Jahr 150, dritter Zyklus. Marktplatz von Crestendum.
Dankbarkeit für die Hilfe der Frau erfüllte Evaine. Doch wusste die Elfe wenig über die Bräuche der Menschen und sie kannte auch den Stand der anwesenden Personen nicht. Abenteuerlust blitzte in ihren Augen auf, während sie eine nach elfischen Standards angemessene Antwort gab: "Verzeiht, Herr... Kalia. Ist es bei Euch üblich, dass Ihr gewaltsam fremde Gespräche unterbrecht?" Ihr Blick wurde kalt und berechnend. Sie wandte sich an die Frau und sprach schnell weiter: "Ich hoffe, dass wir unser Gespräch bald fortsetzen können. Ich miete momentan ein Zimmer in dem Gasthaus "Zum Donnerhirsch"." Die Elfe drehte auf dem Absatz um, wirkte den Chamäleon-Zauber und verschwand mühelos in der Menge, während der Edelmann aussah als würde er am liebsten etwas zertrümmern. Der Donnerhirsch war ein Gasthaus, das Evaine auf ihrem Weg über den Marktplatz gesehen hatte. Es war 3 Straßen von dem Schauplatz des merkwürdigen Ereignisses entfernt und hatte den Ruf einer tadellosen Bleibe. Evaine begab sich auf direktem Weg zu dem Gasthaus, betrat es und wandte sich an den Hausherrn: "Ich möchte ein Zimmer mieten." Nach kurzem Feilschen einigten die beiden sich auf einen Preis und Evaine nahm den Schlüssel entgegen. Nun begab sie sich wieder in Richtung des Platzes, auf dem sie die Frau verlassen hatte. Sie hoffte, dass die Frau und der Mann noch nicht gegangen waren, um sie aus der Menge beobachten zu können.
150. Jahr des 3. Zyklus, Orwina, Nacht
Neira überlegte einen Moment. Sie hatte Schwierigkeiten den Fremden einzuschätzen. Im Falle eines Kampfes wusste sie nicht mit was sie rechnen musste, außer, dass er Magie beherrschte.
Sie löste die Klinge vom Hals des Fremden und zischte leise: „Gut. Wir verschwinden von hier. Wenn ihr aber Anstalten macht zu fliehen, brate ich euch mit einem Energieblitz.“ Langsam schob sie den Fremden vor sich her. An den Versammelten vorbei, den Wachen. Sie verließen den Hof und gingen in eine Seitengasse. Schließlich packte Neira ihn am Arm und drückte ihne gegen die Gassenwand. „Nun ist es Zeit, dass ihr euch erklärt. Wer seid ihr und was habt ihr mit dem Sklavenhandel in Orwina zu tun?“
Ohne auf eine Antwort zu warten, zog sie ihm die Kapuze vom Kopf. Sie erstarrte.
Diese Augen, die waren nicht menschlich. Das waren die Augen eines Tiermenschen. Jetzt wo sie genauer hinsah, sah Neira auch die spitzen Zähne. Sie lies den Fremden los und machte einen Schritt rückwärts. Sie streifte ihre Kapuze ab und entblößte ihr Gesicht.
150. Jahr des 3. Zyklus, Orwina, Nacht
Als Eran das Gesicht seines Gegenübers erblickte, entspannte er sich. Er atmete tief durch und rieb sich mit der rechten Hand über den Hals, während er den Kratzer heilte.
"Guten Abend, Schwester. Verzeiht meine Unfreundlichkeit dort drinnen, es schien mir nicht der passende Ort für Höflichkeit.
Mein Anreiz diesen Markt zu besuchen scheint derselbe zu sein, der euch hierherführte, denn was kann unsereins anderes für diese Ausgeburten der Leere empfinden als Hass?
Ich schlage vor, ihr setzt das", mit einem Kopfnicken verwies er auf ihre Kapuze, "lieber wieder auf und folgt mir in ein beschauliches, ruhiges Gasthaus, das ich kenne. So wichtig es auch sein mag, den Sklavenhändlern Einhalt zu gebieten, ist es doch von entscheidender Bedeutung, dass wir unsere Pläne abstimmen, damit wir uns nicht noch einmal in die Quere kommen. Was sagt ihr?"












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