur farbenen Augen und dies tiefschwarze Haar, in Verbindung mit ihrem Liebreiz, mag manchem gestanden Mannsbild wanken machen. Sie mag der Hexerei unschuldig sein, doch verbreitet sie in meinem Land und meiner Stadt Unruhe." So verkündete er sein Urteil: Die Dame Fiona Saltner, möge vom Urteil der Hexerei freigesprochen werden, denn das Gericht erkennt keinerlei besondere Kräfte an der Angeklagten, doch sei sie vom Tage an, als "Persona non grata" in der Chronik vermerkt, so das sie "stante Pede" die Stadt, sowie das Land auf Lebenszeit verlassen müsse und auf Androhung der öffentlichen Schmähung, die ihr ereilen sollte, würde sie jemals wieder Stadt oder Land betreten.
Das Urteil wurde so verkündet und in die Schrift gegeben. Dem Gesetz wurde wieder einmal Genüge getan. Aber der jungen Krämerin brannten die Tränen in ihren hübschen Augen, vor dem Volke und gar vom König gedemütigt. Sie eine Hexe und noch schlimmer vom König der Machtlosigkeit bezichtigt zu werden, riefen ihrem Herzen den Gedanken nach Rache wach.
Am frühen Morgen des vierten Tages, lange noch bevor der erste Bauer das Licht des Tages begrüsste, kam gebeugt eine einsame Gestalt, die wohl ein altes Mütterchen sein mochte zum grossen Dorfbrunnen, der die ganze Stadt, sowie auch die Umliegenschaften, durch ein Bewässerungsmechanismus alles, bis auf den Hof des Monarchen versorgte, weil der König die Einsamkeit bevorzugte und sein Wasser, gleich von der Quelle oben vom Gebirge ableiten liess, bevor es zur Stadt floss, um dort endlich den Brunnen zu speisen. Diese Gestalt war keine Andere als die Krämerin, die sehr wohl das Hexenhandwerk verstand. Sich vergewissernd allein und unbeobachtet zu sein, öffnete sie ein mitgebrachtes Fläschchen und schüttete den Inhalt in den Brunnen um dann eiligst das Weite zu suchen. Danach ward sie nie wieder gesehen.
Am fünften Tage, als die Festivitäten zu Ende waren und die Abreise der Gäste auf der Tagesordnung stand, wurde der König in aller Früh von unwürdigem und ungebärdigem Lärm geweckt, sodass er im ersten Augenblick einen Angriff einer feindlichen Heeresschar vermeinte zu hören. Doch die war nicht Kampeslärm den er vernahm, es waren laute freudenlacher und närrisches geräuschvolles Treiben, das Lautstark von der Stadt auf die Mauer seiner Residenz wiederhallten. Erbost, rief der König nach seinen Wachen um der unbotmässigen Heiterkeit ein Ende zu setzen, doch wie erstaunte es ihm, zu erkennen das auch diese mit Narrenkäppi angetan, sich ebensolcher Narretei hingaben wie seine restlichen Landesleute. "Erklärt euch augenblicklich! was soll dieses unflätige Verhalten hier in meinem Reich und in meinem Haus!" verlangte der König von seinem Hauptmann zu wissen. Der Offizier, bot dem Monarchen einen Schluck von seinem Weinschlauch an, den dieser entrüstet ihm abweisend aus der Hand schlug. "Aber mein Herr und König, es ist alles wohlfein, das Wetter ist schön, das Leben auch und das Weibesvolk liebreizend und willig, so feiern wir, wie es Brauch ist das Leben." Verkündete sein Hauptmann während er fröhlich von einem Bein auf das Andere hüpfte. Doch nun trat ein wenig Sorge in den Augen des Hauptmannes ein, "Mein Herr und König, seid ihr leidend, soll ich euch einen Heiler schicken, der euer Befinden feststellt und so möge es wohl hoffentlich nicht vonnöten, sollte ein Leiden euch heimsuchen euch davon befreien?" Dem König war dies zuviel. Alle waren verrückt geworden, mit einem Aufschrei wandte er sich um und liess seinen Mannen stehen. Drei Tage und Nächte vergrub sich der König in seinen Bibliothek und grübelte, er nahm nichts zu essen, noch nahm er Getränke zu sich. In dieser Zeit wurden Gerüchte laut, der einst so weise König leide an einem kranken Geiste, seinen Untertanen tat die Fröhlichkeit wenig abbruch, doch gedachten sie wohl einen Nachfolger zu suchen, sollte das leiden nicht bald ein Ende finden. Der König erkannte nun, "es kann nur von diesem Feste her stammen, diese Krämerin war fürwahr eine Hexe, jetzt leidet ihr Fluch auf uns.
Ob der Erkenntnis weinte der König nun bittere Tränen, verurteilt ein Fremder zu sein, mitten im Herzen von seinem Volke, war ein zu hartes Los. In dieser Nacht ergriff er die wohl schwerste Entscheidung seiner Regentschaft.
Es war früh am Morgen, als gebückt eine einsame Gestalt, sich zum Dorfbrunnen aufmachte. Ein Schälchen aus purem Gold in der Hand schritt es zum Brunnen.
Am darauf folgenden Mittag, läueteten die Glocken von nah und fern, verkündend die frohe Kunde.
"Der weise König, nach Tagen des geistigen Leidens ist nun genesen, freuet euch und feiert das Leben, alle die dies vernehmen....