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  1. Hydra Benutzerbild von Silberschweif
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    Silberschweif - Das ist meine Geschichte

    #1
    Krieg. Dafür waren wir geboren und dafür würden wir sterben. Ich werde kämpfen bis nur noch eines auf dem Kriegsfeld stand – Ich.

    Ich bin Charr, mein erwählter Name ist Kaya Silberschweif und ich bin ein Kind des Waldes. Heute ist der Tag an dem ich mein Fahrar verlassen werde um für meine Legion in den Kampf zu ziehen. Meine Legion ist die Asche-Legion, bekannt für ihre Attentäter und Pirschjäger.
    Aus dem verborgenen werde auch ich zu schlagen und meine Feinde niedermetzeln.

    Heute war nicht nur der Tag an dem ich meine „Familie“ verließ, es war auch der Tag wo ich Imperatorin Malice Swordshadow vorgestellt werden würde. Natürlich kannte sie jeden von uns und wusste über uns Bescheid, trotzdem war es Brauch, dass sich die neuen Krieger der Imperatorin vorstellten.

    Ich klopfte mir den Staub aus meiner Trainingsrüstung und trat ungeduldig von einem Bein auf andere. Ja, heute war es endlich soweit und mein Trainingspartner, der mit mir kommen sollte, verspätete sich, wie immer. „Hey, Kätzchen! Na wartest du schon lange?“, hörte ich plötzlich die unverkennbare Stimme von Winzling.
    „Wo bleibst du? Haben dich heute morgen wieder die Flöhe aufgehalten oder was?“, raunte ich zurück und schaute ihn ernst an.
    Er lachte nur und kratzte sich dabei verlegen hinter dem Ohr. „Tut mir Leid“
    Ich zeigte nur mein schönstes Katzenlächeln und klopfte ihn auf die Schulter. „Na dann los!“

    Die Imperatorin wartete bereits in ihrem Lager auf uns. Ihr Gesicht war verhangen mit Tüchern, nur ihre roten, klugen Augen stachen heraus. Sie musterten uns genau, als könnten sie in unsere Seele blicken. „Kaya Silberschweif und Winzling. Ich hab bereits sehr viel gutes von euch beiden gehört. Deswegen habe ich euch heute zu mir gerufen. Ich habe eine Auftrag für euch. Es geht um ein sehr altes Artefakt. Es sind Gerüchte aufgetaucht, dass sich dieses Artefakt in der Nähe der Ascalon Katakomben befinden soll und ich möchte das ihr es mir beschafft.“
    Ich nickte und räusperte mich. „Um was für ein Artefakt handelt es sich und warum wählt ihr uns?“
    Ihr Blick traf meinen und mir lief es heiß und kalt herunter. War sie sauer, weil ich sie unterbrochen hatte oder hatte sie damit gerechnet?
    Dann entspannte sich ihr Gesicht und sie lachte leise. Es hörte sich fast wie ein kleines Grollen an. „Ich möchte euch testen. Wenn ihr diesen Test besteht, werdet ihr auf eine geheime Mission gehen mit Rytlock Brimstone. Das sollte Ansporn genug sein.“, sagte sie und schüttelte den Kopf. „Zu dem Artefakt: Es leuchtet, wenn es dunkel ist, es beschützt wenn Gefahr droht und es tötet das Böse. Mehr kann ich euch nicht sagen, dass ist alles was man darüber weiß. Ich weiß, es ist nicht besonders viel, aber mehr kann ich euch nicht geben. Dieser Satz und der Ort Ascalon Katakomben müssen reichen um es zu finden. Schafft ihr das?“
    „Wird gemacht, Boss.“

    Fortsetzung folgt...

    Was haltet ihr davon?
    _______________
    "Ich bin Charr, tödlichste aller Waffen! Gib mir Whiskas!"
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  2. Hydra Benutzerbild von Silberschweif
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    12.2007
    #2
    „ Es leuchtet, wenn es dunkel ist, es beschützt wenn Gefahr droht und tötet das Böse. Kann auf einiges zutreffen, wenn du mich fragst. Aber irgendwie...kommt es mir bekannt vor.“, sagte ich, während ich gemütlich neben Winzling hertrottete. Wir waren noch in der Nacht aufgebrochen und zur frühen Morgenstunde hatten wir die Ebenen von Ashfurt erreicht. „Na jedenfalls heißt es, dass wir bis zur Nacht warten müssen und ich zu meinem Teil haben keine große Lust auf die Geisterspinner!“, raunte er. „Wir sollten uns darauf vorbereiten. Dort, siehst du die Karawane? Sie machen gerade Rast. Vielleicht haben sie einen Händler bei sich.“, sagte ich und zeigte Richtung Osten. Meine Ohren hatten Geräusche wahrgenommen und der Geruch von frisch gebratenen Fleisch strömte uns entgegen. Winzling nickte und wir liefen in Richtung der Karawane.

    Die Karawane hatte tatsächlich einen Händler. Ihre Gruppe bestand aus zwei Zugtiere, einen hünenhaften Norn mit roten, langen Haaren, der an einen Wikinger erinnerte und zwei Charrweibchen. Sie hatten gerade ein Lager aufgeschlagen und begannen ein riesiges Warzenschwein über einem kleinen Feuer zu braten.
    „Glück auf!“, rief uns der Norn entgegen und war bereits dabei seine Waren auszubreiten. Ein guter Händler wusste wann Kundschaft kam. „Na, meine verehrten Charr-Freunde, kann ich euch etwas anbieten?“
    Ich grinste und schaute hinüber zu Winzling. „Ihr habt da wirklich einen leckeren Braten. Vielleicht können wir uns einig werden.“ Winzling gluckste vergnügt. Der Norn lachte aus vollster Kehle und schaute hinüber zu den zwei anderen Charr, die mit ihm reisten. „Sicherlich wird ein wenig für euch übrig sein...und dann reden wir über das Geschäftliche.“

    Fortsetzung folgt...
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    "Ich bin Charr, tödlichste aller Waffen! Gib mir Whiskas!"
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  3. Restless Corpse
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    113242
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    07.2012
    #3
    Cool, schreib mal weiter.
    Es macht wirklich Spaß deine Geschichten zu lesen.
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  4. Hydra Benutzerbild von Silberschweif
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    65859
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    12.2007
    #4
    Ohh danke dafür.

    weiter gehts:

    Nachdem wir das reichliche Mahl genossen hatten, ließen wir uns gemütlich am Feuer nieder und genossen die Geschichten des großen Norn. Er war schon sehr lange unterwegs und zog durch die Lande um seine Waren zu verkaufen. Gerade begann er von den Geistern zu erzählen, als ich mit einstieg. „Geister? Habt Ihr schon mit welchen gekämpft?“, fragte ich und konnte meine Neugier kaum unterdrücken. Ich war mir nicht ganz sicher, aber irgendwie glaubte ich das diese Prophezeiung mit ihnen zu tun hatte. „Natürlich! Schon eine ganze Horde! Das sind vielleicht zähe Biester... sehr unterhaltsam.“, sagte er und lachte laut. „Verzauberte Fackeln, dass ist was hilft gegen Sie. Interesse?“, fragte er und ein schelmische Lächeln umspielte seine Lippen. Ich überlegte kurz und setzte dabei ein ernstes, geschäftsmäßiges Gesicht auf. „Ich nehme eine, aber nur wenn Ihr mir erzählt, ob Ihr von der Prophezeiung gehört habt.“ Ich merkte, wie Winzling neben mir sich kurz bewegte und mich dabei fragend anschaute. Es war riskant dem fremden Norn davon zu erzählen, aber die Händler von der Ebene von Ashfurt wussten manchmal sehr viel. „Es leuchtet, wenn es dunkel ist, es beschützt wenn Gefahr droht und tötet das Böse? Ja, ich habe davon gehört, da seid ihr erstaunt was?“, sagte er lachend und schenkte sich ein großen Krug Met ein, den er auch sofort wieder herunter kippte.

    „Ahhh, kalter, honigsüßer Met, es gibt einfach nix besseres in ganz Tyria!“
    Ich kratze mir verwirrt am Kopf und beobachtete den Norn, wie er sich den Krug bereits wieder füllte. „Ihr kennt die Sage? Aber warum hat noch niemand den geheimnisvollen Gegenstand gefunden?“ „Naja, er liegt ja auch nicht einfach irgendwo rum, weißte?“ Seine Stimme fing langsam an zu lallen. Der dritte Krug war bereits gefüllt. „Los, trinkt mit mir einen und ich erzähl euch was ich weiß!“, rief er und hielt nun auch uns zwei prall gefüllte Krüge mit süßlichem Met entgegen. Ich war zu neugierig, als das ich das süßliche Getränk hätte abschlagen können. Eigentlich wollte ich auf dieser Suche nüchtern bleiben...

    Ich setzte den Krug an und nippte daran. Ich konnte Met nicht leiden, generell schien ich Alkohol nicht so gut zu vertragen. Ich ging es lieber langsam an, während Winzling seinen Krug auch direkt runter stürzte. Wir stießen an und der bärtige Norn lachte vor Freude. „Viele haben versucht das Ding zu finden. Aber das Problem ist....“, er unterbrach kurz um eine dramaturgische Pause einzulegen oder er würde sich gleich übergeben, ich war mir nicht sicher. Doch dann sprach er weiter: „Dort wo es ist, ist auch das Nest der lieben Geister! Ich vermute einen kleinen Eingang hinter dem Ashfurt Forum in einen Teil der Katakomben. Da solltet ihr es versuchen, aber seid gewarnt: Die Geister beschützen ihr Hab und Gut bis in den Untot! Harharhar“, lachte er und klopfte sich dabei auf den Schenkel. Ich hatte nicht mehr mit gezählt, wie viel Met er sich bereit gegönnt hatte, aber die Norn waren ja bekannt für ihre Trinklust. Eigentlich war es mir egal, solange er mich nicht liebestoll anspringen würde.


    Fortsetzung folgt...
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    "Ich bin Charr, tödlichste aller Waffen! Gib mir Whiskas!"
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  5. Restless Corpse
    Userid
    113242
    Registriert seit
    07.2012
    #5
    Ist das genial!
    Woher nimmst du die Storys und wie kannst du dich nur so gut in die Sprache versetzten? Ich lese gerade "Die Säulen der Erde" und da ist es auch so geschrieben -finde ich genial!
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  6. Hydra Benutzerbild von Silberschweif
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    65859
    Registriert seit
    12.2007
    #6
    Danke schön Keine Ahnung, wie ich das mache. Es kommt einfach so über mich. Meistens fallen mir die storys wenn ich schlafe ein. xD Naja und ich lese natürlich viel daher weiß man wie man was formulieren muss.

    Hier ist die Fortsetzung:

    Es ging noch ein paar Met so weiter bis wir ihm endlich zwei Fackeln abkaufen konnten für einen Freundschaftspreis von „Isch schon okay, Ihr scheid meinee Freunde! Isch wünsche euch alles gudde auf dieser Jagd!“.
    Damit verabschiedeten wir uns dann von dem betrunkenen Norn und seinen beiden sehr angenervten Begleiterinnen. Die Norn waren schon ein merkwürdiges Völkchen. Ich und Winzling waren fest davon überzeugt, dass er uns eiskalt übers Ohr hauen würde, wenn er von unser Selbstmord-Aktion hören würde. Ja, langsam glaubte ich,dass es genau so eine werden würde. Stattdessen schenkte er uns einfach seine Fackeln. „Ich werde eure Gesssschichte erzählen, jedeeem den ich treffff!“, rief er uns noch hinter her, als wir in die Nacht verschwanden.

    Der Himmel zeigte seinen schönsten Vollmond, der die Welt in ein seichtes Licht tauchte. Trotz der späten Stunde schien in den Katakomben und darum niemand zu schlafen. Eher schienen immer mehr Menschen, wie aus dem Nichts zu erscheinen. Ihre Körper waren umgeben von einem hellen, bläulichen Leuchten und ihre Körper bestanden nicht aus Fleisch und Blut. Es waren die Geister von Ascalon. Jede lebende Seele kannte sie und hielt lieber Abstand von Ihnen. Auch ich ging ihnen lieber aus dem Weg, aber heute hatte ich keine andere Wahl. Dies war meine Bewährungsprobe, ich musste sie bestehen. Kostet es was es wolle!
    Winzling und ich hatten uns hinter einer zerstörten Mauer nieder gelassen und beobachteten leise das Treiben der Geister. Sie gingen ihren täglichen Arbeiten nach, einige Kinder spielten mit einem Geisterhund. Es wirkte so friedlich. Doch der Schein trügt, wenn sie nur eine lebendige Seele sehen würden, würden sie förmlich durchdrehen. Egal, ob Charr, Norn, Asura oder Mensch, derjenige wäre dem Tode geweiht. Sie konnten nicht mehr unterscheiden zwischen Feind und Freund. Das Feindfeuer in das sie gekommen sind, hatte ihnen förmlich das Gehirn verbrannt. Sie sahen in allem den Feind – die Charr. Trotz der Fackel, die uns der bärtige Norn geschenkt hatte, merkte ich wie mir die Nackenhaare zu berge standen. Man konnte Geister nicht töten, sie waren ja schon tot. Für eine Zeit würden sie verschwinden, wenn man sie besiegt, aber sie kommen immer wieder.

    Ich merkte das auch Winzling ruhig geworden war, obwohl er sonst immer kluge Sprüche klopfte, schien er jetzt in sich gekehrt zu sein. Obwohl er nicht der Klügste ist, schien auch er gemerkt zu haben das diese Mission nur zwei Optionen hatte: Sieg oder Niederlage.

    Plötzlich blies mir ein eiskalter Wind um die Ohren, einer dieser Winde, die man spürt, wenn etwas unnatürliches vor sich geht. Ich war geübt und ich wusste was das zu bedeuten hatte. Blitzschnell ließ ich mich auf den Bauch fallen und drückte meinen Kopf in den Staub. Ein Geist war in unsere unmittelbaren Nähe erschienen und wenn es uns jetzt entdeckte, wäre alles zu spät. Ich bemerkte die leichte Erschütterung der Erde, als auch Winzling neben mir zu Boden ging. Doch wir hatten Glück, die Geister waren vor der Mauer erschienen.

    „Hauptmann! Was gedenkt ihr wegen dem Gefangenen zu unternehmen?“, hörte man das schaurige Raunen einen der Geister. Ein Schauer lief über meinen Rücken. „Er ist tot, ich will das er entsorgt wird“, antwortete eine tiefe, noch schaurigere Stimme. „Jawohl!“
    Danach war es wieder still auf dem kleinen Hügel, den wir uns als Versteck gewählt hatten. Langsam erhob ich mich bis ich auf meinen Knien war. Die zwei Geister waren verschwunden, doch die Nachricht, die sie hinterlassen hatten hing wie ein großes Fragezeichen in der Lust. „Gefangene?“, hörte ich Winzling leise neben mir raunen. Ich schaute ihn fragend an. Wenn wir eines wussten, dann das Geister keine Gefangenen nahmen.
    Die Neugier packte mich, aber die Mission war wichtiger, als ein toter Gefangener. Ich schüttelte nur den Kopf und zeigte dann in westlicher Richtung. Winzling verstand und begann sich leise in diese Richtung vor zuarbeiten. Von hier aus hatte man einen guten Blick auf den kleinen Eingang, den uns der Norn verraten hatte und man hatte einen guten Blick auf die vielen Geister, die an jenem Eingang entlang patrouillierten.

    Gerade als ich Winzling Beispiel folgen wollte und mich zu den zweiten Versteck, dass wir uns aus geguckt hatten vor zu schleichen, bemerkte ich etwas aus dem Augenwinkel. Ich drehte mich blitzschnell herum, schon bereit meine Waffe zu zücken, als ich merkte das es nur ein Tier war. Doch nicht irgendein Tier. Ein weißer Rabe mit glühenden, roten Augen war auf einem der toten Bäume, die nur noch aus toten Ästen bestand, gelandet und schaute belustigt auf mich hinab. Aber irgendwie schien er auch interessiert zu schauen. Ich schüttelte bei dem Gedanken den Kopf, es war doch nur ein Tier. Wahrscheinlich überlegte er sich grade ob ich ein gutes Mahl abgeben würde, wenn die Geister mich niedergemetzelt hatten. Irgendwie musste ich bei dem Gedanken grinsen, die Situation war so absurd, dass keine andere Reaktion besser gewesen wäre. Hier saß ich nun hinter eine kleine Mauer gequetscht umgeben von hunderten Mordlustigen Geister und wollte mich sozusagen den Hunden zum Fraß vorwerfen. Es gab keine Möglichkeit lebendig in diese Höhle zu gelangen, dass wurde mich plötzlich klar. Alle Anspannung der letzten Stunden wich von mir und ich merkte wie mich für einen Moment der Mut verließ. Hatte ich schon versagt?
    Ich schlug mir meine Hände vor die Augen und versuchte nicht in Panik auszubrechen, als sich plötzlich,wie ein fremder Gedanke ein Bild in meinem Kopf brannte.

    Ich saß an einem erhöhten Punkt, konnte das Gelände mit den Geistern gut überblicken und da sah ich mich, wie ich hinter der kleinen Mauer hockte und mein Gesicht verdeckte. Aber mein Blick verließ meinen jämmerlichen Anblick und schweifte in die andere Richtung. Hinter einem kleinen Hügel, nicht weit entfernt von meiner charrigen Gestalt entfernt schlief eine Gruppe von Erdelementaren. Von meiner erhöhten Position konnte ich sie gut ausmachen, von unten hätte ich diese Gruppe nie gesehen. Da kam mir die Idee!

    Dann war ich wieder bei mir und öffnete die Augen. Was zum Teufel war das gerade gewesen? Es war wie eine Version, als hätte ich durch die Augen eines anderen....
    Mein Blick fiel auf den Raben. Er schaute mich immer noch mit seinen durchdringenden Augen an und da war es mir klar. Ich hatte durch die Augen des Raben geschaut! Ich erinnerte mich an das, was mein Ausbilder einst zu mir gesagt hatte: „Deine Bestimmung kannst du nicht finden, sie wird dich finden.“ Der Moment schien jetzt zu sein.

    Das laute Krächzen des Raben holte mich aus meiner Schockstarre. Ich musste weiter, uns lief die Zeit davon. Je länger wir uns hier aufhielten, je eher würden die Geister uns bemerken und dann war es wirklich zu spät. Leise und gebückt schlich ich mich zu den Punkt an dem Winzling verharrte. „Ich dachte schon du wärst eingeschlafen!“, raunte er mir leise entgegen. Ich bemerkte sofort das auch er ziemlich angespannt war. Ich war nicht allein, dass wurde mir plötzlich klar. Ich musste stark sein für meinen Partner, für die Asche Legion. Ich grinste ihm siegessicher entgegen. „Leihst du mir mal kurz deinen Bogen aus?“
    Ich trug nur eine Axt bei mir, so war ich darauf angewiesen das Winzling mir seinen Bogen leihte, anders würde mein Plan nicht aufgehen. Aber zum diskutieren hatten wir keine Zeit, so hoffte ich das er mir einfach vertraute. Er nahm seinen Bogen von den Schultern und reichte ihn mir. Wir hatten so lange zusammen gedient, das wir uns fast ohne Worte verstanden. Trotzdem war sein Blick misstrauisch, denn er wusste das ich nicht sehr geübt war im Umgang mit dem Bogen. Die meiste Zeit übte ich mit meiner Axt, den Bogen nahm ich nur selten in die Hand. Ich schenkte ihm nochmal mein siegessicheres Lächeln und drehte mich dann in die Richtung der Erdelementare. Ich konnte nicht mit hundert prozentiger Sicherheit sagen wo sich die Elementare befanden, den hinter dem Hügel konnte man sie von hier aus nicht ausmachen.
    Ich schloss für einen Moment wieder die Augen und spannte den Bogen. Und der Trick von eben klappte tatsächlich wieder.

    Ich saß wieder oben auf dem Baum und schaute auf mich hinab. Ich zielte einige Meter am Ziel vorbei. Ich musste mich neu ausrichten und genau das tat mein Körper dann auch. Jetzt war das Ziel perfekt. Ich löste die Hand und der Pfeil flog mit einem leisen Surren durch die Luft und traf einem der Elementare direkt am Kopf. Leider waren Erdelementare aus Stein deswegen verletzte der Pfeil ihn nicht, aber er machte ihn verdammt wütend. Er brüllte laut und die anderen Erdelementare erwachten.

    Ich öffnete wieder die Augen und schnappte mir Winzling und zog ihn hinter eine große ausgerissene Baumwurzel, wo wir von den Erdelementaren, aber auch von den Geistern nicht gesehen werden konnten.

    „Erzähl mir später bitte wie du das angestellt hast“, hörte ich Winzling sagen, als die Erdelementare und Geister, wie verrückte aufeinander los gingen. In dem Durcheinander merkte keiner, wie wir uns bis zum Eingang der Katakomben vorarbeiteten. Die Erdelementare schlugen sich gar nicht mal so schlecht gegen die Geister, obwohl schon die Hälfte reiß ausgenommen hatte, als sie die Geister nur gesehen hatten.

    Fortsetzung folgt...
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