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Guild Wars 2: Ingenieur - Interview mit Eric Flannum und Jon Peters (deutsch)
Autor: DeBussy, letztes Update: 19.05.2011 |
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DeBussy: 250 Jahre sind in der Welt von Tyria zwischen Guild Wars und Guild Wars 2 vergangen und noch immer schwingen Krieger ihre Schwerter und vertrauen Waldläufer auf ihre Bögen. Aber irgendwann muss jemand mal gesagt haben: „Ähm, Jungs... wir haben hier ein bisschen Fortschritt gemacht! Lasst uns das mal ausnutzen.“ Könnt ihr uns ein wenig darüber erzählen „wer“ und „was“ dieser Ingenieur genau ist?
Jon Peters: (Game Systems Designer für Guild Wars 2): Der Ingenieur ist eine unserer Klassen, die mittlere Rüstung tragen wird. Ebenso gibt er den Takt für die technologische Weiterentwicklung an. Guild Wars 2 wird 250 Jahre nach der Handlung von Guild Wars 1 spielen. Viele der Technologien sind in der Entwicklung vorangeschritten und der Ingenieur macht sich diesen Fortschritt am meisten von allen Klassen zu nutze. Wir sprechen hier von Sprengstoffen, Granaten, verschiedenen Gerätschaften und Geschütztürmen mit denen man herumhantieren kann. Er ist sehr technikbasiert.
Etwas das ihn stark von den anderen Klassen abgrenzt ist, dass er nur ein einzelnes Waffenset verwendet. Bis auf den Elementarmagier und den Ingenieur können alle unsere Klassen im Kampf zwischen mehreren Waffensets wechseln. Doch er gleicht dies aus mit speziellen Heil- und Utility-Fertigkeiten, den sogenannten Kits. Wenn man eines dieser Kits aktiviert, werden die fünf vorderen Waffenfertigkeiten durch einen neuen Satz von Kit-Fertigkeiten ersetzt. Ein Ingenieur kann auf diese Weise bis zu fünf oder sechs Fertigkeiten-Sets auf seiner Fertigkeiten-Leiste unterbringen, wenn er alle Utility-Fertigkeiten-Plätze mit Kits auffüllt.
(Anm.: Die Fertigkeiten-Leiste besteht in Guild Wars 2 aus zehn Plätzen. Bei den vorderen fünf Plätzen handelt es sich um die „Waffen-Fertigkeiten“ – Diese werden durch die ausgerüstete Waffe, oder Spezial-Fertigkeiten bestimmt. Bei den hinteren fünf Plätzen handelt es sich um die „Utility-Fertigkeiten“, die weitestgehend vom Spieler selbst ausgewählt werden.)
Tatsächlich neigen Ingenieure dazu, zwei bis drei Kits auszurüsten. Damit sind sie, was die Anzahl von Waffen-Fertigkeiten anbelangt, auf gleicher Ebene mit den anderen Klassen. Das ist in etwa das erträgliche Maß an Dingen, die man im Auge behalten kann. Aber die Kits geben dem Ingenieur die Möglichkeit ungeheuer vielseitiger zu sein, was ihn einzigartig macht.
Etwas anderes, das ihn einzigartig macht, ist die Tatsache, dass er Dinge auf dem Schlachtfeld verteilen kann. Der Ingenieur ist die Klasse für alle, die gerne planen, die gerne im Kampf voraus denken: „OK, gleich gibt es Schwierigkeiten, dann wechsele ich mal eben auf mein Med-Kit und lege hier mal ein paar Med-Packs hin. Wenn die Kollegen dann nachher Hilfe brauchen, können sie sich hier bedienen.“ Er ist für die Art Spieler, die gerne einen Schritt weiter denken als alle anderen.
DeBussy: Wo fand der Ingenieur seinen Ursprung? Gibt es eine Verbindung zur Hintergrundgeschichte, zum Beispiel eine Akademie, die sich als erste darauf spezialisierte Ingenieure auszubilden?
Eric Flannum (Lead Game Designer für Guild Wars 2): Die Technologie des Ingenieurs wurde in erster Linie von den Charr entwickelt. Spezieller: von der Eisenlegion der Charr. Was wir hier einen Ingenieur nennen ist zunächst einmal ein Kampftechniker. Er ist darauf spezialisiert Dinge zu entwickeln, die sich in einer Kampfsituation als nützlich erweisen. In der Eisenlegion hat das alles seinen Anfang genommen – und von da aus ist die Ingenieurs-Klasse dann zu den anderen Völkern hinübergeschwappt. Die Völker von Tyria haben die Charr Ingenieure in den vergangenen Jahren im Kampf gesehen und begriffen, welche Effizienz hinter ihnen steckt. Und so wird man bei allen Völkern Ingenieure vorfinden können, auch wenn ein Ingenieur ein wenig typischer für die Charr sein wird, als für alle anderen.
DeBussy: Der Ingenieur klingt nach einem Meister technologischer Überlegenheit. Welche Geräte und Apparaturen wird er in seinen Kampfstil einbeziehen und womit wird er seine Gegner ins Chaos stürzen?
Jon Peters: Wir haben ja schon die Geschütztürme angesprochen. Es gibt fünf verschiedene Arten von stationären Geschützen, die man als Ingenieur mit in den Kampf nehmen kann: Eine Maschinengewehr Stellung (Rifle Turret), einen Netzwerfer-Turm (Net Turret), einen Flammenwerfer-Turm (Flame Turret), einen Heil-Turm (Healing Turret) und einen Klopfer (Thumper Turret). Ich denke die meisten Geschütztürme erklären ihre Funktion von selbst, aber ich denke ich erkläre die Funktion des Klopfers ein bisschen mehr, um einen Einblick in den Umgang mit Geschütztürmen zu geben.
Die Geschütztürme funktionieren ein bisschen so wie die Diener (des Nekromanten): Sie haben eine Auslöse-Fertigkeit und wenn man diese betätigt – und dadurch ein Geschütz aufbaut – wird diese Auslöse-Fertigkeit durch eine andere Fertigkeit ausgetauscht. Auf diese Weise können wir kontrollieren, wie viele Geschütze ein Spieler gleichzeitig aufstellen kann, begrenzt durch die Anzahl der ausgerüsteten Geschütz-Fertigkeiten in seiner Fertigkeiten-Leiste. Wenn Spieler ein Geschütz aufbauen, erhalten sie dadurch eine Fertigkeit, dieses Geschütz zu überladen. Dadurch macht das Geschütz dann etwas kraftvolleres, als es normalerweise tut. Der Klopfer verursacht Flächenschaden in Nahkampfreichweite um sich herum. Wird er überladen, verursacht er noch einen großen Stoß und wirft alle umstehenden Feinde zu Boden. So funktionieren die Geschütze in etwa.
Aber der Ingenieur hat noch zwei andere Spielereien: Die (bereits angesprochenen) Kits, die ihm verschiedene Waffen-Fertigkeiten geben. Ein paar der Waffen die man durch ein solches Kit erhalten kann, sind beispielsweise ein Flammenwerfer. Dieser verursacht sehr hohen Bereichschaden auf sehr kurze Distanz. Und dann gibt es da noch die Elixir-Kanone (Elixir Gun). Diese ist zwar eher auf Unterstützung ausgelegt, kann aber als Hybrid-Waffe auch zum Verursachen von Schaden eingesetzt werden. Und das bringt uns zu der zweiten Spielerei, die ein Ingenieur benutzt: Er hat sozusagen einen kleinen Nebenjob als Alchemist und verwendet Elixiere. In seinem Rucksack befinden sich verschieden Röhrchen gefüllt mit Elixieren (Anm.: Ja, wir denken hier glaube ich alle an Kranxx). Die Kanone hat einen Behälter mit dem sich diese Elixier-Röhrchen verschießen lassen. Aber er hat ebenso Elixiere die sich ganz normal als Utility- oder Heil-Fertigkeit ausrüsten lassen. Alle diese Elixiere haben eine instabile und zufällige Komponente. Zum Beispiel gibt es das Elixir B (B für Buff). Ein Ingenieur kann es trinken und erhält dadurch einen zufälligen Stärkungszauber, aus einer Reihe von ausgewählten Stärkungszaubern die es im Spiel gibt.
Außerdem gibt es Kits mit Sprengsätzen. Wie zum Beispiel das Granaten Kit, das Bomben Kit und das Minen Kit. Die Sprengstoffe dieser unterschiedlichen Kits funktioniert auf eine andere Art und Weise. Die Minen werden zum Beispiel auf dem Boden platziert und dann durch ein zweites Drücken der Fertigkeit zum Explodieren gebracht. Für die Granaten wählt man ein Zielgebiet auf dem Boden aus und wirft sie, worauf hin sie im ausgewählten Bereich explodieren. Die Bomben hingegen machen aus dem Ingenieur mehr eine Nahkampfklasse mit Bereichsschaden. Er legt Bomben an seiner aktuellen Position ab und diese explodieren dann nach kurzer Zeit.
Eric Flannum: Man muss sich den Ingenieur am besten als eine Klasse vorstellen, die in jedem sekundären Fertigkeiten-Platz eine ganz eigene Waffe ausrüsten kann. Darum haben Ingenieure – trotz dass sie nur ein normales Waffenset gleichzeitig ausrüsten können – all diese verschiedenen und einzigartigen Waffen, die nur dieser Klasse zur Verfügung stehen.
DeBussy: Ihr habt vorhin von einem Heil-Turm gesprochen. Es ist zwar ziemlich klar, was dieser machen wird, aber WIE wird er das machen? Verschießt er etwa kleine Spritzen gefüllt mit einem Heiltonikum oder kleine Fläschchen voll Elixir?
Jon Peters: Es ist mehr eine Art Nebel. Er versprüht einen heilenden Nebel, der dann in über die Luft aufgenommen wird, wenn man ihn einatmet.
Eric Flannum: Er versprüht eine alchemische Mixtur, die Spielern dabei hilft sich zu heilen. Ein Heil-Turm sieht ein bisschen aus, wie eine kleine Version der Bewässerungsanlagen, die man im Vorstellungsvideo der Menschen gesehen hat. Genau, es versprüht diesen durchgehenden Nebelstrahl. Hier wird auch wieder der Alchemie-Hintergrund des Ingenieurs deutlich.
DeBussy: Der Ingenieur wird die erste Klasse in Guild Wars 2 sein, die keine reine Nahkampfwaffe ausrüsten kann (sie können nur Pistolen, ein Gewehr und ein Schild tragen). Haben Pistolen und Gewehre eine Mindestreichweite? Und wie kommt ein Ingenieur damit zu recht, wenn er in den Nahkampf gezwungen wird? Wird sein Kampfstil eine Art Tanz zwischen sich selbst, seinen Gegnern sowie stationären Geräten und Minen?
Jon Peters: Nein, Pistolen und Gewehre haben keine Mindestreichweite. Aber der Ingenieur ist auch nicht die stämmigste Klasse. Er ist kein Krieger. Darum versucht er seinen Gegner auf Distanz zu halten. Und er hat einen Haufen Fertigkeiten auf seiner Pistole und seinem Gewehr die ihm dabei helfen. Die Pistole hat zum Beispiel einen Klebe-Schuss (Glue Shot). Mit ihm kann er auf den Boden schießen und damit Gegner verlangsamen zu denen er sich entfernen möchte. Das Gewehr hat einen Überladungs-Schuss (Overcharge Shot) mit dem er den Gegner und sich selbst zurückstoßen, um somit Distanz aufzubauen kann.
Aber wenn Spieler es wirklich wollen, und einen „Da hast dus!!!11“-Ingenieur spielen wollen, dann ist der Flammenwerfer natürlich ihre erste Wahl.
Eric Flannum: Und das Bomben Kit! Es funktioniert so: Es gibt dem Spieler eine Anzahl an Bomben die er benutzen kann. Wenn man eine Bombe benutzt wird sie an der aktuellen Position des Ingenieurs abgelegt und explodiert dort eine Sekunde später. Auf diese Art ist das Bomben Kit auch äußerst nützlich um Dinge in die Luft zu jagen, während man zwischen den Reihen des Gegners hin und her rennt.
Ingenieure haben noch eine weitere Fähigkeit um nahe Gegner in Schwierigkeiten zu bringen. Sie haben die Möglichkeit Öl auf dem Boden zu verschütten. Jeder Gegner, der darüber läuft rutscht aus und wird zu Boden geworfen. Ingenieure haben viele Möglichkeiten auf Gegner zu reagieren, die ihnen zu Nahe kommen.
DeBussy: Eine kurze Zwischenfrage zu Klassenübergeifenden Fertigkeits-Kombinationen: Kann dieses Öl angezündet werden,... sagen wir mal, von einem Elementarmagier?
Jon Peters: Diese Möglichkeit haben wir noch nicht zur Gänze erschöpft. Wir haben mal darüber gesprochen, aber bisher nicht umgesetzt.
Eric Flannum: Es könnte möglich sein. Es gibt nicht viele Klassen die Öl auf dem Boden verteilen. Eigentlich macht das nur der Ingenieur. Daher wäre dies eine Kombination die nur durch den Ingenieur ausgelöst werden könnte. Aber ja, es wäre eine mögliche Idee.
DeBussy: Wie lange kann man so ein Kit verwenden. Wechselt man frei zwischen ihnen hin und her, oder können die zur Verfügung gestellten Waffen-Fertigkeiten nur ein einziges Mal genutzt werden – und dann wird automatisch zum normalen Waffenset zurück gewechselt?
Jon Peters: Man kann sie beliebig ein- und ausschalten. Und dann verhalten sie sich wie ein normales Waffenset bis man sich entschließt es wieder abzuschalten. Sie sind darauf ausgelegt, dass man sie je nach Situation einsetzt. Einige von ihnen führen zu einer ganz anderen Spielgeschwindigkeit. Zum Beispiel das Med Kit: Man könnte hergehen und viele Med Packs auf dem Boden verteilen. Wenn man das schnell genug macht, hat man bald nicht mehr viel zu tun (da sich die Fertigkeiten in der Abklingzeit befinden). Aber man kann dann immer noch zurück wechseln und offensivere Dinge tun.
Zum Beispiel mit dem Granaten Kit. Der Standard-Granatenwurf hat keine Abklingzeit, und die anderen Granatenwürfe haben auch nur eine sehr geringe Abklingzeit. Wenn man es will, kann man seinen Ingenieur komplett auf Granaten ausrichten. Ich habe Tester gesehen, die einfach nur mit Granaten durch die Gegend geworfen haben. Die wollten gar nichts anderes mehr machen. Und sie haben auch nur sehr selten zurück zu ihrer Pistole gewechselt.
Noch etwas das mit den Kits zu tun hat – und mit einigen anderen Utility-Fertigkeiten: Der Ingenieur hat einen Werkzeuggürtel (Tool Belt). Auf diesem „Gürtel“ befinden sich seine Spezialfertigkeiten F1 bis F4, die sich oberhalb der normalen Fertigkeiten-Leiste befinden. Jedes der Rucksack Kits besitzt eine Fertigkeit, die automatisch im Werkzeuggürtel auftaucht, wenn das sich Kit in der Fertigkeiten-Leiste befindet. Das beste Beispiel wäre hierfür wohl das Minen Kit. Wenn man das Minen Kit ausrüstet und es aktiviert, werden die ersten fünf Fertigkeiten durch Minen ersetzt. Und nachdem man sie platziert hat, wechseln die einzelnen Fertigkeiten jeweils zu einer „Mine Zünden“-Fertigkeit. Man kann also jede der Minen getrennt voneinander Zünden. Aber wir wollten, dass das Minen Kit mehr Synergie mit anderen Waffen und anderen Kits entwickeln kann. Wenn man weg vom Minen Kit wechselt, verliert man aber die Fertigkeiten die einzelnen Minen zu zünden. Der Werkzeuggürtel stellt nun aber für ein ausgerüstetes Minen Kit eine Fertigkeit zur Verfügung, mit der man alle Minen gleichzeitig zünden kann, ganz gleich ob das Minen Kit gerade aktiviert ist oder nicht.
Was man als Ingenieur also machen kann ist folgendes: Man wechselt zum Minen Kit, legt seine Minen aus, legt sich also eine Verteidigungslinie zurecht, wechselt zurück auf das Gewehr und beginnt zu schießen. Und wenn es dann soweit ist, muss man nicht mehr zurück zum Minen Kit wechseln, um die Minen zu zünden. Man kann, wenn man die Minen separat zünden möchte. Aber man hat immer die Möglichkeit vom Werkzeuggürtel aus alle Minen zu zünden.
Alle Kits haben eine solche Fertigkeit. Zum Beispiel befindet sich die Selbstheilung des Ingenieurs im Werkzeuggürtel, sobald man das Med Kit ausgerüstet hat. Vom Granaten Kit bekommt man ein Granaten Sperrfeuer (Grenade Barrage). Nur weil man also ein bestimmtes Kit ausgerüstet hat, wollen wir nicht, dass die Spieler das Gefühl haben, dass sie es auch ständig aktivieren müssen, um einen Vorteil daraus zu ziehen. Und dafür gibt es dann eben den Werkzeuggürtel.
DeBussy: Oh, ich seh’ es schon vor mir: Minen-Spike in 3... 2... 1. KAWUMM!
Werden die Abklingzeiten der Fertigkeiten auf den Kits angehalten, wenn man es abschaltet, oder laufen sie im Hintergrund weiter? Kann man also zum Beispiel ein anderes Kit benutzen, während man darauf wartet, dass die Fertigkeiten eines anderen wieder verfügbar werden?
Eric Flannum: Die Abklingzeiten der Fertigkeiten auf den Kits laufen ganz normal weiter, egal ob das Kit aktiv ist oder nicht. Das trägt enorm zur Vielseitigkeit der Klasse bei. Im Grunde ist es das gleich wie bei einem Waffenwechsel. Wenn man die Waffe wechselt, dann laufen die Abklingzeiten auch im Hintergrund weiter.
DeBussy: Der Ingenieur klingt nach einer offensiven Kampfmaschine. Aber er kann auch einen Schild ausrüsten. Löst das eine mehr auf Verteidigung basierende Ausrichtung aus? Was sollte man von einem Ingenieur erwarten, der mit einem Schild auf einen angestürmt kommt?
Jon Peters: Ja, der Ingenieur mit einem Schild ist ein bisschen mehr auf Verteidigung und Unterstützung ausgerichtet. Aber ich würde nicht so weit gehen, den Ingenieur als eine sehr offensive Klasse zu bezeichnen. Er schafft eigentlich eine wirkliche Gratwanderung zwischen all den Ausrichtungen. Wenn er will, ist er dazu in der Lage eine vergleichbar starke Unterstützung anzubieten, wie die am stärksten auf Unterstützung ausgelegte Klasse im Spiel.
Der Schild des Ingenieurs ist eine ziemlich defensive Waffe. Etwas, dass er damit machen kann – und dass ihn vom Krieger unterscheidet ist folgendes: Wenn ein Krieger mit einem Schild ausgerüstet ist, kann er sich hinknien und einen angriff Abblocken. Ein Ingenieur hingegen absorbiert mit einer speziellen Vorrichtung auf seinem Schild ein feindliches Geschoss. Und dann kann er hergehen und dieses Geschoss auf den Gegner zurück werfen, abhängig von dem was auf das Schild geschossen wurde. Wenn ein Spieler einen Kettenblitz auf einen Ingenieur wirft und dieser den Zauber absorbiert, kann er ihn zurückwerfen. Dann fliegt der Blitz zurück auf den Gegner und springt dort zu dessen Verbündeten. Bei einem absorbierten Feuerball kommt eben dieser wieder aus dem Schild und explodiert mit Bereichsschaden. Der Ingenieur hat eine sehr interessante Art die Stärken anderer Spieler gegen sie zu wenden.
DeBussy: Aber der Ingenieur ist nicht nur ein Techniker, sondern auch ein begnadeter Alchemist. Ihr habt uns schon von Elixier B erzählt, welches zufällige Stärkungen hervorbringt. Was für Elixiere gibt es noch?
Jon Peters: Da gibt es eine ganze Menge Elixiere. Ein Heilelixier genannt Elixier H. Dann gibt es bisher drei Utility-Elixiere: Elixier B, U und F. Und dann ist da noch Elixier X. Das ist ein Elite Elixier. Wenn ein Ingenieur das trinkt, bekommt er eine Elite-Fertigkeit von einer anderen Klasse.
DeBussy: Von allen Elite-Fertigkeiten im Spiel?
Jon Peters: Wir haben eine Handvoll Fertigkeiten von anderen Klassen ausgesucht, die wir für passend hielten. Alles bei dem wir dachten: „Ja, von dem könnte ich es mir gut vorstellen, dass das ein Alchemist in einem Elixier verflascht.“ Und aus denen haben wir dann den Pool gebildet, die er durch das Elixier X bekommen kann.
DeBussy: Aber das ist ganz unabhängig davon, ob, oder mit wem der Ingenieur gerade zusammen spielt?
Eric Flannum: Ja.
DeBussy: Eines der Schlüsselelemente von Guild Wars 2 ist sein schnelles und auf Bewegung ausgelegtes Kampfsysten. Wie gut passt das mit den stationären Geschütztürmen des Ingenieurs zusammen. Viele der Klassen in anderen MMOs, die von stationären Gegenständen abhängig sind, haben immer wieder Müh und Not wenn es darum geht in Bewegung zu bleiben.
Eric Flannum: Der Ingenieur hat seine ganz eigene Art damit umzugehen. Er kann zwar sehr nahe an seine Gegner herankommen, möchte aber nicht mit ihnen auf Tuchfühlung gehen. Er zieht es vor nah heran zu gehen und dann aber wieder Abstand zu gewinnen. Die Geschütztürme unterstützen ihn während er das tut. Die Geschütztürme sind sozusagen die eigene Unterstützung des Ingenieurs. Der Ingenieur kann aber auch ein bisschen statischer gespielt werden, wenn man das möchte.
Aber das Gewehr hat zum Beispiel viele Fertigkeiten, die eine bewegungsreiche Spielweise begünstigen. Da gibt es diese eine Fertigkeit von der Jon bereits sprach, die den Gegner Zurückstößt. Es gibt auch eine Fertigkeit, die einen von Ort zu Ort springen lässt. Der Ingenieur verursacht dabei Bereichsschaden am Ausgangsort und bei seiner Landung am Zielort. Das Gewehr hat zusätzlich ein paar Fertigkeiten die unterschiedliche Reichweiten haben. Der Standard-Angriff ist ein Schuss mit hoher Reichweite (Long Range Shot) und der Angriff der den meisten Schaden verursacht hat eher eine geringe Reichweite. Der Gewehr-Ingenieur ist ständig bemüht einen Tanz zu vollziehen, bei dem er für seine großen Angriffe nahe an den Gegner herantritt und dann aber sofort versucht, wieder auf Entfernung zu gehen. Entweder indem er den Gegner Bewegungsunfähig macht, oder sich selbst schnell zurückbewegt. Unter diesem Gesichtspunkt hat der Ingenieur viel Mobilität.
Einer der schönsten Aspekte des Granaten Kits ist es, dass alle Granaten während einer Bewegung geworfen werden können. Man kann also während man sich bewegt sehr viel Bereichsschaden verursachen. Ich denke der Ingenieur hat auf diese Weise viele Fertigkeiten, die ihm dabei helfen in Bewegung zu bleiben. Wenn man natürlich einen Haufen Geschütztürme einpackt, wird man wohl ein wenig statischer spielen. Aber im Allgemeinen, denke ich, hat der Ingenieur eine Menge Fertigkeiten, die ihn dazu ermuntern, sich zu bewegen.
DeBussy: Als wir unseren Aprilscherz geplant haben, kamen wir an einen Punkt an dem wir sagten: „Ne du, das können wir nicht bringen, ein Ingenieur (bzw. Maschinist, wie wir ihn intern nannten) könnte mitten ins Schwarze treffen.“ Wie erleichtert wart ihr drüben bei ArenaNet, dass wir uns letzten Endes für den „Alchemisten“ entschieden haben, wohlwissentlich, dass wir damit immer noch ziemlich dicht dran waren?
Jon Peters: Nun, JETZT sind wir erleichtert. Jetzt da wir wissen, dass ihr es nicht getan habt. *lacht*
Eric Flannum: Es ist eigentlich wirklich komisch: wenn man unsere Aprilscherze kombiniert – also unseren Kommandosoldaten und euren Alchemisten, dann kommt da fast der Ingenieur dabei raus. *lacht*
DeBussy: Wir haben darüber gewitzelt, dass sich unser Alchemist in einer auswegslosen Situation in den Angeschlagen-Modus (Downed Mode) sprengen kann. Wie stehen die Chancen, dass der Ingenieur etwas ähnliches kann?
Jon Peters: Nein, ich glaube nicht, dass er sich selbst in die Luft jagen kann. Aber wir hatten zwischenzeitlich mal darüber gesprochen ihm einen Selbstzünder in die Hand zu geben, mit dem er alles um sich herum aus dem Angeschlagen-Modus heraus wegsprengen kann.
DeBussy: Wo wir gerade vom Angeschlagen-Modus sprechen: Wir wird der beim Ingenieur aussehen? Werden seine Geschütztürme im Kampf verbleiben, oder verschwinden sie, sobald er angeschlagen ist? Kann er sie immer noch überladen, solange sie noch funktionieren? Oder ganz simpel: Was macht ein Ingenieur, wenn er auf dem Boden herumkriecht?
Jon Peters: Ich glaube, erst wenn ein Ingenieur besiegt ist, verschwinden auch seine Geschütztürme. Wenn er nur angeschlagen ist, kann er sie zwar nicht mehr überladen, aber sie können ihn immer noch verteidigen.
DeBussy: Nun, ihr habt es geschafft! Ich habe meine neue Lieblingsklasse für Guild Wars 2 gefunden.
Eric Flannum: Exzellent (Anm. d. Red.: Ich stelle mir hier eine Art Monty-Burns-Geste am anderen Ende der Telefonleitung vor)
Jon Peters: Eine kommt ja noch, also warte mal besser...
DeBussy: Ja, eine kommt noch. Hört mir also genau zu bei meinen nächsten Worten. SEHR GENAU ZU!... Mit nur noch einer Klasse, die es zu enthüllen gilt, verbleibt euch nur noch eine einzige Chance *räusper* ‚meine GEDANKEN nochmals umzustimmen.’
Eric Flannum: *lacht* Nun, wir werden sehen, ob wir es schaffen werden ‚deine GEDANKEN nochmals umzustimmen.’
DeBussy: *jubelt* Gut. Dann danke ich euch für dieses wundervolle Interview. Ich hoffe wir konnten die Botschaft gut rüberbringen, dass der Ingenieur DAS ultimativ genialste Ding in Guild Wars 2 ist. Zumindest bis jetzt. Ich bin wegen dem Ingenieur ziemlich aus dem Häuschen.
Jon Peters: Wir hatten einen Heiden Spaß ihn zu designen. Er spielt sich sehr anders, als die anderen Klassen, da wir bei ihm die Chance hatten die Technologie mit einzubeziehen.
DeBussy: Vielen Dank.
Eric Flannum: Wir haben zu danken.

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