Seid mir gegrüßt edle Spieler des PvE-Lebens!
Schon seit geraumer Zeit habe ich nun endlich den Sinn des Spielens im offenen PvE entdeckt. Doch zuerst möchte ich den Begriff des "offenen PvEs" konkretisieren und verständlich machen, was ich darunter verstehe.
Es geht mir um das Spielen in Gruppen, die in der Sprache von Guild Wars auch "PUGs" (pick up groups) genannt werden. Ferner schließt dies nicht nur das Bestreiten der allgemeinen story-line, das Durchspielen des Spiels an sich mit ein, sondern auch das Zusammenstellen von Gruppen in Elitemissionen. Offenes PvE impliziert weiterhin die Kommunikation und das soziale Verhalten untereinander im allgemeinen mit ein, was ich jedoch nicht weiter konkretisieren möchte, da es bereits oftmals sozial-psychologisch aufgearbeitet wurde.
Nachdem dies nun also geklärt ist, möchte ich als nächstes verkünden, was mich dazu veranlasst hat, diesen Thread zu erstellen. Die Fesseln des offenen PvE-Spielens sind gesprengt!
Das "alte PvE" war determiniert von Klassendiskriminierung, schlechtem Umgangston und der Abhebung von vier der sechs sogenannten "core-Klassen", dem mächtigen Krieger, dem wandelbaren Nekromanten, dem vernichtetem Elementarmagier und dem rettenden Mönch.
Das alles ist nun vorbei. Endlich ist es mir gelungen, wahrhaft zu erkennen, dass ich all die Zeit, in der ich im offenen PvE wandelte, ständig nur irrte. Im nächsten Abschnitt möchte ich die Charakterklassen ein klein wenig erörtern, um meiner Aussage Ausdruck verleihen zu können.
Krieger
Der Krieger ist im offenen PvE ein unglaublich flexibler Charakter. Der von ihm verursachte Schaden trägt immer einen großen Teil zum erfolgreichen Abschließen einer Mission oder einer Quest bei. Vorallem der Hammerkrieger ist sehr gern gesehen, da er immensen Schaden verursacht und die gegnerischen Horden sogar von den Füßen schlagen kann, was deren Aktionen stark einschränkt. Manchmal sieht man Krieger auch mit Axt und Schwert sowie einem starken Schild, dass perfekt auf ihn abgestimmt ist (z.B. -2schaden bei Haltung, da ein Krieger fast immer eine Haltung benutzt). Selten, aber manchmal kommt es auch vor, dass der Krieger als sogenannter "Tank" benutzt wird. Seine Aufgabe ist es dann, die Gegner zu bündeln, so dass sie sich auf ihn konzentrieren. Wie ich bereits erwähnte, passiert das sehr selten und es gibt sogar Gerüchte, dass es Krieger geben soll, die sich lediglich darauf beschränken, nur zu verteidigen und Schaden einzustecken. Die komplette Skillbar ist dann voller Verteidigungsfertigkeiten und er selbst schlägt nichteinmal auf die Gegner ein. Dieses Gerücht halte ich allerdings für unwahr, denn warum sollte so ein Muskelprotz sich auf eine solch stupide Aufgabe beschränken? Nein, dass passt nicht zu seiner Natur!
Nekromant
Der Nekromant ist ein äußerst starker Supporter und kann viel Schaden austeilen. Weiterhin beherrscht er die Fähigkeit gewaltige Scharen untoter Diener um sich herum zu erschaffen. Die Linie der Blutmagie versorgt ihn mit mächtigen lebensabsaugenden Fertigkeiten, die sogar rüstungsignorierenden Schaden beinhaltet. Er ist ein Bindeglied der Gruppe und übernimmt vielerlei Aufgaben gleichzeitig, das ist seine große Stärke, wodurch er oftmals auf viele Attribute verteilt ausgerichtet ist. Auch hier gibt es solch lächerliche und unsinnige Gerüchte, dass manche Spieler ihn als reinen "Minionmaster" spielen oder als "Energiebatterie", was ich abermals für Unfug halte, da man ihn so ja völlig in seiner Flexibilität und Allround-Fähigkeit beschneiden würde.
Elementarmagier
Der Elementarmagier ist ein mächtiger Zauberer, der vielerlei Elemente nutzt, um den Gegnern mächtig einzuheizen. Wobei Einheizen hier nicht unbedingt das richtige Wort ist. Schließlich wird der Elementarmagier am häufigsten benutzt, um mächtige Erdmagien und Schutzkreise zu wirken, verlangsamende Eisböen auszusenden und schwächende und blendende Blitzgeschosse niederprasseln zu lassen. Meistens beherrscht er zwei Elemente gleichzeitig, da er dort starke Symbiosen findet. Aber auch hier gibt es Gerüchte von Magiern, die nur ein einziges Element ausnutzen, was total absurd ist, da er viel Effektivität verlieren würde.
Mönch
Der Mönch ist eine wichtige Figur in einer Gruppe, da er die Gruppe vor Schaden schützen kann und Wunden versorgt. Somit gibt es dazu nicht sonderlich viel zu sagen. Was jedoch noch sehr erwähnenswert ist, sind seine heiligen Kräfte in Bezug auf untote Feinde. Es gibt mindestens genauso viele Peinigungsmönche, wie es Heiler oder Schutz-Mönche gibt. Das liegt daran, dass er ein ganzes Arsenal an Peinigungsgebeten besitzt, um den Untoten den Gar aus zu machen. Dadurch ist er sehr begehrt in Gruppen, die gegen Untote ins Feld ziehen. Meistens wird sogar in solchen Missionen und Quests eher nach einem peinigenden Mönch, als nach einem heilenden oder schützenden gesucht.
Waldläufer
Der Waldläufer war und ist schon immer eine doppelte Kampfkraft in einer Gruppe. Er hat stets einen freundlich gesinnten Streiter mit an seiner Seite, einen Tiergerfährten (auch Pet genannt [=/=Minipet]). Zusammen mit ihm und seiner Fähigkeit selbst in ausweglosesten Situationen Möglichkeiten zu finden, der Gruppe zu helfen, machen auch ihn zu einem gern gesehenen Mitglied einer Gruppe. Es soll wohl Waldläufer geben, die gänzlich ohne Pet auskommen, aber davon gibt es wenige, schließlich liegt es in der Natur eines Waldläufers, den Kontakt zur Natur aufrecht zu erhalten.
Mesmer
Der Mesmer ist immer eine grandiose Bereicherung für eine Gruppe. Er ist in Guild Wars wohl der Charakter, dem am meisten Respekt und Anerkennung gezollt wird. Mit einem Mesmer in der Gruppe sind Missionen und Quests oftmals nur ein Kinderspiel. Er kann vorallem einzelne Gegner oder auch ganze Gruppe gezielt lahmlegen. Er verursacht dabei nicht massiven Schaden, aber die Gruppe gewinnt durch ihn schnell die Kontrolle über einen Kampf. Wenn es den Mesmer nicht gebe, würden viele Missionen und Quests, vorallem im Elitebereich kaum zu meistern sein. Jedoch ist es auch kein leichtes, einen solch starken Charakter zu beherrschen.
Assassine
Die Assassine ist eine tödliche Charakterklasse. Sie hat die Kunst des schnellen Ausschaltens von einzelnen Gegnern perfektioniert und ist ebenso ein sehr gern gesehenes Mitglied in einer Gruppe. Ihre relativ verwundbare Statur macht sie in jeglicher Hinsicht durch ihre Schnelligkeit wett und ich habe nie, wirklich niemals erlebt, dass die Gruppe ihr kein Vertrauen gab. Sie wird vermehrt im PvE gespielt, da sie in vielen Kämpfen von elementarer Bedeutung ist, um z.B. gegnerische Heiler oder Magier gezielt zu vernichten.
Ritualist
Der Ritualist besitzt die Macht, aus einer unterlegenen Gruppe schnell eine Überzahl zu machen, da er mächtige Geister beschwören kann. Dazu braucht er zwar seine Zeit, aber eine Gruppe, die einen Ritualisten aufnimmt, was sehr oft passiert, wartet gern, um die mächtigen Geister als Verbündete gegen die Feinde zu haben. Eine weitere Stärke ist weiterhin, dass er auch, flexibel wie er von einem jedem PvE-Spieler verstanden wird, z.B. die Rolle des Heilers, Beschützers oder auch Schadenverursachers übernehmen kann. PvE-Spieler überlassen dem Ritualisten oft selbst, wie er die Gruppe bereichern möchte. Zwar gibt es auch hier Gerüchte, dass er ein Heilungsmönchersatz ist, aber dass kann ich keineswegs bestätigen, dass wäre ja auch eine Diskriminierung dieser Klasse und so etwas gibt es im offenen PvE nicht.
Derwisch
Der Derwisch ist dem Krieger in vielerlei Hinsicht ähnlich, der steht in vorderster Reihe und nutzt vielerlei Verzauberungen, um Schaden zu verursachen und zu verhindern. Vielleicht liegt es nahe, dass man den Derwisch nur als Kriegerersatz sieht, aber das stimmt natürlich nicht. Denn jeder weiß, dass Derwische in gewissen Situation nunmal effektiver und in anderen weniger effektiv als Krieger sind. Er wird als eigenständige Charakterklasse anerkannt und kann frei wählen, ob er mehr in die aggressive Richtung oder die verteidigende Richtung geht.
Paragon
Der Paragon hat die Rolle, die die Entwickler von Guild Wars ihm erdacht haben, zu 100% im offenen PvE erfüllt. Eine Gruppe ohne Paragon ist fast undenkbar. Er unterstützt mit einer einzigen Skillbar jedes einzelnde Gruppenmitglied in gewisser Weise, sei es nun Schadenserhöhung oder Verteidigung. Er ist der geborene Gruppenleiter und er behält stets den Überblick über das Kampfgeschehen.
Nachdem dies nun von mir erörtert wurde, sei folgendes zu sagen. Lange Zeit war es normal, dass Gruppen immer wieder den selben Aufbau hatten, was die Charakterklassen anbelangt. Krieger wurden zu Tanks verstümmelt, Nekromanten zu Batterien oder Minionmastern, Elementarmagier wurden auf ein einziges Element reduziert und musste stets Meteore vom Himmeln regnen lassen und standen die restliche Zeit oft gelangweilt umher und Mönche durften keineswegs aggressive Züge aufzeigen. Alle anderen Klassen waren Lückenfüller.
Ich bin froh, dass es in Wirklichkeit garnicht so ist. Es wäre ja auch nicht sonderlich sinnvoll z.B. in den Riss des Kummers zu schreiten und dort mit einem Obsidian-Tank (das ist ein Krieger, der sozusagen zu einem gelangweilten und fettem Felsklotz wird) spielen und dann geklonte Magier und Nekromanten immer wieder ein und die selben Fertigkeiten benutzen, während die Mönche am Anfang ein paar Fertigkeiten aufbauen und dann eigentlich nur Siegel-spammend hinterherlaufen. Das wäre schließlich total langweilig und niemand würde soetwas seinen Charakteren antun. Das habe ich nun endlich verstanden.
Ich finde es gut, dass jede einzelne Charakterklasse mit offenen Armen in einer Gruppe empfangen wird. Ein jeder jedem vertraut, was die Spielweise des Charakters anbelangt und das eben solche Gerüchte, wie Klassendiskriminierung nur Gerüchte sind. Dieses alte PvE, dass ich erkannte war nur eine Illusion. In Wirklichkeit geht es um Spaß und Freude miteinander. Ich habe lange Zeit nur mit Freunden und innerhalb der Gilde oder auch einfach im Soloplayer-Mode mit Helden und Gefolgsleuten gespielt, aber das ist nun vorbei.
Gerade erst gestern habe ich mich mit meiner Ritualistin an den Tempel der Zeitalter gestellt und in die Gruppensuche folgendes eingetragen:
"Ritu lfg Riss/fow" - Das bedeutet im Jargon von Guild Wars soviel wie: "Ritualistin sucht eine Gruppe für den Riss des Kummers/Ritualist is looking for a group for the fissure of woe"(Abkürzungen werden eigentlich nur benutzt, da die Zeile für den Text innerhalb des "Gruppe suchen"-Menüs sehr kurz ist.)
Zuerst antwortete mir ein Spieler mit den Worten: "lol noob ritu und riss xD". Ich verstand zuerst nicht, aber das bedeutet wohl soviel wie: "Cool, Norbert ist mein Name, ich habe auch einen Ritu und möchte in den Riss". Also antwortete ich ihm: "Hey, mein Name ist Daniel, lass uns doch zusammen eine Gruppe suchen!" Daraufhin folgte eine sehr merkwürdige Nachricht von ihm: "-.-", ich verstand jedoch sofort, er wollte mir folgendes mitteilen; die beiden Striche sind seine Arme und der Punkt in der Mitte ist ein Apfel. Er wollte mir wohl ein Rätsel stellen, der alte Witzbold. Er war nun offline, denn mit seinen Armen nahm er einen Apfel und ist afk (away from keyboard) um etwas zu essen. Also machte ich mich alleine auf die Suche nach einer Gruppe. Es dauerte nicht lange, vielleicht anderthalb Stunden und schon wurde ich in eine Gruppe eingeladen. Leider waren in dieser Gruppe nur Krieger, Elementarmagier, Mönche und ein Nekromant vorhanden, aber das lag wohl daran, dass es schon spät war und der Zufall dieses schwierige Schicksal verursachte. Kaum wurde ich eingeladen, das ging es auch schon los. Ich fand es toll, dass man mir so vertraute, dass niemand über meine Skillbar bescheid wissen wollte. Es war sehr ärgerlich, dass ich feststellen musste, dass ich leider noch meine experimentelle "solo riss wald"-Skillung (mit solchen Skillungen kann man die herrausfordernde Aufgabe in Angriff nehmen, sich Gegnern einzelnd zu stellen) in meiner Skillbar hatte, aber ich vertraute der Gruppe. Die Tour dauerte jedoch nicht sehr lange, denn leider wurde die komplette Gruppe, bis auf meine Wenigkeit sehr frühzeitig getötet und ich hatte durch meine Farmskillung keine Wiederbelebungsfertigkeit dabei. Es folgten ein paar kurze Wortfetzen, die ich leider nicht verstand (z.B: "fu rt!!!111" oder "n4p, go f u self!" und fast alle Gruppenmitgleider kehrten zum Außenposten zurück. Ich machte mich noch alleine in den Wald, um dort ein paar Gegenstände zu sammeln, die ich ihnen als Trost mitbringen wollte, aber als ich wieder am Tempel der Zeitalter stand und viele der Gruppenmitglieder eine neue Gruppe gebildet hatten, da wollten sie mich nichtmehr annehmen, aber ich sah zum Glück den freundlichen Norbert in der Gruppe (er war Nekromant) und da war der Schmerz des Versagens vergessen. Schließlich konnte ich Norbert noch glücklich machen. Es war also alles in allem ein wunderschöner Abend.
Auch heute werde ich mich wieder ins offene PvE stürzen und kann es kaum abwarten, eine schöne Gruppe für Abenteuer zu finden. Bestimmt wird es eine Gruppe sein, in der nur verschiedene Klassen zu sehen sind. Vielleicht ist ja sogar Norbert wieder da, ich habe ihn in meine Freundesliste aufgenommen. Ich freue mich schon jetzt und deswegen werde ich diesen Post nun mit folgenden Worten beenden und den Thread eröffnen, damit ihr teilhaben könnt, an meiner großen Motivation:
Vielen Dank, liebe Guild Wars Community für ein einzigartiges, freundliches Zusammenspielen!
Mit freundlichen Grüßen,
Bloan










) aber bei all den vollidioten, die sich so in unser alle lieblingsspiel rumtreiben wird so ein zustand wohl nie eintreten.
) gemeint hast.
) allesamt noch etwas kurzatmig von dem anstrengenden Kampf... .

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