Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bedingungsloses Grundeinkommen
Zeitgeist
27.09.2009, 12:18
Man merkt das du dir wirklich keine Alternative vorstellen kannst. Vielleicht ein Mangel an Fantasie? Es gibt ja einige Ökonomen, die fest von einem Game-Over überzeugt sind. Der einzig logische Endzustand des Debitismus sozusagen. Das Kartenhaus aus virtuellen Schulden klappt zusammen. Sollten die rechthaben, wirst auch du einsehen müssen, dass Geld in Wirklichkeit nichts wert ist. Dann würdest du dir vielleicht wünschen, wenigstens ein bißchen auf der Gitarre klimpern zu können.
Jaja, schon klar, in Zukunft bezahle ich mein Brot beim Aldi damit, dass ich der Kassiererin was mit der Mundharmonika vorspiele. Blabla.
Zeitgeist
27.09.2009, 18:45
Beim Eintreten des GO (http://faz-community.faz.net/blogs/chaos/archive/2009/07/06/aufschwung-ohne-ende-bis-zum-bitteren-ende.aspx) gibt es kein Aldi mehr. Auch keine Kassiererin.
Aber ich fürchte nur sowas würde bei Menschen wie dir den Erkenntnisgewinn ermöglichen. Ist nicht böse gemeint.
Na vor einem Game Over des Kapitalismus brauch ich ja zum Glück keine Angst haben - der berührt uns hier in Deutschland schließlich nicht.
Ich finde die Idee im Grunde super.
Aber das würde nur auf faule Asoziale hinauslaufen...
Wir sind schließlich in Deutschland. :D
Zeitgeist
27.09.2009, 21:13
Ocard, pass lieber auf das du nicht genau an der Stelle stehst, an der die abgestürzte Rieseneule (http://www.wallstreet-online.de/diskussion/1137648-1-10/indizes-wir-basteln-uns-ne-rieseneule) mit dem linken Ohr aufprallt.
Amok Der Heiler
27.09.2009, 21:14
Naja keine Sorgen in den nächsten 4 Jahre wird es nicht kommen^^ Hoffen wir mal das die neue Regierung nen guten job macht. Wenn die Menschen dann irgendwann keine Lust mehr drauf haben, kommt ein Rot-Rot-Grünes Bündnis und man kann mal wieder drüber nachdenken
@Zeitgeist
Du hast offenbar mehr Phantasie als ich. Um es kurz zu machen: Hä? Wovon sprichst du?
@Warrior
Na man hofft ja, dass die Leute in den 4 Jahren erkennen, dass man eben nicht den Rückschritt zu Rot-Rot-Grün gehen sollte.
Amok Der Heiler
27.09.2009, 21:30
Na man hofft ja, dass die Leute in den 4 Jahren erkennen, dass man eben nicht den Rückschritt zu Rot-Rot-Grün gehen sollte.
Wie gesagt kommt drauf an was die neue Regierung so auf die Beine stellt daran wird man sie messen. Die Aufgaben sind groß. Nach 16 Jahren Kohl war Rot-Grün die bessere alternative als Kohl zum Diktator auf lebenszeit auszurufen ;). In 4 Jahren ziehen wir Bilanz und dann schaun wir mal welche Partei Rückschritt bedeutet
In 4 Jahren ziehen wir Bilanz und dann schaun wir mal welche Partei Rückschritt bedeutet
Bitte, du willst im Zweifelsfall nochmals 4 Jahre zugucken? Haben 1982-1998 (16 Jahre schwarz/gelb) nicht ausgereicht um zu sehen, was die so tun?
Nein, die Gesellen haben spätestestens nach der obligatorischen Schonfrist von 100 Tagen dem deutschen Volk Rede und Antwort zu stehen, ansonsten sollte man sie aus dem Land "prügeln", was man im übrigen auch mit der großen Koalition hätte tun sollen, spätestens nach dem sie junge Männer zum sterben nach Afghanistan geschickt haben...
statistisch gesehen arbeiten wir alle innerhalb eines jahres von januar bis august für steuern, und andere kosten. die restlichen vier monate für uns.
da geht doch noch einiges in richtung vollbeschäftigung. dann brauchts auch kein grundeinkommen.
sollten die deutschen aber darauf bestehen das sie weiterhin um den mehrwert betrogen werden gilt, das es günstiger wäre jedem so 1000 teuro grundeinkommen zu geben als die arbeitslosen zu verwalten, was pro arbeitslosen ca. 50.000 teuro jährlich kostet.
Amok Der Heiler
23.03.2010, 12:51
Holen wir das Thema mal wieder nach oben vielleicht hat ja noch jemand dazu was zu sagen, ich auf jeden Fall ;)
Meiner Meinung nach sind Kombilohn und Mindestlohn, beides keine guten Lösungen, das BGE schon.
Zum Kombilohn:
Beim Kombilohn, haben wir das Problem das der Staat, niedrige Löhne aufstockt. Grundsätzlich, sehe ich das Problem das der Staat auf Grund von Lohndumping, seinen Anteil in zukunft erhöhen muss und der Arbeitgeber seinen Anteil verringert. Ich unterstelle keinem Unternehmer er sein ein böser Mensch, allerdings wird irgendjemand damit beginnen und andere müssen nachziehen, da sie ansonsten einen Wettbewerbsnachteil erleiden, so nach dem Motto "Follow the Leader" Strategie.
Zum Mindestlohn:
Das Grundkonzept, genau wie beim Kombilohn finde ich richtig, die Menschen sollen anständig entlohnt werden. Allerdings sehe ich auch beim Mindestlohn ein massives Problem. Ich glaube nicht, dass die Politik in Verbindung mit den Gewerkschaften, einen passenden Mindestlohn findet. Nimmt man einen, auf ganz Deutschland bezogen, also die Rasenmähertechnik, wird er an manchen Orten viel zu hoch und an anderen nicht ausreichend sein. Weicht man davon ab, steckt man in dem Dilemma, viele unterschiedliche Mindestlöhne auszuhandeln, was einen großen Bürokratieaufwand bedeutet und letztendlich auch wieder Ungerechtigkeit schafft. Man schafft mal wieder einen Aparat, der nur von ein paar Menschen wirklich verstanden wird und das ist meiner Meinung nach der falsche Weg.
Zum BGE
Beim BGE passiert das nicht, die Bürokratie wird massiv heruntergefahren.
Die beiden Hauptargumente soweit ich mich erinnere, waren zum einen der fehlende Arbeitsanreiz und die Finanzierbarkeit.
Zum letzteren, der Finanzierbarkeit: Was alles finanzierbar ist, haben wir ja in den letzten Monaten gesehen und grad gestern, haben die Amerikaner eindrucksvoll bewiesen, das man es nur wollen muss. Würde man, das BGE schrittweise einführen, würde man erfahren wo die Obergrenze, der Finanzierbarkeit, liegt und kann sich darauf einstellen.
Zum fehlenden Arbeitsanreiz, hier wird gerne so getan, als wenn man dieses Problem irgendwie aus der Welt schaffen könnte. Einen Arno Assozial gibt es auch heute schon, es gab ihn vor 10 Jahren und es wird ihn in 10 Jahren auch noch geben. Eine Lösung wäre, alle Leistungen auf Null zu fahren, so kann der Staat nicht mehr ausgebeutet werden. Negativeffekt ist das alle, die ihren Arbeitsplatz verlieren, bei Null landen. Also nicht wirklich eine Gute Lösung.
Wir müssen also feststellen, dieses Problem wird immer bestehen und wir können es nicht aus der Welt schaffen, ohne das wir der Mehrheit, auf Grund einer Minderheit schaden! Wir müssen umdenken, es ist nicht richtig die Mehrheit für das Verhalten Einzelner zu bestrafen, nur weil wir immer noch Angst haben, das Kuchenstück des Nachbarn könnte aber ein Stück größer sein als mein eigenes.
die finanzfrage ist nicht ansatzweise gelöst.
ein h4 bezieher in einer westdeutschen großstadt bekommt summasummarum ~1000-1200€/monat. wenn du alle bezüge wegfallen lassen willst muss also dieser betrag für 62 mio menschen her.
die verwaltungsangestellten musst du entlassen, die beamten werden ein wenig däumchen drehen und anschließend in frührente gesteckt.
die einsparungen werden also zunächst gering sein und später auch nur ein paar mrd bringen. dagegen stehen ~65 mrd/jahr mehrausgaben + das geld für die systemumstellung.
aktuell nehmen wir jährlich etwa 80 mrd an schulden auf. wo sollen also ~150 mrd/jahr (meinetwegen lass es 120 mrd sein wenn du den kindern nichts gibst) eingespart werden um auf 0 zu kommen? (wir machen uns in europa grade für eine verschärfung des stabilitätspakt stark)
sobald du diese frage beantworten kannst wäre es eine option, vorher ist es einfach nur sozialistischer blödsinn.
Aki Yoshikawa
24.03.2010, 04:17
sobald du diese frage beantworten kannst wäre es eine option, vorher ist es einfach nur sozialistischer blödsinn.
Das Blödseinn seit neusten sozialistisch seien kann - mei, mei. Sogar dies kann einer Ideologie anheim fallen. Ich stimme der Finanzierungsproblematik zu, würde jedoch die Rechnung etwas ausweiten, denn es wird sich dann doch zu leicht gemacht: Es ist falsch, diese 1200€ einfach auf alle Bürger hochzurechnen, davon ein wenig abzuziehen und zu sagen, dass es dies kosten würde. Ein Grundeinkommen würde den derzeit diffusen Sozialstaat auf eine Bezugsquelle eingrenzen. Derzeit werden Gelder für Arbeitslosengelder, Wohngeld, Rente, Lohnausgleichszahlungen, Kindergeld und dutzende andere sozialstaatlichen Förderungen und Leistungen ausgegeben: Da diese durch ein Grundeinkommen in ihrer Mehrzahl obsolet wären, lässt sich die Frage bezüglich den Kostenaufwand schwerer beantworten.
Ein Grundeinkommen ist ja kein zusätzlicher Kostenfaktor, welcher auf das aktuelle System einfach aufgesetzt wird. Es würde viele andere Kostenfaktoren wegfallen, welche durch ein Grundeinkommen ersetzt werden würden und wieviel dies dann am Ende mehr kosten würde, lässt sich schwer einschätzen.
Problem könnte bei einem Grundeinkommen allerdings auch auch eine einsetzende Inflation sein. Da jeder Mensch prinzipiell mehr Geld in der Tasche hätte und sich eine Wohnung leisten könnte, wäre etwa die Frage, inwiefern nicht als Folge darauf auch die Preise anziehen würden und man Ende mit mehr Geld, aber nicht mit mehr finanziellen Mitteln darsteht.
Ich würde es allerdings nicht als sozialistischen Blödsinn abstempeln, denn eine wichtige Frage stellt sich doch: Wer glaubt denn noch ernsthaft daran, dass bei der derartigen Effiziengssteigerungen im Arbeitsmarkt, eine Vollbeschäftigung für jeden Bürger überhaupt realistisch ist? Für eine Tätigkeit für welche, vor wenigen Jahren, noch etwa 5 Personen benötigt wurden, brauch man heute 1. In ein paar Jahren? Womöglich keine. Sicherlich schafft der Arbeitsmarkt auch neue Arbeitsmöglichkeiten, speziell im Dienstleistungs- und Informationsbereich, doch die Frage bleibt ja: Ist es realistisch anzunehmen, dass bei einer Steigerung der Arbeitseffizienz, eine Vollbeschäftigung für jeden Menschen realistisch ist und Arbeitslosigkeit etwas unnatürliches sei?
Cyphestro
24.03.2010, 04:50
Ist es realistisch anzunehmen, dass bei einer Steigerung der Arbeitseffizienz, eine Vollbeschäftigung für jeden Menschen realistisch ist und Arbeitslosigkeit etwas unnatürliches sei?
Nun ja, einige mögen wahrscheinlich glauben, dass es eine unerschöpfliche Nachfrage nach Zahlenschubsern und Juristen geben wird...öffentlicher Dienst ist ja schon heute die Ausgeburt der Hölle, also darf man dort auch nicht auf neue Arbeitsplätze hoffen...
Nö, da gibts keinen Blumentopf zu gewinnen, aber das is halt solange wayne bis man selbst vom Rationalisierungshammer getroffen wird.
Als angehender Arbeitsplatzvernichter freue ich mich jedoch diese Entwicklung in Zukunft beschleunigen zu dürfen...zumindest solange bis ich mich selbst wegrationalisiert haben werde. :D
Mir scheint auch, dass die meisten Menschen (in der westlichen Welt) noch gar nicht so richtig realisiert haben, was für (verheerendes) Potenzial in dem ganzen Computergedöhns steckt.
Nichtmal Soldaten haben nen sicheren Arbeitsplatz.... :yikes:
sobald du diese frage beantworten kannst wäre es eine option, vorher ist es einfach nur sozialistischer blödsinn.
Was man nicht kennt und mag ist natürlich gleich Unfug...
Für die Finanzierung existieren durchaus seriöse Modelle:
1. http://www.archiv-grundeinkommen.de/pelzer/Transfergrenzen-Modell-Abstract-V-2.pdf
2. http://www.die-linke-grundeinkommen.org/WordPress/wp-content/uploads/2009/05/bag_bge_konzept_16_07_06.pdf
3. http://www.archiv-grundeinkommen.de/strawe/Finanzartikel_06_Endfassung-1.pdf
4. http://www.ulmer-bge-modell.de/BGE-Ulmer-TGM.pdf
5. http://www.archiv-grundeinkommen.de/ulm/Faltblatt_IGU.pdf
ein h4 bezieher in einer westdeutschen großstadt bekommt summasummarum ~1000-1200€/monat. wenn du alle bezüge wegfallen lassen willst muss also dieser betrag für 62 mio menschen her. Diese frei erfundenen Zahlen sollen sicherlich Stimmung gegen Erwerbslose machen. Tatsächlich jedoch erreichen die Bezüge einer Einzelperson nicht die 800€. Je nach Mietspiegel sind das etwas über 700 bis knapp unter 800€.
@ Konzept & Finanzierbarkeit
Zum Konzept muß man ja sagen, daß der Begriff 'bedingungslos' die sicht etwas erschwert. Eigentlich haben wir laut GG bereits ein bedingungsloses Grundeinkommen. Die aktuelle Gesetzeslage kontakariert das jedoch umfassend.
Würde man den Sanktionskatalog abschaffen sowie die Zumutbarkeitsregeln wieder entschärfen (oder ganz abschaffen), wäre die grundgesetzlich festgeschriebene Bedingungslosigkeit erfüllt. Spontane Mehrkosten -->> keine, Null, Nix, Nada
Das war's auch zur Finanzierbarkeit :-)
Die Links von Alfredo werde ich mir wahrscheinlich auch nochmal anschauen, aber eigentlich bin ich recht tief drin im Thema.
Die nicht vorhersagbaren Auswirkungen auf den Finanzsektor oder auf Inflationsszenarien dürften die neoliberale Fraktion eigentlich nicht abschrecken. Beläßt man den Finanzsektor mit all seinen Fehlern, dann ist es eh egal für die Zukunft. Dann geht sowieso alles den Bach runter.
Und Flexibilität hat ein Marktradikaler doch hoffentlich in den Genen, weshalb ihn Änderungen der Rahmenbedingungen ja eher erfreuen denn beängstigen müssen.
Der vielzitierte Anreiz ist was für Jammerlappen, zeigen Untersuchungen eindeutig in die gegenteilige Richtung. Belohnung ist was für Verlierer ;-) (http://www.sueddeutsche.de/wissen/604/486024/text/)
@Aki
Klar kann Blödsinn sozialistisch sein - warum sollte er's nicht können? Mancher würde sogar behaupten, dass genau diese Kombination besonders leicht eintritt.
Das BGE hat ja erst mal das gleiche Problem wie der Mindestlohn: Die Höhe. Jedem 1.000€/Monat zu geben wäre schlicht lächerlich, da sollte man lieber mal drüber nachdenken ob's überhaupt sinnvoll ist das Leben in Ballungszentren so zu bezuschussen.
Sozialabgaben in die Einkommensteuer integrieren und voll wieder auszahlen, dazu eine Versicherungspflicht mit freier Wahl des Versicherers aber bitte ohne Sachen wie eine Festlegung dass es genau/mindestens 200€ sein müssen die man dafür ausgibt. Nimmt man das und den Anteil des Staatsbudgets Arbeit und Soziales, dann kommt man schon rund auf die 600€ pro Person - wie es die Finanzierungsmodelle ja auch sagen.
Rente, Arbeitslosengeld, Kindergeld und ähnliche Späße sind ja alles Punkte die sofort eingespart werden.
Was die frei werdende Arbeitskraft angeht: Bildung und Forschung haben prinzipiell unendliche Kapazitäten. Einzig es fehlt am Willen sie zu bezahlen und an der Qualifikation diese Arbeit wahrzunehmen. Wenn ich iwo eine Pflicht für den Staat sehe, dann wäre das wohl das erste was mir einfällt, dafür sorgen dass Bildung und Forschung mit steigender Arbeitslosenquote ausgebaut werden. (Weniger um die Arbeitslosen da rein zu stecken als viel mehr um qualifizierte Leute da rein zu stecken und Arbeitslose aufrücken zu lassen.)
P.S.: Wenn man aber mal die 18 Seiten des Threads überfliegt, sieht man dass das alles schon mal gesagt wurde und wir uns hier nur im Kreis drehen.
Lord Neo Death
24.03.2010, 14:34
hm, interessant...
darf ich kurz eine allgemeine Frage stellen (hab es jetzt nur überflogen, da ich keine 18 Seiten lesen wollte):
Also jeder bekommt 1000€ und wer arbeitet bekommt auch die 1000€? oder wie?
Finanziert soll es durch eine Konsumsteuer, das finde ich mal nicht schlecht! aber ich bin eher dafür das wie die Produktions kosten von Medikamenten regeln müssen, es kann nicht sein das ein Medikament was in der Produktion nur 1€ kostet für 20€ verkauft wird? und geregelte Arbeitszeiten, so wie ein günstigeren Kaufpreis (und Unterhalt) auf Deutsche Produkte, also das jeder sich z.B. ein Auto leisten kann das in Deutschland gebaut wurde und die Versicherung erhöht wird sondern gesunken, so fördern wir unseren Eigene Wirtschaft eher.
auf was ich hinaus will ist, das Lebenswichtige Sachen viel günstiger werden müssen, damit wir unser Geld für was anderes ausgeben können, also auf Nahrung, Wasser, Strom, Medikamenten keine bzw. geringe Mehrwertsteuer und geringere Produktionskosten, so wie Gewinn-Anteile im Verkauf in Deutschland, dafür müssen die Firmen weniger Steuern zahlen!
also im Grunde alle Produkte die hier hergestellt werden, günstiger für die Bürger!
b2T: ich sehe das Risiko darin, das es nur noch 2 arten von Bürgern leben, die einen die nichts machen und die anderen die extra viel arbeiten um mehr zu haben. Also wird es 2 Klassen geben!
und wenn der Wert des Euros stark sinkt, also nichts mehr wert ist?
Dann bin ich eher dafür das der Staat besser aufpassen müssen was die Firmen hier in Deutschland machen! Angefangen bei der Industrie, Parteien/Politiker bis hin zu Krankenkassen (Ein und Ausgaben!) und bis zu den Geschäften! Mehr Soziale-Überwachung bei der Wirtschaft! mehr Kostenkontrolle und mehr Geld das beim Bürger bleibt!
bin kein Freund für dieses Grundeinkommen! bin eher dafür das Bürger die Genug haben, den Staat finanziell unterstützen müssten und angefangen bei den Politikern, damit die als Vorbilder fungieren! und ich wäre dafür das man jedes Einkommen einsehen kann! ähnlich wie es in Schweden existiert! (und wenn jemand meint das ein es eingriff in die Privatfähre wäre, sag ich nur, wer nichts schlimmes gemacht hat, braucht nix zu verbergen!)
und für eine gerechtere GEZ-Gebühr, also nur das bezahlen was man nutzt! Bsp: wenn man einen Fernseher hat aber den nur zum zocken braucht bezahlt nix wie Leute die keine Öffentlich-Rechtliche Sender schauen! dafür gibt es mehrere Möglichkeiten! z.B. eine Karte das man in einen Gerät steckt oder über Inet-TV per Konto! (ich sehe es auch nicht ein, für einen TV zu blechen)
und zum ende meines Posts: wie habt ihr/du es mit eurer/deiner Bedingungslosen Grundeinkommen vorgestellt? und wie soll es den Menschen ändern, bzw sein Bewusstsein sry das gesellschaftliches Sein ändern?
@Alfredo: öhm, zum 1sten link: hab da was von billiglohn gehört! und wie ich es jetzt verstanden habe sollen die dann attraktiver werden, als Zusatz Verdienst und so die Billig-Jobber aus dem Ausland gleichgestellt werden? ich sehe aber das Problem das es mehr Einwanderer geben wird um dieses Extra Geld zu bekommen und den Zusatzverdienst, das Heißt wieder weniger Arbeitsplätze!!! ich bin echt dafür das die Firmen erst nur Deutsche-Staatsbürger einstellen dürfen und wenn die keinen guten gefunden haben, dann erst jemanden aus dem Ausland holden dürfen!!! so werden wir erstmals langsam unsere Arbeitslosen los, dazu muss es erst noch ein Gesetz geben das man nicht so leicht ein Deutscher-Staats Bürger werden kann.
Amok Der Heiler
25.03.2010, 20:02
@decon
In diesem Thread existieren genug Links, die die Finanzierungsfragen auf unterschiedliche weise klären. Man müsste nur mal seinen Hintern hochbekommen und sich die Mühe machen, sie zu lesen. Deine "Rechnungen" entbehren jeglicher Grundlage und selbst die Bildzeitung würde das so nicht drucken.
Warum wir dann alle Beamten entlassen müssten wird mir wohl auch auf immer ein Rätzel bleiben und was dieses Modell mit Sozialismus zu tun haben soll ebenso.
@Ocard
"P.S.: Wenn man aber mal die 18 Seiten des Threads überfliegt, sieht man dass das alles schon mal gesagt wurde und wir uns hier nur im Kreis drehen."
Könnte daran liegen, dass ein Teil der Leute hier immer wieder die gleichen Probleme aufwirft, aber ihre Beantwortung einfach ignoriert. Wenn man gegen etwas ist, kann man es einfach sagen, aber nicht irgendwelche pseudo Gründe vorschieben, sondern bei der Wahrheit bleiben.
@Lord Neo Death
Ja jeder das BGE ob er arbeitet oder nicht, sonst wäre es ja nicht bedingungslos.
Zur Finanzierung, da gibt es viele Unterschiedliche Modelle, die Finanzierung über die Konsumsteuer, ist nur eine von vielen Möglichkeiten.
Zu deinen Vorschlägen verkneife ich mir meine kommentare mal lieber, hat ja auch nichts mit dem BGE zu tun.
Das BGE ändert nicht den Menschen oder die Gesellschaft, das können nur die Menschen von sichaus tun, aber mit der Einführung hätte sich etwas geändert, nämlich seinen Neid abzulegen und jedem eine freie Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen
Wenn du wissen willst wie das BGE funktioniert, schau dir die geposteten Links an, da steckt einiges an Information drin
Mal ein Update.
Link kam von BD:
http://bgekoeln.ning.com/profiles/blogs/schaeuble-eine-billion-euro-im
Auszug des Kommentars:
Wenn ich die Zahlen unseres Finanzministers ernst nehme, würde das bedeuten:
Pro Einwohner würden danach ca. (12 500 / 12 =) 1042 € im Monat zu Verfügung stehen.
Oder anders ausgedrückt:
Vom Baby bis zum Greis hätten wir dann ein monatliches Grundeinkommen in Höhe von 1000 € und zusätzlich (42 * 12 * 80 000 000 =) 40 320 000 000 € für weitere soziale Härtefälle zu Verfügung …!
:guckstdu:
Was sind denn "Die Sozialleistungen der öffentlichen Hand inklusive der gesetzlichen Sozialversicherungen"?
Sozialversicherungen sind doch Rente/arbeitslosen - ok, fällt dann weg.
Kranken/Pflege/Unfallversicherung?
.......
Was sind denn "Die Sozialleistungen der öffentlichen Hand inklusive der gesetzlichen Sozialversicherungen"?
Sozialversicherungen sind doch Rente/arbeitslosen - ok, fällt dann weg.
Kranken/Pflege/Unfallversicherung?
.......
Die Sozialversicherungen in DE umfassen 5 Säulen.
1. Gesetzliche Rentenversicherung - nicht mehr notwendig (Übergangsphase ist sicher ein kritischer Punkt)
2. Gesetzliche Krankenversicherung zahlt Papa Staat nur bei ALGII-Empfängern - fällt dann als Haushaltsposten weg, da sie entweder vom Arbeitnehmerentgeld (inkl. AG-Anteil) und/oder vom BGE gefüttert wird
3. Gesetzliche Arbeitslosenversicherung - überflüssig
4. Gesetzliche Unfallversicherung - müsste nur in geringem Maße stattfinden, da eine Grundsicherung durch BGE gewährleistet ist.
5. Soziale Pflegeversicherung - im Prinzip das selbe wie bei der Unfallversicherung.
Die GUV und die PV haben ja ursprünglich den Zweck, Versorgungslücken für "Härtefälle" zu kompensieren. Durchs BGE wären diese erheblich reduziert und für weitere Lücken stünden jährlich immerhin 40,3 Milliarden Euro zur Verfügung.
Hab mal ne schnelle Beipsielrechnung gemacht (dabei würden PV un KV durchs BGE mit gedeckelt):
Man beachte auch den netten Effekt, dass sich z.b. bei Geringverdienern (1.000€ Brutto), der Nettolohn mehr als verdoppeln würde. Aber gleichzeitig bleiben die Lohnnebenkosten für den AG gering wie vorher - doll...
Da sind ja nicht nur Renten, die ausgezahlt werden, sondern die damit beauftragten Sachbearbeiter bekommen halt auch ihr Geld vom Staat.
Wenn du so durch die Kalkulationen stöberst, dann kommst du tatsächlich auf diese Beträge. Daß das ganze Rentenversicherungssystem noch nicht abgeschafft wurde, liegt unter anderem daran, daß das etliche neue Überflüssige erzeugen würde. Jetzt vegetieren sie als Scheinerwerbstätige dahin, saufen sich in den Schlaf, skandieren hie und da mal "Free Tibet!" und beten darum, daß nicht die nächste Umstrukturierung sie hinwegspült, sodaß sie im h4-Abscheider der gesellschaftlichen Resteverwertung landen, so ganz plötzlich, flexibel und biodynamisch.
Meine BGE-Vorstellung sähe nun diese 1000€ als Brutto an, von denen die Hälfte ausgezahlt würde. Mit der einbehaltenen Hälfte ließe sich ein Grundstock für öffentliche Aufgaben wie Gesundheit, Mobilität, allgemeine Infrastruktur, Bildung, Kultur, Energieversorgung usw aufbauen.
Bis zum Doppelten wäre jeglicher Zuverdienst steuerfrei, sprich: 2500 'Netto' sind locker drin. Jeder darüber liegende Euro würde mit 50% besteuert. Keinerlei Unterscheidung in Einkommensarten mehr. Grundeigentum im Geiste von Gesells Freiland, wobei das möglicherweise über die basisdemokratische regionsbezogene Verabredung überschrieben werden kann.
Mechanismen, die schädliche Vermögenskonzentrationen verhindern und/oder ausräumen, müßten entwickelt werden. Möglicherweise hilft hier Bezugnahme auf realwirtschaftliche Referenzgrößen wie Ressourcenverbrauch und Aufwendung in kWh oder ähnliches.
Geldhortung o.ä. wäre per adäquatem Geldsystem zu begegnen. Das ist ja nur Verabredungssache :)
In einer Gemeinschaft wäre sowas möglich. In einer Gesellschaft eher nicht.
Die Sozialversicherungen in DE umfassen 5 Säulen.
Ich seh halt immer Leute damit argumentieren, dass unser Staat zig Mrd für Sozialleistungen ausgibt, die man ja streichen könnte, um damit ein BGE zu finanzieren. Mag sein. Sauber aufgeschlüsselt hab ichs bisher noch nicht gesehen.
Sozialleistungen sind ein weites Feld. Keine Ahnung was da im Endeffekt alles reinfällt. Deswegen find ichs eben extrem unsauber argumentiert, da mit reinen "XY Ausgaben für Sozialleistungen" zu argumentieren, wenn nicht klar ist, ob diese Ausgaben überhaupt gestrichen werden können.
Darauf läuft eine solche Argumentation ja hinaus: sämtliche Sozialleistungen streichen, durch 1000€ auf die Hand ersetzen und 40mrd für Härtefälle zurückhalten. (die abgaben bleiben dabei erstmal prinzipiell identisch).
Aki Yoshikawa
14.06.2011, 20:30
Darauf läuft eine solche Argumentation ja hinaus: sämtliche Sozialleistungen streichen, durch 1000€ auf die Hand ersetzen und 40mrd für Härtefälle zurückhalten. (die abgaben bleiben dabei erstmal prinzipiell identisch).
Das hängt davob ab, was sich hinter den Sozialleistungen verbirgt. Wenn damit lediglich die Auszahlungen an entsprechende Leistungsbezieher gemeint sind, dann kann man mit einem BGE tatsächlich Geld einsparen - ein großer Kostenfaktor ist, wie so oft, der Verwaltungsapparat der dahinter steht. Ein BGE verursacht weit aus weniger Umkosten als diverse Behörden, Ämter, etc. es tun. Sogar wenn die gezahlten Beträge gleich blieben, würde man durch den arg geschrumpften Verwaltungsapparat dahinter einiges an Kosten einsparen können. Wer einmal einen HIV-Antrag ausfüllen durfte weiß, mit wieviel Bürokratie das verbunden ist - 1000€ bar auf die Kralle, das ist weit aus simpler.
Wenn in den Sozialleistungen aber die Umkosten bereits eingerechnet sind, dann kann man diesen Wert tatsächlich nicht einfach so auf ein Monatseinkommen runterrechnen. Das ändert an der Grundidee aber im Prinzip nichts; lediglich der ausgezahlte Wert wäre wohl kleiner, durch die Vereinfachung würde man aber dennoch eine Menge an Kosten einsparen. Sollte der Betrag nicht reichen um damit über die Runden zu kommen, würde man ja weiterhin Beträge für Härtefälle parat halten. Aber ich denke mit 1000€ im Monat bar auf die Kralle wäre den meisten Menschen geholfen, etwa zur Finanzierung einer eigenen Wohnung, des Studiums, etc. pp.
Bladedancer
14.06.2011, 21:37
Hinzu kommt, dass ein BGE unsere Sozialgerichte wohl massiv entlasten dürfte.
Man sollte diese Rechenbeispiele mit 1k€/Nase wirklich nur als tendenzielle Betrachtung einstufen.
Solange sich die Geldmenge außerhalb menschlicher Kontrolle befindet, ist sowieso jedes Zahlenwerk nur Schall&Rauch. Allein der Unterschied zwischen Finanzkapital (von der Spareinlage bis zum Derivat) und realwirtschaftlichen Sachwerten (Hallen, Maschinen, Materialien) zeigt auf, daß hier eine radikalkur nötig ist. Immerhin ist der Finanzmarkt um Faktor 10 größer als alle echten materiellen Werte dieser Welt.
@ Alfredo
Auch wenn unsere aktuelle Kontroverse (antihellenistisch vs promenschlich) im anderen Thread köchelt oder ruht, sehe ich das Geldthema als umfassend an, weshalb du deine Durchblicks- und Darstellungskompetenz mal fett unter Beweis stellen könntest, indem du die aktuelle Euro-krise mal verständlich machst, wobei du komplett und konsequent auf die Verwendung von Worthülsen und sonstiger medialer Kampfbegriffe verzichtest.
"Dann werden wir ja zur Transferunion..." dürfte beispielsweise nicht in der Erläuterung vorkommen. Geldschöpfung, Target2, Liquidität wären beispielsweise Sachbegriffe, die vorkommen dürften, die allerdings in verständliche Sprache übersetzt werden müßten. Sei es als Fußnoten oder als Texteinschübe oder in Kastentechnik oder wie auch immer.
Was sind die Aufgaben der EZB? Währungsstabilität? Preisstabilität?
Wo fließen welche Mittel hin? Die Riesterrenten? Das Ersparte der noch Arbeitenden mit Sparquote?
Welche Sektoren müßten einen konjunkturellen Aufschwung erfahren, damit der europäische Normalbürger auch etwas positives im Geldbeutel spürt?
Was ist mit den Handelsbilanzen und deren Relation? Innerhalb der Eurozone? Innerhalb Europas aber außerhalb der Eurozone? Über den europäischen Tellerrand hinaus?
Wie sieht es für den €uro im Verhältnis zu anderen Weltwährungen aus?
usw
Wenn du da so übersichtlich erläutern kannst, wie du die hellenischen Bubentaten aufzulisten in der Lage bist, dann ziehe ich meinen Hut. Dann bist du ein Meister deines Fachs.
Solltest deine Erläuterung sogar noch schlüssig klingen und gleichzeitig Nachhaltigkeit über das Maya-Universums-Verfallsdatum hinaus mitbringen, dann bist du sogar ein Großmeister.
Meine Erklärungsansätze enden leider immer in der Katastrophe. Das will einfach nicht funktionieren ohne nebulöse Kampfbegriffe und semireligiöse Wunscherwartungen.
Hinzu kommt, dass ein BGE unsere Sozialgerichte wohl massiv entlasten dürfte.
Seh ich auch so.
Aber die Gazetten der republik (Bild & Co.) hätten weniger zu schreiben. Sozialschmarotzer gibts dann keine mehr...:spec:
Aber ernsthaft, ein BGE würde u.a auch eine vernünftige Flexibilisierung des Arbeitsmarktes möglich machen. Davon könnten alle Seiten profitieren (Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Binnenwirtschaft, etc.).
@Eschirf
Ich sehe keinen thematischen Bezug deiner Ausführungen zum hiesigen Threadthema, also was soll das?
@ Alfredo
Eines der Standardabwehrargumente gegen BGE-Vorschläge ist "Wer soll das bezahlen?"
Mit dem kranken Geldsystem, welches uns gerade die Eurokrise beschert, im Gepäck ist jede noch so sinnvoll und fruchtbar klingende Idee leicht zu torpedieren.
Also muß der BGE-Befürworter auch gleich noch die zugehörige Finanzsektorgeniestreichlösung mitbringen, wozu er erstmal die aktuelle Krise aus den Köpfen der erhofften Mitdenker treiben muß.
Der Zusammenhang wird durch eine fette kausale Kette gebildet :)
Ich hätte vielleicht nicht soviele Bedenken gegenüber dem BGE wenn ich sicher sein könnte, dass nicht wieder irgendein Rattenfänger um die Ecke kommt, der Erhöhungen am laufenden Bande forderte, weil dies teurer wird, jenes teuer wird oder sich Einzelfall xy irgendwas nicht leisten kann.
Dazu kommt, dass bei einer generellen Basis von x Euro die Gefahr besteht, dass immense Preissteigerungen stattfinden werden. Ich sehe bereits vor mir, dass Vermieter sich sagen, dass man doch mindestens 60% des Einkommens für Wohnung berappen könnte (wie zB in England), und wer dann nicht genug zu fressen hat, soll halt mit einem Minilohn aufstocken gehen. Exakt dasselbe Problem existiert ja heute schon, nur dass die Basis geringer und nicht die gesamte Bevölkerung betroffen ist. Somit würde nur der Kapitalfluss noch mehr zugunsten Vermögender gelenkt werden. Am Ende steht: Hauptsache gerecht, fast alle sind gleich arm.
Da macht Zeitgeists Credo des Schwundgeldes doch mehr Sinn, auch wenn ich noch nicht ganz durchblicke, wie sowas geographisch und politisch isoliert umgesetzt werden soll. Da bekäme Nationalsozialismus wohl wieder die Bedeutung, die heute nicht mehr gelehrt wird.
@ Alfredo
Eines der Standardabwehrargumente gegen BGE-Vorschläge ist "Wer soll das bezahlen?"
Mit dem kranken Geldsystem, welches uns gerade die Eurokrise beschert, im Gepäck ist jede noch so sinnvoll und fruchtbar klingende Idee leicht zu torpedieren.
Also muß der BGE-Befürworter auch gleich noch die zugehörige Finanzsektorgeniestreichlösung mitbringen, wozu er erstmal die aktuelle Krise aus den Köpfen der erhofften Mitdenker treiben muß.
Der Zusammenhang wird durch eine fette kausale Kette gebildet :)
Seh ich anders.
Es zeigt doch, zumindest nach meinem Verständnis, dass ein BGE auch in unserem aktuellen maroden Geldsystem funktionieren kann.
Zudem halte ich die Umsetzung beider "Brocken" in Kombination für völlig illusorisch.
Eventuell, und da ist meine persönliche Hoffnung Vater des Gedanken, bedingt/beschleunigt ein praktizierte BGE ja grundlegende Veränderungen am Finanzsektor. Wohlmöglich trägt ein BGE das Potenzial zu kognitiven Standpunktänderungen in sich, wer weiß.
Wenn Erwerbstätigkeit dann zwar lohnender denje, aber nicht zu jedem Zeitpunkt zwingend erforderlich ist, kommen die Menschen gar auf "ulkige" Gedanken.
@Declyn
Man konnte das von dir angesproche Phänomen gut bei der staatlichen Eigenheimzulage beobachten, die quasi ganz von selbst zu starken Preissteigerungen beim Wohneigentum beigetragen hat. Wohneigentum und Grundstücke sind da teilweise um exakt den Betrag der staatlichen Förderung gestiegen.
Ich gebe offen zu, dass der Punkt der möglichen und/oder wahrscheinlichen Preissteigerungen in den existenziellen Bereichen unseres Lebens, mir immer wieder durch den Kopf geht - eine klare und vorzeigbare Lösung hab ich (noch) nicht. Staatliche (Über)Regulierung ist da für mich keine Option - wobei ich mir eine Art Kostenairbag durchaus vorstellen könnte. Die Verankerungen eines gesellschaftlichen "Kodex" ist sicher mehr als utopisch.
Aki Yoshikawa
15.06.2011, 16:34
Dazu kommt, dass bei einer generellen Basis von x Euro die Gefahr besteht, dass immense Preissteigerungen stattfinden werden.
Das ist so der größte Haken den ich an der Sache sehe, denn es spielt ja keine so große Rolle wieviel Euro man auf dem Konto hat sondern wieviel das Geld wert ist. Würde Jedermann jeden Monat mit mindestens 1000€ hausieren, so spiegelt sich das wohl früher oder später auch in den Preisen wieder. Wobei das schon arg vereinfacht ist - derzeit etwa, beobachten wir ja das Gegenteil: die Reallöhne stangieren aber vor allem im Bereich der Alltagsgüter (Nahrungsmittel, alltägliche Gebrauchsartikel, etc.) fanden Preissteigerungen statt. Der Markt verhält sich nicht immer unbedingt nach dem Schulmodell von Angebot und Nachfrage; insofern würde ich da nun nicht unbedingt davon ausgehen, dass ein BGE von 1000€ sich nach einigen Jahren oder Jahrzehnten selber rauskürzen würde.
Anderseits würde sich auch das im Prinzip selber regulieren können. Das BGE muss ja sowieso an die Steuereinnahmen gebunden sein, - sollten sich die Preise erhöhen, würden durch den erhöhten Umsatz der Unternehmen, auch die Steuereinnahmen erhöhen. Das wichtige ist ja nicht, ob man am Ende 1000€ oder 1200€ auf dem Konto hat sondern wieviel das Geld wert ist. Da die BGE-Ausgaben sich ja an den Steuereinnahmen orientieren müssen, würde das BGE ja automatisch mitsteigen, sollten die Preise steigen - in jedem Preis steckt ja mindestens eine Steuer welche mit Erhöhung des Preises ebenfalls steigt. Das Problem der Inflation sehe ich wohl; aber ich denke, dass es sich auch selber lösen kann. Steigt das Geldvolumen steigen die Preise und durch Steigen der Preise würden sich die steuerlichen Einnahmen erhöhen woraus wiederum eine Erhöhung des BGE resultiert. Die Gefahr wäre da bloß, dass sich da eine endlose Inflationsspirale auftut.
:spec:
Anderseits, auch das gegen den Inflationsgedanken gerichtet. Man muss sich ja vor Augen halten, dass wir hier mit Geldmengen rechnen die schon jetzt im Umlauf sind. Das Geldvolumen steigt ja nicht, würde man das BGE einführen - es wäre bloß gleichmäßiger verteilt. Durch das BGE wäre ja nicht mehr Geld im Umlauf als jetzt ohnehin schon ist; nur die Verteilung wäre womöglich etwas sinnvoller.
Amok Der Heiler
15.06.2011, 16:41
Ich hätte vielleicht nicht soviele Bedenken gegenüber dem BGE wenn ich sicher sein könnte, dass nicht wieder irgendein Rattenfänger um die Ecke kommt, der Erhöhungen am laufenden Bande forderte, weil dies teurer wird, jenes teuer wird oder sich Einzelfall xy irgendwas nicht leisten kann.
Da habe ich keine Bedenken, egal ob BGE, Hartz 4 oder Kindergeld, es wird immer Menschen geben die noch mehr fordern. Daher ist das für mich kein Grund gegen das BGE, egal welches System man nimmt, den Menschen kann man nicht zu 100% befriedigen.
Dazu kommt, dass bei einer generellen Basis von x Euro die Gefahr besteht, dass immense Preissteigerungen stattfinden werden. Ich sehe bereits vor mir, dass Vermieter sich sagen, dass man doch mindestens 60% des Einkommens für Wohnung berappen könnte (wie zB in England), und wer dann nicht genug zu fressen hat, soll halt mit einem Minilohn aufstocken gehen. Exakt dasselbe Problem existiert ja heute schon, nur dass die Basis geringer und nicht die gesamte Bevölkerung betroffen ist. Somit würde nur der Kapitalfluss noch mehr zugunsten Vermögender gelenkt werden. Am Ende steht: Hauptsache gerecht, fast alle sind gleich arm.
Von immensen Preisterungen würde ich jetzt mal nicht ausgehen, aber das ist durchaus ein Punkt der Beachtung verlangt. Dein genanntes Beispiel kann ich mir gut vorstellen, wenn es um begehrte Wohnlagen geht, oder z.b. um Wohnungen für Studenten. Ein Trend in diese Richtung besteht meiner Meinung schon etwas länger und er könnte auch noch verstärkt werden. (kurz-bis mittelfristig) Allerdings gehe ich langfristig davon aus, das die realen Mieten relativ konstant bleiben werden, wenn nicht sogar sinken.
Anderseits, auch das gegen den Inflationsgedanken gerichtet. Man muss sich ja vor Augen halten, dass wir hier mit Geldmengen rechnen die schon jetzt im Umlauf sind. Das Geldvolumen steigt ja nicht, würde man das BGE einführen - es wäre bloß gleichmäßiger verteilt. Durch das BGE wäre ja nicht mehr Geld im Umlauf als jetzt ohnehin schon ist; nur die Verteilung wäre womöglich etwas sinnvoller.
Das ist immer so eine Sache. Es sind ja letzten Endes alles Kreisläufe. Zum einen wäre das Geld natürlich auf mehr Schultern verteilt. Menschen die wenig haben sparen auch nur wenig bis gar nichts. Sprich der Konsum könnte davon profitieren. Erhöhter Konsum bedeutet eine erhöhte Nachfrage wodurch die Preise steigen, aber ebenfalls auch mehr Arbeit geschaffen wird.
Hui mir ist schon ganz schwindelig. Ich denke hier kann man wirklich in beide Richtungen argumentieren. Unter dem Strich glaube ich nicht das es den Menschen dadurch schlechter gehen wird.
Die Geldpolitischen Auswirkungen sind zwar nur schwer zu überschauen, aber solange der Kreislauf nicht ins stocken gerät, wird jeder daran beteiligt.
Und unter Gesellschaftspolitischen Aspekten ist das ganze ein großer Gewinn. Niemand muss mehr zum Amt schleichen und sich schämen das er Hartz 4 kassiert, bekommt ja jeder. Ich glaube grad in einer Zeit in der die Gesellschaft sich etwas von einander entfernt, kann diese Idee einen guten Beitrag leisten und dagegen halten.
Aber ernsthaft, ein BGE würde u.a auch eine vernünftige Flexibilisierung des Arbeitsmarktes möglich machen. Davon könnten alle Seiten profitieren (Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Binnenwirtschaft, etc.).
Genau das ist eben auch so eine Sache. Durchaus denkbar, dass der AG in diversen Bereichen dann ja nicht mehr soviel zahlen muss, wie der AN zum Leben braucht. Was dann auf eine Art Aufstocken hinausläuft.
Flexibel? Wer zahlt den Umzug, was geschieht mit den Kindern bzw dem Jobs des Partners? Fachkräfte ->einarbeitungszeit?
Da sehe ich eher die Knackpunkte.
Die Option, freiwillig auf einen Job zu verzichten, gibts ja jetzt auch schon fast.
Ein positiver Effekt wäre imho sehr viel eher, dass man schlecht bezahlte Tätigkeiten besser entlohnt, als das es wirtschaftlich möglich wäre. Was man verdient, verdient man mehr oder weniger wirklich. Während man akutell eher Einkommen - (Hartz4+evtl schwarzarbeit) rechnen muss, um sein Mehreinkommen zu erhalten.
die Reallöhne stangieren aber vor allem im Bereich der Alltagsgüter (Nahrungsmittel, alltägliche Gebrauchsartikel, etc.) fanden Preissteigerungen statt.
Während der eigentliche Erzeuger (Bauer) mit seinem Produkt prinzipiell Miese macht.
Btw. hat man 1950 ~50% seines Einkommens für Lebensmittel ausgegeben. Jetzt sinds wohl was bei 15%.
Amok Der Heiler
15.06.2011, 18:25
Genau das ist eben auch so eine Sache. Durchaus denkbar, dass der AG in diversen Bereichen dann ja nicht mehr soviel zahlen muss, wie der AN zum Leben braucht. Was dann auf eine Art Aufstocken hinausläuft.
Weiß nicht ob ich dich richtig verstanden habe. Aber es kommt auch drauf an welches Modell man umsetzen möchte. Bei den meisten Vorschlägen die ich kenne, "wächst" das Gehalt in das BGE rein. Sprich unter einem Lohn von 1000 Euro lohnt es sich gar nicht erst zu arbeiten. Außer man sieht halt einen Sinn in seiner Tätigkeit, der nicht monetär ist.
Flexibel? Wer zahlt den Umzug, was geschieht mit den Kindern bzw dem Jobs des Partners? Fachkräfte ->einarbeitungszeit?
Da sehe ich eher die Knackpunkte.
Die Option, freiwillig auf einen Job zu verzichten, gibts ja jetzt auch schon fast..
Naja jenach dem gehen wir mal von den Beispiel aus Mann+Frau+2 Kinder, je nach dem wären es 4000 Euro BGE für die Familie oder wenn man unter 18 nur 50% bekommt halt 3000 Euro.
Damit sollte die Existenz gesischert sein und ein Umzug wäre wohl auch finanzierbar.
Also viel Freiwilligkeit sehe ich bei unserem derzeitigen System nicht. Die Menschen müssen Jobs annehmen sonst werden Leistungen gekürtzt.
Mit einem BGE bist du wesentlich freier in deiner Entscheidung was du für einen Job annimmst. Derzeit kommt doch Broterwerb vor Sinn in einer Arbeit.
Unsere Gesellschaft profitiert aber mehr von sinnvoller Arbeit als von sinnfreier.
Die von @declyn geäußerten Bedenken sehe ich durchaus auch, denn sie spiegeln das aktuelle Verhalten der ominösen 'Marktteilnehmer' wieder.
Doch lassen sich die Spitzen rausnehmen, so man nur genügend freimütig Alternativen andenkt.
Der Status quo ist dadurch gelähmt, daß einerseits gar nicht mehr überblickt wird, wer eigentlich durch wen oder was wozu getrieben wird. Warum ist ein Geschäft ein gutes Geschäft, und warum ist es plötzlich pleite?
Den Hauptgrund sehe ich in der Tatsache, daß die Kapitalkosten als unbeeinflußbarer Explosivstoff jede anständige Kalkulation zunichte macht.
Wir leben in einer gedeckelten permanenten Inflation, sofern man Inflation als Mißverhältnis von Tauschmittelmeng zu deckendem Gegenwert betrachtet. Ein Blick auf die Wiki-Seite macht klar, daß es hierbei bereits Glaubensentscheidungen gibt. weiisgarnix.de ist beispielsweise ganz anderer Meinung, als sie im wiki gelistet wird. Es wird noch andere und noch abstrusere Modelle geben.
Wir müssen tatsächlich klären, ob Geld nun ein reines Tauschmittel sein soll, was dann @zeitgeist Vorschläge bezüglich eines 'Schwundgeldes' zu einer fruchtbaren Arbeitshypthese macht.
Oder soll es Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel sein? Das würde dann verschiedene Probleme des Staus quo mit in die Betrachtung zwingen. Es wäre sicherlich deutlich komplizierter, aber guten Willen bei allen Beteiligten vorausgesetzt, dürfte es auch hier Lösungen geben.
Und die Menschen, die Geld 'einfach nur' als Recheneinheit sehen, gibt es ja auch noch. Da bin ich relativ ratlos, wie man damit umgehen sollte. Ich kann keinerlei Vorteile dieser Sichtweise erkennen, außer ich versetze mich in die Lage eines der großen Gewinner des Status quo.
Mein obiger Vorschlag, die Kohle (Beispielbetrag von 1000€) nur halb rauszuhauen, um mit der anderen der einbehaltenen Hälfte Gemeinschaftsaufgaben auf einen Sockel zu stellen, soll darauf abzielen, daß mit der ganzen BGE-Geschichte dem Sozialstaatsgebot der Grundregeln entsprochen werden soll. Es soll 'nur' für satt&zufrieden reichen. Wer welche Wünsche auch immer hat, die nicht aus der Portokasse zu begleichen sind, der muß entweder lange sparen, wozu das BGE reichen müßte (Statt Kneipe halt bescheidener Urlaub alle drei Jahre. Wer drauf steht...). Daß das BGE dafür reicht, wäre dann wieder eine Sache der Preisstabilität, die ich für bestimmte Bereiche mit irgendwelchen planwirtschaftlichen Verfahren festtackern würde.
Dabei sind wahrscheinlich Referenzgrößen aus dem Energie- und Ressourcenbereich als besonders hilfreich anzusehen.
Wer jetzt beim bösenbösenbösen Wort Planwirtschaft zusammenzuckt, der möge bitte bedenken, daß h4 für den Betroffenen auch Planwirtschaft bedeutet. Und daß jeder Betrieb planwirtschaftlich geführt wird, weil es die größten Effizienzgewinne verspricht.
Allerdings denke ich bei meinen PW-Vorstellungen niemals an die >24.000 Konsumgüter, die in der Sowjetunion per Ministerium bepreist wurden.
Mir schweben da eher Grundnahrungsmittel in bester Qualität (Bio&Co, Haferflocken Kartoffeln, Brot, Fleisch aus Warmschlachtbetrieben, Fisch aus Qualitätsaquakulturen pipapo) und schlichte aber haltbare und zweckmäßige Kleidung vor, sodaß der dem Tand nicht Zugewandte aus den BGE-Budget noch anständig gekleidet ist, und dennoch Geld für ne Theater/Kino/Stadion/Sonstwaskarte über hat.
Für exhanced products wird die allgemeine Findigkeit und die Furcht vor Langeweile schon von selber sorgen. Da bin ich optimistisch. Da sind dann ja auch die Möglichkeiten für profitorientierte Erwerbsarbeit zu sehen, denn die kann nicht fehlen. Sie darf nur nicht zu einem lebensbestimmenden Faktor werden, wenn wir es mit Freiheitlichkeit wirklich ernst meinen.
Als Mittel gegen den Mietwucher ist tatsächlich die Freiland-Idee, zumindest so wie ich sie verstanden habe, ein toller Ansatz.
Das liefe nämlich so, daß es keinen privaten Grundbesitz mehr gäbe, sondern das Land allen Freien gleichermaßen gehörte. Bitte nicht im Denkreflex zurückschrecken, denn rein äußerlich würde sich nicht viel ändern. Es gäbe immer noch Leute im Mietshaus mit mehreren Parteien. Es gäbe auch noch Leute mit Einfamilienhaus und Garten.
Man würde nämlich von der Gemeinschaft das Grundstück mieten für einen verabredeten Zeitraum. Bei einem Neubau in einem frisch erschlossenen Baugebiet wäre die Haltbarkeit des Hauses eine sinnvolle Richtgröße. Häuser werden üblicherweise auf 100 Jahre gebaut (jedenfalls als ich das in der Berufsschule hatte, war das noch so), was dann sogar die Frage der Vererbbarkeit eines solchen 100jährigen Mietvertrages aufwirft.
Hier halte ich halt regionale basisdemokratische Ansätze für fruchtbar. Wo Kontinuität erwünscht ist, wären Erbfolgen beim Mieten/Pachten denkbar. Wo Fluktuation vorherrscht sind vielleicht kürzere keinesfalls erbliche Verträge zwischen Grundstücksnutzer und Gemeinschaft der bessere Weg.
Ich sehe da jeden Spielraum für Flexibilität.
Das Pachten gäbe es natürlich auch, denn es könnte beispielsweise ein Zusammenschluß kreativer Profitjäger mit tollen Innovationen einen Mehrwert aus einem Grundstück(sverband) herauskitzeln, was dann ihren Zwecken und denen der Gemeinschaft dienlich wäre.
Für ultrawichtig erachte ich die Verhinderung von Kapitalkonzentrationen außerhalb demokratischer Kontrolle. Der Status quo beschert uns ja so blöden Mist wie eine Kapitalgesellschaft, die ganze Viertel an Mietskasernen unterhält. Die Investoren dieser Gesellschaft sitzen in Singapur, auf den Caymans, in Shanghai und London. 20% gehören deutschen versicherungen, sodaß Lieschen Müllers (inflationstote) Riesterrente auch mit im Spiel ist. Die kann dann bei passender Gelegenheit in Geiselhaft genommen werden.
Dem würde mit meinen Anregungen entschieden begegnet werden.
So wie ich das überblicke, gibt es haufenweise Ansätze, um aus dieser Wachstumszwangsgeschichte rauszukommen. Die klar benennbaren Verlierer machen etwa ein knappes Prozent der Bevölkerung aus. Und die müßten nicht einmal verhungern, sondern hätten endlich einen Grund, mal arbeiten zu gehen :)
Deutlich freundlicher als der aktuelle h4-Gulag für Verlierer.
Wenn man die Tücken der Kapital- und damit Machtkonzentration zu meistern im Stande ist, dann wird auch der Spread der Einkommen weniger wichtig. Ich habe verschiedene Modelle vorgefunden, in denen ein Spread von 3 bis maximal 10 angesetzt wurde, was mit jeweils plausibler Untermauerung versehen war.
Die Linke haben mal 200 als bindenden Faktor gefordert.
Vor bummelig 100 Jahren betrug der Spread ca 100.
Heute verdient ein Facharbeiter nur ein 10.000stel eines Geldinsulaners. Und der prekär Beschäftigte nicht einmal die Hälfte dessen.
In welche Regionen man den Spread geraten lassen könnte, ohne das Gesamtsystem zu schädigen, wird eine Sache des Probierens werden. Möglicherweise werden Naturkatastrophen und deren Bewältigung hier zu großer Flexibilität auffordern.
und die Einbindung in die große weite Welt würde ich so ähnlich wie die Chinesen angehen. Als ehrbarer Kaufmann Geschäfte auf Augenhöhe machen, um immer das Wohlwollen der Handelspartner zu behalten. Es gibt ja durchaus echte win-win-Situationen.
@ Ffreak
Du bist vielleicht bei 15%
Wer in Regelsatzdimensionen lebt, hat da über das Doppelte. 37% betrug das mal. Fast wie in Schwellen- oder Drittweltländern.
Sprich unter einem Lohn von 1000 Euro lohnt es sich gar nicht erst zu arbeiten. Außer man sieht halt einen Sinn in seiner Tätigkeit, der nicht monetär ist.
ich kenn die Varianten:
-jeder bekommt immer ein Grundeinkommen, auch der Milliardär
-das Grundeinkommen schmilzt mit steigendem Einkommen
Bei letzterem wärs sinnig, einen gewissen Abstand zuzulassen, damit Schwarzarbeit weniger interessant ist.
Und wenn du dir mit 1200€ (also dann mit Job) beispielsweise ein PKW leisten kannst, den du dir mit 1000€ nicht leisten könntest, mag das ein Grund sein, für 200€ arbeiten zu gehen.
Ein AG könnte dann für eine Tätigkeit nur noch 200€ zahlen - die normalerweise (aufstocken mal außenvor) niemand annehmen würde, weil man davon nicht leben könnte.
Kann passieren, muss nicht. Verbindet man das mit einem Mindestlohn, wärs Thema sowieso durch.
Imho ist das aber ein durchaus gewollter Effekt beim bge.
Naja jenach dem gehen wir mal von den Beispiel aus Mann+Frau+2 Kinder, je nach dem wären es 4000 Euro BGE für die Familie oder wenn man unter 18 nur 50% bekommt halt 3000 Euro.
Gut, ich beziehe mich dabei eher auf die aktuelle Situation. Den einzigen wirklichen Punkt, den ich aber als pro-Flexibilität verbuche, ist, dass man einfacher Angebote ausschlagen kann. Das fördert vermutlich das Einkommen unangenehmer Jobs (klassisch: Müllmänner), die aber notwendig sind. Imho eine feine Sache.
Wirklich flexibel kann der Arbeitsmarkt aber nicht sein, wenn man immer mehr Fachkräfte benötigt. Bis die eingearbeitet sind usw.
Bei der Finanzierung habe ich nach wie vor heftige Zweifel. Wo ein Wille ist, ist natürlich auch ein Weg.
Aber ich sehe eben auch einen Haufen an potentiellen Nachteilen. Die Vorteile sehe ich zwar auch - und eben auch als wirkliche starke Argumente. Hat eben was, wenn man den ganzen Bürokratenmist mit einem 1000€ auf die Hand erschlagen hat.
@Eschirf: wie willst du von 500€ auch noch deine Miete usw zahlen?
(jaja, du bist ein Sonderfall:p).
Imho liegen die Ausgaben für einen H4ler bei ~200€ unter dem BGE1000. (da gabs mal irgendwas von wegen BGE mit 800€ entspricht Hartz4?). Interessant ist dann aber die Frage nach weiteren Leistungen (wasweißich...einmalzahlungen,besondere bedürftigkeit). Da sehe ich eben das Problem/Finanzierungslücke mit dem "sozialleistungen streichen und mit BGE ersetzen".
Sollten dann Einkommen tatsächlich sinken, brechen eben auch Beitragszahler weg. Die Erklärungen, dass das finanzierbar ist, basieren meines Wissens nach ja doch eher dadrauf, dass die bisherige Einnahmeseite quasi unverändert bestehen bleibt.
Ich nehm an, die unterschlägst bei deinen 37% die Miete? Dann halbier ich deine Angabe mal ganz frech. In deinem Fall solltest du von einer theoretischen Miete ausgehen.
Natürlich ist nur ein Durchschnitt.
Amok Der Heiler
15.06.2011, 20:07
Als Mittel gegen den Mietwucher ist tatsächlich die Freiland-Idee, zumindest so wie ich sie verstanden habe, ein toller Ansatz.
Das liefe nämlich so, daß es keinen privaten Grundbesitz mehr gäbe, sondern das Land allen Freien gleichermaßen gehörte. Bitte nicht im Denkreflex zurückschrecken, denn rein äußerlich würde sich nicht viel ändern. Es gäbe immer noch Leute im Mietshaus mit mehreren Parteien. Es gäbe auch noch Leute mit Einfamilienhaus und Garten.
Man würde nämlich von der Gemeinschaft das Grundstück mieten für einen verabredeten Zeitraum. Bei einem Neubau in einem frisch erschlossenen Baugebiet wäre die Haltbarkeit des Hauses eine sinnvolle Richtgröße. Häuser werden üblicherweise auf 100 Jahre gebaut (jedenfalls als ich das in der Berufsschule hatte, war das noch so), was dann sogar die Frage der Vererbbarkeit eines solchen 100jährigen Mietvertrages aufwirft.
Hier halte ich halt regionale basisdemokratische Ansätze für fruchtbar. Wo Kontinuität erwünscht ist, wären Erbfolgen beim Mieten/Pachten denkbar. Wo Fluktuation vorherrscht sind vielleicht kürzere keinesfalls erbliche Verträge zwischen Grundstücksnutzer und Gemeinschaft der bessere Weg.
Ich sehe da jeden Spielraum für Flexibilität.
Alles schön und gut hätte grds. kein Problem damit Grundstücke nur noch von der Gemeinschaft zu mieten/pachten.
Aber ersteinmal wie soll der Übergang vom jetzigen ins neue System ablaufen?
Zeitgeist
15.06.2011, 22:08
Das Problem der Entwertung kann man von vorneherein ausschließen, in dem man das BGE dynamisch an das BIP koppelt. Bei 30% BIP kommt man pro Kopf auf ca. 750 EUR - nur um mal eine Hausnummer zu haben. So wird eine grundsätzliche Finanzierung gewährleistet die immer steht (30% des BIP sind immer 30% des BIP), die einen Anreiz für alle bietet (mehr BIP == mehr BGE) und die Menschen tatsächlich am "Aufschwung" teilhaben lässt (was heute nicht so empfunden wird). Dazu gibt es eine 50% Flattax auf alle Einkommen exklusive des BGE selbst, eine überfällige Tobin-Tax 0,5% und eventuell eine moderate Umsatzsteuer 5%.
Zum Schwundgeld verweis ich mal auf Bitcoins (http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,765382,00.html). Da einen Mechanismus einzubauen, der der inhärenten Deflation dieser Bitcoins entgegenwirkt ist nur rein technischer Natur. Das Beispiel zeigt auch, welche Eigendynamik solche Open-Source-Währungen entwickeln können - bzw. was alles möglich ist.
Zeitgeist
15.06.2011, 23:12
Grad mal nachgesehn -- die seriösen Modelle haben eigentlich alle eine Dynamisierung vorgesehen.
Bei Althaus: "... entsprechend der Veränderungen des regierungsoffiziellen soziokulturellen Existenzminimums vorgesehen." (Aha... :rolleyes:)
LINKE: "... erfolgt gemäß der allgemeinen Einkommensentwicklung, orientiert an der Armutsrisikogrenze."
BAG Erwerbslosen/Sozialhilfe-Initiativen: "Eine Dynamisierung der Höhe des Existenzgeldes erfolgt entsprechend der Entwicklung der Preise für Güter, Dienstleistungen und Teilhabeangebote, die im Warenkorb enthalten sind. Der Inhalt des Warenkorbs unterliegt einer regelmäßigen Überprüfung."
Dilthey-Modell: "Eine Dynamisierung der Höhe des Transfers ist entsprechend der Entwicklung des durchschnittlichen pro-Kopf-Bruttoeinkommens vorgesehen."
Modell des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (Thomas Straubhaar): "Keine Angaben zur Dynamisierung der Höhe des Transfers." (:coffee:)
Emmler/Proeski: "Eine Dynamisierung erfolgt entsprechend der Nettoeinkommensentwicklung, mindestens aber gemäß der Teuerungsrate."
usw.
Eine gute Übersicht über die Modelle gibt es hier (https://www.grundeinkommen.de/content/uploads/2008/11/vergleich_ge-konzepte.pdf).
Ein kleiner Vergleich noch (man sieht halt schön, wen das Althaus-Modell (CDU) begünstigen würde -- IMO ist das Modell der LINKE von der Verteilungsstruktur am ausgewogensten, denn es stützt die Mittelschicht am meisten/baut den Mittelschicht-Bauch am effektivsten ab):
@ Ffreak
Ich nehm an, die unterschlägst bei deinen 37% die Miete?Bei ir ist eben alles anders. Noch immer erhalte ich keine Mietersatzleistungen, was tatsächlich meine 700 Einnahmen durch die Hausabzahlung auf 400 schrumpft, von denen aktuell zwei Kinder mit'leben' müssen. Eigentlich sind wir gerade eher bei einer Essensgeldquote >75%
Und Land ist nicht richtig in Sicht. mein Ältester weigert sichbeharrlich, sich bei h4 zu melden, was sofortige Entspannung für die Gruppe brächte, aber möglicherweise für den filius der Einstieg ins Ende. Ich vermag werde, ihm die Tür zu weisen, noch kann ich ihn dahin prügeln.
Dann kam der rettende Anruf. Ob er einen Schülerjob haben wollteß Jo, sofort. Trotz nicht auskurierter Krankheit los. Nach dem zweiten Tag schon 'Entwarnung' seitens der Arbeitgeber, daß das Projekt so schlecht anlaufe, daß ein Aussetzen oder der Totalabbruch in der Luft läge.
Dennoch volles Risiko und den Kauf einer Monatskarte, die es angeblich am nächsten Wochenende bezahlt gibt. Jetzt ist das Aussetzen angesagt worden, sodaß dieses Kartenrisiko für uns den Verlust eines Wocheneinkaufs (Penny, Tanke) bedeutet, dessen Kompensierung noch irgendwie erfolgen muß.
So sieht's am h4-Gulag-Zaun tatsächlich aus, nur mal nebenbei.
Durch diese Freilandnummer wäre es möglich, dem wirklich allein wohnen Wollenden über die einbehaltenen 500€ und entsprechende Verrechnung, die Minimalbehausung zukommen zu lassen. Angenommen, man knöpfte ihm noch einen symbolischen mietbeitrag von 20 bis 50 € ab, dann hätte er noch 100 überm aktuellen Regelsatz.
Doch die Mietleistungen, die Grundstücken zuzumessen wären, ließen sich über basisdemokratische Prozesse aushandeln, in denen dann tatsächlich mal diese Marktgesetze Entfaltung fänden. Das Grundstück in Flußnähe oder die Villen am Waldrand würden hier klar Preiseffekte auf Grund ihrer Attraktivität mit erfahren können.
Für 'Sozialwohnungen', was ich eigentlich eher als Festsetzung des unteren Standards bezeichen würde, ließen sich die reinen Betriebskosten als Energie-, Ressourcen- und Arbeitskosten errechnen. Aus solchen Überlegungen gedenke ich die Referenzgrößen zu sammeln, die ökologische Betrachtungen mit in die Kalkulation bringen.
Der status quo ist übrigens so, daß Leute auf 12qm wohnen, die Wohnung allerdings als größer beim Arbeitsamt angemeldet und verrechnet ist, und auch bezahlt bezahlt wird... trotz Anzeige bei der Behörde und Intervention investigativer Journalisten. Der Miethai dort sahnt Steuergelder ab und behandelt dafür Verlierer schlecht. Pfui!
Deine Erwähnung eines Beitragszahlers zeigt auf, daß du noch zuviel vom 'alten System' im Kopf hast. Wir sind dann alle BGE-Empfänger und irgendwie auch Steuerzahler, falls wir ne Verbrauchssteuer erheben wollen.
Ansonsten sind die >2 oder 3tausend-Verdiener Steuerzahler. Wie auch immer. Hauptsache es gibt wenig Streit.
Es geht doch darum, daß wir als Souverän dafür sorgen können, daß dieser blindwütige negative Wettkampf aufhört. Auch die Geschichte mit der Transparenz sollte dann mal überdacht werden.
Es sind doch scheinbar alle bereit, sich sehr zu entblößen. Ein bekanter von mir war unterwegs, um Abos in Gehstraßen an die Shoppenden zu bringen. Dabei sollten nicht nur Abos vertickt werden, sondern auch Daten erhoben werden. Es scheint ca jeder Zweite (Völliger Wahnsinn!) bereit ist, seine Daten bis hin zur Kontonummer anzugeben. Dazu noch facebook&Co.
Da komtm mir doch der Gedanke, daß einer mit ehrenhaften Geschäftsgebaren kein Problem damit haben müßte, seine Kalkulationskette offen zu legen.
Geheimniskrämer haben sich in der Vergangenheit selten als Menschenfreunde herausgestellt, wenn es um Profite ging. Wahrscheinlich liegt hier eine spannende Stellschraube.
@ Amok
Aber ersteinmal wie soll der Übergang vom jetzigen ins neue System ablaufen? Das sehe ich als das geringere Problem. Einfach machen. Die Grundstücke sind doch bei den Katasterämtern. Außer in urbanen Regionen sehe ich auch wenig Änderungsbedarf. Also keinen, der nicht regelbar wäre.
Aber die Frage mit der Geldfunktion sollte geklärt werden. Denn da es sich bei Geld um Verabredung handelt, stehen ja vom titelgebundenen Einweggeld über solche Bitcom-Derivate bis hin zum zinsbelasteten Schuldgeld für die, die es nicht lassen können, sämtliche denkbaren und praktikablen Methoden zur Verfügung bei jeder erdenklichen Mischung der Möglichkeiten. Je relaxter man sich dem Thema nähert, desto mehr Potential läßt sich da finden.
Auch wenn ich aktuell immer als Verächter des Wettbewerbs auftrete, halte ich einen fairen Wettbewerb, bei dem "dabei sein ist alles" als Motto dient, für eine spaßige und oder fruchtbare Sache.
Und auf dem Sockel des BGE kann sich halt jeder ne Geschäftsidee zurechtbasteln, wenn er denn ein Unternehmertyp ist. Und sollte es ein alternatives Geldsystem sein wie diese Bitcoins, dann nur zu. Wenn's klappt, gibt's belohnung. Wenn nicht, kann in BGE-Sicherheit neu spekuliert werden.
Risiken des Scheiterns müssen adäquat ausgehandelt werden. Auch gäbe es viele Möglichkeiten, die individuellen Umständen so gerecht würden, daß aus dem scheitern kein Riesenproblem für die Gemeinschaft entsteht.
Wenn heute einer mit seiner Ich-AG baden geht, dann stöhnt die Gesellschaft und empfindet ihn als überflüssigen Ballast. Dafür verletzt sie sogar ihre Regeln und entwürdigt denjenigen inklusive seiner Kinder.
Dabei wird übersehen, daß sein Startkredit, in der bank für freude sorgte, daß seine Geräte/Produktionsmittel einen händler glücklich machten, einem Transporteur eine Fahrt ermöglichten usw. Daß er baden ging, lag an sonstwas, das ist beim Schmähen egal.
Im BGE-Umfeld gäbe es diesen Ballasteffekt nicht mehr, sodaß ein Haufen Psychostress weniger umgeht, und unsere Regeln sich auch mal über Beachtung freuen.
Erstmal losvisionieren, bevor man möglicherweise mit blindem Aktionismus unnötig Porzellan zerschlägt.
Ein weiterer BGE-Torpedo, der immer trifft, ist die Mißbrauchsunterstellung, die das Ganze zum Scheitern bringen soll. Erstens verspricht der Status quo das absolute Maximum an Mißbrauchspotential, und zweitens ist die tatsächliche Entwicklung eine ziemliche Glaubenssache.
Wer nicht glaubt, daß solcherlei Fortentwicklung des menschlichen Zusammenlebens möglich ist, bezeugt damit seine Unfähigkeit, als Freier unter Freien oder als Gleicher unter Gleichen leben zu wollen oder zu können.
Das sollten sich potentielle Miesepeter und Schwarzseher mal gründlich durch den Kopf gehen lassen, bevor die geht-nicht-Keule blind geschwungen wird.
edit:
@ Dynamisierung
Es gibt eine natürliche Wachstumsrate, an der man sich als Richtlinie orientieren kann. Es sollen über 135 Jahre beobachteter Wirtschaftsentwicklung haargenau 2,4% sein.
Das liegt etwas unter der Wachstumsrate, die in der Forstwirtschaft zugrunde gelegt wird. Da sind es 2,6%, womit man einen Maßstab hat. In 'Katastrophenjahren' könnte es eher weniger sein. In Jahren mit günstigen Umständen auch mal mehr.
Wenn man diese Inflationsgeschichten und andere am Geldsystem hängenden Aspekte außer Acht läßt, weil es sie eh nicht mehr gibt, dann stellen sich nämlich andere Fragen.
Oder umgekehrt. Wenn man die Geldfunktionsfrage beantwortet, dann beantwortet man auch die Dynamisierungsfrage.
Amok Der Heiler
16.06.2011, 01:39
@Zeitgeist Danke für die Übersicht
@FFreak
Bei letzterem wärs sinnig, einen gewissen Abstand zuzulassen, damit Schwarzarbeit weniger interessant ist.
....
Dafür gibt es ebenfalls Lösungen, bei dem Modell, was ich damals bei Post-Eröffnung genannt habe hast du ja z.b. gibt es gar keine Schwarz Arbeit. Zum Thema 200 Euro für nen Job: Also für 200 Euro mehr im Monat würde ich nur einer Arbeit nachgehen die ich für sinnstiftend halte. Aber nichts was ich ungern tun würde dann verzichte ich lieber und such mir etwas anderes. Und genau das soll das BGE ja fördern, die Freiheit eine Wahl zu haben.
Gut, ich beziehe mich dabei eher auf die aktuelle Situation.....
Ich weiß nicht wie es bei euch ist. Aber aus Hamburg und München weiß ich das Müllmänner ein gutes Geld verdienen und das dieser Job durchaus "begehrt" ist. Wenn man Fachkräfte benötigt, muss man sie selbst ausbilden oder eben ein gutes Gehalt zahlen. Der angebliche Fachkräftemangel ist größtenteils den Unternehmen selbst geschuldet die nicht ausbilden und der Politik, die Studiengänge beschränken. Wie sich das mit der neuen Freizügigkeit auswirken wird, weiß ich noch nicht, aber das war überfällig...
Bei der Finanzierung habe ich nach wie vor heftige Zweifel. Wo ein Wille ist, ist natürlich auch ein Weg. .....
Nenne mal bitte ein paar Nachteile, interessiert mich wirklich, gerate bei dem Thema auch gerne ins schwärmen, aber vielleicht kann man ja das eine oder andere aus der Welt schaffen
@Eschirf
So schön deine Ausführungen auch sind auf meine Frage gehst du ja wohl mal gar nicht ein. Ich wiederhole sie gerne, wie sieht der Übergang aus? War vorhin etwas kurz angebunden, da ich mir "Joschka und Herr Fischer" im Kino angeguckt habe. Btw. der Film lohnt sich aufjeden Fall. 7,5/10
So deine Antwort auf meine Frage war:
"Das sehe ich als das geringere Problem. Einfach machen. Die Grundstücke sind doch bei den Katasterämtern. Außer in urbanen Regionen sehe ich auch wenig Änderungsbedarf. Also keinen, der nicht regelbar wäre."
Was geschieht mit meinem Eigentum, für das ich an den Staat oder sonst wen viel Geld gezahlt habe? Möglicherweise stotter ich ja auch noch ein Kredit dafür ab.
Werde ich einfach enteignet und darf weiter Grundsteuer dafür zahlen + Miete? Oder bekomme ich dafür eine angemessene Entschädigung?
Es kann schließlich niemandem zugemutet werden, einen Kredit für sein Grundstück zu begleichen, dann noch die Grundsteuer zu bezahlen und zusätzlich noch dem Staat Miete/Pacht zu entrichten und am Ende darf ich das ganze nicht mal veräußern.
Die Frage hätte ich gerne beantwortet, so einfach wie du den Übergang hier schilderst ist er für mich nämlich nicht. Den Landeigentümern eine Entschädigung zu zahlen würde Deutschland an den Rand des Ruins bringen und ohne geht es meiner Meinung nach auch nicht.
Bei ir ist eben alles anders.
Betrachtet man aber die Masse, liegt man eben mit den 18% (Hälfte von 37%) auch beim Regelsatz richtig. Was jetzt nicht sonderlich weit von meinen 15% entfernt ist.
Angenommen, man knöpfte ihm noch einen symbolischen mietbeitrag von 20 bis 50 € ab, dann hätte er noch 100 überm aktuellen Regelsatz.
Wäre aber ebenso bei grob 800€ Kosten. Ohne irgendwelche Kassenzahlungen blubber.
Ich seh halt nach wie vor die Gefahr, dass man bei der Streichung sämtlicher Sozialleistungen soviele Leistungen miterschlägt, die eben übers BGE nicht gedeckt sind, dass der Vorrat für Härtefälle nicht ausreicht.
Das ist jetzt nichts, was großartig gegen das Konzept an sich spricht. Kann man ja auch über 100% Erbschaftssteuer finanzieren. Wäre übrigens keine schlechte Maßnahme, um die Anhäufung von Kapital und dessen generationenübergreifende Erhaltung auszubremsen. Zumals bei den meisten nicht an die Lebensgrundlage geht - im Gegensatz zur Mehrwertssteuer usw. Bei Erbschaft ist aber das Geweine immer groß...mistig emotionales Thema, auch wenn die Betroffenen selber nichts nennenswertes erben werden:D
Wir sind dann alle BGE-Empfänger und irgendwie auch Steuerzahler, falls wir ne Verbrauchssteuer erheben wollen.
Du gehst davon aus, dass der Bäcker seine Brötchen an den Müller verkauft und der verkauft sein Mehl an den Bäcker. Dann geht das Geld lustig im Kreis und landet quasi zu 100% beim Staat, weil Steuern. Das klappt aber nicht, wenn einer der beiden Geld sammelt/im Ausland einkauft. Das ist dann erstmal aus dem Rennen und kann nicht weiter im Kreis rennen.
@Amok:
was machst du denn, wenn kaum attraktive Jobs im Angebot sind, du aber einen PKW haben willst?
Oder wenn du dann nur von trocken Nudeln leben könntest?
Du kannst auch jetzt schon "aussteigen". Musst dir halt einen warmen Schlafsack und eine ruhige Brücke als Dach suchen.
Das Problem ist der Standard, den du haben möchtest. Dafür nimmt man auch mal nen scheiß-Job in Kauf.
Müllmänner sind ein klassisches Vorurteilsbeispiel für solche Jobs. Dass das nicht unbedingt der Realität entsprechen muss, ist hier relativ egal, denke ich.
Nachteile? Lohndumping, Preisverzerrungen. Mehr Kinder = mehr Geld, je nach Modell.
Warum bedingungslos für den Milliardär auch zahlen (aber auch je nach Modell). Geld unterm Kopfkissen ist mit den meisten Mitteln nicht erreichbar, Geldhorten also nicht unmöglich ->nicht alles fließt zurück. Bei großen Fischen (Energieversorger z.b.) mag dass dann wirklich unangenehm werden.
Wie schauts international aus? Warenimport/export bzw Dienstleistungen?
Einwanderung/Auswanderung nach Ausbildungsende?
Grundstück? Nutzungsrecht für lau bis ans Lebensende. Bei "Verkauf" bekommst die Pachteinnahmen bis ans Lebensende. Oder Rückzahlung des Kaufpreises.
Amok Der Heiler
16.06.2011, 03:04
@Amok:
was machst du denn, wenn kaum attraktive Jobs im Angebot sind, du aber einen PKW haben willst?
Oder wenn du dann nur von trocken Nudeln leben könntest?
Du kannst auch jetzt schon "aussteigen". Musst dir halt einen warmen Schlafsack und eine ruhige Brücke als Dach suchen.
Das Problem ist der Standard, den du haben möchtest. Dafür nimmt man auch mal nen scheiß-Job in Kauf.
Scheinbar bin ich nicht die einzige Nachteule hier :)
Bei mir wäre es statt dem Auto eher gutes Essen, aber ich versteh was du meinst.
Meinen Lebensentwurf kann ich auch immer nur schwer auf andere übertragen, da ich bis auf das Essen, noch sehr studentisch lebe.
Als Student haben für 600 Euro im Monat gereicht, davon konnte ich sehr gut leben, das wenn man Kinder hat, die ganze Kiste anders aussieht versteh ich.
Aber jedem Singel reichen 800 Euro im Monat locker zum leben! Natürlich schraubt man seine Ansprüche mit der Zeit hoch, aber das kann man auch verringern, wenn man nur möchte.
Jeder sieht ja etwas anderes als attraktiv an, von daher kann ich nur schwer draufeingehen. Die Frage die ich mir stelle sieht es denn im status quo anders aus? Und ermöglicht das BGE nicht gerade die Eigeninitiative um sich selbst seinen "Wunschjob" zu schaffen.
Grds. bin ich aber durch ein BGE nicht umbedingt auf einen Nebenjob angewiesen. Sprich, wenn ich unbedingt ein Auto will muss ich halt arbeiten oder ich verzichte auf das Auto, da sehe ich keinen Nachteil, nach deiner Argumentation halt einfach keine Besserung, auch wenn ich dem nicht zustimme.
Müllmänner sind ein klassisches Vorurteilsbeispiel für solche Jobs. Dass das nicht unbedingt der Realität entsprechen muss, ist hier relativ egal, denke ich.
Jo schon klar, hatte nur grad dran gedacht, als ich deinen Beitrag gelsen habe^^
Nachteile? Lohndumping, Preisverzerrungen. Mehr Kinder = mehr Geld, je nach Modell.
Warum bedingungslos für den Milliardär auch zahlen (aber auch je nach Modell). Geld unterm Kopfkissen ist mit den meisten Mitteln nicht erreichbar, Geldhorten also nicht unmöglich ->nicht alles fließt zurück. Bei großen Fischen (Energieversorger z.b.) mag dass dann wirklich unangenehm werden.
Wie schauts international aus? Warenimport/export bzw Dienstleistungen?
Einwanderung/Auswanderung nach Ausbildungsende?
Wenn das BGE zum Leben reicht und die Gesellschaft Menschen die nicht arbeiten wollen, nicht ausgrenzt, wird Lohndumping schwieriger als es heute ist. Denn ein Unternehmen wird keine Arbeitnehmer finden, wenn die Menschen wissen egal ob ich arbeite, für morgen und übermorgen ist gesorgt.
Wie das mit den Preisen ist, weiß ich nicht aber Zeitgeist hat da schon das dynamische System was ans BIP gekoppelt ist angesprochen, das würde die Problematik lösen.
Wir deutschen sterben doch sowieso aus ;) Und wenn meine Generation 20-30 noch was aus der Rentenkasse(die es dann nicht mehr gibt mit BGE) haben möchte, gibt es sowieso nur die eine Lösung Kinder, Kinder und noch mehr Kinder. Private Altersvorsorge in Maßen ist ok, aber für einen Normalo wie mich, ist ein zu hoher Vorsorgegrad in der heutigen Zeit zu riskant.
Von daher mehr Kinder finde ich durchaus gut, auch wenn die Mieten in dem Fall weiter steigen dürften^^
Milliardär -> gleiches Recht für alle
Export/Import gibt es viele Ansätze zu. In dem Film ist das interessant gelöst, alle Einfuhren werden mit dem gleichen Prozentsatz besteuert und die Ausfuhren werden günstiger. Protektionismus mag man meinen, aber es ist viel besser der Konsum in Deutschland finanziert den Staat und unsere Exporte sind quasi steuerfrei und finanzieren nicht weiter unser Land und machen woanders auf der Welt die Produktion kaputt.
Bei Auswanderung/Einwanderung kommt es auf das Modell an, ich meine aber jeder der die deutsche Staatsbürgerschaft hat und in Deutschland lebt hat ein Anrecht darauf.
Thema Energieversorgung, große Unternehmen:
Wo ändert sich da etwas?
Sorry bin schon etwas müde, hoffe meine Ausführungen sind verständlich und nicht zu viel geschwafel :)
Zeitgeist
16.06.2011, 08:51
Was geschieht mit meinem Eigentum, für das ich an den Staat oder sonst wen viel Geld gezahlt habe? Möglicherweise stotter ich ja auch noch ein Kredit dafür ab.
Werde ich einfach enteignet und darf weiter Grundsteuer dafür zahlen + Miete? Oder bekomme ich dafür eine angemessene Entschädigung?
Dein Bodeneigentum wird getaxt und die verbleibende Hypothek abgegolten, indem die "Bodennutzungsabgabe" entsprechend geringer ausfällt als die Bodenrente, du also mit der Zeit ausgezahlt wirst. Also so würde ich das machen.
Zum Freiland (http://de.wikipedia.org/wiki/Freiwirtschaft#Freiland) gibt es bei Wikipedia auch etwas:
"Durch eine Bodenreform will die Freiwirtschaft öffentliches Eigentum am Boden mit dessen privater Nutzung verbinden. Dazu fordert sie, allen Boden gegen volle Entschädigung seiner bisherigen Eigentümer in öffentliches Eigentum zu überführen, zum Beispiel in Eigentum der Gemeinden. Die bisherigen Eigentümer behalten dabei das Nutzungsrecht an ihren Grundstücken gegen Entrichtung einer regelmäßig wiederkehrenden Nutzungsabgabe an die öffentliche Hand. Boden in bis dahin öffentlichem Eigentum, der nicht ausdrücklich für öffentliche Zwecke gebraucht wird, soll an die Meistbietenden zur Nutzung vergeben werden.
[..]
Eine andere Möglichkeit als die Überführung des Bodens in öffentliches Eigentum ist es, privates Bodeneigentum mit einer Bodenwertsteuer zu belegen, die in der Höhe der Bodenrente entspricht. Dieses Vorgehen könnte rechtlich leichter zu verwirklichen sein, besonders aber psychologisch, weil kein Eigentümer dem Empfinden ausgesetzt sein würde, der Boden gehöre nicht mehr ihm.
[..]
Eine freiwirtschaftliche Bodenreform würde das Gebot der Sozialpflichtigkeit des Eigentums verwirklichen, wie es in Art. 14 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland gefordert wird.
Zusammen mit dem Wegfall des Geldzinses in privater Hand soll der Wegfall der Bodenrente den Arbeitenden – in freiwirtschaftlicher Ausdrucksweise – das „Recht auf den vollen Arbeitsertrag“ sichern.
Der Ökonom Milton Friedman, der Steuern im Allgemeinen sehr negativ gegenüber stand, sagte über eine Landsteuer im Sinne Henry Georges, dass sie die einzige Steuer sei, die das eigentliche Produkt (das Land) nicht verteuere sondern verbillige. Die Ursache dafür ist alleine die durch die Landsteuer eliminierte Wertaufbewahrungsfunktion von Grund und Boden."
Flexibel? Wer zahlt den Umzug, was geschieht mit den Kindern bzw dem Jobs des Partners? Fachkräfte ->einarbeitungszeit?
Flexibilität heisst doch nicht in erster Linie durch die Republik zu reisen.
Zahklreiche Arbeitsplätze und Branchen sind nunmal saisonal. Schau dir mal exemplarisch das Baugewerbe an.
Des Weiteren haben insbesonder produzierende Unternehmen immer wieder Auftragsspitzen, die mit erhöhtem Personalbedarf einhergehen. Berufsbilder entsehen neu, andere "sterben" aus.
Zudem glaube ich, dass die klassische Vorstellung - man erlernt einen Beruf und arbeitet mehr oder minder sein restliches Arbeitsleben in diesem Bereich - in den nächtsen Jahrzehnten überholt sein wird (einige Berufsgruppen mal ausgenommen). Ein BGE würde diesen Prozess positiv beeinflussen, da man beispielsweise mit 30 einen 2. und/oder mit 40 einen 3. Beruf erlernen kann.
Unsere dänischen Nachbarn praktizieren dies seit geraumer Zeit (allerdings ohne BGE aber mit einem speziellen Sicherungssystem).
Dänische Bekannte von uns, haben teilweise Ausbildungen und Berufserfahrungen die ich klasse finde. Der eine ist z.B. Deichbauer + Zimmermann + so eine Art Bürokaufmann + Ausbilder beim dänischen Militär und macht grad eine Ausbildung als Sozialpädagoge. Für alle diese Berufe kann er eine anerkannte Ausbildung und Berufserfahrung vorweisen.
Volkswirtschaftlich hat sowas eine enorme Bedeutung, da dies eine starke Anpassungsfähigkeit des Arbeitsmarktes, speziel mit Blick auf sich entwickelnde oder verändernde gesellschaftliche Bedürfnisse, ermöglicht. Auch persönlich eröffnet sowas dem Einzelnen neue Perspektiven und der Begriff Arbeitsmarkt könnte sich dem 2. Teil seines Begriffs wieder annähern.
Flexibilität umfasst ohnehin nicht nur Herumziehen. Ob nun Neues lernen, Arbeitszeiten anders gestalten, pendeln, oder auch einfach mal selbst Gründer werden. Vieles von der Anpassungsfähigkeit früherer Jahre ist heute abhanden gekommen, meines Erachtens durch Lobbyismus sogenannter Opfervertreter.
Wie gesagt, ich gebe gern einen Teil des Einkommens für staatliche Mindestfunktionen (Sicherheit, Repräsentanz, Schlüsselinvestitionen, Bildung) und ein überlebensfähiges Einkommen (Wohnung+Ernährung), aber ich erachte den derzeitigen Nanny State für einen Hemmschuh der Gesellschaft. Und bei ersterem ist es mir egal, ob man es nun BGE, Negative Einkommenssteuer oder Hartz N nennt.
@ Amok u Ffreak
Einige eurer Argumente sind thematisch so dicht beeinander, daß ich sie allgemein angehen werde, weshalb sich die Zitate in Mischung verwende.
Erstmal die Beruhigung, denn das brennt wohl der Mehrheit der über-BGE-Spekulierern unter den Nägeln
Was geschieht mit meinem Eigentum, für das ich an den Staat oder sonst wen viel Geld gezahlt habe? Möglicherweise stotter ich ja auch noch ein Kredit dafür ab.Dann stotterst du halt weiter. Wo ist der Unterschied? Ob ein Investor seine Rendite einfährt, oder ob eine Gemeinschaftskasse einen Zufluß erhält, ist für dich als Zahler letztendlich erstmal egal.
Die Chance, daß 'Bewegungen am Kapitalmarkt' zu geisterhaften Veränderungen der Geldkosten führen, dürfte im freiland-System geringer ausfallen.
Werde ich einfach enteignet und darf weiter Grundsteuer dafür zahlen + Miete? Oder bekomme ich dafür eine angemessene Entschädigung?Jetzt stotterst du und zahlst Grundsteuer. Das bleibt eben erstmal gleich, nur daß sich die Titel der Töpfe oder Begriffe der Buchungssätze ändern. Grundsätzlich wird Wohnen einen Aufwand an Energie und Ressourcen verursachen, der als Geldbewegung seinen Niederschlag in der monetären Welt findet.
Eine Entschädigung ist kein schöner Begriff. Sie impliziert einen hingenommenen Schaden. So, wie es jetzt eigentlich auch der Fall sein sollte, ist der Grundstücksbesitzer auch der Verantwortliche für dieses Schollenstück von Mutter Erde. Im Status quo kann man das zwar verdrängen, verstößt dabei allerdings gegen Borg-Belange unseres Daseins.
Als Verantwortlicher entsteht dir aber grundsätzlich mal kein Schaden daraus, daß du einen Platz zum Wohnen hast. Es entsteht dir ein Aufwand, der dir angemessen vergolten werden sollte.
---Breake---
Leider führte ich gerade ein Telefonat, daß mir die Fußnägel hochrollt, sodaß ich die vielen guten Antwortteile bezüglich des BGEs mal später nachreiche.
Meine Erkenntnisse aus dem Telefonat berühren allerdings die mittels eines BGEs zu mindernden Mißstände des Status Quo.
Erstmal zur h4=800€-Lüge
Wer auf diese Zahlen kommt. wohnt möglicherweise in sehr teurer Umgebung.
Als meine eine Tochter ausziehen wollte, hätte es 280 zum Wohnen gegeben, dazu dann den Regelsatz, sodaß man bei guten 600€ läge.
Meiner anderen Tochter wurden 400 für's Wohnen in Aussicht gestellt, was dann mit einem vollen Regelsatz plus marginalen Zuschlägen für Mutterschaft&Alleinerziehung plus 60%Regelsatz für die Kleine bestenfalls bei knapp über 1000€ landet. geteilt durch zwei bleiben dann gute 500€
Das ist die h4-Realität!
Wird jetzt anderswo doppelt so teuer gewohnt laut Mietenspiegel, dann erhöhen sich die Beträge entsprechend, was jedoch an der faktischen Armut des Betroffenen nichts änderst.
Es ist deshalb äußerst fiese&gemein, wenn man den h4ern irgendwelche theoretischen Bruttos zum Vorwurf macht, die mit der Lebenswirklichkeit rein gar nichts zu tun haben.
zumal dem h4er verwehrt ist, ein billigeres Domizil zu suchen, um den Verlust an Wohnqualität dann jedenfalls als Upgrade im Geldbeutel zu spüren. Also gerade, wer sich als Freund von Freiheit, Freiwilligkeit und Freiheitlichkeit plakatiert, sollte stets sorgsam überlegen, wen er wie und womit schmäht.
Wurde h4 und die Agenda2010 verlogenerweise als Heilmittel für die Volkswirtschaft gepriesen, hat es nur Elend und staatlich organisierten Grundregelbruch in Form permanenter Würdeverletzung verstetigt.
Doch der Inhalt meines Gruseltelefonats toppt das Ganze noch. Es ging um das Bildungspaket, das mir in Form einiger Gutscheine für Mahlzeiten, die es nicht gibt, für Schulausflugsfahrten, die leider nicht stattfanden, und für Vereins- oder sonstige Bildungsangebote, die ohne Begleitkosten nicht in Anspruch zu nehmen sind, ins Haus flatterten. Ganz ohne Antrag. Proaktiv seitens der Behörde.
Da ich das Geld gerne in meiner Lieblingsharde versenkt sähe, da ich damit dem Motto "Global denken, lokal handeln!" meinen Tribut zu zollen gedachte, griff ich zum Telefon, um der einzigen eingetragenen Stelle mal einen pfiffigen Vorschlag zu unterbreiten. Möglicherweise hatten die ja auch irgendwelche tollen Ideen im Köcher. Die Betreiberin ist hardenweit dafür bekannt, daß sie sich 'für ihre Kinder' einsetzt, womit alle Kinder in ihrer Handlungsreichweite gemeint sind. Das ist mir supersympathisch, bin ich doch tatsächlich nicht der einzige, der sich für die Kinder anderer Leute mitverantwortlich fühlt. Manchmal, vor allem bei sehr starkem Gegenwind, glaube ich ja fast selber, ich sei verrückt.
Eine Hälfte der nicht Mahlzeiten oder Ausflugs bezogenen Gutscheine war zufällig in einen von der Schule organisierten Tanzkurs gegangen. Erst fand ich das ganz gut, aber inzwischen habe ich Zweifel, denn sie haben nur Walzer, Disco-Fox und noch irgendwas angelernt. Dafür 35€ erscheint mir viel. Laut 'allgemeiner Meinung' soll es aber ein Schnäppchen gewesen sein. Vielleicht ist hier tatsächlich mein Anspruch zu hoch. Dessen bin ich mir nicht sicher.
Nun lief mein Vorschlag an die kinderliebende Altruistin darauf hinaus, ob ich denn nicht ihr diese Gutscheine zukommen lassen könne. Sie könnte davon dann ja einen Bildungsabend veranstalten, bei dem es dann Grillgut und Schorle gibt von dem Geld. Dazu gibt's Referate über heimische Biologie oder sowas, und schon wäre das Geld im Umlauf. Der Kaufmann wäre glücklich. Die Kinder hätten was davon. Und keiner könnte dann die Behauptung aufstellen, die Armen würden ihr Desinteresse an der Bildung ihrer Kinder durch die nichtinanspruchnahme dieses Bildungspaketes ja belegen. Das argwöhne ich nämlich als heimliches Ziel dieser vorsätzlich vergeigten 'Bildungsoffensive'.
Doch es ist noch viel schlimmer mit dem 'vergeigt'. Sie könne nur die Gutscheine für Ausflugsfahrten annehmen. Mein Vorschlag sei zwar ziemlich gut, aber leider durch gesetzliche Bestimmungen unmöglich. Das wäre Hartz-Betrug.
"Das Geld liegt auf der Straße, Eschirf, und ich darf es nicht aufsammeln..." und sie sammelt es nicht für sich, sondern steckt alles in ihre Initiativen.
Die übrigens so gut sind -die Kinderfreizeit erwähnte ich schon mal-, daß sie damit einen 10.000€-dotierten Preis gewann. Mit dem hat sie dann die Auslagen getilgt, die sie für das Spektakel auf eigenes Risiko vorgestreckt hatte. Ich beschrieb ebenfalls, daß diese Gemeinde besonders erfindungsreich vorgegangen sei, indem sie den Kinderspielplatz zum Dorfplatz umfirmierten, womit mehr Gelder aus Kiel erreichbar wurden.
Klingt ja Alles ganz OK soweit.
Doch in der Vergangenheit liefen ihre Aktionen immer unter dem Siegel der Kirche. Der Pastor betreut hier mehrere Kirchen in verschiedenen Dörfern/Dorfteilen, sodaß sie weit über ihren eigenen Wohnort hinaus aktiv und bekannt war. Dann gab es einen Pastorenwechsel. Der neue Pfaffe ist aus ganz anderem Holz geschnitzt. Die Chemie zwischen der Hauptgemeindekinderumsorgerin und dem Neuen stimmte nicht, warum auch immer. Deswegen spaltete sich die praktizierende Altruistin von der Kirche ab und gründete einen Verein, dem auch die Gemeinnützigkeit anerkannt wurde.
Wer Kirchenfeind ist, mag jetzt "Siehste, so sind sie." sagen/denken, aber es kommt noch schlimmer. Dabei wird auch das 'sie' irgendwie nebulös.
Das oberste Gremium einer Kirchengemeinde ist der Kirchengemeinderat, der durch Wahl ermittelt wird. Hier sitzen 'Honoratioren' von jung bis alt.
Einer dieser 'Honoratioren' ist im Hauptberuf Großagrarier und Windmüller und Photovoltaiker (in ebender Reihenfolge). Er ist auch in der freiwilligen Feuerwehr und möglicherweise auch im Sportverein oder sonstwo, ist aber egal ob oder nicht. Wichtig ist, daß er auch im normalen Gemeinderat ist, sogar als 'designierter' nächster Bürgermeister. (bei mir klingelt jetzt schon "Oje, Ämterhäufung.")
Nun zeigt er sich im Gemeinderat als aktiver Gegner der Bestrebungen der Stütze der Jugendarbeit. Er konterkariert und unterminiert den aktuellen Plan der Jugendarbeiterin, aus dem Dorfplatz einen 'Mehrgenerationenplatz' zu machen. Dafür gäbe es Fördergelder aus Kiel. Der Platz wäre attraktiver für Alt und Jung, was den touristischen Aspekt des Dorflebens fördert. Immerhin träumen alle Gemeinden hier davon, das bestbesuchteste Urlaubsziel zu werden. Und würde ein Mehrgenerationenplatz, wie ihn das Gesetz als förderungswürdig definiert, die nächsten Gelder aus der Landeskasse lostreten, womit dann Gehwege für die Senioren u.ä. angelegt werden könnten. Und in dem Dorf respektive der gesamten Harde gibt es nahezu jedes erdenkliche Handwerk, sodaß diese Landesgelder zu echter Wirtschaftsbelebung führen würden.
Das müßte in etwa dem entsprechen, was in den Medien als 'Lösungen finden' oder 'mal kreativ sein' bezeichnet wird.
Im Gemeinderat sitzt noch ein (der andere) Großagrarier, der im Ausschuß für Touristik den Ton angibt. (Ob er auch Kirchengemeinderat ist, hatte ich nicht richtig verstanden. ihre Wehklage, die meine Frage auslöste, war stellenweise mißverständlich.) Doch nun stemmt sich dieser Touristikverantwortliche ebenfalls gegen den Upgrade-Plan. Sowas bräuchte das Dorf nicht.
Die Kinderfreizeit, die über 100 Kindern für zwei Wochen ein strammes Vormittagsprogramm bescherte (45€ Kostenbeitrag), und die diesen Preis einbrachte, wurde auch von Touris genutzt und für toll befunden.
Der durchgeknallte Touristiknichtversteher und als-Volksvertreter-Totalversager hat jetzt ein kommunales Aufsichtsverfahren gegen die Preisgewinnerin in die Wege geleitet. Es soll überprüft werden, ob Alles auch mit rechten Dingen zuging.
Ist das nicht superpervers? Mich macht das echt fertig.
Gerade diese Großagrarier, die auf der risikobefreiten Subventionswelle surfen, um dann aus den erzielten Gewinnen per EEG weitere 'Leistungsbelohnung' abzuschöpfen, sind ja nunmal grundsätzlich genauso alimentiert wie h4er oder Rentner oder sonstige Transferleistungsempfänger. Daß diese jetzt ganz frech als Finanzadel die Unsitten überkommenen Großgrundbesitzertums zum 'Willen des Volkes' ummünzen, indem sie ihren demokratischen Auftrag scheinbar gegen die Bürger durchführen, zeigt unsere Durchdringung mit dem DDR2.0-Syndrom.
"Wie unten so oben" sagen die Esoteriker ja. Scheisze, welche Wahrheit liegt in diesen Worten. Da muß man sich gar nicht mehr über MwSt-Verbesserung für Hotels aufregen, wenn der nächstbeste Parlamentarier bereits ein verkommenes Subjekt ist. Der Unterschied ist nur der bundesweite bekanntheitsgrad und die Nullen vor dem Komma. Pfui Pharao aber auch!
Naja, irgendwann laufen mir die Burschen auch mal über den Weg. Dann bin ich wahrscheinlich nicht mehr so geladen (aktuell geschätzter Situationsmalus auf Diplomatie -10) und dann soll mir dieser Bürgermeister in spe mal erklären, was er denn für das Wohl der Bürger machen will. Und wie es mit den Jungen, Alten und Hilflosen aussieht in seiner Welt.
Möglicherweise kann ich sowohl säkulare als auch kirchengemeindliche (christliche?) Statements aus ihm rauslocken. Schaunmermal...
Sowas, solche Umtriebe, besonders @liebe jüngere Mitleser, sollten irgendwie erschwert werden, was durch ein BGE-Konzept wahrscheinlicher wird, als würde man die h4-Sätze auf 10 Jahre einfrieren nur um zu 'sparen'.
So, das mußte einfach raus!
Danke für die Geduld.
Flexibilität heisst doch nicht in erster Linie durch die Republik zu reisen.
Zahklreiche Arbeitsplätze und Branchen sind nunmal saisonal. Schau dir mal exemplarisch das Baugewerbe an.
Des Weiteren haben insbesonder produzierende Unternehmen immer wieder Auftragsspitzen, die mit erhöhtem Personalbedarf einhergehen.
Das setzt aber einmal vorraus, dass es ein vernünftiges Angebot an Ausbildungen auch für 50 Jährige gibt. Und imho hakt es bei uns nicht am "Fachkräftemangel" sondern an der mangelnden Bereitschaft der Unternehmen auszubilden. "Suchen einen XY, jahrhundertelange Erfahrung, Kenntnisse in blabla erwartet". Ahhjjja.
Dann gibts eben oft lokal nicht sooo viele Stellen, die dann in Frage kommen. Nicht umsonst pendeln einige Cuxhavener nach HH rein.
Das ist so ein bisschen das "amerikanische" Modell. 5 Jahre hier arbeiten, 5 Jahre da. Ohne Zwang kann man dann vllt mal aussetzen - aber ob es denn wirklich eine ernsthafte Option ist, ggf jahrelang auszusetzen? Dann kommen nämlich ähnliche Faktoren ins Spiel, die es den Langzeitarbeitslosen immer schwerer machen, noch was zu finden. Nach dem Motto: der kann doch nichtmehr regelmäßig früh aufstehen.
Gerade was die Produktion angeht: klar, man kann Spitzen dann eher abfangen. Gibt aber auch Möglichkeiten über Zeitarbeit, Überstunden usw.
Das sind aber dummerweise teilweise sehr spezialisierte Fachkräfte. Die dann teilweise auch noch an sehr speziellen Maschinen/Produkten arbeiten. Ist also schlecht, mit *mal eben* nachschub ranholen. Selbst wenn auf dem Papier die Qualifikation da ist.
Übrigens ists auch ein Schutz der Unternehmen. Was passiert den mit kleineren Betrieben, wenn VW nebenan plötzlich Fachkräfte XY sucht? Die sind dann ebenso eher mal spontan weg. Wenn der einzige Lackierer, Schweißer, whatever spontan weg ist, dann stehen die anderen 100 Menschen aus der Fertigung dum rum. GGf kann der Laden dann einpacken.
(teilweise ists ja so, dass die dann im Krankheitsfall heimlich weiterarbeiten um zumindest das gröbste auszubügeln. Oder, was vermutlich recht viele kennen dürften, die lieben Kollegen einen den Urlaub versauen, weil die mal wieder nix gebacken bekommen. Liegt dann meistens an so Sachen wie "ist der Stecker drin?" grrr, niemals Handynr. rausgeben...)
Will heißen: auch die Unternehmen wollen eine gewisse Planbarkeit.
Nicht nur der AN, der seinen Kredit irgendwie planen will.
Als meine eine Tochter ausziehen wollte, hätte es 280 zum Wohnen gegeben, dazu dann den Regelsatz, sodaß man bei guten 600€ läge.
Ich glaube du vergisst die Krankenkasse usw?
Übrigens mache ich kein theoretisches Brutto zum Vorwurf, sondern weise darauf hin, dass es alles andere als sinnig ist, nackige 1000€ mit dem Regelsatz zu vergleichen.
Wenn ichs bisher richtig verstanden habe, bleiben von den 1000€ nach Sozialbeitragen noch ~820€ über. Miete drauf bleiben was bei 500. Ist also gegenüber Hartz4 eine Steigerung, aber ich weiß halt nicht, ob dann z.b. Sonderleistungen für behinderte, Einmalzahlungen blabla nicht noch woanders her finanziert werden müssten.
Familien habens imho übrigens mit Hartz4 schwer. Singles weniger.
@Dorfstory: sieht nach Machtspielchen aus. Hast du mit etwas Pech schon in kleinen Dorfvereinen, obwohl das alles nur ehrenamtlich läuft. Hat im Zweifelsfall die Polizei ganz gut was zu tun...
@ Große Legende Berufsbilder entsehen neu, andere "sterben" aus.
Das ist ja so ein Schmankerl, mit dem uns die Flexibilität schmackhaft gemacht werden soll seit längerer Zeit. Wenn man jedoch genauer hinschaut, lenkt dieses kühne Statement nur vom Umstand ab, daß die Aufteilung der fortschrittbedingten Produktivitätssteigerung (so es diese tatsächlich gibt) nie richtig stattgefunden hat.
Tendenziell sind zwar Schritte in diese Richtung unternommen worden, aber so -wie mal angedacht- ist es ja nicht gelaufen. Arbeitszeitverkürzung und Sozialsysteme scheinen auf vollzogenes Teilen hinzuweisen, aber wenn man bedenkt, daß das erste Rentensystem bereits Ende des 19ten Jahrhunderts formuliert wurde, was auch nur gekupfert war, aber immerhin mit deutscher Gründlichkeit eine bürokratische Veredelung erfahrenhatte, dann sehe ich hierin keinen echten Fortschritt.
Die Arbeitszeitverkürzung hingegen und auch die Emanzipation bisher ausgegrenzter Volksgruppen erkenne ich allerdings durchaus als Innovationen an. Hier scheinen ältere bisher nur in der humanistischen Theorie existente Gedanken der Verwirklichung zugeführt worden zu sein.
Leider schrauben wir genau diese Entwicklung massiv zurück.
Aus dem Grunde des nicht anders Könnens... weil die Entscheidung für 'das beste und leistungsfähigste Produktions- und Distributionssystem fiel... wobei etliche Alternativen niemals zur Verfügungg standen oder auch nur mehr als angedacht zu werden. Wie das BGE beispielsweise.
Eine nähere Betrachtung noch existenter Berufe weist doch eher darauf hin, daß nur Technologien 'aussterben', daß aber Berufe (das kommt von Berufung.) durchaus langlebig sein können.
Der Bäcker, der mal zum Handwerk zählte, ist so ein Beispiel. Jetzt überprüft er Füllstände in Chemikalientanks, Durchflußgeschwindigkeiten in Rohleitungssystemen, Drücke an Pumpen und allerlei mehr, was eher einem Chemielaboranten oder 'Facharbeiter in der chemischen Produktion' zugeschrieben werden müßte.
Der Tischler, der mal Möbel aus dem Rohstoff Holz herstellte, ist jetzt einem Maschinenbauer ähnlich mit ner computergesteuerten Fräsmaschine ausgestattet und sorgt für Einzelteile. Diese werden dann vom Kunden zusammengefügt, als sei der zum Tischler mutiert. War das mal ein toller Verkaufsgimmik und eine 'Sparmöglichkeit' für eine Untermenge der Konsumenten (Zielgruppe), so ist es jetzt zur Pflicht für kleine Geldbeutel geworden. Wer etwas drauflegen kann, der läßt dann den Transporteur diese Aufgabe erledigen, was allerdings den Beruf des Transporteurs irgendwie schwammig werden läßt.
Der Amtmann/Sachbearbeiter/Schreiberling ist immer noch aktiv. Früher mal mit Siegelring des Königs und schickem rotem Lack, dann mit dem 'offiziellen Stempel in der Hand, und jetzt steuern wir auf die 'korrekte digitale Signatur' hin, die über Weiterleben oder nicht entscheiden können. Der scheinbar allmächtige Bürokrat ist vorhanden. Seine Werkzeuge haben sich gewandelt.
Der Heiler, die Hebamme, der Lehrer, der Büttel, der Bauer uvm sind immer noch aktiv, auch wenn massiv versucht wird, sie durch künstliche Systeme zu ersetzen. Allerdings bringen Kameras keine Babys zur Welt oder verhindern Mord&Totschlag. Auch pflügen sie keine Äcker oder versorgen Wunden, wobei sie durchaus als hilfreiches Werkzeug bei Allerhand eingesetzt werden können, aber sie sollten nirgends als Allheilmittel verstanden werden.
Was bei diesen Verschiebungen der Technologien allerdings immer ein Nebeneffekt war, ist der Umstand der 'Erleichterung' der Arbeit, die letztendlich möglich macht, daß es keinen richtigen Bedarf für grundausgebildete Berufsanfänger gibt. Wozu ein Berufsbild in einer Lehre abbilden, wenn sich möglicherweise innerhalb der Lehrzeit der gesamte Unterbau von Kenntnissen&Fertigkeiten ändert?
So lassen sich sogar Argumente gegen Bildung finden. Ist das nicht mal ne tolle Innovation? Ein echter Menschheitsfortschritt, man kommt auch ohne Bildung super über die Runden. Das erleichtert natürlich einiges...
Ein Hintergedanke bei der Parole "Bildung für Alle!" war ja nicht nur auf arbeitsbezogene Belange gerichtet. Es ging auch darum, daß Republikaner grundsätzlich gebildet sein müßten, um ihre Aufgabe als Demokrat/Republikaner/mündiger Bürger/Wähler/per-Definitionem-Alpha erfüllen zu können. Das sollte vor einer Wiederholung der Nazi-Schrecken schützen. Auch vor der roten Variante, die ja vor vierzig Jahren noch hochgradig aktiv und erfolgreich war.
Allerdings waren die ersten 'besorgniserregenden' Anzeichen einer breitflächigen Hochbildung der Umstand, daß es so viele Akademiker gäbe, daß es zum Preisverfall der bisher mit garantiert hoher Leistungsbelohnung ausgestatteten 'Führungspositionen' beitrug. Es gab so viele Anwärter auf die wenigen Plätze, daß Schmuh offensichtlich wurde, da irgendwie nicht die tatsächliche Qualifikation über einen Sonderplatz am Trog entschied, sondern das altbackene und undemokratische Vitamin-B als Zünglein an der Waage fungierte. Undemokratisch weil es der wir-sind-alle-Alphas-Einstellung widersprach. Ich nenne es die historischen Richistan (http://www.heise.de/tp/artikel/31/31762/1.html)-Effekte. Das ist echt alter Ballast, den wir da durch die Gegenwart retten, anstatt ihn zu entsorgen. Oder ist das etwa das 'tradierte Wissen', um dessen Erhalt die Menschheit mit aller Kraft ringen sollte?
Hätte man damals in den 70ern nicht den NC als Einstiegshürde gewählt, weil die Hörsäle zu voll wurden, dann wären wir vielleicht wieder zu den Traditionen des Dichtens&Denkens zurück gekommen. Und sollte diese Dichter&Denker-Nummer nur ein Fake sein, dann hätten wir damals halt damit anfangen können, aus einem Fake angenehme Wirklichkeit werden zu lassen.
Doch statt dessen schraubte man die Bildung-für-Alle-Idee zum Fake, zum Label zurück und Vergrützte mit angeblichen Reformen sämtliche bisherigen Erfolge der Wissensverbreitung. Man konzentrierte sich lieber darauf, Bildung hinter Kostenhürden für Teile der Bevölkerung unzugänglich zu machen. Das Ganze sogar unter dem Siegel "Chancengleichheit in der Bildung". Auch damals waren Medien bereits erstaunlich kampagnenfähig, was den historisch gebildeten Menschen eigentlich nicht hätte verwundern müssen, hatten die Braunen, die Roten und die Amerikaner bereits überzeugende Beispiele geliefert, wie mächtig die Manipulation der öffentlichen Meinung tatsächlich gestaltet werden konnte.
Ein spannender Punkt ist doch das Ergebnis der Unbildungsoffensive per Schulreformen. Es gelangen immer noch zu Viele in theoretische Griffweite der Führungspositionen, da rein zahlenmäßig immer noch viel zu viele Abiturienten an die Unis kommen. Und das trotz immer schärfer werdender Sortiermechanismen sowohl an der Zensurenfront als auch per Finanzknebel. Deswegen muß ja auch das Hochschulwesen mit dem Bologna-Prozess in die Grütze gehauen werden.
Die allgemeine -auch noch als Innovationsbeleg gefeierte- Automatisierung nebst Massenherstellung, die perverserweise als 'Individualisierung fördernd' plakatiert ist, dünnt die Anzahl an einträglichen Führungsjobs erheblich aus. Das Praktikantenunwesen ist hier als Symptom dienlich.
Jetzt ist genau das eingetreten, was angeblich durch NC, Schul- und Hochschulreformen pipapo verhindert werden sollte. Die Qualität von Bildung und Ausbildung ist vor die Hunde gegangen. Die guten Posten werden immer noch unter Privilegierten aufgeteilt. Der Standardakademiker ist genau so eine prekäre Sau wie der weniger Schulgebildete, respektive nimmt er diesem die Arbeit weg und muß noch dankbar dafür sein.
Allerdings wird dieser Preisverfall, der verhindert werden sollte, jetzt als 'natürlich und alternativlos' verkauft, als wäre das demokratische System genau zu dem nicht in der Lage, wozu es mal geschaffen wurde, nämlich der Selbstgestaltung der Gemeinschaft durch ihre souveränen Alphas, aus denen sie besteht.
Jetzt lassen wir uns durch sogenannte Sachzwänge, die normative Kraft des Faktischen, die "Das ist eben so"-Mantren von allem abbringen, was uns angeblich heilig sein soll. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit auch als Grundwerte oder die Menschenrechte bekannt.
Immerhin haben wir Deutschen diesen Quatsch immer schon mit einer Sonderlösung besungen. Einigkeit und Recht und Freiheit erklingt es bei den Dichtern&Denkern (oder Richtern&Henkern?)
Allerdings gibt es in einer Gesellschaft keine Einigkeit. Da gibt es nur das statistische Mittelmaß. Für Einigkeit bedarf es einer Gemeinschaft, respektive erkennt man eine solche an ihrer Einigkeit.
Tja und das Recht? An dem leben wir unsere Freiheit aus. Wir biegen und brechen und ignorieren es. Und wir wenden es natürlich an, wie es sich für einen Rechtsstaat gehört. Ja, so frei sind wir.
Die Freiheit des Einzelnen ist da allerdings eine andere Geschichte.
Was hätte dagegen gesprochen, damals die Unis auszubauen? Die Schulreformen anhand des Wissenstandes durchzuführen? Mehr Unis wegen mehr gebildeten Bürgern wäre nur konsequent gewesen. Längere Schulzeit wegen gewachsenem Wissensberges wäre konsequent gewesen. Daß dann natürlich nicht jeder Bankdirektor oder Behördenleiter mit entsprechendem Salär hätte werden können, wäre gebildeten Souveränen auch einsichtig gewesen.
Wahrscheinlich hätte man den Umweltproblemen effizienter entgegenwirken können, was unsere Rohstoffkriege vielleicht überflüssig gemacht hätte. Wieviele Tote, wieviel Leid hätte man vermeiden können?
Auch wäre man dem BGE-Gedanken offener begegnet,, denn der ging in den Wirren der wilden 70er leider völlig unter.
@ Historische Ablehnung eines BGE
Diese Label gab es damals noch nicht, aber eine klitzekeine Randgruppe an humanistisch basierten, kreativen, aufgeklärten Freidenkern kannte immerhin das Konzept, das bereits mindestens seit den 60ern veröffentlicht war.
Es wurde in diesen 'intellektuellen' Kreisen als Geniestreich für Würde und Freiheit angesehen. Auch gegen den grundregelrechten Arbeitszwang galt es als Wunderwaffe.
Warum wurde nun trotz des relativ hohen Bildungsniveaus und der angeblich ach so tollen Umsetzung aufklärerischer und humanistischer Aspekte dennoch dieses Konzept so mißachtet? Warum erreichte es niemals den öffentlichen Diskurs? Warum blieb es eine Weisheit mit Nischencharakter?
So wie ich das rückblickend einschätze, hätte es einfach für zu viel Umdenken gesorgt bei allen am Diskurs beteiligten Gruppen und Personen. Damit einhergehend hätte es Macht- und Einflußverluste generiert.
Daß die Geldsackvertreter der C-Parteien jegliche Maßnahme gegen Geldsäcke verhindern müssen, gehört mit zur Selbstdefinition. Da sehe ich keinerlei Anlaß zum Staunen. Die bügelten eh jeglichen Widerspruch mit ab mit "Geh doch nach drüben wenn es dir nicht paßt. Freiheit statt Sozialismus." Ob das sachlich angemessen war, tat nix zur Sache. Es funktionierte halt beim Erhalt des damaligen Status quo... und das ist schließlich Lebensaufgabe 'konservativer' Menschen.
Und die 'Sozialisten' sowie ihre radikaleren Mitstreiter, die Kommunisten hätten über eine sachlich, konstruktiv und zielgerichtete Diskussion ihre ganze Power verloren. Denn in einer solchen Diskussion stören die Marxismus-Sprech-Element nur. Da werden sie als inhaltslose Worthülsen offenbar. Dieser Verlust war wohl für die "Die Revolution wird siegen"-Träumer zu groß. Immerhin hätte es auf Knopfdruck aus der geknechteten Arbeiterschaft, der angepeilten Klientel, freie Souveräne gemacht, die ihr Potential auf einem 'freien Arbeitsmarkt nach den Gesetzen des Marktes' (Muhaha ;) ), was die Parteienlandschaft wie einen Tsunami überspült hätte.
So frei waren wir damals einfach noch nicht ;)
Sind wir es heute?
@ Bürgerliche Mitte als Stätte der Wiedergeburt einer alten Idee
Inzwischen scharen sich die sheeple da ziemlich willig ins sichere Gatter der bürgerlichen Mitte. Da ist man geschützt vor Extremismus. Vor linkem, vor rechtem und sogar vor islamistischem und anderem fremdländischen Gedöns.
Auch gelten noch in und für die bürgerliche Mitte diese supertollen Grundwerte. Da gibt es noch Würde und Freiheit und den ganzen geilen Kram. Tja und der schreit geradezu nach diesem BGE-Konzept, ist er doch tatsächlich Geniestreich und letztendliche Konsequenz aus der Entwicklung der Menschenrechte.
Lustig eigentlich, das diese bürgerliche Mitte gleichzeitig Brutstätte faschistoider Rückreisen in die Historie und Motor für echte Weiterentwicklung sein kann.
Wenn das mal kein fettes Paradox ist, dann ist gar nix mehr paradox :)
@Dorfstory: sieht nach Machtspielchen aus. Hast du mit etwas Pech schon in kleinen Dorfvereinen, obwohl das alles nur ehrenamtlich läuft. Hat im Zweifelsfall die Polizei ganz gut was zu tun... Ist das wieder dein überbordender Sinn für's Praktische, @Ffreak? Oder was sonst bringt dich dazu, ein so krasses Sympton für Systemversagen so leichtfertig zu verniedlichen?
Ist das dein Weg, deinen Alpha-Pflichten als Souverän nachzukommen? Oder entspringt es dem Selbstschutz? "Wenn ich die Symptome nur fest genug ignoriere, dann beißen die Fnords micht nicht." Entspricht das deiner Logik?
Auch dein Verbeißen auf dem Bruttobetrag nimmt langsam perverse Züge an. Du richtest dich an einen Behinderten, der keine medizinische Versorgung erhält, wie sie erkenntnismäßig möglich wäre, weil es 'Kostengründe' gibt, die das verhindern.
Und das soll daran liegen, daß wir angeblich das beste aller Systeme nicht richtig in den Griff bekommen.
@Ffreak, gehh in deine Gemeinde, drucke diese Seiten aus. Zeige sie alten Leuten, denen du vertraust. Frage si nach den Denkfehlern. Welche mache ich? Welche machst du? Welche machen sie selbst? Sprich respektvoll und in Ruhe über diese Belange. Wenn du dir mal nicht sicher bist, gib das ruhig zu. versuche vorschnelles Daherplappern zu vermeiden.
Danach wirst du nicht mehr Derselbe sein wie zuvor.
@ Große Legende Berufsbilder entsehen neu, andere "sterben" aus.
Das ist ja so ein Schmankerl, mit dem uns die Flexibilität schmackhaft gemacht werden soll seit längerer Zeit.
Großer Mumpitz Eschirf.
Früher gab es in fast jedem Ort nen Schuster, heute kaum noch. Warum? Weil neue Schuhe mittlerweile oft preiswerter sind, als deren Reparatur und sie fast zu einem schnell drehenden Produkt (http://de.wikipedia.org/wiki/Fast_Moving_Consumer_Goods) geworden sind.
Mein Großvater hat früher noch Schneidewerkzeuge (Messer, Scheren) zum Scherenschleifer gebracht - wo sind die blos alle hin?
Schneider, Töpfer, Köhler, Sattler, Förster, Korbmacher, Wagner, Schleifer, Feintäschner, Buchbinder, Werkzeugmacher, Punzer, Hufschmied, Besenbinder, Drogist, etc. sind nunmal aussterbende Berufsgruppen.
Und 1980 gabs bestimmt noch keine SAP-Berater...
Das kann man alles gut oder schlecht finden, ein Faktum ist es aber.
@ Alfredo
Das Wunder der Hochspezialisierung hat uns den/die
Schneider, Töpfer, Köhler, Sattler, Förster, Korbmacher, Wagner, Schleifer, Feintäschner, Buchbinder, Werkzeugmacher, Punzer, Hufschmied, Besenbinder, Drogist, und sonstige Gewerke nur in technisch anderem Gewand beschert.
Jetzt sitzen sie am PC und berechnen die Steuersofware für die Maschinen. Dazu hat sich eine transzendierte Szene ähnlicher Neu-Spezialisten gesellt. Die Leute, die die Infrastruktur für die Kreativen besorgen und unterhalten, die Hard- und Software-Beauftragten.
Jetzt nennen wir sie Schuhfabrikant, wobei das inzwischen durch die Verschwurbelung von Prozess- und Vertragsketten auch hinfällig ist. Ivestoren, Manager, Projektleiter und XY-Ingenieure, sowie Büro und Ein-/Verkauf und schließlich als Kernsubstanz das Marketing. Alles läßt sich isoliert (outsourcing) organisieren und in beliebigen Mischungen darbieten. Meistens als 'innovative Geschäftsidee' oder 'Effizienzoptimierung' plakatiert.
Dabei hängt egal welches Konstrukt am seidenen Faden der Kapitalkosten. Die optimierten Kalkulationen machen die kleinste Schwankung zu tödlichen Erdrutschen. "Da haben die Märkte versagt..." oder "Damit hatten die Märkte nicht gerechnet..." heißt es dann als oberschlaue Erklärung des Desasters.
Welche Beruf ist bitte gestorben? Es gibt sie noch alle, aber nur noch ein Teil kann von ihnen leben. ein klitzekleiner Teil. Der Rest ist als Ausführungsorgan für das zuständig, was noch nicht 'wirtschaftlich' automatisierbar ist. Den ganzen Rest braucht man sowieso nicht. Jedenfalls nicht für den Produktionsprozess.
Als Konsumenten zwar, aber solange die Ressourcen sowieso nur einen Bruchteil im Überfluß leben lassen können, ist es viel hilfreicher mit dieser belegbaren Knappheit die apokalyptischen Szenarien zu untermauern, die durch eine Änderung des Systems zu erwarten wären.
Der Konsument ist der einzige neue Beruf, den ich in den Wirren der Moderne erkennen kann. Doch er muß um seine Akzeptanz genauso ringen, wie es 'neue Berufe' jeweils auch zu ihrer Geburtsstunde machen mußten. Zwar ist der Konsument, der in den orakelnden Runden der Anne Maischbritts herbeibeschworene Retter aus der Misere, aber in unserer der Gleichmacherei verpflichteten Grundwertewelt kann man sich auch mit anderen wichtigen 'Dingen' beschäftigen.
Die 'richtige Kaufentscheidung' würde zwar die Drittweltländer retten, der Desertifizierung entgegenwirken und für Weltfrieden sorgen, aber da wir zum Glück alle frei sind und gut&böse nur so Illusionen, können wir auch weitermachen wie bisher.
'Die Berufe sterben' und keine neuen Entstehen, aber sonst wollen wir lieber Alles beim Alten lassen. Es ist schon von bizarrer Komik, was wir uns gegenseitig so einreden.
Die elfische Abiturientin, die ich unlängst erwähnte, meinte mal zu mir, daß ich mich anhören würde wie der Papalagi. Als ich nur ein 'gewisses Klingeln' als reaktion brachte, drückte sie mir ein kleines Büchlein Namens "Der Papalagi" in die hand, welches ich auch gleich wiedererkannte. ja, das hatte ich mal vor dreißig Jahren gelesen. Sollte ich mich wirklich so anhören, dann wahrscheinlich weil sich mir diese grundlegenden Erkenntnisse so tief eingeprägt hatten, ohne daß ich mir über ihre Adressierung noch Gedanken machte.
Tradiertes Wissen, Denkgewohnheiten, Ansichten erwachsen aus allerlei Quellen. Wir haben da nur beschränkte Sortiermöglichkeiten. Sollte es möglich sein, sich über das willentliche Bekenntnis zu den Grundwerten auch an ihrem Erhalt und ihrer Pflege zu beteiligen, dann sollte man das ruhig versuchen.
Meines Erachtens verhilft meine Analyse zu anderen wegen, als die lakonische, nur teilweise zutreffende Behauptung vom Berufesterben. Sie sind nicht gestorben, weil ihre Zeit tatsächlich gekommen war, so wie es einem überalterten Lebewesen passiert.
Ähnlich einer durch Menschenhand ausgerotteten Art haben wir sie aus dem Leben getilgt.
Inwieweit sich die genannten Berufe wiederbeleben lassen, zumal sie sowohl Chance als auch Mittel des Gegensteuerns gegen viele Schieflagen sein könnten, sollte ein demokratischer Diskurs hervorbringen.
Ein BGE als Sockel für die Diskussion auf Augenhöhe wäre hilfreich. Ein BGE als Sockel für Liebhaber und Bewahrer tradierten Wissens wäre ebenso hilfreich.
@ Fundamentale Kritik an aktuellen BGE-Modellen
Ein weiterer Grund, warum ich meine Beispiel-1000€ nur hälftig auszahlen würde, ist der Umstand, daß damit jeder gleichermaßen Empfänger und Zahler ist.
Desweiteren weiß ich ja aus Erfahrung, daß es genügend so ungestüme Mit-Alphas gibt, die sich in bedrohliche finanzielle Verhältnisse bringen wie beispielsweise die beliebten Drogen-Junkies oder andere Abenteurer der Moderne. Dank meiner 'Knausrigkeit' können sie sich jetzt nur halb so doll schädigen, und von ihrem Steueranteil sind die SPAs und sonstigen Helfer zumindest sockelmäßig getragen.
Als Gefahr bei den zeitgenössischen mit echten Beträgen versehenen BGE-Modellen sehe ich nämlich den Umstand, daß diese Art der Verlierer dann als Neojuden gebasht werden, falls man mal einen Sündenbock braucht. Denn die Schmähung "Wer selber Schuld ist, dem soll nicht geholfen werden..." ist sozialdarwinistische Oberkacke.
Und bei Parteien wie der FDP halte ich die Gefahr für groß, daß sie über ein BGE die Leute in genau diese Falle locken wollen. Eigentlich ist das eine Unterstellung, die ich jeder Partei gegenüber hege. Eine auf Indizien beruhende Unterstellung wohlgemerkt.
Oder was sonst bringt dich dazu, ein so krasses Sympton für Systemversagen so leichtfertig zu verniedlichen?
So wie ich es sehe, haben die Menschen versagt. Vllt ist es eine Fehleinschätzung, keine Ahnung. Aber das sich Leute gegenseitig in die Pfanne hauen, wirst du immer haben. Als sich die Leute vorher lieb hatten, hats ja geklappt. Jetzt hast du einen neuen Pastor, der da vllt selber mehr mitreden will/eigene Idee verwirklichen will und nicht mitzieht. Einen potentiellen Bürgermeister, dems evtl ebenso geht. Usw. Vllt. mag man die Frau auch nur nicht und will sie mit allen Mitteln schädigen. Wasweißich.
Symptome dafür, dass der Mensch nunmal ein Arsch ist.
Du richtest dich an einen Behinderten, der keine medizinische Versorgung erhält, wie sie erkenntnismäßig möglich wäre, weil es 'Kostengründe' gibt, die das verhindern.
Du blickst auf deinen individuellen Fall und behauptest, dass es generell keine weiteren Leistungen gibt?
Wenn ich mich nicht täusche gibts z.b. Blindengeld (auch wenn man da in den letzten Jahren beigegangen ist:boggled:) zusätzlich. Sozialleistung? Vermutlich. Wird also gestrichen.
Klar kannst du sagen "500 auf die Hand sind mehr, als die Regelleistung". Schön. Und?
Dann ist dein tatsächliches BGE aber 500+Miete+Versicherungen. ->1000€ pro/kopf. Ausgaben. Die man finanzieren muss.
Es sei denn, man argumentiert anders. Nämlich nicht mehr mit "das Geld geben wir ja momentan sowieso schon für Sozialleistungen aus".
Solange man so argumentiert, heißt das nämlich "1000€ für alle" UND "wenns für manche nicht ausreicht, Pech gehabt".
Finde ich eben keine gute Idee, weil es vermutlich diverse Fälle gibt, die eben mit den 1000€ (was im Endeffekt dann deine 500 sind) nicht hinkommen. Es muss alsoin diversen Fällen nach oben gehen können. Tuts aber nicht, wenn die Sozialausgaben bereits verplant sind. D.h. ich hätte ganz gerne eine vernünfige Erklärung zur Finanzierung. Keine, die den eingebauten massiven Konstruktionsfehler hat.
Amok Der Heiler
17.06.2011, 20:31
@Eschirf
Schließe mich da der Meinung von Alfredro an.
Du kannst doch nicht ernsthaft einen Wagner mit nem heutigen Autobauer vergleichen. Es geht zwar um ein ähnliches Produkt, aber würdest du die beiden Menschen in der Zeit reisen lassen, will ich mal sehen wie beide den Job des jeweils anderen übernehmen.
Berufe sterben aus, weil vieles heute maschinell produziert wird, zum anderen weil Produkte nicht mehr nachgefragt werden.
Es kommen neue Berufe dazu, weil neue Produkte entwickelt werden und produziert werden. Oder gabs im 19. Jahrhundert schon Software-Programmierer?
Donnerwalze
17.06.2011, 23:57
Man sollte übrigens im Hinterkopf behalten, das ein überholter Arbeitsplatz nicht 1:1 von einem modernen Arbeitsplatz ersetzt wird. Arbeitsplätze veralten nämlich öfters, weil deren Produkt(ion) inzwischen effizienter von etwas anderem erledigt werden kann. Also zehn Bauern durch einen Traktorfahrer ersetzt werden. Als Beispiel.
Davon abgesehen sind effizientere Arbeitsplätze auch häufig anspruchsvoller. Nicht jeder Unkrautzupfer kann Traktor fahren. Nicht jeder Traktorfahrer kann vernetzte Agrarsoftware entwickeln. Und so weiter.
Das ist in meinen Augen nichts schlimmes, es ist halt einfach der Lauf der Dinge, den man anerkennen sollte. Irgendwann wird selbst ein Steven Hawking nicht mehr schlau genug sein, um die nächst-höhere Abstraktionsebene des Universums begreifen zu können, welche sich irgend ein Computerprogramm ausgedacht hat.
Alles hat ein Ende. Selbst Optimierung, Fortschritt und die Leistungsfähigkeit des Homo Sapiens Sapiens.
@ Ffreak
Klar, ich kenn die Sprüche "Sei froh, daß du überhaupt beim Arzt reingelassen wirst. In anderen Ländern..."
Meine persönlichen 'Bedürfnisse' werden ja noch durch die Pflegekosten erhöht. Die hast du mir noch gar nicht unter die Nase gerieben. Das sind nochmal 400 Tacken, die die arme Steuerzahlersau für mich rausledern muß. Echt bitter für die Gemeinschaft.
Wenn man das nur sparen könnte, oder was, du kleiner Vollvolkswirt?
Wenn du von deinem Spartrip nicht irgendwann runterkommst, wirst du möglicherweise noch auf den Trichter kommen, dich selber wegzuoptimieren. Ich kenne da so einige, die diesbezüglich böse Überraschungen erlebt haben. Gerade noch mit vollem Mund aus vollalimentierter Umgebung auf gefühlt hohem Niveau auf andere Alimentierte 'da unten' geschimpft und plötzlich die Transmutation zum depressiven Sorgenkind und Hilfsbedürftigen. Scheisze, denn das gönne ich niemandem. dafür muß man nämlich verdammt stark, schön, mutig und intelligent sein, um das zu verknusen.
Bei mir hat's nicht gereicht. Schade eigentlich, lief ich doch mal als vermeintlicher, potentieller high-performer durch die Gegend :)
Du blickst auf deinen individuellen Fall und behauptest, dass es generell keine weiteren Leistungen gibt?Nein, das mache ich nicht. Ich kann dir sogar von Fällen erzählen, in denen der Sozialstaat regelrecht überfunktioniert. Wo h4-Kinder auf Steuerzahlers Kosten dann Reiturlaub machen. Das sind die echten Neidbomben, da der 'sich selbst Helfende' (Verarschende?), der mit ner minimalen Nebentätigkeit die Grenze für Wohngeldberechtigung, bei der es sich um die entscheidende Größe im Apartheids-System handelt, überschreitet, sich das Füllhorn des Staates außer Reichweite schiebt. Der ist allerdings aus Verantwortungsgefühl seinen Kindern gegenüber moralisch gezwungen, den Minijob zu schmeißen, damit es den Kindern jedenfalls marginal besser geht.
Aber damit ist er zum Abschuß als Parasit und Schmarotzer freigegeben in unserem Sozialdarwinhausen hier. Bete inbrünstig, @Ffreak, daß dir dieses Schicksal erspart bleiben möge.
Und deswegen jeder Sozialstaatlichkeit eine Rundumabsage zu erteilen, verweigere ich ebenfalls.
Meine Seniorpflegerin ist auch Aufstockerin, wie ich jetzt erfuhr. Sie malocht zwar 40Std die Woche, aber für sie und die Kinder reicht es nicht ohne Zuschmiß seitens der Gemeinschaft. Ist sie jetzt die Zecke? Oder ihr Chef? Oder die Gestalter der Rahmenbedingungen? Oder vielleicht auch ich, weil ich so dubios finanzierte Dienstleistungen in Anspruch nehme?
Und andere träumen von der polnischen Pflegefachkraft, die dann für 1000€ den ganzen Tag dienst schiebt. Eine Rabenmutter ist sie natürlich nicht, auch wenn sie ihre Kinder alleine in Polen zurück läßt. Sie läßt sie ja zurück, um keine Rabenmutter zu sein, die ihre Kinder nicht versorgen kann.
Wo ist hier jetzt dein 'menschliches Versagen', das für alle Mißstände verantwortlich ist?
Könnte nicht doch systemisch so viel so schlecht angelegt sein, daß da einfach on the long run nix Geiles bei rauskommen kann? Schon mal angedacht die Schiene?
Denn deine naive Universalerklärung
Symptome dafür, dass der Mensch nunmal ein Arsch ist.
führt doch wieder ins argumentative Nirvana. Erstens stimmt es nicht.
Und zweitens eröffnet es nur den Weg in die baldige Apokalypse, die wir ja angeblich Alle nicht wollen.
Also ich will sie nicht. Ganz bestimmt. Aber ich sehe keine Möglichkeit, sie zu verhindern, wenn wir nicht zur Positivdiskriminierung zurückfinden.
Wie sieht dein Vorschlag aus? Solange gegenseitig abschrecken, bis alle lachen?
D.h. ich hätte ganz gerne eine vernünfige Erklärung zur Finanzierung. Keine, die den eingebauten massiven Konstruktionsfehler hat. Wenn du die Gegebene nicht selber weiterspinnen kannst, dann scheinst du noch nicht reif dafür zu sein.
Meine Eckpunkte sind klar formuliert in den unendlichen Weiten meiner Beiträge.
Du solltest dich erstmal von allerlei Denkgewohnheiten verabschieden, die innerhalb des Status quo den Anschein von Normalität (oder gar Alternativlosigkeit) erwecken können, die jedoch hinderlich bis unmöglich sind im 'System danach'.
Worauf du dich allerdings verlassen kannst, sind die Phänomene Gut/Böse, Richtig/Falsch, Offen/Geschlossen, Stabil/Labil, Mobil/Fixiert usw. Das funktioniert immer.
In welchem System nun diese Kräfte wirken, ist einerseits egal, weil systemisch keine Garantie zu erzeugen ist, daß es nichts Falsches oder Böses mehr geben wird. Andererseits ist es nicht egal, denn es können systemische Grundbedingungen so gesetzt werden, daß sich Böses und Falsches nicht als primäres Erfolgsmodell durchzusetzen in der Lage ist. Das ist beim Status quo die große Krux.
Konkrete Anleitung für die Gestaltung eines Umbruchs nun gerade von mir einzufordern, erscheint mir ziemlich lächerlich, wenn daran gleichzeitig geknüpft wird, ob überhaupt eine Bereitschaft besteht/gewährt wird, an der Umbruchsgestaltung teilhaben zu wollen.
Und mir wird ja eher grundsätzliche Kritik denn grundsätzliche Gesprächsbereitschaft signalisiert. Das verwirrt mich etwas :)
Es muß immer bedacht werden, daß berechtigte Kritik nicht zwingend Hand in Hand gehen muß mit einer 'fertigen Alternativlösung'. Wer hier den Zwang ausübt, steht damit in der Ecke der Verhinderer und Bremser. Das erscheint mir kein Beleg für Flexibilität zu sein.
Es offenbart ebenfalls das tiefe Bedürfnis danach, geführt werden zu wollen, was ja genau der Punkt ist, den wir uns als Demokraten vorsätzlich versagen wollen. Das ist eine der Freiheiten, die wir eben nicht mehr haben, wenn wir Demokratie mit 'unendlicher Freiheit' gleichsetzen.
Freiheit scheint noch viel komplizierter zu sein, als es bisher bereits den Anschein hat.
@ Amok
Das erscheint mir ziemlich festgefahren, sich ausschließlich oder primär an nachrangigen Äußerlichkeiten zu orientieren, wenn man menschliche Tätigkeiten untersuchen will.
Natürlich hat der Stellmacher/Wagner von damals den Platz des heutigen Autoschraubers eingenommen. Beider sind Spezialisten für individuelle Mobilität und entsprechende Transportmedien. Ob du nun ein Karrenachsteil auf dem Amboss schmiedest, oder ob du mit Schweißgerät ein Autoteil präparierst, halte ich für eher marginal unterscheidbar in seiner Bedeutung für den Menschen, der etwas transportieren möchte.
Der Unterschied liegt in dem. was @donnerwalze als Effizienz ins Gespräch bringt. Doch diese Effizienz ist ja auch nur eine oberflächliche, die sich uns spontan als Evidenz aufdrängt, die jedoch bei tiefer gehender Betrachtung eventuell an diesem blöden Thermodynamiksatz in Brösel zerreiben. Ist die Energie-, Öko-, whateverbilanz tatsächlich langfristig als echter Effizienzgewinn von Bestand? Oder beschleunigt man nur die Entropie? Ein unerkanntes Schneeballsystem?
Unser Wagner war auch nur der Spezialist für das Transportgefäß. Für den Antrieb bedurfte es weiterer Spezialisten, wie es sich für eine Arbeitsteilung halt gehört :)
Pferde wiederum bedurften des Hufschmieds beispielsweise. Pferdezüchter und -händler gehören ebenfalls dazu.
Heute wechselt ein 'KFZ-Mechatroniker' hauptsächlich vorgefertigte Module aus, wobei wieder etliche Kenntnisse&Fertigkeiten eines klassischen Schraubers in Obsolenz versinken. War der Schrauber noch Meister des Antriebs und des Gefäßes, ist er jetzt als gewitzter 'Module-günstig-Beschaffer' auf der Spur ganz anderer Qualitäten. Die Parallelen von Roßtäuscher und Gebrauchtwagenhändler sind doch auch recht amüsant ;)
Allerdings ist der klassische Schrauber auch nie richtig autark gewesen in seinem Spezialistentum. Polsterer, Lackierer oder Elektriker zählten mit zur Sphäre der Automobilkundigen.
Auch halte ich es für wenig hilfreich, @Amok, wenn du dich von der Glitterwelt der Produkte so blenden läßt. Eine Zitronenpresse ist und bleibt eine Zitronenpresse, ungeachtet ob sie (biodynamisch) manuell oder (modernistisch effizient) elektrisch betrieben wird. Beide Variationen bieten unterschiedliche Mischungen aus Vor- und Nachteilen, die wiederum erst durch individuelle Analyse zu Bewertungen gelangen.
Wer Nachhaltigkeit als eines der gewichtigeren Kriterien im Gepäck hat, der kommt zu anderen Ergebnissen als Einer, dem Effizienz das Wichtigste ist... vielleicht sogar so wichtig, daß er mit scheinbarer Effizienz zufrieden zu sein glaubt.
Und selbstverständlich gab es im 19ten Jahrhundert Software-Programmierer. Wie sollte es ohne sie gehen? Jeder, der sich Gedanken über die Gestaltung eines Benutzerinterfaces macht, vollzieht diese Tätigkeit. Das dürfte seinen Beginn gehabt haben, als die Idee entstand, eine relativ schwer zu bedienende Steinklinge mit einem Griff zu versehen. Ergonomie und 'intuitive Benutzerführung' sind zwar begriffliche Novitäten, aber die darin steckenden Absichten werden bereits erfüllt, wenn einem Griff Rillen gegen Abrutschen hinzugefügt werden. Oder wenn der 'Hauptschalter' eines mechanischen Gerätes besonders groß und zentral appliziert wird.
Die Agrarsoftware vor ein paar Jahrhunderten hieß beispielsweise Drei-Felder- oder Sieben-Felder-Wirtschaft. Sie war vom Enduser relativ frei nachkonfigurierbar, sodaß lokalen Bedürfnissen/Zwängen Rechnung getragen werden konnte. Auch war sie nicht von einem Einzelnen Software-Ing entworfen, sondern als open-source-Projekt entstanden, aber als grundlegendes Steuer/Einflußelement auf 'die Hardware' war sie so wirksam, wie jetzt ein Treiber für ne Grafikkarte.
Im persönlichen Gespräch wurde mir der Kameramann als angeblich neuer Beruf angeboten. Als damals die russischen Zaren 'Sibirien erobern' wollten, wurden zwei Naturwissenschaftler auf eine große Reise geschickt. Ihnen zur Seite gestellt kam ein Zeichner mit, dessen Aufgabe darin bestand, Alles zu zeichnen und zu beschriften, was die Wissenschaftler ihm hinlegten. Für mich ist das meinem Beispiel mit der Zitronenpresse sehr ähnlich. Vor- und Nachteile mischen sich anders. Verschiedene Effizienzaspekte können den Blick verschleiern.
GugelStreetView dürfte aktuell das Ende der Fahnenstange der Kartographie sein. Begonnen hat diese möglicherweise mit Einwegwerken, die mit einem Stock in den Sand geritzt wurden.
Eine spannende Möglichkeit, sich mal neu zu sortieren aus Gründen der Selbstschau, besteht darin, versuchsweise nach dem Motto des Gegenteiltags vom lustigen Schwammkopf alle seine Ansichten und Überzeugungen mal mit minus Eins zu multiplizieren. Das kann Geschmacksfragen betreffen und echte Fundamentsteine.
Wieviel von 'einem selbst' bleibt dann noch übrig? Über welche Aspekte definiert man sich vor sich selbst am stärksten? Über welche gegenüber Anderen?
Diese Art der geistigen Übung wird von verschiedenen Seiten empfohlen. Teils aus Beständen uralter Weisheiten, teils aus dem Fundus moderner Wissenschaften.
Natürlich muß man stark, schön, intelligent und mutie genug sein, aber das kann ja jeder selber am Besten einschätzen, inwieweit er dafür in Frage kommt ;)
Und danach ist man nicht mehr 'derselbe' wie vorher. Das ist ebenfalls garantiert.
[x] dagegen
nicht weil ich es nicht für realisierbar halte, sondern weil ich es nicht gut finde.
jeder, der leistungen vom staat möchte, sollte erstmal dafür eine gegenleistung erbringen.
wenn ich erlebe, wie leute die noch nie in ihrem leben gearbeitet haben trotzdem eine wohnung (+ ausstattung) und mtl. 500 h4 bekommen habe ich dafür kein verständnis.
wenn kinder o.ä. existieren gibt es noch mehr.
jetzt soll das ganze dann noch öffentlich legitimiert werden mit einem bge?
"jeder der einen beitrag zur gesellschaft leisten möchte darf arbeiten?"
grundsätzlich sollte genau das gegenteil des bge gemacht werden.
wer leistungen haben will muss den staat unterstützen. es gibt genug jobs die ehrenamtlich gemacht werden können oder auch die fehlenden zivis müssen ersetzt werden. das reich zwar nicht sofort für alle arbeitslosen aber in die richtung sollte es laufen.
bevor man sich über diese systeme gedanken macht, sollte lieber mal das rentensystem überarbeitet werden.
wenn leute eine ausbildung machen, studieren, arbeiten etc. um in ihrem leben etwas zu erreichen, dann geld verdienen und auf einmal in der rente mit 67J. einen kontoauszug ziehen und sehen, dass nur noch 50% des früheren einkommens gezahlt wird empfinde ich das als weitaus größeres problem.
Zeitgeist
18.06.2011, 16:22
jeder, der leistungen vom staat möchte, sollte erstmal dafür eine gegenleistung erbringen.Welche Gegenleistung hast du für deine Schulbildung erbracht?
100% des Regelsatzes sind wohl 364 Euro, nicht 500. Wohnung gibt's auch erst ab 25 Jahren. Kinder wollen auch etwas essen. Usw. usf. Dein Text ist voller solcher Oberflächlichkeiten. Sorry, es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder du bist noch recht jung und hast keine Ahnung vom echten Leben da draussen oder aber ... ne, die zweite Möglichkeit darf ich leider nicht hinschreiben... :)
grundsätzlich sollte genau das gegenteil des bge gemacht werden. Was ist denn das Gegenteil? Wer nicht arbeitet, der soll auch nichts essen?
Du kannst ja so eine Meinung haben. Aber dann sag die halt ehrlich geradeaus und drucks net so pseudomoralisch rumm. Bedenk' die Konsequenzen - und ob du wirklich lieber in solch einer Gesellschaft leben möchtest.
Aki Yoshikawa
18.06.2011, 22:46
jetzt soll das ganze dann noch öffentlich legitimiert werden mit einem bge?
"jeder der einen beitrag zur gesellschaft leisten möchte darf arbeiten?"
Nein, das BGE wird über nichts legitimiert weil es, so der Name ja, bedingungslos ist. Man muss keine Leistung erbracht haben um Anspruch auf diesen Betrag zu haben - ähnlich wie auch, wie Zeitgeist sagt, deine Schulbildung von der Gesellschaft finanziert wurde ohne, dass du bis zu diesem Zeitpunkt irgendwas geleiestet hättest. Der Kindergarten wird in der Regel ebenfalls vom Staat mitfinanziert doch sind mir keine 5-jährigen Kinder bekannt, die sich dies verdient hätten. Das du zur Schule gegangen bist und zuvor vielleicht zum Kindergarten, nun - das nennt sich Solidarität.
Mir persönlich sind bislang noch keine dieser ominösen Sozialschmarotzer über den Weg gelaufen und wer sich schonmal mit HIV durchschlagen durfte wird recht schnell merken, dass das kein sonderlich angenehmer Lebensstil ist. Und wenn es ums Schmarotzen geht so würde ich mich nicht so sehr über die HIV'ler aufregen, natürlich gibt es dort welche. Nur wenn ich mich recht errinner, so sind 354€ im Monat kaum spätrömisch dekadent und es waren auch nicht die HIV'ler welche die Finanzkriese losgetreten haben - nur sind es komischerweise die Kleinverdiener welche nun am stärksten in die Verantwortung dafür genommen werden. Ernsthaft: wer sich über arbeitsfaule HIV'ler aufregt sollte mit noch mehr Èlan gegen steuerfaule Gutverdiener wettern. Der Umstand, dass 10% der Bevölkerung in Deutschland über 61% des Gesamtvermögens verfügen und die restlichen 90% der Bevölkerung mit 49% vorlieb nehmen müssen - darin sehe ich eine Belastung für den Staat, nicht in ca. 750€ die ein HIV'ler monatlich an Leistungen erhält.
Quelle für die Zahlen: Vermögensverteilung in Deutschland (http://www.bpb.de/wissen/U4CJQA,0,Verm%F6gensverteilung.html)
Das Problem dieses Landes ist nicht, dass kein Geld vorhanden ist und dass Arbeitslose so eine unglaubliche Belastung darstellen, sondern, dass der Großteil des Vermögens auf eine Minderheit konzentriert ist. Das BGE könnte ein erster Schritt sein diese Kluft etwas zu schließen, indem jeder Mensch anteilig am allgemeinen Wohlstand des Landes Anschluss hat.
Das sind nochmal 400 Tacken, die die arme Steuerzahlersau für mich rausledern muß.
Läuft über irgendeine Versicherung (kranken/Pflege?)? Dafür sind die doch da;)
Wenn nicht wärs ein super Beispiel für eine Leistung, die genau nach der Argumentation zur Finanzierung des BGE wegfallen müsste. Und genau das ist mein Kritikpunkt. Falls es dir noch nicht aufgefallen sein sollte:
ich will nicht, dass diese Leistungen gestrichen werden (müssen).
Ich will eine durchdachtere Erklärung zur Finanzierung des BGE.
Ich bin nichtmal wirklich gegen das BGE - weil ich eben einen Haufen an super Vorteilen dahinter sehe.
Aber ich bin skeptisch. Und einer der Punkte, bei denen ich an dem Konzept zweifle, ist in der Tat die Finanzierung.
Ich kann mr jetzt auch lauter lustige Sachen ausdenken, die sich super für unsere Gesellschaft finde. Will ich das allerdings ernsthaft, sollte ich mir auch Gedanken um die Umsetzbarkeit (und damit ua finanzierung) machen.
Jetzt kommt halt ein "joa, soviel geben wir (angeblich) ja aktuell auch für Sozialleistungen aus". In diesem "Finazierungsmodell" steckt aber gleichzeitig die Streichung sämtlicher Sozialleistungen, die übers BGE hinausgehen. Finde ich keine gute Idee. Dagegen. Aber nicht gegens BGE ansich, sondern gegen diese Art der Finanzierung. Wie wärs z.b. mit: Finanzierung über die dann nicht mehr notwendigen Sozialleistungen (aber beibehaltung der noch notwendigen) + Erbschaftssteuer + Tobinsteuer z.b?
(und eigentlich war das mein Kritikpunkt...keine Ahnugn warum wir hier dadraus wieder so nen Terz machen müssen...ich halte die Finanzierungserklärungen die ich bisher kennenlernen durfte halt für Mist...klar, hier wird sowas niemand aus dem Hut zaubern können, vllt sind aber Links bekannt, wo sich mal jemand mit etwas mehr Ahnung Gedanken/Rechnungen gemacht hat)
auf andere Alimentierte 'da unten' geschimpft und plötzlich die Transmutation zum depressiven Sorgenkind und Hilfsbedürftigen.Ich bin imho nie ein Gegner vom Versicherungsprinzip (alle treten füreinander ein...sowas ist H4 ja auch) gewesen. Man kennt ja selber ein paar H4ler und weiß, dass es eben zügig gehen kann.
Sorgenfrei gesund war hier übrigens mal vor nem halben Jahr.:coffee:
Und zweitens eröffnet es nur den Weg in die baldige Apokalypse, die wir ja angeblich Alle nicht wollen.
Du wirst immer Menschen haben, die sich gegenseitig aus diversen, teilweise nichtmal guten Gründen in die Pfanne hauen. Ich glaube nicht, dass sich das irgendwann ändern wird. Wenn jemand im Verein z.b. unbedingt Mr. Vorstand/Wichtig sein will, wird da schonmal die Schlammschlacht gegen den "Konkurrenten" eröffnet.
Wenn du die Gegebene nicht selber weiterspinnen kannst, dann scheinst du noch nicht reif dafür zu sein.
Tjoa, dann bleibts aber beim Gedankenspiel. Was wäre wenn BGE wäre? Will man dadrüber hinaus, muss man liefern.
@ Ffreak
Mit der 'noch fehlenden Reife' spiele ich auf die erforderliche Opferbereitschaft an, die für die Konstruktion eines 'Systems danach' notwendig ist. Bizarrerweise entspräche das noch ominöse 'System danach' dem aktuell offiziellen basic rule set, was irgendwie ein Quell der Verwirrung darstellt.
Jedenfalls ist diese von mir eingeforderte Opferbereitschaft darauf bezogen, alle aber auch alle Komponenten des aktuellen Systems (das sich irgendwie(?) fälschlich und mit schädlicher Wirkung auf dem rule set entwickeln konnte) mal auf den Müllhaufen der Ideen zu werfen. Das ganze Konstrukt des Status quo gehört zerschlagen und entsorgt.
Da wir allerdings aus Gründen der Ressourcenschonung dem Prinzip des Recyclings positiv gegenüberstehen, können/wollen/sollten wir durchaus den Müllhaufen nach wiederverwertbaren Komponenten durchsuchen. Grundsätzlich spricht allerhand dafür.
Doch so wie einerseits manchmal richtig ist zu sagen "Man sollte doch das Rad nicht schon wieder neu erfinden. Kommt doch sowieso nur ein Rad bei heraus", so ist es andererseits manchmal richtig das anders zu sehen "Wir müssen das Rad jetzt mal neu erfinden. Wir brauchen ein besseres."
Beim Konzept cradle2cradle kommt das beispielsweise zum Tragen.
Daß du beliefert werden möchtest, @Ffreak, eröffnet auch mindestens zwei Interpretationsschienen. Die eine führt in die Richtung: "Der will sich was vordenken lassen. BrainDrain, intellektuelles Zeckentum, na halt diese ich-frag-den-Priester-Verantwortungsverschieber..." usw . Das wäre die dunkle Seite der Macht, die bekanntlich schneller zum Erfolg führt (führen soll).
Die andere Richtung sieht so aus: "Aha, er ist offen für Input. Er möchte seinen Wissenshorizont erweitern. Er ist konstruktiv am allgemeinen Problemlösungsprozess beteiligt..." Das wäre die lichte Seite der Macht.
Als alter Positivdiskriminierer, wobei es sich um eine batmanmäßig trainierbare Superkraft handelt, derer sich jeder befleißigen sollte, wende ich die freundliche Interpretation an. Da du mir als bemüht konstruktiv bereits häufig aufgefallen bist, stützt sich meine Unterstellung sogar auf handfeste Indizien. Wärest du neu im Gespräch, würde ich das halt blindlings machen (müssen).
Daß allerdings deine Vorschläge wie beispielsweise "...mehr Betreuungsmöglichkeiten..." oder "... die Alten in den Städten konzentrieren...." dem untauglichen Spektrum der effizienzfixierten neoliberalen Religion, die streng über die 'Sphäre der offiziellen Plausibilitäten' wacht, entstammen, zeigt mir verdammt deutlich, daß du dich noch auf gedanklich eng begrenztem Gebiet befindest. Echte Freidenker ziehen weitere Bahnen.
Und mit deinem Argument, 'die Finanzierung' müsse eben stimmen, bleibst du in genau dieser festgefahrenen Spur. Es offenbart einerseits das gewohnheitsmäßige Verharren auf einer (beliebigen?) Abstraktionsstufe, was auf jeden Fall spontan schwer als Anzeichen für Flexibilität genommen werden kann. Andererseits weist es darauf hin, sofern man Reflektion unterstellt, daß die Fähigkeit zum Abstrahieren vorhanden ist, was ja wichtig genug ist. Wir leben in mehrdimensional transzendierten Verhältnissen, was Abstraktionsvermögen zur überlebenswichtigen Eigenschaft macht.
Auf der Ebene, auf der 'die Finanzierung' ein benennbares Systemelement darstellt, kann man allerdings auch nur ungestört operieren, wenn die darunter liegende Ebene, die 'die Finanzierung' mit einem systemischen Unterbau versieht, tatsächlich diese unterstellte Funktionalität bietet.
Doch ist sowohl an den Finanz/Schulden/Kredit/Währung/Wirtschafts-Krisen der Vergangenheit verdammt gut abzulesen, daß da fundamentale Würmer drin stecken, als auch an der ständig sinkenden Lebensqualität der Massen, welche mit Kostengründen als unvermeidlich zwangsplausibilisiert wird.
Justament läuft gerade der Presseclub auf Phoenix. Die versammelte Expertenrunde gibt nahezu ausschließlich Müll von sich, wobei die eine oder andere kleine Komponente der Überprüfung auf RecyclingTauglichkeit standhalten mag. Aber der Anrufer, der mit einem Zitat von Jean Ziegler seine Frage einleitete, wurde erstaunlich schnell angemessen verwirrend beiseite geschoben. Der dürfte sich hochgradig verarscht fühlen wegen der Nichtbeachtung seines Fragekerns.
Was ich zu liefern in der Lage bin, @Ffreak, sind Landmarken oder grobe Hinweise, die in der Gesamtheit einen Korridor bilden. Beihilfe zur Zerschlagung kann ich leisten. (Ist das als Gegenleistung akzeptabel, @Lievo?). Dank meiner Lebenserfahrung bin ich auch fähig, keine blindlings vollzogene Zerschlagung zu wollen, sondern diesbezüglich eher an einen geordneten Rückbau denke. Das ist nicht nur gechillter für Alle, sondern eröffnet auch mehr Möglichkeiten genauer anzuschauen, was so abgebaut wird, um die spätere eventuelle Wieder/Weiterverwendung zu befruchten. Immerhin könnte man so potentieller Ressourcenverschwendung begegnen.
Allerdings kommen wir nicht um grundsätzliche Phönix-aus-der-Asche-Prozesse herum. Was ich für unbrennbare 'Zähne&Knochen' in dieser Asche halte, läßt sich grob mit den Worten Grundregeln oder Grundwerte umreißen. Die sollten unbedingt reinstalliert werden.
Was ich jedoch für unbedingt zerschlagenswert halte, sind verschiedene Versatzstücke der neoliberalen Religion.
"Es gibt kein gut&böse mehr in der modernen Wirtschaftswelt. Der Renditeerfolg beweist sich selbst."
"Konkurrenz belebt das Geschäft und führt zu optimalen Ergebnissen."
"Alles, was das Attribut 'staatlich' mit sich führt, ist ist falsch&schlecht."
"Fortschritt und Innovation im technischen Bereich sind grundsätzlich gut."
"Wachstum gleich Wohlstand."
"Der Mensch an sich ist böse&egoistisch."
"Wer anderes behauptet, ist ein Feind."
Das halte ich für die großen Irrtümer unserer Zeit. Leider ist die Meinungsmanipulation bereits so weit fortgeschritten, daß diese Irrlehren zur Grundausstattung des mündigen Bürgers/des Politikverstehers/des kritischen Kosumenten/des modernen Menschen zählen. Eine Meisterleistung von Neusprech&Doppeldenk-Ingenieuren.
"Aufklärung ist kein Zustand sondern ein Prozess." habe ich schon mehrfach betont. Weder das Postulat "Gott ist tot. Ich bin aufgeklärt." zeugt von tatsächlicher Aufklärung, noch die etwas more sophisticated Methode des Einkuschelns in Meinungsnischen, die in schriller Vielfalt vom Medienzirkus kreiert und angeboten werden.
Es gibt keinen Meinungsmarkt, außer man begründet und pflegt ihn. Das haben sie in Amerika ja schon vor längerem (erfolgreich?) durchgezogen. Da konnte man sich die Ergebnisse schon lange anschauen.
In der BRD hätte es eine solche Entwicklung eigentlich niemals in dem krassen Maße geben dürfen, da der durch das GG gesetzte Korridor verschiedenste 'Meinungen' gar nicht so an die Öffentlichkeit hätte geraten lassen, daß sie zu umfassender moralischen Destabilisierung führen.
"Mir ist es egal, wenn in Afrika ein Baby verhungert." Wenn ein solcher Satz an einem Stamm- oder Küchentisch geäußert wird, dann sitzt da vermutlich ein echt finsterer möglicherweise total deformierter Charakter und kotzt sich aus. Das ist sicherlich nicht schön für die, deren Ohren diesen Satz dann hören müssen. Vielleicht handelt es sich sogar um eine kleine Versammlung von deformierten Charakteren und Menschenverächtern, die sogar noch Beifall bekunden.
An einem Küchentisch ist die Szene allerdings durch die uns heilige Privatsphäre geschützt, was die Lage weitgehend entschärft. Am Stammtisch wird es schon problematischer, aber auch hier müßten normale Mittel der Mitmenschlichkeit noch ausreichen, um jetzt großflächige Schäden zu vermeiden.
Wenn nun allerdings der Menschenfeind, dem verhungernde Babys egal sind, als Idol verkauft wird, und ihm ein Platz auf dem 'öffentlichen Meinungsmarkt' bereitet wird, dann sehe ich die Meinungsfreiheit schwer mißbraucht und keineswegs in ihrer 'konzeptuellen Richtigkeit' bestätigt. Da die Zielgruppe für die Idolanpreisung nun ausgerechnet aus der Untermenge der möglichen Adressaten stammt, die für ihre ethische und sonstige Instabilität berüchtigt ist, nämlich die Pubertierenden, dann rollen sich mir halt die Fußnägel hoch. Das kann doch kein anständiger Mensch wirklich wollen, geht es mir dann durch den Kopf. Wieso machen wir es dennoch?
Und wenn ich rückblickend meine Gründe für den Eintritt in die Junge Union analysiere, dann sehe ich diese auf einer ähnlichen Ebene angesiedelt wie meinen Wunsch, keine kurzen Hosen mehr tragen zu müssen, oder von Ranzen auf Aktentasche umzusteigen. Das waren nämlich Schritte, erwachsener zu werden/(wirken?). Ziemlich kindlich, wie ich finde :)
Dem heutigen Pubertierenden unterstelle ich, daß er ähnlich verschrobene Gedankengänge hegt. Die Pubertierenden in meiner Umgebung bestätigen die Berechtigung der Unterstellung. Und letztens habe ich mal wieder frau-tv geguckt (Ja, selbst davor schrecke ich nicht zurück ;) ), wo sie aus neurologischer Warte die Instabilität des pubertierenden Bregens beleuchteten. Das stützt meinen Ansatz zusätzlich.
Daß eure Generation mit negativ gefärbten 'Grundweisheiten' vollgelogen wurde/wird, habe ich ja schon mal beklagt, aber es gibt noch eine weitere Erschwernisse, durch die ihr euch wühlen müßt. Ätzenderweise handelt es sich um systemisch fest verankerte Hürden. Eine davon betrifft den Tabubruch. Gehörte ich zu einer Jugend, die vor lauter zu brechenden Tabus gar nicht wußte, wo sie anfangen sollte, war es den Jüngeren bereits schon nicht mehr so leicht möglich. Daß meine Tabubrüche überhaupt als solche wahrgenommen wurden, verdanke ich allerdings dem Umstand, daß ich auf dem rückständigen platten Lande groß wurde, in der tiefsten Provinz. In urbaner Umgebung wäre ich als Tabubrecher wahrscheinlich ne Lachnummer gewesen.
Doch beim Tabubrechen habe ich allerhand über mich und meine Mitmenschen gelernt, was ich durchaus zum weitergebenswerten Schatz des tradierten Wissens zählen würde. Doch ich weiß halt aus Erfahrung auch, daß es Fehler gibt, die man gemacht haben muß, um sie als solche zu erkennen und zu verstehen. Auch daß es Gefühle gibt, die man gefühlt haben sollte, um sie zu begreifen. Doch gibt es keinen allgemein formulierbaren Kanon dieser Fehler oder Gefühle, da die Verschiedenheit der Menschen hier nahezu jegliche Verallgemeinerung zurückweist.
Andererseits führen Überlegungen wie diese zu anderen Ergebnissen: "Muß jeder Mensch einen anderen mit eigenen Händen getötet haben, um ein Urteil über das Töten von Menschen fällen zu können?", "Muß man einem anderen die Nase gebrochen haben, um ihn dazu zu bringen, 2x2=5 als richtig anzuerkennen?", "Muß der Nasenzerschlagene einen Schwächeren gefunden haben, um seine Erfahrung weiterzugeben?"
Wer das nicht erlebt hat, darf nicht mitdiskutieren?
Hier sehe ich gute Gründe, warum ausschließlich selbst gemachte Erfahrung kein Allheilmittel ist. Dennoch führen zu wenig gemachte Erfahrungen eben auch zu eingeschränkter Wahrnehmung, was dann den Weg dafür freimacht, mal in gänzlich ungeahnte Irren&Wirrnisse zu geraten.
Man nehme sich mal unsere Demokratie&Freiheit als dominante Worthülsen zur Brust. Wer das cool findet, so völlig unreflektiert, der steht dann auch auf die Zerbombung von Libyen oder die Besatzung Afghanistans, wobei die libysche Schandtat 'der Weltgemeinschaft' dem britischen Rösler die Gelegenheit verschafft, ein halbes Prozent (BIP)Wachstum für das erste Quartal zu verkünden, da die weggeschmissenen Bomben zu Einnahmen der entsprechenden Industrie führen.
Ich finde das widerlich und ekelerregend und bedaure sehr, daß ich noch etliche dieser Schandflecken auf dem Gewand der Moderne aufzählen könnte.
Deswegen halte ich es für angemessen, daß wir uns jedenfalls innerhalb unserer Reichweite darum bemühen, daß die Grundregeln zur Anwendung kommen. Daß die Gemeindeparlamente, die Vereinsgremien und die Vorstandsbüros allesamt von ununterbrochenem Regelbruch durchseucht sind, was mit einem "der Mensch ist halt so" abgetan wird, läßt mich nämlich vermuten, daß wir uns inmitten der so gefürchteten Anarchie befinden, die ja das ultimative Schreckgespenst für jedermann darstellt.
Aber wir sind nicht in Richtung der positiv utopischen Variante unterwegs, wir pflügen durch die stinkenden Moraste der dystopischen Version.
Und die wird dann noch vehement verteidigt. Wie grandios bizarr.
Das ist die Zerschlagung, die ich liefern kann, @Ffreak, und zu der gibt es gratis noch einen kleinen Methodenvorschlag. Versucht bitte allerseits möglichst ohne Worthülsen zu argumentieren. Wer sagen möchte "Hartz4 ist freiwillig." möge die Begriffe Hartz4 oder direkte Synonyme vermeiden, um eine Umschreibung zu verwenden. Selbst so althergebrachte Begriffe wie 'freiwillig' sind bereits kontaminiert. Oder "Keine Leistung ohne Gegenleistung." wird ohne die Worte Leistung/Gegenleistung zu anderen Ergebnissen führen, als diese knackige Parole es als singuläres Phänomen vermag.
Was jetzt konkrete Vorschläge zum BGE betrifft, so biete ich meine Bereitschaft an, auch über Reformismus soft&light konstruktiv nachzudenken.
Wie wärs z.b. mit: Finanzierung über die dann nicht mehr notwendigen Sozialleistungen (aber beibehaltung der noch notwendigen) + Erbschaftssteuer + Tobinsteuer z.b?Hier sehe ich die grundsätzliche Problematik, daß inzwischen Eigentumsanhäufungen stattgefunden haben, die sich hinter der "Das ist ja die reine Enteignung" verstecken, wobei unsere Grundregeln eigentlich genau zu dem Zweck designed wurden, eben solcherlei Schritte gehen zu können.
Wenn nicht eine Rückbesinnung auf unsere Grundregeln stattfindet, muß der Karren wohl erst an der Wand zerschellen.
Allerdings haben wir im Gegensatz zum englischsprachigen Teil der Welt mehr semantische Möglichkeiten, um unserer eingebauten Borg-Komponente auf die Beine zu helfen. "Let's talk about enhancement of community." schlägt ein weiser Anglophoner vor. "Oh no, stop! That's really communism!" erwidert der Bremser.
Die haben nur community, company und society zur Verfügung, wenn es um soziologischen und/oder politischen Kontext geht. Man schaue sich mal in Ruhe die entsprechenden Seiten bei dict.leo.org an. Daß es zu Kuddelmuddel kommen muß, wenn über diese Sprachgrenzen hinweg diskutiert wird, dürfte auf der Hand liegen.
Am Lustigsten finde ich, daß 'gemeinschaft' im soziologischen Kontext das englische Wort bildet. Da sehe ich meine These der babylonischen Sprachverwirrung ziemlich gestützt.
In der Soziologie wird Gemeinschaft und Gesellschaft streng getrennt.
Eine Gemeinschaft besteht aus Mitgliedern, die idealtypischerweise in (gemeinschaftlicher) Zusammenarbeit einem (gemeinsamen) Ziel näher kommen möchte.
Eine Gesellschaft besteht nur aus einzelnen Individuen, deren 'Zusammenhalt' von der Bindungskraft von Verträgen gebildet wird, die ihre Macht wiederum aus der Angst vor Strafe bei Vetragsbruch generieren.
Der qualitative Unterschied springt mich geradezu an. Mich aus Kostengründen oder aus Ideenlosigkeit mit der schlechteren Variante zufrieden zu geben, fällt mir weder als Egoist noch als Altruist ein. Da seien die Reste meiner Menschlichkeit davor.
Zeitgeist
19.06.2011, 16:02
Nein, das BGE wird über nichts legitimiert weil es, so der Name ja, bedingungslos ist. Man muss keine Leistung erbracht haben um Anspruch auf diesen Betrag zu haben - ähnlich wie auch, wie Zeitgeist sagt, deine Schulbildung von der Gesellschaft finanziert wurde ohne, dass du bis zu diesem Zeitpunkt irgendwas geleiestet hättest. Der Kindergarten wird in der Regel ebenfalls vom Staat mitfinanziert doch sind mir keine 5-jährigen Kinder bekannt, die sich dies verdient hätten. Das du zur Schule gegangen bist und zuvor vielleicht zum Kindergarten, nun - das nennt sich Solidarität.
Mir persönlich sind bislang noch keine dieser ominösen Sozialschmarotzer über den Weg gelaufen und wer sich schonmal mit HIV durchschlagen durfte wird recht schnell merken, dass das kein sonderlich angenehmer Lebensstil ist. Und wenn es ums Schmarotzen geht so würde ich mich nicht so sehr über die HIV'ler aufregen, natürlich gibt es dort welche. Nur wenn ich mich recht errinner, so sind 354€ im Monat kaum spätrömisch dekadent und es waren auch nicht die HIV'ler welche die Finanzkriese losgetreten haben - nur sind es komischerweise die Kleinverdiener welche nun am stärksten in die Verantwortung dafür genommen werden. Ernsthaft: wer sich über arbeitsfaule HIV'ler aufregt sollte mit noch mehr Èlan gegen steuerfaule Gutverdiener wettern. Der Umstand, dass 10% der Bevölkerung in Deutschland über 61% des Gesamtvermögens verfügen und die restlichen 90% der Bevölkerung mit 49% vorlieb nehmen müssen - darin sehe ich eine Belastung für den Staat, nicht in ca. 750€ die ein HIV'ler monatlich an Leistungen erhält.
Quelle für die Zahlen: Vermögensverteilung in Deutschland (http://www.bpb.de/wissen/U4CJQA,0,Verm%F6gensverteilung.html)
Das Problem dieses Landes ist nicht, dass kein Geld vorhanden ist und dass Arbeitslose so eine unglaubliche Belastung darstellen, sondern, dass der Großteil des Vermögens auf eine Minderheit konzentriert ist. Das BGE könnte ein erster Schritt sein diese Kluft etwas zu schließen, indem jeder Mensch anteilig am allgemeinen Wohlstand des Landes Anschluss hat.
Dazu auch hier: Inside Steuerfahndung (http://www.spiegelfechter.com/wordpress/6227/rezension-inside-steuerfahndung). Nur das ich sie nicht als "steuerfaul" bezeichnen würde, weil das klingt schon wieder so nach Bagatelle. Das sind kriminelle Sozialschmarotzer.
Die ungleiche Verteilung macht sich ja auch an dem was ich oben schon geschrieben habe deutlich. Also ich bin ja schwer dafür das BGE ans BIP zu koppeln. Schaut man sich das mal an, dann kommt man wie gesagt auf etwas mehr als 10.000 Euro pro Monat pro deutschem Lohnarbeiter. Jetzt kann sich jeder mal seine Lohn- oder Gehaltsabrechnung anschauen. Alles was euch zu den 10k Schnitt fehlt, fließt bei jemand anderem auf der Haben-Seite ein...
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