Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wandel der Gesellschaft - mehr "freie" Marktwirtschaft ?
Guten Tag,
ich möchte eine kleine Diskussion über unsere Gesellschaft und Wirtschaft starten. Ich bin Schüler und sehe mich direkt mit vielen Problemen der heutigen Welt konfrontiert: Schulsystem, meine Rolle in der Gesellschaft und die Anderen in diesem Nest. Ich ging und gehe nicht gerne zur Schule, es hat etwas unindividualistisches, das praktische Abrichten für die Arbeitswelt. Auch die unrationale Verteilung der Noten ist eher Lotterie, der hämische Gesichtsausdruck erinnert schmerzlich daran, dass Lehrer doch nur Mensch ist. Die Mitschüler trauen sich nicht über Emotionen zu reden, verschleiern ihre Person und befürchten, dass ihre Schwächen gesichtet werden. Auch ich bleibe mitten drin, damit ich nicht außen stehen muss. Denn Leistung ist alles was zählt, für Schwächen ist in dieser Welt kein Platz. Dazu kommen noch die Probleme der heutigen Generation, die wir zu lösen wissen müssen.
Auch unsere Wirtschaft hat sich in den Jahren geändert, Richtung Amerika und ihrer scheinbar freien Wirtschaft. Leiharbeit wird immer populärer und wir entfernen uns vom statischen alten Betrieb. Dann muss man sich natürlich fragen warum das Volk dies möchte, unsere Volksherrschaft. Die Amis schauen nach Europa und finden doch irgendwie unser System besser, wir entwickeln uns aber ungewollt in deren Richtung.
Es ist logisch, dass sich viele der Jugendlichen dieser Herausforderung nicht gewachsen sehen und dehalb alles auf "relativ" stellen.
"Was wir auch in der einen Hand haben mögen, in der andern haben wir gewiß immer ein Buch" -(Menzel 1828).
Was denkt ihr ist die Zukunft des Landes der Dichter und Denker ? Welche Möglichkeiten und Alternativen haben wir ? Treffen die Aussagen von Menzel überhaupt noch auf uns zu ?
Kay Saul
06.04.2011, 19:14
Irgendwann geht wohl alles zugrunde.
Unser Wirtschaftssystem ist einfach auf immer mehr Steigerung ausgelegt, immer mehr kann es aber nicht geben, aufgrund von begrenztem Platz und Ressourcen.
ich bin sicher kein "Ökofuzzi" aber das leuchtet sogar mir ein.
Guten Tag,
Was denkt ihr ist die Zukunft des Landes der Dichter und Denker ? Welche Möglichkeiten und Alternativen haben wir ? Treffen die Aussagen von Menzel überhaupt noch auf uns zu ?
Den Staat stürzen und alle Bürokraten köpfen.
Dann muss man sich natürlich fragen warum das Volk dies möchte, unsere Volksherrschaft. Die Amis schauen nach Europa und finden doch irgendwie unser System besser, wir entwickeln uns aber ungewollt in deren Richtung.Wer will es? Wer will es nicht?
Daß wir uns zunehmend amerikanisieren, ist ein nicht abzustreitendes Faktum. Allerdings findet es nicht als bewußt erlebte Amerikanisierung statt, wie es in der ersten Hälfte der republikanischen Geschichte eher der Fall war. Immerhin waren das ja 'unsere Befreier' und 'sie erhielten uns den Frieden', was für eine positive Grundstimmung sorgte.
Dann gab es massenhaftes geradezu überwältigendes Super-Feedback von den ganzen Auswanderern, die noch verwandtschaftlich verbandelt blieben, und dazu den ganzen technischen Schnickschnack, die Pille gegen egal-was und das lauteste Horn, das von Freiheit und unbegrenzten Möglichkeiten trötete. AmerikaFanboys unterschiedlichster Intensität gab es deswegen zu Hauf.
Doch in den 70ern häufte sich die Kritik am außenpolitischen Gebaren Uncle Sams. Nicht nur Vietnam geriet in den Fokus, sondern auch das süd- und mittelamerikanische Engagement der selbsternannten Weltpolizei zeigte zu eklatante Parallelen mit dem Kolonialismus der Feudalzeit und historischen Vorbildern für Stellvertreterkriege.
Doch derlei Kritik wurde hier propagandistisch weggebügelt. So wie man heute den Linken mit der schlichten Unterstellung, sie würde als SED-Nachfolgeorganisation eine DDR-reloaded erzeugen und sich ein neues Wandlitz bauen, jegliche Kommunikation verweigert, wurde man damals als 'Antiamerikanist' (und später im Zusammenhang mit dem Nato-Doppelbeschluß sogar als 'Pazifist') beschimpft.
In der zweiten Hälfte der Republik endet zwar der kalte Krieg und die ehemaligen Gegner finden zusammen, aber die bundesdeutsche Souveränität bleibt nach wie vor ungeklärt.
Vertragswerke, die mit historischen Grundregeln kollidieren, werden als formaler Ersatz angeboten... und von unseren 'Volksvertretern' auch akzeptiert. Das 'Warum' dahinter bleibt völlig ungeklärt.
Was denkt ihr ist die Zukunft des Landes der Dichter und Denker ? Welche Möglichkeiten und Alternativen haben wir ? Treffen die Aussagen von Menzel überhaupt noch auf uns zu ? Das sieht nicht besser oder schlechter aus als bei den Amis oder anderen ihrer Vasallenvölkern (Korea, Japan, Kanada usw).
SNAFU
Möglichkeiten und Alternativen hätten wir massenhaft.
Wer war Menzel? ;)
Trollchen
06.04.2011, 20:24
Dazu kommen noch die Probleme der heutigen Generation, die wir zu lösen wissen müssen.
Ach was, als ob die Generationen vor uns irgendwelche Probleme gelöst und nicht mitverursacht hätten - man sollte sich nicht wichtiger nehmen, als es angebracht ist. Keiner von uns hinterlässt eine über sein unmittelbares Umfeld hinausgehende merkliche Lücke. Man ist nur einer von Milliarden.
Versuch aus der Schule mitzunehmen, was geht - soviel Freiraum wirste später nimmer ohne weiteres haben (auch wenn Kindergarten und die Zeit davor noch schöner gewesen sein mögen, was nachfolgt ist jedenfalls auch nicht entspannter), ansonsten versuch so zu leben, dass du mit dir zufrieden sein kannst, dann haste schon viel erreicht (und wenn da dann dazu gehört, dass man auch gegen Widerstände mal gegen den Strom schwimmt, über Emotionen redet oder sonst was tut, versuch dich halt dran - nur den Kopf einrennen muß man sich ja dann nicht unbedingt, aber auch solche Grenzen wollen erst mal ausgelootet werden).
xfq_A8nXMsQ
Baz Luhrmann Lyrics - Everybody's Free (To wear sunscreen (http://en.wikipedia.org/wiki/Wear_Sunscreen)) :cool:
Ladies and Gentlemen of the class of ’99
If I could offer you only one tip for the future, sunscreen would be
it. The long term benefits of sunscreen have been proved by
scientists whereas the rest of my advice has no basis more reliable
than my own meandering experience…
I will dispense this advice now.
Enjoy the power and beauty of your youth; oh nevermind; you will not
understand the power and beauty of your youth until they have faded.
But trust me, in 20 years you’ll look back at photos of yourself and
recall in a way you can’t grasp now how much possibility lay before
you and how fabulous you really looked….
You’re not as fat as you imagine.
Don’t worry about the future; or worry, but know that worrying is as
effective as trying to solve an algebra equation by chewing bubblegum.
The real troubles in your life are apt to be things that never crossed your worried mind;
the kind that blindside you at 4pm on some idle Tuesday.
Do one thing everyday that scares you :nod:
Sing
Don’t be reckless with other people’s hearts, don’t put up with
people who are reckless with yours.
Floss
Don’t waste your time on jealousy; sometimes you’re ahead, sometimes
you’re behind…the race is long, and in the end, it’s only with
yourself.
Remember the compliments you receive, forget the insults; if you
succeed in doing this, tell me how. :p
Keep your old love letters, throw away your old bank statements. Stretch
Don’t feel guilty if you don’t know what you want to do with your
life…
the most interesting people I know didn’t know at 22 what they
wanted to do with their lives, some of the most interesting 40 year
olds I know still don’t.
Get plenty of calcium. Be kind to your knees, you’ll miss them when they’re gone.
Maybe you’ll marry, maybe you won’t, maybe you’ll have children, maybe
you won’t, maybe you’ll divorce at 40, maybe you’ll dance the funky
chicken on your 75th wedding anniversary… what ever you do, don’t
congratulate yourself too much or berate yourself either – your
choices are half chance, so are everybody else’s.
Enjoy your body,
use it every way you can…don’t be afraid of it, or what other people
think of it, it’s the greatest instrument you’ll ever own..
Dance… even if you have nowhere to do it but in your own living room.
Read the directions, even if you don’t follow them.
Do NOT read beauty magazines, they will only make you feel ugly. :D
Get to know your parents, you never know when they’ll be gone for
good. Be nice to your siblings; they are the best link to your past and the
people most likely to stick with you in the future.
Understand that friends come and go, but for the precious few you should hold on.
Work hard to bridge the gaps in geography and lifestyle
because the older you get, the more you need the people you knew when you were young.
Live in New York City once, but leave before it makes you hard; live
in Northern California once, but leave before it makes you soft. Travel.
Accept certain inalienable truths, prices will rise, politicians will
philander, you too will get old, and when you do you’ll fantasize
that when you were young prices were reasonable, politicians were
noble and children respected their elders.
Respect your elders. Don’t expect anyone else to support you.
Maybe you have a trust fund, maybe you have a wealthy spouse;
but you never know when either one might run out.
Don’t mess too much with your hair, or by the time you're 40, it will
look 85. Be careful whose advice you buy, but, be patient with those who
supply it. Advice is a form of nostalgia, dispensing it is a way of
fishing the past from the disposal, wiping it off, painting over the
ugly parts and recycling it for more than it’s worth. But trust me on the sunscreen…
Quelle (http://www.lyricscrawler.com/song/3953.html)
Holy Duck
06.04.2011, 20:26
Schulsystem, meine Rolle in der Gesellschaft und die Anderen in diesem Nest. Ich ging und gehe nicht gerne zur Schule, es hat etwas unindividualistisches, das praktische Abrichten für die Arbeitswelt. Auch die unrationale Verteilung der Noten ist eher Lotterie, der hämische Gesichtsausdruck erinnert schmerzlich daran, dass Lehrer doch nur Mensch ist. Die Mitschüler trauen sich nicht über Emotionen zu reden, verschleiern ihre Person und befürchten, dass ihre Schwächen gesichtet werden. Auch ich bleibe mitten drin, damit ich nicht außen stehen muss. Denn Leistung ist alles was zählt, für Schwächen ist in dieser Welt kein Platz. Dazu kommen noch die Probleme der heutigen Generation, die wir zu lösen wissen müssen.
Das sind auch Sachen die mich gerade nerven. Vor meinem Abi wurde mir von Personen eingeredet, die wirklich Einfluss auf mich hatten, dass ich ohne Abi beinahe nichts erreichen werde. Bildung ist der einzige Weg zu irgendetwas. Jetzt bin ich mittendrin, mehr als Enttäuscht von meiner lächerlichen Schule und dem zugehörigem Lehrkörper und darf dabei zusehen wie meine Kumpels in der Ausbildung sich alle Türen öffnen für das Studium, Führerschein, der Weg in die eigene Wohnung, etc. Ausserdem sitze ich genau im letzten Jahr des G9-Quatsches drin und darf mich wohl später mit jedem Deppen um einen Platz in der Welt prügeln.
Das Schulsystem ist scheiße und die Lehrer die ich momentan erleben darf auch. Mein einziger Wunsch ist es, dass hier mal was getan wird. Ich habe einen Lehrer bei dem ich gut stehe und freiwillig in den Unterricht gehe, weil er verdammt gut unterrichtet und menschlich mehr als in Ordnung ist. Was mit dem Rest ist? Die sind senil, unausgebildet, teilweise selber Soziopathen und/oder vollkommen desinteressiert.
Trollchen
06.04.2011, 20:31
Man kann die Schule auch wechseln, klingt und ist auch erst mal ungemütlich, aber kann auch ungemein förderlich sein
Es ist logisch, dass sich viele der Jugendlichen dieser Herausforderung nicht gewachsen sehen und dehalb alles auf "relativ" stellen.
Früher war alles besser. :cheers:
Ernsthaft: ich glaube die Marktwirschaft kann gar nicht mehr viel "freier" werden ... mach einfach das Beste draus und was du für richtig hältst.
Die vernünftige Fragestellung des Themenerstellers reizt mich zu ein paar Anregungen, die auch etwas karikiert sind und provozieren. Die prekäre Lage, in der sich soziale Schichten befinden, dein "Abrichten für die Arbeitswelt" und die Nennung Amerikas als weltpolitisch lenkendes und gleichzeitig [aber nur] ausführendes Organ sind lediglich die Spitze des Eisbergs. Das Mit-dem-Strom-Schwimmen war schon immer eine bequeme Sache, allerdings war in vergangenen Gesellschaften das klarer auszumachende Feindbild von Vorteil, auch weil wir es nicht mehr nur mit regionalen Problemen zu tun haben. Vielleicht wird Deutschland im Sinne Menzels wiedererwachen müssen um etwas bewirken zu können, aber ich glaube nicht [mehr] daran... Die gesellschaftliche und religiöse Entwicklung steht seit über einem halben Jahrhundert still. Allerdings ist [soziale] Marktwirtschaft gewiß nicht der Weisheit letzter Schluß - gerade weil in einer [pseudo]demokratischen Gesellschaftsordnung nur die Vernunft Individuen aus Minderheiten Chancen einräumt, ansonsten regiert und unterdrückt der Mehrheitswille. Blickt man hinter die Kulissen sieht es noch viel düsterer aus, was den Einfluß der Volksmehrheit betrifft. Unsere globalisierte Weltgesellschaft braucht einen Quantensprung - primär in Sachen bürgerliche Freiheiten, sekundär in Sachen Wirtschaftssystem, grundsätzlich aber bei Moral und Ethik - der wohl nur durch eine (vielleicht bevorstehende) epochale Krise veranlaßt werden kann. Bei der Gelegenheit müßten die Ursachen der Krise beseitigt werden. Aufgabe unserer Generationen wird es sein Trends der Marktliberalisierung und Medienbeeinflussung aufzuhalten, eventuell umzukehren und vielleicht kulturelle Eigenarten zu bewahren.
Spätestens seit Churchill verhindert die internationale Politik eine deutsche Eigenständigkeit und hat durch politische Maßnahmen erfolgreich die deutsche Sonderstellung aufgelöst. Die Siegermächte diktier[t]en die Geschichte und die Zukunft. Die Besatzungstruppen sind immer noch im Land und niemand stört sich mehr daran - auch nicht daran, daß wir keine gesamtdeutsche Verfassung schaffen durften. Deutsches Know How, Wissenschaft und Technik, etc. sind nicht mehr führend zu nennen, auch wenn das bei uns oftmals beweihräuchernd behauptet wird. Die Volksökonomie ist unfrei und abhängig verschuldet im monetären System der Anderen. Die Produktion legt keinen Wert mehr auf Qualität, sondern auf Quantität auf Kosten sozialer Schichten und der Umwelt. Natürlicher Nationalstolz, sei es im politischen, philosophischen oder im privaten Feld, wurde durch die Erziehung der letzten Generationen erfolgreich ausgerottet und in Masochismus umgewandelt. Durch vorgestrige Schuldgefühle geißelt sich der Deutsche nun selbst. Das politische Gleichgewicht hängt schief und der moderne Deutsche zerstört mittlerweile aus sich selbst heraus seine eigene Kultur und Identität, hin zu einer verwaschenen, anglisierten Multikulti-Gesellschaft. Das bezieht sich nicht nur auf - in anderen Nationen völlig normale - rechtsnationale Strömungen, sondern genauso gut auf linke - oder besser gesagt antisozialistische Tendenzen. Immerhin kamen auch hervorragende kommunistische Vordenker aus Deutschland, die zweifellos keine Unrechtsgesellschaft anstrebten. Freie Meinungsäußerungen, Gedankenaustausch und Organisationen werden medial unterdrückt. Man muß in diesem Zusammenhang immer wieder betonen, daß derlei Gedankentum jederzeit sofort durch Totschlagargumente in die Extremismusecke gedrängt wird, wie es genauso stets mit der Antisemitismus-Thematik geschieht. Bezüglich der auschließlichen Entfaltung der politischen Mitte sei auch bedacht, daß rückblickend dabei freilich nicht alle Veränderungen grundsätzlich als falsch zu bewerten sind - jedoch ist das für die meisten anderen Nationen in Bezug auf Kultur, Tradition und Politik eher untypisch - und somit zu hinterfragen. In den jüngeren Generationen keimt zwar in letzter Zeit ein dem Nationalstolz ähnliches Gefühl auf, beschränkt sich aber scheinbar auf sportliche Großveranstaltungen.
Der Deutsche ist gutgläubig, unkritisch, konsumorientiert und agiert uneigenständig und propagandahörig (bestes Beispiel KTzG). Undifferenziertes Schwarz-Weiß-Denken wird gefördert und macht uns anfällig gegenüber Manipulationen durch die Massenmedien. Die Bedeutung des Internets wächst gewaltig, doch selbst im [privaten] Wikipedia darf nicht alles wahrheitsgetreu geschrieben stehen... Das Scheitern der Internetsperren in der BRD ist ein aktueller Erfolg. Aber Deutschlands Politik ist unsouverän und vollkommen fremdgesteuert. Interessant und bemerkenswert war das wahltechnische Zuckerbrot-Angebot zum anhaltenden Libyenkrieg und der vermeintlichen deutschen Enthaltung bei der Libyenfrage (wenngleich mit unlogischer Begründung im gleichen Atemzug unsere Kriegsbeteiligung an anderer Stelle erweitert anstatt verringert wurde, obwohl dies gegen den mehrheitlichen Willen des Volkes geschieht - und die Organisation des Libyenkriegs aus der Hauptleitstelle Stuttgart erfolgt). Hinsichtlich innereuropäischer Entspannung und Frieden ist die EU eine internationale Glanzleitung mit deutscher Beteiligung. Ich fürchte aber in Hinblick auf Bürgerrechte, kulturelle Identität und vor allem marktwirtschaftliche, volksökonomische und politische Unabhängigkeit die selbstzerstörerischen Kräfte der EU und die Tendenzen der Globalisierung. Vor allem fördert sie die unvernünftige, imperialistische Gewalt zugunsten ungeschränkten Marktflusses und großkapitalistischer Bereicherung. Eine deutsche Sonderrolle als souveräner Vermittler auf diplomatischem Parkett ist hingegen Illusion, denn man ist, auf Betreiben aller deutscher Volksparteien in den beiden letzten Dekaden an mehr als 3 Kriegen selbst als Kriegstreiber beteiligt [gewesen] und fügt sich hervorragend in seine internationale Rolle. Medial umformuliert waren wir selbstverständlich immer an Friedensaktivitäten beteiligt, weshalb sich auch des Volkes Kritik erübrigt. [zum Vertiefen ein Beispiel deutscher Dominanz in der Afrikapolitik, Stichwort Coltan; oder allgemein: Waffenproduktion, Resourcenbeschaffung, Marktkontrolle, Entwicklungshilfe (http://www.gfbv.it/3dossier/ind-voelker/0608report-de.html#r10)]
Das Volk unterhält sich zunehmend mit aus Hollywood stammender Kunst für den Mehrheitsgeschmack. Das Niveau der Medienlandschaft führt zu einer Art Gehirnverflachung, vom Sprachverfall ganz zu schweigen. Die Vielfalt der weltweiten Kunstszene/n nimmt ebenfalls ab und freie, alternative Kunst wird unterdrückt. Als Beispiel könnte man die britische Acid-House- und Rave-Szene und Begleiterscheinungen, oder die stilbildende detroiter Musik- und Clubszene nennen, die [wohlgemerkt] in der Vergangenheit die Entwicklung u. a. der elektronischen Musik prägte (Vorbild bspw. Kraftwerk). Interessant ist hierbei, daß in Frankreich und Deutschland Freiheiten bis jetzt erhalten blieben und sich eine starke Szene entwickelte. Gerade durch das Multikulti-Flair entstand in Berlin eine letzte Bastion vor der Assimilation durch den Mehrheitsgeschmack, die viele internationale Künstler anzieht. Nach Innovationen aus Amerika muß man jedoch mittlerweile suchen. Der amerikanische Jugendliche vergnügt sich vermutlich allgemein zu kommerzieller Pop-/ Rock- und Black-Music in überteuerten Discotheken und schwärmt sogar von Eurodance-Trash, der bei uns vor 15, 20 Jahren aktuell war - Rednex, Barbie Girl, ...
Ankh Mhutin
07.04.2011, 09:28
Dazu kommen noch die Probleme der heutigen Generation, die wir zu lösen wissen müssen.
Welche wären denn das?
Es ist logisch, dass sich viele der Jugendlichen dieser Herausforderung nicht gewachsen sehen und dehalb alles auf "relativ" stellen.
Das ist ja nicht per se schlecht. Das gilt sogar für unser Wirtschaftssystem: "Wenn ich diesen Auftrag/Kunden/wasimmer nicht bekomme, dann nehme ich halt jenen".
Irgendwann geht wohl alles zugrunde.
"Denn alles was entsteht [...]" - Wenn wir schon bei Dichtern und Denkern waren.
Unser Wirtschaftssystem ist einfach auf immer mehr Steigerung ausgelegt, immer mehr kann es aber nicht geben, aufgrund von begrenztem Platz und Ressourcen.
ich bin sicher kein "Ökofuzzi" aber das leuchtet sogar mir ein.
Doch, es kann immer mehr geben. Achilles z.B. kam auch immer, immer näher an die Schildkröte heran, ohne sie zu überholen. Es ist alles eine Frage der Skala.
Davon abgesehen muß das "mehr" sich ja nicht auf produzierte Hardware beziehen. "Mehr" könnte ja zumindest theoretisch auch heißen: "mehr Freizeit für den Arbeiter/Angestellten", "mehr Gesundheit für alle", "mehr Kunst", "mehr Miteinander", "mehr Ruhe" usw. usf. - wovon immer man eben gerne mehr hätte. Das eigentliche Problem ist in meinen Augen eher, daß so viele Menschen nur noch mit "professionellen Scheuklappen" durch das Leben gehen: "Wenn man einen Hammer hat, sieht jedes Problem wie ein Nagel aus" - davion könnten McKinsey sicherlich ein Lied singen, wenn es ihnen bewußt wäre. ;)
Vor meinem Abi wurde mir von Personen eingeredet, die wirklich Einfluss auf mich hatten, dass ich ohne Abi beinahe nichts erreichen werde. Jetzt bin ich mittendrin, mehr als Enttäuscht von meiner lächerlichen Schule und dem zugehörigem Lehrkörper und darf dabei zusehen wie meine Kumpels in der Ausbildung sich alle Türen öffnen für das Studium, Führerschein, der Weg in die eigene Wohnung, etc.
Naja, so rigoros mag das nicht stimmen, Aber ein (gutes) Abitur ist oft genug zumindest ein sehr starkes Argument. Und darum geht es ja auch oft genug: andere Menschen von etwas zu überzeugen, was einem selbst gut tut; z.B. davon, einen selbst gegen ein ordentliches Gehalt anzustellen. ;)
Was Deine Kumpels betrifft: die kümmern sich sicherlich selbst darum. Wenn Du im Abi nicht zufrieden bist - Du bist schon groß, such Dir was anderes! Es wird Dir eben nur höchstwahrscheinlich niemand auf dem Silbertablett servieren. Im Übrigen: auch das Abi serviert niemand auf dem Silbertablett.
Ernsthaft: ich glaube die Marktwirschaft kann gar nicht mehr viel "freier" werden ...
Naja, alle freien Systeme dürften die große Schwäche haben, daß auch die Vertreter der Unfreiheit darin Freiheit genießen. Es ist eben leichter, einen freien markt durch ein monopol abzulösen, als umgekehrt - genauso, wie es leichter ist, eine Demokratie durch eine Diktatur abzulösen, als umgekehrt. ;)
Holy Duck
07.04.2011, 16:07
Naja, so rigoros mag das nicht stimmen, Aber ein (gutes) Abitur ist oft genug zumindest ein sehr starkes Argument. Und darum geht es ja auch oft genug: andere Menschen von etwas zu überzeugen, was einem selbst gut tut; z.B. davon, einen selbst gegen ein ordentliches Gehalt anzustellen. ;)
Was Deine Kumpels betrifft: die kümmern sich sicherlich selbst darum. Wenn Du im Abi nicht zufrieden bist - Du bist schon groß, such Dir was anderes! Es wird Dir eben nur höchstwahrscheinlich niemand auf dem Silbertablett servieren. Im Übrigen: auch das Abi serviert niemand auf dem Silbertablett.
Ansich mache ich mein Abi ja eigentlich gerne da ich weiß was ich davon habe, aber ich habe es mir halt anders vorgestellt. Ich könnte jetzt hier und da irgendwelche Lehrer versuchen zu beschreiben, dass würde aber kaum was ändern. Die Sache ist einfach die:
Sogesehen habe ich einen Rückschritt gemacht wenn man sich meine "Lernkurve" anschaut. Natürlich liegt dies auch an mir, bin ja kein 1er Schüler, aber ich bin mir doch Recht sicher dass das Niveau auf dem Gym hier ziemlich gesunken ist im Vergleich zu der wirklich guten Realschule die wir hier hatten. Und das nervt mich irgendwie. Da denke ich mir "Wieso bin ich hier eigentlich? Pure Zeitverschwendung .."
Beispiel: Wir lesen in English eine Lektüre. Aufgabe für die Stunde sah folgendermaßen aus:
Jeder Schüler kriegt 3 Seiten zugeteilt die er sich durchlesen muss und anschließend sollen aus diesen 3 Seiten alle adjektive gesammelt werden.
Es lief darauf hinaus, dass alle Adjektive der Lektüre (ausser natürlich die doppelten) in der nächsten Stunde an der Tafel gesammelt wurden. Und zwar wirklich jedes . Im Grund hab ich da ja nichts gegen, aber ich wäre ehrlich gesagt lieber in diesen verschwendeten 90 Minuten irgendwo für Geld arbeiten gewesen. :coffee:
Im Endeffekt zählt das, was du auf dem Papier hast.
Ob du da nun Wörter gezählt hast oder was gelernt hast, interessiert nachher keinen. Deswegen kann ein 1,0er Abi bedeuten "kann lesen und schreiben" oder eben auch "Genie".
Aki Yoshikawa
08.04.2011, 17:04
Beispiel: Wir lesen in English eine Lektüre. Aufgabe für die Stunde sah folgendermaßen aus:
Jeder Schüler kriegt 3 Seiten zugeteilt die er sich durchlesen muss und anschließend sollen aus diesen 3 Seiten alle adjektive gesammelt werden.
Es lief darauf hinaus, dass alle Adjektive der Lektüre (ausser natürlich die doppelten) in der nächsten Stunde an der Tafel gesammelt wurden. Und zwar wirklich jedes . Im Grund hab ich da ja nichts gegen, aber ich wäre ehrlich gesagt lieber in diesen verschwendeten 90 Minuten irgendwo für Geld arbeiten gewesen. :coffee:
Bildung ist Eigenverantwortung, so ist mein Standpunkt. Weder die Lehrpläne der Schule noch die Lehrpläne der Universität haben mich sonderlich begeistern können. Jeder hat, so denke ich, im Kern bestimmte Fragen und Interessen die sein Leben mitbestimmten und denen er gerne nachgeht. Während meines Abiturs gab es manche Themen die mich persönlich sehr gereizt haben und denen ich über das Maß hinaus nachging - andere hingegen ignorierte ich soweit's ging. Wenn man lernen will, dann sollte man dies einfach tun: die Schule ist eine Möglichkeit auf interessante Fragen und Probleme zu stoßen - aber in der Regel keine sonderlich Gute. Das Problem ist eben, dass der Unterricht zuerst von einem Lehrplan gelenkt wird, auf denen weder Schüler noch Lehrer Einfluss haben, und danach von einem Lehrer. Die Schüler, um die es ja eigentlich gehen sollte, sind bloß passive Rezipienten. Durchaus idiotisch, aber doch leider eben Alltag: ich könnte jetzt wieder erzählen, dass ich ja ein riesen Fan der Reformpädagogik und freien Schulen bin, aber das nur am Rande.
Mein Punkt ist, dass die Schule nicht gleich Lernen ist. Es gibt ja den unglaublich dummen Satz, "Die Schule bereitet auf das Leben vor". Dieser Satz ist in vielen Köpfen Leitspruch, aber lässt auf ein ziemlich wirres Weltbild schließen. Wenn die Schule denn nämlich auf das Leben vorbereitet, was heißt dies denn im Umkehrschluss - lebt man etwa nicht schon während man zur Schule geht? Natürlich tut man das. Will man lernen so sollte man es einfach tuen anstatt zu erwarten, dass man es in der Schule präsentiert bekommt. Gerade in Zeiten von Internet ist es so unglaublich einfach sich zu bilden, sich mit Themen zu beschäftigen die einen interessieren völlig abseits des Schulalltags. Ein Punkt, weshalb ich es mir sehr wünschte, würde in Schulen das eigenverantwortliche Lernen viel mehr in den Mittelpunkt gerückt werden, denn dies ist eine Fähigkeit die ich oftmals vermisse - ich arbeite zwar noch nicht an Schulen, bekomme allerdings mehrmals die Woche Nachhilfeschüler vorgesetzt und eine Fähigkeit die rigoros fehlt ist, dass sie nicht in der Lage sind eigenständig zu lernen und eigenständig einer Frage nachzugehen sondern stets warten, dass man es zu ihnen trägt. Gerade in Zeiten des Internets ist es derartig leicht sich Antworten selber zu suchen doch dies schaffen viele einfach nicht; und das finde ich sehr bedauerlich.
Viele Schüler lernen es einfach nicht, zu lernen. Statt dessen verschwenden sie eben u.a. ihre Zeit damit Adjekte rauszuschreiben. Einer der größten Vorwürfe, welche ich der Schule mache ist, dass sie Eigenständigkeit und Eigeninteresse abbaut und allenvoran, dass sie ihren Schülern nicht beibringt eigenständig zu lernen. Es wird leider oftmals angenommen, dass man nur in der Schule oder nur mit Lehrer lernen kann. Dabei gibt es ein so schönes Wörtchen: Autodidakt.
;)
Der amerikanische Jugendliche vergnügt sich vermutlich allgemein zu kommerzieller Pop-/ Rock- und Black-Music in überteuerten Discotheken und schwärmt sogar von Eurodance-Trash, der bei uns vor 15, 20 Jahren aktuell war - Rednex, Barbie Girl, ...
Also ich mag Eurodance-Trash.
:D
M A S S I V
08.04.2011, 17:24
Sozialausgaben senken, Bildungsausgaben erhöhen. So einfach ist das ganze.
Es muss wieder das Leistungsprinzip gelten. Den Gutverdienern, die meist gute Leistung für ihr Geld bringen, wird mega viel Kohle abgeknöpft, um diese dann häufig faulen Arbeitslosen zu geben. Klar gibt es viele Arbeitslose, die arbeiten wollen. Trotzdem sind die Sozialleistungen des Staates zu hoch.
Ankh Mhutin
08.04.2011, 20:48
Sozialausgaben senken, [...] So einfach ist das ganze.
Ja, erwachsen werden ist gar nicht so leicht, wie man denkt, nicht?
Klar gibt es viele Arbeitslose, die arbeiten wollen. Trotzdem sind die Sozialleistungen des Staates zu hoch.
Vernünftig und nachvollziehbar argumentieren scheinbar auch nicht.
Trotzdem sind die Sozialleistungen des Staates zu hoch
auch wenns nicht vernünftig und nachvollziehbar argumentiert war, stimmen tuts
oder wie war das bei der 5€-harz-erhöhung, erst schreien harz erhöhen und dann feststellen das ne 4köpfige harzerfamilie am ende mehr geld übrig hatt als ne 4köpfige familie mit niedrigem bis mittlerem einkommen
Naja, so rigoros mag das nicht stimmen, Aber ein (gutes) Abitur ist oft genug zumindest ein sehr starkes Argument. Und darum geht es ja auch oft genug: andere Menschen von etwas zu überzeugen, was einem selbst gut tut; z.B. davon, einen selbst gegen ein ordentliches Gehalt anzustellen
was hat der punkt mit dem ordentlich gehalt mit abi zu tun? ich kann auch mit nem realschulabschluss bis zum ingeneur kommen, nur ist es dummerweise so das für ingeneursfachrichtungen erstmal praktische berufserfahrung benötigt wird um überhaupt so ein studium machen zu können (lass mal nen frischen abiturienten zb maschinenenbau oder werkzeugbau studieren, ohne entsprechende ausbildung und praktische erfahrung 0 chance, und blanke theoretiker sind in den 2 bsp-gebieten nicht gern gesehn)
so gesehn hat man beim abi 2 jahre wenn mans direkt macht bzw 3 jahre wenn man vorher realschule macht in den sand gesetzt
Aki Yoshikawa
08.04.2011, 22:20
oder wie war das bei der 5€-harz-erhöhung, erst schreien harz erhöhen und dann feststellen das ne 4köpfige harzerfamilie am ende mehr geld übrig hatt als ne 4köpfige familie mit niedrigem bis mittlerem einkommen
Und das könnte nicht daran liegen, dass die Löhne in vielen Berufen zu niedrig sind? Wer meint, dass H4-Empfänger frei nach Westerwelle "spätrömisch dekadent" leben musste noch nie von dieser Summe auf Dauer leben.
Ankh Mhutin
09.04.2011, 00:19
was hat der punkt mit dem ordentlich gehalt mit abi zu tun?
Wie ich schon schrieb: Das Abitur ist ein Argument. Natürlich kann man auch etwas werden, ohne irgendwas zu können. Karl-Theodor hat es bewiesen. Aber dieser Weg steht nicht jedem offen.
Sozialausgaben senken, Bildungsausgaben erhöhen. So einfach ist das ganze.
Finanzier mal dein komplettes Leben n paar Monate mit dem, was Dir Hartz IV zur Verfügung stellt.
Oder setz Dich wenigstens mal vernünftig mit der Materie auseinander.
Danach reden wir weiter.
Bladedancer
09.04.2011, 09:58
Sozialausgaben senken, Bildungsausgaben erhöhen. So einfach ist das ganze.
Es muss wieder das Leistungsprinzip gelten. Den Gutverdienern, die meist gute Leistung für ihr Geld bringen, wird mega viel Kohle abgeknöpft, um diese dann häufig faulen Arbeitslosen zu geben. Klar gibt es viele Arbeitslose, die arbeiten wollen. Trotzdem sind die Sozialleistungen des Staates zu hoch.
Vor allem sollte man die Sozialausgaben erstmal effizienter verteilen. Die Bundesrepublik gibt pro Jahr gut eine Billion Euro an Sozialausgaben aus.
http://bgekoeln.ning.com/profiles/blogs/schaeuble-eine-billion-euro-im
Ein bedingungsloses GE wäre also durchaus finanzierbar.
Ansonsten gilt eigentlich nur ein verfälschtes Leistungsprinzip. Du kannst dir als Bauarbeiter oder Krankenschwester den Arsch wund arbeiten und wirst trotzdem nie soviel verdienen wie manche Berufe halbtags.
Wie ich schon schrieb: Das Abitur ist ein Argument. Natürlich kann man auch etwas werden, ohne irgendwas zu können. Karl-Theodor hat es bewiesen.
soviel zu thema nachvollziehbar argumentieren
abi hilft als argument vll wenn ich lehrer oder irgendwas anderes theoretisches studieren will aber in der freien wirtschaft musst eben mehr kommen als nur theorie (nicht umsonst lässt sich das das meiste geld verdienen wenn mans richtig macht)
und zu gutenberg: auch der hat was gekonnt, je nach ausmaß des betrugs muss betrügen auch erstmal gekonnt sein um nicht sofort aufzufliegen und wenn nicht irgendwelche scheinheiligen politiker auf biegen und brechen was gesucht/gebraucht hätten um ihn abzusägen wärs auch weiterhin nich aufgeflogen
Aber dieser Weg steht nicht jedem offen.
jeder person stehn alle wege offen, man muss nur wissen wie man sie erreicht
Ansonsten gilt eigentlich nur ein verfälschtes Leistungsprinzip
was verstehst du darunter? das es berufe gibt die nach leistung bezahlt werden (zb die bauarbeiter) und berufe die nach qualifikation bezahlt werden (zb werkzeugmechaniker)
die unterscheidung ist durchaus gerechtfertigt
nen bauarbeiter kann ich daran messen wieviel meter straße er geteert hatt am tag oder wie weit er beim mauern vorangekommen ist, sicher muss es auch ordentlich gemacht werden aber da seh ich die probleme ehr beim material und nicht beim arbeiter, nicht umsonst sind die meisten schäden an straßen durch schlechteres material entstanden
versuch das mal bei nem werkzeugmechaniker, da ist nichts mit eile elíle, arbeiten im bereich von 0,01 oder 0,001 mm braucht einiges mehr an sorgfalt (+daraus resultierndem mehraufwand am zeit) und wissen wie man das an seiner maschien umsetzen muss um das zu erreichen, zumal das nicht nur ein teil ist sondern meist mehrere die in den oben genannte toleranzen zueinander passgenau sitzen müssen und da geht das eile eile-prinzip fast nur schief (kann ich dir aus erfahrung sogar bestätigen)
Ankh Mhutin
09.04.2011, 13:51
abi hilft als argument vll wenn ich lehrer oder irgendwas anderes theoretisches studieren will aber in der freien wirtschaft musst eben mehr kommen als nur theorie [...]
Also ich wurde selten nach Leistung gefragt, dafür aber umso häufiger nach "Mutizettelchen" aller Art. Inklusive Abiturzeugnis.
und zu gutenberg: auch der hat was gekonnt, je nach ausmaß des betrugs muss betrügen auch erstmal gekonnt sein um nicht sofort aufzufliegen [...]
Entschuldige bitte - aber daß er nicht sofort aufgeflogen ist, liegt einzig daran, daß die Prüfer die von Karl-Theo geklauten Texte nicht auswendig kannten. Und das Abschreiben selbst ist reines Grinden, um mal den Gamer-Jargon zu bemühen.
jeder person stehn alle wege offen, man muss nur wissen wie man sie erreicht
Bewahre Dir diese Illusion so lange wie möglich, sie macht vieles im Leben deutlich erträglicher!
jeder person stehn alle wege offen, man muss nur wissen wie man sie erreicht
Das bezweifle ich doch sehr stark.
Und selbst wenn, dann gilt das von Dir erwähnte "wie". Und da gibts massive Differenzen, von "wird alles in den Arsch geschoben" weil papi nunmal n fettes Unternehmen hat über "ist schwierig" bis hin zu "theoretisch möglich, aber erfordert extrem viel geduld, glück, und extreme Anstrengungen". Dazu kommt halt ggf noch der Faktor... errrm... nennen wirs mal "Talent" bzw ggf angeborene Voraussetzungen.
was verstehst du darunter? das es berufe gibt die nach leistung bezahlt werden (zb die bauarbeiter) und berufe die nach qualifikation bezahlt werden (zb werkzeugmechaniker)
die unterscheidung ist durchaus gerechtfertigt
Na, ob gewisse Berufe mehr leisten als andere?
Woran machst Dus fest? Körperliche/geistige Leistung? Verdienst für die Gesellschaft? Oder gar Skrupellosigkeit als Leistung?
Bitte konkretisieren!
nen bauarbeiter kann ich daran messen wieviel meter straße er geteert hatt am tag oder wie weit er beim mauern vorangekommen ist, sicher muss es auch ordentlich gemacht werden aber da seh ich die probleme ehr beim material und nicht beim arbeiter, nicht umsonst sind die meisten schäden an straßen durch schlechteres material entstanden
Nunja, sicherlich kann man Arbeiter/Angestellte innerhab eines Berufszweigs - bedingt! - vergleichen. Aber verschiedene Berufe untereinander? Da gäbs so einige Dinge, bei denen man sich die Frage stellen muss, warum das eine echt gut bezahlt ist und da andere recht mies bzw eigentlich nur was für Idealisten...
Und das ists denke ich, was Blade meinte.
Ankh Mhutin
09.04.2011, 14:02
Das hatte ich glatt vergessen:
Ansonsten gilt eigentlich nur ein verfälschtes Leistungsprinzip. Du kannst dir als Bauarbeiter oder Krankenschwester den Arsch wund arbeiten und wirst trotzdem nie soviel verdienen wie manche Berufe halbtags.
Es gilt gar kein Leistungsprinzip. Der Preis entsteht am Markt durch Angebot und Nachfrage - unter Einfluß bestimmter den Markt beeinflussender Faktoren natürlich.
Vor allem sollte man die Sozialausgaben erstmal effizienter verteilen. Die Bundesrepublik gibt pro Jahr gut eine Billion Euro an Sozialausgaben aus.
http://bgekoeln.ning.com/profiles/blogs/schaeuble-eine-billion-euro-im
Ein bedingungsloses GE wäre also durchaus finanzierbar.
Nur mal am Rande: ein hervorragender Link, da es so hervorragend auf 4 Kennzahlen heruntergebrochen ist. :thumb:
Bladedancer
09.04.2011, 14:51
was verstehst du darunter? das es berufe gibt die nach leistung bezahlt werden (zb die bauarbeiter) und berufe die nach qualifikation bezahlt werden (zb werkzeugmechaniker)
die unterscheidung ist durchaus gerechtfertigt
nen bauarbeiter kann ich daran messen wieviel meter straße er geteert hatt am tag oder wie weit er beim mauern vorangekommen ist, sicher muss es auch ordentlich gemacht werden aber da seh ich die probleme ehr beim material und nicht beim arbeiter, nicht umsonst sind die meisten schäden an straßen durch schlechteres material entstanden
versuch das mal bei nem werkzeugmechaniker, da ist nichts mit eile elíle, arbeiten im bereich von 0,01 oder 0,001 mm braucht einiges mehr an sorgfalt (+daraus resultierndem mehraufwand am zeit) und wissen wie man das an seiner maschien umsetzen muss um das zu erreichen, zumal das nicht nur ein teil ist sondern meist mehrere die in den oben genannte toleranzen zueinander passgenau sitzen müssen und da geht das eile eile-prinzip fast nur schief (kann ich dir aus erfahrung sogar bestätigen)
Natürlich gibt es keinen einheitlichen Maßstab und unterschiedliche Berufsgruppen müssen unterschiedlich gemessen werden. Trotz allem wird in Deutschland nicht leistungsgerecht bezahlt, da gerade in unteren Position Mehrleistung( Überstunden z.B.) nur sporadisch bis gar nicht bezahlt werden.
Ob ein Manager wirklich so viel mehr für den Betrieb leistet, dass er das hundert- bist tausendfache von einem Werksarbeiter verdient, möchte ich hier doch arg in Zweifel stellen.
@ Ankh:
Nein, der Markt reguliert überhaupt nichts. Wenn der Markt regulieren würde, müssten die Gehälter von Ingenieuren und Altenpflegern in den letzten Jahren massiv gestiegen sein, sind sie aber nicht. Dahingegen müssten die Gehältern von Bankern und Managern massiv sinken seit der Finanzkrise. Die Realität sieht aber anders aus.
Ankh Mhutin
09.04.2011, 17:34
Nein, der Markt reguliert überhaupt nichts. Wenn der Markt regulieren würde, müssten die Gehälter von Ingenieuren und Altenpflegern in den letzten Jahren massiv gestiegen sein, sind sie aber nicht.
Warum müßten die Gehälter von Ingenieuren gestiegen sein? Gibt es etwa einen Mangel an Fachkräften? Das mag in bestimmten fachlichen Nischen stimmen. In der Breite stimmt es nicht.
Und was die Altenpflege betrifft, ist das auch ganz einfach erklärt: Altenpflege wirft keinen nennenswerten, in zahlen zu fassenden Gewinn ab. Deswegen läßt man die Alten eher in irgendeinem Loch verfaulen, als den Pflegern mehr zu zahlen. Die, die einen Bedarf an Pflegern hätten, nämlich die Pflegefälle, sind eben nicht Teilnehmer am Markt.
Aki Yoshikawa
09.04.2011, 18:01
Und was die Altenpflege betrifft, ist das auch ganz einfach erklärt: Altenpflege wirft keinen nennenswerten, in zahlen zu fassenden Gewinn ab.
Der letzte Abschnitt ist das Problem, nämlich, dass sich viele Leistungen nicht monitär ausdrücken lassen. Möchte man den Wert eines Produktes erfahren so blickt man auf den Markt und möchte man den Gewinn erfahren, so verrechne man es mit den Kosten. Das Problem an Sozialberufen wie etwa dem Altenpfleger ist, dass wir die Kosten monitär erfassen können (Medikamente, Lebensmittel, Unterkunft, Arbeitskraft, etc.) aber es ist kaum möglich das "Produkt" zu ermitteln - man kann den Wert eines Menschen nicht auf einem Markt erfahren, und ich bin froh, dass dies nicht möglich ist. Aber es sorgt für eine verquere Schieflage bezüglich den Sozialberufen die so gar nicht den Eindruck wecken irgendwie an der Wertschöpfung beteiligt zu sein - und deswegen auch gerne verpöhnt und stiefmütterlich behandelt werden. Man kann schließlich über die Verkaufszahlen von iPods und dem Preis auf den monitären Gewinn schließen; auf den Sozialbereich lässt sich dies aber nicht übertragen.
Welchen Wert haben motivierende Worte eines Lehrers gegenüber einem Schüler, oder der Einsatz einer engagierten Sozialarbeiterin oder die Zeit die sich ein Altenpfleger für die ihm Anvertrauten nimmt? Es ist die Krux der heutigen Zeit, die nur messbare und verwertbare Werte für relevant hält, dass gerade Menschen in solchen Berufen nicht die Achtung und Zahlung entgegen kommt, die sich verdienen würden: denn sie leisten sehr viel.
Das Anbieter/Abnehmer-Prinzip mag ja geeignet sein um die Preise eines Produktes zu bestimmen, aber gewiss nicht um Leistungen zu beurteilen. Wenn es einem gelingt eine bestimmte Leistung zu erbringen, so wird diese Leistung doch nicht geringer egal ob es nebem ihm 10 oder 20 andere auch schafften? Die Leistung variiert nicht abhängig davon wieviele andere Personen es konnten; wenn in einer Schulklasse 10 von 30 Schülern alle Punkte einer Arbeit erreichen so ist ihre jeweilige Leistung genauso groß, als ob bloß einer von 30 die volle Punktzahl erreichte. Woran sollte sich die Bezahlung der Arbeit denn sonst orientieren, wenn nicht daran, was tatsächlich geleistet wird? Und von dieser Warte ist ist es nicht nachvollziehbar, wenn die Manager teilweise um das 1.000-fache dessen verdienen, was ein Angestelter mit nach Hause nimmt. Der Manager ist nicht weniger entbehrlich als die Angestellten; ein Unternehmen benötigt beides. Ein Unternehmen ohne Führung taugt nicht aber noch viel weniger taugt ein Unternehmen ohne die Angestellten.
Ankh Mhutin
09.04.2011, 19:27
Es ist die Krux der heutigen Zeit, die nur messbare und verwertbare Werte für relevant hält, [...]
Das eigentlich fatale daran ist ja, daß man mit der Konzentration auf das rational erfaßbare unendlich viele Aspekte außer acht läßt. Deswegen läuft ja so oft so vieles schief: weil die Modelle, nach denen geurteilt wird, fehlerhaft sind. Und je mehr man sich an die Modelle klammert, desto größer wird der Fehler im realen Handeln.
Woran sollte sich die Bezahlung der Arbeit denn sonst orientieren, wenn nicht daran, was tatsächlich geleistet wird? Und von dieser Warte ist ist es nicht nachvollziehbar, wenn die Manager teilweise um das 1.000-fache dessen verdienen, was ein Angestelter mit nach Hause nimmt.
Ja, aber während der Manager die ganze Welt bereist, um Aufträge ranzuholen, Geschäfte abzuwickeln, etc. schraubt der Arbeit halt irgendein Ding zusammen zusammen. Wer leistet nun mehr - der, der abends körperlich geschafft ist und neben seiner Frau ins Bett fällt, oder der, der abends im Flieger nach New York sitzt? Etwas zugespitzt formuliert, aber es beschreibt das Problem ganz gut: es ist nicht vergleichbar.
Nichtsdestoweniger stimme ich Dir aber zu, daß das tausendfache des Normallohns nicht sein muß. Das sage ich aber als einer, der sich wohl mit dem drei bis vierfachen wird zufrieden geben müssen. ;)
Der Manager ist nicht weniger entbehrlich als die Angestellten; ein Unternehmen benötigt beides. Ein Unternehmen ohne Führung taugt nicht aber noch viel weniger taugt ein Unternehmen ohne die Angestellten.
Unterstellt, daß der Manager seinen Job ernst nimmt und etwas davon versteht, wirst Du deutlich schneller fünfzig Leute für die Produktion finden, als zwei für's Management. Und das ist der Knackpunkt.
Sozialausgaben senken, Bildungsausgaben erhöhen. So einfach ist das ganze.
Ausgaben für Militär und für Mövenpick senken, Bildungsausgaben erhöhen. So einfach das ganze.
Liebes deutschland,
Ihr seit das Ärmste Land, in der Klasse reiches Land...
Oder eure Regierung hat gleich viel Ahnung vom Regieren, wie fische vom fliegen.
oder oder oder gibt 100derte solcher sprüche die extrem viel sagen, doch wieder auch gar nichts.
das Volk sollte es in der Hand haben in welche Richtung es gehen soll, nennt man auch Demokratie, hatte das Gefühl, von Aussen gesehen, eine zeit lang ging es mehr nach Diktatur in Deutschland, doch in der letzten zeit (letzte 1-2 Monate sieht es wieder mehr nach Demokratie aus, -> alle Schwach..... verlassen die Regierung, Betrüger und andere... ich hoffe schwer, das auch der Boss von dem allem noch gestürzt wird... Kaum geht es Deutschland auch nur 5 mm besser, schreien die einen schon von Steuer erleichterungen. bei Soooooooooooooooooooooooooooovielen Schulden, --> gehts noch???
Warum hat ein Harz IV empänger am ende Mehr übrig als jemand der Arbeitet?
vielleicht weil der Staat selbst kein geld mehr hat?
vielleicht weil die Regierung, falsche Angaben macht? und somit bei allen versucht Optimismus zu provozieren, obwohl die Situation mehr zum Heulen als zum Feiern ist?
vielleicht, weil die Regierung von Grund auf alles Falsch macht?
--> Die Schweiz, eines der wenigen Länder die die Wirtschaftskrise ohne großen schaden überstanden hat... wiso? weil die Schweiz ein Dorf ist im Vergleich zu Deutschland?
oder weil die Regierung einfach einen Besseren Krisenplan hatte?
Ich tippe aufs zweite. --> das führt auch zu Unserer Antwort, glaub ich zumindest, in dem ganzen Rrummel, um einen Bankrott zu verhindern, und da das Oberste Gericht in Deuschland gesagt hat die HarzIV rennten seien Nicht menschenwürdig, ging der Normale Arbeitnehmer vergessen, und nun habt man das prob, das einer der Arbeitet weniger verdient als jemand der den ganze tag vorm TV sitzt und gar nichts tut.
und es gibt keine Möglichkeit dies zu ändern, weil der Staat zu wenig geld hat, denn streicht man den HarzIV menschen die Rente hat mans mit dem Gericht zu tun, zahlt man den Arbeitgebern mehr geld damit sie den Arbeitnehmer mehr Zahlen können, baut man seine Schulden Auf.
Zum TH selbst, Schule fühlt sich so an wie du dich dabei fühlst. verstanden?
Wenn du dich fühlst als würdest du auf den Arbeitsmarkt abgerichtet dann ist das deine Sache, ich fühlte mich eher da als wollten mir die da was beibringen.
Dont worry be happy.
und Alles wird 100x einfacher!!!
Lg Noemi
Ankh Mhutin
10.04.2011, 12:44
Warum hat ein Harz IV empänger am ende Mehr übrig als jemand der Arbeitet?
Wie immer wird diese Frage falsch gestellt. Richtig muß es heißen: Warum hat ein Arbeiter am Ende weniger übrig, als ein HIV-Empfänger? Und solange ein Informatiker (auch wenn er nur Student ist) qualifizierte Arbeit für 8,-/h erledigen soll, gibt es auch keinen Fachkräftemangel.
vielleicht, weil die Regierung von Grund auf alles Falsch macht?
Immerhin war sie die erste Regierung der Weltgeschichte, die ein Wahlversprechen hielt. Und wurde prompt dafür kritisiert. :)
--> Die Schweiz, eines der wenigen Länder die die Wirtschaftskrise ohne großen schaden überstanden hat... wiso? weil die Schweiz ein Dorf ist im Vergleich zu Deutschland?
oder weil die Regierung einfach einen Besseren Krisenplan hatte?
Nein, weil die Steuern, die in Deutschland hinterzogen werden, in der Schweiz landen und dort die Wirtschaft ankurbeln.
und es gibt keine Möglichkeit dies zu ändern, weil der Staat zu wenig geld hat, denn streicht man den HarzIV menschen die Rente hat mans mit dem Gericht zu tun, zahlt man den Arbeitgebern mehr geld damit sie den Arbeitnehmer mehr Zahlen können, baut man seine Schulden Auf.
Entschuldige bitte - aber warum sollte der Staat der Wirtschaft Geld geben? Das ist völlig gegen jede logik. Umgekehrt wird ein Schuh draus.
Bladedancer
10.04.2011, 13:57
Warum müßten die Gehälter von Ingenieuren gestiegen sein? Gibt es etwa einen Mangel an Fachkräften? Das mag in bestimmten fachlichen Nischen stimmen. In der Breite stimmt es nicht.
Da (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,614717,00.html)
und da (http://www.faz.net/s/RubC43EEA6BF57E4A09925C1D802785495A/Doc~E82DBD5F921104D0FB080F41376CC0B64~ATpl~Ecommon~Scontent.html)
und da gleich nochmal (http://www.focus.de/finanzen/karriere/berufsleben/fachkraeftemangel-ingenieure-als-hochbezahlte-raritaet_aid_550945.html)
und noch ein Ausblick auf die Zukunft (http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/ingenieurmangel-wird-noch-dramatischer/3222566.html)
So, nu habsch erstmal keinen Bock mehr, dürfte für dich aber auch erstmal genug Material sein. ;)
Und was die Altenpflege betrifft, ist das auch ganz einfach erklärt: Altenpflege wirft keinen nennenswerten, in zahlen zu fassenden Gewinn ab. Deswegen läßt man die Alten eher in irgendeinem Loch verfaulen, als den Pflegern mehr zu zahlen. Die, die einen Bedarf an Pflegern hätten, nämlich die Pflegefälle, sind eben nicht Teilnehmer am Markt.
Oh, Altenpflege wirft gute Gewinne ab, denn die Leute müssen sich zu guten Teilen auch selbst an den Kosten ihres Heimplatzes beteiligen. Dafür wird Rente/Vermögen genutzt, wenn keins da ist, dann geht man zu den nächsten Verwandten( man kann dich z.B. finanziell durchaus für deine Eltern in die Pflicht nehmen, wenn Bedarf an einem Heimplatz besteht) und wenns dort auch nix gibt, hilft das Sozialamt.
@ Noemi:
Die Schweiz ist so reich, weil sie nicht fragt, wo das Geld herkommt. Da liegt halt immer noch gestohlenes Nazigold rum und die jüdischen Familien haben so gut wie keine Chance, da jemals wieder ranzukommen. ;)
Ankh Mhutin
10.04.2011, 14:07
Oh, Altenpflege wirft gute Gewinne ab, [...]
Lesen! Lesen! Was haben die Pfleger davon - die ja i.A. nicht einmal mehr angestellt werden, weil ungelernte Arbeitslose viel weniger kosten?
Entschuldige bitte - aber warum sollte der Staat der Wirtschaft Geld geben? Das ist völlig gegen jede logik. Umgekehrt wird ein Schuh draus.
In den 80ern gab es einen langen Investitionsstau, mit dem die Wirtschaft erfolgreich 'Steuergeschenke' von den Schwarz-Gelben erpresst haben. Da ging es um Milliarden, die wohl letztendlich als Investitionen in China landeten.
Aber ich gebe dir darin Recht, daß es im Lichte von "Wohl mehren und Schaden abwenden" hardcore-unlogisch ist.
Soooooooooooooooooooooooooooovielen Schulden, --> gehts noch???
Wo ist das Problem? Einerseits werden sie von den Guthaben mehr als aufgewogen, und andererseits läuft ohne Schulden nix (http://www.amazon.de/gp/product/3423248319?ie=UTF8&tag=weissgarnixde-21&linkCode=xm2&camp=1638&creativeASIN=3423248319). Dumme Sache halt.
Da wird man Hand ans Geldsystem legen müssen, um dem Abhilfe schaffen zu können.
Warum hat ein Harz IV empänger am ende Mehr übrig als jemand der Arbeitet?Das scheint ja für Viele eine grundsätzlich problematische Angelegenheit zu sein. Meistens kommt dann dieses aberwitzige Lohnabstandsgebot, ein heraufbeschworener Ungeist, ins Gespräch.
Kennt ihr nicht aus der Schule den, der ein paar Seiten mehr schreibt bei der großen Hausaufgabe? Der sich für das Referat vordrängelt? Der um Hausaufgaben bettelt?
Die Freaks gibt es auch im Arbeitsleben. Pausen durcharbeiten, ungefragte Mehrarbeit dranhängen, den Akkordsatz nivellieren, auf Urlaub verzichten, mit weniger Bezahlung einverstanden sein, sonstige Schweinereien im Änderungsvertrag akzeptieren. Und was dem Workoholic sonst so einfällt.
Und die sollen jetzt tatsächlich den Maßstab für den Rest bilden? Das wollt ihr wirklich?
nicht nur, daß mit einer solchen Vorgehensweise die immateriellen Werte unserer Gemeinschaft unterminiert werden, bildet es auch großes Störpotential für die Volkswirtschaft insgesamt. Immer im Hinterkopf behalten: Sparen schmälert die Kaufkraft!
Bezüglich der Fragen nach Lebensqualität besteht bei der Jugend von heute (u30) nur eine eher nebulöse Vorstellung, die eher materialistisch und spaßorientiert daherkommt. Das ist sehr schade, werden dadurch leider die 'eigentlichen Schätze' des Lebens ins Abseits der Nichtbeachtung oder gar in die Nichtexistenz gedrängt. Eigentlich ist das sogar als schwerer Übergriff in die Freiheit derer, die derlei Schätze genießen, einzustufen, und jeder Betroffene sollte sich nach Kräften zur Wehr setzen.
Und wenn ich dann irgendwelche FDP-hörigen Neoliberallalas höre, die die Aufforderung respektive den Ratschlag, sich doch mal zur Steckerleiste zu bücken, um der Energieverschwendung aktiv entgegen zu wirken, dann als Attacke gegen ihre Freiheit empfinden, dann kann ich nur den Kopf schütteln.
Machen wir mal einen kleinen Test. Wo ist gerade der Autoschlüssel? Hängt am Schlüsselbrett? Oder am fetten Schlüsselbund am Gürtel? Oder lose in der Tasche?
Also meiner steckt, und das Auto steht vor der Tür. Und hier in der Umgebung wird er auch nicht abgezogen... die ganzen netten Dörfler hier klauen keine Autos.
Das ist Lebensqualität!
Und genau diese Art der Zufriedenheit wird gänzlich vom Konzept mit dem Kampf Jeder gegen Jeden verunmöglicht. Und ohne Zufriedenheit verringern sich die Chancen auf Glücksmomente, auf die wir doch alle so scharf sind ;)
In einem anderen Thread formulierte einer sinngemäß "Der Mensch mußte schon immer Kaufentscheidungen fällen...", was leider ein schlichter Irrtum ist, der nur auf den Mangel hinweist, Lebensqualität als solche überhaupt erkennen zu können, wenn man sie vor sich hat.
Es gab tatsächlich mal eine Zeit, in der Kaufentscheidungen gänzlich anders getroffen wurden, als wir es heutzutage betreiben. Die eigentliche Entscheidungsfrage lautete "Brauche ich das?" Bei Bejahung kam die nächste Frage "Kann ich das bezahlen?" Bei erneuter Bejahung ging man dann zum entsprechenden Händler dafür und bat um "'Das' da bitte." Und dann kaufte man 'das'.
Heute müßte man sich zwischen einem Dutzend verschiedener 'das' entscheiden, die sich nur marginal unterscheiden, wobei diese Unterschiede möglicherweise noch nicht einmal vom Käufer zu ermitteln sind. Ich empfinde das als vielfältigen Verlust an Lebensqualität. Ich als Kunde muß Sachen überblicken, die ich vielleicht nicht verstehe oder die mich nicht wirklich interessieren, im ungünstigsten Fall sogar eine Kombination aus beidem. Und der Verkäufer, der mal eine Vertrauensperson darstellt und ein Experte war, ist zur Schlangenzunge mutiert, die meine Informationsbeschaffung wahrscheinlich sogar noch sabotiert, um den größten Reibach für sich oder seinen Herrn rauszuschlagen.
So wird aus einem einfachen Besorgungsgeschäft plötzlich ein Kampf zwischen Roßtäuscher und Opferlamm.
Soll das wirklich die Verbesserung unseres Lebens darstellen?
@ Leistungsmessung
Als ehemaliger professioneller Leistungsmesser kann ich euch versichern, daß man immer nur misst, wer den unteren Rand bildet... und der wird dann abgetrennt oder sonstwie dafür bestraft. Dabei müßte doch bereits die Zugehörigkeit zur Gruppe der Leistungsversager Strafe genug sein... oder haben die das wirklich verdient, noch zusätzlich einen drauf zu kriegen?
Als gemeinsame Größe, die für die Ermittlung einer Einheitsentlohnung herangezogen werden könnte, steht die Zeit zur Verfügung. Was hat jeder Mensch auf dem Planeten gleichermaßen zur Verfügung ungeachtet aller ansonsten auf den Menschen anwendbaren Kategorien? Richtig, vierundzwanzig Stunden am Tag. Nicht mehr und nicht weniger :)
@ "... jemand der den ganze tag vorm TV sitzt und gar nichts tut. "
Würdest du das machen, wenn man dich ließe? Oder hast du 5Mio Kameras in den Wohnungen von dem faulen Gelumpe untergebracht, oder woher weißt du das @Noemi?
Dürfen Kurzarbeiter bei dir TV glotzen? Rentner? Behinderte? Niedriglöhner? Wäre das OK, wenn die 'den ganzen Tag nichts tun'?
Dein Rundumschlag mit krassen Klischees ist wirklich beeindruckend.
@ pro-Argument zum Abitur
Wer lange in der Schule bleibt, hat mehr Gelegenheiten zur Ermittlung seiner Zukunftspläne. Dazu kommt die größere Palette an Wahlmöglichkeiten, die ein höherer Schulabschluß erreichbar macht.
Je früher einer ins Arbeitsleben eintritt, desto größer ist die Chance, daß er übel ausgenutzt wird. Immerhin ist Blödheit ja ein Privileg der Jugend, was leider dazu führt, daß die manischen Ich-will-jung-bleiben-Fetischisten mit Blödheitszeugnissen nicht geizen.
Ein ähnliches Phänomen ist zu erkennen, wenn man die Bündelung von überdurchschnittlicher Intelligenz mit dem Fehlen von Empathie und Gruppentauglichkeit betrachtet, wie sie in verschiedenen Serien angeboten wird. DrHouse, Bones oder Sheldon vom GroßenKnall sind solche Typen. Ultraintelligent und dabei absolute Soziopathen. Wie verführerisch ist es jetzt, als 'Beleg' für die eigene Hochintelligenz möglichst antisozial aufzutreten?... wo das doch sooo coool ist.
Von Amerikanisierung der Wirtschaft zu reden, von freier Marktwirtschaft oder wie Eschirf von Neolibs ist meines Erachtens unverständlich angesichts von 164 Milliarden Subventionen in 2010, wie das IfW Kiel errechnete. Zum Vergleich: Der Bundeshaushalt 2011 beträgt etwas über 300 Milliarden.
Wir sind näher an Sozialistischer Wirtschaft als an irgendeiner Idee von freiem Markt. Die Unternehmen haben 64 Milliarden an Steuern gezahlt, also versanden 100 Milliarden mal locker flockig an die größten Heulsusen im Lande. Arbeitsplätze gefährdet, qew qew. Wir haben alle - okay, die meisten - den Zusammenbruch des Sozialismus gesehen, und wir bewegen uns wieder darauf zu. Eschirf will sogar schon Monopole, wahrscheinlich staatseigen, forcieren. Und er steht nicht einmal allein da. Der helle Wahnsinn.
Ankh Mhutin
10.04.2011, 15:46
Immerhin ist Blödheit ja ein Privileg der Jugend, [...]
Wobei ich "Blödheit" hier gar nicht negativ konnotieren würde. Meiner Ansicht nach, gibt es zwischen Kleinkind und Erwachsenem von der körperlichen Reife abgesehen eigentlich sowieso nur einen wesentlichen Unterschied: der Erwachsene hat mehr erlebt.
Wir sind näher an Sozialistischer Wirtschaft als an irgendeiner Idee von freiem Markt.
Ja, so ähnlich sehe ich das auch. Wobei ich alles andere als ein Anhänger des freien Marktes bin. Gleichwohl sehe ich den Markt durchaus als eine der Mentalität des Menschen sehr entgegen kommende Einrichtung. Und Wettbewerb ist nicht per se schlecht. Ich denke übrigens, daß der "Real existierende Sozialismus" respektive "Kommunismus" vor allem deswegen zusammen brachen, weil sie dem Kapitalismus nichts entgegen zu setzen hatten. Wobei ein freier Markt für den Kapitalismus ja eigentlich schon eher hinderlich ist, als förderlich. Der wahre Kapitalist freut sich ja ein Loch in den Bauch, wenn er zum Monopolisten aufsteigen kann. Und da haben Sozialismus und Kapitalismus auch tatsächlich irgendwie die gleichen Tendenzen: eine Konzentrierung von Macht ist in beiden ein erstrebenswertes Ziel. ;)
Bis unser System hier zusammen bricht, dauert es - ohne große Katastrophen - sicherlich noch sehr lange.
Bladedancer
10.04.2011, 17:44
Lesen! Lesen! Was haben die Pfleger davon - die ja i.A. nicht einmal mehr angestellt werden, weil ungelernte Arbeitslose viel weniger kosten?
Deinen Dreizeiler zum Thema kann ich hundert Mal lesen, deswegen steht trotzdem nicht mehr drin. Du sagst, die Leute, die ins Pflegeheim kommen, sind nicht Teilnehmer eines Marktes, dabei herrscht Konkurrenz unter den Pflegeheimen( nur, dass Heimplätze im Moment recht rarr sind) und die Pflegebedürftigen zahlen auch sehr viel Geld für einen Heimplatz. Damit bieten Pflegefachkräfte eine gefragte Dienstleistung an und es gibt auch ganz offiziell massenhaft unbesetzte Stellen( allein in meiner Kleinstadt gibt es 150 freie Stellen für PflegeFACHkräfte). Daher ist auch deine Aussage über die ungelernten Arbeitslosen schlichtweg Unsinn und es gilt dasselbe wie bei den Inqniueren und auch den Ärzten. Es mangelt an Fachkräften und der Bedarf ist hoch, also müssten die Gehälter steigen.
Ein Link zum Fachkräftemangel in der Pflege als Abschluss. (http://www.sueddeutsche.de/leben/pflege-fehlende-fachkraefte-mehr-zeit-fuer-die-betreuung-alter-menschen-1.1033286)
@ Ankh
Wobei ich "Blödheit" hier gar nicht negativ konnotieren würde. Meiner Ansicht nach, gibt es zwischen Kleinkind und Erwachsenem von der körperlichen Reife abgesehen eigentlich sowieso nur einen wesentlichen Unterschied: der Erwachsene hat mehr erlebt.Logo ist das ohne großartige Abwertung gemeint. Immerhin kann ich hier auch den größten Berg an begangenen (und überstandenen) Blödheiten vorweisen :)
Daß man tatsächlich nie auslernt, merke ich nahezu tagtäglich. Wohin das noch führen mag, bleibt spannend.
Und ebenfalls erlebe ich Altersgenossen, die sich mit aller zur Verfügung stehenden Macht gegen Erkenntnisse wehren. Meiner Vermutung nach liegt das an der Schwere der dazu notwendigen Einsicht, man habe sich in schwerem Irrtum befunden. Einen Fehler als solchen zu erkennen, erfordert einen intensiven Djihad.
Bis unser System hier zusammen bricht, dauert es - ohne große Katastrophen - sicherlich noch sehr lange.Diese Hoffnung halte ich für trügerisch. Egal in welche Richtung das Auge schweift, nähern sich überall in Beschleunigung begriffene Züge, die auf den Betrachter zurasen. Diese Züge sind mehrheitlich menschengemacht, und der Versuch einen zu stoppen, scheint die anderen dann um so stärker zu befeuern, sodaß sich eine üble Zwickmühlensituation ergibt.
Die Diskussionen bezüglich 'des Energiewandels' strotzen nur so von zumeist blöden und an der Sache vorbei führenden 'Argumenten', die verblüffenderweise(?) den Tenor tragen, "Wir müssen Alle(?) den Gürtel enger schnallen!". Wir befinden uns noch glasklar in der alten fehlerbehafteten Spur.
@ Declyn
Eschirf will sogar schon Monopole, wahrscheinlich staatseigen, forcieren.Meinen Vorschlag, die Monopole zu zerschlagen, münzt du um in "Er will Monopole! Fürchtet ihn!"?
Naja, Chuzpe hast du ja... gilt ja auch 'irgendwie' als Qualität... aber vielleicht kannst du ja auch nicht anders?
und wo ich grade am aufräumen bin noch etwas zu diesem hanebüchenen Statement
Bildung ist Eigenverantwortung, so ist mein Standpunkt.
"Der die das
wer wie was
wieso weshalb warum
wer nicht fragt
bleibt dumm" zeitgenössisches Kinderlied
Diese fröhliche Aufforderung zur Abholung der Bildung durch den Ungebildeten beim Gebildeten entspringt einer Zeit, in der einem Großteil der Kinder noch unter übelst autoritärer Fuchtel stand, sodaß das permanente Schweigegebot, welches über ein 'folgsames und wohlerzogenes' Kind verhängt war, mit der oben zitierten Weise sozusagen weggesungen werden konnte.
Aber die Frage inwieweit Bildung Hol- oder Bringschuld ist, wird nach dem derzeitigen Stand der Dinge von der 9ten zur 10ten Klasse geregelt. Solange Schulpflicht besteht, ist Bildung eine Bringschuld des Lehrers ... und natürlich der Eltern... und aller sonstigen mit dem Kind verbundenen Personen.
Den switch so digital zu gestalten, wie es die Klassenlehrerin meines Jüngsten gemacht hat, ist dabei allerdings wenig schülerfreundlich. Ohne weitere Erläuterungen des Statuswechsels hat sie einfach nur bekannt gegeben, daß sie 'keine Lust mehr habe', den Schülern ständig hinterher zu laufen und ihnen Angebote zu machen. Den Buben wurde nicht klargemacht, daß sich etwas Schwerwiegendes geändert hatte, sodaß diverse in die Falle tappten... leider auch mein Filius, wie ärgerlich :(
Will man lernen so sollte man es einfach tuen anstatt zu erwarten, dass man es in der Schule präsentiert bekommt.Ab welcher Altersstufe würdest du diesen Anspruch erheben und beinhart durchziehen? Und wie beinhart?
Gerade in Zeiten von Internet ist es so unglaublich einfach sich zu bilden,Na, haben wir gerade ein etwas wirres Weltbild? Ist ja alles so schön bunt hier...
Wer autodidaktisch lernen kann, wird sich im Internet wohlfühlen. Wem die Gabe vom Schicksal verweigert wurde, der backt sich da ein Ei drauf.
Ich habe bergeweise autodidaktisch gelernt, aber daß das geklappt hat, lag eher daran, daß ich auf genügend frisch durchlebten Unterricht zurückgreifen konnte. Oder das persönliche Expertengespräch im Kollegenkreise stand zur Verfügung.
Aber als kompletter Solist vor komplexer Materie würde ich wahrscheinlich scheitern... selbst in Vollbesitz meines ehemaligen Potentials.
@Aki, ich kann gar nicht glauben, daß aus der Tastatur eines angehenden Pädagogen solche Aussagen kommen. Wenn ich dann noch sowas wie "h4 ist freiwillig" dazupacke, dann kann ich dir nur raten, deinen zukünftigen Schülern(intellektuelle Delinquenten?) niemals den Weg in den Wartower zu weisen, damit sie hier kein kompromittierendes Material gegen dich sammeln können. Wieso bist du nur so unvernünftig?
edit:
@ Bladedancer
Deine links oben zur Ingeniörskatastrophe sind allesamt Müll. Du kannst ja nichts dafür, aber allein bei der Gleichheit der Nachrichtendetails hätte es dir auffallen müssen.
Drei Artikel, die sich mit einer identischen Quelle beschäftigen, aus der ein paar nicht großartig aussagekräftige Zahlen hervorstechen, kommen von 'den Qualitätsmedien' SPON, FAZ und Süddeutscher Zeitung... auch und das Handelsblatt war auch noch da.
Bitte, das soll wirklich keine Desinformation sein? Glaubst du das wirklich?
Und auch die Aufregung um die Mißstände in der Altenpflege führt leider nur zu Bewegungen in die falsche Richtung. Die Mißstände sind uralt. Sie wurden mit 'toller Effizienzoptimierung' eskaliert, sodaß in der entstandenen Not noch viel beunruhigendere Meldungen verzapft werden können. Versuche mal die Zielsetzung einer es-fehlen-Fachkräfte-Kampagne zu erfassen. Cui bono?
Die Art und Weise wie Alt und Jung gegeneinander ausgespielt werden, ist fast schon genial. Gerade durch so Phänomene wie Sparwahn oder Leistungsmessfetischismus wird die Eskalation noch vorangetrieben.
Worauf sollte ich meine Prioritäten setzen? Mal so als Frage in die erlauchte Runde.
Sollte ich meinen Pflegedienst überwachen, damit er ja keine Schwarzkräfte beschäftigt?
Sollte ich die Dokumentationen akribisch überprüfen? Vielleicht meine eigene Liste führen, wenn sie vom Hof sind? So richtig den Blockwart raushängen lassen. Sonst bescheißen sie vielleicht (müssen sie das nicht sogar unter Profitzwang stehend?) das eh gebeutelte Gesundheitssystem :)
Oder soll ich mich doch lieber erschießen, damit diese dann überflüssigen Altenpfleger endlich mal echte Wertschöpfung betreiben können?
Denn aktuell bin ich ja im Gegensatz zu vorher ein 'richtiger Arbeitgeber' geworden ;)
Und vielleicht werde ich jetzt -hier in der Runde- ja auch endlich als Steuerzahler angesehen. Das wurde mir ja mal vehement abgesprochen. Es ist wirklich kompliziert mit der Makroökonomie.
Unterstellt, daß der Manager seinen Job ernst nimmt und etwas davon versteht, wirst Du deutlich schneller fünfzig Leute für die Produktion finden, als zwei für's Management. Und das ist der Knackpunkt.
Es sollten ja auch nicht alle gleichviel verdienen. Aber die Verhältnisse müssen passen. Auch Mr. "ich verdiene mehr als Merkel" wird wohl kaum als völliger Alleinentscheider eine komplette Firma leiten. Für sowas gibts Hierarchien, Berater usw. Und demnach ist eben auch die Leistung nicht exorbitant höher.
@Fachkräftemangel: das liegt (imho) einzig und alleine an der Tatsache, dass nur Leute die ca. 30 sind, 20 Jahre berufserfahrung haben, fließend Englisch, franzözisch, dänisch, chinesisch und Klingonisch sprechen, 5000 Programme perfekt beherrschen UND nur 1er Noten haben für idealerweise 0€ eine 60std Woche abreißen gesucht werden.
Fachkräftemangel halte ich für ein Gerücht. Klaro, der Ing. findet einfacher einen Job.
Allerdings verwundert es einen schon, wenn eine Freundin Probleme hat, ein Abschlusspraktikum zu finden. Maschinenbau. Ich mein: da bekäme man einen quasi vollständig ausgebildeten Fast-Ing. für ~500€ im Monat, den man erstmal in aller Ruhe auf Herz und Nieren testen könnte... da sagt man doch nicht nein, wenn man Nachwuchs bräuchte?
Ein ehemaliger Schulfreund hat sich auf mehrere ausgeschriebene Praktikums-Stellen beworben. War denen wohl auch nicht gut genug. Nun auch Ing., die Stellen sind immer noch offen - werden alle ein zwei Monate aktualisiert.
Imho liegts nicht dadran, dass ein Mangel herrscht - sondern eben an den Ansprüchen der Suchenden. Und dann kann kein Mangel herrschen.
(bei kleineren Firmen ists was anderes, die haben teilweise aber auch nur das Problem, dass sie nicht bekannt genug sind - sie also niemand auf der Jobsuche findet).
btw halte ich die beiden für fachlich sehr kompetent, es sind aber beides keine Selbstdarsteller - das mag u.a. eine Rolle gespielt haben.
Gäbs einen Mangel, wären auch die Angebote interessanter. Etwas weniger 60std Woche, etwas mehr Familien/soziale Angebote usw.
Ich denke eher, man versucht die Löhne zu drücken.
Gerade bei sowas wie Praktika oder Duales Studium könnte man imho durchaus etwas mehr machen. Hochschulen bieten Firmen ja auch durchaus Möglichkeiten, sich zu präsentieren oder eben direkt Studenten abzuwerben.
Z.b. gibts interne kostenfreie Jobbörsen. Oder Exkursionen. Praktika. Nebenjobs. Ich würd sowas dann doch massivst nutzen.
Meistens kommt dann dieses aberwitzige Lohnabstandsgebot, ein heraufbeschworener Ungeist, ins Gespräch.
Imho enorm wichtig, wenn man bedenkt, dass es genug Jobs gibt, die eher unattraktiv sind. Lieber H4 als als irgendwas arbeiten?
Der falsche Ansatz. H4 sollte eine Notlösung sein, keine (ggf sogar noch attraktive) Alternative.
Allerdings hätte man das Problem nicht, wenn die Löhne angemessen wären.
Von Amerikanisierung der Wirtschaft zu reden, von freier Marktwirtschaft oder wie Eschirf von Neolibs ist meines Erachtens unverständlich angesichts von 164 Milliarden Subventionen in 2010, wie das IfW Kiel errechnete.
Und wo verschwinden unsere Subventionen? Das landet irgendwo dann als Gewinn.
Subventionen sollte man massiv zurückfahren. Nur wird da die Wirtschaft stark jammern.
Resch rechnete vor: „Für einen Porsche Cayenne Turbo S bekommt man in sechs Jahren 54 000 Euro vom Finanzamt zurück. 49 Prozent des Preises trägt der Fiskus.“ Deshalb würden Supersport- und Geländewagen immer häufiger von Firmen und nur noch zu gut einem Drittel von Privatpersonen zugelassen. „Wenn Firmen solche Autos wollen, sollen sie sie kaufen, aber der Staat darf das nicht bezuschussen“, sagte Resch.focus
Sowas gehört bekämpft.
Dann soll der Staat das Geld lieber offen in ein Staatsunternehmen pumpen, als das versteckt in ein Privates zu schießen, dass das dann als Gewinn abschöpft.
Ankh Mhutin
10.04.2011, 20:20
Damit bieten Pflegefachkräfte eine gefragte Dienstleistung an und es gibt auch ganz offiziell massenhaft unbesetzte Stellen( allein in meiner Kleinstadt gibt es 150 freie Stellen für PflegeFACHkräfte).
Offene Stellen sagen nichts über einen Mangel aus. Wenn der Preis nicht marktgerecht ist, dann kommt halt keiner.
Es mangelt an Fachkräften und der Bedarf ist hoch, also müssten die Gehälter steigen.
Tun sie aber nicht, ergo: kein Mangel.
Einen Fehler als solchen zu erkennen, erfordert einen intensiven Djihad.
Ich glaube, das Wort "Djihad" verstehen in diesem Zusammenhang nur die wenigsten richtig. ;)
@ Bladedancer
Deine links oben zur Ingeniörskatastrophe sind allesamt Müll. Du kannst ja nichts dafür, aber allein bei der Gleichheit der Nachrichtendetails hätte es dir auffallen müssen.
Drei Artikel, die sich mit einer identischen Quelle beschäftigen, aus der ein paar nicht großartig aussagekräftige Zahlen hervorstechen, kommen von 'den Qualitätsmedien' SPON, FAZ und Süddeutscher Zeitung... auch und das Handelsblatt war auch noch da.
Zumal ich mich gar nicht erinnern kann, daß die links schon da waren, als ich meine Antwort darauf verfaßte... :D
Zeitgeist
10.04.2011, 22:05
Wir sind näher an Sozialistischer Wirtschaft als an irgendeiner Idee von freiem Markt. Die Unternehmen haben 64 Milliarden an Steuern gezahlt, also versanden 100 Milliarden mal locker flockig an die größten Heulsusen im Lande. Hoteliers, Energiekonzerne, Banken...
I see.
Nur, dass dies diese "liberale Partei" (hast du die nicht auch gewählt?) mit durchsetzt.
In gods own country läuft die selbe Show. "Sozialismus" gibt es in diesem System nur für Reiche.
Der helle Wahnsinn.
Ankh Mhutin
10.04.2011, 22:15
In gods own country läuft die selbe Show. "Sozialismus" gibt es in diesem System nur für Reiche.
Deswegen heißt es ja auch "Kapitalismus" - wobei auch im "real existierenden Sozialismus" der "Pöbel" nicht viel abbekam. Es gab in der DDR einen Witz:
"Wenn ein Zug für Wandlitz (die Villensiedlung der Bonzen) kommt, dann greift Erich einmal in den ersten Waggon und verstreut die handvoll über Berlin und über dem Rest der Republik putzt er sich die Hände ab." ;)
Bladedancer
10.04.2011, 22:25
Offene Stellen sagen nichts über einen Mangel aus. Wenn der Preis nicht marktgerecht ist, dann kommt halt keiner.
Du vergisst dabei, dass die Leute arbeiten, weil sie Geld verdienen müssen.
Tun sie aber nicht, ergo: kein Mangel.
Eher ein Anzeichen dafür, dass der Markt eben nicht reguliert.
@ Eschirf:
Wenn dein einziges Argument ist, dass die unterschiedlichen Quellen( es gibt übrigens noch viel mehr) dir nicht zusagen, beweist du nur mal wieder, wie unterirdisch deine Diskussionskultur ist und erinnert mich an meinen Vorsatz, nicht mit Spinnern wie dir zu diskutieren. Bring halt wenigstens mal ein Gegenargument außer:"Lulz, die ham doch alle keine Ahnung und sind Blender und überhaupt bin ich der einizge mit Durchblick!"
Übrigens sind die Missstände nicht so uralt wie du behauptest. Laut den älteren Schwestern war es früher leichter, weil insgesamt mehr Personal und weniger anspruchsvollere Pflege.
Zeitgeist
10.04.2011, 22:31
Im "real existierendem Sozialismus" waren die Unterschiede längst nicht so krass wie heutzutage. Man konnte vernünftig von seinem Lohn leben (und nicht nur existieren) und brauchte keine Angst um das Morgen und Übermorgen zu haben. Man hatte also wenig Stress was das Wesentliche anging.
Das wird dir jeder bestätigen, der damals in diesem System gelebt hat.
Heutzutage sind hier und jetzt die Unterschiede enorm. Als Altenpfleger (weil ihr bei dem Thema wart) geht man mit was eigentlich... kA... 1500-2500 Brutto nach Hause. Als Arzt schon mit 5000-15000. Da sind wir bei Faktor 4 im Schnitt. Als mittlerer Manager bekommt man 10000-100000. Faktor 10. Sowas gab es damals nicht. Dieser Prozess setzt sich weiter fort.
Und natürlich zerreist dadurch eine Gesellschaft immer mehr.
Vor allem, wenn man sieht, dass man ab einem bestimmten Einkommen nicht mehr ein Mehr an Beiträgen bezahlen muss (siehe Krankenkasse). Oder das Unding mit der geplanten Kopfpauschale. Wenn man über ein bestimmtes Einkommen verfügt, dann kann man sich quasi rauskaufen oder kann mit geringem Risiko Steuern hinterziehen. Sozialismus gilt wie gesagt nur für Reiche.
Ankh Mhutin
10.04.2011, 22:49
Du vergisst dabei, dass die Leute arbeiten, weil sie Geld verdienen müssen.
Und Du vergißt dabei, daß der deutsche Markt nicht der einzige ist. Klar: mancher arbeitet auch zu schlechteren Konditionen. Aber mancher wandert auch ab. Oder lernt einfach einen anderen Beruf.
Eher ein Anzeichen dafür, dass der Markt eben nicht reguliert.
Naja, der Arbeitsmarkt ist ja nun tatsächlich noch halbwegs dynamisch. Das Einkommen muß halt signifikant über HIV-Niveau liegen. Die Gewerkschaften werden ja mittlerweile so langsam abgesägt.
@ Eschirf:
Wenn dein einziges Argument ist, dass die unterschiedlichen Quellen [...]
Also ich hatte ihn so verstanden, daß er sich daran stört, daß alle Links aus der selben Quelle zitieren. Und das ist in der Tat kein sonderlich starkes Argument - wenn es nur einen gibt, der das so sieht. Es mag ein indiz sein. Aber auch nicht mehr.
Übrigens sind die Missstände nicht so uralt wie du behauptest. Laut den älteren Schwestern war es früher leichter, weil insgesamt mehr Personal und weniger anspruchsvollere Pflege.
Da hebn wir#s doch: es werden weniger leute eingestellt. Man könnte ja bei fachkräftemangel trotzdem zumindest für weniger anspruchsvolle Aufgaben angelernte Kräfte einsetzen. Aber offenbar sind selbst die zu teuer... :)
Ankh Mhutin
10.04.2011, 22:56
Man konnte vernünftig von seinem Lohn leben (und nicht nur existieren) und brauchte keine Angst um das Morgen und Übermorgen zu haben. Man hatte also wenig Stress was das Wesentliche anging.
Das wird dir jeder bestätigen, der damals in diesem System gelebt hat.
Das werden Dir sicherlich auch die bestätigen, die, weil sie auf einem Konzert waren, das gar nicht verboten worden war, in Bautzen gelandet sind. Sicherlich keine Mehrheiten - aber hey: wir reden hier ja nicht von Statistik, sondern von Menschen. :)
Und was die Lebensqualität betrifft: meine Großeltern haben, wenn sie im Garten den Kaffeetisch deckten, die Tassen immer auf den Kopf gestellt. Vermutlich mochten sie das Aroma von Kohlenstaub nicht so sehr. :)
Heutzutage sind hier und jetzt die Unterschiede enorm. Als Altenpfleger (weil ihr bei dem Thema wart) geht man mit was eigentlich... kA... 1500-2500 Brutto nach Hause. Als Arzt schon mit 5000-15000. Da sind wir bei Faktor 4 im Schnitt. Als mittlerer Manager bekommt man 10000-100000. Faktor 10. Sowas gab es damals nicht. Dieser Prozess setzt sich weiter fort.
Richtig, der Akademike bekam das gleiche gehalt, wie der ungelernte. Mit dem pikanten Detail, daß es der Akademiker vier Jahre später das erste mal bekam. Da hatten die ungelernten schon ihre Datsche. ;o)
Ansonsten möchte ich Dir aber auch nicht völlig widersprechen.
Zeitgeist
10.04.2011, 23:12
Wir sprechen über Lohngerechtigkeit. Damit hat Bautzen nichts zu tun. Sachlich bleiben.
Dass jemand mit Diplom oder Dr. mehr verdienen soll ist okay. Dagegen sage ich gar nichts. Es geht darum, das die Abstände immer weiter auseinanderdriften und die Kosten für eine vernünftige Wohung im Wesentlichen für die Altenpflegerin genauso bei 600 Euro anfangen wie für den Radiologen. Nur das dieser Betrag für einen Radiologen locker zu stemmen sind und noch ausreichend zum Leben übrigbleibt.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,729202,00.html
Pro Jahr werden nach der Schätzung des Experten allenfalls rund 9000 Jobs im Maschinenbau frei, weil ältere Arbeitnehmer in den Ruhestand gingen. Demgegenüber machten allein im Wintersemester 2009/2010 mehr als 23.000 Studenten erfolgreich ihr Examen.
denkprekariat
10.04.2011, 23:50
Ich hab ja das Gefühl, die Diskussion driftet ein wenig ab vom eigentlichen Thema. Der TE wirkte auf mich wie ein ob der Zukunft ängstlicher Altersgenosse, der mehr prinzipiell gedacht hat - während hier schon wieder die Hatz IV Thematik durchgekaut und ausgekotzt wird.
Sicherlich ist Arbeitslosigkeit ein großer Faktor unter denen, die die Angst erzeugen. Werde ich meinen Traumberuf ergreifen und wirklich Proktologe werden können? Selbstverwirklichung ist eine schöne Sache, die nicht jedem vergönnt ist.
Aber auch auf Makroebene besteht für den Jugendlichen von heute arge Unsicherheit. Ob das Plutonium, dass aus Fukushima austrat, das Öl, das den Golf von Mexiko verpestet hat oder das Ozonloch, das momentan Reise nach Jerusalem Mitteleuropa spielt (um mal die Umweltpolitischen Themen abzudecken, dazu kommen ökonomische und andere politische Bereiche, in denen man die apokalyptischen Reiter schon angaloppieren hören kann), Einflüsse auf die Zukunft hat, weiß niemand - stattdessen suggeriert man uns, dass dies ja sowieso unsere Probleme wären und die Verursacher bei aufkommenden Spätfolgen eh in Rente sind. Übrigens die letzten, die ihre Rente jemals ausgezahlt bekommen.
Viele Erwachsene erzählen einem, wie schön ihre Schulzeit war und wie entspannt, dagegen ihr Arbeitsalltag hart und stressig. Dafür hat man aber auch eine zielgerichtete Aufgabe. Als Schüler stelle ich mir immer öfter die Frage, wozu ich eigentlich ein Gymnasium besuche. Wie ne Polynomdivision funktioniert, weiß ich - denn immerhin lernt man nicht für die Lehrer, sondern für das wahre Leben. Oder so. Und neben den Erlernen sinnvoller Handgriffe wie der H-Methode zum Bestimmen der Ableitungsfunktion, die man kurz darauf wieder verwirft, hauptsache mal gehört, gibt es im täglichen Unterricht fröhliche Motivationseinheiten, wo einem mit Hatz IV, Klimakollaps, Welthunger und Geschichten über antibiotikaressistente Bakterien Schiss ... eh Lust am Lernen gemacht wird. Schöne neue Bildungswelt. :cheers:
Bladedancer
11.04.2011, 00:12
Und Du vergißt dabei, daß der deutsche Markt nicht der einzige ist. Klar: mancher arbeitet auch zu schlechteren Konditionen. Aber mancher wandert auch ab. Oder lernt einfach einen anderen Beruf.
Das findet auch statt. Viele meiner ehemaligen Mitschüler sind in die Schweiz, nach Österreich oder in die Niederlande gegangen und arbeiten dort als Krankenpfleger zu besseren Konditionen. Grundsätzlich importierten die Länder Pflegekräfte, die auch deutsche Ärzte importieren.
Trotz allem müsste der deutsche Markt ja irgendwie auf den Mangel an Pflegekräften reagieren.
Naja, der Arbeitsmarkt ist ja nun tatsächlich noch halbwegs dynamisch. Das Einkommen muß halt signifikant über HIV-Niveau liegen. Die Gewerkschaften werden ja mittlerweile so langsam abgesägt.
Naja, aber mit Regulierung des Marktes hat das Lohnniveu über Hartz IV nicht direkt etwas zu tun. Die Grundthese ist ja, wenn eine Ressource oder eine Dienstleistung knapper wird, bei gleichbleibender oder steigender Nachfrage, dann müsste sie teurer werden.
Also ich hatte ihn so verstanden, daß er sich daran stört, daß alle Links aus der selben Quelle zitieren. Und das ist in der Tat kein sonderlich starkes Argument - wenn es nur einen gibt, der das so sieht. Es mag ein indiz sein. Aber auch nicht mehr.
Imo waren es zwei Quellen auf vier Berichte und wie schon gesagt, die einfache Behauptung, dass unsere Medien ja sowieso nur Lügen ist für mich kein Gegenargument. Zumal es sicher auch nicht schwer für ihn wäre, mal über das Thema in den Medien zu recherchieren, die er für glaubwürdig erachtet.
Da hebn wir#s doch: es werden weniger leute eingestellt. Man könnte ja bei fachkräftemangel trotzdem zumindest für weniger anspruchsvolle Aufgaben angelernte Kräfte einsetzen. Aber offenbar sind selbst die zu teuer... :)
Also in den Semsterferien hab ich bei meiner alten Arbeit angerufen und wollte einen Monat dort arbeiten. Bewerbung nicht nötig, ich war nach 5 Minuten am Telefon zu den alten Konditionen wieder eingestellt. Denn dort sucht man händeringend Fach- und Hilfskräfte, man findet eben nur zur Zeit keine. Liegt eventuell daran, dass die Löhne stagnieren? Früher konnte man vielleicht vom Gehalt einer Pflegekraft besser leben als heute? Die Realeinkommen sinken ja flächendeckend, während die Abgabenlast eher zunimmt.
@ Zeitgeist:
In der DDR gabs auch soziale Unterschiede, die äußerten sich aber nicht im Nettoverdienst. Wenn du selbst in der Zone aufgewachsen bist, weißt du ja, dass man sich vom zehnfachen Gehalt nicht annähernd so viel hätte kaufen können wie heute, weils vieles halt nicht gab. Es war ja eher ein reger Tauschhandel unter der Hand.
Wenn du natürlich ein hohes Tier in der Partei warst, hast du sicherlich eher mal was bekommen, was rar war. Allerdings waren die sozialen Unterschiede insgesamt nicht so hoch, da hast du schon recht( obwohl bis zum Bau der Mauer ja viele Leute mit gefragter Fachausbildung einfach in den Westen geflohen sind, weil man dort halt besser leben konnte).
Das Problem an sich sind ja nicht unbedingt die Gehaltsunterschiede sondern die Entwicklung. Wenn ein Unternehmen hohe Gewinne einfährt und der Manager Boni in Millionenhöhe bekommt, wo ist denn dann die Prämie oder die Lohnerhöhung für die Arbeiter? Noch dreister ist es ja in der Krise gewesen, wo die Boni trotzdem weitergezahlt wurden, aber man ja angeblich sparen musste und es deswegen nur eine Nullrunde bei den Tarifverträgen gab.
Im "real existierendem Sozialismus" waren die Unterschiede längst nicht so krass wie heutzutage. Man konnte vernünftig von seinem Lohn leben (und nicht nur existieren) und brauchte keine Angst um das Morgen und Übermorgen zu haben. Man hatte also wenig Stress was das Wesentliche anging.
Oh man wo hast du denn so einen Unsinn her?
In der DDR gab es durchaus Armut insbesodnere Altersarmut. Die staatlichen Renten waren oft so gering, dass Ruheständler und Renter weiter arbeiten mussten (in den 70er Jahren musste jeder 5 Rentner arbeiten um nicht ins finanzielle Desaster abzurutschen).
Einkommensunterstützungen für alleinerziehende Mütter oder Witwen existierten kaum. Sicherungsansprüche wurden systematisch von der Institution Ehe abgezogen und an Erwerbsarbeit gekoppelt. Unterhaltszahlungen von Männern waren höchst unüblich und Witwenrente wurde nur an Invaliden und Frauen mit Kleinstkindern gezahlt.
Und auch mit dem angeblich wenigem Stress ist völliger Quatsch und komplett haltlos. Die sogenannte Vollbeschäftigung konnte in er DDR nur eireicht werden, weil die Lebensläufe (bereits von Kindheit/Jugend an) erwerbszentriert bzw. -optimiert wurden.
Im Kindergarten wurde Kollektiv- und Arbeitserziehung erteilt, der polytechnische Unterricht der allgemeinbildenden Schulen diente diesem Zweck, wie auch die strikte Orientierung der Ausbildungsgänge an den Erfordernissen der Wirtschaft. Insgesamt wurden Bildungswege und berufliche Chancen viel stärker als im Westen staatlich reguliert, womit kontinuierliche Erwerbsbiographien durchgesetzt wurden.
In der DDR gab es nicht nur das Recht auf Arbeit, sondern auch die Pflicht!
Und was nützte es den Menschen, wenn sie sich den Wohnraum leisten konnten, aber keiner da war...
Also bitte informiere dich vorher, bevor du solch inhaltlich falsche Dinge hier verbreitest - Danke!
Zeitgeist
11.04.2011, 08:41
Also bitte informiere dich vorher, bevor du solch inhaltlich falsche Dinge hier verbreitest - Danke!
In der DDR hatten bedeutend weniger Menschen Existenzängste. Ist nun mal so.
Das Problem an sich sind ja nicht unbedingt die Gehaltsunterschiede sondern die Entwicklung. Wenn ein Unternehmen hohe Gewinne einfährt und der Manager Boni in Millionenhöhe bekommt, wo ist denn dann die Prämie oder die Lohnerhöhung für die Arbeiter? Noch dreister ist es ja in der Krise gewesen, wo die Boni trotzdem weitergezahlt wurden, aber man ja angeblich sparen musste und es deswegen nur eine Nullrunde bei den Tarifverträgen gab. Wenn die einen immer mehr bekommen, während die anderen mit ihren Reallöhnen seit über 10 Jahren stagnieren, dann sind es eben doch die Gehaltsunterschiede, die hier das Problem darstellen.
Es geht wie immer nicht darum die DDR zu romantisieren, sondern darauf hinzuweisen, dass eine Gesellschaft auf ein bestimmte Bandbreite an Gehältern angewiesen ist, um Leistungsgerechtigkeit zu erzeugen. Wobei der Effekt heutzutage überschätzt wird. Ein Arzt würde auch Arzt, wenn er nur geringfügig mehr als eine Schwester verdienen würde; Aussicht auf ein hohes Gehalt als Primäranreiz schafft sowieso keine guten Ärzte. Wo wir wieder bei dem eigentlich Problem an der Marktwirtschaft wären: Alles kann bisher nur rein monetär bemessen werden - und eben das ist höchst insuffizient. Deswegen braucht man halt alternative Währungen, etwa welche, in denen nur der reine Zeitaufwand den Wert bestimmt.
In der DDR hatten bedeutend weniger Menschen Existenzängste. Ist nun mal so.
Oje und in Somalia gibts weniger Verkehrstote als in Deutschland.
Komplett kontextlose Argumente sind immer ganz prima. :thumb:
Zeitgeist
11.04.2011, 09:46
Vielleicht hätte ich Vanuatu (http://www.sueddeutsche.de/panorama/wo-die-gluecklichen-menschen-leben-erzaehl-das-bloss-niemanden-1.859211) wählen sollen. Dann würdest du nicht so emotional reagieren (das für dich die DDR ein rotes Tuch ist, weiss ich ja bereits). Die These lautet nämlich: Gleichheit macht glücklich.
"Die Leute hier sind glücklich, weil sie mit wenig zufrieden sind. Das Leben dreht sich um die Gemeinschaft, um die Familie und um das, was man anderen Leuten Gutes tun kann. Das ist ein Platz, wo man sich keine großen Sorgen machen muss."
(Und bevor hier jemand seine Kritik über den HPI abläd: Mir geht es dabei um das große Ganze. Die Idee dahinter (nicht *nur* nach BIP und Wachstum zu messen), die zu einem Umdenken beitragen kann. Und wer wirklich umdenken möchte, der sollte sich nicht von Details ablenken lassen. Kurz - mich interessiert: Was ist möglich!? Nicht: Was ist nicht möglich?!)
Amok Der Heiler
11.04.2011, 09:50
In der DDR hatten bedeutend weniger Menschen Existenzängste. Ist nun mal so.
Komisch nur das in der DDR mehr Leute den Freitod gewählt haben als im Westen.
Vielleicht hätte ich Vanuatu (http://www.sueddeutsche.de/panorama/wo-die-gluecklichen-menschen-leben-erzaehl-das-bloss-niemanden-1.859211) wählen sollen. Dann würdest du nicht so emotional reagieren (das für dich die DDR ein rotes Tuch ist, weiss ich ja bereits).
Der Südseestaat ging ja bereits vor einiger Zeit durch die Presse - ich finde die Idee und das Ergebnis nach wie vor bemerkenswert.
Unsere Nachbarn die Dänen sind ja in diesen Glücksrankings auch immer ganz weit vorne dabei, die Schnittmenge des Gemeinschaftsgefühls und der Bescheidenheit sehe ich hier als wesentliche Parallele zu Vanuatu. Wobei mich persönlich, auch aufgrund der besseren vergleichbarkeit, das positive dänische Abschneiden im Glücksranking mehr interessiert.
Zu Vanuatu: mal ehrlich, wenn man an so einer Stelle lebt steht das dem persönlichen Lebensglück bestimmt nicht im Weg. :)
http://www.rma-hotels.de/business-hotel/port_vila/le_lagon_resort_vanuatu.jpg
Die DDR ist für mich kein rotes Tuch, ich verabscheue nur die immer noch auftauchenden Geschichts- und Realitätsverklärungen.
Ankh Mhutin
11.04.2011, 10:10
Komisch nur das in der DDR mehr Leute den Freitod gewählt haben als im Westen.
Na, ich bin mir sicher, daß wir die DDR da mittlerweile eingeholt haben. Und das schöne bei uns ist: ein gewisser Anteil der Suizidanten beglückt auch noch einige seiner Mitmenschen mit dem seltenen Vergnügen des Ablegens.
Zu Vanuatu: mal ehrlich, wenn man an so einer Stelle lebt steht das dem persönlichen Lebensglück bestimmt nicht im Weg. :)
Na, bei mir siehts zwar nur so aus, aber ich fühl mich auch wohl:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Kirche_in_Eiche.JPG&filetimestamp=20090911045028
Es ist oft nur eine Frage des Blickwinkels, ob man von vorn oder von hinten guckt. Wir Männer kennen das ja auch bei Frauen... :cheers:
Die DDR ist für mich kein rotes Tuch, ich verabscheue nur die immer noch auftauchenden Geschichts- und Realitätsverklärungen.
Wobei es die verklärung ja in beide Richtungen gibt. Ich habe zum Beispiel den Vorzug, auf der einen Seite der Familie sehr systemnahe Beamte und auf der anderen Seite Arbeiter aus einem der schlimmsten Drecklöcher der Republik gehabt zu haben. Ich kenne sozusagen beide Seiten.
Amok Der Heiler
11.04.2011, 10:36
Na, ich bin mir sicher, daß wir die DDR da mittlerweile eingeholt haben. Und das schöne bei uns ist: ein gewisser Anteil der Suizidanten beglückt auch noch einige seiner Mitmenschen mit dem seltenen Vergnügen des Ablegens.
In Absoluten Zahlen hast du recht, dürfte daran liegen das wir ja ein paar Staatsbürger wiedergewonnen haben. In Prozent ist das ganze aber seit dem nicht merklich gestiegen. Dazu muss die Frage erlaubt sein, wie sehe es denn heute in der DDR aus?
Zeitgeist
11.04.2011, 12:57
Komisch nur das in der DDR mehr Leute den Freitod gewählt haben als im Westen.
Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?
Ankh Mhutin
11.04.2011, 13:20
Dazu muss die Frage erlaubt sein, wie sehe es denn heute in der DDR aus?
Da wäre wohl erstmal die Frage wichtig: wie sähe heute die DDR aus? Davon abgesehen zitiere ich gerne noch Wikipedia:
"Forscher führen dies jedoch weniger auf die Gesellschaftsordnung, sondern eher darauf zurück, dass das Territorium der DDR hauptsächlich Gebiete wie Sachsen und Mecklenburg umfasste, die schon im Deutschen Reich erhöhte Suizidraten aufwiesen. In der Folgezeit ging diese Häufigkeit jedoch zurück"
Das dürfte der Argumentation wohl ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen.
Amok Der Heiler
11.04.2011, 14:46
Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?
Existenzängste, Angst vor Altersarmut alles Gründe warum sich Menschen das Leben nehmen. Könnte man schon vermuten, das wenn die Suizidrate hoch ist, in solchen Bereichen eines im argen lag.
Da wäre wohl erstmal die Frage wichtig: wie sähe heute die DDR aus?
Den gehe es wohl heute noch schlechter, denn der "Wohlfühlsozialismus" unter Honecker auf Pump, ist wohl kein nachhaltiges Modell. Die Junge fliehen und die alten werden freiwillig in den Westen geschickt, damit sie die Kassen nicht so belasten.
"Forscher führen dies jedoch weniger auf die Gesellschaftsordnung, sondern eher darauf zurück, dass das Territorium der DDR hauptsächlich Gebiete wie Sachsen und Mecklenburg umfasste, die schon im Deutschen Reich erhöhte Suizidraten aufwiesen. In der Folgezeit ging diese Häufigkeit jedoch zurück"
Das relativiert der Autor allerdings in einem seiner späteren Aufsätze, trotzdem scheint es an diesem Punkt zuviele Einflussfaktoren zu geben, daher macht wohl eine weitere Betrachtung dieses Aspekts nur wenig Sinn.
@ denkprekariat
deine Kritik an der Thematisierung von h4 in Bezug auf den thread ist übereilt.
h4 ist eine so dermaßen krasse Maßnahme gegen demokratische, humanistische, republikanische oder sonstige unseren Grundwerten eigene Schätze, daß es tatsächlich den entscheidenden Knackpunkt der aktuellen Lage bildet. An der PIIGS-Diskussion kann man sogar erkennen, daß h4 für ganz Europa in der Umsetzung begriffen ist. Dadurch exportieren wir den Dreck sogar, womit die potentiellen Auswanderziele aus dem Rennen genommen werden.
Das sollte jedem klar sein.
Viele Erwachsene erzählen einem, wie schön ihre Schulzeit war und wie entspannt, dagegen ihr Arbeitsalltag hart und stressig.Leider neigt die Erinnerung dazu, Unangenehmes zu verkleinern und Angenehmes entsprechend zu überhöhen. Haben die schlechten Schüler den Ärger, der sich im Zusammenhang mit 'schlechten Leistungen' ergibt, müssen sich die guten Schüler mit den Einschränkungen rumschlagen, die ein forcierter Lerneinsatz nun einmal mit sich bringt.
Die Zahl derer, die tatsächlich 'ganz entspannt' durch die Schulzeit gekommen sind, dürfte über Randgruppengröße nicht wesentlich hinausgehen.
Und das Arbeit hart und stressig ist, wirkt auch erst in der zweiten Hälfte der bundesrepublikanischen Historie so allgemein. Vorher drohte nicht ständig die Arbeitslosigkeit mit Endstation h4. Ich habe in etlichen verschiedenen Bereichen gearbeitet, wobei ich nirgends den Eindruck hatte, daß Arbeit prinzipiell und immer 'hart und stressig' sei. "Arbeit macht frei" ist ja keine Erkenntnis der KZ-Betreiber sondern eine alte Weisheit, die leider (unrettbar?) in den braunen Dreck gezogen wurde.
Aber wenn man nicht gerade unter unwürdigen Bedingungen arbeiten muß, oder wenn man eine moralisch bedenkliche oder offenkundig sinnlose Tätigkeit verrichten muß, dann kann 'Maloche' sogar fetten Fun machen.
Und für's Arbeitsleben lautet mein Ratschlag: Sucht euch was Richtiges! Etwas für's Leben. Dem Handwerk beispielsweise wird nachgesagt, es habe goldenen Boden.
Wer weiß, wie man was aus Holz baut, der kann was aus Holz bauen. Klingt ziemlich simpel und funktioniert immer :)
@ Wandel der Gesellschaft
Am Wochenende unterhielt ich mich mit Miteltern über dieses Thema, wobei diese dann auf meine Klage hin, es würden zu viele Lebensmodelle durch das Konkurrenzprinzip verunmöglicht, ganz schlau postulierten. "Die jungen Leute wollen doch heute gar nicht mehr Gedanken an eigene Familie und sowas verschwenden." Und ans Alter würden sie auch nicht denken... wäre ja auch normal, hätten sie selbst in dem Alter ja auch nicht gemacht. Das befremdete mich doch etwas, denn im Verlauf des Gesprächs wurde deutlich, daß mit diesen Miteltern nicht zu rechnen ist, um eine nachhaltig organisierte Zukunft auch für Enkel und Urenkel zu gestalten. Schade eigentlich.
Mich ärgert das enorm, sehe ich doch dieses Unterlassen als einer Art proaktiver Maßnahme, die unseren Nachwuchs in felderweise offene Messer rennen läßt. Aber irgendwie wurde das nicht so gesehen. Dabei ist deren Bub fleischgewordenes Klischee in Sachen Schulversagen&Co und das Töchterchen zwar herzensgut aber leider unangemessen oberflächlich, wenn sie es sich aussuchen kann.
Und diese Eltern sind Gold gegen die nicht gezeigten innerhalb einer Reportage über Schulabgänger, deren Berufsweg jahrelang im Nichts verlief. Denn die Eltern meckerten nur und ausschließlich, halfen nie und nirgends, und verplanten das vielleicht frei werdende Zimmer der tochter zum nächsten Ersten. Mein Sohn war so schockiert wie ich, als wir das betrachteten.
@ Existenzangst
Auch wenn ich als bekennender DDR-Nostalgikersympathiesant möglicherweise Alfredo an die empfindliche Stelle trete, möchte ich doch nochmal mit Nachdruck darauf hinweisen, daß sich bis zur Wende in beiden Teilen Deutschlands insgesamt ein niedrigeres Existenzangslevel bei Befragungen ergab, als es ab Mitte der 90er der Fall war. Da ging die Post nämlich so richtig ab. Da wurden merhfach Studien bekannt, die ergaben, daß die Existenzangst langsam aber sicher die Einkommensschichten nach oben klettern würde. Da war im Westen bereits eine Dekade neoliberaler Fascho-Propaganda losgetreten worden. Immer schön mit der Parole "Die Kassen sind leer!"
Und im Osten war wahrscheinlich jedem klargeworden, ob er zu den Gewinnern oder zu den Verlierern zählt, was ab da auch relativ unabänderlich fixiert war für den Einzelnen.
Und daß die Verlierer im Osten ordentlich einen auf den Deckel verdient hatten, belegte ja auf erfrischende Weise die Ossi-Witz-Propaganda in sämtlichen Medien.
Und mit der Agenda2010 war dann jedem offensichtlich, daß halt auch im 'goldenen Westen' nach Kräften auf das Regelwerk geschissen wird. Einziger Lichtblick: In Somalia ist es noch beschissener. Failing state olé!
Zeitgeist
11.04.2011, 22:05
Existenzängste, Angst vor Altersarmut alles Gründe warum sich Menschen das Leben nehmen. Könnte man schon vermuten, das wenn die Suizidrate hoch ist, in solchen Bereichen eines im argen lag. Könnte man. Wenn man sich nicht richtig auskennt. Ja.
Aber die Existenzängste sind eher heutzutage ein Primärgrund. Damals nahmen sich nicht wenige das Leben, weil sie in diesem autoritärem System weder ausbrechen noch damit leben konnten. Also politisch motivierte Suizide waren damals leider an der Tagesordnung. Heute vermischt sich das stark. Kann man zum Teil gar nicht mehr auseinanderhalten.
Deine Polemik a'la Existenzängste heutzutage vs. Existenzängste damals als Grund damals hat damit einen sehr, sehr dünnen Boden. Sorry, aber ohne dich großartig zu kennen, ahne ich schon, aus welchem Teil Deutschlands du kommst.
Und für's Arbeitsleben lautet mein Ratschlag: Sucht euch was Richtiges! Etwas für's Leben. Dem Handwerk beispielsweise wird nachgesagt, es habe goldenen Boden.
Wer weiß, wie man was aus Holz baut, der kann was aus Holz bauen. Klingt ziemlich simpel und funktioniert immer. :) Exactamundo!
Am Wochenende unterhielt ich mich mit Miteltern über dieses Thema, wobei diese dann auf meine Klage hin, es würden zu viele Lebensmodelle durch das Konkurrenzprinzip verunmöglicht, ganz schlau postulierten. "Die jungen Leute wollen doch heute gar nicht mehr Gedanken an eigene Familie und sowas verschwenden." Und ans Alter würden sie auch nicht denken... wäre ja auch normal, hätten sie selbst in dem Alter ja auch nicht gemacht. Das Problem ist, das sie aus einer Generation stammen, in dem das Leben wesentlich einfacher war als heutzutage.
Die können sich eben nicht vorstellen, wie hart manche Auswahlverfahren sind oder was für Anforderungen gestellt werden. Oder dass man als Einzelverdiener "in der Mitte der Gesellschaft" keine Familie mehr ernähren kann. Wie auch, bei 2000-3500 Brutto und diesen inflationären Preisgefilden. Da sind solche Stammtischparolen schnell aufgetischt. Fertig, Rechtfertigung done, ignore now.
Den gehe es wohl heute noch schlechter, denn der "Wohlfühlsozialismus" unter Honecker auf Pump, ist wohl kein nachhaltiges Modell. Nicht? Ich wechsel mal das Regime. Also nehmen wir Adi, gut?
Deutschland wurde von '33 bis '39 in nur 7 Jahren eine Weltmacht. Da wurde soviel geschafft - für all diesen Tatendrang braucht man heutzutage 40 Jahre. Wie jetzt? "Das ging aber nur auf Pump?" Natürlich! Schulden, Schulden, Schulden.
Aber es wurde etwas physisch getan, oder? Also eine Autobahn auf Pump steht erstmal da, richtig? Und was ist die Schlussfolgerung? Geld - oder das wafür wir es halten - ist nur ein gewaltiger Filter, der uns daran *hindert* das zu tun, was wir eigentlich *könnten*. Es heißt nie: "Dafür ist kein Know-How da", oder "dafür fehlen uns die Arbeitskräfte", sondern doch immer nur "Dafür fehlt uns aber das Geld!". Wenn wir diesen gigantischen Filter weglassen, dann wäre soviel mehr möglich. Wir wären innerhalb von Jahren auf dem Mars, wir könnten das Welthungerproblem in einem Jahrzehnt lösen, wir könnten in 20 Jahren *weltweit* unsere Energie aus regenerativen Quellen gewinnen und länderübergreifend optimal speichern.
Es hängt alles nur am Geld in der jetzigen Form. Geld ist der Grund warum wir die Dinge die wir nicht möchten scheinbar freiwillig tun - und Dinge die wir möchten nicht tun, weil wir sie scheinbar nicht tun können.
Wenn man wirklich was ändern will, muss man genau da ansetzen. Alles andere ist Kosmetik.
Amok Der Heiler
12.04.2011, 11:56
Könnte man. Wenn man sich nicht richtig auskennt. Ja.
Aber die Existenzängste sind eher heutzutage ein Primärgrund. Damals nahmen sich nicht wenige das Leben, weil sie in diesem autoritärem System weder ausbrechen noch damit leben konnten. Also politisch motivierte Suizide waren damals leider an der Tagesordnung. Heute vermischt sich das stark. Kann man zum Teil gar nicht mehr auseinanderhalten.
Warum kehrst du zu diesem Punkt zurück, den ich schon als nicht zu treffend erkannt habe und widerholst es dann falsch?
Auch, wenn es in der DDR eine höhere Selbstmordrate gab, kann man diese nicht dem politischen System vorwerfen, das sagt der großteil von Forschern.
Udo Grashoff: Die hohe Selbsttötungsrate der DDR - verursacht durch politische Repression? (http://public.beuth-hochschule.de/~kred/Suizide/Fachbeitraege/Suizidrate_DDR.pdf)
Das Existenzängste heute ein primär Grund sind halte ich ebenfalls für falsch, erstens gehen die Suizide leicht zurück bzw. stagnieren, zweitens nehmen sich meistens ältere Menschen das leben. Der großteil der Suizidfälle fällt damit in den Bereich des Alterssuizid.
Nicht? Ich wechsel mal das Regime. Also nehmen wir Adi, gut?
Deutschland wurde von '33 bis '39 in nur 7 Jahren eine Weltmacht. Da wurde soviel geschafft - für all diesen Tatendrang braucht man heutzutage 40 Jahre. Wie jetzt? "Das ging aber nur auf Pump?" Natürlich! Schulden, Schulden, Schulden.
Ich habe nichts gegen Schulden, ich habe etwas gegen Schulden machen die nichts nachhaltiges hervorbringen, um diese Schulden zu tilgen. Wenn ich mir anschaue was unter Ulbricht gemacht worden ist. Schwerindustrie für ein Land das kaum Rohstoffe besitzt. Ich muss kein Prophet sein um zu sagen das sowas in die Hose geht.
Aber es wurde etwas physisch getan, oder? Also eine Autobahn auf Pump steht erstmal da, richtig? Und was ist die Schlussfolgerung? Geld - oder das wafür wir es halten - ist nur ein gewaltiger Filter, der uns daran *hindert* das zu tun, was wir eigentlich *könnten*. Es heißt nie: "Dafür ist kein Know-How da", oder "dafür fehlen uns die Arbeitskräfte", sondern doch immer nur "Dafür fehlt uns aber das Geld!". Wenn wir diesen gigantischen Filter weglassen, dann wäre soviel mehr möglich. Wir wären innerhalb von Jahren auf dem Mars, wir könnten das Welthungerproblem in einem Jahrzehnt lösen, wir könnten in 20 Jahren *weltweit* unsere Energie aus regenerativen Quellen gewinnen und länderübergreifend optimal speichern.
Es hängt alles nur am Geld in der jetzigen Form. Geld ist der Grund warum wir die Dinge die wir nicht möchten scheinbar freiwillig tun - und Dinge die wir möchten nicht tun, weil wir sie scheinbar nicht tun können.
Wenn man wirklich was ändern will, muss man genau da ansetzen. Alles andere ist Kosmetik.
Ok also schaffen wir einfach dass Geld ab, sprich unser Belohnungssystem.
Als aller erstes wie möchtest du so etwas durchsetzen? Müssten ja wohl alle auf der Erde dran teilnehmen.
Wie soll dann die Verteilung des Wohlstandes, bzw. des Konsums von statten gehen? Was passiert wenn alle Leute Kaviar haben wollen, aber nicht genug für alle da ist? Was machst du, wenn alle Menschen nach Hawaii ziehen möchte, die Insel aber nicht für alle Platz hat?
Wie willst du die Leute dazu bringen jeden morgen um 8 Uhr aufzustehen und eine Autobahn zu bauen.
Wer entscheidet was richtig und was falsch ist?
Du nennst jedesmal die gleiche Lösung, ob sie funktionieren würde weißt du nicht, und du weißt noch nicht einmal wie du sie einführen könntest.
Ich hab da auch eine Lösung wie wir die Probleme angehen, wir müssen einfach nur alle Menschen auf der Erde glücklich machen. Wie wir das schaffen wollen weiß ich zwar nicht, aber es würde funktionieren
Zeitgeist
12.04.2011, 19:39
Niemand hat davon gesprochen Geld abzuschaffen. Du musst mal genauer lesen. Genau wie Marktwirtschaft ein sinnvolles System zur Güterallokation ist, ist Geld theoretisch ein prima Mittel um Dinge auf dem Markt zu tauschen und Kapital dauerhaft zu speichern (Geld verdirbt ja bisher nicht). Nur das all dies eben nur die eine Seite der Medaile darstellt. Das ist die Regenbogen-Ponyhof-Seite.
Nimm doch Stellung zum Wesentlichen: Wie kann es positiv sein, wenn uns das Geld davon abhält Dinge zu tun, die wir tun möchten und tun können, aber nicht tun dürfen, weil uns das Geld dafür fehlt?
ps: Die Rohstoffe kamen aus der UDSSR, die Endprodukte gingen mehrheitlich auch dorthin. Der Osten musste eben kräftig Reparationskosten zahlen, der Westen bekam hingegen Unterstützung.
Amok Der Heiler
12.04.2011, 21:07
Niemand hat davon gesprochen Geld abzuschaffen. Du musst mal genauer lesen.
Du hast dich leider sehr bedeckt gehalten(von daher habe ich mal wild spekuliert), es freut mich schon mal das du nicht unser Geld abschaffen möchtest ;) Aber damit wir darüber diskutieren können musst du mir auch verraten um was genau es geht.
Genau wie Marktwirtschaft ein sinnvolles System zur Güterallokation ist, ist Geld theoretisch ein prima Mittel um Dinge auf dem Markt zu tauschen und Kapital dauerhaft zu speichern (Geld verdirbt ja bisher nicht).
Auch auf die Gefahr hin das ich mich wieder verspekuliere. Es geht dir grds. schon um das Geld und hättest es gerne das "verdirbt"? Grds. passiert das ja durch die jeweilige Inflation.
Nimm doch Stellung zum Wesentlichen: Wie kann es positiv sein, wenn uns das Geld davon abhält Dinge zu tun, die wir tun möchten und tun können, aber nicht tun dürfen, weil uns das Geld dafür fehlt?
Positiv ist daran gar nichts, denn der großteil der Menschen scheint ihre außenscheinliche "Gutmenschlichkeit" nicht ernst zu meinen. Bzw. die die über die gewisse Menge an Geld verfügt oder über die Macht verfügen scheinen keinen Handlungsbedarf zu sehen. Wenn die Mehrheit hier Handlungsbedarf sieht sollte sich die Mehrheit in einer Demokratie organisieren und dagegen vorgehen.
ps: Die Rohstoffe kamen aus der UDSSR, die Endprodukte gingen mehrheitlich auch dorthin. Der Osten musste eben kräftig Reparationskosten zahlen, der Westen bekam hingegen Unterstützung.
Das hätte man aber auch alles in der UDSSR fertigen können, Arbeitskräfte gab es genug, hat man aber nicht das denke ich war einer der Gründe warum die DDR gescheitert ist. Das der Westen von Reparationszahlungen verschont wurde, ist haltlos siehe Paris 1946.
Zeitgeist
13.04.2011, 21:15
Auch auf die Gefahr hin das ich mich wieder verspekuliere. Es geht dir grds. schon um das Geld und hättest es gerne das "verdirbt"? Grds. passiert das ja durch die jeweilige Inflation. Aber über Infla handelt man sich all die Probleme ein, die wir momentan haben. Das Problem ist der Realzins und das damit verbundene exponentielle Wachstum. Ich glaub bei so Sachen wie Liquiditätsprämie, Urzins und Opportunitätskosten steigt hier jeder aus der Diskussion aus (zurecht!), daher mal ein paar Kinderfragen an dich:
Was ist Inflation? Wozu "braucht" man die? Wie entsteht die überhaupt? Und warum? Wem nützt eigentlich die Inflation? Wer profitiert davon am meisten? Warum können die Preise nicht so bleiben wie sie sind? Und woher kommt eigentlich das "Geld"?
Tjojoho + Fitzefatze² ... alles ziemlich diffus, nich wa?
Ich glaub, Geld ist eben nicht das, wofür du es hältst. Die die das kritisieren, sind nicht alle das wofür du sie hältst.
Natürlich gibt es Ideen & Korrektive. Da wären wir wieder bei Freigeld, Microkrediten und Komplimentärwährungen. Was in der Energiewirtschaft die Windräder und Blockheizkraftwerke gegenüber den AKW und KKW sind, das sind eben jene gegenüber dem monopolistischen Fiat-Money von EZB, FED, BuBa & Co.
Positiv ist daran gar nichts, denn der großteil der Menschen scheint ihre außenscheinliche "Gutmenschlichkeit" nicht ernst zu meinen. Bzw. die die über die gewisse Menge an Geld verfügt oder über die Macht verfügen scheinen keinen Handlungsbedarf zu sehen. Wenn die Mehrheit hier Handlungsbedarf sieht sollte sich die Mehrheit in einer Demokratie organisieren und dagegen vorgehen. Das hat erstens mit Gutmenschlichkeit gar nichts zu tun, weil es ein systemimmanenter Fehler ist und zweitens bist du komplett naiv, was deinen Glauben an die Demokratie angeht. Seh's mal so: Auch die Merkel hat nicht die Macht, nur die Regierung.
Amok Der Heiler
15.04.2011, 10:29
@Zeitgeist
Deine Antwort findest du hier Politikthread (http://www.wartower.de/forum/showthread.php?t=579478&page=212)
Nameless
15.04.2011, 11:47
Auch die Merkel hat nicht die Macht, nur die Regierung.
Nichteinmal das trifft an sich noch zu.
Die Regierung sollte -eigentlich- regulierend auf die Wirtschaft einwirken.
Monopolbildung, wirtschaftliches Ungelichgewicht, etc. überwachen.
Davon ist wenig zu spüren, im Gegenteil:
Wenn man sich in den letzten Jahren "unterstützte" Branchen anschaut.
Autoindustrie:
Subvenitionen in Milliardenhöhe, Kurzarbeit (von Amt finanziert) und am Ende doch tausende Entlassungen.
Der Mittelstand und Kleinbetriebe sacken hoffnungslos ab, weil große Betriebe Dumpingpreise diktieren, von denen nur der Großhandel leben kann.
___________
Deine Aussage bzgl. des Geldfaktors ist schon richtig.
Schaut man sich die Preissteigerung der letzten Jahre auf notwendige Güter an (die es ja rein statistisch nicht gibt *hust*) und die Lohnsteigerung dazu (die ja rein statistisch so hoch war *hust*), kann man sich seinen Teil denken.
Bestes Beispiel Benzin:
Wenn man nicht in einer größeren Stadt lebt, hat man für das Kfz keine Alternative.
Wer in letzter Zeit mal 30 Km mit Bus und Bahn überbrückt hat weiß, dass es finanziell NICHT tragbar ist, die öffentlichen Verkehrmittel dauerhaft über Land zu nutzen.
denkprekariat
15.04.2011, 12:41
deine Kritik an der Thematisierung von h4 in Bezug auf den thread ist übereilt.
h4 ist eine so dermaßen krasse Maßnahme gegen demokratische, humanistische, republikanische oder sonstige unseren Grundwerten eigene Schätze, daß es tatsächlich den entscheidenden Knackpunkt der aktuellen Lage bildet. An der PIIGS-Diskussion kann man sogar erkennen, daß h4 für ganz Europa in der Umsetzung begriffen ist. Dadurch exportieren wir den Dreck sogar, womit die potentiellen Auswanderziele aus dem Rennen genommen werden.
Das sollte jedem klar sein.
Ich bin auch kein Fan des Gesetzes und indirekt auch Betroffener, aber es ist nunmal so, dass in jedem Thread, der sich ein bisschen allgemeindystopisch auslässt, immer sofort die Neoliberalen und die Anti-Neoliberalen darum prügeln, ob H IV nun cool ist oder uncool ist und ob die DDR nicht doch ein zweites Hawaii war. Es gibt halt noch mehr auf der Welt als diese zwei Themen und ich denke nicht, dass der TE (der sich aus der Diskussion auch scheinbar zurückgezogen hat) eben diese ausdiskutieren wollte.
Amok Der Heiler
15.04.2011, 13:08
Bestes Beispiel Benzin:
Wenn man nicht in einer größeren Stadt lebt, hat man für das Kfz keine Alternative.
Wer in letzter Zeit mal 30 Km mit Bus und Bahn überbrückt hat weiß, dass es finanziell NICHT tragbar ist, die öffentlichen Verkehrmittel dauerhaft über Land zu nutzen.
Ohne hier jetzt Partein gegen einander auszuspielen wollen. Derzeit sind die Benzinpreise wirklich drastisch gestiegen. Aber wenn du aufm Land lebst hast du auch niedrigere Mieten/Grundstückspreise und der Lebensunterhalt ist meistens auch noch günstiger. In der Stadt zahlst du mal locker das doppelte pro Quadratmeter und die Lebensunterhaltskosten sind auch nochmal höher und öffentliche Vekehrsmittel muss man genauso zahlen. Was nun günstiger ist, muss jeder für sich selbst entscheiden, bzw. sollte auch nicht nur vom Geld abhängig gemacht werden, wenn man es sich leisten kann.
Bladedancer
15.04.2011, 16:23
Ohne hier jetzt Partein gegen einander auszuspielen wollen. Derzeit sind die Benzinpreise wirklich drastisch gestiegen. Aber wenn du aufm Land lebst hast du auch niedrigere Mieten/Grundstückspreise und der Lebensunterhalt ist meistens auch noch günstiger. In der Stadt zahlst du mal locker das doppelte pro Quadratmeter und die Lebensunterhaltskosten sind auch nochmal höher und öffentliche Vekehrsmittel muss man genauso zahlen. Was nun günstiger ist, muss jeder für sich selbst entscheiden, bzw. sollte auch nicht nur vom Geld abhängig gemacht werden, wenn man es sich leisten kann.
Das hängt aber stark von der Gegend ab, wo du wohnst. Im Taunus oder in Starnberg sind die Mieten sicherlich nicht niedriger als in Berlin. ;)
Die Stromkosten liegen in Kleinstädten auch oft höher als in Ballungsräumen und das Stück Butter kostet im ADLI Hamburg genausoviel wie im ALDI Niederwürschnitz.
Amok Der Heiler
15.04.2011, 19:33
Das hängt aber stark von der Gegend ab, wo du wohnst. Im Taunus oder in Starnberg sind die Mieten sicherlich nicht niedriger als in Berlin. ;)
Die Stromkosten liegen in Kleinstädten auch oft höher als in Ballungsräumen und das Stück Butter kostet im ADLI Hamburg genausoviel wie im ALDI Niederwürschnitz.
Ich wollt jetzt auch nicht Blankenese mit Elbblick und ein Kaff im tiefsten Osten miteinander vergleichen.^^ Außreister hast du immer das stimmt! Aber im Normalfall ist Stadt teuerer als das aufm Land. Stromkosten hatte ich nicht bedacht da hast du wohl recht. Bei Aldi stimmt das zwar, aber bei anderen Ketten sieht das schon anders aus. Dort hast du durch höhere Mieten auch einfach höhere Preise.
Ankh Mhutin
15.04.2011, 22:11
Das hängt aber stark von der Gegend ab, wo du wohnst. Im Taunus oder in Starnberg sind die Mieten sicherlich nicht niedriger als in Berlin. ;)
Aber in Berlin sind die Mieten - wie ich mir merhfach glaubhaft versichern ließ - niedriger als z.B. in München. ;)
Daß es steil bergab geht mit Schland, sieht auch dieser professionelle Hingucker.
Ich persönlich fürchte, dass eine Einheit aus EZB und aufs Sparen bzw. Schulden begrenzen fixierten Politikern der Totengräber der EU werden wird. Das als Sparen fehltitulierte Aufschieben von Investitionen ist deutlich zu kurz gedacht. Man lebt gemein hin auf Verschleiß, verzehrt also den eigenen Wohlstand.
Als Ex-DDR-Bürger durfte ich dies bereits einmal live erleben. Und heute reibe ich mir die Augen, wenn ich westdeutsche Straße, gesamtdeutsche Schulen, KITAs, Sporthallen, Sportplätze, Radwege, Kanalnetze etc. beruflich besichtige. Hätten unsere Altvorderen nicht grundsolide gebaut, säßen wir aktuell schon in Ruinen. In Deutschland müssten beispielsweise > 100.000 Straßenbrücken dringend ersetzt werden, das Ganze zur Erhaltung des Status qou, nicht zur Expansion. Wir haben aber aktuell kein Geld mehr, um den Iststand zu halten, pumpen zig Milliarden in Rentenzuschüsse und HartzIV und werden in wenigen Jahren die Quittung bekommen.
(Q (http://www.weissgarnix.de/2011/04/13/die-spekulation-mag-verschwinden-aber-die-jobs-kommen-nicht-automatisch/#comment-109537) der gesamte thread dort ist recht erhellend.)
Die Schweiz ist so reich, weil sie nicht fragt, wo das Geld herkommt. Da liegt halt immer noch gestohlenes Nazigold rum und die jüdischen Familien haben so gut wie keine Chance, da jemals wieder ranzukommen.
irgendwo gelesen, weiß nicht mehr genau von wem.
das mag wohl stimmen, zum einen, zum andern, weil wir nicht in der EU sind, zum andern weil wir nicht die selbe Vergangenheit haben wie Deutschland, und drittens weil unsere Produkte gefragt sind, egal in welcher Hinsicht nun, ob Gelddepot wo man nicht viel fragen stellt, oder Maschinelles.
und ich glaube, gewisse Länder müssen das sein, den sonst würden wichtige sehr wichtige Unternehmen untergehen, Die welt ist Korrupt und wird es auch immer sein, Nur wer sich gegen das Systhem stellt wird berühmt und wird erfolgreich. Ich wage zu behaupten das selbst Leute aus Unternehmen, denen die Deutschen schwer vertrauen, Schwarzgeld in der Schweiz haben, ich würde aber auch behaupten, das dass egal ist, da diese Unternehmen das ganze am laufen halten.
so alla, ein Kluger Banker legt sein Geld nicht in der Bank an in der er arbeitet, denn entscheidet er falsch geht auch sein vermögen den Bach runter.
@Nameless
Zitat von Zeitgeist
Auch die Merkel hat nicht die Macht, nur die Regierung.
Nichteinmal das trifft an sich noch zu.
Die Regierung sollte -eigentlich- regulierend auf die Wirtschaft einwirken.
Monopolbildung, wirtschaftliches Ungelichgewicht, etc. überwachen.
Davon ist wenig zu spüren, im Gegenteil:
Wenn man sich in den letzten Jahren "unterstützte" Branchen anschaut.
Autoindustrie:
Subvenitionen in Milliardenhöhe, Kurzarbeit (von Amt finanziert) und am Ende doch tausende Entlassungen.
Der Mittelstand und Kleinbetriebe sacken hoffnungslos ab, weil große Betriebe Dumpingpreise diktieren, von denen nur der Großhandel leben kann.
___________
Deine Aussage bzgl. des Geldfaktors ist schon richtig.
Schaut man sich die Preissteigerung der letzten Jahre auf notwendige Güter an (die es ja rein statistisch nicht gibt *hust*) und die Lohnsteigerung dazu (die ja rein statistisch so hoch war *hust*), kann man sich seinen Teil denken.
Bestes Beispiel Benzin:
Wenn man nicht in einer größeren Stadt lebt, hat man für das Kfz keine Alternative.
Wer in letzter Zeit mal 30 Km mit Bus und Bahn überbrückt hat weiß, dass es finanziell NICHT tragbar ist, die öffentlichen Verkehrmittel dauerhaft über Land zu nutzen.
nennt ihr das Demokratie?
(demokratie = die Merkel wäre garniemand, irgend eine Person die irgendwo arbeitet, denn Das Volk und nur das Volk sagt was gemacht wird, die Merkel setzt um was das Volk will, habt ihr das gefühl es ist im intersse des Volkes, dass einer der gar nix tut, mehr übrig hat als einer der sich tag täglich Abarbeitet?
ich hoffe und ich glaube nicht. aber warum ist es so?? warum wo liegt das Prob?
Wäre Deutschland eine Demokratie wie es hier immer so schön gesagt wird, wäre dann die Derzeitige Regierung noch an der Macht? Ich glaube nicht.
ist doch egal auf was und wo es extrem ist, Fackt ist, ein Deutscher, der eine Ausbildung gemacht hat, und Jeden Tag Arbeitet, hat am ende weniger als einer der nur TV schaut und auf der Faulen Haut herumliegt. das Darf nicht sein. es gibt arbeitslose sehe ich ein, und einer der Arbeiten will der findet auch wieder was, aber welche die nix tun, sollten auch nix bekommen, oder zumindest weniger -> viel weniger als welche die sich Aktiv, Unaufgefordert um eine Wiedereingliederung bemühen, oder welche die sich Tag täglich abarbeiten.
Harz IV ist in einem Punkt ziemlich cool, wenn man es aus der sicht einer Faulen Haut sieht sogar Paradiesisch, aber wenn man es aus der sicht eines Arbeitenden Sieht ist es eine Verarsche...
1. Der/Die Arbeitenden Finanzieren Leute die Ehrlich gesagt, zu Faul sind zum Arbeiten, -> Ich weiß betrifft nicht alle.
2. Die die zu Faul sind haben am ende auch noch mehr als welche die dafür sorgen das die zu Faulen, ein schönes leben haben.
Ich weiß Ihr seit 80 Mio, das ist ~ 11x Mehr als die Schweiz Einwohner hat, ich weiss es ist schwer etwas zu verändern, gerade weil es hier um eine viel größere Menge an Meinungen geht als in der Schweiz, aber solche Missstände fallen hoffentlich allen auf, das kann so nicht weiter gehen, es kann doch nicht sein, das man als Normaler Arbeitender Weniger bekommt als jemand der nix tut... das entspricht keiner Logik.
Ankh Mhutin
17.04.2011, 11:20
das mag wohl stimmen, zum einen, zum andern, weil wir nicht in der EU sind, zum andern weil wir nicht die selbe Vergangenheit haben wie Deutschland, und drittens weil unsere Produkte gefragt sind, [...]
Und sicherlich auch ein wenig, weil Ihr sowohl absolut weniger Einwohner habt, als auch eine geringere Bevölkerungsdichte. Im Übrigen verdienen die Schweizer ja traditionell sehr gut an Kriegen -> Reisläufer... :D
[...] dass einer der gar nix tut, mehr übrig hat als einer der sich tag täglich Abarbeitet?
Naja, nach der Formel dürfte ein Feuerwehrmann auch nur Geld bekommen, wenn es brennt. Auch wenn Du natürlich auf etwas anderes abzielst, aber... Es ist der fundamentale Trugschluß schlichter Gemüter, zu glauben, daß der Preis am Markt dadurch entsteht, daß eine Arbeit hart ist. Das sind aber nach meiner Erfahrung auch oft diejenigen, die außer ighrem eigenen Job nichts gesehen haben und als Ingenieur keinen Tag durchhalten würden - weil sie's denken in dieser Dichte so sehr gewöhnt sind, wie der durchschnittliche Ingenieur das stundenlange Ziegelschleppen. ;)
Um etwaigen persönlichen Repliken vorzugreifen: ich bin zwar Softwarearchitekt, habe aber in meinem Leben auch Jobs gehabt, wie z.B. Mögelpacker. Und Zivi habe ich im Pflegeheim gemacht.
es gibt arbeitslose sehe ich ein, und einer der Arbeiten will der findet auch wieder was, [...]
Dieser Ausspruch läßt, wie ich finde, zwei Schlüsse auf Dich zu: entweder Du bist dumm und unreflektiert, oder Du bist ein Arschloch. Such Dir aus, was Dir besser steht!
Es geht nicht um die Arbeit, Arbeit findet sich immer, Arbeit liegt auf der Straße - und wenn man, weil es sonst nichts mehr zu tun gibt, die Gullideckel blank putzt. Selbst ein "fauler, fernsehguckender HIVler" hat Arbeit - der muß sein Bier ja auch irgendwie 'ran schaffen - und sich übrigens auch mit dem Amt herumschlagen. Das Problem ist, daß Arbeit aus Selbstzweck frühestens dann interessant wird, wenn man das eigene Überleben halbwegs gesichert hat.
aber welche die nix tun, sollten auch nix bekommen, oder zumindest weniger -> viel weniger als welche die sich Aktiv, Unaufgefordert um eine Wiedereingliederung bemühen, oder welche die sich Tag täglich abarbeiten.
Bist Du bereit, denen, die etwas tun, einen fairen Lohn (Gehalt) zu finanzieren? Oder kaufst Du auch bei Saturn? ;)
Harz IV ist in einem Punkt ziemlich cool, wenn man es aus der sicht einer Faulen Haut sieht sogar Paradiesisch, aber wenn man es aus der sicht eines Arbeitenden Sieht ist es eine Verarsche...
Wie gesagt: entweder dumm oder Arschloch. Was arbeitest Du eigentlich? Schürfst Du Uran mit der Hand, oder wieso meinst Du, so sicher zwischen hart arbeitender und fauler Bevölkerung unterscheiden zu können - und dürfen?
2. Die die zu Faul sind haben am ende auch noch mehr als welche die dafür sorgen das die zu Faulen, ein schönes leben haben.
Geiz ist geil. Apropos: was bezahlst Du eigentlich für Deinen morgendlichen Kaffee und was davon kommt bei den Erzeugern an?
[...] es kann doch nicht sein, das man als Normaler Arbeitender Weniger bekommt als jemand der nix tut... das entspricht keiner Logik.
Logik ist wertlos, wenn man von falschen Annahmen ausgeht.
Bladedancer
17.04.2011, 11:23
Aber in Berlin sind die Mieten - wie ich mir merhfach glaubhaft versichern ließ - niedriger als z.B. in München. ;)
Sicher, Berlin hat glaub ich sowieso sehr günstige Mieten im deutschen Schnitt. Genauso wie Chemnitz und Halle und das sind auch Großstädte. Daher kann man eben die Aussage nicht pauschalisieren, dass es in der Stadt teurer ist, als auf dem Land.
@ Noemi
Deine Sprüche zur Arbeitslosenproblematik erklären mir zumindest, warum die Schweiz auch den Bach runter geht. Wenn du beispielhaft für 'die junge Schweiz' bist, wundert mich gar nichts mehr. Vielleicht war Gaddafis Forderung euren Laden aufzulösen, von tiefer Weisheit durchdrungen.
Letztens sah ich auf 3sat mal wieder Schweizer-TV. Diverse Reportagen über u.a. das 'Umzonen' (Änderung der Flächennutzung von Agrarfläche zum Baugebiet) und die Folgen. Oder einen Beitrag über den Unterschied zwischen Grünen und Grün-Liberalen.
Hatte ich beim Minarett-Debakel noch gehofft, es würde sich um eine einmalige Kampagnenwirkung handeln, die die aufgeklärten Demokraten, die ich vorurteilsmäßig in der Schweiz als 'stille Mehrheit' verortete, mal kräftig aufrütteln würde, so zeigen mir sowohl die grottigen Ergebnisse schweizer Politik als auch so Sprüche wie dein "Arbeitslose sind faul." oder "Hartz4 ist das Paradies", daß der Verfall leider auch vor dieser ehemaligen Bastion demokratischer Gesinnung nicht Halt macht.
"Das Weltjudentum ist für alles Übel dieser welt verantwortlich."
"Sklaven aus Afrika sind unser gottgegebenes Recht."
"Kommunismus führt zur perfekten Gesellschaft, und wer anderes behauptet, muß eben in den Gulag"
"Der Papst/die Partei/der Führer/der Sultan/der König hat immer Recht"
Solche Sprüche waren zu einem Zeitpunkt in einer Region die akzeptierte Mehrheitsmeinung. Ex post werden diese Momente jetzt allerdings als komplett gegen unsere aktuellen Grundwerte stehend empfunden. Die Menschenrechte sind völlig anders aufgestellt. Meinst du, schlaue @Noemi, daß dein menschenverachtender Parolenmüll ernsthafte Chancen hat, für ein nachhaltiges Miteinander der Menschen auf dem Planeten zu sorgen?
An welches historische Beispiel denkst du denn, wenn du deinen Schwurbel absonderst? Wo und/oder wann ist denn schon mal eine Nation an volksweiter Faulheit eingegangen?
Beispiele, daß über ein bestimmtes Maß hinausgehende Verteilungsungerechtigkeit Gesellschaften zusammenbrechen läßt, gibt es allerdings zuhauf.
Wissen deine Eltern eigentlich, womit du in der Öffentlichkeit zu glänzen versuchst?
Wäre Deutschland eine Demokratie wie es hier immer so schön gesagt wird, wäre dann die Derzeitige Regierung noch an der Macht? Ich glaube nicht.
Das teile ich durchaus, wobei ich das als zutreffend für sämtliche 'großen' Demokratien so sehe. Und wenn ich mir die Wickelmützenhatz bei den Skandinaviern so anschaue, dann habe ich sogar erhebliche Zweifel, daß nicht auch die Kleinen grandios am Scheitern sind.
Einer meiner Hauptvorwürfe gegen die Ausrichtung auf Sozialdarwinismus basierend auf wirtschaftlichem Erfolg des Einzelnen besteht darin, daß es hochgradig freiheitseinschränkend wirkt. Ich äußere mich aus der Position eines 'echten Liberalen', dem es um möglichst viel Freiheit für die Gemeinschaft geht, und nicht um möglichst glitzernden Pomp für Wenige, der als eine Art Ersatzfreiheit zur Huldigung im TV angeboten wird.
@Ankh Mhutin
deiner Ansicht nach gehe ich von:
wenn man von falschen Annahmen ausgeht.
wie auch immer, man behandle trozdem das gegenüber mit Respeckt, und denke sich solche wörter.
Wie gesagt: entweder dumm oder Arschloch. Was arbeitest Du eigentlich? Schürfst Du Uran mit der Hand, oder wieso meinst Du, so sicher zwischen hart arbeitender und fauler Bevölkerung unterscheiden zu können - und dürfen?
also auf deine Frage, ich Arbeite als Landschaftsgärtnerin. und mach den Vorkurs zur Obergärtnerin.
¨Naja, nach der Formel dürfte ein Feuerwehrmann auch nur Geld bekommen, wenn es brennt. Auch wenn Du natürlich auf etwas anderes abzielst, aber... Es ist der fundamentale Trugschluß schlichter Gemüter, zu glauben, daß der Preis am Markt dadurch entsteht, daß eine Arbeit hart ist. Das sind aber nach meiner Erfahrung auch oft diejenigen, die außer ighrem eigenen Job nichts gesehen haben und als Ingenieur keinen Tag durchhalten würden - weil sie's denken in dieser Dichte so sehr gewöhnt sind, wie der durchschnittliche Ingenieur das stundenlange Ziegelschleppen.
Nein Nein Nein, du verstehst mich falsch, es geht mir nicht darum, um die Härte einer Arbeit, auch ein Bank Angestellter kann ein Harten Tag haben, die Härte einer Arbeit definiere ich nicht mit der Körperlichen Anstrengung bzw nicht nur, denn dann hätte der Bankangestellte ja dauernd Ferien, Die Härte einer Arbeit kann man nur damit definieren, was den in der Arbeit am meissten gefordert wird, so wird der Bank Angestellte geistig viel müder sein als Körperlich, dagegen einer der in einer Mine Arbeitet, kann sich geistig noch viel Gedanken machen, aber Körperlich kein strich mehr.
so ist dein Vergleich mit dem Ingenieur, auch hinfällig... ein Konstrukteur wird eher geistig gefordert als Körperlich.
--> geiz is geil... aber naja wenn du es so siehst super... für mich geht die rechnung nicht auf, wie will ein Litter Orangensaft billiger sein als ein Kilo Orangen, wo doch auf der Packung steht, es wäre orangensaft. Klar mir is auch klar das das nur ein Konzentrat ist... aber hoffe du hast die Info verstanden.
--> ich bezahle lieber mehr dafür sind alle glücklich in der Kette vom Erzeuger bis zu mir.
lg Noemi
Trollchen
17.04.2011, 13:10
Es wäre nett, wenn ihr den Tonfall wieder in weniger giftige Regionen bringen könntet, das macht zunehmend weniger Spaß beim mitlesen.
Danke
denkprekariat
17.04.2011, 13:36
ist doch egal auf was und wo es extrem ist, Fackt ist, ein Deutscher, der eine Ausbildung gemacht hat, und Jeden Tag Arbeitet, hat am ende weniger als einer der nur TV schaut und auf der Faulen Haut herumliegt. das Darf nicht sein. es gibt arbeitslose sehe ich ein, und einer der Arbeiten will der findet auch wieder was, aber welche die nix tun, sollten auch nix bekommen, oder zumindest weniger -> viel weniger als welche die sich Aktiv, Unaufgefordert um eine Wiedereingliederung bemühen, oder welche die sich Tag täglich abarbeiten.
Ich kann diesen Satz bald nicht mehr hören. "Wer arbeitet soll mehr haben"! JA! GERNE! Aber bitte wirklich so wie es gesagt wird. Wer arbeitet, soll mehr haben - und nicht: "Wer nicht arbeitet, soll weniger bekommen". Wer H IV aus diesem Grund kürzen möchte unterschreibt damit, dass vier Euro Stundenlohn ne absolut gerechtfertigte Sache sind.
Ich kann die Arbeitslosen verstehen. Würdest du für vier Euro die Stunde, ohne Kündigungsschutz und Aufstiegsmöglichkeit, morgens um sechs aufstehen und dich abrackern?`Wo du doch das selbe so bekommen kannst? Ausgerechnet Ökonomen postulieren immer, Schmarotzer weg. Mal ehrlich, die handeln nur nach dem Minimax Prinzip. Und genau das ist auch absolut in Ordnung. Nur weil man arm ist, muss man nicht um jeden Preis - ob dabei die Würde flöten geht oder nicht - arbeiten. Dafür sind wir Sozialstaat und Industrieland.
@ Noemi
wie auch immer, man behandle trozdem das gegenüber mit Respeckt, und denke sich solche wörter. Nun erkläre doch bitte mal, inwieweit deine Hetze gegen Arbeitslose und h4er respektvoll ist. Ankhs Statement wirkt auf den ersten Anschein zwar etwas grob, aber hat dabei noch nicht die Tiefen deines Niveaus erreicht, denn du steckst gleich ein Millionenheer in einen -zudem noch eingebildeten- Ekelsack. Und Ankh reagiert da eher angemessen.
also auf deine Frage, ich Arbeite als Landschaftsgärtnerin. und mach den Vorkurs zur ObergärtnerinDas ist ja cool. Dann sind wir ja nahezu Kollegen. Vor zwnzig Jahren habe ich auch viel Gartenbau betrieben, allerdings als HONK (Helfer ohne nennenswerte Kenntnisse)
Mein Jüngster will leider auf keinen Fall diese Laufbahn ergreifen, obwohl (oder weil?) ich es sehr begrüßen würde.
Kennst du das nicht von der Arbeit her? Den Kollegen, der gerne noch ne unbezahlte Überstunde macht? Der die Pausen einfach durcharbeitet? Das sind die Jungs, die dem Rest das Leben schwermachen. Oder zählst du zu denen? Zu den Akkordbrechern?
Was machst du, wenn sich deine Situation mal so gestaltet, daß du mit mehreren Kollegen zusammenarbeiten mußt, die dir körperlich haushoch überlegen sind, sodaß sie sichtbar mehr harken oder umgraben können als du? Nimmst du dann begeistert die Rolle der faulen Sau an und läßt dich bereitwillig runtermachen?
Ankh Mhutin
17.04.2011, 22:02
[...] man behandle trozdem das gegenüber mit Respeckt, und denke sich solche wörter.
"Was Du nicht willst, daß man Dir tu..." Ich behandelte Dich da mit demselben Respekt, mit dem Du Arbeitslose - in gewisser Weise übrigens auch gerade mich, auch wenn ich nicht auf Staatskosten lebe - behandelst.
[...] wie will ein Litter Orangensaft billiger sein als ein Kilo Orangen, wo doch auf der Packung steht, es wäre orangensaft.
Das ginge theoretisch z.B. auch, indem man Orangen verarbeitet, die am Stück keiner kaufen würde.
--> ich bezahle lieber mehr dafür sind alle glücklich in der Kette vom Erzeuger bis zu mir.
Eine gesunde Einstellung. Zumal man da durchaus auch bessere Ware bekommen kann, sodaß man im Endeffekt eigentlich viel mehr vom Geld hat.
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