Brandor Grimmflamm, ein Held der Charr, wurde zum Vorbild der neu erlangten Freiheit in den Jahren nach dem Sturz der Titanen. Aber seine Verachtung für die Schamanen war nur ein Schritt von vielen, der schließlich ihre Kontrolle über die Legionen beendete .Mit Brandors Ablehnung gegenüber den Schamanen begann eine Untergrundbewegung in den Legionen. Zwar versuchten sie weiterhin verzweifelt eine neue Gottheit zu finden, um ihre Lage wiederherzustellen und zurück an die Macht zu gelangen, an der sie einst waren.
Die wahre Rebellion begann 40 Jahre später unter Brandors Enkeltochter Kalla Glutklinge, die die Herrschaft der Flammen Legion beendete und die einzelnen Legionen wieder zu dem machte, was sie einst waren: Die führenden Kräfte der Charrgesellschaft. Ihre Verbündeten standen ihr in der Entscheidungsschlacht von Golghein zur Seite und so gelang es ihnen schließlich, die Schamanen zu stürzen.
Dies war ein großer Tag für die Charr und die Kriegerinnen. Kalla führte jene in die Schlacht, die schon lange im Verborgenen trainiert hatten und sich dem Befehl der Schamanen widersetzten, sich nur um die Hausarbeit zu kümmern. Damit hatten sie eine Streitmacht, die doppelt so groß war, wie die der Schamanen und so wurde auch der Kampf entschieden. Die Schamanen, in der Unterzahl und umzingelt, hatten keine andere Wahl, als sich zu ergeben oder sie wären ausgelöscht worden. Man ließ sie am Leben, da man ihre Magie als nützlich erachtete, aber sie sollten niemals wieder über die Charr herrschen.
Heute, knapp 250 Jahre nach dem verheerenden Angriff auf den Großen Nordwall, stehen die Charr noch immer der Bedrohung durch die Geister der Ascalonier und anderen natürlichen Gefahren gegenüber. Trotzdem halten sie so gut wie alle Gebiete östlich der Zittergipfel unter ihrer Kontrolle, indem sie ihre Festungen an genau den Orten bauten, an denen sich einst die der Menschen erhoben. Die mächtigste Festung, die Eisenzitadelle, die auf den Trümmern der Stadt Rin gebaut wurde, überblickt das verfluchte Gebiet von Ascalon. Von dort werden die Charr vielleicht eines Tages aufbrechen, um die Stadt Ascalon zu erobern und ihren damals begonnenen Eroberungsfeldzug zu beenden.
Die Legionen
Die vier führenden Legionen der Charr sind die Asche Legion, die Flammen Legion, die Blut Legion und die Eisen Legion. Jede einzelne ist sehr stolz, kämpferisch und verschieden. Sie alle beanspruchen den Thron für sich, weil sie behaupten, dass eines ihrer Mitglieder ein direkter Nachfahre des Khan- Ur sei. Es gibt auch kleinere Legionen, die unabhängig voneinander unter dem Banner der großen Legionen kämpfen, aber nur wenige können ihre Abstammung vom Khan- Ur beweisen. Manche Truppen versuchen ihren eigenen Weg zu finden und ihre Unabhängigkeit entweder durch ihre Ahnen oder ihre militärische Stärke zu rechtfertigen und sich so von den Legionen zu trennen und ihr eigenes Banner zu etablieren.
Nach dem Sturz der Titanen und der Rebellion von Kalla Glutklinge wurde die Flammen Legion gestürzt. Mit kaum noch mystischen Kräften und den entmachteten Schamanen hatten sie kaum noch genug Kraft, um sich gegen die anderen Legionen zur Wehr zu setzen. Die geschwächte Legion zog sich nach Nordosten in ihre Heimatfestung Hrangmer zurück.
Als sie dem Gespött der anderen entkommen waren, begann man, sie die Gold Legion zu nennen, eine Anspielung auf ihre Schwäche und den Härtegrad des Metalls. Gold wurde außerdem bei den Ritualen der Schamanen für die Titanen benutzt, womit man auf ihr Versagen und die Verehrung der falschen Götter anspielte. Dieser Name verbreitete sich mit der Zeit und nach 100 Jahren erinnerten sich nur noch wenige außerhalb der Gold Legion an ihren ursprünglichen Namen. Ihre Mitglieder waren verhasst und standen den anderen drei Legionen gegenüber, sie führten einen Kampf ums Überleben und versuchten einen Weg zu finden, um wieder in ihre alte Position zu gelangen.
Die Legionen sind vollkommen unabhängig und bestehen jeweils aus vielen Kriegshorden sowie einem Stadtstaat, der als zentrale Befestigung dient. Jede von ihnen bevorzugt es, ihre eigenen Ziele zu verfolgen, aber keine Legion ist so dumm, das eine Ziel aus den Augen zu verlieren:
|
|
Erobern und alles mit Gewalt beherrschen. Die Gold Legion kann das am besten mit Hilfe von Magie, die Eisen Legion mit mechanischen Schöpfungen und Belagerungstürmen, während die Blut Legion die besten Krieger im Kampf Mann gegen Mann unter den Charr besitzt und die Asche Legion ist für ihre Assassinen und Aufklärer bekannt.
Auch wenn ihre Methoden unterschiedlich sein mögen, erheben alle Legionen Anspruch auf den leeren Thron der Khan-Ur und keiner würde jemals einem Mitglied einer der anderen Legionen erlauben, den Platz ihres verlorenen Anführers ohne einen Kampf einzunehmen. Denn unter der Herrschaft der Schamanen der Gold Legion haben sie eine wertvolle Lektion über blinden Gehorsam gelernt.
Mehr als jemals zuvor machen die Anführer der vier Legionen lautstark ihre Ansprüche geltend, doch keiner von ihnen ist in der Lage gewesen, die Position zu halten und die Charr unter einen Banner zu vereinen. Vielleicht werden die Charr eines Tages einen so mächtigen Feind haben, dass sie einmal mehr ihre Differenzen beiseite legen. Vielleicht wird auch eine Legion eines Tages die gesamte Nation unterwerfen und die Charr so vereinen. Aber dieser Tag ist noch nicht gekommen.
Die Kultur
Charr sind Fleischfresser; sie ernähren sich von keinerlei Pflanzen. Sie haben keine Farmen und keinen Bedarf für Landwirtschaft oder Vegetation außer jener, die sie für Gebäude und technische Errungenschaften benötigen. Sie hüten freilaufende Bestienherden, um ihre Legionen zu ernähren. Diese Aufgabe wird jungen Charr übertragen oder denen, die aufgrund von Verletzungen nicht mehr kämpfen können.
Charrkinder werden Junge genannt, weibliche Junge werden jedoch auch gelegentlich liebevoll "Kätzchen" genannt. Säuglinge werden bereits mit Fell, offenen Augen und voll funktionsfähigen Gliedmaßen geboren. Innerhalb nur weniger Tage können Junge ihren Müttern auch durch das rauhste Terrain folgen. Bereits einen Monat nach ihrer Geburt fressen sie Fleisch und einige Monate später sind sie vollkommen unabhängig.
Nur während dieser kurzen Zeit werden sie von ihren Eltern umsorgt und aufgezogen.
Danach werden sie in Fahrarlager gebracht, die am ehesten den menschlichen Schulen oder der Ausbildung entsprechen, wo sie in großen Rudeln von den Charr ihrer Legion aufgezogen werden.
Den Jungen wird in einem Fahrar beigebracht, zusammen zu halten und sie werden ermutigt, ihre eigenen sozialen Strukturen festzulegen, wodurch sie zu einer Kriegshorde zusammengeschweißt werden. Ihnen wird der Name der Kriegshorde zuerkannt, den sie für sich beanspruchen können und von welchem die Jungen innerhalb der Horde ihre Nachnamen ableiten, so wie Grimmklaue und Grimmflamm.
Diese Kriegshorde dient als primäre, soziale Gruppe und einzige Familie, die ein Charr jemals kennen lernt. Obwohl sich Junge ihrer Herkunft und ihrer Eltern bewusst sind, haben die Erwachsenen weder Interesse noch Einfluss auf die Ausbildung, die Erziehung oder die Entwicklung eines kleinen Jungen, sobald es im Fahrar der Legion abgeliefert wurde.
Die Legion (und die neue Kriegshorde des Jungen als ein Teil der Legion) haben Vorrang vor jeglichen Blutsbanden.
Die führende Kriegshorde einer jeden Legion trägt den Namen dieser Legion - Asche, Blut, Eisen und im Fall der Gold Legion Flamme. Diese einzigartige Legion ist erblich, aber der Anführer muss den Namen in einer Blutsherausforderung, einem Kampf zwischen Nachkommen der Khan-Ur um die Vorherrschaft in der Legion, verdienen.
Gelegentlich treten Charr, die keine Nachkommen der Khan-Ur sind, der führenden Kriegshorde bei und nehmen den Namen ihres Anführers als ihren eigenen an, so wie es Charrtradition ist. Aber ihr Anführer ist immer ein Nachkomme der Khan-Ur, der führende Erbe der Legion und der rechtmäßige Nachfolger auf die Krone, die ihn zur Führung über die Charr ermächtigt.
Es ist außerdem möglich, dass ein Charr die Kriegshorde seiner Jugend verlässt. Entweder aufgrund einer Beförderung, oder um eine bestimmte Aufgabe zu erledigen, oder sogar weil er seine übertragenen Pflichten nicht erfüllen kann. Ein Charr, der seine ursprüngliche Kriegshorde verlässt, bleibt seiner ersten "Familie" gegenüber trotzdem stets loyal (weswegen derartige Schritte auch ungewöhnlich sind). Trotzdem muss dieser Charr seinen Namen ändern und schnell lernen, mit seinen neuen Gefährten auszukommen oder er wird nicht viel mehr sein als Fleisch auf dem Schlachtfeld.
Man erzählt sich, dass Charr unter sehr seltenen Umständen sogar Gilden mit Menschen oder anderen Rassen anstatt von Kriegshorden beigetreten sind. Diese Charr könnten Ausgestoßene sein oder die Notwendigkeit hat sie vielleicht einfach dazu gezwungen, sich ungewöhnliche Verbündete zu suchen. Doch trotz dieser wunderlichen Zugehörigkeit vergisst ein Charr niemals seine Loyalität gegenüber der Legion.
|