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  1. Bone Dragon Benutzerbild von Isara
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    Sarah Isara

    Drachenherz

    #1
    Meine neueste Geschichte.


    Prolog:

    Die Drachen waren hier gewesen, bevor wir das Land besiedelten. Sie lebten in den Bergen, in Wäldern oder in den Steppen und Wüsten. Stets hatten sie uns gemieden. Wenn wir ihnen nachjagten flohen sie oder verteidigten sich und töteten uns. Sie sind mächtige magische Kreaturen. Sie gehören zu den ältesten Lebewesen in Sikeen. Sie mischen sich nicht in weltliche Angelegenheiten ein. Wir wissen nicht was sie wollen, wo sie herkommen, oder warum sie so sind, wie sie sind. Doch eins wissen alle Menschen, alle Elfen, Zwerge, Orks, Tiermenschen, ob Kind oder Greis. Sie sind Böse.



    Kapitel 1

    Oben, am höchsten Punkt des Tempels, saß ein Falke. Seine Rückenfedern waren in einem kräftigen braun gefärbt, ganz im Kontrast zu seinem weißen Bauch. Er wartete. Dann erklang ein schriller Schrei über den gesamten Vorplatz und der Falke stieß in einem Sturzflug herab.
    Laura bewegte sich keinen Zentimeter als der Falke auf sie zustieß, seine Flügel spannte und schließlich davonflog, hinfort über die Dächer von Arterium. Eine der Federn des Falken schwebte langsam vor ihr nieder. Wie ein Pendel hin und her schwingend.
    Wie in Trance streckte Laura ihre Hand aus. Kurz bevor die Feder jedoch auf ihrer Hand landete kam ein Windstoß über den Platz und fegte die Feder davon. Laura sah ihr fast wehmütig nach, doch dann wandte sie ihren Blick ab.
    Langsam verließ sie den Tempelplatz, machte sich auf in das Gewirr von Gassen welches sich über Arterium erstreckte.
    Nachdem sie zwischen einigen der großen tempelnahen Steinbauten hindurchgewandert war, kam sie auf die Hauptstraße. Überall drängten sich Menschen, Händler priesen lautstark ihre Waren an. Fisch, Backwaren, Fleisch, Kunsthandwerk, Kleidung, Schmuck, Wein …… Dicht an dicht drängten sich die Stände aneinander, während ihre Besitzer versuchten ihre Konkurrenten an Lautstärke zu übertönen und möglichst viel Aufmerksamkeit auf ihre Waren zu ziehen.
    Laura ließ sich davon nicht beeindrucken. Als sie noch klein war, hatte sie bei jedem zweiten Stand anhalten und irgendetwas kaufen wollen, wenn ihre Eltern sie nicht weiter gezogen hätten, doch nun schaute sie nur kurz auf die verschiedenen Waren welche die Händler anboten. Stoffe aus Orwina, Metallarbeiten aus Norvonn…. Sie entdeckte sogar einen Zwerg der ganze Rüstungen aus makellos silbernem Stahl anbot.
    Schließlich machte die Straße eine Kurve und Laura kniff die Augen zusammen als die Sonne ihr ins Gesicht strahlte. Bis jetzt hatte die Hauptstraße im Schatten der großen Anwesen, der Gildenhäuser und sonstiger Steinbauten gelegen. Nun jedoch strahlte die Abendsonne auf das Pflaster und tauchte alles in einen diamantenen Glanz. Für einen Moment blieb sie stehen und genoss die Wärme welche sich nun in ihrem ganzen Körper ausbreitete. Das Sonnenlicht prickelte auf ihren Armen, ihrem Gesicht.
    Nach ein paar Sekunden setzte Laura ihren Weg schließlich fort, weiter über die Hauptstraße zu dem Haus ihres Vaters.

    Die Sonne war bereits untergegangen und in der ganzen Stadt breitete sich die nächtliche Kälte aus, als Laura zuhause ankam. Sie schritt die steinernen Stufen vor der Eingangstür hinauf und klopfte dreimal an die Tür. Ein kleiner Spalt öffnete sich als ein Stück Holz zur Seite geschoben wurde und ein paar Augen musterten die Gestalt die vor der Tür stand.
    Eine gedämpfte Stimme erklang aus dem Innenraum: „Oh Herrin ihr seid es. Sie kommen spät heute.“
    Ohne eine Antwort abzuwarten öffnete der Bedienstete die Tür und Laura betrat das Haus.
    Eine wohlige Wärme umfing Laura und der Geruch von gebratenem Fleisch stieg ihr in die Nase.
    „Euer Vater erwartet euch bereits. Er befindet sich in der Küche.“
    Ein Grinsen schlich sich auf Lauras Gesicht. Ihr Vater war ein Magier, ein allseits geachteter Mann. Er war reich, hatte ein großes Haus mit vielen Dienern und er konnte sich alles leisten was er wollte und trotzdem ließ er es sich nicht nehmen selbst zu kochen. Einige nannten es seinen Zeitvertreib, andere bösere Zungen nannten ihn einen niederen Bürger, der sich selbst bewirten musste. Ihr Vater hatte ihnen immer gleich geantwortet: „Wenn jemandem etwas Freude bereitet, wenn ihr sich dabei glücklich fühlt, warum sollte er es dann nicht ausüben dürfen nur weil er ein Magier mit zuviel Geld ist? “
    Der Fleischgeruch wurde intensiver, als Laura sich der Küche näherte. Als sie die Tür öffnete umfingen sie Rauchschwaden und verschiedene Gerüche. Fleisch, Gemüse und diverse Gewürze. An der anderen Seite des Raumes stand ihr Vater über einem brennenden Steinofen und lud gerade das Essen auf 2 Holzteller. Als er sich umwand erblickte er Laura an der Tür und ein strahlendes Lächeln erfüllte sein Gesicht.
    „Laura, da bist du ja. Ich dachte schon du hättest dich mal wieder verlaufen.“ Er zwinkerte ihr zu und reichte ihr schließlich die mit Fleisch und Gemüse beladenen Teller.
    Laura lachte. „Auch dir einen guten Abend Vater. Wie ich sehe hast du gleich für die gesamte Dienerschaft mit gekocht.“
    Ihr Vater blickte auf das Fleisch welches sich noch auf dem Ofen befand.
    „Haland hatte heute ein ganzes Kalb im Angebot, beste Qualität und wirklich günstig. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen.“
    „Und da musstest du gleich das ganze Kalb kaufen?“, frage Laura mit einem Grinsen im Gesicht.
    „Ja soll ich denn das halbe Kalb zurücklassen? Auch wenn wir nicht alles davon essen, Haland hätte den Rest kaum noch verkaufen können. Verderben lassen darf man so etwas natürlich auch nicht. Außerdem haben Gregor, Maria und Serana etwas Ordentliches zu essen verdient.“ Er wandte sich um und löschte mit einer Handbewegung das Feuer welches im Ofen gebrannt hatte.
    Lachend schüttelte Laura den Kopf und ging in den Wohnraum. Sie stellte die Teller auf den großen Holztisch und setzte sich. Ihr Vater kam dazu und beide begannen zu essen.
    Laura wusste zwar, dass ihr Vater ein guter Koch war, doch hiermit hatte er sich selbst übertroffen. Das Fleisch war perfekt gebraten und passte hervorragend zu der Gewürzauswahl die ihr Vater getroffen hatte.
    „Und Laura wie war dein heutiger Tag?“
    Laura schluckte herunter und berichtete ihrem Vater über die heutigen Geschehnisse.
    „Nächste Woche ist die Aufnahmeprüfung. Wir wissen nicht genau wie sie ablaufen wird, alles ist streng geheim. Natürlich verbreiten sich unter den Anwärtern die wildesten Gerüchte, wir müssten gegen einen Drachen antreten oder uns einer Armee von Dämonen entgegenstellen. Alle fantasieren rum.“
    Ihr Vater legte das Besteck hin und sah sie liebevoll an. „Du wirst es schaffen Laura, ich weiß es. Alle deine Lehrer halten dich für äußerst viel versprechend.“
    „Das Vertrauen meiner Lehrer hat mir bis jetzt allerdings noch nicht weitergeholfen.“ Sagte Laura, während sie sich das letzte Stück Fleisch in den Mund schob.
    „Hör zu Laura.“, begann ihr Vater. „Die meisten Rekruten schaffen es nicht einmal dahin wo du momentan stehst. Die Arterianische Wache ist die Elite unseres Königreiches und in einer Woche wirst auch du dazugehören.“
    Dann begann auch er damit sich wieder seinem Teller zu widmen und für den Rest des Mahles saßen sie schweigend am Tisch. Als sie fertig waren kam Gregor an den Tisch, und nahm die Teller mit in die Küche, allerdings nicht ohne sich noch überschwänglich bei Lauras Vater für das köstliche Essen zu bedanken.
    „Ich muss noch ein paar Vorbereitungen treffen, bevor wir morgen das Kampftraining haben.“, sagte Laura entschuldigend als sie sich erhob um sich in ihr Zimmer zu begeben.
    „Wenn du wiederkommst werde ich vermutlich nicht da sein. Ich habe einen wichtigen Termin mit einigen Händlern, die es anscheinend nicht für nötig hielten die Behörden über einige dubiosen Vorgänge zu informieren.“
    Laura nickte und ging schließlich nach oben. Ihr Vater arbeitete für den Königshof als Berater und derweilen auch als so genannter „Diplomat“. Dies war jedoch die offizielle Bezeichnung seiner Tätigkeit. „Druckmittel“ träfe es da wohl eher. Als Zauberer verbreitete er große Autorität und er besaß, nunja man könnte es wohl „bestimmte“ Kräfte nennen. Diese Ausstrahlung war nützlich um z.B. Händler oder Beamte die sich ein wenig neben den Gesetzen bewegten daran zu erinnern, wem sie wirklich unterstanden um sie auf den rechten Pfad zurückzuführen. Gerade dieser Teil seiner Arbeit hatte ihrem Vater schon einige Feinde eingebracht.

    Einmal war er nachts von einem Assassinen angegriffen worden. Leider hatte dieser nicht mit den Schutzzaubern ihres Vaters gerechnet, weswegen der Kampf relativ schnell vorbei gewesen war. Seitdem hielten sich jedoch immer 2 Soldaten der Stadtwache in ihrem Haus auf. Ihr Vater hatte dies unter Protest akzeptiert. Seiner Meinung nach bestand für ihn und seine Tochter keinerlei Gefahr und Laura konnte nicht umhin ihm zuzustimmen. Sie beide waren keinesfalls das, was man als „wehrlos“ bezeichnen würde. An ihrem Bett hatte sie stets ihr Schwert liegen und ihr Bogen lag griffbereit im Schrank. Schließlich war sie in der oberen Etage angekommen und sie schritt den Flur entlang. Ihr Zimmer lag am hintersten Ende des Hauses, mit Blick auf den Garten.
    Sie öffnete die Tür und ließ sie hinter sich gleich wieder ins Schloss fallen. Ein leichter Duft von Rosen empfing sie und Laura blieb einen Moment irritiert stehen. Dann erblickte sie den großen Rosenstrauß welcher in einer kunstvoll verzierten Vase auf ihrem Schreibtisch stand. Sie seufzte. Arlen konnte es einfach nicht lassen. Warum musste er ihr immer noch nachstellen? Sie hatte ihm schon oft genug gesagt, dass sie nicht an ihm interessiert war.
    Laura nahm den Blumenstrauß und ging zum Fenster. Dann überlegte es sie sich jedoch anders. Gleich von wem dieser Strauß kam, er war schön anzusehen und es wäre eine Schande ihn wegzuwerfen.
    Arlen war einer der Rekruten welcher zusammen mit Laura ausgebildet wurde. Der Elf hatte schon lange ein Auge auf sie geworfen und hatte stets versucht mit allen Mitteln ihr Herz zu gewinnen. Obwohl er sehr gut aussah und aus reichem Hause kam, hatte Laura kein Interesse an ihm. Sein Aussehen konnte nicht über sein schlechtes Benehmen und seine bösartige Ader hinwegtäuschen. Trotz allem konnte Laura nicht verhehlen, dass er ein ausgezeichneter Soldat war. Seine Kampfkünste waren hervorragend und nur Wenige konnten sich mit ihm messen. Laura war eine von ihnen.
    Sie steckte die Rosen zurück in die Vase und als sie einen Schritt zurück machte und das Abendlicht auf die Rosen fiel, musste sie zugeben, dass sie wunderschön waren.
    Sie wandte sich ab und verbrachte den Rest des Abends damit ihre Ausrüstung zu säubern und sich auf den morgigen Tag vorzubereiten. Als sie fertig war, entledigte sie sich ihrer Kleidung und schlüpfte in ihre Schlafbekleidung. Als sie im Bett lag, starrte sie an die Decke und dachte über ihre Zukunft nach. Als Mitglied der Arterianische Wache würde sie selten zuhause sein. Die einfachen Soldaten hatten keinen Einfluss auf ihre Einsatzgebiete. Ihr Vater würde sie wohl vermissen, doch er wusste, dass sie ihren Weg gehen musste. Langsam fielen Laura die Augen zu.

    Dunkelheit legte sich über Arterium. Alle normalen Bürger waren längst zuhause und nur ein paar Wachen patroulierten noch durch die Straßen. Ein leichter Westwind wehte über die Stadt und wirbelte Staub und Dreck durch die Gassen. Ein Pferd, welches noch vor Minuten ruhig geschlafen hatte regte sich plötzlich. Unruhig trabte es umher und stieß ein lautern Wiehern aus. Der Horizont, war von pechschwarzen Wolken verdeckt. Das was die Tiere bereits spürten, blieb den Menschen verborgen. Niemand ahnte, was Arterium erwarten würde.
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  2. Bone Dragon Benutzerbild von Isara
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    Sarah Isara
    #2
    Kapitel 2

    Ein leichter Wind umspielte Lauras Gesicht und sie zog die Bettdecke noch ein bisschen höher. Sie wollte die Augen nicht öffnen, nicht aufstehen. Unter der Bettdecke war es warm und gemütlich.
    Plötzlich ertönte ein ohrenbetäubender Lärm und innerhalb eines Lidschlags saß Laura kerzengerade im Bett und sah sich um. Die Gardinen an ihrem Fenster waren zum Spielball des Sturms geworden welcher über Arterium tobte. Papiere flogen durch ihr Zimmer, kleinere Gegenstände stürzten zu Boden. Die Vase auf ihrem Tisch fiel um und zerschepperte mit lautem Klirren auf den Boden. Laura fluchte sprang auf und schloss eilig das Fenster. Schlagartig brach der Windstrom ab und offenbarte die Verwüstung welche er in ihrem Zimmer angerichtet hatte.
    Plötzlich ging die Tür auf und ihr Vater kam herein. Besorgt schaute er auf das Chaos in dem Laura stand „Alles in Ordnung? Ich habe Lärm gehört.“
    Laura nickte. „Es ist alles gut.“ Sie blickte aus dem Fenster. „Dieser verfluchte Sturm!“
    Draußen in den Straßen von Arterium gingen gewaltige Regengüsse nieder und der Wind schien die ganze Stadt mitreißen zu wollen.
    Sie seufzte. So sehr sie es sich auch wünschte, sie konnte heute nicht zuhause bleiben. Ihr Ausbilder würde ihr einen solchen Mangel an Disziplin nie durchgehen lassen.
    Nachdem sie ihr Frühstück zu sich genommen hatte, einen Brei aus Früchten und Haferflocken, begab sie sich in ihr Ankleidezimmer. Dort auf einer Halterung war ihre Rüstung befestigt. Den Rekruten war es während ihrer Ausbildung nicht gestattet die traditionelle Plattenrüstung der Arterianer zu tragen. Der Rekrutenrüstung war leichter und war mit deutlich weniger Metall besetzt. Nacheinander zog Laura die Rüstung an und mit jedem Teil welches sich perfekt an ihren Körper schmiegte stieg ihre Laune. Nun war sie in ihrem Element. Bevor sie das Haus verließ, griff sie nach ihrem langen Mantel und warf ihn sich über. Sie wusste, dass der Sturm noch lange nicht vorbei war.

    „Alle Rekruten antreten!“ Die Stimme ihres Ausbilders war durch den tosenden Sturm kaum zu verstehen. Im Verlauf des Tages hatte der Regen an Intensität zugenommen. Laura seufzte und begab sich im Laufschritt in die Mitte des Übungsplatzes und nahm eine straffe Körperhaltung an. Die anderen Rekruten taten es ihr nach und bildeten zwei Reihen.
    Aus den Augenwinkeln bemerkte Laura, dass die meisten Rekruten am ganzen Körper zitterten und dagegen ankämpften mussten nicht sofort in den warmen Wachraum zu laufen. Sie alle waren durchnässt und es war bitterkalt.
    Ihr Ausbilder stellte sich vor sie ihn, sagte aber kein Wort. Mit grimmiger Mine musterte er seine Rekruten. Garrom war für einen Zwerg unnatürlich groß. Trotzdem wurde er schon von den meisten menschlichen Kindern überragt. Ihre Ausbildung hatte Laura allerdings gelehrt, dass man ihn niemals unterschätzen sollte. In der ersten Ausbildungswoche hatte ein Rekrut, der Sohn eines Adligen, sich über Garrom lustig gemacht und ihn in selbstsicherer Siegesgewissheit zum Kampf herausgefordert, im Glauben seine Größe würde gegen den Zwerg ausreichen. Der Kampf war in weniger als einer Minute vorbei gewesen und der Elf musste mit gebrochenen Gliedern lange behandelt werden.
    Als Ausbilder ließ Garrom keinen Widerspruch zu und seine Rekruten waren stetig darauf bedacht ihn nicht zu verärgern, vor allem nachdem einige Arterianer ihnen ein paar Geschichten über den Zwerg erzählt hatten. Innerhalb der Wache war sein Ruf legendär. Garrom war bereits über 300 Jahre alt und seit mehr als 250 als Ausbilder der Arterianischen Wache tätig. Die größten Helden waren von ihm ausgebildet worden und es war eine Ehre, von ihm unterrichtet zu werden.
    Ein Blitz erleuchtete die Umgebung und riss Laura aus ihren Gedanken. Garrom stand immer noch vor ihnen und starrte sie an. Sein Blick wanderte von Rekrut zu Rekrut. An denjenigen die vor Kälte und Nässe zitterten blieb sein Blick besonders lange hängen.
    „Alle Rekruten zu den Waffen!“
    Innerhalb von Sekunden hatten die gut 20 Rekruten ihre Waffe in der Hand, je nach Ausbildung konnte es eine Andere sein. Die meisten trugen wie Laura ein Schwert doch waren auch Äxte, Lanzen und Streitkolben vertreten.
    „Ihr alle werdet zum Ende dieser Woche hin geprüft, ob ihr es würdig seid euch der edlen Gemeinschaft der Arterianer anzuschließen. Wenn ihr versagt, habt ihr diese Gelegenheit für immer verspielt!“
    Sein Blick blieb auf Laura hängen. „Ihr müsst euren Mut beweisen, eure Kraft und eure Verständnis für Gerechtigkeit. Ihr seid die Hoffnung dieses Landes. Ohne uns, würde Sikeen in der Finsternis versinken. Beweist das ihr würdig seid.“
    Er stellte sich breitbeinig vor die Rekruten. „Diese Waffe die ihr in der Hand tragt, folgt eurem Befehl. Sie ist euer dritter Arm. Nutzt sie um der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen. Ihr alle habt euch einer Sache verschrieben die wichtiger ist als euer Leben. Werdet ihr wenn es soweit ist die richtige Entscheidung treffen? Oder lauft ihr weg und verkriecht euch unter einem Stein?“
    Laura war es, als ob das Gewitter immer leiser würde. Garrom hatte eine unglaubliche Ausstrahlung.
    Dann brüllte Garrom plötzlich: „Rekruten, wegtreten! Die Übung ist für heute vorbei!“
    Erleichtert liefen sie in das angrenzende Kasernenhaus und wärmten sich erst einmal auf.
    Gerade als Laura sich vor dem Feuer niederlassen wollte, kam einer der Rekruten auf sie zu. Sie seufzte. Es war Arlen. Er ließ sich neben ihr auf eine Bank nieder und blickte sie an.
    „Ich grüße dich Laura. Wir hatten heute noch keine Gelegenheit uns miteinander zu unterhalten. Ein anstrengendes Training heute oder?“
    Laura hätte am liebsten entnervt auf gestöhnt, doch sie riss sich zusammen und sagte stattdessen: „Geht so. Ohne den Regen wäre es zwar angenehmer, doch wir können es uns nun mal nicht aussuchen.“
    Arlen lachte. „Wohl wahr! Wenn uns Regen aufhalten würde, so wäre wir keine Arterianer.“
    Er beugte sich vor und hielt seine Hände in Richtung des Kamins.
    Ohne sie anzusehen sprach er weiter. „Doch sag Laura, hast du meine… „Nachricht“ erhalten?“
    Sicherlich sprach er von dem Blumenstrauß welcher er ihr geschenkt hatte. Laura verdrehte die Augen. „Ich weiß leider nichts von einer solchen „Nachricht“ Arlen.“, log sie. „Wovon sprecht ihr?“ Laura hatte eindeutig keine Lust sich länger mit dem Elfen zu unterhalten.
    Ein verärgerter Ausdruck zuckte über Arlens Gesicht. „Laura, lügst du mich etwa an? Du weißt, ich mag so etwas gar nicht!“
    Laura konnte es nicht fassen. Drohte er ihr etwas wie einem kleinen Kind? Gerade als sie zu einer Antwort voller Sarkasmus und Spott ansetzen wollte, trat Garrom ein und alle Rekruten drehten sich zu ihm um.
    „Das Training ist für heute beendet! Geht nach hause.“
    Seine Augen verengten sich, als einige Rekruten erleichtert seufzten, doch er sagte nichts weiter und verschwand wieder nach draußen.
    Laura beeilte sich, denn sie wollte das Gespräch mit Arlen möglichst schnell beenden.
    „Na dann auf Wiedersehen.“, sagte sie und stand auf.
    Arlen blickte verwirrt und packte sie am Arm. „Wir waren noch nicht fertig Laura, ich würde mich gerne weiterhin mit dir unterhalten.“
    Laura war kurz davor der Geduldsfaden zu platzen. Was glaubte er eigentlich wer er war?
    „Es tut mir Leid Arlen, doch ich muss schnell nach hause. Mein Vater erwartet mich.“
    Dann entzog sie blitzschnell und bevor er reagieren konnte ihren Arm aus seinem Griff und verschwand aus der Kaserne. Kurz bevor sie die Tür schloss, sah sie noch wie Arlen alleine im Raum stand. Ein trauriger Ausdruck legte sich auf sein Gesicht.
    Ob sie wohl zu hart zu ihm war? Zu Beginn der Ausbildung war er ein unerträglicher, hochnäsiger Elf gewesen, der stets auf Andere hinabgesehen hatte. Allerdings musste Laura zugeben, dass er sich verändert hatte. Wüsste sie nicht wie unausstehlich er gewesen war als sie sich kennenlernten, so würde sie wohl deutlich freundlicher zu ihm sein, ja ihm vielleicht sogar eine Chance bei geben sie besser kennenzulernen. Mit einem Kopfschütteln verwarf sie diesen Gedanken. Arlen war ein Idiot und so wie er sie und Andere früher behandelt hatte konnte sie nicht vergessen.
    Während sie durch die Gassen von Arterium zog, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, konnte sie das Gefühl nicht loswerden, dass jemand sie verfolgte. In dem Getöse des Sturms war es für sie zwar unmöglich etwas zu hören, doch meinte sie hinter sich einen Schatten ausgemacht zu haben. Schließlich bog sie in eine Gasse ein, wartete jedoch unmittelbar an der Ecke. Minuten vergingen, doch niemand schien ihr zu folgen.
    Was ist bloß los mit mir, werde ich langsam paranoid? Über sich selbst verärgert zog Laura weiter und ging auf der Hauptstraße in Richtung ihres Hauses.

    Sie war schon ein ganzes Stück weg, als sich aus einem Hauseingang ein Schatten löste. Die Gestalt hatte sich eng an den Eingang gepresst, damit sie nicht entdeckt werden konnte. Vorsichtig folgte sie Laura, diesmal allerdings mit größerem Abstand.


    Könnt gerne Kritik äußern^^
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  3. Bone Dragon Benutzerbild von Isara
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    Geändert von Isara (03.10.2011 um 20:57 Uhr)
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    #4
    Kapitel 3

    Laura schritt durch die Straßen von Arterium. Der Himmel war strahlendblau und die Sonne ergoss ihre Wärme über der Stadt. Überall liefen Leute rum. Kinder rannten lachend zwischen den Marktständen her und auf einer Bank küssten sich eine junge Elfe und ein junger Mensch. Dann erblickte Laura ihren Vater. Ins Licht der Sonne getaucht stand er mitten auf einem Platz und unterhielt sich lachend mit einer Frau. Sie hatte blondes Haar und trug ein weißes Seidengewand. Ihr Vater entdeckte sie und rief sie mit fröhlicher Stimme zu sich. Glück erfüllte Laura und sie lief auf ihren Vater und ihre Mutter zu.
    Plötzlich verlangsamte sich alles. Die Geräusche ihrer Umgebung verstummten und alles um sie herum verschwamm, einzig ihre Eltern hatte sie weiterhin klar im Blick. Langsam drehte sich ihre Mutter um. Lauras Lachen verstummte. Es war als blickte sie in einen Spiegel. Ihr eigenes Gesicht schaute ihr entgegen. Kein Lachen, keine Freude, nur ein kalter emotionsloser Ausdruck lag auf ihrem Gesicht.
    Ihr Spiegelbild drehte sich um und rannte davon. Laura rief ihr nach und rannte hinterher. Durch das Gewirr von Gassen und Hinterhöfen, zwischen Marktständen her, über Brücken und Plätze.
    Plötzlich blieb Laura stehen, die Gestalt war verschwunden. Sie sah sich um, doch konnte sie niemanden erspähen. Im Fenster eines anliegenden Hauses blinkte wie aus dem Nichts ein Licht auf. Langsam näherte sie sich und spähte durch das Fenster. Aus dem Haus starrte sie 2 schwefelgelbe Augen an. Ein Schrei entrang sich ihrer Kehle und das Glas zerbrach. Dann stürzte die Welt um sie herum ein und begrub sie unter tiefer Schwärze.

    Wie vom Blitz getroffen saß Laura augenblicklich kerzengerade im Bett. Ihr ganzer Körper zitterte und ihr Herz donnerte gegen ihre Brust. Hinter ihren Schläfen verspürte sie ein unangenehmes Ziehen und sie umschlang mit beiden Armen ihren Kopf. Sie verharrte einige Sekunden in dieser Haltung bis sie wieder ruhig atmen konnte. Ihr Herzschlag verlangsamte sich, doch die Kopfschmerzen verschwanden nicht.
    Mühsam stand sie auf und öffnete das Fenster. Der frische Lufthauch der ihr nun ins Gesicht wehte half ihr sich endgültig zu beruhigen. Ein paar Minuten stand sie einfach da und atmete tief ein und aus. Aus dem Augenwinkel sah sie den Spiegel der rechts von ihr an der Wand hing. Aus seinem Inneren blickten sie zwei normale Augen an.
    Sie musste lachen. Es war nur ein Traum gewesen, einer von vielen den sie von ihrer Mutter gehabt hatte. Zugegeben, er war dieses Mal sehr extrem gewesen, aber im Hinblick auf den Stress dem sie seit Wochen ausgesetzt war, war das nicht verwunderlich.
    Laura verwarf ihre sorgenvollen Gedanken. Es war noch früh am Morgen und die Sonne würde erst in ungefähr 2 Stunden aufgehen. Sie saß sich ans Fenster und lauschte den nächtlichen Klängen der Stadt. Händler transportierten bereits ihre Waren zum Marktplatz, einige Vögel begannen zaghaft zu singen…

    Der Sturm war nun endgültig vorbei und in Arterium erwachte das Leben. In einigen Nachbarhäusern war bereits das Licht angegangen und einige Bedienstete schienen schon dabei zu sein das Essen zuzubereiten. Sie runzelte die Stirn. Irgendetwas stimmte nicht, sie konnte aber nicht mit Gewissheit sagen was. Etwas war anders.
    Sie zog sich ein leichtes Gewand über und legte sich wieder in ihr Bett, doch der Gedanke dass etwas nicht so war wie sonst ging ihr nicht aus dem Kopf. Sie lauschte, doch sie konnte nichts Ungewöhnliches hören. Im Haus war es still… zu still!
    Innerhalb von Sekunden war sie aufgesprungen und hatte ihr Schwert in der Hand. Gregor hätte längst auf den Beinen sein müssen.
    Das Schwert fest umklammert löschte sie alle Lichter in ihrem Zimmer und öffnete dann leise ihre Tür. Ohne ein Geräusch zu machen schwang die schwere Eichenplatte auf. Zum Glück wurden die Scharniere regelmäßig geölt.
    Der Flur war stockfinster, doch sie konnte von unten einen leichten Lichtschimmer ausmachen. Eine Stufe nach der anderen nehmend schlich sie die Treppe herunter. Nun sah sie, dass das schwache Licht von einer kleinen Öllampe kam die auf dem Arbeitstisch ihres Vaters stand. Sie versteckte sich im Schatten eines Stützbalkens und versuchte einen guten Blick in den Arbeitsbereich zu erhaschen. Sie atmete erleichtert aus, als sie die Gestalt ihres Vaters erkannte der mit dem Kopf auf der Tischplatte liegend schlief. Er musste bis tief in die Nacht gearbeitet haben.
    Laura wollte schon hinter der Säule hervortreten, doch etwas hielt sie zurück. Es war ein Gefühl, was ihr Garrom während ihrer jahrelangen Militärausbildung antrainiert hatte. Vorsicht.
    Auch wenn ihr Vater eingeschlafen war, so hätte ihn Gregor schon vor mehr als einer halben Stunde wecken müssen. Etwas war hier faul. Ihr Misstrauen erhärtete sich, als ihr klar wurde, dass ihr Vater keinerlei Geräusche von sich gab. Keine Atemgeräusche! Ein Kloß bildete sich in ihrem Hals.
    Mit aller Kraft versuchte sie sich zusammenzureißen und verließ, immer noch darauf bedacht keine Geräusche zu machen ihre Deckung und ging ein paar Schritte weiter in Richtung Arbeitsbereich. Sie duckte sich hinter eine Kommode und erhoffte sich von hier aus einen möglichst guten Blick auf ihren Vater zu bekommen. Wäre sei nicht jahrelang darauf trainiert worden immer ruhig zu bleiben wäre sie vermutlich schon schreiend losgelaufen, aber so beherrschte sie sich und versuchte etwas im Dämmerlicht der Öllampe zu erkennen.
    Irgendetwas war unter dem Stuhl auf dem ihr Vater saß. Angestrengt versuchte sie etwas in der Dunkelheit zu sehen. Blut!
    Geschockt duckte sie sich wieder vollständig hinter der Kommode und zwang sich ruhig zu atmen. Einzelne Tränen rannen ihr übers Gesicht, doch sie machte keinen Mucks.
    Plötzlich hörte sie ein Geräusch aus der Küche. Schritte! Panisch suchte sie nach einem Versteck und eilte schließlich hinter ein im Raum stehendes Bücherregal. Mit einem leisen Knarren öffnete sich die Tür und im Schatten sah Laura eine Gestalt im Eingang stehen. In seiner rechten Hand sah sie eine Klinge aufblitzen. Das helle silberne Metall war blutverschmiert.
    Laura wurde von einer Angst ergriff, wie sie lange keine mehr gespürt hatte. Ihr Vater war tot und das musste bedeuten, dass dieser Attentäter seinen magischen Schild durchdringen konnte. Selbst im Schlaf hatte ihr Vater immer diesen Schutz aktiviert. Wie hatte es diese Gestalt dann trotzdem geschafft ihren Vater zu ermorden?
    Ihr militärischer Drill beschützte sie davor die Trauer zu tief in ihre Gedanken zu lassen und sie konzentrierte sich mehr darauf was sie nun tun sollte. Im Kampf hätte sie keine Chance gegen den Attentäter, soviel war klar. Ihr Vater war ein mächtiger Magier gewesen und dass hieß zwangsläufig, dass ich Gegner auch über magische Kräfte verfügte. Sie lauschte. Der Mann musste stehengeblieben sein. Genau darauf bedacht nicht auch nur das geringste Geräusch zu machen schob Laura ihren Kopf einige Zentimeter vor und riskierte einen Blick. Die Gestalt war verschwunden. Fieberhaft suchte sie den ganzen Raum ab doch sie konnte nichts entdecken.
    Obwohl sie dagegen ankämpfte, stieg Panik in ihr auf. Jederzeit erwartete sie, dass die Gestalt auf sie zuspringen oder plötzlich hinter ihr auftauchen würde, doch nichts davon geschah.
    Doch langsam drängte sich ihr ein weiterer Gedanke auf. Sie musste unbedingt Hilfe holen. Ihr Vater war ermordet worden und das ohne Zweifel von einem Auftragsmörder. Wer wusste schon ob nicht eine große Verschwörung dahinter steckte.
    Langsam löste sich Laura aus dem Schatten ihrer Deckung und schob sich an der Wand entlang auf die Haustür zu. Immer wieder blickte sie sich um, doch da war nichts.
    Dann stand sie vor der Tür und mit zittrigen Fingern drehte sie den Schlüssel um. Und in dem Moment als die Tür mit einem leichten Knarren aufschwang wusste Laura das der Attentäter keine zwei Meter von ihr entfernt im Flur stand. Auch wenn sie ihn nicht sah oder hörte, so wusste sie es doch. Ohne weiter zu zögern sprang sie aus dem Haus und sprintete auf der Straße in Richtung Norden. Der Attentäter folgte ihr auf dem Fuße. Inständig hoffte sie sie würde einer Patroullie begegnen, doch dieses Glück schien ihr nicht bestimmt zu sein denn die Straßen waren wie leergefegt. Hier würde ihr niemand helfen können und im direkten Zweikampf war sie ihrem Verfolger wahrscheinlich unterlegen. Ihr blieb nichts Anderes übrig als um ihr Leben zu rennen.

    Arlen fluchte. Immer wieder musste er es versauen. Egal wann er mit Laura sprach, immer verpatzte er es. Er seufzte und lehnte sich gegen eine Hauswand. Es war erst früh am Morgen und die Sonne war noch nicht aufgegangen. Normalerweise würde er noch schlafend in seinem Bett liegen, aber in dieser Nacht war er einfach nicht zur Ruhe gekommen.
    Er konnte einfach nicht aufhören sich Vorwürfe zu machen. Wäre er früher nicht nur so ein überheblicher, arroganter Idiot gewesen! Er hatte es sich damals mit so gut wie jedem Rekruten verscherzt und auch wenn die Meisten ihn inzwischen akzeptierten und sogar mochten so hatte Laura wohl keinerlei Absicht je zu vergessen wie er früher war.
    Arlen konnte im Rückblick selbst nicht fassen, dass er sich damals so verhalten hatte. Mit seiner herablassenden Art und seiner Respektlosigkeit hatte er sich keine Freunde gemacht. Wäre er nicht so ein hervorragender Kämpfer gewesen so hätten es ihm die Anderen wohl auch heimgezahlt aber so hatte sich niemand getraut sich mit ihm anzulegen. Nur Laura hatte sich stets gegen ihn behauptet. Noch nie hatte er ihr gesagt wie sehr sie ihn beeindruckt hatte und wie sie ihn schließlich dazu gebracht hatte über sich nachzudenken.
    Arlen schloss die Augen und versetzte sich zurück an jenen Tag an dem sich sein Leben geändert hatte. Damals hatte er in einer Trainingspause einen jüngeren Rekruten der ihm widersprochen hatte verprügelt. Aus einer bloßen Laune heraus hatte er ihm die Nase gebrochen und auf ihn eingetreten. Er sah es noch genau vor sich, wie der junge Mensch wimmernd am Boden lag und versuchte seinen Körper zu schützen. Niemand kam ihm zu Hilfe denn sie alle wussten um Arlens Fähigkeiten und die politische Macht seiner Familie.
    Einzig Laura war dazwischen gegangen. Sie hatte ihn angeschrien und wüst beschimpft.
    Schon früher hatte er sie begehrt und oft versucht sie zu verführen, doch in diesem Moment war nur Zorn in ihm aufgestiegen. Er erinnerte sich noch genau wie er auf sie zugestürmt war und sie bloß für diese Respektlosigkeit bestrafen wollte. Doch damals war ihm sein Übermut zum Verhängnis geworden. Noch bevor er wusste was mit ihm geschah lag er auf den Boden, gefangen in einem schmerzhaften Klammergriff. Entgegen aller Regeln und Vorschriften der Rekruten zog er einen kleinen Dolch und hieb voller Zorn nach ihr. Dann hatte sie ihm unter lautem Gelächter der anderen Rekruten den Arm mit einem Ellbogenschlag zertrümmert. Schließlich kam Garrom angerannt und beendete den Kampf. Er schrie Laura regelrecht in Grund und Boden, verpasste ihr einen heftigen Schlag ins Gesicht und brachte Arlen schließlich auf die Krankenstation. Dort hatte er eine Seite des Ausbilders kennengelernt die ihm bis dahin vollständig unbekannt gewesen war.
    Er hatte erwartet, dass der Zwerg in anbrüllen und beschimpfen würde, doch stattdessen hatte er ihm eine Frage gestellt. Eine Frage so simpel, dass es fasst schon banal war wie sehr sie Arlen verändert hatte: Warum?
    Damals hatte er keine Antwort gefunden und sein Schweigen und die Niederlage gegen Laura hatte Arlen klar gemacht wie sinnlos sein ganzes Verhalten doch gewesen war.
    Langsam legte er seinen Hochmut, seine Arroganz ab und mit der Zeit hatte er in den anderen Rekruten sogar wirkliche Freunde gefunden. Nur Laura war abweisend geblieben. Die Person der er seinen Wandel zu verdanken hatte hielt ihm seine Fehler der Vergangenheit ewig vor. Und obwohl er immer versucht hatte mit ihr Frieden zu schließen wusste er doch, dass er es nicht verdient hatte. Was er getan hatte war nicht zu entschuldigen.
    Arlen atmete tief durch. Gleich ob er es verdient hatte, er würde es weiter versuchen. Irgendwann würde auch sie sehen, dass er sich geändert hatte. Er musste nur einen Weg finden ihr das zu zeigen.
    „Und genau das mache ich jetzt!“ Er wusste es war früh morgens und sie würde sicher noch schlafen aber er würde keine Ruhe finden bis er sich ihr geöffnet hatte.
    Mit schnellen Schritten ging Arlen durch das schlafende Arterium bis er schließlich vor dem Haus stand in dem Laura wohnte. Wenn er Glück hatte war der Diener Gregor schon wach. Gerade als er gegen die Tür klopfen wollte merkte er, dass sie offen stand.
    Sein Instinkt schlug alle Alarmglocken doch sein Verstand zwang in ruhig zu bleiben. Bestimmt gab es hierfür eine logische Erklärung.
    Auch wenn die Sonne noch nicht zu sehen war, so hatte sich der Himmel dennoch schon aufgehellt und ein fahles licht fiel durch die Fenster herein.
    Im Haus war alles ruhig. Sollten die Diener nicht inzwischen schon bei der Arbeit sein?
    Das ungute Gefühl in ihm verstärkte sich als er den Wohnraum betrat. Er stutzte. Der Boden fühlte sich unter seinen Füßen merkwürdig an. Bei jedem seiner Schritte erklang ein leises Schmatzen, wie als wenn man durch Matsch ging. Langsam blickte er nach unten.
    _______________
    Optimismus macht Glücklich ^^

    -GW 1-
    IGN: Sarah Isara - Mönch

    -GW 2-
    IGN: Sarah Isara - Sylvari Elementarmagier - Elonafels
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